Konsequenzen der europäischen Krisenpolitik: Aufstieg oder Zerfall der Europäischen Union?

von am 6. Dezember 2015 in Allgemein

Ist die Europäische Union mit ihrer Krisenpolitik auf dem richtigen Weg?

Glaubt man führenden Politikern, dann ist das der Fall. Die Fakten und eine Reihe von Veränderungen und vor allem immer wieder auftretende sowie anhaltende Streitigkeiten über den krisenpolitischen Kurs strafen sie indes Lügen. Das wirft eine wichtig Frage auf: Was macht diese Krisenpolitik eigentlich aus der Europäischen Union? Oder anders ausgedrückt: Fördert oder schadet sie unter dem Strich der EU in der mittel- und langfristigen Betrachtung?

Die europäischen Verträge haben sich als „Schön-Wetter“-Verträge erwiesen

Die Europäische Union hat den Krisenmodus genau genommen seit September 2008, als die Pleite der Investmentbank Lehman Brothers die Welt in die Finanzmarktkrise stürzte, nicht mehr verlassen. Bankenkrise, Weltwirtschaftskrise, Schuldenkrise und Euro-Krise wurden abgelöst von einer außenpolitischen Krise, nämlich der Ukraine-Krise, die anhaltende Spannungen mit Russland hervorrief. Seit Monaten nun steckt die Europäische Union in der Flüchtlingskrise fest. Eine klare und von der Gemeinschaft aller Mitgliedstaaten mitgetragene Lösung gibt es noch immer nicht. Doch auch die anderen, zuvor genannten Krisen scheinen nur vorläufig, nicht jedoch nachhaltig behoben worden zu sein. Die anhaltende Nervosität an den Börsen zeigt ebenso wie die gestiegene Volatilität, dass mit einem Wiederaufflammen alter Krisenherde gerechnet wird.

Es ist kein Zufall, dass die Europäische Union den Krisenmodus seit Ende 2008 nicht mehr verlassen hat. Denn erstens zeigt sich seitdem immer wieder aufs Neue, das die Europäischen Verträge auf die Bewältigung schwerwiegender Herausforderungen nicht ausgelegt worden sind. Es sind, wie sich längst gezeigt hat, bildlich gesprochen „Schön-Wetter“-Verträge. Die Konsequenz: Zähe, lähmende Verhandlungen und fortwährende Streitigkeiten in Krisensituationen, die entweder lediglich Lösungen auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner hervorbringen oder, wie zuletzt scheinbar immer häufiger, mit der Brechstange durchgesetzte Lösungen, die von einigen Regierungen nur mit der Faust in der Tasche akzeptiert werden. Zweitens ist der Erfolg der „Krisenlösungen“ allenfalls bescheiden gewesen, wird aber in größeren Teilen der Bevölkerung besonders betroffener Mitgliedstaaten klar als Misserfolg bewertet. Das schwindende Vertrauen in Europa ist ein Beleg dafür.

Die Flüchtlingskrise verschärft noch einmal die ohnehin schon großen innereuropäischen Spannungen

Die Flüchtlingskrise hat die Europäischen Union zuletzt eine neue Eskalationsstufe erklimmen lassen: Die Slowakei und Ungarn klagen vor dem EuGH gegen die per Mehrheitsbeschluss durchgesetzte Flüchtlingsquote (1); die dänische Bevölkerung hat sich vor dem Hintergrund der europäischen Flüchtlingspolitik in einem Referendum gegen eine vertiefte Zusammenarbeit Dänemarks mit der EU im Bereich der Justiz- und Innenpolitik entschieden (2).

Es sieht deswegen eher nach Realitätsverweigerung aus, wenn beispielsweise deutsche Politiker Donald Tusk, dem Präsidenten des Europäischen Rates, jetzt vorwerfen, er würde mit seiner Kritik an der Flüchtlingspolitik der EU und an der Bundeskanzlerin sowie mit seiner Forderung nach einer politischen Kehrtwende (3) zur Spaltung Europas beitragen. (4) Offensichtlich trifft das Gegenteil zu. Tusk hat erkannt, dass der aktuelle Kurs in der Flüchtlingspolitik in der Gemeinschaft der Staaten auf große Widerstände stößt und die Union Schaden zu nehmen droht, wenn er mit der Brechstange durchgesetzt wird.

Man mag trefflich darüber streiten, wer nun wirklich recht hat – jedenfalls so lange die aktuelle Flüchtlingspolitik noch keine für den Zusammenhalt der EU unbestreitbar negativen Folgen zeitigt.

Was hat die europäische Krisenpolitik aus Europa gemacht?

Gleichwohl gibt es, wie oben angesprochen, durchaus ernstzunehmende Entwicklungen, die als Alarmsignal für den wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt der Europäischen Union gewertet werden müssen.

Was an dieser Stelle hervorgehoben werden muss, ist, dass Europa keineswegs allein durch die Flüchtlingskrise in eine solche schwierige Lage geraten ist. Im Gegenteil hat sich die Europäische Union im Zuge der oben genannten Krisen mit ihrer Krisenpolitik und vor allem auch mit der Art wie sie durchgesetzt wurde, sukzessive in diese Lage gebracht. Dazu beigetragen hat die Tatsache, dass die von ihren Befürwortern immer als erfolgreich verkaufte Krisenpolitik faktisch regelmäßig allenfalls mäßig erfolgreich gewesen ist und auf der anderen Seite von großen Teilen der Bevölkerung betroffener Mitgliedstaaten negativ beurteilt wird.

Das gilt etwa für den gewählten austeritätspolitischen Kurs zur Sanierung der Staatsfinanzen von – infolge der Finanzmarkt- und Weltwirtschaftskrise – in die Verschuldung abgerutschte Mitgliedstaaten.

Schuldenkrise und Austeritätspolitik als Lösung: Politische Nebenwirkungen

Griechenland ist, anders als von führenden Vertretern der Euro-Gruppe 2010 behauptet, kein Einzelfall geblieben. Es folgten Portugal, Spanien und Italien. Und anders als behauptet, hat auch das erste Hilfspaket für Griechenland nicht ausgereicht, um das Land wieder auf Kurs zu bringen – finanziell und wirtschaftlich. Im Gegenteil ist die Staatsverschuldung Griechenlands immer weiter gestiegen. Mehr noch hat auch der Schuldenschnitt im Jahr 2012 an der negativen Entwicklung nichts geändert. Jetzt wird von vielen ein weiterer Schuldenerlass für unausweichlich gehalten. Griechenlands Wirtschaft wurde in eine Abwärtsspirale versetzt. Die Lage ist ebenso wie auf dem Arbeitsmarkt nach wie vor katastrophal. Dasselbe gilt mit Blick auf das Ausmaß an Armut und sozialer Ausgrenzung.

Die von der Linkspartei SYRIZA und ihrem Vorsitzenden Alexis Tsipras geführte griechische Regierung, die im Januar 2015 an die Macht gewählt worden war, hatte sich deswegen monatelang gegen die Fortsetzung des von der Euro-Gruppe geforderten krisenpolitischen Kurses gewehrt. Allerdings hatte sie keine überzeugende Alternative vorlegen können. Die Euro-Gruppe nutzte dann die prekäre finanzielle Lage des Landes dazu, einmal mehr nicht nur die Fortsetzung des austeritätspolitischen Kurses in Griechenland durchzusetzen. Vielmehr wurde dieser nochmals verschärft. Tsipras selbst sprach vor dem griechischen Parlament davon, von der Gläubigergruppe erpresst worden zu sein und dass er die Bedingungen gegen seine eigene Überzeugung erfülle, weil er keine Wahl habe.

Seinerzeit wurde angesichts dessen hier im Blog warnend darauf hingewiesen, dass der Preis für die Durchsetzung eines verschärften austeritätspolitischen Kurses in Griechenland ein Kollaps des dortigen politischen Systems sein könnte (5) oder anders ausgedrückt: Weimarer Verhältnisse. Zwei Monate später, am 20. September, wurden in Griechenland Neuwahlen abgehalten, die die Regierungskoalition von Alexis Tsipras zwar bestätigten, aber deren Mehrheit im Parlament von zwölf auf fünf Sitze zusammenschmelzen ließ. (6)

Die gemäß Vorgaben der Gläubiger durchs Parlament zu bringenden Reformschritte haben jedoch bereits bei der zweiten Abstimmung über entsprechende Maßnahmen Anfang November zu Abweichlern geführt. Zwei der insgesamt 155 Abgeordneten der Regierung verweigerten ihre Zustimmung. (7) Es wird deswegen für die Abstimmung über die nächsten Reformmaßnahmen, die noch im Dezember erfolgen soll, durchaus für möglich gehalten, dass Tsipras dafür keine Mehrheit mehr bekommt. (8) Das dürfte faktisch das Ende der Regierung und Neuwahlen bedeuten. Angesichts neuer, massiver Proteste und Streiks gegen den austeritätspolitischen Kurs in Griechenland ist der Ausgang einer erneuten Wahl höchst ungewiss. Möglicherweise stehen Griechenland dann endgültig Weimarer Verhältnisse bevor, das heißt politisch gesehen ein zersplittertes Parteiensystem mit unklaren Mehrheitsverhältnissen im Parlament, die das Regieren im Land nahezu unmöglich machen.

Griechenland ist auch in dieser Hinsicht kein Einzelfall. In Portugal hat sich das politische System infolge der letzten Wahl in dieselbe Richtung entwickelt. Das liberal-konservative Parteienbündnis (liberal-konservative PSD und konservative Volkspartei PP) von Ex-Premier Passos Coelho hatte die Wahl Anfang Oktober zwar gewonnen, aber die Mehrheit verfehlt. (9) Dennoch hatte ihn Präsident Aníbal Cavaco Silva mit der Regierung beauftragt. (10) Die scheiterte jedoch bei der ersten Abstimmung im Parlament. Ein Misstrauensvotum der Opposition brachte sie nach nur elf Tagen zu Fall. (11)

Seit wenigen Tagen nun hat Portugal eine neue, sozialistische Regierung, die aber nur eine von Kommunisten und Grünen (CDU) sowie vom marxistischen Linksblock (BE) tolerierte Minderheitsregierung ist. Zusammen verfügen sie über 122 der insgesamt 230 Sitze im Parlament. (12) Das entspricht einer Mehrheit von sieben Stimmen. Allerdings sind die pro-europäischen Sozialisten und die portugiesischen Kommunisten eigentlich traditionell tief verfeindet. Die Gegensätze sind nicht ausgeräumt. Was sie eint, ist lediglich die Ablehnung des bisherigen austeritätspolitischen Kurses der konservativen Vorgänger-Regierung. Insofern ist die neue Regierung sehr fragil und es ist fraglich, wie lange sie sich überhaupt halten kann. Es ist folglich nicht auszuschließen, dass es in Portugal in absehbarer Zeit ebenfalls zu Neuwahlen kommt.

Auch in Spanien stehen bei den Parlamentswahlen am 20. Dezember umwälzende Veränderungen im politischen System an und das ist eine Folge des austeritätspolitischen Kurses, aber auch politischer Skandale der Regierungspartei.

Die konservative Partido Popular (PP) von Premier Mariano Rajoy wird allen Umfragen zufolge ihre absolute Mehrheit klar verlieren und es steht das Ende des bisherigen Zwei-Parteien-Systems bevor, denn auch die Sozialisten (PSOE) werden keine Mehrheit erhalten. Zwei neue Parteien werden stattdessen ins Parlament einziehen: Die mit SYRIZA in Griechenland vergleichbare Linkspartei „Podemos“, die in den Umfragen der letzten Wochen bei 10-17 Prozent der Stimmen liegt; die sozialliberale Partei Ciudadanos (C´s) (Bürger), die in Umfragen auf 17-22 Prozent der Stimmen kommt.

Die regierende PP liegt in den Umfragen bei nur noch 23-29 Prozent. Das ist gegenüber dem Wahlergebnis von 2011 ein Minus von 15-21 Prozentpunkten. Die PSOE kommt in den letzten Umfragen auf 18-24 Prozent der Stimmen und liegt damit aktuell 5-11 Prozentpunkte unter ihrem Ergebnis bei der letzten Parlamentswahl im Jahr 2011.

Damit ist klar, dass die nächste Regierung in Spanien entweder eine Koalitionsregierung oder eine Minderheitsregierung sein wird. Zwar könnte die regierende PP wieder stärkste Kraft im Parlament werden, aber zum Regieren wird es nicht reichen. Ob sie einen Koalitionspartner findet, ist unklar. Die POSE will den austeritätspolitischen Kurs der Regierung beenden. Auch Podemos hat sich klar dagegen positioniert. Allein die Partei Ciudadanos hat sich nicht klar festgelegt. Im Mai hatte deren Parteichef, Albert Rivera, jedoch noch gesagt, dass er zur Bildung fester Koalitionen nicht bereit sei, sich aber eine Duldung einer PP- oder POSE-Minderheitsregierung vorstellen könnte. (13) Ob diese Aussage Bestand hat, ist fraglich.

Im neuen Parlament könnten den Umfragen zufolge bis zu 16 Parteien vertreten sein. Gegenwärtig sind es dreizehn. Die Proteste auf den Straßen fordern ihren Tribut. Das Regieren in Spanien wird damit komplizierter. Eine zumindest partielle Abkehr von der Austeritätspolitik ist wahrscheinlich.

Konsequenzen der Flüchtlings- und Ukrainepolitik der EU

Aus den jüngst abgehaltenen Parlamentswahlen in Polen ist die erzkonservative PiS (Recht und Gerechtigkeit) von Jaroslaw Kaczynski als klarer Sieger hervorgegangen und regiert das Land alleine. Was das Stimmgewicht auf europäischer Ebene anbelangt, steht Polen auf einer Stufe mit Spanien. Polen ist mit der neuen konservativen Regierung eindeutig europakritischer geworden und das wird sich bei künftigen Entscheidungen auf europäischer Ebene bemerkbar machen.

Generell lässt sich festhalten, dass die Haltung osteuropäischer Staaten zur EU im Zuge der Schulden- und zuletzt auch der Flüchtlingskrise kritischer geworden ist. Polen, die Slowakei, Ungarn, aber auch Tschechien sind Beispiele dafür.
Erschwerend kommt hinzu, dass auch die Außenpolitik der EU in der Ukrainekrise, die sich sehr stark gegen Russland richtete, der Spaltung der Bevölkerung in den osteuropäischen Staaten Vorschub geleistet oder anders ausgedrückt die kritische Haltung gegenüber der EU verstärkt haben dürfte. Denn es wurde bei dieser krisenpolitischen Linie offensichtlich zu wenig berücksichtigt, dass in den osteuropäischen Staaten immer noch ein nicht geringer Anteil der Bevölkerung pro-russisch eingestellt ist und infolgedessen der europäischen Ukraine- und Russlandpolitik kritisch gegenüber stehen würde. Daneben schaden die Sanktionen gegen Russland Europa aber auch wirtschaftlich.

Auf der anderen Seite gibt es aber auch im Westen der EU Widerstände gegen die europäische Ukraine-Politik. So hat sich eine europakritische Bürgerinitiative in den Niederlanden das Recht eines Referendums über das Assoziierungsabkommen der EU mit der Ukraine erkämpft. (14) Die Initiative lehnt das Abkommen ab.

Europaskepsis in Großbritannien und Frankreich

In Großbritannien ist die Europaskepsis ohnehin groß. In einem Referendum werden die Briten möglicherweise schon in 2016 über den Verbleib in der Europäischen Union entscheiden. (15) Und in Frankreich ist der Front National von Marine Le Pen auf dem Vormarsch, der ebenfalls nationalistisch und europakritisch eingestellt ist.

Selbst in den großen Mitgliedstaaten ist der Rückhalt für die Europäische Union und ihre Krisenpolitik nicht mehr sicher.

Europäische Krisenpolitik: Konsequenzen für Europa als Wirtschafts- und Währungsraum

Mehr noch dümpelt die Europäische Union nicht nur politisch, sondern auch wirtschaftlich vor sich hin. Daran hat die lockere Geldpolitik der EZB bisher nichts ändern können. Im Gegenteil haben sich die wirtschaftlichen Ungleichgewichte über die Jahre sogar weiter verstärkt. (16)

Unter dem Strich sind die vielleicht einfachsten, zugleich aber auch überzeugendsten Indikatoren dafür, was die europäische Krisenpolitik bewirkt und wohin sie die EU wirtschaftlich in den letzten Jahren geführt hat, die Entwicklung des Wechselkurses des Euro zum Dollar – sofern man davon ausgeht, dass sich darin vor allem auch die relative Wirtschaftskraft und die Wirtschaftsperspektiven eines Währungsraumes widerspiegeln – und die Entwicklung der Bedeutung des Euro im internationalen Zahlungsverkehr:

  • Im Mai 2011 stand der Euro bei 1,50 Dollar, Anfang Dezember 2015 notierte er nur noch bei 1,06 Dollar und die Deutsche Bank rechnet in einer aktuellen Prognose (17) damit, dass er 2016 auf 0,85 Dollar fallen könnte.
  • Hatte der Euro im internationalen Zahlungsverkehr im Januar 2012 laut Swift noch einen Anteil von 44,04 Prozent (18), so lag dieser im September 2015 bei nur noch 28,63 Prozent (19).

Vor diesem Hintergrund ist es keine Überraschung, dass sich die Gewichte der Leitwährungen bei der durch die Aufnahme des chinesischen Yuan bedingten Neuordnung des Währungskorbes des Internationalen Währungsfonds hauptsächlich zu Lasten des Euro verschoben haben:

  • Das Gewicht des Euro sinkt von 37,4 auf nur noch 30,93 Prozent. Damit gibt der Euro den Löwenanteil dessen ab, was der Yuan künftig im Währungskorb (bestehend aus Dollar, Euro, Pfund, Yen und Yuan) repräsentiert (10,92 Prozent).
  • Der US-Dollar hingegen behält sein Gewicht nahezu unverändert bei (41,73 Prozent gegenüber 41,9 Prozent zuvor). (20)

Die EU hat sich mit ihrer Krisenpolitik sukzessive der wichtigsten Grundlage ihres Zusammenhalts beraubt

Um dies richtig einordnen und bewerten zu können, ist es wichtig daran zu erinnern, was die Europäischen Gemeinschaften seit dem ersten großen Integrationsschub Mitte der 80er Jahre und die Europäische Union seit Anfang der 90er Jahre bis heute im Kern tatsächlich gewesen sind: Eine Gemeinschaft bzw. Union, bei der es hauptsächlich um wirtschaftliche und finanzielle Vorteile ging.

Das gilt im Übrigen ebenso für die Währungsunion und die Erweiterung der Europäischen Union. Die treibende Kraft aller wichtigen Integrationsschritte waren an erster Stelle stets die daraus zu generierenden und zu verteilenden wirtschaftlichen und finanziellen Vorteile. Das war der Kitt, der die Europäische Union bisher zusammengehalten hat. Das vertraglich festgelegte Ziel der Förderung des wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalts (Kohäsionsziel) sowie das „Europa der Bürger“ sind dagegen Makulatur geblieben. Auch um dieses Ziel steht es heute allerdings schlechter als je zuvor.

Die politischen Antworten, die die europäischen Staats- und Regierungschefs und die EZB für die sich in den letzten Jahren aneinander reihenden Krisen fanden und implementierten, haben, wenn man die vorangegangenen Betrachtungen zugrunde legt, der Europäischen Union wirtschaftlich und politisch eindeutig mehr geschadet als genutzt. Die auf die wirtschaftliche Vorteilhaftigkeit und die Verteilung von Vorteilen fokussierte Europäische Union von einst hat sich seit der Finanzmarkt- und Weltwirtschaftskrise infolge ihrer Krisenpolitik immer mehr zu einer Gemeinschaft gewandelt, in der es nur noch darum geht, Kosten und Lasten zu verteilen. Und die Art wie diese verteilt werden, stößt auf große Widerstände. Denn dabei gibt es im Unterschied zur Politik vor 2008 – wie etwa der Fall Griechenland, aber auch die Flüchtlingskrise verdeutlichen – nicht mehr nur Gewinner, sondern echte Verlierer. Die sich verstärkenden wirtschaftlichen Ungleichgewichte sind Ausdruck dessen und die sich verstärkenden nationalistischen bzw. europakritischen Tendenzen in den Mitgliedstaaten sind es auch.

Genau das oder anders ausgedrückt die Unfähigkeit, wirtschaftliche Vorteile für alle zu generieren, ist es, was die Europäische Union zunehmend auseinanderdividiert. Vor diesem Hintergrund ist die Bilanz der europäischen Krisenpolitik seit 2008 eindeutig viel schlechter als von führenden Politikern behauptet und es ist nicht überzogen, die Lage und Perspektive der Europäischen Union mit folgender Frage auf den Punkt zu bringen:

Wann kommt der Zeitpunkt, an dem sich nach Großbritannien weitere Mitgliedstaaten die Frage stellen, ob sie nicht besser dran sind ohne Mitgliedschaft in der Europäischen Union?

Was sie aus der Europäischen Union zu machen im Begriff sind, das scheint jedoch noch nicht ins Bewusstsein der führenden politischen Entscheider im Europäischen Rat eingedrungen zu sein. Kein Wunder eigentlich. Sie erleben die Konsequenzen ihre Entscheidungen ja auch nicht selbst vor Ort mit.

von Stefan L. Eichner
Kontakt: info.sle@web.de

 

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90 KommentareKommentieren

  • JL - 7. Dezember 2015

    Ein sehr schöner Artikel zu den gegenwärtigen Verhältnissen in Europa.

    Das morsche Gebälk der Europäischen Union ist wohl im Umbruch und steht- vor allem von zunehmenden Problemen getrieben- vor dem wirtschaftlichen und politischen Abgrund. Politische Entwicklungen sind letztlich nur ein Spiegel wirtschaftlicher Entwicklungen. Es ist also kein Wunder wenn europaweit Absetzbewegungen einzelner Staaten gegenüber der EU erkennbar werden. Aber nicht nur das. Selbst Regionen, z. B. Katalonien wollen sich die Diktate von Brüssel oder Madrid nicht mehr gefallen lassen.

    Die rücksichtlose Angleichung von Normen, Bestimmungen und Vorgaben (z. B. Flüchtlingsquote) bei gleichzeitiger Aufgabe von verbindlichen Verträgen hat letztlich zur flexiblen Sichtweise der Mitgliedsstaaten gegenüber der EU geführt. Was rechtens ist bleibt also dem Verhandlungsgeschick einzelner Länder überlassen.

    Damit hat sich die EU selbst ein äußert fragiles „Geschäftsmodell“ geschaffen wonach nicht mehr feste und allgemeingültige Regeln die Grundlage der EU bilden sondern separate Absprachen mit einzelnen Mitgliedsländern, was wiederum andere auch mal eben haben wollen.

    Im Ergebnis dessen hat man wohl entnervt die europäische Politik Drahgi überlassen- das ein Kassenwart aber die europäischen Geschicke lenken kann ist einerseits ernsthaft zu bezweifeln und zeugt andererseits von der Unfähigkeit der Politik die EU politisch zu führen.

    Wenn es keine inneren Gemeinsamkeiten gibt, wird jedes noch so große Projekt daran scheitern.

    Mit freundlichen Grüßen

    JL

  • Basisdemokrat - 7. Dezember 2015

    Eine sehr wohlwollende Zusammenfassung. Was GR angeht hat Varoufakis im KenFM-Interview von Dirk Pohlmann sehr deutlich geäußert, dass überhaupt kein Interesse an einer inhaltlichen Diskussion bestand. Es ging nur darum: Friss oder stirb.
    https://www.youtube.com/watch?v=7kLS06QtWNE
    Angesichts der Ignoranz, mit der Europa gesund gebetet wird, sollte man ein Religionsverbot erwägen.
    Zur Ergänzung fehlt evtl. noch
    http://worldhappiness.report/wp-content/uploads/sites/2/2015/04/WHR15.pdf
    Gruß BD

  • paernu - 7. Dezember 2015

    Guter Artikel und nach gestern Abend mit dem FN in Frankreich, kommt noch ein Sargnagel dazu.

    Eigentlich schade für ein Projekt, was vom Grundsatz nicht falsch ist. Allerdings völlig über das Ziel hinaus geschossen ist. Wie immer verselbstständigt sich ein Apparat, versucht mehr und mehr Kompetenzen an sich zu ziehen. Dabei wäre eine gemeinsame Verteidigungspolitik und Regeln für den Warenaustausch innerhalb der Gemeinschaft völlig ausreichend gewesen.

    Die Vielfalt und die unterschiedlichen Lebensbedingungen und Lebensstile haben Europa ja auch ausgemacht. Die Völker Europas wählen einfach die Unabhängigkeit bzw. die Regionalität. Es ist ein weitverbreiteter Irrtum der sogenannten Eliten, dass die Nation als Gemeinschaft sich überlebt hat. Mag sein, dass der eine oder andere sich als Europäer oder Weltenbürger sieht. Die Mehrzahl wird sich jedoch als das definieren, was sie als Muttersprache gelernt haben. Die Sprache, die ich lerne, diese Kultur nehme ich als erstes an und damit auch wesentliche Werte und Einstellungen.

    … und das ist auch gut so.

    • SLE - 7. Dezember 2015

      Hallo paernu,

      Ich stimmen Ihnen voll und ganz zu. Ein “Europa der Regionen” wäre der viel bessere Ansatz für die Union gewesen. Stattdessen entschloss man sich schon Ende der 60er Jahre auf europäischer Ebene (genauer gesagt: die Staats- und Regierungschefs taten es), dem Modell der USA nachzueifern. Harmonisierung ist i.d.Z. ein Schlagwort und m.E. ein Euphemismus. Ein weiteres Schlagwort ist die “Schaffung genügend großer Konzerne”, um im internationalen Wettbewerb mit denen in den USA mithalten zu können. Auch dieser Richtungsentscheid war fatal.

      Wenn etwas für Europa charakteristisch war und glücklicherweise immer noch ist, dann ist es seine Vielfalt und es sind stark mittelständisch geprägte Strukturen in der Wirtschaft.

      Beides sollte und müsste ins Zentrum der Europapolitik rücken. Und wie Sie sehr richtig sagen: Die Entwicklung geht sowieso in diese Richtung, weil die Bürger und Politiker sowie z.T eben auch Regionen in immer mehr Mitgliedstaaten den kontraproduktiven Zentralisierungszirkus und das “über einen Kamm scheren” nicht mehr mitmachen wollen.

      Grüße
      SLE.

  • Marco - 7. Dezember 2015

    Da man in Europa ja nun genügend schlechte Erfahrungen mit einem dominanten, egomanischen Deutschland hat, wundert es einen doch nicht, dass dieses von Merkel und Schäuble dominierte Brüsseler Monster auf Ablehnung stößt.
    Deutschlad pickt sich in dieser Pseudo-Union die Sahnehäubchen raus und ignoriert alle Regeln. Aber wehe, jemand anderer wagt es, sich nicht an Regeln zu halten…
    Die beste Lösung: Grenzen zu Deutschland dicht, weltweit Einfuhrzölle von 50%-80% auf deutsche, chinesische und japanische Waren und deutsche Logistikfirmen ebenfalls beschränken.
    Diese Passivität gegenüber diesen gierigen Überschusshamsterern ist mir schleierhaft.
    Deutschlands einzige Wettbewerbsvorteile bestehen doch nur noch aus niedrigen Lohnstückkosten, Minijobs, Werkverträgen und der grenzenlosen Subventionierung der Großkonzerne durch den Staat – sogar bei den Stromkosten!
    Schäden werden sozialisiert und Profite privatisiert. 30-40 Mrd. Steuern werden ständig hinterzogen und der Kapitalexport übersteigt sogar die Exportüberschüsse – und befeuert nur zusätzlich die für Schwellenländer schädlichen Carrytrades.
    Die deutsche Exportwalze schadet nicht nur den deutschen Arbeitnehmern und seinen EU-Partnern, sondern mittlerweile der Weltwirtschaft! Wer will mit sowas noch in einer Union stecken?
    Den Euro wird es zerlegen, dann die EU und am Ende auch die Exporte. Deutschland wird wieder zum “Kranken Mann in Europa” und die Schuldigen werden Mohn- und Dpringermedien dann im Ausland suchen und finden, nicht aber bei der Raffgier deutscher Großkotzkonzerne.

  • mitwisser - 7. Dezember 2015

    Der Bürokratiemoloch Brüssel macht den Bürgern mittlerweile mehr Angst als dass sie sich davon was versprechen, ausser vielleicht günstigeres Roaming. Ein großer Fehler war auch die hastige Aufnahme vieler neuer Mitglieder. Die Wachstumsobsession scheint ja noch immer nicht befriedigt. Dann stellt sich auch noch zunehmend raus, dass ein Land wie Griechenland über Jahrzehnte folgenlos betrügen kann, gemeinsame Standards und Verträge ignoriert und alles scheint man mit dem Totschlagargument “geopolitische Bedeutung” hinzunehmen.

  • sadoma - 7. Dezember 2015

    Hallo Kommentatoren,

    die EU in Ihrer heutigen Form (Euro, 28 Mitgliedsstaaten, offene Grenzen) wird zerbrechen, da sind sich hier anscheinend ALLE einig. Die viel interessantere Frage ist, was kommt danach und wer gestaltet dieses danach?

    Vorab erstmal was positives. Wir haben in fünf Jahren zwar keine funktionierrende EU mehr aber dank der Vorleistungen von manch fähigen Politikern der letzten 70 Jahre eine europäisch denkende Bevölkerung. Nationalkriege innerhalb der EU sind nicht mehr vorstellbar (stellt euch vor es ist Krieg und keiner geht hin).

    Das größte trennende Moment ist nicht wie SLE es formuliert: “…t die Unfähigkeit, wirtschaftliche Vorteile für alle zu generieren, ist es, was die Europäische Union zunehmend auseinanderdividiert.” Diese Feststellung ist mir zu oberflächlich. Nach meiner Einschätzung spielt sich die Problematik auf einer höheren Ebene ab. Die weltweite Geld-Orndung der Finanzsystem befindet sich in Auflösungsprozess, die Klimaerwärmung und die Umweltzerstörung beginnen Ihren makroökonomischen Druck zu Erzeugen. Der Kampf um die verbliebenen Ressourcen wird härter. All dass wäre innerhalb der reichen EU noch zu bewältigen wenn die breite Bevölkerung das Gefühl hätte dass die zukünftigen Lasten fair verteilt werden. Die Eliten scheint dass jedoch nicht zu kümmern.

    Mein Fazit: Es gilt aufzuwachen und die Probleme der Zukunft selbst in die Hand zu nehmen, die heutige Jugend sollte sich mit den 40 bis 50 Jährigen zusammentun um die Aufgaben der nächsten 10 bis 20 Jahre halbwegs in den Griff zu bekommen. Auf alles was älter als 60 ist braucht man keine große Hoffnung zu setzen (zu geringes Eigeninteresse). Wir sollten aufhören passiv zu nörgeln. Nur wenn wir SELBST aktiv werden (jeder dort wo er kann und so viel wie er kann) besteht die Chance die europäische Zivilisation halbwegs zu erhalten. Klingt vielleicht etwas naiv aber noch naiver ist es zu hoffen dass die heutigen Eliten diese gewaltigen Aufgaben im Interesse der breiten Bevölkerungsschichten lösen, die können auch ohne uns :-(

    • mitwisser - 7. Dezember 2015

      Ich hab eher den Eindruck, dass die heutige Jugend noch ziemlich eingelullt ist, was die kommenden Herausforderungen und die Wahrung von Europa uns seinen Werten angeht. Da herrscht naiver Humanismus. Ich bin Jg. 64 und es scheinen mir eher die Leute mit Lebenserfahrung zu sein, die sich große Sorgen machen, also durchaus auch Bürger die deutlich jenseits der genannten 50 Jahre sind. Da wird dann eben auch an die eigenen Nachkommen gedacht. Den zahlreichen hedonistischen DINKs kanns natürlich egal sein.

    • Eurelios - 7. Dezember 2015

      Auf alles was älter als 60 ist braucht man keine große Hoffnung zu setzen (zu geringes Eigeninteresse).

      Nicht so pauschal urteilen. Nicht jeder ab 60 davon denkt mir reicht es noch bis ich
      auf Wolke Nr. 7 Manna, Manna singen werde.

      Wie Mitwisser schon ausführte:
      –Da wird dann eben auch an die eigenen Nachkommen gedacht.—

      Und nicht nur an die sondern, bei mir ist es so, auch an alle Jüngeren die 10 bis 20 Jahre
      nach mir geboren sind.

      Das sagt einer der 60 J. + 2M. alt ist. In einem bin ich voll bei Dir:

      –Die weltweite Geld-Ordnung der Finanzsystem befindet sich in Auflösungsprozess, die Klimaerwärmung und die Umweltzerstörung beginnen Ihren makroökonomischen Druck zu Erzeugen. Der Kampf um die verbliebenen Ressourcen wird härter. All dass wäre innerhalb der reichen EU noch zu bewältigen wenn die breite Bevölkerung das Gefühl hätte dass die zukünftigen Lasten fair verteilt werden. Die Eliten scheint dass jedoch nicht zu kümmern.–

      Es sind die Geldeliten den man den Kampf ansagen muss.

  • Hartwig - 7. Dezember 2015

    Hier fehlt CETA, TTIP, TISA. Alles dreht sich dabei darum, nationale Souveränität durch unternehmerische Entscheidungen zu ersetzen. Das ist der Kern der sog. Freihandelsabkommen. Eine Gesetzgebung ist unter CETA, TTIP, TISA nicht erforderlich, weil wirkungslos.

  • Hartwig - 7. Dezember 2015

    Hier fehlt CETA, TTIP, TISA.
    Eine Gesetzgebung ist unter CETA, TTIP, TISA nicht erforderlich, weil wirkungslos.TTIP wird alles als “Handelshemmnis” verbieten, was den Profit internationaler Unternehmen schmälert.

    Alle anderen Punkte dieser Abkommen dienen nur der Verdeckung des wesentlichen Punktes. Die Tribunale , ISDS, sind mit Repräsentanten der Unternehmen besetzt. Die Tribunale sind vollständig verdeckt und werden nie veröffentlicht. Es gibt kein nationales Recht in den Tribunalen

  • sadoma - 7. Dezember 2015

    “Nicht so pauschal urteilen. Nicht jeder ab 60 davon denkt mir reicht es noch bis ich
    auf Wolke Nr. 7 Manna, Manna singen werde”

    Sorry an alle über 60, ich weiss sehr genau dass unter den “Älteren” oft die selbstlosesten Aktivisten sind da Sie oft am besten verstehen was auf dem Spiel steht. Ich wollte mit meiner provokanten These lediglich den Focus auf “selber was tun” statt jammern lenken ;-)

  • sadoma - 7. Dezember 2015

    “Es sind die Geldeliten den man den Kampf ansagen muss.”

    Menschen zu bekämpfen ist nicht sehr hilfreich. Die Eliten sind doch selbst Gefangene der Spielregeln. Wir spielen ALLE im gleichen Spiel mit. Wir müssen die wichtigen Spielregeln (Geldordnung, Entscheidungsprozesse, Instituionen) und ihre systemischen Folgen verstehen und modifizieren. Das ist auch im Interesse der Eliten. Evolution (Veränderung der Regeln) statt Revolution (Austausch der Eliten).

    • MartinR - 8. Dezember 2015

      Da ist was dran. Und sie müssen wohl therapiert werden (gar nicht abfällig gemeint).

      “Wir werden in der Lage sein uns von pseudomoralischen Prinzipien zu befreien, die uns über zweihundert Jahre gequält haben und mit denen wir eine der widerlichsten menschlichen Qualitäten überschwenglich in den Rang der höchsten Tugenden erhoben haben. Wir werden in der Lage sein uns zu erlauben, den Wert des Geldes richtig einzuschätzen. Die Liebe zum Geld als Besitz, im Gegensatz zum Geld als Mittel zur Erlangung der Freuden und Realitäten des Lebens wird als das erkannt werden als was es ist: eine einigermaßen abscheuliche Mobilität, eine dieser halb kriminellen, halb krankhaften Neigungen, die man mit einem Schaudern Spezialisten auf dem Gebiet der Geisteskrankheit übergibt. ”

      John Maynard Keynes‘ Vision von 1930, wie die Welt in hundert Jahren (also 2030) aussehen wird

  • Juespre - 7. Dezember 2015

    > Auf alles was älter als 60 ist braucht man keine große Hoffnung zu setzen (zu geringes Eigeninteresse).

    Kann ich nicht bestätigen. Bin mit Jahrgang ’58 schon dicht dran und lege jetzt erst richtig los. Man ist dann einfach unabhängiger und aus dem Hamsterrad und familiären Verpflichtungen einigermaßen raus.

    Ich habe mir schon so meine eigenen Gedanken gemacht, wie man das System gegen sich selbst wenden kann. Das geht völlig gewaltfrei, legal im Rahmen der bestehenden Gesetze und ohne die Beteiligung politischer Parteien. Zudem dürfte es schon zu Beginn die eigene Lebensqualität steigern helfen ohne daß ewig lange auf künftige Genrationen vertröstet wird.

    Mehr unter folgendem Link:

    http://www.dannatu.ch//Speedtest/usiplauncheb/usiplauncheb.pdf

    In Großbritannien hat ein Dorf bereits mit ähnlichen Strategien Erfolg, und selbstverständlich sind die üblichen Verdächtigen dagegen:

    http://diepresse.com/home/wirtschaft/international/4866598/Ein-ganzes-Dorf-auf-Steuerflucht?_vl_backlink=/home/index.do

  • sadoma - 7. Dezember 2015

    @Juespre

    “Im Grunde geht es um eine Auswanderungsbewegung“ ohne dabei das Land
    zu verlassen”

    Respekt vor deiner Ideen-Skizze, du hast darin sicherlich viel Zeit und Herzblut investiert Und nun zu meiner harten Kritik (bitte nicht zu Ernst nehmen). Es ist Traumtänzerei sich eine Fluchtwelt zu schaffen entweder wir schaffen den “Großen Umbau” unserer Gesellschaft innerhalb der Gesellschaft oder wir schaffen Ihn gar nicht. Auf welcher Ebene wir bei diesem Umbau mitwirken spielt dabei keine Rolle ob Viele im Kleienen oder wenige im Großen beides ist wichtig. Ein Jeder darf hierbei für sich das Ziel definieren bei dem er mit Mitstreitern seinen Beitrag leisten will. Die Bausteine einer besseren Welt sind schon überall erkennbar man muss sich seine Gruppe/Ziel suchen und mitarbeiten.

    P.S. Ich war selbst vor 30 Jahren auf der Suche nach einer Fluchtwelt (lag damals auf einer Insel bei den Kanaren).

    • Juespre - 8. Dezember 2015

      Da hast Du wohl nicht vollständig gelesen. Es geht nicht um Flucht, sondern um die Schaffung eines geschützten Bereichs, in dem man mit der Umsetzung beginnen kann.

      Deinen ‘großen Umbau’ kannst Du getrost vergessen solange jeder weiter als Rädchen im Getriebe all das stützt, was einer Veränderung im Wege steht und es mit dem von ihm geschaffenen Werten unterhält.

      Der erste Schritt zur Veränderung muß immer sein den Hindernissen, die einer gewünschten Veränderung im Wege stehen die Unterstützung zu entziehen.

      Und weil das gegenwärtig herrschende System auf der Aneignung von Mehrwert basiert ist es naheliegend den Abfluß von Mehrwert zu minimieren. Insbesondere, wenn man damit die eigene Lebensqualität steigern kann.

      Warum sollte es also Traumtänzerei sein sich mit Gleichgesinnten zusammen zu tun um genau das zu tun was die großen Konzerne tun? Da kann man nur gewinnen.

      • SLE - 8. Dezember 2015

        Hallo Juespre,

        vielen Dank für Ihre Ideen. Ich denke, im kern haben Sie schon recht. Aber in der Umsetzung ist das vielleicht nicht ganz einfach. Man muss sich nämlich im Klaren sein, was es bedeutet, sich gegen das politische, wirtschaftliche und Finanz-Establishment zu stellen oder wie Sie es formulieren, den Hindernissen, die einer gewünschten veränderung im Wege stehen, die Unterstützung zu entziehen. Vorab: Das geht sehr wohl und mag anfangs auch leicht realisierbar sein. Doch ziemlich rasch wird man dann feststellen, dass man gegen den Strom schwimmt. Und da es sich um ein stabiles Netzwerk handelt, gegen das man sich stellt, ist es ein enorm starker Strom und die Gefahr, mitsamt dem eigenen Vorhaben darin unterzugehen, ist groß.

        Sehen Sie sich z.B. die CSU-Rebellin Pauli an, die seinerzeit den bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber zu Fall brachte. Dem gegenwind, der ihr danach entgegenschlug, konnte sie nicht standhalten. Oder nehmen Sie die Piratenpartei oder auch die AfD. Die internen Streitigkeiten oder schlicht Uneinigkeit zusammen mit dem gegenwind aus den Medien zerlegt solche Initiativen zur Veränderung oft.

        Und im Bereich der Wirtschaftswissenschaften ist es ähnlich. Das beste Beispiel ist der oben bereits schon zitierte John Maynard Keynes. Seine Ideen und Theorie waren ein Ansatz für weitreichende Veränderungen und deswegen wurde er vom Mainstream (liberale Ökonomen – deswegen auch die Attacke auf die “pseudomoralischen Prinzipien” im obigen Zitat) blockiert und behindert wo es nur ging. Seine Habilitationsschrift wurde abgelehnt und er konnte sich nur deswegen etablieren, weil die Weltwirtschaftskrise den liberalen Mainstream massiv diskreditiert hatte. Später dann haben liberale Ökonomen seine Theorie so ausgelegt, dass sie sich ins neoklassische Theoriengebäude integrieren ließ.

        Ich möcht nicht missverstanden werden, deswegen sage ich es noch einmal ausdrücklich: Sicher macht es Sinn, aktiv selbst auf Veränderungen hinzuwirken. Mehr noch halte ich das heute sogar für unverzichtbar. Man muss sich nur vollkommen darüber im Klaren sein, worauf man sich damit einlässt und man muss darauf achten, dass man mit seinem Vorstoß nicht allzu rasch und endgültig im Strom versinkt. In echten Krisenzeiten (siehe Keynes) hat man natrülich bessere Karten. Aber wir haben in Deutschland (noch) keine Krisensituation.

        Viele Grüße
        SLE

  • sadoma - 8. Dezember 2015

    “Warum sollte es also Traumtänzerei sein sich mit Gleichgesinnten zusammen zu tun um genau das zu tun was die großen Konzerne tun? Da kann man nur gewinnen.”

    Ganz einfach, wenn es sowei ist werden Sie in euren “geschützten Bereich” eindringen, eure Männer morden, eure Frauen und Kinder versklaven und euer Land aufteilen. Ist leider keine graue Therorie sondern war beim Kampf um Überlebensressourcen (ich nenne es Niedergang von Zivilastionen) leider in der Menschheitsgeschichte oft der Fall :-(

    Dass ist auch der Grund warum ich innerhalb der Gesellschaft meinen bescheiden Beitrag leisten will um die Spielregel so zu verändern dass ALLE ausreichen mit Ressourcen versorgt sind um den Kampf jeder gegen den Antrieb zu entziehen.Der große Umbau nennt man übrigens Zivilisation und da sind wir doch sehr weit gekommen (Lebenserwartung, Bildungsstand, Selbstregulationen …)

    • Juespre - 9. Dezember 2015

      > Ganz einfach, wenn es sowei ist werden Sie in euren “geschützten Bereich” eindringen, eure Männer morden, eure Frauen und Kinder versklaven und euer Land aufteilen. Ist leider keine graue Therorie sondern war beim Kampf um Überlebensressourcen (ich nenne es Niedergang von Zivilastionen) leider in der Menschheitsgeschichte oft der Fall :-(

      Das werden die auch tun, wenn man nichts unternimmt und die Ressourcen knapp werden. Nur ist man dann unvorbereitet. Das ist für mich deshalb eher ein Argument für den geschützten Bereich. Insbesondere, wenn der sich äußerlich nicht vom neoliberalen Mainstream unterscheidet und man mit den offiziellen Verlautbarungen auch FDP-Vorsitzender werden könnte.

      Bin momentan etwas knapp mit der Zeit. Eine ausführliche Antwort auch an SLE kommt evtl. heute Abend, natürlich mit den Buzzwords für die offizielle FDP-nahe Version. ;)

  • sadoma - 8. Dezember 2015

    “das gegenwärtig herrschende System auf der Aneignung von Mehrwert basiert”

    Das kann ich nicht als Problem erkennen. Die Probleme liegen viel tiefer, die Verteilungsfrage war immer ein “Abfallprodukt” der im System angelegten Spielregeln. Einer der wichtigsten Spiel-Regel ist die Geld-Ordnung, diese hat sich in den letzen Jahrhundert viel öfter geänder als wir glauben und damit auch immer wieder neue Spielanordnung erzeugt. Die Aufgabe unseres Zeitalters ist es das Tabu Geld-Ordnung für breite Massen zugänglich zu machen und im Sinne der Zivilisation zu transformieren,. klingt etwas esoterisch ist es aber nicht ;-)

  • Holly01 - 8. Dezember 2015

    Die babyboomer waren die Letzten, der heute politisch aktiven, die mehr oder weniger bewusst, den Verfall gefühlt haben.
    Wir hatten in den 70ern ja schon massive Veränderungen.
    Wir waren schon offener und diskussionsfreudiger.
    Wir waren schon kreativer.
    Wir waren schon ökologischer.
    Wir waren schon ausgeglichener (ohne Gender und Antiraucherterror).
    Wir waren schon erziehungsbewusster (Anlageorientierung).
    Wir haben schon 1 Mio. in Bonn auf die Strasse gebracht.
    Wir haben uns gegen den Militärflughafen in frankfurt gewehrt.
    Wir haben uns gegen Atomkraft gewehrt.
    Wir haben den ersten Irakkrieg abgelehnt.

    Und nun schaut euch Alle mal um, was für ein Land wir heute haben! Wir babyboomer haben alles verspielt und haben uns alles abnehmen lassen.
    Unser engagement beruht auf unserem schlechten Gewissen. Wir WISSEN wie mies die heutigen Ergebnisse sind und wir haben nichts getan.
    Wir haben uns von den Neokons einseifen und betrügen lassen, wir haben zugesehen und geschwiegen, wir haben das System weiter gestützt und getragen, aus Eigennutz.
    Und heute schauen wir auf die Scherben ……. und zerdrücken pathetisch ein Tränchen……beim Bier während der tageschlau.

    etwas wenig Herrschaften …….. etwas zu wenig ……. wir tollerieren immer noch Rechts- und Verfassungsbruch, für etwas Wärme und die Hoffnung das Fallbeil möge erst hinter uns fallen …..

    • Holly01 - 8. Dezember 2015

      …… denn wir sind zu Alt, um noch in den Krieg geschickt zu werden und wir haben keine Kinder …. weil sich zu viele von uns selbst suchen mussten und nie gefunden haben, aber unterwegs im Egoismus ersoffen sind ….. also schwadronieren wir und regen uns auf, aber tun effektiv nichts …. und genau das ist unsere Rolle in diesem Spiel und wieder erfüllen wir sie und trinken den Schierlingsbecher bis zur bitteren Neige …

      • Holly01 - 8. Dezember 2015

        …. und Holly01, was hast du getan, bis das Ende kam?
        Ich? Ich habe mein Leben lang das kleinste Übel gewählt…… aber es hat halt nichts genutzt …..
        Weil man nicht ein ganzes Leben bergab gehen kann Holly01, aber bergauf war dir ja zu unbequem …

  • sadoma - 8. Dezember 2015

    @Holly01

    So viel Wut läßt sich doch in konstuktive Arbeit verwandeln ;-)

    damit du (und sicher der ein oder andere Leser) noch etwas mehr Wut bekommen hier noch ein Ausschnitt aus einem Flassbeckartikel von heute:

    In diesem Geiste sagte die deutsche Bundeskanzlerin vergangenen Freitag im Deutschen Bundestag einen bemerkenswerten Satz: „Seit Beginn der europäischen Staatsschuldenkrise verfolgt Deutschland ein klares Ziel: Europa soll stärker aus der Krise hervorgehen, als es in sie hineingekommen ist. Auf diesem Weg sind wir weit vorangekommen“.

    Europa ist weit vorangekommen? Europa befindet sich im sechsten Jahr von Rezession und Stagnation, es hat hunderte von Milliarden an möglichem Wohlstand eingebüßt, weil es unfähig ist, sich aus der Krise zu lösen. Europa hat ein Niveau der Arbeitslosigkeit, das höher ist als jemals zuvor. In einigen Ländern ist das Niveau der Arbeitslosigkeit unerträglich hoch. Europa befindet sich hart am Rande einer Deflation und die Zentralbank kämpft mit den letzten möglichen Mitteln um Stabilität und gegen weitere Einbußen. Europa muss auf eine Abwertung seiner Währung hoffen, um überhaupt positive Impulse für seine Wirtschaft erzielen zu können. Europa hat es auch im Ansatz nicht geschafft, die Ursachen seiner Misere zu analysieren und Lösungen, die für alle verträglich sind, aufzuzeigen. Europa ist politisch dem Zerfall ganz nahe…….”*

    * Quelle: http://www.flassbeck-economics.de/der-wind-des-zorns-frankreich-hat-gewaehlt/

    • Holly01 - 8. Dezember 2015

      “Auf diesem Weg sind wir weit vorangekommen”
      - Spanien Abschaffung der Grundrechte
      - Ungarn, Polen, Balten Tschechien, Slovakei, Rumänien, Bulgarien > Frontstaaten
      - Portugal > Auswanderungsland
      - Griechenland > humanitäre, antidemokratische Kathastrophe
      - EU-Verträge > nicht mehr relevant
      - EU Aussengrenzen > eine einzige Bedrohung
      - Russland > Sanktionen und Isolierung
      - Finanzsektor > eine Handgranate mit gezogenem Sicherungsstift
      - Frankreich > Enddemokratisierung, national, kriegerisch, panisch, Gladio
      - Großbritannien > kurz vor dem Bürgerkrieg, sozial und humanität eine Kathastrophe
      - Österreich > finanziell Bankrott, kurz vor dem nationalistischen fail state
      - Schweiz > Exportland mit Eigenwährung, kaum regierbar, kaum zu retten, wenn die Schockwellen kommen
      - Türkei > humanitär, demokratisch, nationalistisch völlig entgleist
      - USA > im Bürgerkrieg, kurz vor dem Zusammenbruch
      - Klima > kurz vor dem Umschlagen, mit kathastrophalen Folgen weltweit (US-geoengeeniring)
      - Schwellenländer > verlieren Jahrzehnte des Aufbaus in den kommenden Schockwellen
      - Pazifik > atomar verseucht
      - Japan > atomar verseucht, wirtschaftlich bereits kollabiert, lebt von Buchwerten
      .
      .
      Ich könnte Seiten füllen, nur mit guten Nachrichten.
      Wut? Nein, das habe ich hinter mir, denke ich, in mit tobt kalte Verachtung gegenüber den politisch Verantwortlichen. Ich denke mit mir beobachten zeitgleich Hunderttausende die Entwicklung sehr sehr genau und das Motto würde ich nennen: “lasst dieses politische Pack nicht davonkommen”
      Mal schauen ….

      • Holly01 - 8. Dezember 2015

        …. und ich meine das in der historischen Linie der Nürnberger Prozesse und in der Rechtskoninuität der Mauerschützenprozesse.
        Nach Recht und Gesetz, gemäss der Eigentverantwortung und dem klaren, menschlichen Empfinden für Unrecht.
        Ich halte rein gar Nichts von Gewalt.

  • sadoma - 8. Dezember 2015

    @Holly01

    Ich weiss zwar nicht ob du Dir hier deinen Frust von der Seele schreibst oder (wie ich) andere durch deine ehrlichen, provokanten Texte zu motivieren suchst. Mein Leitspruch passt übrigens recht gut zu deiner Bergmetapher ;-)

    “Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen” Albert Camus

    • Holly01 - 8. Dezember 2015

      Ja das ist Frust, es ist mir unerträglich in einem Krieg zu sein, einen Krieg erklärt zu haben, gegen ein Land (Syrien) das sich nicht wehren kann.
      Und keiner in Schland tut etwas dagegen. Keine/r im Bundestag hat aus Protest den Saal verlassen, nichts.
      75% Zustimmung zu diesem Irrsinn. Und ob ich sauer bin …. denn ich habe auch als Nichtwähler die Mitverantwortung für das was mein Land macht. Dem kann sich keiner entziehen.

  • sadoma - 8. Dezember 2015

    “lasst dieses politische Pack nicht davonkommen”

    na, da hör ich doch noch ne Menge Wut raus ;-)

    “Ich halte rein gar Nichts von Gewalt.” aber Menschen in Gerichtssälen leiden und bestraft sehen willst du schon recht gerne ;-)

    Die Konzentration auf PERSONEN verstellt den Blick auf systemische Dinge. Wir müssen uns mit den Spielregeln und deren Folgen befassen. Manche nenen es auch Kybernetik, andere Aufklärung wiede andere NACHDENKEN. Der Mensch und sein Handeln wird durch die Regeln in der Spielwelt bestimmt wenn uns sein Handeln nicht gefällt müssen wir die Regeln ändern erst dann ändert sich der Mensch.

    • Holly01 - 8. Dezember 2015

      Da wir an die faschistoiden Strukturen die Deutschland seit mindestens 200 Jahren beherrschen nicht herankommen werden, muss man sich die Handlanger vornehmen.
      Das Fanal ist so: “das allgemeingültige Recht gegenüber Jedermann/frau wurde wieder hergestellt” und genau wie nach Nürnberg muss das faschistoide Netzwerk wieder ein paar Jahre/Jahrzehnte abtauchen und still im Hintergrund wirken.
      Dazu braucht es eine show, ja …

  • sadoma - 8. Dezember 2015

    @Holly01

    nur die Nerven behalten, deine Wut entzieht die derzeit das Blut zum nachdenken.

    Nichts für ungut aber ich denke wir können jetzt den Dialog zwischen uns einstellen, ich muss nämlich wieder Steine rollen gehen ;-)

    Beste Gruesse an Dich und alle Mitleser

    sadoma

  • Eurelios - 8. Dezember 2015

    @ Holly01

    Du schreibst:
    Ich denke mit mir beobachten zeitgleich Hunderttausende die Entwicklung sehr sehr genau und das Motto würde ich nennen: “lasst dieses politische Pack nicht davonkommen”

    Naja Holly01 schön wäre es ja. –Jeder stirbt für sich allein– hab ich vor kurzem gelesen.
    Ein Roman von Hans Fallada. Es ist eine wahre Geschichte. Ein Widerstandskämpfer
    im Nazireich der dache seine Aufrufe würde die Bevölkerung auf/wachrütteln und damit den Widerstand gegen den Nationalsozialismus verstärken. Aber nahezu alle Postkarten/Aufrufe
    des Ehepaars wurden von den Findern sofort bei der Polizei oder der Gestapo abgegeben.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Hermann_Hampel

    Man kann also leider fast sagen –Jeder kämpft für sich allein– Leider. :-(

  • sadoma - 8. Dezember 2015

    @Eurelios

    “Man kann also leider fast sagen –Jeder kämpft für sich allein– Leider.”

    Wieso alleine, wir sind doch hier schon richtig VIELE ;-)

    • Günter Schmidt - 8. Dezember 2015

      Wieso alleine, wir sind doch hier schon richtig VIELE ;-)

      Man macht so seine Erfahrungen hier in unserem “schönen“ Lande.
      In meinem Bundesland BW sind nächstes Jahr Landtagswahlen. Es ist
      dort so, laut Wahlordnung (beschlossen von den Parteien die schon
      im Landtag vertreten sind) müssen neue Parteien die noch nicht im
      Landtag sitzen 150 Unterstützungsunterschriften pro Wahlkreiskandidaten
      erbringen um dort überhaupt antreten zu können.

      —Die Wahlvorschläge der in dieser Wahlperiode nicht im Landtag von Baden
      Württemberg vertretenen Parteien(alle außer CDU,GRÜNE,SPD, FDP)müssen
      ferner von mindestens 150 im Wahlkreis Wahlberechtigten persönlich und
      handschriftlich unterzeichnet sein—

      Bei dem Wahlkreis wo ich für ALFA http://alfa-bw.de/ antrete gibt es ca 116 000
      Wahlberechtigte da meint man 150 Unterschriften wären kein Problem.
      Von wegen. Da spricht man Menschen an fast alle haben dann den Einwand
      blos nichts Unterschreiben man könnte ja dann in eine üble Sache reinkommen
      weil man ja etwas unterstützt was den Altparteien nicht angenehm ist.
      Und wenn dann noch auf dem Formblatt die Wörter –macht sich strafbar—
      steht dann wirds ganz schwierig.

      Wer mehrere Wahlvorschläge unterzeichnet, macht sich nach § 108d in Verbindung
      mit § 107a des Strafgesetzbuches strafbar.

      Tja nach 20 Tagen UU´s sammeln habe ich schon das Gefühl Jeder kämpft für sich allein.

      .

      • Holly01 - 9. Dezember 2015

        Viele Leute haben Angst in Deutschland. Viele fürchten den tiefen Staat ohne ihn aber benennen zu können.
        Viele erwarten eine Inhaftierung der Oposition und der Unbequemen und Unerwünschten.
        Ein älterer Nachbar meinte sinngemäß “die Einwanderung bringt diese Transitzonen mit sich. Als die Nazis die Menschen weg gebracht haben, da hat man von Auffanglagern geredet, wo die Leute Schutz und Versorgung finden, weil die in Deutschland je keiner haben wolle, sei das notwendig, haben die erzählt”
        Ich (auf eine gewisse Art) fürchte das viel mehr Menschen sehr sehr aufmerksam sind, als wir hier denken.
        So etwas wie Gladio erzeugt keinen Aufschrei der Empörung, weil viele deutsche so etwas voraussetzen.
        Die 3. RAF Generation und die Rückzugsgebiete in Ostdeutschland, die Billigproduktion der Brüder und Schwestern im Osten für die reiche Mischpoke im Westen; die Menschen haben das Alles mehr oder weniger erwartet zu hören.
        Die Komplettüberwachung ist nur in so fern überraschent, weil drüber geredet wird, das der Staat das tut überrascht niemanden wirklich.
        Und Alle wissen was daraus wird.
        Die (sogenannten) Demokraten mit ihren Parteisoldaten sind die Wegbereiter. Die Gesetze zum wehrhaften Staat sind alle schon vorhanden. Beschlossen und abgenickt von sogenannten Volksparteien.
        Benutzt werden die dann von den radikalen kräften, die noch kommen werden.
        Und so sind wir wieder Darsteller im Film “Der Untertan” …… und das ist Alles mögliche, aber nicht lustig …

      • Juespre - 11. Dezember 2015

        Parteien sind eher den Problemen als den Lösungen zuzurechnen.

  • sadoma - 9. Dezember 2015

    “Tja nach 20 Tagen UU´s sammeln habe ich schon das Gefühl Jeder kämpft für sich allein.”

    Sie werden ja hoffentlich einziges Parteimitglied sein ;-)

    Sie dürfen die Feststellung man ist alleine, was nicht stimmt, nicht mit der korrektn Feststellung “Keiner hat gesagt dass es einfach ist” verwechseln. Das Schwimmen gegen den Strom war noch nie was für …

    Kopf hoch Herr Schmidt, Sie müssen nur eine Person überzeugen und haben Ihr politisches Potential dann schon verdoppelt, ein solchen Stellhebel hat man im Berufsleben nicht ;-)

  • sadoma - 9. Dezember 2015

    “Sie werden ja hoffentlich einziges Parteimitglied sein ” da fehlte noch ein Kein.

    Mein Unterbewußtsein musste schon vorher gewusst haben dass ein gewisser Herr Lucke Mit-Schöpfer Ihrer ALFA-Partei ist. Verstehen Sie mich nicht falsch aber alleine der Wunsch die Machteliten durch neue Köpfe abzulösen bringt wenig Veränderung. Sorry Herr Schmidt, aber mit der Partei bekämen Sie von mir auch keine Unterschrift :-(

    • Holly01 - 9. Dezember 2015

      Wen oder was erwarten Sie abseits der Selbstversorger im System?
      Das sind Leute die sich persönlich engagieren. Da hat jeder seinen persönlichen und individuellen Hintergrund und jeder hat seinen ganz individuellen Weg in die Oposition hinter sich.
      Da hat sich keiner Profiliert. Da sind keine großen Redner und oft ersetzt Lautstärke und Intensität auch einmal Inhalte.
      Aber zumindest haben wir eine Oposition zum System.
      Ausgelacht wurden die schon.
      Mit Etiketten versehen und in die Ecke gestellt hat man die auch schon.
      Gespalten wurden die auch schon von Innen.
      …. aber die sind immer noch da … und das zählt am Ende vom Tag …. Sympathie für die Inhalte sollten Sie nur entwickeln, wenn Sie sich die Mühe gemacht haben auch einmal zuzuhören und zu lesen was die wollen und sagen.
      DAS thematisiert nämlich aus gutem Grund keiner aus der Lügenpresse.
      Informieren sich sich einfach einmal …. tut auch nicht weh …. und wenn Sie Antifa sind, dann sind sie auch nur die andere Seite der gleichen Medalie. Die Antifa kämpft gegen Rechts und hält die Faschisten in den 1% an der Macht.
      Denken Sie mal drüber nach ….

      • Holly01 - 9. Dezember 2015

        …. und bevor das jemand thematisiert, mich kann Rechts am Anus küssen und Links genausso, denn Rechts und Links sind nur Richtungen, der Konflikt ist Arbeit gegen Zinsgewinner … also Querfront ….

    • Eurelios - 9. Dezember 2015

      Sorry Herr Schmidt, aber mit der Partei bekämen Sie von mir auch keine Unterschrift

      Danke für die ehrliche Antwort Sadoma. :-) Damit habe ich kein Problem.

      Nur mit was sollen dann die Machteliten abgelöst werden? Mit Faschingsmasken oder
      mit geschnitzen Halloweenrübenköpfe?
      Ich denke es geht nur über den mühevollen politische Weg oder wissen Sie was besseres?

  • sadoma - 9. Dezember 2015

    “Informieren sich sich einfach einmal …. tut auch nicht weh …. und wenn Sie Antifa sind”

    also wen Sie Herr Holly01 mit Sie mich meinen, wovon ich ausgehe, kann ich Ihnen versichern dass es mit dem einfachen etikettieren eines Menschen nicht getan ist, da tun Sie genau das Gleiche was Sie Ihren “Gegner” vorwerfen. Aber das nur so am Rande.

    Wenn die lieben Parteimitlgieder von ALFA mir in 10 Sätzen erklären können welche Vorschläge Sie haben eine drohenden Finansystemzusammenbruch wie 2007 für die Zukunft zu vermeiden wäre ich gerne bereit mich näher mit dieser Partei zu beschäftigen. Bis dato habe ich weder in der Satzung noch auf Vorträgen, Parteiveranstaltungen die 10 Sätze gefunden die mich überzeugen können. Verzeihen Sie mir bitte dass ich dann auch keine große Sympathie für dieser Partei aufbringen kann, da Sie auf diese brennende Frage keine Antwort hat. Natürlich respektiere ich die Personen innerhalb dieser Partei die sicherlich aus sehr ehrenwerten Motiven handeln, aber gute Absichten sind mir persönlich zu wenig.

    • Eurelios - 9. Dezember 2015

      Wenn die lieben Parteimitlgieder von ALFA mir in 10 Sätzen erklären können welche Vorschläge Sie haben eine drohenden Finansystemzusammenbruch wie 2007 für die Zukunft zu vermeiden wäre ich gerne bereit mich näher mit dieser Partei zu beschäftigen.

      https://alfa-bund.de/wp-content/uploads/2015/11/Gesamtprogramm%20ALFA%20Umfragefassung.pdf

      Passwort: ALFAstopptMerkel2016

      5Deutschland
      Ref.Nr.08 12.11.2015 22:28
      Seite89
      5.4.1.10
      Geldwesen
      Zum bestehenden Geldsystem mit Papierwährungen, nationalen Notenbanken und
      staatlicher Bankenaufsicht sehen wir derzeit keine Alternative. Währungen sollten
      weltweit untereinander frei konvertierbar und die Wechselkursbildung sowie die
      Zinssätze frei von staatlicher Einflussnahme sein.
      Die EZB betreibt mit dem verharmlosend „Quantitative Easing (QE)“ genannten
      Gelddrucken Finanzpolitik zur Rettung von Banken und Staaten. Damit verstößt sie
      gegen das Verbot der monetären Staatsfinanzierung und überschreitet ihr
      geldpolitisches Mandat. Die EZB muss sich als Hüterin der Währung verstehen, die
      gemäß ihrem Statut vorrangig der Geldwertstabilität verpflichtet ist. Staatsfinanzierung
      –auch in verdeckter Form–ist ihr untersagt ist und muss es auch bleiben. Eine solche
      Finanzpolitik gefährdet auf Dauer nur den Geldwert, ohne dass nachhaltige
      Wachstumsimpulse zu erwarten sind.Eine Weltwährung oder Währungsunionen (wie der Euro) über stark divergierende volkswirtschaftliche Räume hinweg sind nicht geeignet, als einziges gesetzliches Zahlungsmittel die nationale Währung zu ersetzen. Solche Währungen können allenfalls als Rechnungseinheiten (z.B. ECU) nationale Währungen im Rahmen eines
      Parallelwährungskonzepts ergänzen.
      Eine Währungsunion zwischen souveränen Staaten, die sich natürlich unterschiedlich
      entwickeln, bedarf entweder einer Konkursordnung für Staaten oder eines dauerhaften
      Finanzausgleichs zwischen den Staaten, da der Wechselkurs zur Anpassung
      derWettbewerbsfähigkeit nicht mehr zur Verfügung steht. Einen Finanzausgleich zwischen
      den Staaten der Währungsunion (also eine Transferunion) sowie einen europäischen
      Finanzminister, der die Haushaltspolitiken der Nationalstaaten überwacht, lehnen wir
      strikt ab.Banken müssen verpflichtet werden, auch hereingenommene Staatspapiere mit
      Eigenkapital zu hinterlegen. Target-2-Salden bei der EZB sind zu verzinsen und einmal pro
      Jahr glatt zu stellen.
      Wir lehnen eine Abschaffung des Bargeldes–im Hinblick auf das Eigentumsrecht und
      bürgerliche Freiheitsrechte–ab. Zur Bekämpfung der Finanzkriminalität ist es aber
      erforderlich, die Mittel und Möglichkeiten der Strafverfolgung im Bereich der
      Geldwäsche sowie bei Steuerstraftaten und Fällen von Wirtschaftskriminalität zu
      verbessern. Insoweit sind die strafprozessualen Möglichkeiten für die
      Strafverfolgungsbehörden zu erweitern.

  • sadoma - 9. Dezember 2015

    @Eurelios

    jetzt wollen wir die Parteiwerbung in diesem Forum aber beenden. Das hätte man auch in einem Satz sagen können: Wir wollen zu dem Status vor der Einführung der DM zurück.

    Dies ist jedoch KEINE Antwort auf meine Frage. Auch wenn wir diesen Status 2007 gehabt hätten wäre die Finanzkrise eingetreten, ich bin mir nur nicht sicher ob wir die “Verschleppung” bis heute erreicht hätten oder der Zusammenbruch durch die höhre Abstimmungs-Komplexität früher eingetreten wäre.

    Es handelt sich bei der ALFA-Partei einfach um DM-Reaktionäre, bitte nicht missverstehen, dies soll kein Schimpfwort sein verglichen mit heute waren das durchaus schöne Zeiten ;-)

  • sadoma - 9. Dezember 2015

    “jetzt wollen wir die Parteiwerbung in diesem Forum aber beenden. Das hätte man auch in einem Satz sagen können: Wir wollen zu dem Status vor der Einführung der EURO zurück.”

    ach dieses Unterbewusstsein ;-)

  • Holly01 - 10. Dezember 2015

    Also ich lehne es ja ab von einer Finanzkrise zu sprechen. Es ist ein Währungskrieg. Die richtige Fragestellung wäre also anstelle:
    “Wenn die lieben Parteimitlgieder von ALFA mir in 10 Sätzen erklären können welche Vorschläge Sie haben eine drohenden Finansystemzusammenbruch wie 2007 für die Zukunft zu vermeiden wäre ich gerne bereit mich näher mit dieser Partei zu beschäftigen.”
    vielleicht eher:
    Wenn die lieben Parteimitglieder von ALFA mit in 10 Sätzen erklären können, welche Vorschläge Sie haben, eine drohende Eskalation des Währuhngskriegs, wie 2007, für die Zukunft zu vermeiden, wäre ich gerne bereit, mich näher mit dieser Partei zu beschäftigen.

    Und ich meine nicht ALFA im Speziellen, ich meine die Diskurse bei ATTAC, den Plan-B der Wissensmanufaktur, die Inhalte von Prof. Dr. Hörmann und viele viele Andere kluge Leute.

    Mag sein ich pauschaliere bei Ihnen zu sehr, das Medium verleitet dazu, weil man weder Mimik noch Gestik sieht und das geschriebene Wort verkürzent und interpretationsfähig ist, man liest und versteht, was man erwartet oder sich wünscht.
    Die ALFA ist für mich nur ein Puzzleteil, es gibt viele. Das geht von Genossenschaftinitiativen über Regionalgeld bis Teilhabeprojekte für Autos, Gärten uvm.
    Das läuft von Kinderbetreuung über Altenpflege bis zur gemeinsamen Küche für warmes Essen und gemeinsame Versorgung. Läuft …..

  • sadoma - 10. Dezember 2015

    @Holly01

    Das ist doch ein sehr schöne Zusammenfassung Ihres Engagement. Viele Puzzelteile von Ihnen halte ich für hoch Interessant, insbesonder das Engagement bei Gruppen die was positiv, neues schaffen oder sich sozial betätigen.

    Ich halte mich jedoch von Puzzelteilen die lediglich mit dem Finger auf adere zeigen uns selber keine Lösungskonzepte anbieten für Zeitverschwendung, ALFA gehört für mich dazu.

    Die Finanzkrise war zuerst der Währungskrieg ist nur die Folge. Sie finden die richtigen Fragen und passenden Antworten bei Ihrem Regionalgeld Engagement oder direkt auf:

    monneta.org

    • Holly01 - 11. Dezember 2015

      Ich habe mit Absicht gewartet, aber nun sind ausreichend Beiträge drunter, das ich das doch präzisieren kann.
      “Die Finanzkrise war zuerst der Währungskrieg ist nur die Folge”
      Genau das sehe ich anders. Der Hegemon hatte durch den Euro ein Volumenproblem. Daas hat er zu Lasten des Euro gelöst.
      Also stand am Anfang ein Angriff des Hegemons. Es gab ein vid auf der tube, da hat der Insolvenzverwalter beschrieben, wie man bei Lehman Deutschland bereits 3 Monate vor der Insolvenz alle Buchungen eingestellt hat.
      Die haben gebucht ohne Buchhaltung. Es gab kein Verfahren gegen die Verantwortlichen. Es gab auch keine Diskussion, wie man so etwas in der Zukunft verhindern kann.
      Es hat auch keiner Hinterfragt, warum die Buchprüfer nicht reagiert haben.
      Ich halte das vid für durchaus authentisch und für mich paßt das ins Bild.

  • sadoma - 10. Dezember 2015

    @Eurelios

    vorab bitte ich um Entschuldigung, ich hatte Ihre Frage

    “Nur mit was sollen dann die Machteliten abgelöst werden? Mit Faschingsmasken oder
    mit geschnitzen Halloweenrübenköpfe? Ich denke es geht nur über den mühevollen politische Weg oder wissen Sie was besseres?”

    übersehen. Ich bewundere Menschen die den mühevollen politischen Weg gehen, davon will ich Sie keinenfalls abhalten. Sie sollten nur sicher sein dass es der richtige Weg ist. Ich gebe jedoch zu dass die Situtation in unserer derzeitigen Parteienlandschaft in Deutschland sehr sehr schwierig ist. Die Parteien stellen nicht die richtigen Fragen und finden daher auch nicht die richtigen Antworten.

    Vielleicht helfen uns die Aussagen von Bernard Lietaer, ein Mann der es aufgrund seiner Erfahrungen wissen sollte (leider nur auf englisch)

    https://youtu.be/q0f9_1XzcwA

    • Eurelios - 10. Dezember 2015

      vorab bitte ich um Entschuldigung

      Sie brauchen sich nicht zu entschuldigen das kann jedem passieren das er auf
      dem ersten Blick etwas nicht sieht. ;-)

      Mit dem Themen Regionalgeld, Vollgeldsystem usw das beschäftigt mich
      schon lange.
      Ein schönes Beispiel ist ja Wörgl. Wurde ja dann durch die Geldeliten gekippt.

      –Die Parteien stellen nicht die richtigen Fragen und finden daher auch nicht die richtigen Antworten.–

      Das stimmt schon aber bedenken Sie das man innerhalb der Partei als Parteimitglied
      darum kämpfen kann das die richten Fragen gestellt werden können.
      Bei ALFA ist auch nicht alles was glänzt golden. Aber ich bin dabei mit schon einigen
      Parteifreunde die richtigen Fragen um das Geldwesen zu betreiben.
      So habe ich wenigsten für mich ein gutes Gefühl nicht tatenlos zu sehen zu müssen
      wie die ganze “Geldzauberei“ der Geldeliten uns allmählich, aber ganz sicher,
      zum Chaos führt die wir “einfachen“ Menschen dann auszubaden haben.

  • sadoma - 10. Dezember 2015

    @Eurelios

    “Aber ich bin dabei mit schon einigen Parteifreunde die richtigen Fragen um das Geldwesen zu betreiben”

    Freut mich zu hören, der deutsche Prof. Richard Werner der lange Jahre in Japan war und nun in England unterrichtet kann Ihnen vielleicht beim stellen der richtigen Fragen helfen ;-)

    Prof. Richard Werner: Stabiles Wachstum ohne Finanzkrisen ist möglich

    https://www.youtube.com/watch?v=cWfMINCVuKM

  • Juespre - 11. Dezember 2015

    An die Bedenkenträger, SLE und sadoma

    > Man muß sich nämlich im Klaren sein, was es bedeutet, sich gegen das politische, wirtschaftliche und Finanz-Establishment zu stellen oder wie Sie es formulieren, den Hindernissen, die einer gewünschten Veränderung im Wege stehen, die Unterstützung zu entziehen.

    Es geht nicht um direkte Konfrontation, sondern um einen verteilten, evolutionären und asymmetrischen Lösungsweg, der im Sinne einer asymmetrischen Strategie direkte Konfrontation vermeidet.

    Darum der Ansatz mit der Gründung einer Kapitalgesellschaft nach geltendem Recht. Die sieht nach außen genau wie jede andere AG aus, und wie die internen Statuten sind kann jede AG im Rahmen der Gesetze selbst bestimmen.

    Moralische Aspekte wie ‘besser’ oder ‘schlechter’ sollte man bei derartigen Betrachtungen tunlichst außer Acht lassen. Es geht zuvorderst um Anpassung und Überleben. Die Strategie, sich nach außen möglichst wenig von anderen Unternehmen und Konzernen zu unterscheiden dient dabei der Vermeidung und Verzögerung von Abwehrreaktionen und, falls diese dennoch eintreten, deren Lenkung möglichst in Richtung Autoimmunreaktion. Ob das auf eine zeitlich begrenzte Teilhaberschaft mit dem System hinausläuft ist dabei unerheblich. Es kommt dabei auf die sichtbaren Vorteile und die daraus hoffentlich resultierende Wachstumsdynamik an.

    Insbesondere geht es nicht um den Aufbau eines monolithischen Klotzes, sondern um die Gründung möglichst vieler derartiger Aktiengesellschaften, die hoffentlich in Herangehensweise und Strategie variieren. Dann wird nach dem Prinzip Mutation und Selektion ein effektiver Entwicklungsprozeß einsetzen, der die jeweils am besten funktionierenden Strategien einer AG für die anderen adaptiert.

    >Vorab: Das geht sehr wohl und mag anfangs auch leicht realisierbar sein. Doch ziemlich rasch wird man dann feststellen, daß man gegen den Strom schwimmt. Und da es sich um ein stabiles Netzwerk handelt, gegen das man sich stellt, ist es ein enorm starker Strom und die Gefahr, mitsamt dem eigenen Vorhaben darin unterzugehen, ist groß.

    Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat bereits verloren. Wie man das sehen will hängt auch von einer Frage ab, die jeder für sich selbst beantworten muß: Was wird man am Ende mehr bereuen, die fehlgeschlagenen Versuche oder die verpaßten Gelegenheiten zu denen einem der Mut fehlte?

    > Sehen Sie sich z.B. die CSU-Rebellin Pauli an, die seinerzeit den bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber zu Fall brachte. Dem Gegenwind, der ihr danach entgegenschlug, konnte sie nicht standhalten. Oder nehmen Sie die Piratenpartei oder auch die AfD. Die internen Streitigkeiten oder schlicht Uneinigkeit zusammen mit dem Gegenwind aus den Medien zerlegt solche Initiativen zur Veränderung oft.

    Genau aus diesem Grund schrieb ich im Konzept, daß Widerstand durch Demonstrationen, die Gründung neuer Parteien oder Petitionen zwecklos ist, Demonstrationen sich totlaufen, neue Parteien mit den Mitteln Unterwanderung und Zersetzung durch die Dienste neutralisiert und Petitionen ignoriert werden.

    Parteien und Parteipolitik sind den Problemen, nicht den Lösungen zuzuordnen. Gerade deshalb empfinde ich Ihre Beispiele mit Frau Pauli, den Piraten und der AfD als Bestätigung meines Konzepts.

    Die geschilderten praktischen Hindernisse sehe ich eher als Vor- denn als Nachteile. Gerade dann, wenn es um etwas Neues geht statt um die Verwaltung eines Ist-Zustandes hat Partizipation unbestreitbare Vorteile. Man muß die Mitstreiter angemessen an den Entscheidungen und an der Beute beteiligen, dann kommt man sogar bis nach Rom und hat sogar noch mehr Mitstreiter als zu Anfang wie man bei Alarich dem Goten sehen konnte.

    Die schrägen Vögel, die interne Streitigkeiten und Uneinigkeit verursachen sind dabei nur ein nebensächliches Problem, denn die meisten von denen wollen nur bestimmen ohne selbst etwas beizutragen, schon gar nicht in finanzieller Hinsicht. Die wird man relativ leicht wieder los sobald eine Einzahlung und aktive Mitarbeit angesagt ist (Beispiel Piratenpartei und deren Anteil an Beitragszahlern).

    Nachahmer und Abspaltungen sind vorgesehen und sogar wünschenswert, solange die Abspaltungen nicht überhand nehmen. Ich gehe davon aus, daß sich dabei Varianten herausbilden werden und einige nach dem Prinzip Mutation und Selektion erfolgreicher und widerstandsfähiger sein werden als andere (siehe oben). Diese Strategien können dann vom Rest übernommen werden. Darüber hinaus dürften viele kleinere Unternehmen schwieriger zu bekämpfen sein als ein einziges großes. Es ist eben gerade keine Partei mit hierarchischen Strukturen.

    Im Gegensatz zu Parteien muß man auch keine Fünf-Prozent-Hürde überwinden und ist auch auf kein positives Medienecho angewiesen. Wenn die Teilnehmer ihre Lebensqualität und ihren Lebensstandard steigern spielt das Medienecho für potentielle Teilnehmer eher eine untergeordnete Rolle.

    > Und im Bereich der Wirtschaftswissenschaften ist es ähnlich. Das beste Beispiel ist der oben bereits schon zitierte John Maynard Keynes. Seine Ideen und Theorie waren ein Ansatz für weitreichende Veränderungen und deswegen wurde er vom Mainstream (liberale Ökonomen – deswegen auch die Attacke auf die “pseudomoralischen Prinzipien” im obigen Zitat) blockiert und behindert wo es nur ging. Seine Habilitationsschrift wurde abgelehnt und er konnte sich nur deswegen etablieren, weil die Weltwirtschaftskrise den liberalen Mainstream massiv diskreditiert hatte. Später dann haben liberale Ökonomen seine Theorie so ausgelegt, dass sie sich ins neoklassische Theoriengebäude integrieren ließ.

    Nun, es geht nicht um die Etablierung einer Theorie, sondern um eine empirisch zu findende praktische Lösung. Die wird nach dem Motto ‘der Weg ist das Ziel’ erst nach und nach entwickelt. Was nicht funktioniert muß angepaßt werden. Wenn ein Unternehmen Erfolg hat stellen sich alsbald Nachahmer ein. Nachahmer sind sogar wünschenswert, denn es geht ja nicht um Urheberrechte und Tantiemen, sondern um eine praktische Lösung, die für möglichst viele vorteilhaft angewendet werden kann.

    > Ich möcht nicht missverstanden werden, deswegen sage ich es noch einmal ausdrücklich: Sicher macht es Sinn, aktiv selbst auf Veränderungen hinzuwirken. Mehr noch halte ich das heute sogar für unverzichtbar. Man muss sich nur vollkommen darüber im Klaren sein, worauf man sich damit einlässt und man muss darauf achten, dass man mit seinem Vorstoß nicht allzu rasch und endgültig im Strom versinkt. In echten Krisenzeiten (siehe Keynes) hat man natrülich bessere Karten. Aber wir haben in Deutschland (noch) keine Krisensituation.

    Die Planung meines vorzeitigen Ruhestandes gehört zum Plan. Es geht mir dabei vor allem um die Eliminierung der fremdbestimmten Arbeit, gerade damit ich Zeit, Muße und Mittel für derartige Projekte habe. Dabei geht nicht darum die Welt zu retten, sondern meine eigene Situation zu verbessern. Wenn der Rest der Welt einen Vorteil davon haben sollte ohne daß es mein Schaden ist kann ich das – denke ich – guten Gewissens in Kauf nehmen.

    Nach außen hin werden alle Vorgehensweisen aus dem Konzept in perfekter Übereinstimmung mit dem neoliberalen Mainstream begründet:
    - Leistung muß sich wieder lohnen.
    - Wir müssen die Steuern optimieren um konkurrenzfähig bleiben zu können.
    - Die Lohnnebenkosten sind zu hoch.
    - Es lebe der Homo Oeconomicus.
    - Die Löhne sind zu hoch und die Kapitaleinkommen zu gering.

    Und so weiter….

    Was ich mir wünsche sind konkrete Verbesserungsvorschläge und Ergänzungen. Der Gefahren bin ich mir durchaus bewußt und habe auf konkrete Verwundbarkeiten und Gefährdungen in Kapitel 4 erste Ansätze skizziert.

    • SLE - 11. Dezember 2015

      Hallo Juespre,

      vielen Dank für die ausführlichen Erläuterungen Ihres Ansatzes. Zwei zentrale Fragen habe ich dazu noch: Sie sprechen von der Gründung von (vielen kleineren) Kapitalgesellschaften und, nach außen hin, von perfekter Übereinstimmung Ihres Konzepts mit dem neoliberalen Mainstream. Die Fragen dazu:

      1. Sie müssen sich damit immer noch in einer Marktwirtschaft behaupten, die nach neoliberalen Prinzipien geformt wurde, aber in der Praxis de facto eine Korporaokratie ist (Stichworte: Konzern-orientiert, Lobbyismus, Korruption). Das heißt, Sie bewegen sich mit ihrem Konzept in einem zutiefst “degenerierten” System, das aber eben nicht mehr nach (neoliberal) marktwirtschaftlichen Prinzipien funktioniert. Denken Sie nicht, dass es vor dem Hintergrund dieser Ausgangslage sehr schwer sein dürfte, das System auf die von Ihnen angedachte Weise zu ändern oder, weil sie das ja nicht zentral anstreben, Ihre Situation zu verbessern?

      2. Sie sagen, es gehe nicht um eine Theorie, sondern um eine empirisch zu finde praktische Lösung. Das ist genau das, was die Politiker aller führenden Parteien in den Industriestaaten seit der Finanzmarktkrise tun. Hier im Blog wurde das schon öfters schlicht als eine Politik des Durchwurstelns bezeichnet. Oder um es mehr aus betriebswirtschaftlicher Sicht zu sagen: Planung ersetzt Zufall durch Irrtum. Sie brauchen einen auf den Markt gerichteten Plan und das setzt voraus, dass sie möglichst gut und genau wissen, wie dieser Markt funktioniert. Das ist es was eine Theorie leisten kann und jeder Manager, der auf den Markt bezogen plant, tut dies – bewusst oder unbewusst – auf der Grundlage einer Theorie vom Markt. Meinen Sie nicht, dass es vielleicht eine Utopie ist anzunehmen, dass sich eine empirisch zu findende praktische Lösung evolutionär, das heißt, mit der Zeit von selbst ergibt?

      Viele Grüße
      SLE

      • Juespre - 15. Dezember 2015

        Lieber SLE

        > vielen Dank für die ausführlichen Erläuterungen Ihres Ansatzes. Zwei zentrale Fragen habe ich dazu noch: Sie sprechen von der Gründung von (vielen kleineren) Kapitalgesellschaften und, nach außen hin, von perfekter Übereinstimmung Ihres Konzepts mit dem neoliberalen Mainstream. Die Fragen dazu:

        > 1. Sie müssen sich damit immer noch in einer Marktwirtschaft behaupten, die nach neoliberalen Prinzipien geformt wurde, aber in der Praxis de facto eine Korporaokratie ist (Stichworte: Konzern-orientiert, Lobbyismus, Korruption). Das heißt, Sie bewegen sich mit ihrem Konzept in einem zutiefst “degenerierten” System, das aber eben nicht mehr nach (neoliberal) marktwirtschaftlichen Prinzipien funktioniert. Denken Sie nicht, dass es vor dem Hintergrund dieser Ausgangslage sehr schwer sein dürfte, das System auf die von Ihnen angedachte Weise zu ändern oder, weil sie das ja nicht zentral anstreben, Ihre Situation zu verbessern?

        Die Politik wird von der Wirtschaft totalitär dominiert. Da stimmen Sie mir sicher zu. Wenn ich also weiter nach den alten Spielregeln weitermache wird es für mich sehr schwer werden, meinen derzeitigen Status als Mitglied der oberen Mittelschicht zu halten.

        Wenn ich mir dagegen die Mechanismen der Korporakratie (man könnte das auch beim richtigen Namen ´Korporatismus´ oder ´Faschismus´ nennen) nach außen zu eigen mache und als Konzern oder zumindest Aktiengesellschaft auftrete sieht das schon anders aus.

        Zum Vergleich ein Beispiel aus meinem beruflichen Umfeld, einmal als Freiberufler in einer GbR oder Einpersonengesellschaft und einmal als ´Leiharbeiter´ in einer von mir kontrollierten Aktiengesellschaft.

        Die steuerlich absetzbaren Betriebskosten sind in beiden Fällen etwa gleich. Gegenüber der GbR oder Einpersonengesellschaft kann ich mich formal zum Mindestlohn in der Aktiengesellschaft fest anstellen lassen und bin damit pflichtversichert. Alles was über Betriebskosten einschließlich des Mindestlohns und der abzuführenden Sozialabgaben hinausgeht wird an eine ebenfalls von mir kontrollierte Gesellschaft transferiert, zum Beispiel in Form von Lizenzgebühren. Die kann auch im Ausland, zum Beispiel einer passenden Steueroase angesiedelt sein. Das wird dann wiederum an mich als Kapitaleinkommen ausgeschüttet, auf das maximal der Abgeltungssteuersatz fällig wird. Damit ist die Abgabenlast unabhängig vom erzielten Umsatz und Gewinn auf 25% Steuern plus Sozialabgaben für den Mindestlohn nach oben begrenzt. Und das noch ohne jede weitere für Kapitalgesellschaften mögliche Optimierung.

        > 2. Sie sagen, es gehe nicht um eine Theorie, sondern um eine empirisch zu finde praktische Lösung. Das ist genau das, was die Politiker aller führenden Parteien in den Industriestaaten seit der Finanzmarktkrise tun.

        Das ist es sicher nicht. Die Politiker führen Symptomkosmetik durch, die für die herrschenden Eliten den Status Quo noch möglichst lange aufrechterhalten soll. Mit einer empirisch zu findenden Lösung basierend auf einer evolutionären Strategie hat das nun wirklich nichts zu tun.

        > Hier im Blog wurde das schon öfters schlicht als eine Politik des Durchwurstelns bezeichnet. Oder um es mehr aus betriebswirtschaftlicher Sicht zu sagen: Planung ersetzt Zufall durch Irrtum.

        Sie gehen immer noch davon aus, dass das, was die Politiker der etablierten Parteien veranstalten irgendetwas mit dem Versuch tatsächlich eine Lösung für Probleme zu finden zu tun hat. Für diese Vorstellung fällt mir leider nur das Adjektiv naiv ein.

        > Sie brauchen einen auf den Markt gerichteten Plan und das setzt voraus, dass sie möglichst gut und genau wissen, wie dieser Markt funktioniert.

        Auf dem ´Markt´ muss ich mich so der so behaupten. Wie in dem Beispiel oben gezeigt lassen sich die Bedingungen, zu denen ich am Markt operiere aber sehr wohl zu meinen Gunsten verändern.

        > Das ist es was eine Theorie leisten kann und jeder Manager, der auf den Markt bezogen plant, tut dies – bewusst oder unbewusst – auf der Grundlage einer Theorie vom Markt. Meinen Sie nicht, dass es vielleicht eine Utopie ist anzunehmen, dass sich eine empirisch zu findende praktische Lösung evolutionär, das heißt, mit der Zeit von selbst ergibt?

        Die Lösung ergibt sich ja nicht von selbst, sondern durch Mutation/Variation und Selektion. Ich finde, das ist zusammen mit der Kooperation einer der mächtigsten Prozesse in diesem Universum. Angesichts der seit fast vier Milliarden stattfindenden Evolution der Materie auf diesem Planeten und der Ergebnisse bin ich durchaus zuversichtlich. Eine starre Theorie wäre meiner Meinung nach sogar hinderlich eine effektive und effiziente Lösung zu finden, weil eine starre Theorie den Blick auf den abzusuchenden Lösungsraum zu sehr reduzieren würde.

        Die Bedeutung der Kooperation wurde schon von Kropotkin in seinem Werk ´Gegenseitige Hilfe in der Tier- und Menschenwelt´ erkannt und ist inzwischen durch neuere evolutionsbiologische Erkenntnisse hervorragend bestätigt. Das geht hinunter bis auf subzellulare Ebene und der Kooperation der Zellorganellen in der Endosymbiontentheorie.

        Hoffnungsvolle Grüße

        JueSpre

  • Basisdemokrat - 11. Dezember 2015

    Das Problem liegt tiefer, auch das “Geldwesen” ist nur Ausdruck und Folge gesellschaftlich unkontrollierter, ungesteuerter “Märkte” die sich Hand in Hand mit der Arbeitsteilung und den sich angliedernden Industriellen Revolutionen entfalteten. Wohin hat das geführt?

    600.000.000 Menschen sind aktuell von Sklaverei bedroht ohne Fluchtmöglichkeit.
    32.000.000 Menschen befinden sich nachweislich (die Dunkelziffer dürfte höher sein) in weltweit verbotener Sklaverei.
    http://imperiumromanum.com/wirtschaft/wert/preise_03.htm
    Ein Sklave kostete, auf heute umgerechnet, ca 30.000 USD(17.Jhd) und war eine Investition, die man sogar rückversichern konnte.
    Heute kosten Kindersklaven 15 USD (Indien)
    Heute kosten Kindersklaven 230 € (Elfenbeinküste)
    Die unsichtbare Hand des Marktes hat in ihrer großen göttlichen Weisheit so für unser aller Wohlstand gesorgt. Auch wen man eines Tages einmal als Armutsrentner da steht, sorgt euch nicht, den:

    “Sehet die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater nährt sie doch.”

    So könnten sich die Rentenversicherer mit den Sklavenhändlern auf Altersparadiese einigen, in denen man sich von der Arbeitersklavin bis zu Lustknaben so ziemlich alles leisten kann. Oder auf merkelianisch. “Uns geht es gut…”

    http://www.3sat.de/mediathek/index.php?mode=play&obj=55851
    Gruß BD

    • Juespre - 11. Dezember 2015

      Wer die Sklaverei abschaffen will muß sich auch um die Abschaffung der Lohnsklaverei und der Schuldknechtschaft bemühen.

      Es bringt nichts eine Form der Sklaverei abzuschaffen und durch eine Andere zu ersetzen oder sich vom Sklaven zum Sklavenhalter zu entwickeln.

    • Basisdemokrat - 11. Dezember 2015

      Glaubt man an die marktgerecht Demokratie, kommt man zwangsläufig zu dem Schluss, dass es zu viele Menschen gibt.
      Glaubt man an einen demokratischen(gesteuerten) Markt, sollte man alle Einkommens- und Vermögensformen auf absolute Gleichheit hin entwickeln. Natürlich widerstrebt es einem, dass jeder Faulenzer über gleiche finanziellen Verhältnisse verfügen kann, wie gesellschaftlich wertvolle (???diese Frage muss man von Grund auf neu denken) Menschen. So lange man Leistung in Relation setzt zu Verfügbarkeit über Ressourcen kann man der Totalität des Konkurrenzprinzips nicht entkommen.
      “Leistung muss sich wieder lohnen”, impliziert eine Art Schmerzensgeld im “muss”.
      Nein – Leistung soll ein gutes Leben, soll Freude und Sinnerfüllung sein.
      Gruß BD

  • Holly01 - 11. Dezember 2015

    Professor Schachtschneider, der ja inzwischen bei “alternativem” Publikum auftreten (muss) kann, das establishment, hat ihn wohl endgültig ausgegrenzt:

    https://www.youtube.com/watch?v=9BcKQYn0wgI

    • Holly01 - 11. Dezember 2015

      Und als Gegenposition der große Philosoph und Staatslehrespezialist, Kauder:
      http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/59271

      • Holly01 - 11. Dezember 2015

        ….. und gelebte Wirklichkeit:
        http://www.sueddeutsche.de/muenchen/verkehrssicherheit-depperltest-schon-ab-promille-1.2777131

        Selbst abgesehen davon, daß ich für 0,0 Promille bin, ist die Umkehrung, nach der der Bürger seine charakterliche Eignung “nachweisen lassen muss”, um ein Recht (Auto fahren) wieder erlangen zu können ist natürlich absurd.
        Zum einen müßte dann jeder Führerscheinbewerber beim Ersterwerb so einen Nachweis erbringen und zum zweiten sind die Maßstäbe für “Eignung” selbstverständlich willkürlich.
        Die “Eignung” kann ja nur aus dem Kontext heraus definiert werden.
        Formuliere ich beliebiegen Kontext, erhalte ich beliebige Ergebnisse.

        Und so ist “Recht” wieder der Spielball von Willkür.

  • sadoma - 11. Dezember 2015

    @Juespre

    Jetzt habe ich schon wieder ein Etikett bekommen “Bedenkenträger” :-(

    Ich dachte eigentlich dass ich mit meinem Beitrag gezeigt habe dass ich mich mit deinem 14-Seiten umfassenden Projekt-Vorschlag beschäftigt habe. Meine Meinung dazu hast du ja gelesen. Wenn 14 Seiten nicht überzeugen können kann es auch ein Extrakt daraus auch nicht ;-)

    @Basisdemokrat –

    “Das Problem liegt tiefer, auch das “Geldwesen” ist nur Ausdruck und Folge gesellschaftlich unkontrollierter, ungesteuerter “Märkte” ”

    Dann lasst Sie uns doch kontrollieren/gestalten. Politik heisst nämlich nichts anders. Konkrete Vorschläge* sind folgende:

    1.) Bei der Regelung der Finanzmärkte muss es lauten: Alles , was nicht der Allgemeinheit nütz, ist zu verbieten. Finanzprodukte sind nur dann erlaubt wenn sie systemisch nutzen.

    2.) Das fraktionale Geldsystem ist zugunsten eines Vollgeldsystems abzulösen. Die Injektion frischen Geldes muss eine monetäre Autorität (im Verfassungsrang) vorbehalten sein.

    3.) Universalbanken sollen wieder in Geschäftsbanken zurückgeführt werden.

    4.) Finanzwirtschaft ist Finanzierungswirtschaft. Sie soll vor allem Unternehmerische Leistung ermöglichen.

    5.) Stabilität ist in der Regel wünschenswert. Mann muss sich aber auch von Ansprüchen trennen können, dienach Menschenermessen nicht durchsetzbar sind. Geld und Geldforderungen sind immer riskant. Wer so tut, als ob sie heilige Kühe wären, wird von ihnen gefressen werden.

    * Teilauszug aus dem Buch “Geld und Schuld” von Raimund Dietz

    • Holly01 - 11. Dezember 2015

      Ich formuliere das nun absichtlich anders, um die Abgrenzung herauszuarbeiten:

      Der Mensch ist frei und hat Rechte, die nicht verhandelbar sind.
      Das Vertragsrecht ist frei und gewährt Rechte die frei verhandelbar sind.
      Ein Mensch kann also keinen Vertrag abschliessen, welcher seine unveräusserlichen rechte berührt oder die seiner Nachkommen oder Mitmenschen.
      Der Rechteinhaber kann im rahmen seiner Beleihbarkeit/Kreditfähigkeit jedes geschäft abschliessen.

      Es gibt kein Geldwesen, das sind immer wir, diese Wesen. mal als Individuen und mal als Rechteinhaber.
      Die Frage lautet, was gilt?
      Kann der Rechteinhaber einen pachtvertrag auf 99 Jahre abschliessen?
      kann das Individuum einen Arbeitsvertrag abschliessen, der seine Gesundheit gefährdet?
      Kann das Individuum Zigaretten kaufen und rauchen und als Individuum mit potentiell ewrhöhtem Kranksheitsrisiko belastend aus die Gesellschaft wirken.

      Sehen Sie, es gibt keine 2 Gesellschaften, es gibt nur die Entscheidung was Vorrang hat.
      Hat das individuale Recht Vorrang dann schränkt das automatisch das Vertragsrecht ein.
      Hat das Vertragsrecht Vorrang, dann gibt es keine unveräusserlichen Individualrechte.

      Jede Gesellschaft kann nur eine Entscheidung treffen. Also was hätten wir gerne?
      Türchen 1, Türchen 2 oder Zonk?

      • Holly01 - 11. Dezember 2015

        …. übrigens ist das auch die europäischste aller Fragen, denn man alle Inhalte auf diese Frage zurückführen ….

      • Basisdemokrat - 12. Dezember 2015

        Egon Bahr hat einmal sinngemäß sich so geäußert, dass die Rechtssicherheit noch vor dem Anspruch auf Demokratie steht. Nämlich aus dem Grunde, dass auch in Diktaturen Menschen nicht völlig der Willkür ausgesetzt sind, sondern ihr Verhalten einigermaßen verlässlich auf die entsprechende Situation einstellen können.
        Jedes geronnene Recht entstammt ja einer Situation mit historischer Vorgeschichte. So kann das Recht den “Schwachen” vor Bedrohungen schützen, es kann ihn aber knebeln und unterwerfen. Die Geschichte soll sich angeblich nicht wiederholen .. aber sie ähnelt oft erschreckend der Vergangenheit dazu ein aktuelles Beispiel (1936):
        “Die Frage des Verhaltens gegenüber den Regierungsmaßnahmen, die angeblich gegen den Faschismus gerichtet sein sollen, ist höchst wichtig.
        Weil die bürgerliche Demokratie geschichtlich bankrott ist, ist sie nicht mehr imstande, sich auf dem eigenen Boden gegen die Feinde von rechts und links zu verteidigen. D.h.: Um sich zu »erhalten« muß sich das demokratische Regime durch Ausnahmegesetze und administrative Willkür immer mehr und mehr aufheben. Diese Selbstaufhebung der Demokratie im Kampf gegen rechts und links bringt eben den Verfallsbonapartismus zustande, der für seine unsichere Existenz ebenso der linken wie der rechten Gefahr bedarf, um sie gegeneinander auszuspielen und um sich immer höher über der Gesellschaft mit ihrem Parlamentarismus zu erheben. Die Regierung Colijns ( Merkel’s – Einfügung von mir) erschien mir schon seit längerer Zeit als potentieller Bonapartismus.”
        http://www.mlwerke.de/tr/1936/360113a.htm

        Gruß BD

    • SLE - 11. Dezember 2015

      @ sadoma

      “Dann lasst Sie uns doch kontrollieren/gestalten. Politik heisst nämlich nichts anders.”

      Genau das ist das Problem: “Niemand” weiß wie man die Märkte genau so kontrollieren kann, dass es eine dynamische Entwicklung und eine dynamische Machtbalance gibt, so dass sie die Wirtschaft insgesamt prosperieren lassen. Schließlich ist die Grundlage der Politik nach wie vor jener ökonomische Vorstellung (Theorie), die von sich selbst regulierenden Märkten ausgeht.

      Hier im Blog habe ich schon öfters die These vertreten und erläutert, dass Märkte nicht selbstregulierend sind. Wenn sie das aber nicht sind, dann haben die führenden ökonomischen Schulen keine Theorie, nicht einmal einen Erklärungsansatz, der den Politikern sagen könnte was sie tun können bzw. müssen, um eine dynamische Entwicklung und eine dynamische Machtbalance auf Märkten zu bekommen.

      Was wir aufgrund dessen, dass sich die Politik an der herkömmlichen ökonomischen Theorie von der Funktionsweise der Märkte orientiert, haben, sind massive, sicher vergrößernde Ungleichgewichte (volkswirtschaftlich, Einkommen, Vermögen, Marktmacht (Stichworte: Oligopolisten, Mega-Fusionen, Too big to fail) und einen “Raubtierkapitalismus”.

      Das Geldsystem ist in diese Marktbetrachtung mit einzubeziehen. Wer annimmt, nur eine (gravierende) Korrektur des Geldsystems allein würde unsere bzw. die oben skizzierten Probleme beheben können, der irrt. In der und bezogen auf die Realwirtschaft sind ebenfalls (gravierende) Korrekturen notwendig.

      Viele Grüße
      SLE

  • sadoma - 12. Dezember 2015

    @SLE

    “…. Wenn sie das aber nicht sind, dann haben die führenden ökonomischen Schulen keine Theorie, nicht einmal einen Erklärungsansatz, der den Politikern sagen könnte was sie tun können bzw. müssen, um eine dynamische Entwicklung und eine dynamische Machtbalance auf Märkten zu bekommen.”

    einverstanden, ist eh alles Humbuk. Die führenden ökonomischen Schulen berücksichtigen den Faktor Geld bzw. Kredischöpfung für unternehmerisches Handeln übehaubt nicht. Sie sind daher auch zur Eklärung von Wirtschaft irrelevant.

    Wir befinden uns zur Zeit in eiiner kopernischen Wende bezüglich der Bedeutung des Geldes. Die heutigen ökonomischen Schulen haben zu Geld nichgts zu sagen. Die ökonimischen Schulen von morgen werden Geld in Ihren Mittelunkt stellen.

    “Wer annimmt, nur eine (gravierende) Korrektur des Geldsystems allein würde unsere bzw. die oben skizzierten Probleme beheben können, der irrt. In der und bezogen auf die Realwirtschaft sind ebenfalls (gravierende) Korrekturen notwendig.”

    Mag sein dass (gravierende) Korrektur des Geldsystems nicht ausreichen werden aber ohne diese Korrektur(en) sind alle ALLE anderen Korrekturen unzureichend. Wir müssen beim Schwierigsten anfangen um das Fundament für eine neue Ökonomie zu legen.

    DANKE SLE für die Möglichkeit dies noch einmal auf den Punkt zu bringen.

  • sadoma - 12. Dezember 2015

    sorry für die vielen Tippfehler war echt sehr spät ;-)

  • Holly01 - 12. Dezember 2015

    Ich glaube es ist (wieder einmal) an der Zeit, daß Holly01 Europa rettet (ich mach das ja alle paar Monate mal, weil so viel Spass macht):

    Also ich bin die EZB.
    Ich nehme einen Hosenknopf und weise ihm einen Buchwert von 18 Billionen zu.
    Quasi eine Münze, das ist nach Statuten richtig (übrigens kann jedes Euroland Münzen prägen).
    Nun nehme ich diese 18 Billionen und tausche sie gegen Giralgeld der Banken.
    Das Giralgeld benutze ich und kaufe alle Euroländerschulden auf bzw. Rechte auf diese Schulden.
    Damit habe ich Sicherheiten von 18 Billionen in meinen Büchern.
    Ich gebe die Sicherheiten an meine Notenbanken ab und nehme …. von jeder einen Hosenknopf.
    Mit meiner internen Revision beurteile ich den realen Wert von Hosenknöpfen neu.
    Verlust: ein Hosenknopf
    Gewinn: 19 Hosenknöpfe
    Ich weise einen Buchgewinn von 2,73 Eurocent aus.

    Es hat niemand auch nur ein Cent verloren.
    Es wurden Sicherheiten für 18 Billionen an die Notenbanken zurück gegeben.
    Die Notenbanken können diese Sicherheiten für eine Geldschöpfung nutzen.
    Der Investitionsstau und die Schuldenkrise werden abgesagt.

    ….. wenn ……. ja wenn da nicht ein Problem wäre. Die Kapitalinhaber halten die Schulden und hätten nachher wieder die Staatsschulden als Anlagevermögen.
    Dazwischen liegt aber ein massiver Machtverlust und an dem haben die kein Interesse.

    Leute macht euch von dem Geldfirlefanz doch bitte einmal komplett frei. Geld ist ein Mittel zum Zweck.
    Geld ist eine Illusion, ein Trick.
    Wir Alle als Gesellschaft sind der Markt. Der Markt ist ein Abbild der Gesellschaft. Jeder von uns ist ein Wirtschaftssubjekt, aber eben auch Teil der Gesellschaft.
    Es gibt nicht das Geldwesen, wir alle sind dieses Wesen und es lebt und gedeit so, wie wir als Gesellschaft leben und gedeien.
    Geld … stellt eine beliebige Frage und sie kann gelöst werden, das System ist perfekt!!
    Gesellschaft und ihre Auswüchse, da sind die Probleme und das perfekte Geldsystem ist das perfekte Agregat, um diese Auswüchse auszuleben.

    Ein Dort, eine Stadt, ein Bundesland, ein Staat, die EU und am Ende die new world, aber nichts ändert sich, denn eine Kontonummer, eine Bankleitzahl, eine IBAN und am Ende eine Sozialnummer für die Welt, denn es ist immer Eins, die Wirtschaft, das Geldsystem und die Menschen, denn die Menschen SIND das System.
    Der innere Halt des Systems ist das universelle für jeden geltende Recht. Ihr müsst das recht schützen, damit es für jeden gilt und jeder gleich geschützt und eingeschränkt wird. DANN wird sich der Rest fügen.

    • Holly01 - 12. Dezember 2015

      Ökonomie ist eine Sozialwissenschaft, denn da gehört sie hin …..

      • Holly01 - 12. Dezember 2015

        Macht Euch in Anbetracht des Syrienkrieges klar, daß das was den menschen dort angetan wird, als Abbild im Wirtschaft- und Geldsystem zu uns zurück kommen wird.
        Diese Rücksichtslosigkeit und Gewalt die wir anderen antun, kommt zu uns zurück. Auf allen Ebenen mit aller Konsequenz unseres handelns
        Krieg als Fortsetzung von Schuld ist die der Normalfall und Schuld als Druckmittel ist der Normalfall, denn es ist alles EINS und das GLEICHE.
        Frankreich zwingt Deutschland in den Krieg, denn Deutschland zwingt Frankreich in die Schuldknechtschaft.
        Der kategorische Imperativ der sich als universelles Recht ausbildet, welches für jeden Einzelnen und jede Gemeinschaft gilt ist die Lösung.
        Die Freihandelsabkommen sind der ultimative Angriff auf die Lösung. Denn es ist alles Eins, denn jeder von uns ist einmalig und unteilbar.

  • sadoma - 12. Dezember 2015

    @Holly01

    Dein EZB Knopfzenario ist eine Variante nicht mehr erfüllbare Zahlungsanforderungen aus der Welt zu schaffen. Vielleicht funktioniert Sie vielleicht tut Sie aber auch ein Wesensbesstandteil in unsere derzeitige Geldorndung schlagartik erschüttern, das Vertrauen in das Zahlungsmittel.

    Ökonomie ist tatsächlich eine Sozialwissenschaft das in den Mittelpunkt der Betrachtung die Geldorndung gehört. Der Gebrauch von Geld ist ein zutiefster sozialer Akt.

    ” Es gibt nicht das Geldwesen, wir alle sind dieses Wesen und es lebt und gedeit so, wie wir als Gesellschaft leben und gedeien. Geld … stellt eine beliebige Frage und sie kann gelöst werden”

    mag schon sein, dennoch müssen wir die Fragen stellen heute weiss 98% der Gesellschaft nicht das Geld durch Kreditvergabe der Privatbanken entsteht ohne das hervorziehen des Themas Geld aus der Tabzzone wird es keine nachhaltigen Lösungsansätze geben.

    • Holly01 - 12. Dezember 2015

      “mag schon sein, dennoch müssen wir die Fragen stellen heute weiss 98% der Gesellschaft nicht das Geld durch Kreditvergabe der Privatbanken entsteht ohne das hervorziehen des Themas Geld aus der Tabzzone wird es keine nachhaltigen Lösungsansätze geben”

      Wenn wir den 98% (ich hoffe es sind inzwischen weniger) die Chance geben wollen, sich zu informieren, müssen wir uns als (selbernannte) Informierer auch fragen, ob wir die richtigen Fragen stellen und ob unser Kontext stimmt.
      Es hilft nicht ein Dogma durch ein anderes zu ersetzen. Wir brauchen einen Konsens, der die gesamte Gesellschaft mitnimmt. Jeder einzelne muss eine Cahnce haben, eine Veränderung zu unterstützen ohne Angst zu haben das vermeintlich verzichtbare und gerechte Bauernopfer zu sein.

      Wenn wir (als selbsternannte Herolde des “Wissens”) also schon versagen und uns viel zu früh auf falsche Inhalte focussieren, dann wird das sehr sehr schwer.
      Die etablierten MM werden nicht eine Nanosekunde zögern und erstens berechtig zu kritieren und zweitens in dem verengten Focus ein “weiter so” mit anderer Semantik zu etablieren.

      Täuschen Sie sich nicht, das hier bei querschuesse quasi ein Hort ist, wo man all dies aussprechen darf ihne gleich gekreuzigt zu werden ändert nichts am Status.
      Der Status heisst “Angst”.
      Die Eliten haben genauso Angst wie die H4er und die Angst ist der Beton der das System so stabil macht.
      Krieg, Terror, Ruin und Währungskämpfe schüren Angst, um den status quo zu schützen.

      Gerechtigkeit für jedermann/frau ist eine Formel der jeder folgen kann. Die “rechte Recht und Gesetz” genauso wie die “linke internationale Brüder und Schwesternschaft” müssen sich genauso dahinter versammeln können wie die Elite, die am System Gewinn realisiert hat und sich hochgearbeitet hat.

      “Querfront” ist nicht umsonst ein Begriff bei dem die MM zusammenzucken.

      Wir müssen zurück zu:
      https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorischer_Imperativ
      ausgelebt in
      http://www.un.org/depts/german/menschenrechte/aemr.pdf

      und die Amis haben nicht umsonst eine panische Angst, wenn die Völkerrecht nur hören.

      Aber das ist der Weg. Eine gerechte Gesellschaft hat kein ungerechtes Geldwesen.

      • Holly01 - 12. Dezember 2015

        …. und gerechte Gesellschaften sind auch fähig sich gleichberechtig in Bündnissen zu vereinen …
        *zu SLE zwinkert, wir sind noch beim Thema, räusper*

        • Holly01 - 12. Dezember 2015

          Wenn ich schon dabei bin mich zwischen alle Stühle zu setzen:
          http://bumibahagia.com/2015/12/12/gerard-menuhin-der-juedische-sohn-des-juedischen-jahrhundertgeigers-stellt-die-holocaustluege-an-den-pranger/

          So etwas hat mit einer gerechten Gesellschaft nichts zu tun. Deutschland war gegenüber den besiegten Völkern, den Behinderten, den Unerwünschten, den Sinit und Roma, den Juden und auch den politischen Gegnern gegenüber auf eine Weise unmenschlich, das es reine Sematik ist ob Deutschland für das Elend und den Tod von Hunderttausenden verantwortlich ist oder von Millionen.
          Es ist auch völlig egall wie die Opfer zusammen gesetzt waren und wer mehr Leid ertragen musste.
          Diese gesamte Diskussion ist so überflüssig wie H4 und steht in der gleichen zeitlichen Abfolge der Menschenverachtung.

          Just my 5 Cent

        • Basisdemokrat - 12. Dezember 2015

          Söhne berühmter Väter haben’s schwer. die Trotzphase, erste Schritte den eigenen Selbstwert auszuloten, zu überwinden. Was man nicht alles inszeniert um auch ein Häppchen Aufmerksamkeit ab zu bekommen. Eine Marionette per Excellence – am Gängelband der Gefühle hat der Intellekt eben keine Change.
          Gruß BD

          • Basisdemokrat - 12. Dezember 2015

            ;-) “Chance”auf change

          • JL - 12. Dezember 2015

            Hallo Basisdemokrat

            Würde diese Einlassung Ihnen auch gefallen, wenn Sie diese nicht selbst geschrieben hätten?

            Mit Grüßen

            JL

            • Basisdemokrat - 13. Dezember 2015

              Auf solch ein Mist kann ich nur noch sarkastisch reagieren:

              “Der Holocaust ist die größte Lüge der Geschichte. Deutschland hat keine Schuld am Zweiten Weltkrieg und Adolf Hitler war der einzige Staatsmann der Welt, der die Welt vor der plutokratisch-jüdischen Gefahr hätte retten können, um den unterjochten Planeten wieder zu befreien.”

              Da erübrigt sich die Frage nach meinem persönlichen Geschmack.

              Gruß BD

      • Basisdemokrat - 13. Dezember 2015

        @ Holly01
        Wenn ich Kant nicht völlig falsch verstanden habe, möchte er ja gerade die Faulheit durch Konkurrenz überwindet wissen und macht sie so zu Hauptantriebsfeder einer übergeordneter Natur, eines Schöpferwillens einer weisen Vorsehung einer Höheren Natur, die Hegel zu spitz in “Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit”
        Mit seinem kategorischen Imperativ war nie etwas anderes gemeint als das System der “Kapitalistischen Vernunft” zu internalisieren.

        Was so allein stehend für sich recht harmlos und vernünftig klingt wird historisch betrachtet zur Vergewaltigung der Selbstbestimmtheit. Jeder wird sein eigener “Polizist, Erzieher und Antreiber”.

        Kreativität und Lust auf Leistung werden in seinem Menschenbild nur durch die niedersten Instinkte hervor gerufen. Eine kooperative Gesellschaft würde in einem “arkadischen Schäferleben enden. Seine “Selbstverschuldete Blindheit” hat ihn bis heute zum großen liberalen Aufklärer gemacht.

        Gruß BD

        • Holly01 - 13. Dezember 2015

          Mir fehlt die Kompetenz, um einen qualifizierten Hegel vs. Kant zu stemmen. Ich kann nur darauf abheben, was ich verstanden habe oder wie ich es verstanden habe.

          Kant setzt auf das äussere Verhältniss des Menschen. Es sieht im Vorrang die Frage, wie muss ich mich als Individuum verhalten, damit alle Individuen, um mich herum, eine maximale Handlungsfreiheit behalten.
          Bei Hegel sehe ich im Zentrum die Verpflichtung des Individuums, sich selbst zu optimieren, um so eine maximale Wirkung nach Innen und Aussen zu erzielen.

          Die Auswirkungen dieser Vorrangwahl sind tatsächlich enorm groß. Die Sicht ist ja in die kirchliche Morallehre eingebettet.
          Die Begründung ist ja letztlich auch eine, die auf unterschiedliche Positionen in der Bibel allgemein und dem alten Testament im Besonderen abhebt und daraus resultierend auch auf kirchliche Parteien und Bewegungen.

          Ihre Unterscheidung:
          Kant: innerer Antrieb durch ein befolgen des erhöhten Schöpferwillens
          vs
          Hegel: Selsbtbestimmung durch erkennen der realen Notwendigkeiten
          leite ich in dieser Form eigentlichnicht ab.

          Kant sieht den Menschen selbstbestimmt und eigenverantwortlich, aber eingebettet in eine natürliche Ordnung, die ermögliche, das alles Sein harmonisch verlaufen kann.
          Hegel sieht den Menschen selbstbestimmt und dem göttlichen Willen nach Prägung seiner Umgebung und seiner Selbst folgend, als verlängerten Arm (Umsetzer) des göttlichen Willens, der sich im Wunsch nach Unterwerfung der Welt ausdrückt.
          Den Kern sehe ich in der Aussage “mache sich der Mensch, die Welt Untertan”.
          Hier ganz präzise in der Frage wie geht der Mensch mit dem Menschen um.
          Kant sieht alle Menschen als göttliche Wesen und das verbietet das sich der Eine über den Anderen erhebt.
          Hegel sieht den Menschen in Konkurrenz zum Nächsten und sieht im Streben nach Fleiß und Zugewinn einen legitimen Grund dafür, daß ein Mensch sich über einen anderen erheben darf und SOLL.
          Kant sieht eine innere Verpflichtung an sich zu arbeiten.
          Hegel sieht einen Wettstreit mit dem jeweils Anderen.

          Zumindest habe ich den markanten Unterschied der beiden so verstanden. Bin aber um Aufklärung, Erklärung immer bemüht, denn es ist ein Wust an Material vorhanden und ich kenne praktisch keine Originaltexte.
          Mir sind dei beiden Positionen im Rahmen meiner Recherche zur Renaissance, Reformation und zur deutschen Aufklärung bzw. Gründerzeit begegnet und auch da war es oft ein Mittel zum Zweck und weniger eigenes Interessensgebiet.

          • Holly01 - 13. Dezember 2015

            Ich suche immer das Selbe und ich würde es den monetären Fingerabdruck nennen:
            Die Unterscheidung in Menschen und andere, in Gute und weniger gute, die Differenzierung von Menschen ist ein Wesensmerkmal des Monetarismus/Geldwesens denn Geld erzeugt Gläubiger und Schuldner und diese Zweiklassengesellschaft ist immer gesellschaftlich legitimiert und verankert.
            Sklaven sind Halbwilde.
            Im Krieg sind Gegner keine Menschen sondern Feinde.
            Matriachat/Patriachat bzw. Erbrecht usw usf
            Das hat für mich alles den Ursprung im Geldwesen, denn dort findet es seine Notwendigkeit.
            Völker die dem nicht so folgen, nennen wir Naturvölker und meinen tatsächlich Wilde und niedere Wesen, ein Schutzreflex, den wir Alle jeden Tag leben und ausleben.

          • Basisdemokrat - 14. Dezember 2015

            “Mir fehlt die Kompetenz, um einen qualifizierten Hegel vs. Kant zu stemmen. Ich kann nur darauf abheben, was ich verstanden habe oder wie ich es verstanden habe.”

            Ich leide (ebenso) unter meinem Halbwissen und bedaure am Meisten an der kurzen Lebensspanne unserer individuellen Existenz, nur einen zu kurzen Ausschnitt unserer Menschheitsgeschichte miterleben und verstehen zu können.
            …..
            Geht man noch ein Stück in der Geschichte zurück trifft man auf den von Anbeginn an festgelegten Plan Gottes (Leibnitz) der alle materiellen Substanzen so geschaffen hat, dass eine “eine Jede, indem sie nur ihre eigenen Gesetze befolgt….mit der Anderen genau so in Übereinstimmung bleibt…als wenn Gott immer mit seiner Hand eingriffe” (Adam Smith?)
            Im Bezug auf die “abstrakte Arbeit” und die sie begleitende Modernisierung entsteht daraus ein umgedeutetes System der Weltvernunft.
            “Erst der blinde Systemprozess des totalen Marktes konnte in der affirmativen Reflexion so etwas wie das moderne Systemdenken hervorbringen, an dessen Anfang Leibnitz, Kant und Smith und an dessen Ende die heutigen soziologischen Systemtheorien (Niklas Luhmann) stehen, deren objektivierte Kategorien, die den Menschen zur “Umwelt” seines eigenen gesellschaftlichen Systems degradieren, jede Spur ihrer historischen Genesis gelöscht haben.(R.Kurz )
            Was für Sie vermutlich der “monetären Fingerabdruck” bedeutet, ist für mich “die abstrakte Arbeit”. Erst sie, so scheint mir, hat unser heutiges Finanzsystem hervor gebracht. Insofern ruht zumindest der Monetarismus auf ihrer Grundlage. Das Geld als solches gab es sicher schon früher – wir haben eben schon seit Frühzeiten einiges auf dem Kerbholz.
            Gruß BD

            • Holly01 - 14. Dezember 2015

              … schönes Wortspiel “einiges auf dem Kerbholz” …. ;)

              • Holly01 - 14. Dezember 2015

                ” (Adam Smith?)” … ist keine Sekunde der Beschäftigung mit seinen “Erkenntnissen” wert …

  • Holly01 - 13. Dezember 2015

    So, nun haben die Staaten das Ende des fossilen Zeitalters beschlossen.
    Der Petrodollar ist damit einer zweiten Front ausgesetzt.
    Die eine Front ist der Wertverfall von Öl einerseits und der handel von Öl ohne Dollar anderseits.
    Die neue Front ist der temporale counter für Öl als Basis einer Währung.

    Der Druck im Währungskrieg wird sich nun noch einmal erhöhen.
    Die USA benötigen nun die terretoriale Kontrolle über die Ressourcengebiete, um ihre Macht und damit ihre Währung begründen zu können.
    Nun wird der Syrienkrieg ein heisser Krieg mit schnellem Ausdehnungspotential.
    Na gut, daß das Murksel unsere Soladten dahin geschickt hat und gut, daß das Mandat so schwammig ist, daß man alles militärisch angreifen kann, was man vorher mit dem Ettiket “Terror” versehen hat.

    • Basisdemokrat - 14. Dezember 2015

      Wenn ich mir vorstelle, dass wider alle Erwartung eine Erfolgreiche Umsteuerung in regenerative Energien erfolgte, käme ich doch als Ölquellenbesitzer auf die Idee, das Zeug möglichst schnell – vor den Anderen- los zu werden, zu einigermaßen akzeptablen Preisen und mir dafür Geschäftsanteile oder andere spekulative Anlagen zu suchen. Der Druck unter dem Kessel steigt. So oder so. Die Herde gerät in Bewegung,
      Gruß BD

  • sadoma - 13. Dezember 2015

    “Der Petrodollar ist damit einer zweiten Front ausgesetzt.”

    Korrekte Analyse mal schaun wie sich das “sterbende” Imperium in den nächsten 5 Jahren verhält. Es ist in der Tat eine sehr gefährliche Situation aber auch ein “sterbendem” Imperium kann man noch Wege aufzeigen ein Großmacht zu bleiben. Ein “sterbendes Imperium” was sich gegen die langfristigen Gesetzmäßigkeiten seines Machverlustes militärisch Wert wird militärisch geschlagen.
    Ich setze auf die cleverness der amerikanischen Eliten die dies genauso sehen oder sehen werden ;-)

    • Holly01 - 14. Dezember 2015

      Das Abkommen läuft der tatsächlichen Entwicklung eher hinterher.
      Die Jahrhundertwende wird kein Land erleben, welches noch Strom aus Gas oder Kohle wandelt.
      Die technische Entwicklung bringt sehr viel einfacherre und effizientere Prozesse zur Straomerzeugung mit sich.
      In Deutschland werden die Häuser mir bis zu 2 Familien sich in wenigen Jahrzehnten aus kostengründen und aus Gründen der Versorgunugssicherheit überwiegend selbst mit Strom versorgen.
      Die Entwicklung ist längst im Gange.
      Das Klimaabkommen akzeptiert das aber zum ersten mal offiziell und dei Amis haben es mit unterschrieben.
      Soll heissen, die Amis haben offensichtlich den festen Eindruck, sie benötigren den Petrodollar nicht mehr.
      Es ist die einzige Sicht, die ein Abkommen überhaupt ermöglicht, die USA haben bereits das Pferd gewechselt.
      Das neue Pferd ist die omnipotente allgegenwärtige US Gerichtsbarkeit verbunden mit den Freihandelsabkommen.
      Mehr persönlicher Eindruck als belegbares Wissen …

  • sadoma - 14. Dezember 2015

    @Holly01 -

    “Das neue Pferd ist die omnipotente allgegenwärtige US Gerichtsbarkeit verbunden mit den Freihandelsabkommen. Mehr persönlicher Eindruck als belegbares Wissen ”

    da bin ich aber mal ausnamsweise pessimistischer als DU. Es gibt nicht das EINE Amerika dass die Pferde wechseln kann. Jede Nation hat unterschiedliche Interessen und unterschiedliche Eliten und auch die Eliten können Ihre Interessen wechseln (hauptsache Sie bleiben Eliten). Interessant wird die Positionierung der Finanz-Eliten in Amerkika sein. Die nächste Baustelle wird nämlich der Umbau der weltweiten Geld-Orndung sein. Mal schaun welches Ergebnis wir in 14 Jahren auf der
    GOK 2040 (Geld-Ordnungs-Konferenz) in Berlin haben werden ;-)

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