Griechische Industrieproduktion mit -11,3% im Dezember

von am 9. Februar 2012 in Allgemein

Eigentlich unfassbar, welch miese Wirtschaftdaten geboten werden und wie oft man sie noch darstellen muss, um der simplen seit 2 Jahren hier dokumentierten Erkenntnis zum Durchbruch zu verhelfen, dass die Maßnahmen der Troika (EU, EZB und IWF) völlig kontraproduktiv sind und zu einer beispiellosen Depression in Griechenland führen. Das griechische Statistikamt ELSTAT berichtete heute für Dezember 2011 einen Einbruch des unbereinigten Outputs der breit gefassten Industrieproduktion von -11,3% zum Vorjahresmonat. Besonders brisant, gerade das vergleichsweise stark unterentwickelte Verarbeitende Gewerbe in Griechenland, brach selbst zum schwachen Niveau des Vorjahresmonats um weitere -15,5% ein. Die organisierte Desasterzone “feiert” zum Schaden Aller in der Eurozone Urstände, insbesondere zum Schaden der griechischen Bevölkerung.

Gerade wenn man als Hauptursache der griechischen Misere, die mangelnde wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Wirtschaft diagnostiziert, ist noch weniger Leistungskraft, insbesondere bei der industriellen Wertschöpfung keine Antwort und ein nicht akzeptables Ergebnis. Beim Subindex Bergbau ging es zwar im Dezember 2011 um +2,2% aufwärts, beim Verarbeitenden Gewerbe aber um desaströse -15,5% abwärts, der Output der Energieversorger sank um -3,9% und der Output der Wasserversorger stieg um +1,5%, jeweils zum Vorjahresmonat. Insgesamt sank der unbereinigte Index der Industrieproduktion um -11,3% zum Vorjahresmonat.

Der saisonbereinigte Output der breit gefassten griechischen Industrie von Januar 1995 bis Dezember 2011 im Chart, laut den Daten von Eurostat. ELSTAT berichtet nur die Daten als arbeitstäglich bereinigte Indizes, im Dezember 2011 mit -4,3% zum Vormonat! Der saisonbereinigte Industrieproduktionsindex sank im Dezember 2011 um -2,41% zum Vormonat, auf 71,61 Indexpunkte. Damit lag der Output der breit gefassten griechischen Industrie weit unter dem durchschnittlichen Niveau von 1995 (um -13,03% unter dem Durchschnitt Jan.-Dez. 1995), dem Beginn der Datenreihe. Seit dem letzten Hoch im Januar 2007 brach der Industrieproduktionsindex um -32,01% ein.

Leider liefert ELSTAT nur eine Datenreihe ab dem Jahr 2000 und Eurostat ab 1995, so das man spekulieren muss, ob der Output von Dezember 2011 auf dem Niveau von 1992/93 oder sogar schon auf dem Niveau von vor 1990 liegt. Für letzteres spricht, dass der Dezember 2011 bereits um -13,03% unter dem durchschnittlichen Niveau von 1995 lag!

Diese Daten sind eine Bankrotterklärung der Wirtschafts- und Finanzpolitik der Eurozone, seit dem ersten Rettungspaket für Griechenland sank bis Dezember 2011 die Industrieproduktion um weitere -16%!

Quelle Daten: Statistics.gr/PDF Pressmitteiliung Industrieproduktion Dezember 2011

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41 KommentareKommentieren

  • Roland - 9. Februar 2012

    In der Großen Depression der Jahre 1929- 1932 brach die Produktion in Deutschland um etwa 30 % ein. Diese Zahl ist in Griechenland jetzt erreicht.

    In Griechenland herrscht keine Rezession mehr.

    Griechenland befindet sich in einer Depression.

    • Querschuss - 9. Februar 2012

      Hallo Roland,
      -32,01% und dieser Befund bei der klaren Sachlage, dass die unterentwickelte industrielle Wertschöpfung eines der Hauptprobleme Griechenlands war. Depression keine Frage.

      Gruß Steffen

  • Roland - 9. Februar 2012

    Der Schuldenschnitt soll nach neuesten Meldungen so laufen:

    Die EZB verkauft die mit sattem Abschlag erworbenen griechischen Staatsanleihen an den EFSF, von dem sie Griechenland wiederum mit neu geliehen Geld zurückkauft. Der EFSF kann dann entscheiden, ob er diese Papiere mit einem weitern Abschlag (oder auch nicht) an Griechenland veräußert.

    Dieser Umweg wird gewählt, da der EZB eine direkte Staatsfinanzierung BISLANG verboten ist. (Der FED ist dies erlaubt)
    Dass es aber in diese Richtung geht, zeigt ein kleines Schrittchen heute:
    Die EZB erteilte den nationalen Notenbanken die Erlaubnis, schlechtere Sicherheiten ihrer Landes-Geschäftsbanken annehmen zu dürfen.
    Wenn nun damit begonnen würde, immer weiter aufzuweichen, könnte ganz am Schluß stehen:

    Die EZB bekommt einfach die Vollmachten, die die FED heute schon hat.

    • Benedikt - 9. Februar 2012

      Um das durchzuführen, müssten wieder alle Euroländer zustimmen. Kann man damit eigentlich schon vergessen, wenn man sich an das Theater beim letzten GR Bailout ansieht. Die EZB wird wohl eher die Verluste selber tragen müssen.

  • langlode44 - 9. Februar 2012

    Über den technischen Krempel der Krise in GR brauchen wir nicht mehr diskutieren. Wir sollten
    vielmehr zur Kenntnis nehmen das am griechischen Volk ausgelotet wird seitens des Großkapitals wie weit ein Volk geknechtet werden kann ohne unmittelbar zum Völkermord übergehen zu müssen.
    Wie haben es mit DER Überakkumulationskrise des Kapitals zu tun, Dank Globalisierung eben global. Die Lösung Krieg ist in Europa nicht mehr denkbar, es wäre das Ende von allem. Eine signifikante Verringerung der “unnützen Fresser” wäre aber sehr hilfreich beim Übergang in eine neofeudale Ordnung, denn darauf läuft es hinaus.
    Und bilde sich niemand ein das es in Teutonia anders werden wird….

  • der B vom H - 9. Februar 2012

    ich gebe der EU-Dikatur unter deutscher Gauleitung nicht mehr allzu lange. Spätestens wenn Italien wegen der desruktiven Maßnahmen der Troika in Flammen aufgehen wird, ist die EU Geschichte.

  • Hajo - 9. Februar 2012

    In den letzten Tagen habe ich mehrere Gespräche mit rumänischen und bulgarischen BWL-Studenten an der Uni Trier geführt. Dabei ging es in erster Linie um die wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungen in deren Heimatländern. Durch die Bank sehen die Studenten diese sehr negativ. “Den Durchschnittsbürgern geht es heute schlechter als vor der politischen Wende und der EU-Mitgliedschaft. Letztere hat lediglich den Großunternehmen in unseren Ländern deutliche Vorteile gebracht.” Für die “armen Griechen” in der Nachbarschaft bringen die Studenten kein Bedauern auf. Eine rumänische Studentin brachte das folgendermaßen auf den Punkt: “Jahrzehnte lang haben die Griechen ein Drohnen-Dasein geführt. Sie wurden von ihren europäischen Geschäftspartnern in hohem Maße gepäppelt, doch ihre wirtschaftliche Produktivität blieb auf dem Stand eines Entwicklungslandes. Diesbezüglich besteht kein großer Unterschied zu Rumänien und Bulgarien. Über die Forderung der Troika, staatliche Unternehmen in Griechenland zu privatisieren, kann ich nur lachen. Diese Unternehmen sind so hoch verschuldet und verkrustet, dass sich kein vernünftiger Investor einen solchen Klotz ans Bein hängen würde.”

    Hierzu kann ich nur sagen: Welch ein Glück, dass Rumänien und Bulgarien noch nicht der Eurozone angehören! Diese Länder wären dann nämlich wohl die nächsten Baustellen der EZB.

    Griechenland hat nach letzten Daten rund 10,8 Mio. Einwohner, Bulgarien knapp 7,4 Mio. und Rumänien 21,4 Mio. Als Wirtschaftsraum ohne Potenz für ausgeglichene Handels- und Leistungsbilanzsalden sind diese Länder ebenso problematisch wie Kroatien, das langfrsitig ebenfalls in die Eurozone kommen möchte.

    • titoslavija - 9. Februar 2012

      Hallo hajo,

      Da gebe ich dir vollkommen recht in Kroatien würde es ähnlich laufen wie in Griechenland, weil die Produktivität auf dem Balkan in keiner Phase der Geschichte eine Stärke war. Die Eliten haben aber den Schritt in die Eu und dann in die eurozone als einen weiteren weg erkannt, um ihre ärmliche und dämliche Bevölkerung auszunehmen. Ich als ebenfalls dämlicher balkanese glaube allerdings unseren Politikern kein Wort mehr. Ich verabscheue Sie und denke, dass es der letzte………….

  • M.E. - 9. Februar 2012

    Die soziale Spaltung erreicht zunehmend sozialdarwinistische Ausmaße:

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,814383,00.html

    • langlode44 - 9. Februar 2012

      “Ich bin ein guter Verkäufer, wirklich. Ich kann alles verkaufen”,…das sagt alles, verkaufen müssen um kaufen zu können.

  • langlode44 - 9. Februar 2012

    Hört bitte auf in nationalen Kategorien zu denken. Kapital agiert nicht national…und patriotisch denkt es schon gar nicht….

  • der B vom H - 9. Februar 2012

    der erste Sargnagel sitzt, die Totengräber Merkel und Sarkozy können das Loch ausheben um GR zu begraben. Und doch ist es ihre Grube, die sie ausheben. Die anderen “Pleitestaaten” der EU werden sicher sehr genau registriert haben, wie die deutsche Regierung ihre Stärke gegenüber den sog. Partnern ausspielt. Sie werden Mittel und Wege finden, jeden Angriff deutscher Hegemonie ins Leere laufen zu lassen. Ich behaupte sogar, dass gerade jetzt die intellektuellen Anstrengungen der anderen “EU-Pleitestaaten” eine Kehrtwende genommen haben. Weg von einer verhaltenen Kooperartion hin zu einer forcierten Insubordination der EU-Gewalt unter deutscher Gauleitung. Sie werden jede Gelegenheit nutzen um Deutschland in die Schranken zu weisen, einen Keil hineinzutreiben in das politische Merkel-Deutschland und sie tun gut daran. Wer in der Not solche Freunde wie Merkel-D hat, der braucht für den Tod keine Feinde. D hat sich mit Merkel mehr als ins Knie geschossen; D hat die Idee eines friedvollen und auf Ausgleich bedachten Zusammenlebens in Europa bereits in der ersten Krisensituation ad absurdum geführt. Der Geist der Deutschen scheint krank und vererbbar, die Stammtische bestätigen es.

  • Michael - 9. Februar 2012

    @ langlode 44
    Naja wenn man es noch einmal bedenkt – doch tut es. Es nutzt nationale Souveränitäten und Herrschaftsbereiche um sie gegeneinander auszuspielen. Nationalstaatliche Politik ist Ziel und Möglichkeitshorizont.

    Wäre der Nationalstaat nicht mehr relevant – hätte das Investment-Kapital nicht das gleiche, “leicht” Spiel.

    “devide et impera” in seiner spätkapitalistischen Variante.
    Schon doof, wenn der Parasit (Kapital) seinen Wirt (Nationalstaat) dabei langsam tötet.

    • langlode44 - 9. Februar 2012

      Von der Sache her richtig, aber Geld ist nichts ewig währendes, Geld is Prozess, es hat nen Anfang und nen Ende. Und letzteren erleben wir gerade. Jede weitere Zinszahlung verpufft im Nirvana, Geld ist obselet geworden, Siehe auch Kapitalstock zu Wertschöpfung. Da befasst sich Georg Trappe z.B. mit, lass die Kugel rollen…

      Das industrielle Zeitalter geht dem Ende entgegen, Wertschöpfung mittels Konsummüllproduktion
      is vorbei. Es geht vereinfacht gesprochen um die Aufrechterhaltung der Herrschaftsverhältnisse,
      oder deren Aufhebung. Was D angeht, hier macht der Adel mobil, v.d.L., de Misere…die haben Macht dank Geld, aber das brauchen diese Verbrecher nicht, sie wollen unmittelbare Herrschaftsverhältnisse, und der dämliche Deutsche verstehts nicht….und die Gangster sind
      global organisiert.

      Is nur eine Frage…Was liegt wirklich in den “Bad Banks”? Da is die Antwort…

  • Roland - 10. Februar 2012

    @ alle Empörten in diesem Forum

    .”….. uns aus dem Elend zu erlösen, können wir nur selber TUN ”

    Schimpft Ihr noch — oder tut Ihr schon ?

  • Pessimist - 10. Februar 2012

    @Revolutionsführer Roland!

    Zur Revolution würde ich lieber heute als morgen aufrufen, aber nur wenn eine vernünftige Alternative anzubieten hätte, welche auch von einer breiten Mehrheit….

    Aber Du scheinst eine umsetzbare und praktikable Alternative im Angebot zu haben.

    Wie sieht diese aus – oder überlegst Du noch?

    • Roland - 10. Februar 2012

      Für den Anfang fände ich ganz gut, was die griechische Polizeigewerkschaft (POESY) heute angedroht hat:
      Sie will Mitglieder der Troika, die nach Griechenland einreisen, verhaften.
      Grund: Diese zerstören die Demokratie.

      Hoffentlich war das ernst gemeint und nicht nur POESY.

  • flo - 10. Februar 2012

    Bla Bla, bla, euer Geschwafel von Revolution ist einfach nur lächerlich. NIEMAND in D hat Lust auf sowas. Wo lebt ihr denn, dass es so schrecklich ist?

    Meiner Familie und mir geht es selbst in UK prima, allen meinen Bekannten und Freunden (solide Mittelschicht) sowie Familie in Deutschland geht es prima. Die kaufen Wohnungen, bauen Häuser, fliegen auf die Malediven, nach Thailand. Haben alle zwei Autos vor der Tür etc…

    Die Abgehängten in D gehen doch nicht einmal wählen, und mit denen wollt ihr Revolution machen?

    • Querschuss - 10. Februar 2012

      Hallo Flo,
      deine Zustandsbeschreibung ist weitgehend richtig, auch wenn es durchaus Vielen nicht prima geht, die Sehnsucht nach Veränderung ist sehr begrenzt, sehe ich genauso.

      Gruß Steffen

    • Lazarus09 - 10. Februar 2012

      Wir leben im Zeitalter der Erben, viele haben aus besseren Zeiten ihre Schäfchen im trockenen .. wie du schon sagt es geht vielen noch gut auch in UK ;-)

      Solange der eigene Arsch nicht in Flammen steht gibt’s auch kein Feuer auch wenn’s nach Rauch stinkt ;-)

      • Russe - 10. Februar 2012

        Wir leben im Zeitalter der Erben
        __

        Wir leben am Ende des Zivilisation-Zyklus und die Ziet ist fast abgelaufen.

    • Tourist - 10. Februar 2012

      Schon recht Flo, nur du hast da vergesen, das sich miese ökonomische Bedingungen schneller als den meisten lieb ist durch die kuschleige Mittelschicht fressen kann und gegenwärtig frisst. Häuslebauen bei dem Umfeld ist klar der Wunsch nach Betongold und nicht Ausdruck des selbstzufriedenden Nestbautriebes.

  • lazarus09 - 10. Februar 2012

    Tourist

    ….selbstzufriedener Nestbautrieb ist wie das Tor zur Armut öffnen ..

    • Tourist - 10. Februar 2012

      Moin, für die, die nichts erben..JA^^

      Das kann gut gehen, muss aber nett.

      Und wenn du dann noch in Griechenland oder in den anderen PIS Staaten lebst….pffffffffff…..Hab Verwandte in Spanien, auch sogenannte gesattelte Mittelschichter, …Die Stimmung ist in deren Umfeld schon eher, nun ja ..gedämpft, ums mal ebenerdig zu sagen! Also son rezessiven britischen Mittelschichtskonsumrausch pflegen die zur Zeit…….weniger!

      • Lazarus09 - 10. Februar 2012

        Tourist

        Den britischen Mittelschichtskonsumrausch pflegt man auch hier Vorort nicht mehr ;-) .. Ich darf Umsatzrückgang beklagen und in meinem Umfeld sieht das nicht besser aus .. Metzger,Zimmermann,Maler ..
        Ok wie flo sagt haben wir (Ich) haben unsere Kinder groß und nicht wenige in meinem Fall aber das war alles zu besseren Zeiten ..und davon leben wir heute,von altem Geld. Keiner meiner Söhne könnte mein Leben “nachleben” ..

        …..vielleicht werkelt flo im Alternativlosen Finanzsektor ;-)

        666

  • Historiker - 10. Februar 2012

    Die Ossis brauchen sich doch nur anschauen was mit der Industrie der DDR nach der “Wende” passiert ist. Degardierung zur Kolonie war ds Resultat. Soll mir keiner erzählen das Berlin das in Griechenland nicht ebenso will.

    • Lazarus09 - 10. Februar 2012

      Yep .. per Gesetz zum Niedriglohnsektor gemacht …!

      Blühende Landschaften des Helmut ” Bimbes” Kohl ..!

    • Russe - 10. Februar 2012

      Soll mir keiner erzählen das Berlin das in Griechenland nicht ebenso will.
      __

      Das wird auch so sein, aber davor stribt die Hälfte der Bevölkerung aus.

  • Historiker - 10. Februar 2012

    “….. Die kaufen Wohnungen, bauen Häuser, fliegen auf die Malediven, nach Thailand. Haben alle zwei Autos vor der Tür etc…”

    Ja mei, wir sind doch nicht mehr 2007. Da hat solche Propaganda noch gefruchtet….

  • Historiker - 10. Februar 2012

    “Das wird auch so sein, aber davor stribt die Hälfte der Bevölkerung aus.”

    Kennt man ja. Zudem sind das noch billigere Arbeitskräfte als die Ossis. Gibt ja nun in der BRD wieder Tagelöhner aus Bulgarien, Rumänien, Ungarn. Können sich die Griechen einreihen……

  • Frankenfurter - 10. Februar 2012

    Kann mir mal jemand erklären, wie Gr. vor der Krise (2009) ein
    höheres Prokopfeinkommen (29.8 Tausend Dollar /Jahr ) hatte wie Südkorea ( 17. Tausend Dollar/ Jahr ) und etwas weniger als Deutschland mit 34 Tausend Dollar im Jahr 2009, laut Wikipädia?
    Und das bei einem Anteil des verarbeitenden Gewerbes von etwa 10% an der Wertschöpfung. Das passt(e) etwas so gar nicht zusammen.

    • lazarus09 - 10. Februar 2012

      Kann mir mal jemand erklären

      Goldman-Sucks sollte da der richtige Ansprechpartner sein ;-)

    • Tourist - 10. Februar 2012

      Möglicherweise hat die Oberschicht doppelt, dreifach und x fach verdient! ist ja nen Durchschnittswert. Und Wikipedia, ich würde die Angaben nochmal selber kontrollieren^^. Also ich mag Wiki, keine frage! :)

  • Christian - 10. Februar 2012

    “Deutschland macht alles richtig, und die Griechen sind nur neidisch”

    http://www.youtube.com/watch?v=1St6Ap4jX-U

    Ich glaub ich geh mal kotzen…

    • Lazarus09 - 10. Februar 2012

      Da kommt einem ja der Kaffee hoch ….

    • dank - 11. Februar 2012

      Fantstisch “…wenn die Politik mitspielt.. …dann bekommen wir gut Zahlen, die die Wirtschaft nach oben treiben wird…” usw etc pp

      Hört sich irgendwie trotzdem (also trotz der Zahlenlage) verzweifelt an dieser Optimismus des Vermögensberaters und -verwalters.

      Die Phrasenkasse auf dem Tresen sollte nach diesem Beitrag mindestens die Schulden von GR glatt stellen können.

  • onepiece - 11. Februar 2012

    “Nur so als Bsp., was noch alles ablaufen wird.

    Greek Doctors Battle Superbug Amid Crisis.
    http://www.bloomberg.com/news/2012-02-09/greek-doctors-battle-hospital-superbug.html

    Diese Entwicklung hat nicht wirklich mit der Kriese zutun. Dies ist eher einer relativ lockeren Politik der medizinischen Versorgung in Gr. (und den meisten anderen südlichen Ländern) geschuldte. Grundlage des Problems ist die dort FREIE VERFÜGBARKEIT von Antibiotika für die Bevölkerung OHNE VERSCHREIBUNGSPFLICHT! Die sehr restriktive Handhabe hier in den “Nordländern” hat dies bisher einigesmaßen in Schach gehalten, jedoch wird es – nicht zuletzt durch Tourismus – immer mehr zum Problem. Griechenland dürfte da in den nächsten Jahre RIESIGES Ungemacht drohen, egal, ob Krise oder nicht…

    Zum Artikel: Die einzige Hoffnung ist, dass die EU auseinanderfliegt. Schon traurig, dacht ich doch damals bei der Schaffung, dass es gar einen guten Gang nehmen könnte… Wer hätte gedacht, dass Menschen so hirnlos oder korrupt sein können…

  • Frankenfurter - 11. Februar 2012

    “Noch ist die Welt nicht bereit, von der Droge »Wachstum« zu lassen. Aber die Diskussion über das Ende der Maßlosigkeit nimmt an Fahrt auf. Der Umweltökonom Niko Paech liefert dazu die passende Streitschrift, die ein »grünes« Wachstum als Mythos entlarvt. Nach einer vollen Arbeitswoche möchte man sich auch mal etwas gönnen: ein neues Auto, ein iPad, einen Flachbildfernseher. Ruckzuck steckt man im Teufelskreis aus Konsumwunsch und Zeitmangel. Und nicht nur das: der stete Ruf nach »mehr« lässt Rohstoffe schwinden und treibt die Umweltzerstörung voran. Dabei gelten »grünes« Wirtschaftswachstum und »nachhaltiger« Konsum als neuer Königsweg. Doch den feinen Unterschied – hier »gutes«, dort »schlechtes« Wachstum – hält Niko Paech für Augenwischerei. In seinem Gegenentwurf, der Postwachstumsökonomie, fordert er industrielle Wertschöpfungsprozesse einzuschränken und lokale Selbstversorgungsmuster zu stärken. Das von Paech skizzierte Wirtschaften wäre genu¨gsamer, aber auch stabiler und ökologisch verträglicher. Und es würde viele Menschen entlasten, denen im Hamsterrad der materiellen Selbstverwirklichung schon ganz schwindelig wird.”
    Die Streitschrift des Umweltökonomen erscheint demnächst. Man beachte die Literaturhinweise von Amazon zu diesem Buch. Irgendwie clever das Programm, oder?.
    http://www.amazon.de/Befreiung-vom-%C3%9Cberfluss-Auf-Postwachstums%C3%B6konomie/dp/3865811817

    • Querschuss - 11. Februar 2012

      Hallo Frankenfurter,
      ich bin auch für regionalere Wirtschaftskreisläufe, weniger Transport und ein Zurückdrehen der Globalisierung auf ein gesundes Maß, nur gerade im Kontext zu Griechenland, mit -32,01% bei der Industrieproduktion, in einer schweren Depression befindlich, mit “von der Droge »Wachstum« zu lassen” zu kommen, finde ich etwas daneben. Das Problem Griechenlands ist bestimmt nicht die Droge Wachstum der Realwirtschaft. Wenn was wuchs, waren es Schuldtitel und Finanztitel, nicht gedeckt durch Leistungskraft und die ab einem gewissen Niveau sogar repressiv auf die Realwirtschaft wirkten. Das typische Kennzeichen für einen degenerierten Finanzkapitalismus, siehe diese Grafik, die es treffend auf den Punkt bringt:
      http://www.querschuesse.de/peak-kredit-peak-ol-und-peak-mensch/1a-1201/

      Gruß Steffen

  • Frankenfurter - 11. Februar 2012

    Hi Steffen, ich habe mich natürlich auch gefragt, ob ich meinen Literaturtipp ausgerechnet an dieser Stelle unterbringen soll. Griechenland steht vor einem Neuanfang. Für die Griechen stellt sich aber mMn die selbe Frage wie für alle anderen Nationen auch: Welches Wachstum wollen wir eigentlich haben? Und: Brauchen wir diesen neoliberalen Wachstumszwang?

    Das was Niko Paech fordert “lokale Selbstversorgungsmuster zu stärken” probieren manche Hellenen in der Not gerade aus. Arbeitszeit-Tauschbörsen sind entstanden, es gibt 40.000 neue Biobauern seit Krisenanfang. Zivilgesellschaftliche Arbeitsorganisationen sollten mMn viel stärker verbreitet werden nicht nur in Griechenland. Wir beklagen uns, dass ein deutscher Schreiner sich keinen deutschen Klempner leisten kann und umgekehrt. Dafür reichen ihre Einkünfte nicht. Ist das zum großen Teil nicht auch ein Ausdruck für mangelnde Kommunikation/Organisation? Natürlich braucht es auch sinnvolle neue Arbeitsplätze für die Griechen von denen sie Miete und Brötchen bezahlen können. Größere und effektivere Produktionseinheiten als die heutigen (Das.Gewerbe der Hellelen ist sehr kleinteilig, Betriebsgrößen sind klein) mag ein Weg aus der Krise weisen. Aber auch die Lohnhöhe muss wohl noch ein Stückchen runter. Dann investieren womöglich die Griechen wieder im eigenen Land statt in Bulgarien und Rumänien……