Ist die dritte Weltwirtschaftskrise noch abzuwenden?

von am 28. Oktober 2014 in Allgemein

Die Ergebnisse des EZB-Stresstests für die führenden europäischen 130 Kreditinstitute haben an den Börsen keine starken Reaktionen ausgelöst. Genauer gesagt hat die Tatsache, dass 25 Institute durchgefallen sind und ihr Eigenkapital aufstocken müssen und weitere 30 Banken den Test nur knapp bestanden haben, die Märkte nicht wirklich bewegt, abgesehen von Aktien einzelner betroffener, insbesondere auch italienischer Banken. Das ist ein Zeichen dafür, dass der Test an den Märkten durchgegangen ist und auch nicht als zu lasch bewertet wird.

Die Annahmen definierten bereits die Resultate des EZB-Stresstests

Natürlich gibt es – wie immer – Licht und Schatten. Positiv bewertet wurde etwa, dass die EZB bei den notleidenden Krediten diesmal sehr genau hingeschaut hat. Aber es gab auch Kritik am Design und spezifischen Annahmen des EZB-Stresstests. So wurde den Banken beispielsweise im Unterschied zu den Stresstests der Federal Reserve keine Grenze für die Schuldenquote (Leverage Ratio), also für das Verhältnis von Eigenkapital zu Schulden, vorgegeben. Dabei ist eine zu hohe Kredithebelung im Krisenfall unbestritten ein zentraler Risikofaktor für Banken. Die Fed verlangt eine Mindestquote von 4%. Setzt man diese bei den geprüften europäischen Banken an, liegen 37 Institute unterhalb. (1) Auch ein Deflationsszenario bezog die EZB nicht in die Prüfung mit ein, obwohl im Gegensatz zur EZB durchaus eine Reihe von internationalen Experten, etwa vom Internationalen Währungsfonds, Deflationsrisiken in der Eurozone sehen.

Und natürlich wird wie immer auch die Frage gestellt, ob das Stressszenario scharf genug war, das heißt, ob es das Ausmaß der nächsten großen Krise treffend antizipiert hat.

Im sogenannten „Adverse Scenario“, also dem Szenario von einer signifikant negativen Entwicklung in Europa, ging die EZB von bestimmten Annahmen aus. Das Schock-Szenario sollte, so der Anspruch, jene systemischen Risiken abbilden, die als ernste Bedrohung für die Stabilität des europäischen Bankensektors angesehen werden. Die folgenden Risiken wurden dabei berücksichtigt: (2)

  1. Ein weltweiter Anstieg der Anleihen-Renditen, verstärkt durch eine drastisch geänderte Risikowahrnehmung bei den Marktteilnehmern, speziell bezüglich der Schwellenländer;
  2. eine weitere Verschlechterung der Kreditqualität in Ländern, die unter einer schwachen Nachfrage leiden (z.B. Griechenland);
  3. ein Reformstau, der das Vertrauen der Märkte in die Nachhaltigkeit der öffentlichen Finanzen gefährdet und
  4. nicht in Ordnung gebrachte Bankbilanzen und dadurch bedingt Probleme beim Kapitalmarktzugang.

Es ist evident, dass diese vier Risiken bereits von der spezifischen Sicht auf die Probleme der Eurozone und deren Lösung geprägt ist. So werden Reformen von der EZB als zwingender Teil der Lösung angesehen, stellen aber aus Sicht vieler anderer Wirtschaftsexperten einen Beitrag zur Verschärfung der wirtschaftlichen Probleme und Stabilität der Eurozone dar.

Die Wirtschaftsentwicklung im Basis- und Negativ-Szenario

Für das Negativ-Szenario wird ein Wirtschaftseinbruch angenommen, wobei das Basis-Szenario, in dem eine normale wirtschaftliche Entwicklung unterstellt wird, die Bezugsgrößen vorgibt. Das heißt, im Negativ-Szenario wird beim Wirtschaftswachstum, der Arbeitslosigkeit und der Inflation jeweils für die Jahre 2014, 2015 und 2016 eine Abweichung von den entsprechenden Werten aus dem Basis-Szenario angenommen. Die Werte für die Jahre 2014 und 2015 entstammen der Winterprognose der Europäischen Kommission, veröffentlicht im Februar 2014 (3), erweitert um Werte für das Jahr 2016 (4), das die Kommissionsprognose nicht erfasst.

Die Wirtschaftsprognose der Europäischen Kommission geht von folgender Entwicklung des Euroraums und der Europäischen Union aus (5), die Werte für das Jahr 2016 stammen vom European Systemic Risk Board (ESRB) (6):

SLE_T01_EZB-Stresstest 2014 Basis-Szenario
Das sind ohne Frage noch recht optimistische Prognosewerte gewesen, die dem EZB-Basisszenario zugrunde gelegt wurden. Inzwischen haben sich die Lage und der Ausblick verschlechtert. Die meisten Institutionen haben ihre Wirtschaftsprognosen für die EU oder die jeweiligen Mitgliedstaaten sowohl für dieses als auch für nächstes Jahr deutlich nach unten korrigiert. Die Europäische Kommission hatte zudem bereits in ihrer Frühjahrsprognose (Mai 2014) (7) die Inflationserwartungen für 2014 und 2015 zurückgeschraubt (auf 0,8 bzw. 1,2 Prozent für den Euroraum).

Im Negativ-Szenario der EZB wurde vorgegeben, dass sich die Indikatoren ausgehend von den Werten im Basis-Szenario wie folgt verändern. (8) (9)

SLE_T02_EZB-Stresstest 2014 Negativ-Szenario
Aus der Tabelle ist ersichtlich, dass die im Negativ-Szenario der EZB vorgegebenen Werte für Wachstum, Arbeitslosigkeit und Inflation im betrachteten Drei-Jahres-Zeitraum nicht das Bild eines echten Schocks abbilden, auch wenn zu berücksichtigen ist, dass es sich um Durchschnittswerte für die Eurozone handelt und die Werte für die einzelnen Mitgliedstaaten im Szenario natürlich (in Maßen) davon abweichen.

EZB ist machtlos in Bezug auf die schwache Kreditnachfrage

Die EZB geht durchaus zutreffend davon aus, dass der Stresstest die Stabilität des europäischen Bankensystems und damit auch die Voraussetzungen für eine Belebung der schwachen Kreditvergabe an Unternehmen und Privathaushalte verbessert hat. Im September war diese laut EZB in der Eurozone erneut gesunken, nämlich um 1,2 Prozent (August: -1,5 Prozent). (10)

Doch genauer betrachtet ist das Kernproblem Europas nicht das schwache Kreditangebot der Banken, sondern die schwache Kreditnachfrage. Anders ausgedrückt sind die allgemeine Nachfrageschwäche insbesondere in der Wirtschaft kriselnder Mitgliedstaaten, die einen austeritätspolitischen Kurs zur Sanierung der Staatsfinanzen fahren und unter anderem deswegen fehlender Investitionschancen für die EZB bisher ein nicht zu lösendes Problem geblieben. Weder Kreditprogramme, Zinssenkungen noch Anleihenaufkaufprogramme der EZB haben daran etwas ändern können und auch der Stresstest wird sehr wahrscheinlich keinen Schub bei der Kreditnachfrage und in der europäischen Wirtschaft auslösen. Das ist den Marktteilnehmern klar und auch dies erklärt die gelassene Reaktion auf die relativ guten Ergebnisse des Stresstests.

Zentrale Sorge der Finanzmärkte: Nicht zu stoppender Einbruch der globalen Wirtschaft

Um es ganz deutlich zu sagen: Die größte Sorge der Finanzmarktakteure ist nicht mehr in erster Linie die Bankenstabilität, sondern die Unfähigkeit der Notenbanken und politischen Entscheider, die Wirtschaft in Schwung zu bringen. Das ist keineswegs nur ein europäisches Problem. In den letzten Wochen ist infolge vermehrt gemeldeter negativer Daten daraus mehr und mehr die Angst davor geworden, dass Notenbanker und Politik einen starken Wirtschaftsabschwung im Ernstfall nicht (mehr) zu stoppen vermögen.

2008/2009 hat nach damals mehrheitlicher Einschätzung der Fachleute der Finanzsektor die Realwirtschaft in die Krise gestürzt. Deswegen waren die politischen Entscheider damals davon überzeugt, dass die Stabilisierung des Finanzsystems auch die Realwirtschaft wieder stabilisieren würde und Konjunkturprogramme die notwendigen Impulse für eine nachhaltige wirtschaftliche Belebung geben könnten. Zwar gab es daraufhin eine wirtschaftlich Stabilisierung und Belebung, aber sie war schwach und nicht nachhaltig.

Jetzt ist es genau umgekehrt. Nicht mehr der Finanzsektor ist das Sorgenkind Nummer 1, sondern die Realwirtschaft und von dieser geht nunmehr die größere Krisengefahr aus, die dann allerdings auch erneut den Finanzsektor treffen würde.

Ungelöste Krisenursachen fallen der Politik mit Macht vor die Füße

Mit anderen Worten fällt den Notenbanken und mehr noch der Politik das Wachstumsproblem, dass sie in der Krise 2008/2009 nicht richtig zu adressieren und infolgedessen auch nicht zu lösen vermochten, wieder vor die Füße. Das haben viele damals schon vorhergesagt. Es war ein großer Fehler, die Krise der Realwirtschaft nur als eine direkte Folge der Finanzmarktkrise zu sehen und die unabhängig davon existierenden grundlegenden eigenen Probleme der Realwirtschaft zu übersehen.

Diese grundlegenden Probleme sind – nicht nur, aber insbesondere – der hohe Unternehmenskonzentrationsgrad auf den meisten großen globalen Märkten, der fortgeschrittene Reife- und Sättigungsgrad dieser Märkte, die Folgen der extensiven Kostensenkungsstrategie der Unternehmen und (später auch) der Staaten für Einkommen und Kaufkraft. (11)

Europäische Krisenpolitik hat massiv wirtschaftliche Substanz gekostet

Verstärkend kommt in den europäischen Krisenstaaten die nicht zuletzt durch die Austeritätspolitik befeuerte Welle von Unternehmensinsolvenzen, die statistisch gut erfasst sind, und Unternehmensaufgaben, für die aussagekräftige Daten schwerer zu finden sind, hinzu.

Aus dem nachfolgenden Chart, der auf Daten zu Unternehmensinsolvenzen der Wirtschaftsauskunftei Creditreform basiert, lässt sich der starke Anstieg bei den Unternehmensinsolvenzen in den europäischen Krisenstaaten sehr gut ersehen.

SLE_A01_Unternehmensinsolvenzen in Europa 2007-2013_20
Die Zahl der im Zuge der Krise tatsächlich verschwundenen Kleinst-, Klein- und mittelgroßen Unternehmen geht aus den Insolvenzstatistiken jedoch nur höchst ungenau hervor. Das gilt zum Beispiel für Griechenland, aber etwa auch für Italien.

In Italien, so wurde berichtet, schlossen allein 2012 364.972 Firmen. (12) Schätzungen der Europäischen Kommission veranschlagen die Zahl der in den letzten drei Jahren in Griechenland geschlossenen Unternehmen auf mehr als 200.000. Und das Institut für Kleinunternehmen des Dachverbands der Gewerbetreibenden, Handwerker und Kaufleute Griechenlands (IME-GSEVEE) schätzte Anfang des Jahres, dass 2014 die Zahl der Unternehmen in Griechenland netto um 27.000 bis 30.000 zurückgehen wird. (13)

Diese Zahlen kontrastieren stark mit denen aus der Insolvenzstatistik. Sie sind allerdings keineswegs überraschend, wenn man sich vergegenwärtigt, dass zum Stand von Ende 2013 zum Beispiel rund 60 Prozent der griechischen Bevölkerung in Armut lebt oder von Armut bedroht und in vielen europäischen Krisenstaaten das Bild nicht viel besser ist. (14)

Liquiditätsflut und Konjunkturpakte auf „verbrannte Erde“

Vor diesem Hintergrund wird nachvollziehbar, warum es der EZB mit ihren Maßnahmen nicht gelingt die Wirtschaft in Schwung zu bringen und warum es ebenfalls mehr als fraglich ist, ob Konjunkturprogramme etwas daran ändern können.

Das gilt auch für das vom neuen Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker bis Weihnachten angekündigte Investitionsprogram mit einem Volumen von 300 Milliarden Euro. (15) Die kleinen und mittelgroßen Unternehmen werden nicht ohne Grund als Rückgrat der Wirtschaft bezeichnet. Für die Binnennachfrage sind sie in jedem Fall allesentscheidend. Die konservativ-liberale Krisenpolitik, auf die die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union sich seit Beginn der Staatsschuldenkrise festgelegt haben, hat aber so mancher Volkswirtschaft in Europa im wahrsten Sinne des Wortes das Rückgrat gebrochen oder schwer angeknackst. Diese unternehmerische Lücke lässt sich nicht wieder über Nacht schließen. Es wird viele Jahre dauern, selbst wenn man es richtig anpackt.

Schlechter Ausblick: Politische Krisen und sich eintrübende Wirtschaft

Die Lage hat sich jedoch durch die sich eintrübende Weltwirtschaft und vor allem auch durch die Sanktionsspirale im Zuge des Ukraine-Konflikts noch weiter verschärft. Hinzu kommen zahlreiche politische Krisen und Zuspitzungen (16), die ebenfalls eine nicht zu unterschätzende destabilisierende Wirkung auf die Wirtschaft und natürlich die Finanzmärkte haben oder potenziell bald haben könnten.

Ein paar sehr zugespitzt formulierte Fragen sollen das exemplarisch verdeutlichen:

  • Wird der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras im März Neuwahlen zulassen müssen, weil sich das Parlament nicht auf einen Kandidaten für das Amt des Staatspräsidenten einigen kann?
  • Stürzen die unbeugsam nach Unabhängigkeit strebenden Katalanen Mariano Rajoy und Spanien in eine Regierungskrise?
  • Kann sich die französische Regierung des innerparteilich höchst umstrittenen sozialistischen Ministerpräsidenten Manuel Valls noch lange halten?
  • Stürzt Frankreichs Präsident über eine neuerliche Regierungskrise?
  • Wird Bundeskanzlerin Merkel politisch unter Druck geraten, weil die deutsche Wirtschaft wegen der von ihr forcierten Sanktionen gegen Russland in die Rezession rutscht?
  • Gerät EZB-Präsident Mario Draghi unter Druck, weil alle Maßnahmen zur Belebung der Euro-Wirtschaft verpuffen und ein neues Abgleiten in die Wirtschaftskrise nicht verhindern können?
  • Muss Premier Shinzo Abe zurücktreten, weil seine „Abenomics“ genannte Politik Japan in eine neue tiefe Krise führt?
  • Kollabiert die Kommunistische Partei Chinas unter Staatspräsident Xi Jinping wegen dessen Anti-Korruptionskampagne und Reformbestrebungen, so wie das Sowjetreich unter Michail Gorbatschow wegen dessen Perestroika zerbrach?

Politik und Notenbanken sind seit 2008 bis heute immer die letzten Retter der Finanzmärkte und der Wirtschaft gewesen. Mit politischen Krisen könnte sich dies aber sehr rasch ändern und die politischen Systeme stehen in vielen wichtigen Ländern, nicht zuletzt auch in den USA, unter Stress.

Es ist nicht wahrscheinlich, dass sich in allen Fällen der jeweils suggerierte negative Ausgang ergibt. Wer kann aber andererseits ausschließen, dass es in keinem Fall so kommt? Entwicklungen entfalten nicht selten ab einem gewissen Punkt auch eine gewisse Eigendynamik. Freilich hat niemand in der Politik ein Interesse an einer neuen Finanzmarkt- oder Weltwirtschaftskrise. Aber wird die Politik sie angesichts schwindender politischer Stärke auch künftig noch verhindern oder unterdrücken können?

Die dritte Weltwirtschaftskrise steht vor der Tür

Es deutet inzwischen einiges darauf hin, dass sich die Weltwirtschaft erneut und zwar nicht vorübergehend in einer sich verstärkenden Talfahrt befindet, weil die systemischen Probleme unseres auf großen Konzernen, Exporten und permanentem Wachstum beruhenden Wirtschaftsmodells seit 2008 nicht gelöst wurden und wohl auch nicht mehr behoben werden können. Das gilt ebenso für den Bankensektor, wie z.B. gerade erst auch wieder Martin Hellwig hervorgehoben hat. (17)

Vor diesem Hintergrund und angesichts der zuletzt erkennbaren Anzeichen für eine weitere Eintrübung der Wirtschaft in vielen, für die Weltwirtschaft und auch für Europa selbst wichtigen Ländern erscheint das Negativ-Szenario des EZB-Stresstests dann wohl doch eindeutig als zu schwach.

Es ist nur logisch, dass all dies für die Aktien-Börsen im Kern, aber vielleicht noch nicht an der Oberfläche die Züge eines Horrorszenarios trägt. Denn die an den Börsen notierten Firmen repräsentieren wie sonst nichts unser längst ausgereiztes Wirtschaftsmodell. Es kann sich jeder ausmalen was das bedeutet: Die dritte Weltwirtschaftskrise steht womöglich schon vor der Tür. Nur wer oder was die Tür letztlich öffnet, ist noch nicht ausgemacht. Die Finanzmärkte sind aber diesmal vielleicht gar nicht unser größtes Problem.

von Stefan L. Eichner
Kontakt: info.sle@web.de

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31 KommentareKommentieren

  • Kaeufer - 28. Oktober 2014

    Vielen Dank für diese Analyse, die außergewöhnlich viele Teile des weltwirtschaftlichen Puzzles zusammenfügt und daher ein besonders klares Bild der Zukunft liefert.

    Ein Bild, das einen ausweglosen wirtschaftlichen Abstieg zeigt.

    Allerdings hat der gegenwärtige Zustand ein unerwartetes Beharrungsvermögen:

    1) Trotz düsterer Wirtschaftsaussichten könnte der Aktien-Absturz wie von Geisterhand gbemst und partiell umgekehrt werden.

    2) Das schon oft totgesagte und immer weiter abstürzende Griechenland verhandelt selbstbewusst über einen Ausstieg aus dem Hilfprogramm.

    3) Das reformunfähige und überschuldete Italien liefert einen Haushaltsentwurf mit weniger als 3% Defizit ab.

    Europa scheint sich zäh gegen den Abstieg zu stemmen, aber ist angesichts Daten aus Frankreich, Griechenland und Italien ein anderer Verlauf überhaupt denkbar?

  • Freiberufler - 28. Oktober 2014

    Ja, der Stresstest. Politisch vorgebene Kernaussage: “Alles in Butter, hier gibt’s nichts zu sehen, Bankenunion kann kommen.”
    Der Rest ist Malen nach Zahlen im Auftrag des Ministeriums für Wahrheit.

    Und die Märkte sind Teil der Show, die nur veranstaltet wird, um Wähler und Steuerzahler bei Laune zu halten.

  • Eurelios - 28. Oktober 2014

    Danke für den guten Artikel.

    Ist die dritte Weltwirtschaftskrise noch abzuwenden?

    Ich denke nein und gehe da noch einen Schritt weiter.

    Ist das derzeitige Geld/Wertesystem noch mittelfristig überlebensfähig?

    Auch da von mir ein klares Nein.

    Warum?

    Durch die Globalisierung weltweit sind fast alle Länder unseres Planeten so fest
    miteinander verbunden wie ein menschliche Körber und würden alleine nicht mehr
    über die Runde kommen.
    Sehen wir uns doch mal medezinisch den Körber an. Das wichtigste ist der
    Kreislauf der mit dem Herz (Geldsystem) alle Körberteile mit Blut (Geld) versorgt damit
    diese gut funktioniern.
    Im Laufe der Zeit wird das Herz krank durch zB falsche Ernährung weil das Ego
    (wenige Geldeliten) denkt es müsste durch Bodybuilding seinen Anteil
    des Körbers sehr vergrößern um sein Ego zu vermehren bz befriedigen.
    Es dauert zwar lange bis das Herz krank wird aber durch die stehtige Einnahme von
    Wachstumshormone zwecks Geldvermehrung für Wenige kann es immer weniger
    seine Arbeit für Alle aufrecht zu erhalten. So stirbt nach und nach der Körber weg nur
    noch das Herz mit seinem Kreislauf versucht sich selber bis zum bitteren
    Ende am Leben zu halten.

    Das diese Leben auch ein Ende hat versteht sich von selbst.

    Ich denke da an meinem Schwiegervater der jahrelang mit einer Magensonde
    (Notenbanken) ernährt wurde immer weiter und troztdem immer
    weiter abbaute und dann starb.

  • Andres Müller - 28. Oktober 2014

    Auf Bloomberg fand ich zum ersten mal zusammengefasst, wie viele hunderte von Milliarden US$ die FED in die “to big to fail” sysemischen Banken gesteckt hat.

    Und pünktlich zur Bekanntgabe des von der EZB überwachten Stresstest in Europa brachte Bloomberg diesen Kracher:
    http://www.bloombergview.com/articles/2014-10-24/testing-europe-s-stress-tests

    Die Schweizer “Risk Management at Lausanne” berichtet eine vollkommen andere Rangordung der Banken, die Deutsche Bank ist mit Abstand das grösste Risiko für Europas Finanzakrobaten.

    Und ich bin geneigt nicht Draghi zu glauben, in diesem Fall eher dem Gefahrenscenario welches das Schweizer Forschungsinstitut beschreibt -es leuchtet im Gegensatz zu Draghis Testungen mir mehr ein. Domino-Effekte konnten mit Dragis Stresstest nicht erfasst werden, diese waren aber in der Vergangenheit bei grösseren Krisen wesentlich.
    Die Deutsche Bank hat derzeit für jeden Euro Eigenkapital 50 Euro Fremdkapital in ihren Büchern, nur nebenbei erwähnt Bei einer Abschreibung von sagen wir mal 4% müsste sich der Buchhalter der Deutschen Bank schon um einen neuen Job woanders bemühen.

    Aber ich gebe SLE auch Recht, es gibt eine lange Reihe von Faktoren die mit Finanzwirtschaft nicht direkt etwas zu tun haben, die aber stark belastend auf Europa zukommen. Im Wesentlichen schwächelt die Welt und besonders Europa an sozial kompetenten Führungskräften in Wirtschaft und Politik, was der Grund ist warum ein schädliches Deflationsrisiko aufgezogen ist.

    Die Wähler sehen sich zudem ständig miserablerer Presseprodukte gegenüber, an denen die Bürger nicht ganz Unschuldig sind. Seit den 70er Jahren führen rechtsbürgerliche Kräfte einen immer intensiveren Angriff gegen den Sozialstaat, langsam scheint nun der Durchbruch für rechtspopulistische Politik geschafft, etwa so wie 2 Jahre vor dem Zusammenbruch von Weimar, aber natürlich in moderner Verpackung, mit dem Schnauz eines SPD-Sarrazin verpackt -eine Stinkbombe aus einer schon längst verschröderten zerbombten ehemals linken Ecke.

    • SLE - 29. Oktober 2014

      Hallo Herr Müller,

      vielen Dank für den Hinweis auf die kurze, aber beeindruckende Bloomberg-Analyse. Das ist eine schöne Ergänzung zum Thema des Posts.

      Viele Grüße
      SLE

  • Basisdemokrat - 29. Oktober 2014

    Was sind den die Bedingungen für eine prosperierende Weltwirtschaft?
    Dieser Frage scheint sich heute niemand mehr wirklich zu stellen, bei gleichzeitiger Angst vor ihrem Zusammenbruch. Zu stark sind die Egoismen in den kaum zu durchschauenden Verflechtungen vom Nullsummenspiel des Finanzkasinos mit der “Realwirtschaft”. Der Blick richtet sich in den “Märkten” scheinbar nur noch auf die Selbstverpflichtung noch mehr Gewinne zu erwirtschaften.

    Aus einer historisch anderen Zeit wissen wir von Schumpeter (“Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung”) und von Heiner Flassbeck aktuell wieder in Erinnerung gerufenen Grundlagen ( http://www.flassbeck-economics.de/abo-artikel-unser-geldsystem-xxix-warum-braucht-man-entwicklung-und-geld-fuer-die-entwicklung/ ) was deren wichtigste Elemente sind:
    1. Frisches Geld
    2. Nachfrage
    3. Das innovativ Bessere setzt sich bei fairen Wettbewerbsbedingungen durch.

    Zu 1. – Solange es gelingt, der Realwirtschaft genau die Menge an frischem Geld zukommen zu lassen die sie für ein dynamische Wachstum benötigt und das darüber hinaus von den Notenbanken bereit gestellte (Buchungs-) Kapital im Spielkasino “einkesselt” scheint mir diese Aufgabe lösbar.

    Zu 2.- Die Nachfrage teilt sich auf in die Bereiche Investitionsgüter und Konsumgüter. Da nur Gewinnerwartungen in einer Marktwirtschaft zu Investitionen führen zeigen die niedrigen Investitionsquoten, dass trotz Nullzins und gefüllten “Kriegskassen” nicht mehr viel geht.

    Viel Spielraum gäbe es allerdings bei einer massiven Lohnerhöhung im Binnenkonsum – vor allem in den Unteren Lohngruppen. Dort müsste vor allem Deutschland mit seinen riesigen akkumulierten Handelsbilanzüberschüssen eine Vorreiterrolle einnehmen. Wenn nicht, scheint mir eine Deflation unabwendbar.

    Zu 3. – Sieh die Ausführungen von SLE zur Unternehmenskonzentration.

    An die Frage “Ist die dritte Weltwirtschaftskrise noch abzuwenden?” schließt sich die Frage “Ist die noch vorhandene (rudimentäre) Demokratie zu retten?” an.

    https://www.facebook.com/photo.php?fbid=857505167613517&set=a.602255163138520.1073741825.100000621253505&type=1

    Mit freundlichem Gruß
    BD

  • Frank Bell - 29. Oktober 2014

    dritte Weltwirtschaftskrise

    Bei den derzeitigen Aktienkursen kann man WIRKLICH nicht von einer Weltwirtschaftskrise reden!!!

    Der kleine Einbruch war, gemessen an der Rallye der letzten 6 Jahre, ein totaler Witz. Eher eine Verschnaufpause nach oben.

    Und die Menschen spüren es erst recht nicht. (Apple-)Handies gefragt wie noch nie, Tablets und ähnlicher Spielkram ein Bestsellter, die Autos werden immer teurer und grösser, Lebensmittel immer teurer, aber NIEMANDEN juckt es.

    Stattdessen wird auf die streikenden Bahnmitarbieter eingeprügelt.

    DAS ist keine Krise.

    • SLE - 29. Oktober 2014

      Hallo Frank Bell,

      ich habe mich in meiner Analyse gar nicht auf den jüngsten Einbruch an den Börsen bezogen.

      Die Aktien-Börsen scheinen mir zudem ein wenig geeignetes Barometer für die tatsächliche Lage und Perspektiven der globalen Wirtschaft zu sein. Die Börse führt absolut ein Eigenleben, dass sich mithin doch recht weitreichend von der realwirtschaftlichen Fakten abkoppelt. Außerdem ist auch bei den Aktiekursen nicht auszuschließen, dass Blasenbildung vorliegt.

      Un der neue Markt ist uns 2000 auch um die Ohren geflogen und hat sehr viele Anleger auf dem falschen Fuß erwischt. Dieses Mal ist die ganze Geschichte ein paar Nummern größer und riskanter, denn es sind die alten Märkte, die an den Börsen möglicherweise massiv überbewertet sind. Ich jedenfalls nehme das an und warne deswegen auch.

      Nicht zuletzt geht es auch nicht darum, ob wir schon eine Krise haben, sondern ob wir bald wieder mit einer scharfen krise konfrontiert sein werden. Niemand kann die Zukunft vorhersehen. Aber man kann die Zeichen deuten und das eben durchaus in unterschiedlicher Weise.

      Viele Grüße
      SLE

  • Rüdiger Braun - 29. Oktober 2014

    Sehr geehrter Herr Eichner,

    ein (gewohnt) guter, ausgewogener Beitrag mit vielen richtigen Aspekten und Bewertungen. Sicherlich ist die Realwirtschaft das größte Problem und die Gefahr einer Weltwirtschaftskrise ist durchaus real. Meines Erachtens wird diese Gefahr des Abgleitens in die Rezession oder auch Depression durch die aktuell wachstumsfeindliche Fiskalpolitik maßgeblich verschärft. Zudem ist die Geldpolitik faktisch ausgereizt. Hinzu tritt im Euroraum, dass die Mitgliedsländer die Rolle des Öffentlichen Sektors in einem kreditbasierten Geldsystem völlig verkennen. In einem solchen Geldsystem kommt dem Staat zwangsläufig eine aktive Rolle zu, wenn die Privaten Haushalte und Unternehmen versuchen, finanzielle Überschüsse zu bilden und das Ausland nicht bereit oder in der Lage ist, sich zu verschulden. Das lehrt (nicht zuletzt) die Moderne Geldtheorie (MMT).

    Ein weiterer Punkt bleibt jedoch anzufügen. Es sind die demographischen Einflussfaktoren auf die Konjunktur. Genauer gesagt: Die jungen erwachsenen Konsumenten stellen die zentrale Steuervariable hinter den Schwankungen im Privaten Verbrauch dar; und der macht rund 70% des BIP aus. Wie die Lebensverlaufsforschung der Soziologie lehrt, sind Ereignisse wie Berufseinstieg und Familiengründung starke Motive zur Erhöhung der Konsumausgaben (auch relativ zum verfügbaren Einkommen). Sinkt die Zahle der jungen erwachsenen Konsumenten gar abrupt ab, dann kommt es unweigerlich zu Konjunkturproblemen wegen der rückläufigen Nachfrage. Ein Lehrbuch-Beispiel hierfür ist die Rezession der frühen 1970er Jahre, ein Produkt (das Echo) des Geburtenausfalls im 2. Weltkrieg. Dreißig Jahre später sank die Zahl der Familiengründer abrupt ab. Ein aktuelleres Beispiel ist die U,S. Hypothekenkrise im Jahr 2007. Ein scharfer, einjähriger Rückgang in der Zahl der jungen, erwachsenen Konsumenten löste eine Konjunkturschwäche aus, die dann der buchstäbliche Tropen wurde, der das Fass zum Überlaufen brachte.

    Gegenwärtig sind die demographischen Bedingungen in Europa und den USA derart, dass sich die Konjunktur nicht erholen kann. Sie verschärfen ohne Zweifel die Politikfehler hüben wie drüben. Dies wird sich allerdings im nächsten Jahr dramatisch ändern, wenn auch überwiegend nur in den USA. Man darf für die zweite Hälfte 2015 deshalb mit Belebungstendenzen rechnen, die überraschend stark und nachhaltig sein werden. Sie werden das Ende der Null-Zinspolitik einläuten und den Aktienbörsen kräftigen Rückenwind verschafften. Zuvor allerdings, ist das vor uns liegende dunkle Tal zu durchschreiten.

    MfG
    Rüdiger Braun

    • Holly01 - 29. Oktober 2014

      Hallo Rüdiger Braun,
      “Sie werden das Ende der Null-Zinspolitik einläuten und den Aktienbörsen kräftigen Rückenwind verschafften. Zuvor allerdings, ist das vor uns liegende dunkle Tal zu durchschreiten. ”

      Ich weiss Ihre Zuversicht zu schätzen. Ich finde positives Denken immer gut.
      Die USA sind aber auf allen Ebenen verschuldet.
      Die Märkte in denen die USA wachsen wollen sind etablierte Märkte und erfordern sehr hohe Startinvestitionen.
      Der IT-Bereich hat mit massiven Problemen zu kämpfen, die mit “backdoors”, “cloud-hacking” und Sicherheitsverlust nur unzureichend beschrieben sind.
      Die USA sind aktuell in etwa einem dutzend Kriegen auf der “Macherseite” ohne direkte Kriegspartei zu sein, aber die Gefahr einen heissen Krieg zu bekommen ist hoch.
      Die Konsumseite der USA ist geprägt von erheblichen Ungleichgewichten, dei ich nur mit der verarmten Unterschicht, der überschuldeten Mittelschicht und im Derivatemarkt gefangenen Oberschicht anreissen möchte.
      Es ist den USA an keinem Tag der letzen 10 Jahre gelungen ein Aussenhandelsgleichgeicht herzustellen.
      Es ist den USA an keinem Tag der letzen 10 Jahre gelungen ihre Abhängigkeit von Energieimporten auch nur zu auszugleichen, der Export ist Utopie.
      Die Infrastruktur lasse ich bewusst aussen vor, das ist einfach zu deprimierend.

      Dazu kommen etwa 1000 Milliarden Dollar pro Jahr nur für “Sicherheits”, die ausgegeben werden ohne daß die USA dieses Geld hätten.
      Die USA haben alle Handelsbereiche monetarisiert. Das heisst man kauft mit Dollar zu unrealistischen Preisen.
      Nur so lange wie das funktioniert, nur so lange trägt das auf Gewalt basierende Geschäftsmodell der USA.
      Vom Ansehen der USA und dem Unwillen vieler Handelspartner überhaupt noch mit US-Firmen Geschäfte zu machen will ich gar nicht anfangen. Aber das Thema wird deutschen Firmen ja nun auch sehr bald vor die Füße fallen, in Anbetracht der “neuen” Sicherheits- und Aussenpolitik Deutschlands.

      Nein ich teile den Optimismus in Bezug auf die USA nicht.

      • SLE - 29. Oktober 2014

        Hallo Holly01,

        zu ergänzen ist auch noch, dass China und die BRICS den Leitwährungsstatus des Dollars sukzessive unterminieren. Seit der Ukraine-Krise und dem Start der Sanktionsspirale beteiligt sich auch Russland sehr viel aktiver daran. Das sieht man in der Umstellung des Handels auf Rubel und vor allem auch Renminbi. Anfang nächsten Jahres wird der IWF entscheiden, ob der Renminbi offiziell den Reservewährungsstatus bekommt. Das wird wohl geschehen.

        Am Leitwährungsstatus hängt für die USA volkswirtschaftlich sehr viel.

        Viele Grüße
        SLE

        • Holly01 - 30. Oktober 2014

          Hallo SLE,
          die USA kommen langsam aber sicher an den Punkt, an dem die der gesamten Welt den Krieg erklären müssen oder aber man macht eine Kehrtwende.
          Da ich die Republikaner vorne sehe, schliesse ich eine Kehrtwende aus.
          Der Währungskrieg mit dem Euroraum wird also ebenso eskalieren, wie der Ukraine-Konflikt und der Nahe Osten.
          Der Irak wird ebenso weiter destabilisiert, wei Syrien völkerrechtswidirg gegen seinen Willen bombadiert wird.
          Der Master Stein (die Türkei) wird entweder zerbrechen oder expansiev versuchen das Kurdengebiet in Gänze unter Kontrolle zu bekommen und damit Position gegen die USA beziehen. Da rechne ich mit einer “demokratischen” Revolution, also regimechanche.
          Das bedeutet eine komplette Destabilisierung der gesamten Ostgrenze der NATO und der daran angrenzenden Staaten vom Mittelmeer bis tief in das kaspische Becken, also inklusive der gesamten Erdölversorgung für Asien und die USA.

          Im Moment läuft alles auf einen WK III hinaus, mder sich im nahen Osten abspielt. Da gibt es die 5777er und ihre Gegenspieler auf christlicher und moslemischer Seite, die kräftig in der Kriegsbrühe rühren.
          Wenn das alles nicht so grotesk und zugleich real währe, würde ich auf einen Stanley Kubricks Film tippen, der am Ende in eine Pointe dreht.
          Es ist nur kein Film ……
          Die BRICS können gar nicht anders als den Dollar zu unterminieren, denn wenn sie es nicht tun, dann werden sie vom Dollarsystem ruiniert.
          Der Dollar hat bei der Geldschöpfung alle Eigentumsrechte absorbiert und wildert nun auf der ganzen Welt nach Eigentumsrechten, damit man weiter Geld schöpfen kann.
          In Bezug auf Europa ist das ziemlich skuriel. Da sanieren sich dei USA auf Kosten eines ihrer größten Geldgeber und Wirtschaftspartner. Der Ruin des Euro mag die USA sanieren, aber wer bleibt dann noch als Partner?
          Wer wird sich noch mit den USA einlassen?
          Ein völlig hysterisches und aus allen Regeln gefallenes Land, das mit der weltgrößten Armee Amok läuft………. und ohne Rücksicht jeden angreift.

          Ich mach mir da keine Illusionen mehr. Von den USA ist nur Gewalt, Überwachung und Destabilisierung zu erwarten.

    • SLE - 29. Oktober 2014

      Hallo Herr Braun,

      ich sehe eher wirtschafts- und marktstrukturelle denn konjunkturelle Probleme vorliegen. Die lassen sich mit den bisherigen krisenpolitischen Ansätzen nicht lösen. Vor allem aber lassen sie sich nicht kurzfristig lösen. Sie haben sich über mehrere Dekaden aufgebaut. Eine Korrektur ist insofern höchst schwierig und m.E. inzwischen auch nicht mehr ohne Brüche zu bewerkstelligen. Das gilt auch für die USA.

      Viele Grüße
      SLE

  • zykliker - 29. Oktober 2014

    Wer nur einen Hammer hat, für den sieht jedes Problem wie ein Nagel aus.

    Die Notenbanken haben nur den Hammer (mit der verstellbaren Wucht) der Geldpolitik, und können damit kleinere und grössere Konjunkturschwankungen abfedern; aber gegen die Große Depression zur Bereinigung großer, jahrzehntelanger Fehlentwicklungen können sie zwar hinhaltenden Widerstand leisten – und verschlimmern damit unbeabsichtigt die Fehlentwicklungen; sie werden die Depression aber letztlich nicht verhindern können.

    Die Politik hat sich, zumindest der tonangebende Teil, in das selbstgewählte ideologische Gefängnis der Austeritätspolitik gesperrt. Der “Politische Hammer” besteht also aus Sparen, weil nach dem Katechismus der das Neoliberale Weltgebäude tragenden “Religion” Staatsausgaben (soweit sie nicht den Interessen der oberen 1-5% dienen) per se etwas Unanständiges sind. Für diese Politik ist ein menschenwürdiges Leben der 95% kein Problem, sondern sie bearbeitet einzig den “Nagel,” der den status quo eines vorteilhaften BIP-Verteilungsschlüssels für die 1-5% aufrecht erhält.

    Die Politik steht natürlich immer in der Gefahr, korrupter Handlanger der jeweiligen Feudalherren zu sein; und die Aufzucht der National Champions in den letzten Jahrzehnten mag durchaus auch Motive der breiten Wohlstandsbildung im Sinne Ludwig Erhards gehabt haben. Aber im Ergebnis hat sich “Dr. pol Frankenstein” mit den Internationalen Konzernen “Monster” herangezogen, die nun im Stile archaischer Feudalherren Willkürherrschaft betreiben (vgl. deren Steuervermeidungs-Strategien). Letzte Reste Solidarischer Gesellschaftsformen werden demnächst in Europa via TTIP beseitigt werden.

    Warum ist diese Entwicklung im Gegensatz zur Zeit nach WK 2 für so viele Menschen nachteilig? Es ist die technische Produktivität, die immer mehr Menschen für den Produktionsprozess, aber auch alle benachbarten Dienstleisungen schlicht überflüssig macht. Die Politik sieht dieses Problem natürlich, aber sie ist gehalten, es – soweit möglich – zu ignorieren; die entsprechenden “Werkzeuge” müssen auf Weisung der Feudalherren weggeschlossen werden.

    Deshalb habe ich auch Zweifel, dass die “Demographischen Erklärungs- und Prognoseinstrumente” in Zukunft noch so gut funktionieren können, wie das in der Vergangenheit zweifellos der Fall war. Nur einige Ideen: Bei einer Jugendarbeitslosigkeit von über oder nahe 50% wie in Südeuropa dürften die Effekte aus Berufseinstieg und Familiengründung nicht im erhofften Ausmaß eintreten. Immer mehr junge Menschen bleiben mangels Einkommen im “Hotel Mama.” Auch in den USA werden selbst die, die einen Job ergattern, wegen ihrer “Starthypothek” Studentenkredit weniger üppige Konsumorgien feiern können als ihre Elterngeneration.

    Lange vor der neuzeitlichen Aufklärung, es war in der Rennaissance, hat ein Genie etwas so Vollkommenes wie die Statue Davids geschaffen. Der vermeintlich aufgeklärte und eletronisch ausgerüstete Mensch der Gegenwart versucht so etwas ähnliches mit “Hammer und Nagel.”

  • dank - 29. Oktober 2014

    “Unheimliche Wiederholungen

    Aus Italien und Frankreich kommen Vorschläge zur Lösung der Eurokrise, die mitunter auf die Wirtschaftspolitik der Nazis zurückgreifen.”

    http://www.heise.de/tp/artikel/43/43066/1.html

    Der Euro ist alternativlos… ?!

  • JL - 29. Oktober 2014

    Die Globalisierung hat zu erheblichen Verschiebungen in allen Bereichen geführt.

    - Der einzelne Staat an sich hat nicht mehr die Deutungs- und Handlungshoheit wie zu früheren Zeiten.
    - Die Profis in der Wirtschaftsliga brauchen (Denkt man) keinen Staat mehr.
    - Die größten Finanzinstitute agieren ebenfalls auf allen Märkten und das mit Finanzprodukten die nur noch Experten verstehen.

    Die letzte Krise 2008 konnte man noch mit Unmengen an Geld zwar nicht beheben, aber überdecken. Eines hat man aber nicht, man hat nichts nachfolgendes getan.

    Im Ergebnis des letzten finanz- und wirtschaftlichen Einbruchs waren die Staaten schuldentechnisch ausgereizt. Auf Grund dessen wiederum wurden Steuern und Abgaben erhöht. Die Finanzinstitute und wirtschaftliche Großunternehmen dagegen mußten sich schnellstmöglich sanieren. Dies geschah- wie immer- über Kostensenkungen. Da wurde optimiert (Entlassungen), Produktionen ausgelagert (Entlassungen) oder Lohnänderungen (Mindereinkommen) ausgehandelt.

    Beides zusammen schränkt aber nun mal die Konsummöglichkeiten langfristig ein, schwächt auf Dauer die Marktaussichten, damit Investitionen, damit wiederum Marktaussichten. Japan ist in dieser Hinsicht ein langjähriger „Musterschüler“.

    Man ist also gegenwärtig- so meine Meinung- in einer Situation, wo man machen kann was man will, es ist immer verkehrt. Das ist auch der Grund, warum die gegenwärtigen politischen Entscheider geradezu hilflos wirken und neue politische Bewegungen auf dem Vormarsch sind.

    Aber es gibt hierzu noch ein anderes Thema- zumindest aus meiner Sicht. Es ist der Export von Schulden seitens der Amerikaner. Der Dollar ist zwar nur leicht angeschlagen, wird aber zunehmend in die Mangel genommen. Wird dieser Schuldenexport zunehmend erschwert, muß man beginnen zu sparen.

    Und was das für die Konjunktur bedeutet wissen wir aus Griechenland.

    Mit freundlichen Grüßen

    JL

    • SLE - 29. Oktober 2014

      Hallo JL,

      nächste Woche wird in den USA gewählt. Mit m.E. an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit werden die Demokraten jetzt auch ihre Mehrheit im Senat verlieren. Dann haben die Befürworter des Sparens Oberwasser. Obama wäre eine “lahme Ente” und könnte nur noch mit seinem Veto operieren.

      Betreffs des Dollars ist zu ergänzen, dass der gegenwärtig nur leicht angeschlagen wirkt. Wie sehr die Chinesen schon auf dem Weg, ihn als Leitwährung abzuösen, vorangeschritten sind, weiß niemand. China gibt nie bekannt, wie groß seine Dollarreserven wirklich noch sind und einige andere Notenbanken tun es auch nicht. Die daten des IWF zum Dollar-Anteil als Reservewährung, gibt also nur ein verzerrtes Bild von der Realität.

      Grüße
      SLE

  • N. Acht - 29. Oktober 2014

    Sehr geehrter Herr Braun,

    Ich denke Sie haben recht, die demokraphische Entwicklung ist eng verknuepft mit der wirtschaftlichen Entwicklung. Allerdings sind diese Entwicklungen langsamer (in Dekaden zu rechnen). Ich verstehe daher nicht, wie Sie darauf kommen, dass sich halbjaehrlich etwas aendern sollte.

    Neben der demographischen Entwicklung spielt auch Konzentration eine Rolle. Konzentration von Unternehmen (Konzerne) und – vorallem – Konzentration von Vermoegen. Vorallem Letzteres ist (leider) eine ganz normale Entwicklung im Kapitalismus und fuehrt zu periodisch wiederkehrenden Krisen, die oft in Zerstoerung (=Vernichtung von Vermoegen) enden.

    Doch um auf die demographische Entwicklung und Deutschland zurueckzukommen: bei seit jahren stagnierenden oder sinkenden Loehnen und in letzter Zeit rapide ansteigenden Immobilienpreisen (getrieben durch die Aktionen der Notenbanken), ungewisser kriselnder Zukunft, und Klientel-Politik fuer Rentner oder die sie direkt vor Augen haben (Babyboomer), wo soll da die Kreditnachfrage herkommen?

  • Andres Müller - 29. Oktober 2014

    “Anfang nächsten Jahres wird der IWF entscheiden, ob der Renminbi offiziell den Reservewährungsstatus bekommt. Das wird wohl geschehen.”

    Das wusste ich nicht dass dies schon 2015 kommen könnte, besten Dank für die Information Herr Eichner. Das macht mir jetzt grad etwas Angst, denn ich vermute die USA müssten das (mit allen Mitteln) verhindern. Ein Renminbi als zweite Welthandelswährung würde alle Vorteile welche die USA bis jetzt dank des US$ hatten, in Luft auflösen.

    In dem Fall könnten bereits nächstes Jahr die Spielkarten der Mächte neu verteilt werden, was mir ein ungutes Gefühl in der Magengegend auslöst.

    • dank - 30. Oktober 2014

      China will raus aus der Dollar-Falle
      http://www.wiwo.de/politik/ausland/aus-der-weiten-welt-aufstieg-zu-einer-weltreservewaehrung/7493230-2.html

      http://de.wikipedia.org/wiki/Leitw%C3%A4hrung#Reservew.C3.A4hrung
      Macht auf mich den Eindruck als sollte es tunlichst vermieden werden den Dollar aktuell unter den weltweiten 60% Anteil zu drücken…
      Nur wird der Renminbi als Reservewährung, die Asia Infrastructure Investment Bank (AIIB) (Danke für den Infohinweis JL) und New Development Bank (NDB) der BRICS – um nur drei der neuen Einflüsse zu nennen – sehr wahrscheinlich schneller agieren als der Euro. Also bleibt nur ein massives Aufflammen der Hongkong-Proteste, des Inselstreits zwischen Japan und China und das Errichten weiterer Militärbasen in Australien und wohlgesinnten Fernost-Staaten um das ganze zeitlich in die Länge zu ziehen. Die letzteren Punkte haben wir schon gesehen, aber wurden sicher nicht genug ausgereizt oder sind nur als vorläufige Warnungen zu verstehen.

      Der Tanker Weltwirtschaft hält nun schon länger Kurs Fernost – mit kleinen Korrekturen, doch nun soll auch der Captain in einen dort Einheimischen ausgetauscht werden, doch die bisherigen Eigner der Reederei sträuben sich mit allen Mitteln

      • SLE - 30. Oktober 2014

        Hallo dank,

        60 Prozent Anteil hat der Dollar nur nach den Zahlen des IWF. Einige Notenbanken und vor allem auch die chinesische (PBOC) melden aber keine nach Währungen aufgeschlüsselten Daten an den IWF. Wie groß der Anteil des Dollars aktuell wirklich (noch) ist, weiß also keiner so genau.

        Grüße
        SLE

  • Georg Trappe - 30. Oktober 2014

    Das Problem, was den letzten globalen Erdrutsch ausgeloest hat, ist auch nicht geloest. Wie auch?
    Man darf gespannt sein:
    http://georgtsapereaude.blogspot.com/2014/10/man-darf-gespannt-sein.html

  • Bubblegum - 30. Oktober 2014

    @ SLE,

    Ich denke wir sollten der Umlaufgeschwindigkeit des Geldes mehr Beachtung schenken.
    Deswegen hier mal der folgende Link zu einem Beitrag der jetzt ein halbes Jahr alt ist:

    http://www.silbernews.com/index.php/finanzwelt/waehrungsnews/125-waehrungsnews2014/5026-11-04-14-geldumlaufgeschwindigkeit-bricht-trotz-geldschwemme-weiter-ein.

    Meine Schlussfolgerung daraus:
    verstaatlicht nicht nur in Deutschland bis auf das Sparkassensystem und die Genossenschaftsbanken alle anderen Kreditinstitute.

    Begründung: Dieses Bankensystem ist im It-Zeitalter nicht nur völlig nutzlos und überflüssig, sondern sogar schädlich, weil es das kostenlose ZB-Geld nur in homöopathischen Dosen zu Wucherzinsen an die Realwirtschaft (Industrie und Verbraucher) weitergibt ansonsten aber in Darkpools mit diesem ZB Geld die Preise für Rohstoffe insbesondere Nahrungsmittel manipuliert und somit auch die Bezugspreise der Industrie so massiv beeinflusst, dass eine vernünftige und langfristig ausgelegte Vorwärtskalkulation nicht mehr möglich ist.
    Viele Grüße Bubblegum

    • Vandermonde - 11. November 2014

      Das sollte man nicht überbewerten – die Geldumlaufgeschwindigkeit ist eigentlich eine sehr seltsame statistische Größe und vor allem von der Idee bestimmt, Geld wäre prinzipiell ein Gut wie jedes andere (abgesehen von besonderen Eigenschaften).

      Darüber hinaus verwendet man ja Proxies zur Berechnung: dass Bruttonationalprodukt (als Proxy für die Transaktionen und die Geldmenge in einer bestimmten Zentralbank Definition (als Proxy für eine tatsächlich angenommene “reale” Geldmenge).

      Das ist de facto jedoch Kaffesudleserei: den weder gibt es einen stabilen Zusammenhang zwischen Transaktionen und BNP noch Klarheit bezüglich der Definition einer Geldmenge, die vor allem an den Bedarf der jeweiligen ZB angepasst ist.

  • Frank - 30. Oktober 2014

    Die BIZ warnt jedenfalls. So etwas sollte man nicht unterschätzen.

    http://www.welt.de/wirtschaft/article133574944/BIZ-Das-geheimnisvollste-Geldhaus-der-Welt.html

  • Rolmag - 30. Oktober 2014

    “Verstärkend kommt in den europäischen Krisenstaaten die nicht zuletzt durch die Austeritätspolitik befeuerte Welle von Unternehmensinsolvenzen”

    Sicher, aber viele der Firmen haben von der staatlichen Schuldenorgie in den Schuldenstaaten profitiert. Hätte das ewig so weitergehen sollen und wir bezahlen am Ende ohne etwas zu bekommen?

    “Ist die dritte Weltwirtschaftskrise noch abzuwenden?”
    Erst einmal betrifft es im Wesentlichen nur die Eurotodeszone und wenn das 300 Mrd. Investitionspaket des Herren Juncker auf unsere Kosten tatsächlich kommt, dann ganz sicher nicht! Drecks-Planwirtschaft, die scheitert garantiert wieder! Auf EU-Kosten entwickeln die Firmen dann nur zum zehnten Male die Brennstoffzelle erneut und sie wird wieder zu teuer und aufwendig.

    Der Sozialismus siegt! Fragt sich nur, was dann noch Verwertbares übrig ist?

  • Bubblegum - 31. Oktober 2014

    @Rolmag
    “Sicher, aber viele der Firmen haben von der staatlichen Schuldenorgie in den Schuldenstaaten profitiert. Hätte das ewig so weitergehen sollen und wir bezahlen am Ende ohne etwas zu bekommen?”
    Wieso? Wir haben doch etwas bekommen! Auch staatliche Ausgaben sorgen für Umsätze und und damit Einkommen, die über die Multiplikatoreffekte ein Vielfaches der ursprünglichen Ausgabensumme ausmachen. Deswegen ist es auch ein völliger geistiger Unfug wenn VWler
    immer von Fehlallokationen faseln. Selbst dieses Investitionsdesaster Berliner Flughafen hatte positive volkswirtschaftliche Effekte. Nur dadurch sind zusätzliche Umsätze und Einkommen generiert worden, die es sonst gar nicht gegeben hätte!

    “Ist die dritte Weltwirtschaftskrise noch abzuwenden?”
    Erst einmal betrifft es im Wesentlichen nur die Eurotodeszone und wenn das 300 Mrd. Investitionspaket des Herren Juncker auf unsere Kosten tatsächlich kommt, dann ganz sicher nicht! Drecks-Planwirtschaft, die scheitert garantiert wieder! Auf EU-Kosten entwickeln die Firmen dann nur zum zehnten Male die Brennstoffzelle erneut und sie wird wieder zu teuer und aufwendig.”
    Auch hier unterliegen Sie ihren Vorurteilen. Die Staatsverschuldungsorgien entstehen ja nur deshalb, weil die Bankster unser Staatsystem gekapert haben. Es ist doch völliger Unfug, dass sich Staaten dadurch refinanzieren, dass sie teuer zu verzinsende Staatsanleihen herausgeben. Statt das Geld selbst zu drucken, wenn es für Staatsaugaben benötigt wird.
    Jersey, Gernsey machen uns das seit mehr als 300 Jahren vor. Dort wird für Inrastrukturmaßnahmen nur neues Geld ausgegeben. Keine Staatverschuldung, keine Zinsbelastung für den Staat. Kaufkraftverluste deutlich geringer als in GB. Was ja auch anhand der simpelsten Fisherschen Verkehrsgleichung nachvollziehbar ist. Es sind Vermögenswerte in Staatshand entstanden, Umsätze und Einkommen für die Bewohner generiert worden.
    Auf diese Art und Weise hat auch A. Lincoln seinen Bürgerkrieg finanziert(1861-1865). Der Wertverlust seiner Greenbacks betrug nur 35%!! Deswegen und nur deswegen wurde er auch ermordet, weil er die Herrschaft über das Geld in der Hand des Volkes, also der amerikanischen Regierung belassen wollte!! Während sich die Bankster ein müheloses Einkommen verschaffen wollten, indem sie die Herrschaft über das Geldwesen wiedererlangen wollten. Was ihnen ja dann auch Weihnachten 1913 mit der Gründung der FED, dieser privat organisierten Herrschaft über die amerikanische Währung gelang. Und, wie erstaunlich, ein halbes Jahr später brach der 1. WK aus. Aus der größten Schuldnernation der Welt wurde 1918 die größte Gläubigernation.
    100 Jahre später: Der Vertrag der FED wurde klammheimlich erneuert. Jetzt ein dreiviertel Jahr später ein weiterer Krieg in der Ukraine, Rußland wird permanent provoziert(Sanktionen!!). Die größte Schuldnernation der Welt, die USA, brauchen mal wieder eine Entschuldung, weil das private Geldkartell FED völlig versagt hat. Nur den nächsten WK wird diese, unsere Welt nicht mehr überleben.
    Viele Grüße Bubblegum

    @F. Bell

    “Und die Menschen spüren es erst recht nicht. (Apple-)Handies gefragt wie noch nie, Tablets und ähnlicher Spielkram ein Bestsellter, die Autos werden immer teurer und grösser, Lebensmittel immer teurer, aber NIEMANDEN juckt es.

    Ich bin immer wieder erstaunt wie munter Behauptungen in die Welt gesetztt werden,ohne ihren Wahrheitsgehalt nachzuprüfen.
    Beispiel Lebensmittel:
    Ein Ei kostet heute genauso viel wie 1950!!! ca. 20Pfg umgerechnet. Die für dessen Erwerb aufzuwendende Arbeitszeit hat sich seit 1950 marginalisiert. Dasselbe gilt für Lachs, Argentinisches Rindfleisch, Kaffee, Bananen etc. Nur deswegen überhaupt können die normalen AN ruhig gestellt werden, die ja praktisch seit 1990 keine Reallohnerhöhungen mehr gesehen haben!

  • Freiberufler - 31. Oktober 2014

    Ja, die Sache mit der nachfrageorientierten Wirtschaftspolitik.

    Im alten Rom generierte die Brot-und-Spiele-Industrie jede Menge gesamtwirtschaftliche Nachfrage. Daran hingen hunderttausende Arbeitsplätze. Es wurden gigantische Investitionsprogramme in Foren, Thermen, Amphitheater aufgelegt. Ein 100 m hoher Leuchtturm wies den Schiffen den Weg nach Portus Augusti, dem größten Hafen der Welt, vollständig künstlich angelegt.

    Man konnte die Leute nur noch nicht mit Papiergeld bezahlen, man musste schon so ehrlich sein, die Provinzen auszuplündern.

    Alles vom Feinsten, höchster Lebensstandard, Vermögen ohne Ende. Aber dann stellte Rom jemand (genauer: die Vandalen) das Getreide aus Afrika ab, und alles brach binnen weniger Jahre zusammen.
    Im Verlauf von 100 Jahren verlor Rom 98 % seiner Einwohner.
    Für die Diokletiansthermen fand sich noch eine Zweitverwertung als Kirche. Aber Portus Augusti brauchte niemand mehr. Wo der berühmte Leuchtturm stand, ist heute eine Schrottplatz.

    Unsere Wirtschaft hängt nicht am Verteilen von afrikanischem Getreide, sondern am Verteilen von frisch geschöpftem Geld.
    Die Römer glaubten, wenn sie Karthago zurückeroben, sind sie gerettet.
    Wir glauben, wenn wir Kreditschöpfung richtig anschieben, sind wir aus dem Schneider.

    • JL - 31. Oktober 2014

      Hallo Freiberufler

      Ich widerspreche Ihnen ungern, aber der Untergang Roms begann mit der Eroberung Ägyptens durch Caesar.

      Diese spätere „Brot und Spiele“- Politik war das Ergebnis dessen. Man lebte von den Provinzen und vernachlässigte die einheimische Wirtschaft, was wiederum zur Verarmung der Römer und damit zu dieser vorgenannten Politik führte. Die antike Macht seitens Roms über die damals bekannte (europäische) Welt wurde jedoch mit der Zweiteilung des Reiches (der antiken Welt) beendet. Darauf folgte im weströmischen Reich erst Stagnation, dann Inflation (zunehmende Entwertung der Münzen durch Kupferbeimischungen). Im Ergebnis dessen konnten die „Barbaren“ Rom nicht nur überrennen, sondern auch übernehmen 476 n. C. (Odoaker).

      Ostrom- das Byzantinische Reich- existierte 1000 Jahre länger, dort gab es schließlich über lange Zeit eine funktionierende Wirtschaft.

      Parallelen zur heutigen Globalisierung sind da sicher rein zufällig.

      Mit freundlichen Grüßen

      JL

  • Tommy Rasmussen - 31. Oktober 2014

    “Ist die dritte Weltwirtschaftskrise noch abzuwenden?”
    .
    UND – Ist die dritte Weltkrieg noch abzuwenden?:
    .
    “Der Zweite Weltkrieg muß so gesteuert werden, … daß das Nazitum zerstört wird um einen souveränen Staat Israel in Palästina einrichten zu können. Der Dritte Weltkrieg … muß so gelenkt werden, daß sich der Islam und der politische Zionismus GEGENSEITIG vernichten.” – Albert Pike, geb. 1809, gest. 1891, General im amerikanischen Bürgerkrieg auf seiten der Südstaaten, bedeutender Hochgradfreimaurer.
    http://www.endzeitbotschaft.de/2011/02/was-sagte-albert-pike.html.
    .
    12.08.2005 – Sieben Phasen bis zum KALIFAT – In der vierten Phase, zwischen 2010 und 2013, wird es al-Qaida darum gehen, den Sturz der verhassten arabischen Regierungen zu erreichen… In der fünften Phase zwischen 2013 und 2016 soll es gelingen einen islamischen Staat auszurufen – und zwar ein Kalifat. Die sechste Phase, beginnend 2016, sieht die “totale Konfrontation” vor, die nach “endgültiger Sieg” eine neue Weltordnung hervorbringen soll.
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,369328,00.html
    .
    29.09.2000 – Steward Swerdlow: “Wir wissen Jetzt, wie die moslemischen Fundamentalisten weg sollen. Da bleibt nur noch die USA als Problem einer globalen Weltregierung, und die Lösung haben sie schon…. ein finanzieller Kolaps! USA wird in Distrikte aufgeteilt werden. New York City – das Heim der UNO – wird eine Internationale Zone.”
    .
    DAS WIRD HIER BESTÄTIGT:
    http://s.wsj.net/public/resources/images/P1-AO116_RUSPRO_NS_20081228191715.gif
    http://online.wsj.com/news/articles/SB123051100709638419
    .
    Ziehen Sie Ihre eigenen Schlussfolgerungen:
    .
    Der IWF hält alle 5 Jahre eine Konferenz zu den SDR. Ein US-Dollar ist heute 0,64 SDR wert. Nach Einbindung des Yuan in den SDR-Korb wird der Dollar in den Pennybereich abstürzen.
    http://www.alt-market.com/articles/2126-false-eastwest-paradigm-hides-the-rise-of-global-currency
    http://konjunktion.info/2014/05/ukraine-das-ablenkungsmanoever-auf-dem-weg-zur-weltwaehrung/
    .
    12 Aug 2014 – The SDR will next be reviewed in 2015, and RMB inclusion is sure to be high on the agenda.
    http://www.centralbanking.com/category/central-banks/financial-market-infrastructure

  • Vandermonde - 11. November 2014

    Ich möchte trotz des sehr guten Artikel auf einen ganz wesentlichen Punkt hinweisen: der gemeinsame Währungsraum, der es praktisch verunmöglicht ein passendes Zinsniveau auszusteuern. Er bildet die Grundlage für das Argument der divergierenden Realzinsen, die ein wichtiger Grund für die Kreditvergabe vor der Krise war (natürlich spielten “die Story” und auch die Art der damit finanzierten Investitionen eine Rolle). Hätte es keine Austeritätsmaßnahmen gegeben, würde sich aller Wahrscheinlichkeit die asymetrische Entwicklung in Bezug auf Realzinsen, Inflationseffekte und der Kreditinvestitionen noch bzw. wieder ausweiten.

    So gesehen wird sich das Problem schon aus diesem Grund nicht lösen lassen. Zumindest solange nicht ein wirklicher und umfassender Ausgleichs- und Transfermechanismus für die gesamte Eurozone eingerichtet wird, der sehr weit über das bestehende hinausgeht. Das ist aber leider sehr unwahrscheinlich.

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