Italien mit schwachen Daten zur Industrieproduktion

von am 5. August 2011 in Allgemein

Das italienische Statistikamt ISTAT verdeutlichte heute mit den Daten zur breit gefassten Industrieproduktion für Juni 2011, wie schwach die italienische Realwirtschaft aufgestellt ist und das Italien ein großes Stück von industrieller Leistungsfähigkeit entfernt ist und dies eine negative Aussagekraft hat, in Bezug auf die hohe Staatsverschuldung. Der Output der Industrieproduktion sank im Juni saisonbereinigt um -0,6% zum Vormonat und stieg gegenüber dem Vorjahresmonat nur noch um schlappe +0,2%.

Die Entwicklung des saisonbereinigten Outputs der breit gefassten italienischen Industrieproduktion (Bergbau, Energieversorgung und Verarbeitendes Gewerbe) seit Januar 1990 im Chart. Im Juni 2011 fiel der Output auf 89,50 Indexpunkten und lag damit auf dem Niveau von März 1994! Zum Hoch im August 2007 verliert er immer noch um -18,64%. Noch deutlicher kann man nicht veranschaulichen, dass die Leistungsfähigkeit der Wirtschaft weiter am Boden liegt und die Erholung seit der Wirtschafts- und Finanzkrise nicht im Ansatz ausreicht um eine Entlastung in Hinblick auf die Staatsschuldenkrise zu erreichen.

Das saisonbereinigte reale BIP stieg nach Angaben von ISTAT im 2. Quartal 2011 um +0,3% zum Vorquartal und um +0,8% zum Vorjahresquartal:

Die Entwicklung des realen BIPs in Mrd. Euro seit Q1 2000. In Q2 2011 stieg das reale BIP auf 307,404 Mrd. Euro, nach 306,607 Mrd. Euro im Vorquartal. Zum Hoch in Q3 2007 mit 322,965 Mrd. Euro beträgt der Rückstand noch -4,82%.

Quelle Daten: Istat.it/PDF: Industrieproduktion Juni 2011, Istat.it/PDF: Reales BIP Q2 2011, Eurostat.ec.europa.eu/Datenbank

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7 KommentareKommentieren

  • M.E. - 5. August 2011 Antworten

    Italien ist auf keinem guten Weg. Angefangen von bad gouvernance sowohl in Rom als auch in manchen Provinzen und Städten, über die Involvierung des organisierten Verbrechens in zahlreiche Wirtschaftsprozesse (mittlerweile nicht nur im Süden des Landes) bis hin zu der extremen sozialen und wirtschaftlichen Spaltung des Nordens und Südens des Landes – verstärkt eben durch annähernde wirtschaftliche Stagnation und eine erdrückende Zinslast…
    Da hilft es wenig, dass Italien durch die Finanzkrise 1.0 verhältnismäßig gut durchgekommen war und auch keine ausgeprägte Immobilienblase hatte, sowie im Verhältnis z.B. zu Griechenland und Portugal im Norden noch eine recht ordentliche industrielle Basis hat.
    Aber Italien fällt trotzdem zurück mit seiner Industrieproduktion auf dem Niveau von 1990. Und die richtigen Probleme durch die Verschuldung stehen erst bevor.

  • killing fields - 5. August 2011 Antworten

    Hallo, ist ja toll. Zero hedge und Blomberg behaupten das der Gemischtwarenladen EZB Bonds von Italien und Spanien kaufen will .
    .http://www.zerohedge.com/news/stocks-euro-surge-another-central-bank-intervention-announcement-ecb-ready-buy-italian-spanish-

    http://www.bloomberg.com/news/2011-08-05/asian-stocks-extend-global-slump-on-economy-as-kiwi-oil-commodities-drop.html

    Noch toller, angeblich steht ein Down Grade der USA bevor. Da ist es kein Wunder das alles verrückt spielt!
    http://www.n-tv.de/wirtschaft/Faellt-das-Top-Rating-der-USA-article3986746.html
    In dem Bericht wird auch ein mögliches QE3 der Fed erwähnt.
    Gibt es sonst noch was im Angebot? Ist ja Sommerschlussverkauf!

  • MCD - 5. August 2011 Antworten

    Und die BBC verlautet…”The fundamentals for Spain and Italy are solid.” Na denn…

  • Appaloosa - 5. August 2011 Antworten

    Jetzt geht das Geiere wg. den Finanzen auch in Japan los.
    http://www.handelsblatt.com/politik/international/auch-japan-droht-der-finanzkollaps/4460866.html

  • Joe der Leiharbeiter - 6. August 2011 Antworten

    Hmmm… Was ist davon zu halten?

    Hellmeyer: Die Attacken kommen eindeutig aus London und New York. Es sind große Hedgefonds, die ihre Spekulationsmacht einsetzen. Dabei ist Europa mit Blick auf Neuverschuldung und Reformtempo das Paradepferd auf internationaler Bühne. Im Vergleich zu den USA, Japan oder Großbritannien hat die Euro-Zone die deutlich niedrigeren Neuverschuldungsdaten. Wir reformieren aggressiv, die anderen nicht. Die EZB steht für Stabilitätspolitik, wir monetarisieren Staatsschulden nicht, sondern ziehen die eingeschossene Liquidität wieder aus den Märkten ab. Man versucht jetzt, dieses Paradepferd zu schlachten. Am Ende geht es dabei auch um hegemoniale Macht an den Finanzmärkten und in der Realwirtschaft.

    http://www.manager-magazin.de/finanzen/boerse/0,2828,778616,00.html

  • Joe der Leiharbeiter - 8. August 2011 Antworten

    Italienische Zeitung hetzt gegen Merkel. Die Euro-Krise bringt den Nationalismus in Wallung: Merkels Politik schürt in Italien anti-deutsche Ressentiments. Die Zeitung “Libero” vergleicht die Kanzlerin mit Nazi-Diktator Adolf Hitler.

    http://www.handelsblatt.com/politik/international/italienische-zeitung-hetzt-gegen-merkel/4475648.html

    Tja, der EU-Superstaat wird es schwierig haben, Realität zu werden.

  • Canpichurri - 8. August 2011 Antworten

    Kommt gerade über die Ticker …. der spanische Serviceindex fällt im Juli 2011 auf 46,5 und damit auf den tiefsten Stand seit 19 Monaten. Er sagt auch aus, dass die Serviceleistungen im Juli in die rezession übergingen, und dass trotz guter Zahlen aus dem Tourismusgeschäft. Das sieht nach einem Desaster im September/Oktober aus, wenn die Hotels ihr Service-Personal wieder herunterfahren.
    Es rächt sich nun in unbarmherzlicher Weise, dass man in Spanien nur auf Tourismus und Baustellen gesetzt hat. Industriearbeitsplätze werden immer rarer und Firmen, selbst die spanischen, verlassen mehr und mehr das Land.
    Wie man hier die Verschuldungsproblematik unter Kontrolle bekommen möchte bleibt ein Geheimnis der unfähigen Politiker.

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