Griechenlands Arbeitslosenquote bereits bei 15,1%
Am Donnerstag berichtete das griechische Statistikamt (ELSTAT) von einer offiziellen Arbeitslosenquote in Griechenland für Januar 2011 in Höhe von 15,1%, nach 14,8% im Dezember 2010, nach 13,9% im November 2010 und nach 11,3% im Vorjahresmonat. Es geht weiter “aufwärts”, um +23’149 Arbeitslose bzw. um +3,2% zum Vormonat und um +189’663 bzw. um +33,4% zum Vorjahresmonat, auf 756’795 Griechen ohne Job.
Die Entwicklung der griechischen Arbeitslosenquote seit Januar 2000 im Chart. Im Januar 2011 (ELSTAT veröffentlicht monatliche Daten vergleichsweise spät) stieg die Arbeitslosenquote auf 15,1%.
Die Jugendarbeitslosigkeit lag im Januar 2011 bei 37%, nach 39% im Dezember 2010 und nach 30,4% im Vorjahresmonat. Dies ist trotz der angeblich leichten Verbesserung zum Vormonat eine inakzeptable Rate von Jugendlichen ohne Job und damit von Jugendlichen ohne Perspektive. Die wichtige Frage dürfte sein, wie viele dieser Jugendliche ohne offiziellen Job in der Schattenwirtschaft ein Einkommen generieren bzw. im Familienverbund ein Auskommen finden, um deren revolutionäres Potential einzuschätzen.
Bei diesen Arbeitslosenquoten von ELSTAT, handelt es sich nur um die offiziellen Arbeitslosenraten, denn neben dem Stand der Beschäftigten von 4,268 Millionen waren im Januar 2011 noch 4,302 Millionen Arbeitsfähige in der Rubrik Inactive verbucht, dies bedeutet sie standen dem Arbeitsmarkt angeblich nicht zur Verfügung und spielten damit bei der Ermittlung der Arbeitslosenzahl und Quote auch keine Rolle!
Griechenland steht am Abgrund ohne Aussicht auf wirtschaftliche Verbesserung, in Folge von Kreditexzessen, bei unterentwickelter Wettbewerbsfähigkeit und Wertschöpfung vor allem der Industrie. Aktuell läutet ein Sparpaket nach dem anderen, erzwungen durch EU und IWF, die nächste Runde der Abwärtsspirale ein und generiert eine sinkende gesamtwirtschaftliche Aktivität. Trotz Austeritätsmaßnahmen wird jedoch das eigentliche Ziel der Sparrunden komplett verfehlt. Die Risikoaufschläge für griechische Staatsanleihen steigen weiter:
Die Entwicklung der Renditen 10-jähriger griechischer Staatsanleihen. Trotz der 110 Mrd. Euro schweren Griechenlandhilfe ist die Lage, gemessen an den Renditen für 10-jährige Staatsanleihen kritischer als je zuvor! Gestern stieg die Rendite der 10-jährigen auf 13,83%. Die 2-jährige stieg sogar auf 18,5%. Mit diesen unglaublich hohen Renditen ist Griechenlands Weg zur Refinanzierung über den Kapitalmarkt weiter unmöglich. Die Höhe der Renditen preist bereits den Zahlungsausfall bzw. den kräftigen Haircut ein! Quelle Chart: bloomberg.com
Griechenlands Situation ist eine deutliche Warnung und zugleich Beleg für das Scheitern eines völlig aus den Fugen geratenen Wirtschafts- und Finanzsystem, das per Saldo seit Jahrzehnten auf wirtschaftlichen Ungleichgewichten im Handel, Kreditexzessen und in Folge Blasenbildungen, einer gewaltigen Einkommens- und Vermögensschere, ungehemmten und nicht haltbaren Ressourcenverbrauch, gewaltigen Verwerfungen im Finanzsystem, Moral-Hazard und den Druckerpressen der Notenbanken basiert.
Reloaded: Griechenlands CPI mit +4,5% im März, Griechenlands Abwärtsspirale, Griechenlands BIP mit -6,6% zum Vorjahresquartal
Quelle Daten: Statistics.gr/PDF Hellenic Republic: Labour Force Survey Januar 2011
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