Konzertierte Aktion der Notenbanken – Déjà-vu

von am 16. September 2011 in Allgemein

Ganz ehrlich, als ich gestern in den Schlagzeilen am späten Nachmittag las

Überraschungsschlag von EZB, Fed & Co.: Notenbanken bieten krisengeschüttelten Banken zusätzliche Liquidität an – und zwar so viel sie wollen … die Geldflut sorgte an der Börse für ein Kursfeuerwerk … ,

da habe ich spontan die Augen geschlossen und gedacht: „Das darf doch nicht wahr sein!“

Hatten die Politiker nicht auf dem Gipfeltreffen der G20 im April 2009 in London versprochen alles zu unternehmen, damit sich eine Finanzmarktkrise, wie wir sie nach der Lehman-Pleite erlebten, nicht wiederholen kann? Doch jetzt gibt es sie wieder, die konzertierten Notenbank-Not-Operationen, die uns aus der Hochphase der Finanz-marktkrise hinlänglich bekannt sind.

Den krisengeschüttelten Banken der Euro-Zone werden nun also bis zum nächsten Frühjahr zusätzlich zu den schon seit Mai 2010 laufenden wöchentlichen Dollar-Tendern Dollar-Kredite angeboten, zum Festzins, bei voller Zuteilung an alle teilnehmenden Banken, das heißt: kein Limit, unbegrenzt.

Es ist überflüssig zu erwähnen, wen die Notenbanken damit stützen: Großbanken – offensichtlich sind es dieses Mal insbesondere die französischen Großbanken. Seit Monaten ist die Rede davon, dass die Rettungsmaßnahmen für Griechenland & Co. zu einem wesentlichen Anteil erneut Bankenrettungsmaßnahmen sind, nur dass Politiker und EZB diese nicht offen als solche deklarieren. Davon kann jetzt keine Rede mehr sein. Es war allerdings berichtet worden, im Falle Griechenlands wären vor allem deutsche und französische Banken hoch ins Risiko gegangen, sie hätten dann aber Zug um Zug ihre Risiken reduziert, durch das Abstoßen von griechischen Staats-anleihen.

Insofern muss man sich jetzt fragen, weshalb vor allem die französischen Banken in Schwierigkeiten geraten sind? Weil sie immer noch bis über die Halskrause in Griechenland-Krediten stecken und eine Griechenland-Pleite realistisch ist oder weil sie auf die Pleite Griechenlands gewettet haben – mit Credit Default Swaps, also Kreditausfallversicherungen – und diese Wette zu platzen droht, weil Griechenland nicht pleitegeht?

Spätestens jetzt müsste auch dem letzten Zweifler klar geworden sein, dass Politik und Notenbanken seit der Lehman-Pleite am 15. September 2008 zwar viel versprochen und einiges an Aktivität entwickelt haben, sich jedoch praktisch gar nichts geändert hat. Neuralgische Punkt sind vor allem die Folgenden:

  • Regulierung und Transparenz
    Die Finanzmarktaktivitäten und –risiken der Banken sind heute genauso intransparent wie eh und je und es gibt dafür nach wie vor so gut wie keine wirksame Beschränkung.
    Das gilt ganz besonders für den Bereich der Derivate, die schon in der US-Hypothekenkrise und im Zuge der Lehman-Pleite zum Desaster führten und die auch jetzt, in der europäischen Schuldenkrise ein unkontrollierter und völlig unberechenbarer Brandbeschleuniger (insbesondere CDS) sind.
    Von der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) wurde das Volumen des weltweiten Derivatemarktes (Over the Counter (OTC)) Ende Dezember 2010 auf der Basis der verfügbaren Daten auf 601 Billionen (bzw. Trillion) Dollar geschätzt. (1)
  • Too big to fail
    Das „To big to fail“-Problem ist bis heute nicht einmal eine Baustelle, an der gearbeitet wird.
    Im Gegenteil hat die Politik im Zuge der Finanzmarktkrise, beginnend mit der Übernahme des ersten prominenten Opfers der US-Hypothekenkrise, Bear Stearns, durch JP Morgan Chase, Megafusionen, sprich „Notübernahmen“, nicht nur gefördert, sondern gefordert. Ein schönes Beispiel dafür ist auch die Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank, die noch schnell vor dem Crash über die Bühne gebracht wurde, weil Deutschland im Bankensektor gerne einen zweiten „National Champion“ haben wollte, der dann allerdings auch gleich staatlicher Stützung bedurfte.
    Die „Too-Big-to-fail“-Problematik ist heute für die Regierungen von Industriestaaten gefährlicher als je zuvor.
  • Orientierungsleistung von Theorien und Modellen
    Die Theorien und Modelle, die die Operationsbasis der Notenbanken und der Wirtschaftspolitik darstellen, sind pointiert ausgedrückt das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt sind.

    Lorenzo Bini Smaghi, der das EZB-Direktorium verlassen wird, damit sein Landsmann Mario Draghi EZP-Präsident werden kann, hat es gestern selbstkritisch und in seltener Offenheit auf den Punkt gebracht: „Wir können uns nicht hinter Prinzipien und Regeln verschanzen, die für eine theoretische Situation geschaffen wurden, die der Realität nicht mehr gerecht werden.“ (2)
    Es ist insofern kein Wunder, aber in jedem Fall erschreckend, dass die Antwort der Notenbanken auf krisenhafte Zuspitzungen an den Finanzmärkten immer wieder das Öffnen der Geldschleusen ist.
    Ähnlich stellt sich die Lage in Bezug auf die Realwirtschaft dar. Gestern warnte beispielsweise Christine Lagarde, Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF), eindringlich vor einer neuen Rezession in den Industriestaaten. Sie warnt vor einem Teufelskreis aus schwachem Wachstum und schwachen Bilanzen von Regierungen, Banken und Privathaushalten, der durch die Unentschlossenheit der Politik noch verstärkt werde und mahnte „gemeinsames und gewagtes Handeln“ an. (3) 

Gemeinsames und entschlossenes Handeln – das war auch die bevorzugte Formel nach der Lehman-Pleite 2008. Und ebenso wie damals kann – beispielsweise – der IWF auch heute nicht sagen, wie dieses „gemeinsame und gewagte Handeln“ konkret aussehen muss, um die Krise endlich wirklich zu beenden. Nach wie vor setzt sich der Streit um die gleichermaßen erfolglosen liberalen und keynesianischen Strategien fort. Die offensichtliche Erfolglosigkeit dieser Konzepte ist ja gerade die Ursache für die Unentschlossenheit der Politik.

Ob Lagarde nun die Notenbanken oder die Politik adressiert, ist einerlei. Was nützt es dazu aufzufordern, „gemeinsam und entschlossen zu handeln“, wenn es für das „Wie?“, für das die Ökonomen zuständig sind, keine schlüssige Antwort gibt? Was dabei herauskommt, lässt sich wohl am besten mit dem zweifelhaften Motto „Als wir die Orientierung verloren hatten, verdoppelten wir unsere Anstrengungen“ auf den Punkt bringen.

Doch das ist nur die halbe Wahrheit, denn auch das ist ein neuralgischer Punkt:

  • Mangelnder Lösungswille
    Ein weiterer zentraler Grund, warum die Krise nicht überwunden und die Bürger fortlaufend für eine Politik zur Kasse gebeten werden, die so wenig erfolgreich ist, ist schlicht, dass die verantwortlichen Politiker bisher die oben angesprochenen Probleme gar nicht wirklich beheben wollten. Denn sie haben diese Zustände bewusst angestrebt und in den zurückliegenden Krisenjahren nichts anderes unternommen, als diese zu fördern, zu stützen und jetzt auch zu bewahren.

Die gestern verkündete Maßnahme der Notenbanken, die Reaktion der Börsen darauf, Bini Smaghis Selbstkritik und Lagardes Aufruf waren für mich deswegen ein Déjà-vu-Erlebnis, nur dass es leider keine Erinnerungstäuschung ist. Im September 2009, also ein halbes Jahr nach dem ersten Finanzmarkt-Krisengipfel der G20 in London, nach dem alles anders werden sollte, stellte sich die Lage aus meiner Sicht wie folgt dar: (4)

„Jetzt ist es klar: Das Finanzmarkt-Casino feiert fröhliche Urständ. Politiker von Rang und Namen, die noch Anfang April mit großem Getöse in London zum Finanzmarkt-Krisen­gipfel zusammen gekommen sind, um dem Spuk ein Ende zu bereiten, sind blamiert.

Daran kann kein Zweifel bestehen, denn die seit März in weltumspannender Einträchtig­keit an allen Börsenplätzen in schier unglaublichem Umfang und immer noch weiter steigenden Preise für Aktien, Öl, Gold und andere Rohstoffe lassen sich realwirtschaftlich nicht begründen. Die Unternehmensnachrichten sind alles andere als gut, die Lage vieler öffentlicher Haushalte, nicht zuletzt in den USA und Großbritannien, wird immer bedenklicher und für immer mehr Arbeitnehmer und generell Bürger gilt dies sowieso.

Die realwirtschaftliche Lage ist, trotz konjunkturpolitisch teuer erkaufter Atempause, prekär.

Die Preise an den Börsen sind nur noch Fantasiepreise – Preise funktionierender, wett­bewerblicher Märkte sind es eindeutig nicht.

Das Fatale daran ist, dass Politiker den Aufschwung an den Finanzmärkten und speziell an den Börsen wie Ertrinkende den sprichwörtlichen Strohhalm ergreifen und den Menschen als Erfolg ihrer Politik verkaufen – verkaufen wollen, denn wer glaubt ihnen tatsächlich noch?

Politiker weltweit sind vor den Finanzmärkten und zum Teil bereits ebenso vor den Lobbyisten der Realwirtschaft eingeknickt. Dass es so ist, war schon bei der Verkündung der Ergebnisse des Krisengipfels in London Anfang April völlig klar. Die Börsianer hatten allen Grund zu feiern und sie taten es ausgiebig. An den Börsen rund um den Globus fand ein Kursfeuerwerk statt. Dabei ist nicht ganz klar, ob die für die Finanzmarktgrößen an diesem Tage wichtigere Nachricht aus London kam oder vom Financial Accounting Standards Board (FASB) aus den USA, welches am selben Tag für die US-Banken eine Lockerung der Regeln für die bilanzielle Bewertung von Wertpapieren verkündete.

Und um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen, werden den eigentlichen Krisenverursachern, den schwer angeschlagenen Global Playern unter den Banken und in der Realwirtschaft, Versprechen gegeben ihnen dabei zu helfen, wieder zur alten Stärke zurückzugelangen. …“

Es geht also wieder von vorne los. Und wieder werden uns dieselben Maßnahmen als „alternativlos“ verkauft. Wofür wurden Staatsschulden gemacht, wofür wurden und werden die Bürger zur Kasse gebeten? Value for Money? Fehlanzeige. Das darf doch nicht wahr sein! Aber es ist wahr.

von Stefan L. Eichner
Kontakt: eichner@web.de

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66 KommentareKommentieren

  • bauagent - 16. September 2011

    Prima Bericht zur Lage. Ergänzend vielleicht noch zum letzten Absatz:

    Es geht zwar tatsächlich wieder von vorne los, jetzt aber ist die letzte Instanz erreicht.

    Danach ist Schluss. Allerdings auch mit einer Fallhöhe, die die Menschheit vorher nie sah.

  • Benedikt - 16. September 2011

    Die Französischen Banken haben keine Probleme mit den CDS. Die CDS Derivate wurden geschaffen, um Kredite abzusichern. Wenn die Kredite ausfallen, zahlt die CDS Versicherung. Wenn die Bank den Kredit und CDS besitzt, hat die Bank Null Risiko.

    Die CDS Versicherungen werden ja gehandelt. Die RestLB z.B. entwirft eine CDS auf eine Griechenlandanleihe. Diese verkauft sie an die Bank A. Die Zahlungsverpflichtung verkauft sie auch weiter an die Bank B. Das Risiko hat jetzt die Bank B. Wenn Griechenland Pleite geht, werden Banken Probleme bekommen, die überhaupt keine Griechenanleihen besitzen. Französiche Banken besitzen die Kredite, daher ist es unlogisch, wenn die auch noch die Zahlungsverpflichtung der CDS Versicherung halten.

  • Thomas - 16. September 2011

    Diese jetzige Finanzkrise ist anders, sie wird kaum als solche bei der breiten Bevölkerung wahrgenommen. Es findet keinerlei tiefere öffentliche Auseinandersetzung statt. Stattdessen wird darüber berichtet: http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,784432,00.html

    Sehr guter Beitrag.

  • Catweazle - 16. September 2011

    Und sämtliche Staatsmedien und Politiker versuchen die Bankenbombe zu verstecken indem sie auf Griechenland zeigen. Was jetzt bei den Banken zum Vorschein kommt ist die staatlich erlaubte Bilanzfälschung seit Ende 2008. Welch ein Witz den Zockerbuden zu erlauben je nach gusto ihre Schrottpapiere zum Einkaufswert oder zum Zeitwert zu bilanzieren. Von den über $16 Billionen an fauler Kreditsumme ist ja bisher erst verhältnismäßig wenig in den Büchern aufgetaucht. Wie dem auch sei, bis März kriegt die Bande praktisch unbegrenzten Kredit und ich bin mir ziemlich sicher das sich das fortsetzen wird. Die Politik wird schon für genug Ablenkung sorgen damit das gemeine Volk es nicht so schnell rafft . Die gut Informierten können immerhin etwas Vorsorge treffen. Aber wie lange wird es dauern bis sich die Lage nach dem großen Knall wieder beruhigt hat?

  • anaconda - 16. September 2011

    Ach,das kann noch ewig so weitergehen, wenn sich alle einig sind,dass alle Schulden machen bei allen bleibt das doch wieder gleich oder ?Es wird doch nur hin und her geschoben,der Gewinn wird mit den Abfällen dabei gemacht und den bezahlt der verunsicherte Steuerzahler,alternativlos.
    Grandioser Trick,darauf muss man erst mal kommen.Gratulation an die Finanzakteure.

  • Rubikon - 16. September 2011

    Hallo Steffen, Hallo Querschussleser,
    hat sich schon jemand Gedanken gemacht was die Ereignisse der letzten Zeit für die Chinesen bedeuten? Ch Franken gekoppelt an Euro, EZB fährt die Presse warm, Ben und seine ZB Kollegen in Japan, England stellen Dollar für den EURORAUM in unbegrenzter Menge bereit. Als Chinese hätte ich gewartet bis die Preise schön im Keller sind und wär dann mit meinen Devisen einkaufen gegangen (Deflation). Dem, so scheint es mir , wird im Moment entgegen gewirkt. Stattdessen werden Chinas Devisen mit jedem geschaffenen Euro oder Dollar verwässert (Inflation). Als Chinese hätte mich die Nachricht über den Dollarregen verärgert.
    Eure Meinungen zu dieser Überlegung würde mich Interessieren
    Zur Seite: Einfach Genial. Sowohl Steffens Aufarbeitung und Bereitstellen von Informationen als auch die Kommentare der Leser sind ähnlichen Seiten weit voraus. Hut ab
    P.S. Hatte diese diesen Post schon im voran gegangenen Artikel. Passt hier auch

  • winstill - 16. September 2011

    Hallo Stefan, ganz ehrlich ich bin ebenfalls verwundert, warum Dir nicht klar war wie das Spiel weiter bis zum Ende läuft – nun ist es ja wohl so.

    “Der Mythos vom Geld – die Geschichte der Macht”, von Stephen Zarlenga, ein optimales Werk dazu und ich kann es nur dringend empfehlen im Selbststudium. Leider nur noch online lesbar. Für mich eines der wichtigsten Bücher diesbezüglich zum Verständnis um den Zusammenhang.

    Dieser der rote Faden der Macht ist alt. Er zeigt sich klar historisch wie an einer Schnur warum ein kleiner Teil – die Hintertanen – immer und immer wieder das gleiche Spiel abziehen kann. Bis heute ist mir nicht klar, wie dieser einfache Zusammenhang immer wieder verdrängt wird UND geglaubt wird, Politik sei eine Lösung. Nein, sie ist Teil des Problems, weil sie alles ist, nur nicht unabhängig.

    Man schaue sich um, in der Lobbyistenhauptstadt Berlin, Washington, London, Paris, Moskau und und und… es sind die Abhängigkeiten vom Zins, von der Macht die Politik bestimmen. Dabei wird jeglicher Ansatz einer Diskussion über das System des Geldes, des Zinses im Keim erstickt. Es sind die Regeln die eine kleine Macht- und Bereicherungskaste aufgestellt hat und verteidigt bis zum äußersten. Wir werden politische von links nach rechts und wieder zurück gejagt und es wird weitergehen. EBEN BIS die Masse aufsteht und nicht mehr mitzieht = absoluter Vertrauensverlust. Ein schwerer Umstand wie uns folgendes Zitat berichtet – man kann es nicht oft genug wiederholen:

    „Die Wenigen, die das System verstehen, werden so sehr an seinen Profiten interessiert oder so abhängig sein von der Gunst des Systems, dass aus deren Reihen nie eine Opposition hervorgehen wird. Die große Masse der Leute aber, mental unfähig zu begreifen, wird seine Last ohne Murren tragen, vielleicht sogar ohne zu mutmaßen, dass das System ihren Interessen feindlich ist.“

    Uns wird fortwährend die systemische Notwendigkeit aufs Auge und in die Ohren gedrückt, eine systemisch größere Einheit würde nun Besserung bringen. Artig schauen wir zu. Manch einer mit geballter Faust in der Tasche – jedoch ohne Handlung. Nicht umsonst steht geschrieben Macht korrumpiert, absolute Macht korrumpiert absolut.

    Nein, Politik wird immer ihrem Herrn dienen und dies waren und sind die Banken, die Herren der giralen Geldschöpfung, ein Umverteilungs-MACHT-Gesetz staatlich legitimiert. Und alle machen wir brav und jeden Tag mit. Gibt ja nichts Besseres…

    Wenn diese Machtstruktur nicht durchbrochen wird, erleben wir nach QE2 nun 3, 4, 5, 6 bis es nicht mehr geht. Bis alles wieder umverteilt ist und die Masse auf wertlosem Papier sitzen bleibt. Ein kleiner Teil der Gesellschaft hat sie aber, die unbelasteten Sachwerte. Die mathematische Zinsgleichung wird ein knallhartes Ende setzten ODER eben das Vertrauen der Bürger, wenn sie mehr und mehr aufwachen und sehen wie sich ihre Geldvermögen als eine einzige Illusion darstellen wird. Wohl der einzige Weg des Aufwachens!

    Politik hilft in erster Linie nur sich selbst, jeder weiß es, viel zu wenige handeln. Uns wird nun aus allen Rohren eingebläut, aus (fast) allen Medien, (fast) allen Kommentatoren,wie wichtig dieser Zentralstaat denn sei, er würde alles lösen können. Angst und Druck verhelfen zu Schnellschüssen – nicht für die Bürger. Nur für die Banken. ABER WIR sind Teil des Problems, nicht die Banken. SIE sind eine Auswirkung von dem was wir selber mit er-wählen. Wir unterstützen jeden Tag das System. Es nutzt uns – solange wir dies eben zulassen. Aber tut es dies wirklich!? Wohl kaum. Der Fehler liegt im System, im Geldschöpfungsprozess, im Zins an sich, in uns allen UND es gibt keine kardinale, einfache Lösung – dies die Schlusserkenntnis. Es gibt nur ein umkehren, ein abkehren von den falschen Pharisäern und ein stellen einer natürlichen Wirtschaftsordnung für die Menschen, in einer Dezentralisierung, mit einem festen Ordnungsrahmen. Dies alles bedeutet auch Verzicht von gewohnten Annehmlichkeiten. Dies wohl der schwierigste Erkenntnisprozess.

    Bald mehr, ich arbeite daran. Gruß windstill

  • windstill - 16. September 2011

    auf in den Zielkorridor.

    “Die nordrhein-westfälische CDU wirbt für eine forcierte europäische Integration und eine „Vollendung“ des Euro. „Die Krise hat deutlich gemacht: Entweder haben alle Europäer eine gemeinsame Zukunft oder gemeinsam keine Zukunft.“

    Kommentar: Eine unglaubliche Volksverdummung.

    ==> http://www.mmnews.de/index.php/politik/8530-nrw-cdu-will-vollendung-des-euro

    TINA, TINA bis zum bitteren Ende. Wann wird aufgewacht! ihr Bürger, wann verstanden?!

    Dies ist mir unbegreiflich. Mit Angst und Druck gegen den Willen der Bevölkerung, dieser wird torpediert, vollkommen ausgehebelt mit TINA. BIS es kein zurück mehr gibt.

    Die deutsche Status quo Diktatur!

    ==> http://www.welt.de/politik/bundestagswahl/article4565626/Die-deutsche-Status-quo-Diktatur.html

  • charles - 16. September 2011

    @alle,
    Nach der Lektüre dieses Postings von SLE und dem was der nette Herr Sorros hier von sich gab http://www.zerohedge.com/news/soros-thinks-unthinkable-about-europe , frage ich mich ob wir nicht dabei sind die Geburt einer EU-FED zu erleben? Ich hoffe ich liege total daneben, aber es sieht alles so fein eingefädelt aus und das Szenario errinnert an 1913. Steffen bitte sag mir dass ich mich irre! Gruss Charles

  • windstill - 16. September 2011

    charles – denke es ist ein Vorbote von mehreren Schritten, bis zum Endziel. Einer neue Weltordnung – das Ziel der konzentrierten Macht. Eine Kontrolle, eine Weltwährung, elektronisches Geld. Warum sollte es bei einer EU Zentralregierung bleiben!? Der Planet ist rund. Ob das gut ist – vorsichtig, ich zweifle stark – nein es ist mit Sicherheit nicht gut. Es mündet im Diktat. Ein Narr wer dies nicht sehen will.

  • windstill - 16. September 2011

    Voth: Ich glaube, dass die Konsequenzen aus dem Ende des Euro überzeichnet werden. Nicht jede dumme volkswirtschaftliche Idee muss bis zum Ende verteidigt werden. Europa ist unendlich mehr als die Europäische Union, und die Europäische Union ist unendlich mehr als der Euro.

    Voth: Die Welt wird Schlange stehen, um ihr Geld in die Mark einzutauschen. Die Banken verlieren Geld bei ihren Auslandsanlagen, aber bekommen noch mehr Einlagen zum Nulltarif. Dann wird es zu einer Aufwertung kommen – ob das gut oder schlecht für Deutschland ist, darüber kann man streiten. Und in jedem Fall gibt es wieder die nationale Währung als Puffer, um Krisen abzufedern.

    ==> http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-80165572.html

    endlich mal vernünftiges.

  • der-oekonomiker - 16. September 2011

    Eine sehr gute Zusammenfassung. Habe nur eine klitzekleine Ergänzung: In der Schweiz heißt es über die beiden Banken UBS und CS schon seit Monaten “too bi to rescue”. Warum soll es noch irgendwo auf der Welt anders sein?

  • dicke Bertha - 16. September 2011

    “Es ist überflüssig zu erwähnen, wen die Notenbanken damit stützen: Großbanken”

    Nein, sie stützen die Gläubiger der Banken die deren Schuldverschreibungen gekauft haben, sie schützen die Aktionäre der Banken, sie schützen die Angestellten der Banken.

    Frage: Was machen Chefvolkswirte in Banken?

    Als deutsche Banken sich zu x% Geld liehen und zu y% an Länder im Süden aber auch in Osteuropa verliehen, auf Grund welcher theoretischen Kenntnisse konnten sie dies gut heißen.

    Das sind reine Propagandaabteilungen, die den Banken mehr Macht verschaffen sollen.

    Das eigentliche Problem ist, dass keine Schritte in Richtung Trennbankensystem unternommen wurden.

    WARUM HAT STEINBRÜCK DIE ÜBERNAHME DER POSTBANK DURCH DIE DEUTSCHE BANK GENEHMIGT?

    “Long Term Capital” wurde zum Problemfall weil es kein Trennbankensystem gab.

    Die Stützung der Banken in der jetzigen Situation ist wahrscheinlich notwendig, um die Arbeitsplätze vieler Deutscher zu retten.

    Oder hat der Zusammenbruch des Bankensystems keine Auswirkungen auf die Liquidität von Unternehmen und die Bilanz der Unternehmen.

    Weiß jemand wieviel Unternehmen an Wertpapieren(Finanzanlagen) abschreiben müßten.

    Da gehen 1000de Unternehmen über die Wupper.

  • V.L. - 16. September 2011

    Die Politik sollte die Banken zwingen den Privatbankbereich vom Rest der Bank zu trennen. (Wie in den 30er Jahren)
    Beides als rechtlich selbständige Unternehmen. Damit wären bei einer Pleite des Investmentbankings (Derivatevolumen 601.000 Mrd $) die Einlagen der Sparer nicht betroffen.
    Die großen Banken könnten die Politiker mit Ihrer Pleite nicht mehr erpressen.
    (Leider aber mit bisher noch nicht bekannten Details über die Machenschaften von Politikern.)

  • V.L. - 16. September 2011

    @Dicke Berta
    Viele Dax Konzerne haben einen hohen Verschuldungsgrad. Überteuerte Zukäufe zeigen sich nun in den Bilanzen. Die Börse in USA ist gut 25% über Ihrem langfristigen Durchschnitt (seit 1871 bis heute gerechnet –> FTD). Beim S&P 500 ist der Durchschnitt bei rund 900 Punkten. In den vergangenen Jahrzehnten lag der S&P am unteren Wendepunkt meist zwischen 40 bis 60% unterhalb des Durchschnitts.

  • der-oekonomiker - 16. September 2011

    “Das eigentliche Problem ist, dass keine Schritte in Richtung Trennbankensystem unternommen wurden.”
    Warum auch, es wurde von der Finanzwirtschaft mindestens 50 lange, entbehrungsreiche Jahre daran gearbeitet, diese Trennung endlich aufzuheben. Da soll jetzt schon wieder damit Schluss sein? Nur wegen ein bisschen Giftmüll in den Bilanzen? Wo doch die Staaten mit ihren dummen Regierungen ganz sicher noch einmal einspringen werden, um die Banken zu retten, die sich so viele Jahre verdient um das Gemeinwohl gemacht haben. Trotz “too big to rescue”. Es wird erst aufhören, wenn der letzte Fiatwährungscent den Menschen wieder aus der Tasche gezogen worden ist. Die jüngste Allianz-Studie «Global Wealth Reports» über die Verteilung des Geldvermögens in der Welt zeigt doch, wo noch etwas zu holen ist: 1. Platz die Schweiz, 2. Platz die USA, 17. Platz Deutschland. Geniessen wir noch eine Weile unseren hinteren Platz und schauen wir dabei zu, wie Schweiz und USA auf verlorenem Posten um ihr Geld kämpfen. Ich finde, eine spannende Sache.

  • sunwalker - 17. September 2011

    @ windstill
    ich würde mir da gar nicht so viele Gedanken machen, denn es ist die Natur der Dinge das ab einer bestimmten Größe die Dinge wieder in kleinere Untereinheiten, oft mit neuer Qualität wieder zerfallen.
    Da gab es mal das Gesetzt der materialistischen Philosophie im Staatsbürgerkunde der DDR: “Die Anhäufung von Quantitäten führt zu einer neuen Qualität” . So wird es auch hier sein, das System wird sich seblst zerlegen und als Nährboden für etwas neues dienen. Auch die Hintertanen werden dann schon lange nicht mehr “im Spiel sein”.
    Ich hätte damals nie gedacht wie Nahe der Staatsbürgerkunde Unterricht der DDR der kapitalistischen Wirklichkeit kam. Eigentlich hätten wir es als Ossis wissen müsssen und uns nach der Wende nur konsequnt nach dem gelernten Wissen richten müssen.
    Aber das Geld als Fetisch und die Banane als Symbol einer Märchenwelt hatten die Hirne doch recht beträchtlich vernebelt. Mit meiner Idee die Wende als Chance für eine neue Gesellschaft zu nutzen stand ich 60:1 allein da. Ein Jahr später war die Hälfte der Belegschaft arbeitslos – aus der Traum vom Glück – für ein paar Bananen und Videokassetten.

    Wir haben genau die Gesellschaft zu der die Menschheit innerlich gereift ist.

    Man kann Menschen nicht missionieren, man kann nur Anstöße geben und sie auf ihrem Weg begleiten: wie so schön heute abend in Matrix wiedergegeben: Ich kann die nur zeigen wo die Tür ist – hindurchgehen muß du schon allein.”
    In diesem Sinne allen ein schönes und entspanntes Wochenende

  • windstill - 17. September 2011

    @sunwalker – Ja. Exakt.

  • Joe - 17. September 2011

    Querschüsse: “Die Finanzmarktaktivitäten und –risiken der Banken sind heute genauso intransparent wie eh und je und es gibt dafür nach wie vor so gut wie keine wirksame Beschränkung.”

    Tja, solange Bankster Politik machen und Politiker nur ihre Handlanger sind, wird sich das auch nicht ändern.

  • Vielklang - 17. September 2011

    @ Querschuss &Supporters:

    Vielen Dank für eure sehr lesenswerten Beiträge und interessanten Gedanken…

    „Ich will dir sagen, wieso du hier bist. Du bist hier, weil du etwas weißt. Etwas, das du nicht erklären kannst. Aber du fühlst es. Du fühlst es schon dein ganzes Leben lang, dass mit der Welt etwas nicht stimmt. Du weißt nicht was, aber es ist da. Wie ein Splitter in deinem Kopf, der dich verrückt macht. Dieses Gefühl hat dich zu mir geführt.“ Morpheus

    In diesem Sinne wünsche ich allen ein schönes WE…

    Grüß,
    Vielklang

  • bauagent - 17. September 2011

    Allen theoretischen obigen Überlegungen zum Trotz hier einmal eine satirische Zusammenfassung des Finanzsystems von Kurt Tucholsky aus dem Jahre 1930, ja aus dem Jahre 1930:

    „Wenn die Börsenkurse fallen, regt sich Kummer fast bei allen, aber manche blühen auf: ihr Rezept heißt Leerverkauf. Keck verhökern diese Knaben Dinge, die sie gar nicht haben, treten selbst den Absturz los, den sie brauchen – echt famos! Leichter noch bei solchen Taten tun sie sich mit Derivaten: wenn Papier den Wert frisiert, wird die Wirkung potenziert. Wenn in Folge Banken krachen, haben Sparer nichts zu lachen, und die Hypothek auf’s Haus heißt: Bewohner müssen raus. Trifft’s hingegen große Banken, kommt die ganze Welt ins Wanken – auch die Spekulantenbrut zittert jetzt um Hab und Gut! Soll man das System gefährden? Da muss eingeschritten werden: Der Gewinn, der bleibt privat, die Verluste kauft der Staat! Dazu braucht der Staat Kredite und das bringt erneut Profite, hat man doch in jenem Land die Regierung in der Hand. Für die Zechen dieser Frechen hat der kleine Mann zu blechen und – das ist das Feine ja – nicht nur in Amerika! Und wenn die Kurse wieder steigen, fängt von vorne an der Reigen – ist halt Umverteilung pur, stets in eine Richtung nur. Aber sollten sich die Massen das mal nimmer bieten lassen, ist der Ausweg längst bedacht: dann wird bisschen Krieg gemacht.“

  • SLE - 17. September 2011

    Hallo Benedikt,

    danke für Deinen Kommentar. War von mir aber auch so gemeint, wie Du es erklärt hast: entweder Kreditrisiko oder CDS-Risiko. Laut BIZ stehen besonders die US-Banken über Derivate im Griechenlandrisiko. Aber niemand weiß wirklich genau, wer in diesem Segement wie hoch und wo im Risiko steht. War ja vor der Lehman-Pleite auch nicht klar.

    Gruß
    SLE

  • M.E. - 17. September 2011

    Nicht nur der griechische Staat ist hochverschuldet, selbst die Krankenhäuser:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,786794,00.html

  • SLE - 17. September 2011

    Hallo windstill,

    wirklich überrascht war ich nicht. Man befürchtet das Schlimmste und hofft das Beste, und das auf der Basis der Informationen, die einem zur Verfügung stehen. In der Schuldenkrise geht es m. E. längst nicht mehr allein oder an erster Stelle um ökonomische Sachverhalte, deren Interpretation und ökonomisch sinnvollste Handhabung. Es ist sehr politisch geworden und deswegen nicht leicht auszumachen, ob dem allen ein zielgerichtetes Handlungsmuster zugrundeliegt und wenn ja, welches. Da kann man nicht den Anspruch erheben, alles immer richtig zu bewerten. Will ich auch nicht. Schwarz zu malen und Unlösbarkeit zu suggerieren, ist dann aber auch nicht angessen, finde ich. Das muss aber jeder für sich entscheiden.

    Grüße
    SLE

  • SLE - 17. September 2011

    @ der-oekonomiker

    Stimmt. Too big to rescue ist eigentlich das Problem. Im Falle der Schweiz ist es bedingt durch die enorme Bilanzsumme von UBS und CS im Verhältnis zum BIP ein besonders augenfälliges Bedrohungsszenario – Island ist das früheste (überschaubare) Beispiel dafür, was das bedeutet. Überschaubar ist die Lage in den USA in dieser Frage nicht. George Soros hat die US-Banken schon öfter als Zombiebanken bezeichnet. Fannie Mae und Freddie Mac sind wohl die besten Beispiele und allein die sind für die USA schon ein unlösbares Problem. Zu retten sind sie nicht, denn der Immobilienmarkt liegt am Boden. Den Stecker rauszuziehen, geht aber auch nicht, denn das würde den US-Bankensekor kollabieren lassen. Ich nehme an, dass kein Land in diesem Punkt in einer vergleichbar schlechten Lage ist. Aber wer kann das schon wissen?

    Gruß
    SLE

  • SLE - 17. September 2011

    @ dicke Bertha

    Beispiel: Die US-Regierung hat NUR die Wall-Street-/Groß-Banken gerettet und die kleinen und mittelgroßen Regionalbanken absaufen lassen! Es war ja auch ein Goldman, der die TARP-Mittel verteilt hat.

    Trennbankensystem wird aktuell wieder viel diskutiert – in UK, Schweiz, Frankreich – und ist wohl ein vernüftiger Ansatz für das “Too big to fail”-Problem. Ich denke allerdings, das reicht nicht aus, weil es damit noch keine Lösung für das Problem gibt, dass die Finanzmärkte die Realwirtschaft in Grund und Boden zocken.

    Es stimmt, die Banken kann man nicht einfach pleitegehen lassen. Das hätte verheerende Konsequenzen. Aber es muss damit begonnen werden, das Bankensystem sukzessive umzubauen. In Europa und speziell in Deutschland, mit seinem Drei-Säulen-System, sind die Voraussetzungen dafür eigentlich recht gut. Wir haben keine so ausgeprägt hohe Abhängigkeit von wenigen Großbanken. Trotzdem ist sie zu hoch – wie die offenen oder verdeckten Rettungsaktionen belegen.

  • micdinger - 17. September 2011

    Hallo Bauagent

    Die Aufregung über die Leerverkäufe kratzt nur an der Oberfläche der aktuellen Situation. Solange Geschäftsbanken “Delta One” Geschäfte in ihrer Bilanz haben wird uns nicht mal die Zeit bis 2030 bleiben.

    Die Gefahren des „Delta One“-Handels http://www.faz.net/artikel/C31640/ubs-skandal-die-gefahren-des-delta-one-handels-30687876.html

    Ein interessanter Beitrag, der die Grenzen des Vermögenswachstums auf das Jahr 2030 legt findet sich hier: http://www.dasgelbeforum.de.org/img/up/user/Artikel_Juli_2011.pdf
    Gruß an alle

  • KT - 17. September 2011

    Zu dem angeblichen Tucholsky-Gedicht nur das hier: http://diepresse.com/home/wirtschaft/finanzkrise/426781/Der-TucholskySchwindel

    Es gab mal eine Zeit, wo die Linken schlauer waren und wussten, dass eine isolierte Kritik am Finanzkapital inhaltlich falsch ist und eine solche Kritik nur von rechts aussen kommen konnte. Der Sache nach stimmt das auch heute noch, das Gedicht kommt ja, wie man es in dem Link nachlesen kann, von rechts aussen. Nur die Linken heutzutage, die nicht verstehen, dass der Alltagsverstand nicht ihr Freund, vielmehr ihr Feind ist, nehmen so etwas als das ihre gerne auf.

  • bauagent - 17. September 2011

    Hallo micdinger,

    vielen Dank für die Links, insbesondere die pdf aus dem gelben Forum. Gibt es bereits den angekündigten 2.Teil?

    Vielleicht noch eine Überlegung zum Artikel von SLE:

    Das ” informelle ” erweiterte Finanzministertreffen in Polen lief ja synchron mit der Mitteilung, dass die Dollarschleusen geöffnet werden.

    Auf deutsche Mittelstandsnachrichten kommt man dabei zu der Erkenntnis, dass dies bereits eine Vorbereitung auf die Pleite Griechenlands sein dürfte, um die beteiligten Banken nicht austrocknen zu lassen.

    Nachdenkenswert wird das Ganze, weil heute von Bloomberg die Nachricht kommt, dass Ackermanns IIF, die Vereinigung der größten Banken und Investmentgesellschaften der Welt auf Betteltour durch die BRIC-Staaten sind.

    Auch finde ich sehr seltsam, dass 2 französische Banken im Abendhandel in den letzten paar Minuten fulminant um bis zu 10 % abgestürzt sind.

    Hier noch der Betteltour-Link:

    http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2011/09/25151/

  • bauagent - 17. September 2011

    Gerade wurde bekannt, dass Papandreaou seine USA Reise beim Zwischenstopp in London abgebrochen hat und nach Athen zurückgekehrt ist ( dpa ).

    Ich habe noch kein offizielles Statement zu dieser plötzlichen Umkehr finden können. Er wollte u.a. den IWF aufsuchen, um dort die Sparanstrenungen nochmals Fr.Lagarde zu erläutern.

  • windstill - 17. September 2011

    Nachdenkenswert wird das ganze ebenso wenn die “Leistungsträger ” des Mittelstandes einfach keine Lust auf Leistung mehr haben! Dies meine Beobachtung in sehr vielen Gesprächen besagter “Leistungsträger”.

    erweiterte Erklärung:

    Durch die beiden letzten Vorgängergenerationen und deren erlebte Mängel (Kriege, Rezessionen etc.) ist die heutige Generation konditioniert auf Wachstum, Wachstum etc. es oll uns besser gehen.

    Jahrzehntelang wird dieser heutigen Generation klar gemacht, was für ein Segen dieses System nun sei. Lässt sich erstmal auch von oben betrachtet nicht abstreiten. Eben aus dem erlebten Mangel, was die Generation 30 plus eben nicht erlebt hat so oder so. Somit gar eine authentische und verständliche Weitergabe von Wissen seitens der Eltern und Großeltern. Man hat geschuftet und seinen Mittelpunkt des Lebens darauf ausgerichtet.

    Nun jedoch stellt man verstärkt fest, gefühlt, hinterfragend, mit neuen Erkenntnissen, dass es auch eine Kehrseite gibt = Schuld. Nun wird diese offensichtlich. Das System wird erstmalig erkannt UND in Folge in Frage gestellt. Nie gab es mehr verfügbares Wissen darüber als heute. Ein Ärgernis liebe Politik, nicht wahr! Dies mein Eindruck im beruflichen Alltag. Die Menschen hören der Politik NOCH zu. Tendenz stark abnehmend, die sind ja nicht dumm.

    Die heutige Aussage von Herrn Schäuble tut sein übriges:

    “ER und die Kanzlerin alleine seien verantwortlich für den Euro”! Hört, hört, da schluckt der durchschnittliche Mittelständler tief und grummelnd. Und als ob dies nicht reicht muß Frau Merkel nun schon die Ortsvereine abtelefonieren, um die Basis ruhig zu halten! Es stellt sich ernsthaft die Frage ob es Herrn Schäuble wirklich gut geht. Bahn sich hier eine Psychose an? Geht es dem Mann denn noch wirklich gut? Man beobachte ihn genau in seinen Auftritten, sieht schon leicht angespannt aus, gar verzerrt mitunter, oder?!

    Die Mittelständler haben wohl nun langsam erkannt WER denn diese Dauerabtragung Schuld mit zu leisten hat. Jahrzehntelanges aufbauen, die Gedanken über die letzten 2-4 Generationen tagtäglich im Betriebsmodus im Wachstumsmodus und nun…. wird rückabgewickelt mit dem was eben an schuldfreiem Kapital vorhanden ist. Steuer um Steuer wird über sie einbrechen… kann dies gut gehen?

    Was wenn nun eine steigende Anzahl hier, der so benannten “Leistungsträger”, einfach keine Lust mehr hat weiter und weiter dem goldnen Wachstumkalb zu frönen?! Sich diese dem System 12 Stunden Arbeit pro Tag und mehr Stück für Stück entziehen um dann in der Jetztzeit festzustellen, was ihnen via Steuer und Geldvernichtung wieder abgenommen wird? Was, wenn die Pferde nicht mehr saufen wollen?!

    Was wenn diese “Leistungsträger” sich mehr und mehr anderen Lebensmodellen, anderen Arbeitsmodellen zuwenden!? Nicht in China, nicht in Indien – die sind wohl noch hungrig, trotz Halbzeit im Ölmodus, egal – nein hier in Deutschland, in Europa! Dies einhergehend mit einer klar bewussten Tendenz im Verzicht alt gewohnter Bequemlichkeiten, von materiellem. Dinge, die man nicht baucht, um sie Nachbarn zu zeigen, die man nicht mag.

  • M.E. - 17. September 2011

    Wenn Papandreou so plötzlich umgekehrt ist, muss es ja eine plötzliche Änderung der Situation gegeben haben. Sonst hätte er erst garnicht die Reise angetreten.
    Ich vermute, die Troika erwägt die Empfehlung, die nächste Tranche nicht auszuzahlen. Die Situation Griechenlands dürfte noch verzeifelter sein, als offiziell ohnehin schon bekannt.
    Sollte dies zutreffen und die Auszahlung der Tranche zur Disposition stehen, gibt es nächste Woche einen saftigen Börsencrash und für Italien und Spanien Zinssätze von deutlich über 6%.
    Ich vermute, schon vor Eröffnung der neuen Börsenwoche wird es Klarheit über die Gründe des Reiseabbruchs von Papandreou geben.

  • M.E. - 17. September 2011

    Dass Italien der entscheidende Großproblemfall der kommenden Wochen und Monate werden wird ist für mich recht sicher.
    Einerseits wegen der mittlerweile eingetretenen wirtschaftlichen Stagnation, die bei einem Umsetzen der Sparbeschlüsse garantiert in eine Rezession übergeht, andererseits wegen der vorraussichtlich eskalierenden innenpolitischen Krise:

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,786872,00.html

    Wenn Italien strauchelt, kollabieren sowohl der Euro als auch der weltweite Finanzmarkt. Die Schieflage des weltweit drittgrößten Bondmarktes hält das Finanzsystem nicht aus.

  • stulle - 17. September 2011

    Hi Bauagent, das Gedicht „Wenn die Börsenkurse fallen, [...]” wird Tucholsky zugeschrieben, stammt aber bewiesenermaßen nicht aus dessen Feder und ist auch noch gar nicht soooo alt :)

    Ein Kerschhofer, kein Tucholsky

    Die antisemitische Ente des Jahres

    Höhere Finanzmathematik

    Gruß stulle

  • bauagent - 17. September 2011

    Nun, die offizielle Version des Rückflugs von Papandreou wollte ich erst gar nicht zum Besten geben.

    Zwischenzeitlich habe ich gelesen, dass die ” Troika ” am Montag nicht in Athen antreten wird. Voraussichtlich wolle man am Donnerstag die Arbeit wieder aufnehmen.

    Hier ist definitiv etwas faul.

    Mittlerweile scheint man auch Frankreich davon überzeugt zu haben, dass der Default nicht mehr aufgehlaten werden kann. Auch dass die BNP und die Agricole derart stark gestern Abend im Späthandel unter Druck gerieten passt zu einem Szenario, dass uns den Ausstieg Griechenlands nächste Woche möglicherweise als ” alternativlos ” erscheinen lassen soll. Die Franzosen haben den höchsten Anteil im Feuer.

    Dazu passen auch Statements aus den Niederlanden, Finnland, Österreich etc. wo man nahezu gleichlautend einen griechischen Ausstieg für notwendig, zumindest aber möglich hält.

    Das alles am Wochenende.

    @M.E.

    Die wirtschaftliche Entwicklung in Italien ist sicher ein gewichtiger Grund. Man darf im Rahmen der explosiven Immobilienprobleme die Spanier aber auch nicht vergessen, da diese Banken lichterloh brennen.

    Grundsätzlich folge ich, dass Italien aufgrund des hohen Überrollbedarfs in den nächsten Monaten besonders gefährdet ist; jedoch ist Spanien, trotz des auf dem Papier geringen Verschuldungsgrades, mindestens genauso explosiv.

    Es dürfte wohl im Tandem eine große Bank in Verbindung mit Italien treffen. Auf jeden Fall wiederhole ich meine Einschätzung, dass wir in der letzten Phase dieses Systems sind, in der Untergangsphase!

  • Stefan L. Eichner - 17. September 2011

    @ micdinger & bauagent

    Danke für die Links und Überlegungen. Die Nachricht von Papandreous kurzfristig geänderen Reiseplänen habe ich eben auch gelesen. Das kann natürlich alles mögliche bedeuten.

    Tatsache ist, dass die EU den USA/Geithner in Breslau – wie ich finde – überraschend unverblümt klar gemacht hat, keine Empfehlungen für das Management der europäischen Schuldenkrise von einem Land entgegen zu nehmen, das von den Fundamentaldaten schlechter dasteht als die EU. Das ist ein völlig neuer Ton. So offen war der Schlagabtausch bisher noch nicht und das wir kein Zufall sein. Auch die jüngsten Empfehlungen und Aufforderungen des IWF an die Adresse der EU haben, soweit man das erkennen kann, in der EU kaum Widerhall gefunden.

    Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass Angela Merkel, die zuletzt noch mit Sarkozy und Papandreou wegen der Griechenlandkrise telefoniert und in der Griechenland-Debatte Flagge gezeigt hat, es sich jetzt plötzlich anders überlegt haben soll.

    Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die EZB Griechenland fallen lässt – nicht wirklich.

    Aber vielleicht hat der IWF es sich jetzt anders zu überlegt. Dann könnte sich Papandreou freilich die Reise in die USA und zum IWF sparen.

  • micdinger - 17. September 2011

    Hallo Bauagent

    So weit ich weiß, ist der zweite Teil von “Das Ende des Vermögenswachstums” noch nicht erschienen. Dafür gibt es zum Frühstück GEAB Nr. 57.

    http://www.leap2020.eu/GEAB-N-57-ist-angekommen-Umfassende-weltweite-Krise-Viertes-Quartal-2011-Kernschmelze-der-globalen-Finanzwerte_a7649.html

  • windstill - 17. September 2011

    @bauagent: “Grundsätzlich folge ich, dass Italien aufgrund des hohen Überrollbedarfs in den nächsten Monaten besonders gefährdet ist; jedoch ist Spanien, trotz des auf dem Papier geringen Verschuldungsgrades, mindestens genauso explosiv.”

    Spielt keine Rolle, auch diese Schulden werden weiter überrollt – solange das Vertrauen von uns dies weiter mitmacht, was wahrscheinlich ist.

    Politik, erweitert die EZB sind Getriebene des Erhalt des status quo aller. Keiner gibt hier nach, bis zum mathematischen Ende oder dem schwarzen Schwan im Panikmodus.

  • Ralf - 17. September 2011

    @sunwalker

    Kann den Frust nachvollziehen. Bin zwar’n Wessi, hätte damals aber gerne mitgeholfen, ein alternatives System zu entwickeln. (Hab damals per Bundestagspetition durchgesetzt, das Zivildienstleistende von West nach Ost wechseln durften. Wäre persönlich der Erste gewesen, wollt dann aber doch nich ins KH Marzahn)
    Wenn ich heute an die Bilder von den runden Tischen 1990 zurückdenke kommen mir fast die Tränen. Genau wie du sagst, für ein paar Bananen und Levis-Jeans alles zunichte gemacht. Tut mir leid, wenn sich das antidemokratisch anhört, aber es scheint, als müsse man im Interesse der Allgemeinheit die Menschen manchmal vor sich selbst schützen.
    Kann man eigentlich sagen, dass die DDR damals geringer verschuldet war, als die BRD heute?

  • bauagent - 17. September 2011

    @ Stulle

    Hallo Stulle,

    Danke für den Hinweis. Ich denke es tut der aktuellen Situation trotzdem keinen Abbruch.
    Es hätte mir als Satire aus den 30igern allerdings noch besser gefallen.

    @ windstille
    Zitat:

    Durch die beiden letzten Vorgängergenerationen und deren erlebte Mängel (Kriege, Rezessionen etc.) ist die heutige Generation konditioniert auf Wachstum, Wachstum etc. es soll uns besser gehen.

    Das ist m.E. nur zum Teil korrekt, weil auchseinerzeit das aktuelle Wirtschaftsystem Grundlage allen Denkens war.. Das heißt, dass auch seinerzeit Wachstum bis zum nächsten Krieg angesagt war.

    Seit Jahrhunderten wird nichts anderes gemacht, als aufzubauen und wenn das Papier in die Nähe des inneren Wertes kommt, wird wieder zerstört.

    Dass aufgrund des hohen Informationsstandes mittels Internet immer mehr ” auf den Trichter ” kommen wäre schön, entspricht aber wohl nicht der aktuellen Situation. Im Gegenteil; nach meiner Erfahrung ( ca. 20 Kundenbesuche aus dem Mittelstand p.Woche ) ist die derzeit tragende Gesellschaft ( die 30 – 50 jährigen ) Lichtjahre von einer Erkenntnis entfernt.

    Wenn heute 75 % gegen eine Griechenland-Rettung sind dann vor allem, weil man sich seine Tommy Hilfiger Jeans nicht streitig machen lassen wil und die nächste Lady Gaga CD nur mit sinnfreiem Booklet in Frage kommt.

    Das gerade diese Generation vollständig konditioniert ist kann ich voll unterschreiben. Gerde dies hat ja erst zu den aktuellen Verwerfungen geführt.

    Der UBS Mitarbeiter, der die 1.5 Mrd. verzockt hat, ist doch genau der gleiche Volldepp, wie der kleine 2500,– € Angestellte.

    Der Unterschied ? Der eine läßt sich sein neues Iphone per Boten in´s Haus bringen und freut sich über ein persönliches Branding auf der Rückseite, der andere geht zur Bank, um sein Konto zu überziehen und stellt sich morgens ab 4.00 Uhr vor dem Handy-Laden an um auch hipp zu sein.

    Die derzeitige wahre Situation ?

    Der Angestellte würde fast alles dafür tun, um auch ein persönliches Branding auf der Rückseite seines Iphones zu bekommen.

    Das ist die aktuelle Situation unser wertlosen Wertegesellschaft.

    Dutzende Heimfahrten nach Kundenberatungen haben bei mir immer die gleiche Fragestellung hervorgerufen:

    Sie war Studienrätin, er Dr. jur.. Kein Wort von dem was ich ihnen erzählte haben Sie verstanden.
    Trotz meiner Empfehlung haben Sie sich wegen einem Zehntel beim Zins einen teuren Bausparvertrag andrehen lassen, einen Bauvertrag ohne Sicherheiten ( Dr. jur. ) abgeschlossen mit einem drittklassigen Bauträger und obendrein vom Haus-/ und Hofberater für Versicherungen noch eine überteuerte Wohngebäude. Die Wohnung voller HInweise auf “mein Haus, mein Pferd,
    mein Pool”. Alles natürlich systemgerecht mit Kredit finanziert und wenn´s zuviel wird, fassen Leute wie ich das Ganze für die nächsten 120 Monate zusammen, damit die monatl. Belastung angepasst wird. Im Kleinen, ganz wie die Großen.

    Einmal die Woche habe ich auch ein Erlebnis der anderen Art. Das entspricht den vielleicht 5 % der Gesamtbevölkerung die langsam beginnen zu ahnen das hier was faul ist.

    Es wird entweder einen fulminanten Crash oder Generationen brauchen, bis diese Versklavung der Menschenmasse verstanden wird.

  • Stefan L. Eichner - 17. September 2011

    @ micdinger & bauagent

    Noch ein Nachtrag zum Thema IWF und Griechenlandkrise:

    Mitte Mai gab es den Skandal um Strauss-Kahn, in dessen Folge er als IWF-Chef zurücktrat. Mittlerweile wurde die Anklage zurückgezogen, denn sie ließ sich nicht aufrecht erhalten. Die Verhaftung geschah zu einem Zeitpunkt, als es für Griechenland gerade wieder sehr brenzlig war und DSK zu Gesprächen in dieser Sache nach Europa wollte.

    Ich habe dazu seinerzeit einen Aufsatz geschrieben, der – wie ich glaube – auch im aktuellen Kontext der Griechenlandrise und des IWF für die Einordnung der angesprochenen Ereignisse interessant sein könnte. Deswegen hier noch der Link: http://stefanleichnersblog.blogspot.com/2011/05/die-usa-der-iwf-dominique-strauss-kahn.html

    Grüße
    SLE

  • bauagent - 17. September 2011

    Hallo Stefan,

    ich habe mir gerade Deinen Beitrag vom Mai d.J. durchgelesen und ich muss sagen, abgesehen von dem verräterischen Hinweis von D.S.K. hinsichtlich seiner Goldäußerung als zukünftige Währungsdeckung fehlt nichts und zeigt pionitert auf, worum es eigentlich geht.

    Das DSK eine goldgedeckte Währung wenige Wochen vor seinem ” Fehltritt ” ansprach, dürfte ihn wohl letztlich in Ungnade gebracht haben.

    Ein Wall-Street kontrollierter Absturz des Euro dürfte der anglo-/ amerikanischen Clique aber durchaus jetzt gelegen kommen, da der Dollar noch ( zumindest in deren Augen ) kontrolliert inflationär umbaubar scheint. Schließlich haben die Amerikaner die meisten Flugzeugträger. Wer glaubt denn, dass Geithner anreist unter der Annahme, dass man seinem Vorschlag, den EFSF um den Faktor 10 zu hebeln, zustimmt? Hier sehen wir gerade ganz großes Hollywood Kino. Geithner, als Auftragserfüller des Goldman-Clans, hatte ausschl. die Aufgabe deutlich zu machen, dass bei Ablehnung der Hochfinanzstrategie der Gegenangriff folgt und dieser läuft seit Heute:

    Die Zerstörung des Euros!

    @windstill kann ich mittelfristig absolut folgen in der Einschätzung, dass spätestens die Exponetialfunktion all dem ein Ende setzt.
    Allerdings zeigt gerade die konzertierte Aktion der Zentralbanken vom Wochenende, dass Einsichten erst zu erwarten sind, wenn es an´s Eingemachte geht. Das kann dauern!

    Selbst wenn der Euro kurzzeitig crasht bedeutet das nicht, dass das System am Ende ist; im Gegenteil, der Chrash könnte durchaus Teil des Neuaufbaus alter ” Werte ” im neuen Gewand sein.

    Für mich bedeutet dies: Ich habe “nur” reale Werte zu verteidigen. Die Menschen in meinem Lebensumfeld, mein Haus mit Nutz- Garten, meine Familie mit Kindern, mein Holz für den Kamin,
    meine Nachbarn mit einer Pferdekutsche bei der ich ab und an zur Mitfahrt eingeladen bin,
    meine Gesundheit und seit Jahren ein paar Rücklagen in gelbem Metall. Aber vor allem meine Freiheit, abgesehen von GEZ und Girokonto. Alles andere, wie Handy-, LV-, Riester-, paypal-, Kredit- und Leasingverträge sind mir seit Jahren wesensfremd und entrechten. Selbst eine KV brauche ich nicht. Sollte etwas nötig werden, wird es aus den Rücklagen bedient. Das ist billig und es macht frei.

    Mein größtes Interesse gilt dem ” point of no return ” an dem sich zeigen wird, wie sich die gegenwärtige Gesellschaft verhalten wird. Kriegerisch oder zusammenrückend.

    Bürgerkriege sind dann nur möglich, wenn die Gesellschaften es nicht geschafft haben, orientiert an den tatsächlichen Lebensnotwendigkeiten auf diesem Planeten, Antworten zu geben.

    Um darauf zu warten, habe ich mich von einer Millionenstadt auf´s Land zurückgezogen, den Beruf zur Berufung verändert und das Geld zum Mittel dieses Zwecks gemacht und dieser Zweck heißt LEBEN !

    Und klingt es noch so kitschig. Ein paar mal im Jahr in der o.e. Millionenstadt den Bahnhof aufzusuchen und den Obdachlosen, im Rahmen der einfachen Möglichkeiten die man hat, etwas zukommen zu lassen bewegt mehr, als in der derzeitigen gesellschaftlichen Situation in Stuttgart mit grünen Spinnern und betuchten Gutmenschen gegen einen Bahnhof, der ohnehin gebaut wird, zu protestieren.

  • bauagent - 18. September 2011

    Vielleicht habe ich hier den Grund für das überhastete Rückreisemanöver Papandreous gefunden.

    Am 20 / 21.09. müssen 769 Millionen € übergerollt werden.

    Möglicherweise gibt es tatsächlich Probleme.

    http://www.zerohedge.com/news/september-20-greek-default-day

  • charles - 18. September 2011

    fuer alle die es vergessen haben:

    Jacob Schiff und Paul Warburg starteten eine Kampagne für die Errichtung der Federal Reserve Bank als fest installierte private Zentralbank in Amerika. Jacob Schiff ließ die New Yorker Handelskammer bei einer Rede 1907 wissen:

    “Wenn wir keine Zentralbank mit einer ausreichenden Kontrolle über die Kreditbeschaffung bekommen, dann wird dieses Land die schärfste und tiefgreifendste Geldpanik seiner Geschichte erleben.” (“Die Absteiger”, Des Griffin).
    Gesagt, getan, stürzten sie daraufhin die USA in eine Währungskrise, deren daraus resultierende Panik am Kapitalmarkt das Leben zehntausender Menschen im ganzen Land ruinierte. Die Panik an der New Yorker Börse brachte den Rothschilds neben mehreren Milliarden US-Dollar auch den gewünschten Erfolg. Schlau ausgedacht, benutzte man die Panik als Argument, nun endlich eine Zentralbank zu errichten, um Vorfälle wie diesen zu vermeiden. Paul Warburg sagte dann dem Bank- und Währungskomitee: “Das erste, was mir auf die Panik hin in den Kopf kam, ist, dass wir eine nationale Clearing-Bank (Zentralbank) brauchen.” (“Die Insider”, Gary Allen).
    Die endgültige Version des Beschlusses, das “Federal Reserve System” (die private Zentralbank Amerikas) einzuführen, entstand auf einem Privatgrundstück J. P. Morgans auf Jekyll Island, Georgia. Die Anwesenden des geheimen Treffens am 22. November 1910 waren den Recherchen von Herbert G. Dorsey zufolge: A. Piatt Andrew, Senator Nelson Aldrich, Frank Vanderlip (Präsident der Khun Loeb & Co); Henry Davidson (Senior Partner der J. P. Morgan Bank), Charles Norton (Präsident von Morgans First National Bank), Benjamin Strong (Präsident von Morgans Bankers Trust Co) und Paul Warburg. Die Einführung der “Federal Reserve” 1913 ermöglichte nun den internationalen Bankiers, ihre finanzielle Macht in den USA sehr zu festigen. Der erste Vorsitzende der “New York Federal Reserve Bank” wurde Paul Warburg.
    Dem “Federal Reserve”-Beschluss folgte der 16. Zusatzartikel der amerikanischen Verfassung, der es nun dem Kongress ermöglichte, das persönliche Einkommen der US-Bürger zu besteuern. Das war die Konsequenz, nachdem die US-Regierung nun kein eigenes Geld mehr drucken durfte, um ihre Operationen zu finanzieren. Dies war das erste mal in der Geschichte seit der Gründung der USA, dass das Volk Einkommenssteuer bezahlen musste….” Quelle: http://www.muz-online.de/religion/illuminati.html#fed
    wünsche einen schönen Sonntag
    Charles

  • micdinger - 18. September 2011

    weil heute Sonntag ist, zwei amüsante Sichtweisen auf qpress:

    http://qpress.de/2011/09/18/ist-die-fed-von-aliens-unterwandert/ ?

    http://qpress.de/2011/09/17/bfa-will-banken-grundungswelle-in-deutschland/

  • windstill - 18. September 2011

    @micdinger – sorry, in Anbetracht der aktuellen Situation Gesellschaft / Finanzsystem etc. und der vermuteten Folgen, kann ich solche Links nicht wirklich als amüsant ansehen. Erweitert diskreditieren sie Tatsachen, besser sie lenken von ihnen ab, indem sie Teile ins lächerliche ziehen – siehe einen Beitrag zuvor bzgl. dem Federal Reserve Act und seinem hinterhältigen Zustandekommen, was ein entscheidender Sargnagel im Bereich “Politik für das Volk” war und ist. Beliebig fortführbar Vertrag von Lissabon, ESM und und und

    Eben dies ist ja auch eines der Probleme – vielen der hochintelligenten Ratio Denkern ist ein Einfluss einer kleinen Elite und deren zahlreicher Vasallen im Nutzniessertum darunter nicht vollumfänglich klar zu machen. Die Tragweite wird vollkommen unterschätzt, was nicht sein kann darf nicht sein, niemand könnte so etwas weltweit koordinieren… Nur seltsam wie weit die Kaste denn schon gekommen ist. Was so alles durch die Parlamente gejagt wird. Wie war das mit einem unabhängigen Bundesverfassungsgericht?! Von den amerikanischen Gerichten ganz zu schweigen.

    Eben das Reale, das wir es hier nicht mit einer Verschwörung am Rande zu tun haben, sondern einer kardinalen, allumfassenden realen Konspiration: Zitat Wiki Verschwörung “eine heimliche Verbündung mit dem Zweck, einen Plan auszuführen, der ein selbstsüchtiges, verwerfliches Ziel verfolgt und dessen Umsetzung zum Schaden anderer geschieht oder der die Beseitigung tatsächlicher oder vermeintlicher Missstände anstrebt. Eine Verschwörung beruht also nicht immer auf niederen Motiven, sie basiert jedoch stets auf Täuschung.”

    Dies sehe ich mehrfach als eine Tatsache an in Politik und Land.

    Benennen wir es noch verständlicher als ein über Jahrhunderte stattfindender Raubzug der Macht durch Kontrolle über Geldsysteme weniger an vielen: Die Kontrolle des Geldsystems ist die Kontrolle über Schuld, ist die Kontrolle über alle Teilnehmer – wir. Weil wir es zulassen. Dies geht solange bis es eben mal direkte Auswirkungen hat bei jedem einzelnen und nicht mehr profitiert wird. Geschichte ist einfach – sie wiederholt sich. Der wahre Wert eines Konfliktes liegt immer an seinen entstehenden Schulden und der nachfolgenden Kontrolle darüber.

  • SLE - 18. September 2011

    Hallo bauagent,

    zu allem, was Du hier in Deinen letzten Kommentaren dargelegt hast, kann ich nur sagen: Sehr schön auf den Punkt gebracht! Zur “Denke” vieler: Es stimmt, viele hören, was man ihnen sagt, aber sie drehen das Gesagte im Kopf nicht um – wie auch windstill sagt. Man erntet immer noch viel zu oft leere, verständnislose oder schlicht desinteressierte Blicke. Und dann wechselt man lieber freiwillig das Thema.

    Ich glaube, dass Selbstreflexion bei vielen nicht passiert. Sie mögen mitunter aufgeklärt reden, werden dem aber mit ihrem Handeln überhaupt nicht gerecht.

    Das ist gar nicht mal überraschend. Nehmen wir einmal das TV, das nach wie vor für viele die wichtigste Informationsquelle ist. Ich selbst habe seit 20 Jahren kein TV mehr und stelle immer wieder fest, dass ich, sofern ich irgendwo einmal TV schaue, das, was dort gesagt und gezeigt wird, viel aufmerksamer aufnehme und bewerte als die, für die das TV zum unhinterfragten Alltag gehört.

    Das ist m. E. der Punkt: Wir WOLLEN die Informationsflut, die Flut von ständig wechselnden Anreizen und Eindrücken. Denn das entbindet scheinbar von der Notwendigkeit, sich mit den Informationen im Detail zu beschäftigen, sie gedanklich festzuhalten. Das eigene Handeln ist in diesem Strom scheinbar irrelevant und ohne Konsequenzen. Es besteht weder die Zeit noch sieht man die Notwendigkeit, es zu hinterfragen.

    “Can´t stand the Silence”, wie Rea Garvey, im gleichnamigen Song singt, trifft den Zeitgeist m. E. sehr gut – ob das beabsichtigt war, weiß ich nicht.

    ” … der Chrash könnte durchaus Teil des Neuaufbaus alter ” Werte ” im neuen Gewand sein.”

    Das sehe ich auch so. Ein Crash – ob er nun von den USA oder von Europa oder sonstwo ausgeht – böte die Chance es anders und besser zu machen. Aber so wie die USA Großbritannien am Ende des 2. Weltkrieges als führende Wirtschaftsmacht ablösten, ohne dass sich das System selbst gravierend änderte, so könnte es auch jetzt kommen …. weil es – wie oben angesprochen – die meisten vermultich nicht ernstlich interessiert.

    Im Übrigen vielen Dank für den Link zu dem Post von Zero Hedge. Das ist m. E. eine stimmige und wahrscheinlich auch die richtige Erklärung.

    Grüße
    SLE

  • windstill - 18. September 2011

    “Ein Lügengebäude stürzt zusammen

    Stein um Stein fällt das Lügengebäude in sich zusammen, mit dem die politische Klasse Deutschland in die Euro-Falle geführt hat. Merkels Politik der alternativlosen Euro-Rettung ist schon jetzt gescheitert. Wie ein Feldherr, der seine Niederlage nicht einsehen will, sitzt die Kanzlerin im abgedunkelten Bunker, operiert mit Geisterarmeen und hofft auf die Vorsehung.
    Deutschland kann der Entscheidung nicht länger ausweichen: Entweder es beendet die Währungsunion in ihrer bisherigen Form, oder es haftet gesamtschuldnerisch für sämtliche Euro-Staaten und bezahlt die Verlängerung des Experiments mit der Enteignung des Wohlstands seiner Bürger.

    Der Zusammenbruch des Euro kommt so oder so, und weder Deutschland noch Europa werden danach noch sein wie bisher.”

    eine sehr treffende Zustandsbeschreibung!

  • windstill - 18. September 2011

    und es werden mehr und mehr auch Dank Blogs und der Arbeit von Stefan und vieler mehr:

    Aus 10 werden 500 – werden… am Anfang waren es immer wenig bis…

    Fatalismus ist die falsche Antwort – handeln zählt und die tun was:

    “Stuttgart steht auf”

    http://eurodemostuttgart.wordpress.com/2011/09/18/stuttgart-steht-auf-kurzbericht-und-bilder-der-demo-vom-samstag/

    =>> stehen sie mit auf! Das ist Demokratie. Europa ja, aber nicht als ein Diktat!

  • micdinger - 18. September 2011

    @windstill “sorry, in Anbetracht der aktuellen Situation Gesellschaft / Finanzsystem etc. und der vermuteten Folgen, kann ich solche Links nicht wirklich als amüsant ansehen. ”

    Ok, für dich ist das nicht amüsant, für mich schon. Mir nimmt so eine Sichtweise etwas von der bedrückenden Tragik der von dir “vermuteten Folgen” der aktuellen Situation. Die Sache mit der FED ist doch den meisten Lesern dieses Blogs bekannt. Und solche die es bisher nicht wussten, wissen es jetzt. Aber es ist nun mal geschehen und soll mit dem ESM ausgebaut werden. Und dass die Interessen des Geldadels nicht deine Interessen sind, wissen wir spätestens seit Lina Braake ( http://de.wikipedia.org/wiki/Lina_Braake_oder_Die_Interessen_der_Bank_k%C3%B6nnen_nicht_die_Interessen_sein,_die_Lina_Braake_hat )

    Trotzdem, ich lebe in einem der “Goldenen Zeitalter” an einem privilegierten Ort in einer von vielen Zwängen befreiten Situation. Selbst die von dir “vermuteten Folgen” werden daran (hoffentlich nicht so viel ändern), da ich selbst in einer Subsistenzwirtschaft meinen Humor nicht verlieren möchte. Die Welt ändert sich ständig, http://www.poodwaddle.com/clocks2de.htm

    Gruß micdinger

  • windstill - 18. September 2011

    @mic – kein Problem, war rein konstruktiv gemeint und Zitat “Die Sache mit der FED ist doch den meisten Lesern dieses Blogs bekannt”. Ja, nur wo bleibt der gesellschaftliche Aufschrei? Wo die Handlung? wie Stefan zuvor gut kommentiert hat: “…Es stimmt, viele hören, was man ihnen sagt, aber sie drehen das Gesagte im Kopf nicht um…”. Humor ist sicher relativ. Einverstanden. Gruß.

  • micdinger - 18. September 2011

    @windstill “”Ja, nur wo bleibt der gesellschaftliche Aufschrei? Wo die Handlung? wie Stefan zuvor gut kommentiert hat: “…” Ja, das ist ein Problem.

    Vor 30 Jahren habe ich mich das auch schon gefragt. Das Problem ist wohl das Wissen und das daraus resultierende Verständnis um wirtschaftliche Zusammenhänge. Nur ganz zaghaft kann ich diese Themen in meiner Sichtweise auf der Arbeit ansprechen. Entsprechende Links werden mit einem “ja so könnte man es auch sehen” abgetan. Es fehlt bei vielen einfach am Interesse und an der Zeit sich tiefer in die Thematik einzuarbeiten. Ich sehe das ja an mir selber, täglich 3 bis 4 Stunden Nachrichtenverarbeitung. Hätte ich mir nicht so viel persönlichen Freiraum erarbeitet, und hätte dagegen Karriere und Familie am Hals, ich hätte mir mein Weltbewusstsein auch nicht so erarbeiten können.

  • windstill - 18. September 2011

    @mic – ja exakt und vielleicht ist der Hauptgrund die kognitive Dissonanz darüber. Zur ersten Überwindung habe ich selbst Jahre gebraucht. Vor 7,8 Jahren habe ich noch Pläne gezeichnet Produktionsflächen zu verdoppeln.Als Mahnmal immer noch in meinem Archiv.

    Es ist schwer sich den gewohnten status quo in allem mal grundlegend in Frage zu stellen und dabei ist Peak Oil und diverses noch nicht einmal im Fokus. Alles steht noch greifbar in den Regalen, überall, kommt aus imaginären Wasserhähnen, aus Millionen von Zapfsäulen etc. – so warum sein Leben heute ändern!? Kann ich zu 99 % immer noch nachvollziehen.

    Ich glaube das Wissen, dass etwas nicht stimmt und auch warum ist bei sehr vielen nun schon angekommen. 82 % Ablehnung zum aktuellen Euro sind nicht nur eine mediale Folge. Die Bürger sind jedoch immer noch gefangen ihre Stimme abzugeben – nicht um sonst gibt es den Begriff Wahl-URNE. Die Stimme wird zu Grabe getragen für einen langen Zeitraum. Ein ganz gewöhnlicher Vorgang. So hofft man wohl weiter auf den imaginären Erlöser der das alles richten wird und steht des öfteren mit besagter geballter Faust da und sieht den Eisberg kommen. Diesen Erlöser gibt es nicht, hat es nie gegeben und wird es nie geben. Nur Pharisäer und nur in sich selbst kann dieser Prozess dann auch beginnen – siehe das Projekt Stuttgart, Berlin, Frankfurt und Co. siehe das Projekt Querschuss..

    Irgendwann lernte der Mensch das Wort zu gebrauchen. Nun hoffe ich auf einen weiteren Evolutionssprung und er benutzt jetzt erweitert mal sein Gehirn und stellt sich seiner eigenen Verantwortung. Ich glaube es gibt derer mehr und mehr, aber der entscheidende Funke steht noch aus.. das ist mein ungebrochener Optimismus;-)

  • Joe - 18. September 2011

    Da kommt Freude auf :)

    Nach einer neuen Weltbank-Studie ist klar: Nicht nur Qualität und Quantität der Ökonomie-Blogs steigen, der Einfluss von Bloggern auf die ökonomische Forschung ist ebenfalls deutlich höher als gedacht.

    http://www.handelsblatt.com/politik/oekonomie/nachrichten/uebermaessig-aktive-blogger-treiben-oekonomen-an/4611080.html

  • dicke Bertha - 18. September 2011

    Das Ressentiment , dass gegen Griechenland geschürt wird, beruht auf falschen Vorstellungen über den Aussenhandel.

    Wenn sich Griechenland in Euro verschuldet, fliesst überhaupt gar kein Geld nach Griechenland.

    Sondern es wird gebucht : Konto deutsche Bank an : Konto deutsches Unternehmen, z.B. für Medikamentenlieferungen.

    Dadurch, dass man ein Ressentiment hat, hat man noch kein größeres Auto vor der Tür stehen.

    • Querschuss - 19. September 2011

      Hallo Dicke Bertha,
      Deine Meinung in Ehren, aber wenn man die Eurozone als Binnenmarkt sieht und deshalb die Leistungsbilanzdefizite der Südperipherie für nebensächlich hält, ist dies eine ökonomisch sehr gefährliche Sichweise! Zu einem Binnenmarkt gehört wesentlich mehr als nur eine gemeinsame Währung. Viele verdrängen einfach, wenn wir weiter so machen wie bisher, fährt letztlich die gesamte Eurozone gegen die Wand inkl. Deutschland. Dies hilft auch den Griechen nicht weiter, zumal der normale Grieche, welcher in erster Linie die Lasten der Austeritätsmaßnahmen tragen muss, bestimmt auf die bisherigen “Segnungen” (rapider Realeinkommensverlust, hohe Arbeitslosigkeit, hohe Lebenshaltungskosten und Null-Perspektive auf Besserung), seit dem offenen Ausbruch der Staatsschuldenkrise pfeift. Die idealisierte Sicht eines bürokratisch handwerklich schlecht geeinten Europas (Fehlkonstruktion) ist wohl vor allem in den Ländern anzutreffen, die bisher noch vermeintlich profitierten. Nur siehe Dir bitte noch mal genau an, welche Haftungssummen bereits im Raume stehen, wie die wirtschaftliche Entwicklung gerade in der Südperipherie aussieht und wie der Zustand des europäischen Bankensystems ist! Ich bleibe dabei, wenn man sich als links versteht, ist es eine Pflicht gegen so eine Fehlkonstruktion zu sein, die den Wohlstand von Millionen Menschen mindern wird und dies bereits in der Südperipherie massiv tut!

      Gruß Steffen

  • Stefan L. Eichner - 18. September 2011

    Hallo Joe,

    das ist mal eine gute Nachricht. Danke.

    Grüße
    SLE

  • Stiller Leser - 19. September 2011

    Mir fällt auf, dass sich mit zunehmender Reichweite dieses hervorragenden Blog scheinbar mittlerweile im Kommentarbereich einige Verschwörungstheoretiker und Rechtspopulisten breit machen. Fände es wirklich schade, wenn man den Blog deshalb nicht mehr weiterempfehlen könnte.

    • Querschuss - 19. September 2011

      Hallo Stiller Leser,
      was soll ich tun? Wenn ich alle Kommentare, die ich für nicht zielführend, inhaltlich falsch bzw. nicht wirklich treffend halte lösche, bleiben nicht viele übrig. Dann bin ich aber auch ein Zensor! Meine Sichtweise habe ich in den Artikel dargelegt und mit Daten und Charts unterfüttert, deshalb ist mein Anspruch aber noch lange nicht, dass nur ich die Welt richtig sehe bzw. ich kann nicht verhindern, wenn in dem einen oder anderen Kopf eine andere Message daraus gemacht wird, als die ich eigentlich im Sinne habe.

      Dies in ein grundsätzliche Problem eines zu 99% offenen Kommentarbereichs und kaum lösbar, außer man schaftt ihn ab.

      Gruß Steffen

  • windstill - 19. September 2011

    Stiller Leser – die Verschörungstheoretiker, die da wo hier wären? Beispiele für diese Behauptung? Etwas genauer vielleicht oder auch anstatt Stiller Mitleser, hier einfach mit beitragen in der Diskussion. Gruß

  • M.E. - 19. September 2011

    Im Gegensatz zu vielen anderen Blogs sehe ich hier relativ wenig VT-Lastigkeit und wenig Rechtspopulismus.
    Unter anderem deshalb ist dies auch der einzige Blog, in dem ich mit dieser Frequenz Kommentare schreibe.

  • windstill - 19. September 2011

    M.E. – darum hätte ich dies auch gerne geklärt, denn wer den FED Act 1913 nicht als eine glasklare Verschwörung sieht, dem kann man argumentativ auch nicht weiter entgegentreten. Thema “kognitive Dissonanz”. Erweitert der ganzen Bankerkaste und deren Drahtzieher geschuldet.

    Zitat Wiki hier was gemeint ist – nur zur Sicherheit des Verständnisse:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Verschw%C3%B6rung

    Wenn dies der Fall sein sollte für in Bezug auf “stiller Leser” dann muß ich mich schon sehr wundern, warum man überhaupt einen Blog liest.

    Ebenfalls kann ich keinerlei Rechts- oder Linkspopulismus ausmachen. Somit bitte konkreter “stiller Leser”. Oder besser, einfach mit diskutieren. Gruß

  • Stiller Leser - 19. September 2011

    @Querschuss, verstehe die Problematik natürlich. Ich finde das besondere an deinem Blog ist gerade dein sachlicher, nüchterner Stil. Bis auf dein häufig verwendetes Wort “unfassbar” ;-) Du bist quasi die personifizierte Neutralität, und genau das macht deine Glaubwürdigkeit aus.

    Natürlich diskutiert man dann über die politischen Auswirkungen der dargestellten Fakten, aber, und wenn man mich konkret fragt, ich finde es nicht in Ordnung, in Kommentaren auf Beiträge von rechtspopulistischen Medien zu verlinken. Medien, die “PI” oder ähnliche dubiose Seiten häufig verlinken. Mit diesen Leuten will ich nichts zu tun haben, nicht mal das gleiche lesen, wie sie.
    Aber ich will mich hier nicht als Zensurforderer hervortun, es kann schliesslich jeder lesen und schreiben was er will, sondern einfach mein Bedenken kund getan haben.
    Jedenfalls vielen Dank an die Autoren des Blogs, ihr leistet, gerade auch für ökonomische Laien, hervorragende Aufklärungsarbeit.

  • M.E. - 19. September 2011

    Hallo windstill,
    die Vorgänge im Zusammenhang mit der Gründung der FED kann man von mir aus gerne als Verschwörung bezeichnen, genau so wie z.B. den Aufkauf des (damals vorbildlichen) öffentlichen Nahverkehrsnetzes in den USA durch die aus dem Rockefellerimperium stammenden 6 Ölkonzerne und dessen weitgehende Abwicklung, um die Mobilität in Richtung Autoverkehr zu lenken.

    Allerdings bekomme ich immer diesen häßlichen, juckenden Hautausschlag, wenn in diesem Zusammenhang antisemitische Tendenzen kultiviert werden. Die Finanzoligarchie besteht mit Sicherheit zu einem weit größeren Anteil aus Christen und Atheisten, als aus Juden.

  • Querschuss - 19. September 2011

    Hallo Stiller Leser,
    schicke mir bitte einfach eine Mail, wenn Du eine fragwürdige Verlinkung im Kommentarbereich sichtest. Ich muss zugeben, dass ich nicht alles checke und anklicke, da die Zeit immer knapp ist.

    Gruß Steffen

  • windstill - 19. September 2011

    M.E. – mir geht es ausschliesslich um die Erkennung von Fakten. Es mögen religöse Hintergründe mitspielen oder nicht – vollkommen egal welcher Gruppierung angehörig. Es ist aus meiner Sicht nicht zielführend aus einem jeglichen Vorgang gleich eine VT abzuleiten.

    Ebenso im Umkehrschluß ist es aber auch nicht erhellend alles mit einer “VT Unfug Keule” nieder zu schreiben. Dies zumeist eben dann auch nur mit einem wohl mittlerweile (leider) eher negativ besetzten Ausdruck “VT”. Leider ist diese Bewegung ebenso zu Gange wie die Bewegung welche aus allem eine VT macht. Leider. Hier zucke ich nämlich mittlerweile mit Hautauschlag zusammen.l

    Es gilr somit heraus zu arbeiten, wo es in diese Richtung ging oder erweitert geht bzw. wo nicht.
    Zurück zu Diskussione. Dank.

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