Griechisches Endgame mit Ansage

von am 25. August 2011 in Allgemein

Wie die griechische Finanzzeitung “Imerisia” berichtete, hat die griechische Notenbank die Notkreditlinie (Emergency Liquidity Assistance, ELA) aktiviert. Alle griechischen Banken haben zugesagt teilzunehmen, um an Liquidität zu kommen, berichtete Imerisia ohne Angabe von Quellen. Die Zentralbank in Athen und auch die Europäische Zentralbank (EZB) wollten den Bericht nicht kommentieren.

Sehr wahrscheinlich ist das gesamte griechische Bankensystem längst bankrott und die Wenigsten sind sich der akuten Lage bewusst. Das Desaster der Banken ist Folge immenser angehäufter fauler Kredite und des Abzuges von Einlagen der Sparer. Sieht man sich die Kurse der Bankaktien an, wird deutlich welche Abwärtsdynamik entstanden ist:

Die Entwicklung des Aktienkurses der griechischen TT Hellenic Postbank seit Juni 2006 im Dailychart. Heute sank die Aktie im Schlusskurs um weitere -6,6% zum Vortag, nach -9,7% gestern,  auf 1,13 Euro. Allein seit Ende Juli 2011 hat die Aktie -54,4% verloren, zum Vorjahr sogar -74,3%.

Auch die größte griechische Geschäftsbank hat einen desaströsen Kursverlauf:

Die Entwicklung des Aktienkurses der National Bank of Greece S.A. seit Januar 2000 im Dailychart. Heute sank die Aktie im Schlusskurs um weitere -4,75% zum Vortag auf nur noch 3,01 Euro. Allein seit Ende Juli 2011 hat die Aktie -36,4% verloren, zum Vorjahr sogar -69,1%.

Im FTSE ATHEX Banks Index sind die 9 größten griechischen Banken gelistet:

Die Aktienkurse der griechischen 9 größten Banken, die prozentuale Veränderung zum Vortag und die Marktkapitalisierung in Euro in der aktuellen Tabelle von heute.

Der FTSE ATHEX Banks Index sank heute um weitere -4,17% auf nur noch 551,67 Indexpunkte. Seit Ende Juli 2011 hat der Bankenindex -35,13% verloren und zum Vorjahr -66,73%! Beim letzten Hoch am 06.11.2007 notierte der Index bei 7’758,07 Punkte, ein Einbruch von unglaublichen -92,9%:

Die Entwicklung des FTSE ATHEX Banks seit Januar 2006 im Chart.

Die Marktkapitalisierung der 9 größten griechischen Banken im FTSE ATHEX Banks Index, betrug heute nur noch 7,099 Mrd. Euro, beim letzten Hoch am 06.11.2007 lag die Marktkapitalisierung noch bei 99,83 Mrd. Euro! Die aktuelle Marktkapitalisierung im Einzelnen, die National Bank of Greece S.A. (ETE): 2,878 Mrd. Euro, Alpha Bank A.E. (ALPHA): 1,069 Mrd. Euro, Bank of Cyprus Public Company LTD (BOC): 1,034 Mrd. Euro, EFG Eurobank Ergasias S.A. (EUROB): 0,763 Mrd. Euro, Piraeus Bank S.A. (TPEIR): 0,686 Mrd. Euro, Marfin Popular Bank Public Co LDT (MARFB): 0,467 Mrd. Euro, TT Hellenic Postbank S.A. (TT): 0,161 Mrd. Euro, Attica Bank S.A. (TATT): 0,024 Mrd. Euro, Proton Bank S.A. (PRO): 0,018 Mrd. Euro.

Ob Realwirtschaft oder Bankensystem, Griechenland liegt am Boden und die Austeritätsmaßnahmen der Troika haben die Exekution vollendet. Auch heute zogen die Renditen der griechischen Staatsanleihen weiter an:

Die Entwicklung der Rendite 2-jähriger griechischer Staatsanleihen seit Januar 2002 im Dailychart. Heute klettert die Rendite der 2-jährigen Staatsanleihe per Schlusskurs auf unglaubliche 45,884%, ein neues Allzeithoch.

Die Entwicklung der Rendite 10-jähriger griechischer Staatsanleihen seit April 1998 im Dailychart. Heute klettert die Rendite der 10-jährigen Staatsanleihe per Schlusskurs auf 18,278%, ein neues Allzeithoch.

Auch die CDS-Versicherungsprämien auf griechische Staatsschulden ziehen wieder an:

Die Versicherungsprämien für Protection Buyer von Credit Default Swaps (CDS) auf griechische Staatsschulden mit 5-jähriger Laufzeit in Basispunkten. Die Basispunkte der Versicherungsprämie pro Jahr, um ein Volumen von 10 Millionen Dollar am OTC-Derivatemarkt zu versichern. Heute lag die Prämie bei 2,297243 Basispunkten.

Weiterhin bleibt es ein Rätsel, wie bei diesen Zuständen die Währungsunion noch glorifiziert werden kann, obwohl die Griechen ja nur die Spitze des Eisbergs sind, denn genaugenommen sieht es in Portugal, Spanien und Italien nicht so viel besser aus und auch Frankreich mit seinem Staats- und Leistungsbilanzdefizit kann eigentlich keinen wirklichen Beitrag zur Stabilisierung der Eurozone leisten, sondern ist ein potentieller Krisenbeschleunigungsherd, wenn das AAA-Rating abhandenkommt. Diese desaströse Lage herrscht bereits jetzt, obwohl eine Schrumpfung der Wirtschaft europaweit noch bevorsteht und dies die Situation nochmals deutlich zuspitzen wird und damit die bisherige Strategie zur Rettung des Euro als Scharlatanerie entlarven wird.

Sehr “beeindruckend” bleibt, wie weit in Deutschland die Alternativlosigkeit ausgeprägt ist, die Bundeskanzlerin sicher als ein Bollwerk der Austeriät, aber wenigstens noch mit Zögern bei den Eurobonds, wird vom Parteienspektrum der Opposition im Bundestag auch noch überflügelt, die unisono unverantwortlich nach Eurobonds rufen und damit den Maximalschaden auch für Deutschland fordern. Die unterschiedliche Leistungkraft der Volkswirtschaften in der Eurozone, die Fehlentwicklungen im Banken- und Finanzsektor und die angehäuften faulen Kredite im System, inkl. bei der EZB, sind  einfach zu groß, um noch bewältigt und in einem weiteren Zeitgewinn abgetragen werden zu können. Jetzt gilt es unverzüglich Schäden zu begrenzen und eine koordinierte Ausstiegstrategie zu entwickeln!

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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21 KommentareKommentieren

  • Ert - 26. August 2011

    Danke für diese Zusammenfassung.

    Mir ist nicht klar wie lange das Spiel noch so weitergehen kann – bzw. wie es überhaupt so lange gehen konnt, wo doch die zukünftige Perspektive klar ist.

    Am 7.9 spricht zudem das BVerfG das Urteil zur Klage von Hankel, Starbatty und Sachtschneider. Kohl greift Merkel an, die EZB kauft inzwischen alles an, etc. pp. Ich denke da liegt nichts gutes in der Luft. Die nächsten 2-3 Wochen könnten ungemütlichbzw. entscheident werden.

  • Marcito - 26. August 2011

    Wow!!!

    Klar und präzise zusammengefasst!
    Ich habe den Artikel einem systemhörigen Kollegen gezeigt und selbst er war zum 1. Mal überzeugt. Auch hierfür danke Steffen.

    Bald ist es vorbei!

  • Marcito - 26. August 2011

    P.s.: Deutschland wird sein aaa Rating auch noch verlieren

    http://www.washingtonpost.com/business/is-a-downgrade-of-germanys-credit-rating-next/2011/08/24/gIQAXifYbJ_story.html

  • M.E. - 26. August 2011

    Das ist alles erst die Ouvertüre. Der Zusammenbruch des griechischen Bankensektors deutet an, was dem internationalen Bankensystem bevorsteht.
    Das Trugbild des Finanzsystems wird sich auflösen. Und alle werden sich verblüfft fragen, wie sie so lange darauf reinfallen konnten und warum sie nicht erkannt haben, wie grenzenlos überdehnt und irreal das ganze System war.

  • M.E. - 26. August 2011

    Und alle irritierten Finanzmarkthansel starren wie gebannt nach Jackson Hole, ob der Oberguru noch einmal ein Kaninchen aus dem Zylinder zaubert.

    http://www.deraktionaer.de/aktien-deutschland/maerkte-hoffen-auf-helikopter-ben-17050369.htm

    Hey, das gibt ein Schlachtefest zum Wochenausklang, wenn der Guru nichts zaubert.
    Und wenn er zaubert, ist für 2 oder 3 Tage Party angesagt, bevor sich die Erkenntnis durchsetzt, dass das dritte Kaninchen noch weniger Punkte bringt, als die ersten beiden. Weil sich der Grenznutzen von Zauberkaninchen ständig weiter nach unten verschiebt.

  • M.E. - 26. August 2011

    Hier noch ein besserer Link zu Jackson Hole, von Roland Gehrt von BANK-ROTT

    http://www.rottmeyer.de/jackson-hole-und-die-zauberlehrlinge/

  • Canpichurri - 26. August 2011

    Danke Steffen für die gute Aufarbeitung der Daten. Ich werde demnächst mal etwas auf Dein Konto überweisen. Diese klare Darstellung verdient belohnt zu werden – da kann man sich die übliche Presse sparen.

    BUMM ! Das globale Finanzsystem zerfällt wie das Regime von Gaddafi in atemberaubenden Tempo. Diese Geschwindigkeit habe ich total unterschätzt.
    Neues aus Spanien: In der Region Castilla-La Mancha (südlich von Madrid) drohen die Apotheken in einen 2 Monatigen (!) Ausstand zu treten, weil Rechnungen für Medikamente auf Rezepte i.H.v. ca. 2,5 Mrd Euro seitens des Gesundheitsministeriums noch nicht bezahlt wurden. Es reissen täglich neue Löcher auf, die das gesamte System immer näher an den Zusammenbruch bringen. Parallelen zu den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts sind unverkennbar. Wio wir dann endeten weiss jeder.

  • Duke van Hudde - 26. August 2011

    Ich hätte noch eine Frage zu dem Text.Was bedeutet die Notkreditlinie den genau.Das hört sich halt an als das man einen irgendwie gearteten Notfall festgestellt hat und ohne diesen dürfte man dne Banken keine Kredite mehr geben.Aber das muss es natürlich nicht sein.

    Würde mich sehr freuen da nochmal etwas genaue Informationen zu bekommen.Wie gesagt was uahc immer das bedeutet kann es wirklich das endspiel sein und es wird schwer das ganze noch 1-5 Jahre kochen zu lassen.

    Gruss

  • Paul Panther - 26. August 2011

    M.E.

    “Das Trugbild des Finanzsystems wird sich auflösen. Und alle werden sich verblüfft fragen, wie sie so lange darauf reinfallen konnten und warum sie nicht erkannt haben, wie grenzenlos überdehnt und irreal das ganze System war.”

    Du bist einfach ein grenzenloser Optimist :)

    Meiner Meinung nach werden sich nur einige verblüfft fragen, wie sie darauf reinfallen konnten.
    Die Mehrzahl wird versuchen die Sündenböcke , die ihnen vorgesetzt werden und die sie sich selber zusammensuchen, für alles verantwortlich zu machen.
    Sie werden dem alten Wohlstand hinterherweinen und alles versuchen, die gute alte Zeit wieder zu bekommen.
    Dafür werden sie wie immer die Realität verdrängen und so tun, als könnte man bis in alle Ewigkeit so leben wie wir es tun.
    Und selbst wenn der liebe Gott vor ihnen stehen würde und sie ermahnen, würden sie ihn ignorieren und versuchen ihren Schwachsinn weiterzutreiben.

  • bauagent - 26. August 2011

    ….”Sehr “beeindruckend” bleibt, wie weit in Deutschland die Alternativlosigkeit ausgeprägt ist, die Bundeskanzlerin sicher als ein Bollwerk der Austeriät, aber wenigstens noch mit Zögern bei den Eurobonds, wird vom Parteienspektrum der Opposition im Bundestag auch noch überflügelt, die unisono unverantwortlich nach Eurobonds rufen und damit den Maximalschaden auch für Deutschland fordern…….”.

    Man darf nicht vergessen, dass Politiker, die eine in allen Parteien gleichartige Schule durchlaufen haben nur dann in den Bundestag kommen, wenn sie sich systemkonform verhalten. Wer das nicht macht, hat seit eh und je nur die Wahl die Politik zu verlassen.

    Dass das Thema Staatsverschuldung kein Thema der letzten Jahre ist kann der Interessierte einmal nachlesen, wenn er sich mit Prof.Karl Schiller und seinem Rücktritt als sogennanter Superminister ( Finanzen und Wirtschaft als ein Resort ) unter Willy Brandt beschäftigt. Nachdem die Brandt – Connection 1971 eine für damals knackige ( für heutige Verhältnisse lächerliche ) Neuverschukldung durchsetzte trat er mit dem Hinweis, dass er für eine Verschuldugnsspirale nicht zur Verfügung stünde zurück. Die Argumentation war die gleiche, wie sie heute von systemunabhängigen Wissenschaftlern in Bezug auf die aktuelle Problematik verwendet wird.

    In den Folgejahren wurden die Fachleute in in die Ebene der Staatssekretäre verbannt. Dadurch ergab sich der Trend hin zum heutigen Beamten als Politiker, der politische Ziele auch über jede Vernunft durchsetzen will.

    Die o.e. Alternativlosigkeit ist also ein Produkt aus alles überdeckender politischer Vision in Verbindung mit mangelndem Fachwissen.

    Ein solches Finanzsystem, wenn es denn ein französicher Präsident oder eine deutsche Bundeskanzlerin verstehen würden, läßt gar keinen Spielraum mehr für politische Visionen.

    Man hat einfach die letzte Chance verpasst ( verpassen wollen ? ) in 2006 den Stecker zu ziehen.

    Oder, wie einmal einer meiner Lehrer sagte: Einem sich selbst säugenden System kann man nicht beikommen, in den man ihm etwas Futter abnimmt, es säugt sich ja selbst. Hier hilft nur der Entzug der Lebensgrundlage.

    Die Entwicklung Griechenlands zeigt überdeutlich an, was jetzt dem gesamten System bevorsteht.
    Die Frage ist nur ob es auf Raten oder mit einem Knall passiert.

  • marc - 26. August 2011

    Hallo Steffen

    als treuer Leser deines exellenten Blogs wuerde mich sehr die Lage des naechsten EU Beitrittlandes naemlich Kroatien sehr interessieren, viele bezeichnen Kroatien als das 2te Griechenland da hier auch das meiste mit dem Pumpsystem generiert wurde.

    Wie schaetzt du die Lage des letzten EU Beitrittslands Kroatien ein? Ist hier ein 2tes Griecheland vor der Toren EUs?

  • El-Akeem - 26. August 2011

    Sind die Schulden wirklich das Kernproblem? Problematisch sind die doch erst geworden, weil man die Eliten (-> Superreichen) nicht (mehr) angemessen zur Finanzierung der Staatsausgaben heranzieht, und sogar ihre Verluste im Rahmen der Bankenrettungen übernommen hat. Bitte nicht verdrängen, Ohne staatliche Verschuldungsmöglichkeit wäre der Wohlstand für alle in der westlichen Welt heute deutlich niedriger. Die Hauptlösung der Krise wäre das Abschöpfen falsch allozierten Kapitals, sprich der ganzen nicht produktiv investierten Kohle, auf der das globale Finanzcasino basiert.

  • Hanky Panky - 26. August 2011

    Beitrag zu @bauagent – 26. August 2011

    Ich kann mich noch vage daran erinnern, dass eine SPD/FDP-Koalition um 1982/83 ein ACHTUNG 4 Milliarden-Konjunkturprogramm – natürlich auf Kredit – auf den Weg gebracht hat. Eine darart hohe Schuldenaufnahme auf einen Schlag war damals politisch höchst umstritten. Daran ist dann die Koalition zu Bruch gegangen. 4 Milliarden! Damit kann man heute noch nicht mal eine griechische Kreissparkasse raushauen!

    Interessant auch, wie hoch die Schätzungen von UN-Funktionären für Hilfsleistungen an Somalia etc. sind: 1 Milliarde $. Nicht dass ich es ihnen nicht gönne, aber bisher reichten eigentlich immer ein paar Millionen.

    Die Beträge werden immer höher. Es scheint wirklich nur noch eine Frage der Zeit, bis ein Laib Brot mal wieder eine Trillion (bei diesen Summen spielt die Währungseinheit keine Rolle mehr) kostet.

  • willi - 26. August 2011

    “Man hat einfach die letzte Chance verpasst ( verpassen wollen ? ) in 2006 den Stecker zu ziehen.” Das ist eine interessante Frage und lädt zu einer schönen Verschwörungstheorie ein.

    Die geht etwa so:
    Die Freude über das Ende der DM war in Deutschland ja nicht überall vorhanden und während die politischen Visionäre nach ganz benommen waren, weil der “Mantel der Geschichte” sie streifte, dachte man vielleicht an anderer Stelle schon weiter und sagte sich -Ok, wenn wir es schon nicht verhindern können, sollten wir das Beste daraus machen.
    Was dann folgte war im Prinzip eine haltlose Verschuldungsorgie, die dem Exportweltmeister und den Banken nur Recht sein konnte. Es werden riesige Summen in die Entwicklung rückständiger Länder gesteckt um z.B Straßen zu bauen. Der immer größer werdende EU-Markt wird mit seinen Handelsbarrieren nach außen zum großes Biotop für die Exportnation. Darin, nachhaltig funktionierende Volkswirtschaften aufzubauen sind wir ja noch schlechter als beim Aufbau funktionierender Demokratien. Eigentlich absehbar, dass das Kredit-Kartenhaus nach einer Weile ins Wanken kommt, sobald jemand die Frage aufwirft, ob die erreichte Produktivität der Schwachländer für den Schuldendienst langfristig ausreicht. Die Daten lagen ja vor und dass gemogelt wurde, um die Illusion von der Einhaltung der Stabilitätskriterien -ob sinnig oder nicht sei mal egal- aufrecht zu erhalten, war spätestens 2003 auch bekannt.
    Was wäre wenn in deutschen Hinterzimmern die überlebenden Euroskeptiker längst an einem Austiegsszenario strickten und das wiederholte Zaudern Merkels bei den Rettungszusagen weniger mit Ahnungslosigkeit in Bezug auf das Funktionieren der Finanzmärkte zu tun hat, als mit dem Versuch, die EU in der jetzigen Form platzen zu lassen, weil es nichts mehr zu verdienen, sondern nur noch zu bezahlen gibt in einem Projekt namens EU, das mittlerweile vielen Bürgern ohnehin verhasst ist, weil für sie eine freischwebende Megabürokratie ohne Bezug zum Leben der Menschen geworden ist.

    Wenn man mal den ganzen feierlichen Kram beiseite lässt und sich vor Augen führt, dass man es trotzdem immer noch mit Nationalstaaten zu tun hat, die in kapitalistischer Konkurrenz gegeneinander versuchen, das Bestmögliche für sich raus zu holen, ist das Szenario vielleicht nicht vollständig abwegig. Der Profit ist gemacht und nun gilt es wie immer die Folgekosten zu sozialisieren -höchste Zeit, sich zu verabschieden.

  • tarzun - 26. August 2011

    @Willi:
    …immer noch mit Nationalstaaten zu tun hat, die in kapitalistischer Konkurrenz gegeneinander versuchen…

    Und genau darin liegt aber auch die Gefahr: Das eben mehr als die EU auf dem Spiel steht.
    Nationalstaaten in Konkurrenz bedeutet nicht unbedingt friedliches Kongurieren.

    Bin und war kein Anhänger der Real – EU. Zu unglücklich ist diese seltsame Mischung
    aus Nationalstaaten und (undemokratischer-) Uniun.

    Aber aus einem geordnetm Spiel unkontrolliert aussteigen, das ist ein wahres
    Abenteuer.

    Als mahnendes Beispiel sollten und dürfen wir nicht vergessen, was es bedeutet
    nicht für ein europäisches Miteinander zu stehen.

    Meine Großeltern habe mir einige Anekdoten erzählt und ehrlich,
    dass waren keine Gute-Nacht-Märchen sondern Bilder von der
    Unmenschlichkeit in Kriegssituation.

    Das Grauen sitzt oft in der unmittelbareb Nachbarschaft und wird vom Elend genährt.

    Auswege?

    Eine Eu-weite Bewegung, die sozialen Fragen den gleichen Stellenwert wie finanziellen Fragen
    einräumt.

    LG,

    tarzun

  • Querschuss - 26. August 2011

    Hallo Duke van Hudde,
    die Emergency Liquidity Assistance, ELA ist eine Notkreditlinie mit der nationale Notenbanken der Eurozone separat auf Liquiditätsschocks mit Krediten an Geschäftsbanken reagieren können. Bei ELA werden Sicherheiten (Schrott) akzeptiert, welche in der Theorie die EZB nicht akzeptieren kann. Aber wir wissen ja aus der Bad Bank EZB ist ein Bad bad Bank geworden. Ich habe eine ungefähre Vorstellung davon was die griechische Zentralbank als Sicherheit akzeptiert…..alles!

    Gruß Steffen

  • henne - 26. August 2011

    Zweite Revision

    US-Wirtschaft wächst im zweiten Quartal nur um 1,0 Prozent.
    Die meinten bestimmt 0,1 Prozent. Mal schaun wie die WallStreet das zur Kenntnis nimmt.

  • Hans Kolpak - 27. August 2011

    Zins als Preis und Zinseszins als Faß ohne Boden

    Ich staune immer wieder, mit welcher Leichtigkeit der Unterschied zwischen dem Zins und dem Zinseszins übergangen wird. Viele Menschen kriegen das nicht einmal mit, andere verschleiern es bewußt. Dabei ließen sich einfache, für Schulkinder durchschaubare, Zinsrechnungen etablieren. Aber das ist von derzeitigen Eliten nicht erwünscht. Ich werde nicht müde, die Exponentialfunktion des Zinseszinses immer wieder zu thematisieren.

    Inflation, Zinseszins und überbordende Bürokratien sind schleichende Prozesse in einem schuldenbasierten Geldsystem, das kaum durch Arbeitskraft, geistige und materielle Güter getragen ist.

    Wir brauchen keine staatlichen Monopolwährungen. All die Probleme sind hausgemacht. Die Wirtschaftstheorien sind die Lügen, die die Ausbeutung der Völker durch Zinseszins verschleiern.
    Der Zins ist ein Preis. Der Zinseszins kann nicht erwirtschaftet werden. Er führt zur Enteignung der Ausgebeuteten.
    Existieren konkurrierende Währungen innerhalb von Staaten, dann regelt der Markt die Geldflüsse. Wir brauchen keine sozialistische Planwirtschaft auf Kosten der Steuerzahler.
    Es werden innerhalb von EU-Mitgliedern konkurrierende Währungen zugelassen, die alle ohne staatliche Geldmengensteuerung bleiben.
    Zinseszinsen werden gesetzlich unterbunden. Zinsen als Preise auf Jahresbasis sind zugelassen.
    Wer Kredite vergeben hat oder noch Schulden tilgen muß, muß eigenverantwortlich haften. Alle Verträge werden per Gesetz von Zinseszins auf Zins umgestellt. Eine Sozialisierung von Verlusten scheidet aus. Das Leben ist hart, aber der deutsche Michel ist ziemlich stinkig, weil man ihn jahrzehntelang zugunsten ausgewählter Eliten übervorteilt hat.

  • KKS - 27. August 2011

    Besten Dank für den Beitrag!

    Wir sehen das ähnlich:

    Die Euro-Krise vor der finalen Eskalation
    http://www.kaufkraftschutz.de/die-euro-krise-vor-der-finalen-eskalation/329

    Für Deutschland wäre eine Rückkehr zur DM unseres Erachtens der falsche Weg. Eher ist zu prüfen, den Euro-Raum zu teilen oder einzelne Länder wie z.B. Griechenland wieder auszuschließen, damit sie sich mit einer eigenen schwächeren Währung auf ein angemessenes Niveau anpassen können.

  • khaproperty - 27. August 2011

    Die bei der EZB (man könnte sagen. treuhänderisch) geführten Target-Salden der nationalen Notenbanken weisen, per 3/11, 314 Mrd. Euro zu Lasten der PIIGS-Notenbanken aus, dabei an vorderer Stelle GR.
    Die bei den nationalen Notenbanken auflaufenden Verbindlichkeiten der nationalen Banken sind letztlich kaum einzuschränken, da alles an Sicherheit akzeptiert wird.

    So geht die Verschuldung der Unternehmen, ihrer kreditgebenden Banken und der refinanzierenden Notenbanken immer schön weiter – auf zunehmende Kosten der EZB-Hafter, Deutschland mit 33%.

    Das sind im Prinzip schon “Euro-Bonds” – bloß ohne die dafür vorgesehene gesamtschuldnerische Haftung, eine weitere vom Markt geforderte Verschärfung zu Lasten der “Wohlhabenden”, das ist vor allem Deutschland, welches am Ende zu 100% haftet. Die Gläubiger können sich dabei frei aussuchen, wen sie bluten lassen wollen, wenn etwa PIIGS nicht zahlen können oder wollen – wen wohl?

  • Michael Bernhard - 30. August 2011

    @M.E.

    Der Guru hat nichts gezaubert und trotzdem steigen die Kurse. So viel zu deinen Panikmachereien.

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