Italien: Auftragseingang Januar 2012 mit -7,4% zum Vormonat

von am 19. März 2012 in Allgemein

Das italienische Statistikamt ISTAT berichtete heute erneut schlechte Daten, diesmal zum Auftragseingang der Industrie. Beim gesamten Auftragseingang ging es im Januar 2012 saisonbereinigt um relevante -7,4% zum Vormonat abwärts. Zum Vorjahresmonat ging es beim unbereinigten Auftragseingang ebenfalls abwärts, um -5,6%! Inlandsaufträge und Auslandsaufträge schmierten gleichermaßen ab, saisonbereinigt um -7,6% bzw. um -7,3% zum Vormonat. Damit manifestieren sich weiter die zunehmenden rezessiven Tendenzen in Italien, die mit Austeritätsmaßnahmen im Troika-Style, wie in den anderen Ländern der Südperipherie “bekämpft” werden.

Im Chart der saisonbereinigte Auftragseingang der italienischen Industrie von Januar 2000 bis Januar 2012. Im Januar 2012 sank der saisonbereinigte Auftragseingang um -7,4% zum Vormonat auf 100,4 Indexpunkte. Zum Hoch im Februar 2008 betrug der Einbruch bis Januar 2012 -21,9%! Bei den unbereinigten Originaldaten ging es um -5,6% zum Vorjahrsmonat abwärts und um -24,3% zum bisher besten Januar im Januar 2008!

Im Chart die Inlandsaufträge (blau) und die Auslandsaufträge (rot) der italienischen Industrie von Januar 2000 bis Januar 2012 im Chart. Auffällig die generelle Schwäche der Inlandsaufträge. Im Januar 2012 liegt man um -10,7% unter den durchschnittlichen monatlichen Inlandsaufträgen des Jahres 2000!

Zur Behebung der Schuldenkrise organisiert man, wie im Blog umfangreich dokumentiert, auch in Italien weniger Wirtschaftskraft, weniger Jobs, weniger Einkommen, weniger Investitionen und weniger Wertschöpfung. Nur Narren glauben das diese Strategie zum Erfolg führt, was diese nicht daran hindert, trotz aller Wirtschaftsdaten, die den Weg in die Rezession zeichnen, an der verfehlten Strategie stoisch festzuhalten. Die Rechnung der Monat für Monat weiter wachsenden Ungleichgewichten in der Eurozone und der sinkenden Schuldentragfähigkeit der Südperipherie wird präsentiert werden und die Fehlkonstruktion der Eurozone im Mark erschüttern!

Reloaded: Italien im Abwärtssog, Industrieproduktionsdaten für DFPIGS, Italien: Industrieproduktion schwächt sich deutlich ab, Italien: PKW-Neuzulassungen im Februar mit -18,9% zum Vorjahresmonat, Italien: negativer Target2 Saldo auf Rekord, Italien: Geschäftsklima sinkt “unerwartet”, Italien: nominale Einzelhandelsumsätze im Dezember 2011, Italien: klarer Fall von Rezession

Quelle Daten: Istat.it/Press Release: Industrial Turnover and Orders Januar 2012, Istat.it/Datenbank

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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22 KommentareKommentieren

  • Wolf Larsen - 19. März 2012

    Da gibt es hingeschluderte ZEW Indizes, Aufschwunggebrabbel und Ernest and Young prognostizieren 4% Arbeitslose für 2015.Und so weiter.
    Alles Dinge, die UNS angehen und die man kritisch hinterfragen kann.

    Aber Ihr kümmert Euch tagelang schon um Themen aus dem Süden.

  • M.E. - 19. März 2012

    Hallo Wolf Larsen,
    natürlich ist die sich zuspitzende Krise der Südstaaten auch für uns von Belang für die Zukunft, weil nun mal Italien, Spanien und andere Krisenländer für uns wichtige Länder für unsere Exporte sind. Und natürlich ist sie auch für uns als Bürge und Gläubiger höchst brisant.
    Unsere Exporte dürften bald erhebliche Rückgänge verzeichnen. So dass Arbeitlosigkeitprognosen von 4% außerhalb jeder Diskussionswürdigkeit sind.
    Ich würde an Steffens Stelle auch keine Mühe auf solche weltfremden Prognosen verwenden. Zumal ja ohnehin bei kaum einem volkswirtschaftlichen Parameter so stark getrickst wird wie bei den AL-Zahlen.

    Zu Italien: das sind ja schon griechische Minus-Prozentzahlen, die sich da andeuten. Das wird keinesfalls nur eine leichte Rezession in bella Italia.
    Alle Einsparmaßnahmen werden eben keine Entspannung bei der Neuverschuldungsdynamik bringen, wenn die Einnahmeseite einbricht.

  • Momo - 19. März 2012

    Im Grundsatz stimme ich Ihren Ausführungen zum Auftragseingang zu. Ich gebe jedoch zu bedenken, daß das ca. 1 Woche andauerende chinesische Neujahrsfest in diesem Jahr im Januar stattfand, im vergangenen Jahr jedoch erst im Februar. Der Auftragseingang aus China dürfte somit im Januar 2012 sowohl gegenüber dem Vormonat als auch gegenüber dem Vorjahr signifikant nach unten gedrückt worden sein. Im Monat Februar 2012 wird daher wahrscheinlich eine Gegenbewegung einsetzen.

  • M.E. - 19. März 2012

    Möglich, Momo,
    dass das 1 bis 2 Prozent zum Rückgang beiträgt.
    Schaun wir mal in 4 Wochen, ob die Zahlen dann etwas weniger schlecht sind.

  • boris - 19. März 2012

    Ich habe eine Frage an ALLE. Weiss jemand, ob in Ländern wie Italien, Spanien, Portugal, Irland und natürlich Griechenland die jeweilige Regierung etwas konkretes getan hat (oder tun will), damit in einem dieser Länder ein paar Jobs geschaffen werden und nicht nur gespart wird? Zwar habe ich davon in gewissen Medien schon etwas gelesen – allerdings stand nie etwas konkretes darüber! Deshalb vermute ich einfach ein blabla um einige (naive bis dumme?) Leute zu beruhigen…

    Falls nicht wirklich etwas getan wird um Jobs zu schaffen, sehe ich langfristig (eigentlich schon ziemlich kurzfristig) wirklich grosse Probleme auf uns zukommen! Ich wiederhole mich – aber eine Kette ist so gut wie ihr schwächstes Glied und von denen hat die EU immer mehr…

  • The EXE - 19. März 2012

    Man muss sich das mal Vorstellen, wir leben in einem Schuldgeld System.
    Guthaben= Schulden
    Jetzt glauben die doch nicht das wen man Schulden streichen will oder einfach gesagt Spart KEIN Guthaben streichen muss.
    Also wen Fasching nicht vorbei wäre man würde es für eine Büttenrede halten.
    In diesem System kann man nur Verlieren, wenn Gespart wird.
    Das beste ist verschuldet zu sein bis über beide Ohren hinweg. In den USA ist nur der Bürger Kredit würdig der eine gutes Dutzend Kreditverträge am laufen hat.
    Zu den -7,4 würde ich noch den Goldman Sachs Faktor hinzuschlagen werden wohl so -9% bis -10% sein.

  • saxo - 19. März 2012

    @boris:
    Wer sollte denn, bitte schön, womit irgendwelche Jobs schaffen? Die Deutschen etwa? Mit einer langsam – aber sicher – zur Belastung werdenden, fast ausschließlich auf dem sichtbar verfallenden Export beruhenden Wirtschaft? Die Inlandsnachfrage ist seit Jahren down! Zumindest diejenige, die nicht auf Kredit beruht. Ob das gesund für eine “Volkswirtschaft” sein kann, bezweifle ich kategorisch! Wenn ich denn dann lese, daß – gerade bei den Autoabsätzen – die Finanzierungs- bzw. Leasingrate mittlerweile bei 80 bis 85% liegt, kommen mir nur noch Fragezeichen in den Sinn! Und wenn ich sehe, wieviele Arbeiter bei den Autobauern – gerade hier vor meiner Haustür – in Leipzig – lediglich Zeitarbeiter sind… Die im Umland sitzenden Zulieferer verfahren kaum anders. Und: Ich kenne die Branche! Egal, ob BMW oder Porsche!

    • Wolf Larsen - 20. März 2012

      Hi Saxo,
      gestern hat Ernest und Young behauptet, die deutsche Arbeitslosenquote würde 2015 bei nur noch etwas über 4% liegen.
      Ich kann es nicht nachvollziehen, aber wenn, würde das wohl dem demografishcne Faktor und NOCH mehr Ausbeuterjobs geschuldet sein.
      Natürlich kommt einem da eine gewaltige Blase in den Sinn, die einfach irgendwie platzen MUSS.
      Ich lebe in 3 Welten, einmal in Vietnam, dann in Kanada und noch auch etwas in der BRD,
      Ich kenne selbst im Entwicklungsland Vietnam nur wenige Unternehmer, die menschlich so daneben sind wie allgemein die BRD-Unternehmer,Und auch in Kanada gehtr es (trotz einiger Einschränkungen im Kündigungsschutz, und dem Urlaub (2-3 Wochen bezahlter Regelurlaub plus Verhandlung über etwas mehr) in den Betrieben wesentlich fairer, ehrlicher zu, der Arbeitsdruck ist gegenüber dem in BRD Firmen sehr gering und menschlich.

      Wenn also E&Y recht haben sollten, so geht das
      1. über den demografischen Faktor, in dem 100.000e aus der Statistik aus Altersgründen ausscheinde
      2.Über prekärste Arbeitsverhältnisse, so das einem die unverschämten AV des Jahres 2012 noch “toll” vorkommen werden.

      Platzt die ganze Blase, hat die bevölkerung das Nachsehen, während sich BRD-Unternehmer fettarschig im Ferrari durch Miami bewegen dürften und sich totlachen über die Millionen Deppen, die zu Niedrigstlohn bei “Hauptsache arbeiten”-Neurosen bei ihnen beschäftigt waren.

      Wir wollen hoffen, dass vorher ein Wunder geschieht.

    • boris - 24. März 2012

      SAXO
      Lustig, dass du verstanden hast, dass DEU die Jobs in Italien und anderswo schaffen sollte. Dabei habe ich ziemlich deutlich gefragt ob die jeweiligen Regierungen dieser in Not geratenen Laender (nicht nur Italien) etwas gegen die Arbeitslosigkeit tun und dies hat zufaellig mit DEU nichts zu tun.
      Aber, wenn die Laender nur sparen, dann geht es mit der EU nicht aufwaerts. Dir wuensche ich mal einen Blick ueber deinen Tellerrand, es gibt nicht nur DEU in Europa und wenn jeder nur auf sein Land schaut, dann sollten wir die EU sowieso aufloesen…

  • klaus - 19. März 2012

    Der EURO stirbt noch schneller.

    Nach dem lange vorbereiteten Griff in
    die achso übervollen Krankenkassen,
    der Griechenlandanlegerenttäuschung,
    kommt der Griff ins Hartz IV – Geschehen.

    http://www.handelsblatt.com/politik/international/mehrwertsteuerluege-schaeuble-verwandelt-merkels-vorlage/6345380.html

    Das wars denn wohl.

    Aber sicher, alles nur zum besten
    aller Deutschen.

    Tja, man sieht, das die Ereignisse schneller
    kommen.
    Jetzt noch die Rentenerhöhung in die
    angebliche Pflegekasse manovrieren
    und Zugriff Schäuble.

    Deutschland boomt.

    Achso, und alle glauben es sei für
    Aufbau Griechenland, Portugal, Irland, Ungarn,….

    Bald erzählt uns Gauck vom unendlichen Wohlstand
    und das wir abgeben sollen.
    Und Bescheidenheit eine Zier ist.

    Super.
    Welch ein Land voller Alter Nativen.

    Toll.

  • M.E. - 19. März 2012

    Der italienische Staat schafft keine Jobs. Im Gegenteil: durch die Sparpolitik werden eher staatliche Jobs abgebaut.
    Jobs schaffen können entweder nur italienische Firmen (bestehende oder neu gegründete) – allerdings dürfte das angesichts der Kapitalflucht nicht in dem Maße geschehen, um Entlassungen annähernd zu kompensieren.
    Das gilt ebenfalls für alle anderen Südstaaten.
    Oder Jobs könnten durch ausländische Investoren geschaffen werden. Fragt sich nur, welche ausländische Firma in einem kriselnden Land mit schrumpfenden Markt nennenswert investiert.

    Anderes Thema: interessant ist die anhaltende Aufwärtstendenz der Renditen für US-Bonds. Heute schon auf 2,37% für 10-jährige. Alles noch niedrige Zinssätze, aber mittlerweile doch ein beachtenswerter Trend.
    Insbesondere, wenn man sich folgende Entwicklung vor Augen führt:

    http://www.wirtschaftsfacts.de/?p=15675

    • Querschuss - 19. März 2012

      Hallo M.E.,
      der italienische Staat schafft bzw. verantwortet aber Rahmenbedingungen für die Wirtschaft und damit auch für den Arbeitsmarkt.

      Gruß Steffen

  • M.E. - 20. März 2012

    Ist mir schon klar Steffen,
    nur erfordert eine aktive Konjunkturpolitik eben auch Geld. Das der italienische Staat nicht hat.
    Und was Konjunkturankurbelung letzten Endes bewirkt, sehen wir ja in Japan, wo seit 20 Jahren gekurbelt wird ohne Ende.

    • boris - 24. März 2012

      Seltsam, dass hier niemand begreift, dass man in Italien mal wirklich etwas gegen die Mafia (die nicht nur in Sueditalien existiert) tun muesste und diesem Land ginge es deutlich besser. Ich erwaehne nur das Stichwort Schutzgelder, dass diesem Staat und deren Wirtschaft Milliarden kostet. Einfach mal nach Italien gehen und mit den Leuten reden, dann merkt ihr es vielleicht auch…

  • Frank - 20. März 2012

    Hallo Steffen,

    was Du von den Sparmaßnahmen in Italien (und den anderen Staaten der Peripherie) hälst, ist ja hinreichend bekannt.

    Nur: woher soll das Geld für zusätzliche Ausgaben kommen?

    Deine Kritik an Monti, Merkel, EZB, EU-Kommission, IWF etc. ist irrelevant, so lange Du keine bessere Alternative aufzeigst.

    Viele Grüße

    Frank

    • Querschuss - 20. März 2012

      Hallo Frank,
      eine Wirtschafts- und Finanzpolitik die europaweit in die Rezession führt ist irrelevant, da sie keinerlei Perspektiven zur Lösung der Probleme leistet und Millionen Menschen Jobs, Einkommen und Lebensstandard kostet und somit selbst krisenverstärkend wirkt!

      “Nur: woher soll das Geld für zusätzliche Ausgaben kommen?” …Gähn, du redest der organisierten Abwärtsspirale das Wort, stellst du diese Frage auch bei den Bankenrettungen und Gläubigerbailouts per Rettungspakete, EFSF, ESM und via Target2? Ich rede von Bruchteilen dieser Summe für Investitionen!
      Ohne Investitionen in reale Wertschöpfung wird die Eurozone auseinander fliegen, da die zu Grunde liegende Ursache der Probleme, die unterschiedliche wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Mitglieder, nicht behoben wird. Bei weniger undifferenzierter Austerität, entsteht auch eine bessere Wirtschaftsleistung, bessere Steuereinnahmen, sehr wahrscheinlich wären bei kluger Steuerung die Defizite nicht höher als jetzt mit den brachialen Sparmaßnahmen.

      Meine Sichtweise wird seit vielen Monaten durch alle einlaufenden Wirtschaftsdaten bestätigt, im Falle von Griechenland seit über 2 Jahren, alles hier ausführlich dokumentiert und nachzulesen. Nicht auf mir lastet die Erklärungsnot, sondern auf denen die für diese miesen wirtschaftlichen Ergebnisse verantwortlich sind oder willst du mir erzählen das die Entwicklung in der Südperopherie zielführend ist und einen Beitrag zur besseren Schuldentragfähigkeit und zu leistungsfähigen Volkswirtschaften leistet?

      Gruß Steffen

      • Frank - 20. März 2012

        Hallo Steffen,

        Deine zentrale These ist ja, dass mit vergleichsweise geringen Investitionen (“Bruchteilen”) die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Peripherie entscheidend verbessert werden könnte. Ich sehe wenig, was für Deine These spricht. Schauen wir uns die entsprechenden Versuche aus der jüngeren Vergangenheit an:

        1) Die neuen Bundesländert nach der Wiedervereinigung: hier ist massiv investiert worden, trotzdem ist die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit immer noch wesentlich geringer als im Westen.

        2) Der Mezzogiorno: seit Menschengedenken und mit hohem finanziellen Aufwand versucht die ialienische Regierung, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Südens auf das Niveau des Nordens zu bringen – ohne Erfolg.

        3) EU-Peripherie: ein wesentlicher Teil der EU-Haushaltsmittel fließt über Struktur-, Wachstums- und Kohäsionsfonds in die Peripherie. (Wir reden hier über mehr als eine halbe Billion Euro allein in den letzten Jahren.) Das Ergebnis dieser Investitionen liegt vor unser aller Augen.

        Ich sage ja nicht, dass das, was im Moment passiert, der Weisheit letzter Schluss ist. Aber diejenigen, die – wie Du – eine Art “Marshall-Plan” fordern, sollten doch bitte auch zur Kenntnis nehmen, dass es entsprechende Versuche durchaus bereits gegeben hat – und dass diese Versuche nicht besonders erfolgreich verlaufen sind.

        Übrigens: die Frage nach den Kosten stelle ich in der Tat auch bei Bankenrettungen und Gläubiger-Bailouts.

        Viele Grüße

        Frank

        • Querschuss - 20. März 2012

          Hallo Frank,
          sinnvolle Austerität ergibt sich aus der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung von der Verwendungsseite her. BIP= private und staatliche Konsumausgaben + Bruttoinvestitionen + Außenbeitrag (Exporte-Importe), wenn also gewollt private und staatliche Konsumausgaben sinken, muss dafür Sorge getragen werden das Investitionen und der Außenbeitrag steigen, dies wäre dann wenigstens ein Beitrag zur Erlangung wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit. Wenn aber auch die Bruttoinvestitionen zweistellig abschmieren und der sehr schwache Außenbeitrag sich nur leicht verbessert bzw. stagniert, dann hat man den perfekten Sturm, eine Rezession, die das Gegenteil von dem erwirkt, was man vermeintlich vorhat!

          Das Mezzogiorno und das neue Bundesländer Argument sind Totschlagargumente, was wäre denn die Alternative wenn Investitionen in WERTSCHÖPFUNG nichts bringen, weiter Konsum auf Kredit? Genau das ist doch das Problem. Im Übrigen würde ich selbst in Bezug auf die neuen Bundesländer deutlich bezweifeln das Investitionen primär in künftige industrielle Wertschöpfung stattfanden. Die entscheidende Frage ist immer in was wird investiert.

          Du möchtest wie die Troika den Konsum nun auf die erbrachte Leistung (Wertschöpfung) zurückführen um dieses Problem zu lösen, was in einer Abwärtsspirale mündet und auch Deutschland erreichen wird (bereits hat, leichte rezessive Tendenz in Q4 2011), ich meine man muss bei den unterentwickelten Ländern Investionen und Wertschöpfung ankurbeln, um aus Wertschöpfung und den Einkommen daraus den Konsum zu ermöglichen. Dies ginge einher mit einem Abbau der Ungleichgewichte in der Eurozone und ohne diesen Abbau gibt es keine Lösung, sondern nur Monat für Monat sich weiter aufbauende Verwerfungen. Das Kaputtsparen in der Südperipherie wird in der Endkonsequenz, wenn es kein Abwenden von dieser Versagerstrategie gibt, auch in einem Ausbuchen der Forderungen Deutschlands münden und damit in Jahrezehnte Arbeit für die Tonne von Millionen deutschen Sparern.

          Was ist denn deine zentrale These, …mit Sparen, ohne Investitionen, eine volkswirtschaftliche Leistungsfähigkeit herzustellen?

          Gruß Steffen

    • Lothar - 22. März 2012

      Steuern fuer die Reichen. Bessere umverteilung dann gehts mit dem Konsum wieder. Ganz einfaches.

  • M.E. - 20. März 2012

    Hallo Steffen,
    prinzpiell teile ich ja Deine Meinung, dass Austerität die Krise verschlimmert.
    Das Schlimme ist eben, dass es garkeinen Ausweg mehr gibt, Die Hoffnung, mittels gezielter Invstitions- und Nachfrageförderung, also mit damit verbundener temporärer Neuverschuldungserhöhung, sozusagen per Wachstum aus den Schulden “herauszuwachsen”, ist trügerisch bis illusorisch.
    Etwas anderes wäre es, wenn es eine nur sehr geringe Verschuldung gäbe. Dann könnte man über Investiotions- und Nachfragestimulierung nachdenken.
    Aber bei den jetzigen Verschuldungsniveaus sind alle Wege, die aus dem Dilemma hinausführen könnten, leider versperrt.
    Das Einzige, was jetzt noch wirklich helfen würde, wäre ein radikaler Schulden- und Vermögensschnitt, um die seit Jahrzenten andauernde Umverteilung hin zu den Kapitalbesitzern rückgängig zu machen. Wobei ich mir über die Folgen eines breiten und radikalen Schuldenschnitts garkeine Illusionen mache. Das wäre erst einmal eine harte Zäsur und würde vorübergehend heftige Turbulenzen auslösen. Aber danach hätte man wenigstens wieder eine Handlungfähigkeit erlangt, die jetzt nicht mehr gegeben ist und ohne den Schnitt nie wieder gegeben sein wird.

  • ergo sum - 22. März 2012

    Vielleicht sollten wir uns nicht gar so kritisch über den italienischen Mezzogiorno äußern. Jedes Land der Welt hat schließlich seinen Mezzogiorno. Unserer heißt Ostdeutschland. Fragen Sie nur mal Herrn Putin, wie viele Mezzogiornos er in Russland hat, von China gar nicht erst zu reden.