Italien: Bruttostaatsschulden im April 2014

von am 14. Juni 2014 in Allgemein

Wie die italienische Zentralbank (Banca d’Italia) am Freitag mitteilte, stieg im April 2014 die Bruttoverschuldung des italienischen Staates (General Government) um +26,246 Mrd. Euro zum Vormonat und um +103,521 Mrd. Euro zum Vorjahresmonat, auf 2,146389 Billionen Euro und damit erneut auf ein neues Allzeithoch. Der Bruttostaatsschuldenstand liegt damit im April 2014 bei rund 137,0% des nominalen BIPs. “Fortschritte”, ja, ….aber ohne Ende :)

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1aDie Entwicklung der monatlichen Bruttostaatsverschuldung in Mrd. Euro seit Januar 1960 bis April 2014. Im April 2014 ging es um +26,246 Mrd. Euro zum Vormonat und um +103,521 Mrd. Euro zum Vorjahresmonat aufwärts, auf 2,146389 Billionen Euro. Zum Vergrößern bitte 1x den Chart anklicken.

Bereits am Ende des Jahres 2013 lag die Bruttostaatsverschuldung bei 132,6% des nominalen BIPs, der höchste Stand seit 1924. Auch im Jahr 2014 wird nicht lange gefackelt, denn im April 2014 dürfte die Bruttostaatsverschuldung bereits auf 137,0% des nominalen BIPs geklettert sein:

1aDie Entwicklung der italienischen Bruttostaatsschulden im Verhältnis zum nominalen BIP in Prozent seit 1861 bis 2013 im Langfristchart und für April 2014, vorläufig geschätzt durch Querschuesse.

Völlig verrückt bzw. Dank der EZB, trotz der ungebrochen steigenden Bruttostaatsschulden, dies bei unverändert miesen wirtschaftlichen Rahmendaten, sinkt die Rendite 10-jähriger Staatsanleihen stetig:

1aDie Entwicklung der Rendite von 10-jährigen italienischen Staatsanleihen in Prozent auf Monatsbasis (blau) und der italienischen Bruttostaatsschulden in Mrd. Euro (rot) von Januar 1989 bis April 2014 im Chart.

Zuletzt im April 2014 sank die Rendite der 10-jährigen auf 3,23%, während die Bruttostaatsschulden auf ein Allzeithoch stiegen. Und es ging weiter abwärts, mit der Rendite der 10-jährigen, am Freitag, den 13.06.2014 waren es sogar nur noch 2,778%:

1aDie Entwicklung der Rendite von 10-jährigen italienischen Staatsanleihen im Dailychart bis zum 13.06.2014, mit 2,778%.

Interessant:

1aDie Entwicklung der Nettoanlageinvestitionen des italienischen Staates von 1970 bis 2013 im Jahreschart. Zuletzt 2013 waren die Nettoanlageinvestitionen sogar negativ mit -4,239 Mrd. Euro. Die Nettoanlageinvestitionen entsprechen den Bruttoanlageinvestitionen minus den Abschreibungen. Trotz steigenden Staatsschulden wird Netto nicht investiert!!

Aber es ist noch viel schlimmer, als das nur der Staat nicht investiert, auch die Unternehmen tun es nicht und damit auch die Gesamtvolkswirtschaft nicht:

1aDie Entwicklung der gesamten Nettoanlageinvestitionen aller Sektoren von 1960 bis 2013 in Mrd. Euro im Jahreschart. Zuletzt 2013 lagen die Nettoanlageinvestitionen bei -11,421 Mrd. Euro. Der Kapitalstock der italienischen Volkswirtschaft schrumpft!

Quelle Daten: Bancaditalia.it/PDF: The Public Finances, borrowing requirement and debt, No. 33 – 2014, Ec.europa.eu/AMECO-Datenbank

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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14 KommentareKommentieren

  • M.E. - 15. Juni 2014

    Man sollte eigentlich meinen, dass Extremsparen bei den staatlichen Investitionen und supergünstige Zinsen für die Anleihen zu einer zumindest deutlich geringeren Verschuldungsdynamik führen.
    Was wird erst abgehen, wenn die Zinsen für italienische Bonds wieder deutlich steigen und/oder die nächste Weltwirtschaftskrise beginnt? Wenn schon in “guten Zeiten” das Verschuldungsruder nicht mehr rumgerissen werden kann?

    Renzi wird genau so scheitern wie seine Vorgänger, auch wenn ich ihm den guten Willen durchaus zugestehen will.

  • Ert - 15. Juni 2014

    @M.E.

    Nicole Foss hat es hier sehr kurz und knapp zusammengefasst: http://www.youtube.com/watch?v=kYXA9XHFUCU

    Die beste Erklärung zu dem wo wir stehen und wie jeder selber sich auf die kommende Deflation vorbereiten kann. Wann die blase Platzt ist nicht genau klar – das Sie aber platzen wird, ist denke ich allen langjährigen Querschusslesern im Hinterkopf.

    • Holly01 - 15. Juni 2014

      Lokale Netzwerke …… ich war auf der Montagsdemo in Dortmund.
      Es war nur all zu leicht die üblichen Verdächtigen auszumachen, die man auf alternativen Treffen immer trifft.
      Es wurde mir auch in den Medien leicht gemacht, diese Leute in Schubladen einzusortieren.

      Mit etwas Abstand habe ich mir aber eines eingestanden:
      Diese Leute haben ein Forum sich zu äussern und ein offenes Mikrofon für Jedermann und Jederfrau.
      Die reden selten über Frieden ansich, aber sie reden viel über das Miteinander und den großen Betrug an den Menschen und wie der sich auswirkt.

      Ich bin 1963 geboren und muss heute feststellen (als Systemträger und Gewinner im bescheidenen Rahmen), daß meine Möglichkeiten mich auszudrücken alle kassiert wurden.
      Meine Systemmedien diffamieren Beiträge, die meine Meinung wieder geben, als von russischen Studenten verfasst, die von Putin geschmiert werden.
      Meine Kritik am großen Bruder Amerika (in Wirklichkeit am amerikanischen establishment, die Menschen dort tun mir wirklich leid), wir weggewischt und es wird verlangt :
      beweiss es.

      Die Haut der Blase muss mittlerweile schon arg dünn sein, wenn die Haut der Systemtäger deratig dünn geworden ist.
      Die Blase muss schlecht tragen, wenn die Systemmedien nicht dazu in der Lage sind ihre Inhalte noch ins Volk zu lügen.
      Der Glaube der Systemträger muss arg nachgelassen haben, wenn die schon selbst von der “Spätphase” des Systems sprechen.
      Wenn die sich selbst und ihrem System nicht mehr glauben, dann ist es Zeit sich selbst abzusichern.
      Jeder für sich Gott für uns alle?
      Was wird aus den 50% der Deutschen die sich nicht absichern können, weil sie keinerlei Manövriermasse haben und keinerlei Vorsorge treffen können?

      Hr. Gauck will das System in den nächsten Krieg retten. Respektive seine Textschreiber möchten das, er ist ja nur Vorleser und Lippenmodel.
      Ist das die Alternative?
      Heute Krieg damit wir morgen noch inder Blase leben “dürfen”?
      Man kann gar nicht so schnell fressen wie man kotzen möchte ……… das Zitat ist besser als die Quelle.
      Wir sind eine fail generation …..

      • Ert - 15. Juni 2014

        @Holly

        Der Krieg erfüllt eben viele Dimensionen – wie in 1984 gut wiedergegeben wurde. da läuft ja auch ein angeblicher Krieg gegen einen undefinierten “bösen” Feind im Hintergrund. Da werden Ressourcen verheizt und es muss gespart und sich eingeschränkt werden.

        In einen richtigen Krieg, mit Konfliktgebiet im arabischen bzw. asiatischen Raum – kann dann auch gleich noch das Problem der “Youth Bulge” beseitigt werden, das die regierenden dort haben und was deren Macht destabilisiert. Alles ein ganz dreckiges Spiel…. aber so ist das eben immer abgelaufen in dem die Jugend verheizt wurde.

        Das Problem das das “Estabishment” heute hat – ist das uns die einfachen Ressourcen ausgehen. Kriegerische Expansion in heutigen Maßstäben ist ein Nettoenergieverlust – und destabilisiert die Systeme noch mehr. Auch Rom hatte dieses Problem vor ca. 2000 Jahren in der Endphase seiner Expansion. Die Gegner wurden stärker, die Außengrenzen größer und die zu erwartende Beute (inkl. Sklaven) weniger – irgendwann hat die Expansion dann keinen Sinn mehr gemacht. Die Mongolen hatten sich aus dieser Erkenntnis sogar freiwillig aus Europa zurückgezogen und sich auf Asien und Indien konzentriert.

        Wir aber steigern unsere Systemkomplexität immer weiter – wobei der Nutzenzuwachs schon lange negativ ist. Ich empfehle hier Tainter (Collapse of complex societies) zu lesen.

        Ich hatte dazu mal geschrieben: “Der Archäologe Joseph H. Tainter hat in seinem Buch „Collapse of Compex Societies“ gefolgert, dass viele große und erfolgreiche Zivilisationen vor uns kollabiert sind, weil Sie die natürlichen Ressourcen Ihren Umgebung, oft durch starkes Bevölkerungs¬wachstum, übernutzt hatten und alle technischen oder organisatorischen Problemlösungen immer weniger (Netto-)nutzen brachte – bis dieser dann dauerhaft negativ war („declining marginal returns on added investments in complexity.“). Dieses Schicksal hatte dann selbst das römische Reich getroffen – mit dem Unterschied zu heute, dass bis jetzt solche Ereignisse eher geografisch lokal stattfanden und damalige Strukturen deutlich weniger komplex und suffizienter waren. Wir haben heute aber eine globales, extrem arbeitsteiliges und vernetztes Wirtschafts- und Gesellschaftssystem, welches einen Ausfall eines Teiles nicht mehr so einfach verkraften kann.”

        Du Fragtest zudem offen: “Was wird aus den 50% der Deutschen die sich nicht absichern können, weil sie keinerlei Manövriermasse haben und keinerlei Vorsorge treffen können?”

        Frage lieber was aus den Milliarden wird, wenn die nächste Phase eintritt…..

        Schönen Sonntag noch.

  • Michael - 15. Juni 2014

    Keine Sorge. Ab Herbst geht es steil aufwärts. Mit oder ohne Draghi. Da zählt die Schattenwirtschaft mit. Italien hat die Wirtschaftslokomotive Mafia zu bieten. Die Investitionen noch um Rüstung, Forschung und Entwicklung aufgepeppt und es geht sichtbar voran. Nur nicht für die Italiener. Wo es keine Mafia gibt, blühen trotzdem Rauschgifthandel, Horizontales Gewerbe und Korruption. Die lassen sich nahezu unbegrenzt steigern. Die Freunde der Statistik werden sich im Angesicht solcher ewiger Aufschwünge nicht mehr einkriegen. Arbeitslos ? I wo, abgewandert in die Schattenwirtschaft. Vor meinem inneren Auge sind schon steigende BIP’s, Senkung der Staatsschulden unter 60% und Investitionen wohin das Auge reicht vorgemerkelt. Nur Mut, der “Aufschwung” kommt sicherer, als das Amen in der Kirche. Das nehmen die Anleihenrenditen eben vorweg. Börsenmanipulation zur Steigerung des BIP? Niemals, die Algos rackern dann eben 7 Tage die Woche, der Tag hat 24 Stunden und nachts brennt Licht. Amis und Tommis sind genauso kreativ, warum die Eurozone nicht?

    Mehr als Schwarzen Humor kann man bei den sensationellen Reformerfolgen im Südwesten wirklich nicht mehr entwickeln.

  • Holly01 - 15. Juni 2014

    @ Ert,
    “Frage lieber was aus den Milliarden wird, wenn die nächste Phase eintritt…..”

    Hätte ich vielleicht gefragt, wenn es den Deutschen nicht so Scheiss egal wäre …….. tut mir leid, aber da mache ich mir schon lange keinerlei Illusionen mehr.
    Griechenland ist das ultimative Beispiel für die völlige Ignoranz gegenüber Mitmenschen (und da besteht zumindest die Möglichkeit, daß die nur ein paar Jahre vor uns weg gehen, auf ihrem Kreuzweg).

    • Ert - 15. Juni 2014

      @Holly

      Das ich mir keine Illusionen mehr machen – das schützt mich vor kompletter mentaler Kontamination. Ich bin noch recht gut informiert und treffe Entscheidungen auf dieser Basis.

      Letztendlich bin ich froh, das ich dadurch vieles in das jetzt verlagert habe und immer weniger in eine Zukunft verschiebe in der es ggf. selber für mich vorzeitig keine physische Existenzgrundlage gibt.

      Jetzt ist die Zeit zum persönlichen Handeln – nicht für Konsum, Lebensversicherung, etc. pp. – sondern für das Leben. Und das braucht zu aller erst Zeit, offene Augen, ein offenes Ich/Herz/Gehirn und ganz viel Maß! Lass die anderen den Mohrrüben am Stock unseres Systems hinterherrennen und Ihre Zeit (aus meiner persönlichen Sicht) damit vergeuden. Eben Momo pur….

      • Holly01 - 16. Juni 2014

        @ Ert,
        “in der es ggf. selber für mich vorzeitig keine physische Existenzgrundlage gibt”

        Ich hoffe es wird nicht Armageddon. Ich weiss zwar, das es zionististische, christliche und moslemische Kreise gibt die sehr gut davon leben, den Leuten die letzte Schlacht von Gut gegen Böse zu verkaufen. Ich habe eine solide rk Grundlage (aus meiner Kindheit).
        Gott läßt sich nicht dazu bringen sein Gericht zu halten, wenn bestimmte Menschen meinen es wäre nun an der Zeit.
        Das wird niemanden davon abzuhalten Armageddon zu spielen, aber die apokalyptischen Reiter werden nicht erscheinen (es sei denn jemand ortnet Netanjahu und Obama als 2 apokalytische Reiter ein).

        Es geht eher um einen kurzzeitigen Zusammenbruch der Systeme. Zuerst Währungssystem, dann Handel, danach Wirtschaft und zuletzt wohl auch die zivile Ordnung und Teile der Grundversorgung.
        Nun halte ich weder von den Politikern noch von den top Managern besonders viel, aber ich denke schon, daß die dazu fähig sind, ein paar Schubladen zu öffnen, die Notfallpläne raus zu holen und abzuarbeiten.
        Gibt es vom Innenministerium eigentlich noch die Aufforderungen Geld und Lebensmittel für 3 Monate zu Hause zu haben?
        Habe mich schon lange nicht mehr damit beschäftigt……….

        Momo? Naja, die Neolibs betachten die 80% als das was Hundt sie damals benannt hat: Abfallmenschen.
        Da kommen keine Warnungen, die läßt man vor die Wand laufen. Egal wie absehbar das kurz vor dem Knall noch werden sollte.
        Da braucht man bei dem grauen Hosenanzug keinerlei menschlich, sozialen Regungen zu erwarten.
        Beim Rest auch nicht. Die bringen nur ihre eigenen Hintern ins trockene.

  • Holly01 - 16. Juni 2014

    Bruttolohn aller durchschnittlich Beschäftigten 1960: 6148 DM
    Lohnsteuer davon: 390 DM
    tatsächliche Sozialabgaben: 580 DM
    Kaufkraft gegenüber 1976 deflationiert: 9313 DM

    Bruttolohn aller durchschnittlich Beschäftigten 1970: 13841 DM
    Lohnsteuer davon: 1632 DM
    tatsächliche Sozialabgaben: 1483 DM
    Kaufkraft gegenüber 1976 deflationiert: 15001 DM

    Bruttolohn aller durchnittlich Beschäftigten 1980: 29923 DM
    Lohnsteuer davon: 4875 DM
    tatsächliche Sozialabgaben: 3955 DM
    Kaufkraft gegenüber 1976 deflationiert: 18183 DM (Kaufkraftparität 1976, danach negativ)

    Bruttolohnveränderungen:
    1966: +7,3%
    1967: +3,3%
    1968: +6,2%
    1969: +9,2%
    1970: +15,3%
    1971: +11,3%
    1972: +9,2%
    1973: +11,2%
    1974: +10,9%
    1975: +6,4%
    1976: +7,0%
    1977: +6,8%
    1978: +5,4%
    1979: +5,6%
    1980: +6,6%
    1981: +4,8%
    1982: +4,1%

    Preisindex mit 1976 = 100%

    1966: +3,6%
    1967: +1,4%
    1968: +1,3%
    1969: +2,1%
    1970: +3,2%
    1971: +5,2%
    1972: +5,3%
    1973: +6,8%
    1974: +6,7%
    1975: +6,1%
    1976: +4,4%
    1977: +3,5%
    1978: +2,5%
    1979: +3,9%
    1980: +5,3%
    1981: +5,9%
    1982: +5,2%

    Kaufkraft DM 1948 = 100%
    1950: 108%
    1955: 98,2%
    1962: 85,1%
    1969: 71,9%
    1976: 50%
    1983: 37,7%

    1948-1963= 35Jahre 100%-37,7%= 62,3% 62,3%/35J= 1,78%/a

    Die Werte für den DAX habe ich nicht direkt gefunden. Aber ich denke man kann von einem Innenwert ausgehen der etwa bei Null liegt.
    Früher hat man eine Abschreibung von grob 10% in die Zahlenreihen vom BSP eingebaut.
    Das scheint man heute zu vergessen. Wenn ich das richtig sehe, kann man die aktuellen Zahlenreihen auch vergessen.

    BSP BRD zu jeweils aktuellen Marktpreisen:
    1970: 657,7 Mrd. DM
    1976: 1123,0 Mrd. DM
    1980: 1485,7 Mrd. DM
    1983: 1671,2 Mrd. DM (damals geschätzt, dei Quelle ging 1982 in Druck)

    BSP zu Marktpreisen je Erwerbstätigen (mehr als 20h/woch):
    1950: 35900 DM
    1976: 43880 DM
    1980: 48810 DM
    1983: 50150 DM (wieder die Schätzung)

    Liebe Herrschaften vom Mieses Institut, wenn ihr schon einen sinnfreien Plot absetzt, dann nehmt auch realistische Grundlagen und nicht irgend einen von den Neolibs degenerierten Inhalt, der alle Bezüge zur halbwegs realwirtschaftlich getragenen Volkswirtschaft verloren haben.
    DANKE !!

    http://www.misesde.org/?p=8065

    • Frank Bell - 16. Juni 2014

      @ Holly01

      Den DAX gibt es erst nach 1987. (Natürlich kann man den zurückrechnen.)

      Eventuell kann man den FAZ-Index nehmen.

      • Holly01 - 17. Juni 2014

        Hallo Frank Bell,
        der zurückgerechnete Index läuft bis etwa ´82 mit einer gewissen Volatilität im Bereich von 500€ bis 650€.

        Bei einem crash sollte (die zum crash Zeitpunkt zugerechnete schlechte Perspektive zugerechnet) bei etwa 500€ eine Realwertunterstützung für den DAX einsetzen.

        Alles darüber halte ich für heisse Luft.
        Einen DAX nach dem crash würde ich im Bereich von max 800€ sehen.
        Ich gehe davon aus, daß es zu dem Zeitpunkt kein heisses Geld mehr gibt, weil alles dem cut zum “Opfer” gefallen ist.
        Zu bedenken ist auch das der normale cut immer Guthaben komplett zerstört, aber Schulden nur etwas mindert, damit die Staaten genug Puffer bekommen, um ihrerseits dann Lasten an die Bürger zu verteilen, damit der/die Staat(en) sich komplett entschulden können.
        Üblicher Weise ist der Start nach dem cut ein staatlich finanzierter Anschub.
        Was das den Neustart des Verschuldungszykluses impliziert.

        Aber auch da keinerlei “Umverteilungsorgien” begleitet von “Enteignung” des Großkapitals oder “Entschuldung” der Kleinkredite (also weder von 1960-1982, noch erwartet nach einem cut).

        just my 5 Cent.

  • Frank Bell - 16. Juni 2014

    off-topic

    Hallo,

    anbei etwas zur Neid-Debatte in Deutschland:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/demografie-das-rentenalter-wird-steigen-a-975073.html

    So ist sich die schwarz-rote Bundesregierung nicht zu schade, die Rente mit 63 einzuführen. Das hat weder mit Nachhaltigkeit noch mit Gerechtigkeit zu tun, noch passt es zur “Demografiestrategie”. Aber angesichts der guten Wirtschaftslage gibt es der Bundeshaushalt momentan nun mal her.

    Die demografischen Zahlen allerdings weisen in die Gegenrichtung: Um zu verhindern, dass die Zahl der Beschäftigten in Deutschland ins Bodenlose fällt, gibt es zwei Stellschrauben – die Ausdehnung des Arbeitslebens”

    Oh lieber Gott, sende uns Professoren mit HIRN – und nicht nur geistigem Dünnschiss.

    • Rob - 17. Juni 2014

      Hallo Frank Bell,

      selbstverständlich ein Propagandawerk erster Güte.

      Hierbei ist im besonderen zu beachten, daß es ausschließlich um Männer geht (“Großväter der Babyboomer” “Ihre Enkel und Urenkel” nicht EnkelInnen und UrenkelInnen), daher kann dieser Artikel auch nur aus männlicher Sicht betrachtet werden.

      Schon die Aussage, das die Lebenserwartung eines 65 jährigen 1970 knapp 13 Jahre betrug, ist falsch. Tatsächlich ist die Restlebenserwartung eines 65 jährigen zwischen 1950 von tatsächlich knapp 13 Jahren auf knapp 12 Jahre im Jahr 1970 gesunken:

      http://www.lebenserwartung.info/index-Dateien/ledeu.htm

      Bis 2010 ist die theoretische Lebenserwartung eines 65 jährigen auf knapp 17,5 Jahre gestiegen (theoretisch deshalb, weil die meisten der jetzt 65 jährigen erst in in der in der Zukunft sterben werden).

      Der Autor schwafelt von einer sich bis zum Jahr 2030 gegenüber dem Jahr 1970 um 10 Jahre erhöhenden Restlebenserwartung (also 23 Jahre oder 22 Jahre, wenn man die tatsächlichen Zahlen zugrunde legt) und dehnt das dann noch einmal flott auf 25 Jahre aus “bei schmalen Bezügen ein Vierteljahrhundert lang darben”.

      Selbst die OECD erwartet für den Zeitraum 2060 bis 2065 eine Restlebenserwartung für 65 jährige Deutsche von 22,1 Jahren, gleichauf mit den Griechen und 0,2 Jahre weniger als für Mexikaner.

      http://www.keepeek.com/Digital-Asset-Management/oecd/finance-and-investment/renten-auf-einen-blick-2013-oecd-und-g20-lander-indikatoren/restlebenserwartung-im-alter-von-65-jahren-manner-und-frauen-in-jahren-2010-2015-und-2060-2065_pension_glance-2013-graph93-de#page1

      Selbstverständlich sind alle Vorhersagen unsicher, besonders wenn sie die Zukunft betreffen ;). aber wie unter den Bedingungen von Peak Oil und Peak Energy und gleichzeitig weiterem Bevölkerungswachstum ein Wachstum der Lebenserwartung möglich sein soll, verstehe ich nicht.

      Ich vermute, daß sich das deutsche Langlebigketsproblem sehr einfach durch erhöhte Sterblichkeit von selbst lösen wird.

  • uwe - 23. Juni 2014

    @Frank Bell / @Rob

    >>Oh lieber Gott, sende uns Professoren mit HIRN – und nicht nur geistigem Dünnschiss.

    >>Hierbei ist im besonderen zu beachten, daß es ausschließlich um Männer geht (“Großväter der Babyboomer” “Ihre Enkel und Urenkel” nicht EnkelInnen und UrenkelInnen), daher kann dieser Artikel auch nur aus männlicher Sicht betrachtet werden.

    Beide Kommentare – was für ein Quark! – war meine erste Reaktion.

    Ob der Prof nun für 1970 von 12 oder 13 Jahren Restlebenserwartung “schwafelt” (wie @rob formuliert) und von Männlein, Weiblein oder für @rob wohl unvorstellbar gar von beiden – sorry Leute – das ist doch wirklich Banane. Und selbstverständlich wird jeder geistig Normalbegabte auf “beide” tippen, schließlich geht es um Rente für alle.

    Dass die Lebenserwartung seit 1970 stark gestiegen ist und derzeit weiter steigt, das ist unbestritten und hat auch nichts mit der Entwicklung von 1950/1960 zu tun, richtig? Falls nicht, dann siehe ganz offizielle Daten hier http://www.bib-demografie.de/DE/ZahlenundFakten/08/Abbildungen/a_08_24_fernere_lebenserwartung_65jaehriger_d_geschlecht_ab1871.html;jsessionid=4A0C3D791C7D28E4797775B2721FB9FC.2_cid284?nn=3071458

    Mit minimaler Fantasie läßt sich das wunderbar fortschreiben.

    Ebenso ist es für seine Argumentation wenig relevant, ob diese Restlebenserwartung dann 10, 12 oder 15 Jahre zusätzlich zu der in 1970 beträgt. Das Ergebnis ist immer dasselbe, nämlich eine erheblich längere Rentenbezugsdauer. Sind wir noch auf der gleichen Spur?

    Tja und was haben wir an Stellschrauben?
    - später in Rente
    - weniger Rente
    - höhere Beiträge
    - Einwanderung

    Was ist also bitte ist falsch an seinen Argumenten und Schlussfolgerungen?

    Ok, sie passt nicht in das eine oder andere Weltbild. Spätestens ab SPD und links davon. Nur hilft das ganze Weltbild nicht gegen die Fakten.

    Und appropos Mises Artikel. So ganz daneben liegt der Junge gar nicht. Googlet Euch mal den Einkommenssteuerrechner der FAZ und gebt mal die Steuersätze Eurer Wahl ein. Ich bin z.B. ein Fan von Grundfreibetrag 18000.- und 50% Grenzsteuersatz. Wo müsste der wohl liegen bei Aufkommensneutralität der Einkommensteuer vorher/nachher?