Italien: neues Allzeittief beim Verbrauchervertrauen

von am 23. Mai 2012 in Allgemein

Wie das italienische Statistikamt ISTAT heute mitteilte, sank das Verbrauchervertrauen im Mai 2012 auf einen neuen Tiefststand seit Beginn der Datenerhebung im Januar 1982! Das Vertrauen der italienischen Konsumenten ist im Zuge der Schuldenkrise stark eingebrochen und dies ist für Italien ziemlich relevant, denn die Konsumausgaben der privaten Haushalte tragen zu knapp über 60% des nominalen BIPs Italiens bei. Damit zeichnen auch die getroffenen Maßnahmen in Italien den direkten Weg in eine vertiefende Rezession, anders lassen sich der brachiale Einbruch des Verbrauchervertrauens und die hier seit Monaten präsentierten harten Wirtschaftsdaten nicht interpretieren

Die Entwicklung des saisonbereinigten Index des Verbrauchervertrauens seit Januar 1982 im Chart. Im Mai 2012 sank das italienische Verbrauchervertrauen auf 86,5 Indexpunkte, nach 88,8 Indexpunkte im Vormonat und nach 102,5 Punkten im Vorjahresmonat. Von 1982 bis Ende 2007 lag der langfristige Durchschnitt des Verbrauchervertrauens bei 108,8 Punkten.

Bei drei von vier Subkomponenten des Verbrauchervertrauens ging es im Mai 2012 abwärts, besonders erhellend, da der Blick in die Zukunft, das Future Climate sank auf den tiefsten Stand seit Datenerhebung auf 75,7 Indexpunkten, nach 76,6 Indexpunkten im Vormonat und nach 94,5 Indexpunkten im Vorjahresmonat:

Die Entwicklung des Subindex Future Climate, der die Zukunftserwartungen der Konsumenten in den nächsten 6 Monaten widerspiegelt, seit Januar 1996 bis Mai 2012 im Chart. Im Mai 2012 ging es weiter abwärts auf 75,7 Indexpunkte.

Das Verbrauchervertrauen und seine Subkomponenten in der Tabelle von ISTAT von Januar bis Mai 2012.

Ein Verbrauchervertrauen auf Allzeittief dürfte die negativen Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum in Italien ausgehend vom privaten Konsum maximieren. Die Eurozone bleibt mit seinen unsinnigen ökonomischen und fiskalischen Maßnahmen zur Behebung der Krise – der Garant für die Krise.

Quellen Daten: Istat.it/PDF: Consumer Confidence Survey May 2012

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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25 KommentareKommentieren

  • unaufgeregt - 23. Mai 2012

    ist die Wirtschaft erst ruiniert lebt sichs gänzlich ungeniert – also was soll das Gejammere? – für Liquidität wird schon gesorgt und “in the long run……..”eh schon wissen!

  • M.E. - 23. Mai 2012

    Ist eine Menschheitsepoche, in der überhaupt nach solchen Nebensächlichkeiten wie “Verbrauchervertrauen” gefragt wird, aber weit weniger nach der Zahl der psychischen Erkrankungen, der misshandelten oder missbrauchten Kinder, der Obdachlosen oder der von höherer Bildung Ausgeschlossenen, nicht reif, in die Annalen der Geschichte einzugehen?

    Ich habe nichts gegen eine neue Epoche, auch wenn ich mich umgewöhnen muss.

  • Knut34 - 23. Mai 2012

    Der Euro bringt Frieden & Wohlstand in Europa!

  • M.E. - 23. Mai 2012

    O.T.
    Selbst 2-jährige (!) Bundesanleihen haben mittlerweile eine “Geld-in-der-Matratze-Rendite”.
    Mann, muss die Verzeiflung der Kapitalanleger riesig sein. Wie man auch sehr schön an dem IPO der Facebook-Aktie sieht mit ihrem Kurs-Gewinn-Verhältnis des Ausgabekurses von über 100!

    Es gibt keine neuen Spielwiesen mehr für das Kapital. Alles schon aufgeblasen bis kurz vor dem Zerplatzen.

    • peterb - 23. Mai 2012

      Wie schön, dass die, die noch genug haben, ihr überschüssiges Kapital in Staatsanleihen anzulegen, auch mal verzweifelt sind. Nicht schlecht, wenn man mit anderen, die tatsächlich verzweifelt sind, mitfühlen kann. Das gibt dann “mitfühlende Anleger” …

  • MagnaBavaria - 23. Mai 2012

    Der BDI ging heute mal richtig in die Knie -27 Punkte

    http://www.dryships.com/pages/report.asp

    • Roland - 23. Mai 2012

      Stahlpreise an der LME wie den Rogers Commodity Index zieht es unwiderstehlich in Richtung Süden.

    • MARKT - 24. Mai 2012

      Der Charttechniker würde beim BDI-Chart von einer wunderschönen Bärflagge sprechen.
      Nur das Kursziel dieser Flagge, dass wäre in der Tat bedenklich und wird deshalb lieber nicht in den Raum gestellt.

  • Torsten - 23. Mai 2012

    Schauen sich die Politiker eigentlich diese Daten an?
    Wenn ich mir selbst als Laie, den Subindex Future Climate ansehe, verstehe ich die Brisanz der Daten.

  • Joachim list - 23. Mai 2012

    Sehr geehrter Herr Eichner,

    ich lese regelmäßig Ihren Blog und schätze diesen, seiner Sachlichkeit wegen, sehr.
    Vielleicht können Sie zu folgendem Sachverhalt Stellung nehmen.
    Wie interpetieren Sie die Tatsache das Bundesanleihen einen kurswert von 144 haben bei vergleichsweise geringen Kupons . Welcher Investorenkreis kauft diese in größerem Umfang?
    Institutionelle?- welche Schlüsse lassen sich hieraus ziehen?
    Greifft eine unterstellte ” Anleihenblase” nicht zu kurz? Diese wäre doch sehr offensichtlich oder?
    mfg
    joachim

  • Frank Bell - 23. Mai 2012

    Dafür wird die Sau fehlender Fachkräfte wieder einmal durchs Dorf gejagt:

    Der Mangel an Fachkräften in technischen und naturwissenschaftlichen Berufen hat laut einer Studie der arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) einen neuen Höchststand erreicht. Unter dem Strich fehlten demnach im April bundesweit knapp 210.000 Mathematiker, Informatiker, Naturwissenschaftler und Techniker. 280.000 offenen Stellen in diesem sogenannten MINT-Bereich standen etwa 72.000 Arbeitslose mit diesen Berufen gegenüber.

    Dann wird aber schnell relativiert:

    Dagegen fehlen nur vergleichsweise wenige Mathematiker und Naturwissenschaftler.

    Diesen Müll glaubt doch kein Mensch mehr!!!

  • paernu - 23. Mai 2012

    @ ME,
    Klar Hoffnungsschimmer mit italienischen Handelsbilanz.
    Aber resultiert im überproportionalen Rückgang der Importe, das Echo kommt demnächst in der deutschen Exportstatistik an.

    Das einzige was ich an den ganzen statistischen schlechten Zahlen gut finde, ist, das jetzt glaube, dass sie nicht manipuliert sind. Habe ich früher eine ganze Weile geglaubt. Aber wenn DIE jetzt nicht manipulieren, wann dann.

    Gezeitenwechsel und wir alle sind mitten dabei, wie geil ist das denn?!?

  • klaus - 23. Mai 2012

    Merkel Chancen steigen wieder.

    Denn leider steigen die politischen Untoten der SPD wieder aus der Gruft.

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/muentefering-a-834681.html

    Nach Schröder kommt noch der Münte.

    Warum müssen sich diese ganzen Lobbyisten überhaupt
    für wichtig halten?
    Sie sichern doch nur gern Ihre Pfründe.

    Bald kommt noch der Chef des Elends, unser Supi-Minister Clement
    und macht mit seiner Lobby-Arbeit 10 Prozent der SPD endgültigst kaputt.

    Was soll dieses Deadman-Walking-Szenario?

    Exakt das sind die Verräter am kleinen Mann.
    Die Leute, die für die Abwanderung der Ingenieure und
    Facharbeiter verantwortlich sind.

    Mann kann wirklich nicht soviel essen.
    Schlimm.

  • Klotho - 23. Mai 2012

    Ich kenne einen arbeitslosen Informatiker und habe von einen Fall eines arbeitslosen Ingenieurs gelesen der als Lagerarbeiter arbeiten musste und nachdem er seinen Job als Lagerarbeiter verloren hat muss er noch noch seine Münzsammlung verkaufen bevor er noch Geld vom Staat bekommt.
    Andererseits sollen Milliarden von Steuergeldern in eine ESM gesteckt werden, die aber nur den Bankenund sonstigen Profiteuren zugute kommen, die Völker Europas werden vom ESM nichts bekommen, denn es wird an den Sozialausgaben weitergekürzt werden und zwar europaweit.

    • MARKT - 24. Mai 2012

      Die Völker Europas, die werden über steigende Abgaben und Vorschriften sogar richtig zur Kasse gebeten.

      Das Griechenland, Spanien, Italien, Portugal….. Szenario hat System. Diese Länder werden in den Ruin getrieben. Dann kommen wir als Retter und stimmen neben dem schon zigfach erweiterten Rettungsschirmen und aufgeblähten Target 2 Salden den Eurobonds zu.
      Wir müssen schließlich “unser Geld retten”.
      Somit gehen wir alternativlos den gleichen Weg.
      Und dann ist auch Frankreich, Österreich, Niederlande, Deutschland und Luxemburg an der Reihe.
      Aber das ist dann nicht so schlimm, da es dem/den Nachbarn ja auch nicht besser geht (geteiltes Leid….)
      Das Ziel ist die Zahlungsunfähigkeit aller dieser Staaten.
      Wär dies in Frage stellt sollte sich einmal mit der Systematik beschäftigen, mit der dieses Ziel bereits seit 15 Jahren verfolgt wird.
      Man sollte sich auch nicht davon täuschen lassen, dass dies von Ahnungslosen, Austauschbaren (Machtgeilen, Korrupten???) Politikern umgesetzt wird.
      Den Plan wird an größeren Tischen gemacht. Dort wird Sorge dafür getragen,dass dieser mittels unserer so tollen Demokratie (wer regiert eigentlich in G, I), dass unsere Politiker (Talkshowdarsteller) diesen detailgenau umsetzen.
      Das Ganze hat auch noch einen, nicht zu unterschätzenden Unterhaltungswert. (wenn die Folgen nicht so traurig wäre)
      Und wir Deutsche dürfen uns bis zum Schluß als die besten fühlen, die nur durch die “Faulheit und Dummheit” der anderen (PIIGS) in diese Situation gekommen sind, weil wir helfen wollten.
      So haben alle Ihre Schuldigen und das gleiche kann wieder von vorne beginnen.

      Alles in der Geschichte bereits vielfach aufgetreten und nicht soooo schlimm. Zumindest, wenn es friedlich und ohne humanitäre Katastrophen abläuft (was ich allerdings in Frage stell, denn 5Mrd. sind einfacher dumm zu halten als 7 oder 8 Mrd. (trotz, TV, Internet, Apple und Facebook)

  • bauagent - 23. Mai 2012

    M.E.

    “Das einzige was ich an den ganzen statistischen schlechten Zahlen gut finde, ist, das jetzt glaube, dass sie nicht manipuliert sind. ”

    Mit dieser Einschätzung wäre ich allerdings vorsichtig. Jeder Statistik liegen Komponenten zugrunde, die dauernd geändert werden.

    Mal zu Recht, mal um die Zahlen manipulieren zu können.

    Der gute Statistiker prüft Probanden, Fragestellungen und Basisberechnungen auf Schlüssigkeit, um jede Statisk mit einem Glaubwürdigkeitskommentar begleiten zu können ( wie es Steffen übrigens häufig hier sehr wertig macht )

    Es macht schon einen Unterschied wenn man fragt: Wie schätzen Sie in Anbetracht der derzeitigen Schuldenkrise die wirtschaftliche Entwicklung ihres Betriebes ein? oder

    Wie schätzen Sie die wirtschaftliche Entwicklung ihres Betriebes angesichts des derzeitigen wirtschaftlichen Umfelds ein?

    Ganz klar, dürfte die zweite Frage viel positiver beantwortet werden als die erste, oder?

    Richtig gemein wird es, wenn man den Begriff Inflation volksnah beschreibt und dann die Wahrheit der verschiedenen Inflationen und Warenkörbe bei den maßgeblichen Instituten untersucht.

    Führt hier zu weit, aber anspruchsvoller ist es, mathematisch unterlegte Statistiken so zu
    ” bearbeiten “, dass sie später das gewünschte ( und nachvollziehbar ” richtige ” ) Ergebnis erzielen.

    Vor 30 Jahren haben die Professoren im Studium diese Spielereien mit Zahlen alle noch mitgemacht, heute sind sie politisch korrekt.

  • bauagent - 23. Mai 2012

    Zur Statistik den heutigen Klopfer von der FTD. Rohdaten wie das zsutande kommt haben wir natürlich nicht.

    Jetzt machen sich nur noch drei Prozent der Deutschen “große Sorgen” um ihre Zukunft, sechs Prozent sind “eher in Sorge”. Die restliche Bevölkerung ist nahezu unbekümmert.

    http://www.ftd.de/lifestyle/lifestyle/:zuversichtsstudie-the-german-hoffnung/70040907.html

    Soviel zur Statistik

  • M.E. - 23. Mai 2012

    Hallo Bauagent,
    der zitierte Satz stammte nicht von mir, sondern von paernu.

  • paernu - 23. Mai 2012

    @me
    war insgesamt eher ironisch gemeint. Die Manipulationen der Statistiken sind mir bekannt.

    Die Probleme mit den Zahlen bleiben und insbesondere wenn man Kontrollrechnungen aus unterschiedlichen Bereichen macht, passen diese oft nicht zueinander. Ein einfaches Beispiel sind dazu das Delta der Stundenlöhne in den USA und die Entwickllung der Einkommen aus unselbstständiger Arbeit.

    In hochkomplexen Systemen zu meinen, man könnte fehlerfreie und konsistente Daten über lange Zeiträume erheben, diese dann mit untersschiedlichen Ländern und Erhebungsmethoden zu vergleichen ist verrückt.

    Die Märkte handeln sowieso nur die Abweichung von der Erwartung. Aber ab irgendwas muss der Mensch sich festhalten.

  • paernu - 23. Mai 2012

    @bauagent
    Ist doch klasse, dass sich nur 6 % Sorgen machen. Eine Katastrophe wird doch erst dann zur Katastrophe wenn keiner damit rechnet. Es passiert doch nie, dass was die Masse erwartet.

    Bestätigt mich nur in meiner These, dass der ganze Kram den Bach runtergeht. Würde mir eher Sorgen machen, wenn sich alle Sorgen machen, dann wären meine Vorbereitungen eher für die “Katz”.

  • Jakob - 23. Mai 2012

    Heute kam auf DLF Kultur ein interessanter Beitrag über die Geschichte der Schulden. Unter anderem ging es auch darum, dass es in der Geschichte der Menschheit immer wieder große Schuldenschnitte gegeben hat. Im alten Mesopotamien wurden diese sogar vom Herrscher angeordnet und gingen mit einer Bodenreform einher, um eine zu starke Kontration von Kapital in wenigen Händen zu verhindern.

    Der Beitrag kann hier angehört werden:
    http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/zeitreisen/1764620/

    Sehr interessant ist auch ein Papier der Boston Consulting Group, dass einen großen Schuldenschnitt, wie im damaligen Mesopotamien, als enizig gangbare Lösung der jetzigen Lage sieht. Für die Eurozone wird ein Abschreibungsbedarf von 6 BILLIONEN Euro angenommen, um die Verschuldung auf ein erträgliches, aber immer noch hohes Niveau zu senken. Dies kann nur unter Verstaatichung fast aller Großbanken funktionieren, wie selbst die Gutachter einräumen.
    Für Leser des Blogs dürften die Erkenntnisse des Papiers nicht neu sein, aber gut zu Wissen dass sich unsere “Wirtschaftselite” auch ihre Gedanken macht….

  • Jakob - 23. Mai 2012

    Hier der Link zum Papier “Back to Mesopotamia” der Boston Consulting Group:
    http://www.bcg.de/documents/file87307.pdf

    • Roland - 24. Mai 2012

      Interessanter link.

      Aber: Mal wieder ein typisches Papier am grünen Tisch.
      Der Vorschlag von BCG, alles Vermögen über 100.000 EUR -also nicht nur das der Reichen- heran zu ziehen, bedeutet, dass auch Omas Reihenhäuschen weg besteuert wird.
      Wenn sie das machen sollten, können sich CDU und FDP gleich die Kugel geben.

  • klaus - 23. Mai 2012

    Achtung 11.00 Uhr Anne Will

    LaFontaine,Dirk Müller zu Griechenland
    achso Karrenbauer und ein griechischer Journalist.

    Müller / LaFontaine führen, Karrenbauer sülzt.

    Fakt ist,
    80 Prozent des griechischen Kapitals sind ins Ausland gewandert.
    Rest Rentner,Arbeitslose, Normalos dürfen jetzt die Zeche zahlen.

    Griechisches Öl wird von Müller erwähnt.
    Warum wir keine Öl-Raffinerie Hilfe leisten?
    Exakt dieses Institut wurde von der EU geschlossen.

    Eiieii pikant.
    Was will denn da jemand privatisieren?
    Ist das Brüderles feuchter Traum vom Öl?

    Man sollte sich die Sendung echt reinziehen.

    Gruß klaus