Griechische Inlandsaufträge der Industrie mit -17,1%

von am 20. August 2011 in Allgemein

Das griechische Statistikamt ELSTAT gab am Freitag die Daten zum Auftragseingang der Industrie für den Monat Juni 2011 bekannt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank der unbereinigte gesamte Auftragseingang um -5,5%. Die unbereinigten Inlandsaufträge brachen selbst auf niedrigem Niveau um unglaubliche -17,1% zum Vorjahresmonat ein. Einzig die unbereinigten Auslandsaufträge, mit +8,6% zum Vorjahresmonat, konnten das realwirtschaftliche Desaster in Griechenland wenigstens etwas überdecken.

Im Chart der saisonbereinigte gesamte Auftragseingang der griechischen Industrie von Januar 2000 bis Juni 2011 laut Eurostat. Im Juni 2011 sank der saisonbereinigte Auftragseingang um -1,4% zum Vormonat auf 85,83 Indexpunkte. Zum Hoch im Juni 2008 sank der gesamte Auftragseingang bis Juni 2011 um -32,32%!

Im Chart die saisonbereinigten Inlandsaufträge der griechischen Industrie von Januar 2000 bis Juni 2011. Im Juni 2011 sanken die saisonbereinigten Inlandsaufträge um -4,8% zum Vormonat auf 66,21 Indexpunkte. Zum Hoch im Juni 2008 betrug der Einbruch bis Juni 2011 satte -44,41%!

Dieser brachiale Einbruch der saisonbereinigten Inlandsaufträge der griechischen Industrie mit -4,8% zum Vormonat und von unbereinigten -17,1% zum Vorjahresmonat, ist ein Beleg für die völlig verfehlte Strategie der Troika (EU, IWF und EZB). Statt Wertschöpfung, Jobs und Einkommen generierte man mit Austeritätsmaßnahmen nach dem Gießkannenprinzip eine beispiellose Kontraktion der Binnennachfrage und eine Rezession die von der Dimension einer Depression entspricht. Die Totengräber der Troika und deren eingesetzten untauglichen Mittel, erhöhen Monat für Monat die Gefahr einer unkontrollierten Pleite Griechenlands! Im 1. Halbjahr 2011 sank das reale BIP um -7,52% zum Vorjahreszeitraum (Q1 2011: -8,1% und Q2 2011: -6,9%).

Auch die breit gefasste Industrieproduktion (Bergbau, Energie- und Wasserversorgung und das Verarbeitende Gewerbe) war im Juni 2011 laut ELSTAT um kräftige unbereinigte -13,1% zum Vorjahresmonat gesunken.

Der saisonbereinigte Output der breit gefassten griechischen Industrie von Januar 1995 bis Juni 2011 im Chart, laut den Daten von Eurostat. Der saisonbereinigte Industrieproduktionsindex fiel im Juni 2011 um weitere -2,2% zum Vormonat auf 74,02 Indexpunkte und damit lag der Output der breit gefassten griechischen Industrie um -29,54% unter dem letzten Hoch von Januar 2007. Noch gravierender, der Output lag auf dem tiefsten Stand seit Beginn der Datenreihe im Januar 1995.

Die Entwicklung des Outputs der Energieversorger in Griechenland seit Januar 2000 bis Juni 2011 (Jahr 2000=100) im Chart. Im Juni 2011 brach die Energieerzeugung um kräftige -15,7%  zum Vorjahresmonat ein und dies steht klar und eindeutig für eine brutale Kontraktion der wirtschaftlichen Aktivität. Zum Hoch im Juni 2008 brach die Energieerzeugung bis Juni 2011 um -30,39% ein!

Bereits im Vorfeld der Währungsunion unterlag die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Griechenlands, insbesondere die der Industrie, einer außerordentlichen Schwäche. Unter dem Euro und noch mal beschleunigt durch die Sparmaßnahmen seit Mai 2010, kam es selbst von einem niedrigen Niveau aus, zu einer beschleunigten Talfahrt, die der Strategie der “Griechenland-Rettung” jegliche Kompetenz abspricht!

Per Saldo war der Niedergang Griechenlands der Brandbeschleuniger für die anderen Südperipherie-Staaten.

Quelle Daten: Statistics.gr/Pressemitteilung PDF: Auftragseingang der Industrie Juni 2011, Eurostat.ec.europa.eu/Datenbank

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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