Kritik an der deutschen Dominanz: Spaltet Angela Merkel Europa?

von am 23. Dezember 2015 in Allgemein

Ist Ihnen das auch aufgefallen? Ungewöhnlich wortkarg haben Presse und Medien in Deutschland dieses Mal über die Resultate des EU-Flüchtlingsgipfels berichtet.

Der EU-Flüchtlingsgipfel: Ein schwerer Schlag für die Bundesregierung

Genau genommen gab es bei Gipfeltreffen am 17. und 18. Dezember natürlich auch gar keine konkreten Resultate (1) – nicht nur was die Frage der Bewältigung der Flüchtlingskrise anbelangt. (2) Dabei hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel noch kurz zuvor in ihrer Regierungserklärung im Bundestag vor einem Rückfall Europas in die Nationalstaaterei gewarnt (3) und damit an die (unwilligen) Staats- und Regierungschefs der EU appelliert, in der Flüchtlingsfrage Solidarität zu zeigen und sich endlich auf einen gemeinsamen Plan zu einigen.

Anton Hofreiter (Die Grünen) erinnerte daraufhin im Bundestag daran, dass die Bundesregierung in den vergangenen zehn Jahren den Staaten an den EU-Außengrenzen Solidarität bei der Aufnahme von Flüchtlingen verweigert habe. “Jetzt verweigern uns die anderen die Solidarität”, sagte Hofreiter. (4)

Selbstverursachte Eskalation der Flüchtlingskrise

Es ist richtig. Das Flüchtlingsproblem Europas existiert bereits seit Jahren. Italien und Griechenland wurden von der EU mit diesem Problem lange Zeit alleine gelassen. Erst seit der Flüchtlingsstrom über die Balkanroute vor wenigen Monaten so stark anzuschwellen begann, dass er die EU-Staaten an den Ausgrenzen und die Verantwortlichen in Brüssel schlicht restlos überforderte, ist das Flüchtlingsproblem wirklich in Brüssel angekommen.

Zu erinnern ist in diesem Zusammenhang auch daran, dass die Bundeskanzlerin in einer einsamen Entscheidung in der Nacht vom 4. auf den 5. September die bedingungslose Grenzöffnung für eine unbegrenzte Zahl von Flüchtlingen verfügt hatte. (5) Mittlerweile gibt es eine Studie des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages mit dem Titel „Einreise von Asylsuchenden aus sicheren Drittstaaten“, die die Frage behandelt, ob die Bundeskanzlerin diese Entscheidung überhaupt hätte treffen dürfen, ohne zuvor den Bundestag zu befragen. (6) Doch unabhängig davon wird dies in vielen Mitgliedstaaten als Deutsche Einladung für Flüchtlinge angesehen, die den Flüchtlingsstrom erst so richtig in Gang brachte. So bewertete es beispielsweise auch der britische Telegraph bereits Ende Oktober in einem Artikel:

“It is hard to comprehend the stupefying naivety of those, including German Chancellor Angela Merkel, who thought it a good idea to send out an utterly self-serving signal a few weeks ago inviting anyone who could make the journey to head for Europe. This was ostensibly aimed at Syrians who had fled the civil war in their homeland; but the exodus has been swelled by migrants from many other countries looking for a better life – and who can blame them?” (7)

(„Schwer nachzuvollziehen ist die verblüffende Naivität jener, einschließlich der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel, die es für eine gute Idee hielten, vor einigen Wochen absolut eigennützig ein Signal auszusenden und all jene nach Europa einzuladen, die die Reise dorthin schaffen könnten. Es war anscheinend an Syrer gerichtet, die vor dem Bürgerkrieg in ihrem Land geflohen sind; aber der Exodus schwoll an durch Migranten aus vielen anderen Ländern, die ein besseres Leben für sich suchen – und wer kann ihnen das verdenken?“ (Übersetzung S.L.E.))

Selbstverschuldete Blockade der EU-Flüchtlingspolitik

Gestern brachte ein Kommentar in der „Welt“ auf den Punkt, was viele insbesondere in Ost- und Südost-Europa mit Blick auf die „Willkommens-Politik“ der Bundeskanzlerin denken dürften:

… „Und wer besondere Verantwortung für Flüchtlinge übernimmt, darf nicht hinterher versuchen, dies auf Europa abzuwälzen.“ (8)

Es nicht ausschlaggebend, inwieweit diese Sichtweise völlig korrekt ist oder nicht. Denn ganz offensichtlich ist diese Einschätzung bei den Beratungen und Entscheidungen zur Flüchtlingskrise auf europäischer Ebene von Belang.

So lässt sich denn auch nachvollziehen, warum auf dem EU-Gipfel bezüglich der Flüchtlingspolitik keine konkreten Beschlüsse zustande gekommen sind. Die gegen den Willen einiger Regierungen beschlossenen Flüchtlingsquoten für die Verteilung von in Italien und Griechenland aufgenommenen Flüchtlingen auf die EU-Mitgliedstaaten, existieren nach wie vor praktisch lediglich auf dem Papier. Eine Reihe osteuropäischer Staaten wie u.a. die Slowakei, Tschechien und Ungarn (9) sperren sich dagegen, sie umzusetzen. Sie wollen sich von Brüssel nicht zwingen lassen. In anderen, wie z.B. in Lettland, wurde die Quote nur nach langen Streitereien überhaupt akzeptiert. (10)

Auch der Plan der Europäischen Kommission für den besseren Schutz der Außengrenzen der EU stößt in vielen Staaten auf Ablehnung, weil er von einigen Regierungen als Eingriff in die nationale Souveränität aufgefasst wird. Strittig ist nach wie vor auch die Finanzierung der drei Milliarden Euro für die mit der Türkei ausgehandelte Unterstützung bei der Begrenzung des Flüchtlingsstroms. (11)

Der von der Bundeskanzlerin eingebrachte Vorschlag von Flüchtlingskontingenten zur Verteilung von Flüchtlingen direkt aus der Türkei auf freiwilliger Basis (12) fand auf dem Gipfel kaum Zustimmung.

Für Streit auf dem EU-Gipfel sorgten zudem von der EU-Kommission vorgelegte Daten, denen zufolge der Flüchtlingsstrom aufgrund des Deals mit der Türkei, für den sich insbesondere auch Kanzlerin Angela Merkel stark gemacht hatte, bereits nachgelassen haben soll. Denn u.a. nach Zahlen Luxemburgs, das derzeit die Ratspräsidentschaft innehat, ist das nicht der Fall. (13)

Blockadehaltung auch auf anderen Politikfeldern der EU

Einen heftigen Streit gab es auf dem EU-Gipfel darüber hinaus um den von der Bundesregierung befürworteten Plan zum Ausbau der Erdgas-Pipeline Nord Stream (Nord Stream 2) zwischen Russland und der EU. Beteiligt sind an diesem Projekt neben Gazprom, Eon, BASF, die britisch-niederländische Shell, die österreichische OMV und die französische Engie-Gruppe. (14)

Die Gründe für den Streit: Für einige EU-Staaten würden dadurch Durchleitungsgebühren wegfallen, einige sehen eine dadurch entstehende Gefahr, von Russland von der Gasversorgung abgeschnitten zu werden. Italien, Bulgarien und Ungarn wiederum können nicht nachvollziehen, wieso Nord Stream 2 gebaut werden soll, während die EU-Kommission zuvor den Bau von South Stream (daran beteiligt waren neben Gazprom u.a. die italienische Eni, die französische EDF, BASF, die österreichische OMV, die Bulgarische Energie Holding (15)) blockiert und damit zum Scheitern dieses Projekts mit Russland beigetragen hatte. Auch Ratspräsident Tusk hatte Einwände, weil Nord Stream 2 nach seiner Auffassung die Abhängigkeit von Russland erhöhen und zudem künftig 80 Prozent der Gaslieferungen in die EU auf eine einzige Route konzentriert sein würden. (16)

Blockade der Bundeskanzlerin – und Kritik an der Dominanz der Deutschen

Vor dem Hintergrund dieser kleinen Bilanz lässt sich durchaus das Fazit ziehen, dass der EU-Gipfel für die Bundesregierung ausgesprochen schlecht gelaufen ist – und das gilt in Bezug auf die Flüchtlingspolitik insbesondere auch für die Bundeskanzlerin selbst.

Bei so viel Widerstand gegen deutsche Positionen in Bezug auf europapolitische Entscheidungen ist es kein Zufall, dass nun im Anschluss an den EU-Gipfel und vor dem Hintergrund des Wahlausgangs in Spanien erstmals offene Kritik an der – aus Sicht der Kritiker – Dominanz der Bundesregierung in der EU laut wird. Es war der italienische Ministerpräsident Matteo Renzi, der sich in einem Interview mit der Financial Times (17) in dieser Weise äußerte.

Renzi sagte, es müsse eine wesentliche Lehre aus der Parlamentswahl in Spanien gezogen werden:

“I don’t know what’s going to happen to my friend Mariano but I know that those who have been in the front line of being the faithful allies of the politics of rigour without growth have lost their jobs,” Mr Renzi said.
“It happened in Warsaw, though the circumstances were very particular there, it happen-ed in Athens, it happened in Lisbon. Let’s see what happens in Madrid,” he added.
… „“I have esteem for Angela, we have an excellent personal relationship,” Mr Renzi said. “But we have to be frank . . . Europe has to serve all 28 countries, not just one,” he added. (18)

(„Ich weiß nicht, was mit meinem Freund Mariano passieren wird, aber ich weiß, dass diejenigen, die als treue Anhänger einer Sparpolitik ohne Wachstum in vorderster Front standen, ihre Jobs verloren haben“, sagte Renzi.
Es ist in Warschau geschehen, auch wenn die Umstände dort besondere waren, es geschah in Athen, es passierte in Lissabon. Warten wir ab, was in Madrid geschieht, fügte er hinzu.“
… “Ich schätze Angela, wir haben ein ausgezeichnetes persönliches Verhältnis“, sagte Renzi. „Aber wir müssen aufrichtig sein … Europa muss allen 28 Mitgliedsstaaten dienen, nicht nur einem“, ergänzte er. (Übersetzung S.L.E.))

„Rückfall in die Nationalstaaterei“ – eine Folge schwerer politischer Fehler?

Am gleichen Tag äußerte auch der Chef der gerade ins spanische Parlament gewählten Partei Podemos, Pablo Iglesias, Kritik an der Dominanz der Bundesregierung in der EU. Für Podemos stehe Spaniens “Souveränität” an erster Stelle. Spanien werde nicht länger ein Anhängsel Deutschlands sein, sagte er. (19)

Podemos ist, wie man dazu sagen muss, aus einer Protestbewegung gegen die Austeritätspolitik der konservativen spanischen Regierung heraus entstanden und die Bundesregierung ist unbestritten einer der stärksten Befürworter dieser Politik auf europäischer Ebene.

An diesem Punkt sieht man, dass die in Angela Merkels Regierungserklärung im Bundestag ausgesprochene Warnung an die EU-Mitgliedstaaten, nicht in „Nationalstaaterei“ zurück zu verfallen (s. o.), zu mitunter nicht geringen Anteilen ein Protest und in der Konsequenz – wie der jüngste EU-Gipfel gezeigt hat – eben auch eine Blockadehaltung gegenüber den Lösungsvorstellungen der Bundesregierung ist.

Seit 2008 befindet sich die Europäische Union im Krisenmodus, stolpern die Staats- und Regierungschefs von einer Krise in die nächste. Die gefundenen „Kompromisse“ zur Bewältigung derselben überzeugen immer weniger und das sieht man, wie Renzi im Interview nüchtern und zutreffend feststellte, daran, dass diejenigen Regierungen, die dieser, von den deutschen favorisierten „Lösung“ (Sparpolitik ohne Wachstum) folgten, abgewählt wurden.

Verspielen die Deutschen gerade die Akzeptanz für ihre Führungsrolle in der EU?

Wenn man es so betrachtet, dann kann man den zu beobachtenden „Rückfall in die Nationalstaaterei“ auch als Konsequenz einer verfehlten europäischen Krisenpolitik sehen, einer Krisenpolitik, die von der Bundesregierung maßgeblich mitgeprägt worden ist.

Sicher, das ist eine stark vereinfachende Sicht der Dinge. Doch im Kern ist diese Kritik, die ohne weiteres auf die europäische Krisenpolitik insgesamt, also einschließlich Ukrainekrise und Flüchtlingskrise, ausgedehnt werden könnte, sehr ernst zu nehmen. Sind die Deutschen gerade dabei, ihre historisch wichtige Führungsrolle in der Europäischen Union und vor allem für die europäische Integration zu verspielen?

Es sieht so aus.

Eine vorhersehbare Konsequenz der Krisenpolitik: Weimarer Verhältnisse in Europa

Es ist keineswegs so, dass die Bundesregierung nicht hätte wissen können, wohin die von ihr favorisierte und auf europäischer Ebene forcierte Austeritätspolitik führen würde, wenn sie in immer mehr Mitgliedstaaten der Europäischen Union angewendet wird. In der Weimarer Republik führte diese, seinerzeit von Heinrich Brüning vorangetriebene Politik exakt zu den Folgen, die seit Jahren auch in Ländern wie Griechenland, Portugal oder eben Spanien zu beobachten sind. Nicht wenige haben vor Jahren schon davor gewarnt. (20)

Insofern war für die Bundesregierung vorhersehbar, was Matteo Renzi im Interview feststellte, nämlich dass diese Politik die jeweiligen politischen Systeme schwer erschüttern, umkrempeln oder sogar kollabieren lassen würde. Dies schließt, was zu betonen ist, die Erstarkung extremer rechter wie linker Kräfte in den politischen Systemen mit ein. Ist die Europäische Union auf dem besten Wege, sich gerade auch bedingt durch ihren krisenpolitischen Kurs politisch zu „radikalisieren“ – mit der letzten Konsequenz eines „Rückfalls in die Nationalstaaterei“ oder anders ausgedrückt der Selbstauflösung?

Die richtige politische Balance in der Europäischen Union wiederfinden

Es wäre falsch, die Bedeutung von Matteo Renzis´ Kritik an der Bundesregierung herunterzuspielen. Denn bedingt dadurch, dass der aktuelle krisenpolitische Kurs mehr und mehr Regierungen in der EU, die ihm folgen, aus dem Amt fegt, verlieren die Deutschen zunehmend Verbündete in Europa, die ihre politischen Vorstellungen mitzutragen bereit sind. Der letzte Gipfel hat das gezeigt. Mehr noch darf auch nicht vergessen werden, dass – aufgrund ihrer Erfahrungen aus zwei Weltkriegen – die Mitgliedstaaten der EU eines immer fürchteten und nicht zulassen wollten: ein starkes, dominantes Deutschland.

Doch genau das ist die Karte, die die Bundeskanzlerin in Europa spielt. Das ist die Wahrnehmung und es ist – auch und gerade gemessen an den realen Folgen des großen Einflusses auf europapolitische Entscheidungen – eindeutig keine positive Wahrnehmung. Wie berechtigt diese Wertung auch immer ist, sie existiert in mittlerweile vielen Regierungszentralen innerhalb der EU.

Renzis´ Kritik kann deswegen durchaus als Hinweis auf eine drohende Zeitenwende für das europäische Projekt angesehen werden. Innerhalb der Europäischen Union könnte die Überzeugung mehrheitsfähig werden, dass der Einfluss Deutschlands auf europäischer Ebene begrenzt werden muss, um zu guten Lösungen für Europas Krisen und für Europa gelangen zu können. Ob das ein Irrtum ist, wird sich erst herausstellen wenn es soweit ist. Zuvor einzulenken und einen neuen Ansatz für den Dialog zur Bewältigung der europäischen Probleme zu suchen, das wäre die Alternative – für die Bundesregierung.

Doch wie es scheint, wird die Bundesregierung es erneut darauf ankommen lassen. Im Falle der Handhabung der Griechenlandkrise und des Widerstands der Regierung von Alexis Tsipras hatte das noch funktioniert. Tsipras musste einlenken. Inzwischen aber sind der Bundesregierung weitere Verbündete verloren gegangen. Die neuen Regierungen in Polen, Portugal und Spanien werden den aktuellen europapolitischen Positionen der Bundesregierung höchst kritisch gegenüber stehen.

Das Mauern gegen die Deutschen hat spätestens auf dem letzten EU-Gipfel begonnen. Matteo Renzi weiß das – und andere werden auf diesen Zug aufspringen. Für die Bundeskanzlerin könnten im Europäischen Rat nun schwere Zeiten anbrechen. Das wäre ein Novum.

von Stefan L. Eichner
Kontakt: info.sle@web.de

 

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134 KommentareKommentieren

  • Gundermann - 24. Dezember 2015

    Was lese ich da:
    “dass die Bundeskanzlerin in einer einsamen Entscheidung in der Nacht vom 4. auf den 5. September die bedingungslose Grenzöffnung für eine unbegrenzte Zahl von Flüchtlingen verfügt hatte”?
    Habe ich die Verabschiedung neuer Ermächtigungsgesetze verpennt? Ist Deutschland seit Neuestem eine Präsidialdiktatur?

    • Uwe - 26. Dezember 2015

      Es ist die bekannte Irrlichterei. Das Problem der EU-Massenzuwanderung wurde bereits Juli 2001 verbindlich geregelt. Die geführten Diskussionen sind Scheingefechte. Einerseits sollen sie fälschlicherweise die Zerstrittenheit in der EU dokumentieren, um weitere Freiheiten einschränken und die Brüsseler Diktatur ausbauen zu können. Andererseits will Merkel einen ökonomisches Strohfeuer rechtzeitig zur Bundestagswahl entfachen.
      Die EU-Regelung besagt in Artikel 25 (2), daß der Flüchtling sich den Ort seines Verbleibes aussuchen darf. Als Ausgleich dazu sollen die übrigen Mitgliedsstaaten sich an den Kosten beteiligen. http://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=URISERV:l33124
      http://www.asyl.net/fileadmin/user_upload/gesetzetexte/EU-RL_voruebergehender_Schutz.pdf

      • SLE - 27. Dezember 2015

        Hallo Uwe,

        Danke, dass Sie das nochmal in aller Deutlichkeit hervorheben. Was man an diesem Beispiel vielleicht gut ablesen kann, ist, dass viele Regelungen auf EU-Ebene abgesegnet werden, die aber im Ernstfall, d.h. im Anwendungs- oder gar Krisenfall, nicht angewendet oder umgangen werden. War es nicht mit dem Stabilitätspakt genau so!? Deutschland und Frankreich waren, wenn ich mich nicht irre, seinerzeit die ersten, die ihn aushebelten. Als europäische Schuldenstaaten das in der Finanzkrise auch machten, gab es dann aber großes Geschrei. Und wie steht es mit dem vertraglich festgelegten Auftrag der EZB? Auch der wurde in der Krise maximal gedehnt oder eben – je nach Perspektive – überschritten (Aufkäufe von Staatsanleihen). Jetzt gibt es ähnliche Streiterein wegen der Auslegung der Verträge in bezug auf die Flüchtlingskrise.

        So wie ich dies alles interpretiere, ist das Kernproblem immer wieder, dass in der EU – wie es Matteo Renzi im FT-Interview jüngst speziell der Bundesregierung vorwarf – mit doppelten Standards gemessen und Politik betrieben wird. Vereinfacht und stark pointiert ausgedrückt könnte man vielleicht auch sagen, dass die EU gegenwärtig nichts anderes mehr als eine Art “Wilder Westen” ist, wo schlicht das Recht des (wirtschaftlich und finanziell) Stärkeren gilt.

        Das wirklich Erschütternde mit Blick auf die oben genannten Beispiele aber ist, dass offenbar schon die vertraglichen Festlegungen nach diesem Recht des Stärkeren erfolgten. Die Zustimmung von schwächeren Staaten wurde mit Zugeständnissen in anderen Bereichen oder schlicht mit Geld erkauft. Jetzt zeigt sich (speziell für die schwächeren Staaten) immer öfter, dass sie im Sinne spezifischer Interessen einzelner Staaten ausgelegt und auch – notfalls mit der Brechstange – durchgesetzt werden sollen. Bundeskanzlerin Merkel nennt das dann im Falle der Flüchtlingskrise “Solidarität”, im Falle der Griechenlandkrise nannte sie es “alternativlos”. Die lockere EZB-Politik wiederum ist ihr ein Dorn im Auge und bei der Nicht-Einhaltung der Stabilitätskriterien kommt es eben immer darauf an, wer sie nicht einhält.

        Man kann daraus durchaus einen wesentlichen Schluss ziehen: Der “Europäische Rat”, in dem die Staats- und Regierungschefs in vielen wichtigen Fragen an den Parlamenten vorbei weitreichende politische Entscheidungen für die gesamte EU treffen, ist eine höchst problematische EU-Institution. Alle Krisen, denen sich die EU seit 2008 stellen musste, wurden dort verhandelt und dort wurde letztlich auch der jeweilige krisenpolitische Kurs für die EU entschieden. Und ausnahmslos jede dieser krisenpolitischen Entscheidungen hat sich bis jetzt als höchst umstritten und vor allem auch als problematisch erwiesen.

        Viele Grüße
        SLE

        • Uwe - 27. Dezember 2015

          Bleibt nur noch anzumerken, daß die Regierung von ihrer Propagandamaischine in den MSM
          nach Kräften dazu unterstützt wird. In einem Heute-Beitrag wurde zuletzt ein “Polizeibeamter”
          mit einer falschen Aussage zur Drittlandregelung inszeniert. Lange wurde der Medinkonsument mittels Dublin III verwirrt, einer Vorschrift, die lediglich den Ort der Registrierung bestimmt. Demokratische Methoden können das nicht sein.

      • Ray - 28. Dezember 2015

        http://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=celex:32001L0055

        Artikel 5 besagt, dass der Massenzustrom zunächst einmal als solcher festgestellt werden muß – erst ab dann greift diese Regelung:
        “Artikel 5

        (1) Das Bestehen eines Massenzustroms von Vertriebenen wird durch einen Beschluss des Rates festgestellt. Dieser Beschluss ergeht mit qualifizierter Mehrheit auf Vorschlag der Kommission, die außerdem jeden Antrag eines Mitgliedstaats prüft, wonach sie dem Rat einen Vorschlag unterbreiten soll.

        (2) Der Vorschlag der Kommission enthält mindestens Folgendes:

        a) Beschreibung der spezifischen Personengruppen, denen vorübergehender Schutz gewährt wird;

        b) Zeitpunkt, zu dem der vorübergehende Schutz wirksam wird;

        c) eine Schätzung des Umfangs der Wanderbewegungen von Vertriebenen.”

        ==> im Gegensatz zum Stabilitätspakt/”Maastricht” gibt es kein Ereignis, welches die Regelung automatisch “triggert” z.B. irgendwelche absoluten oder relativen Flüchtlingszahlen.

        Und auch der Fall nationaler Alleingänge findet eine explizite Regelung:
        “Artikel 7

        (1) Die Mitgliedstaaten können den vorübergehenden Schutz gemäß dieser Richtlinie weiteren – von dem Beschluss des Rates nach Artikel 5 nicht erfassten – Gruppen von Vertriebenen gewähren, sofern sie aus den gleichen Gründen vertrieben wurden und aus demselben Herkunftsland oder derselben Herkunftsregion kommen. Die Mitgliedstaaten unterrichten davon umgehend den Rat und die Kommission.

        (2) Wird auf die Möglichkeit nach Absatz 1 zurückgegriffen, finden die Artikel 24, 25 und 26 keine Anwendung; dies gilt nicht für die strukturelle Unterstützung, die im Rahmen des mit der Entscheidung 2000/596/EG(9) errichteten Europäischen Flüchtlingsfonds nach den in jener Entscheidung festgelegten Bedingungen gewährt wird.”

        Für diesen nationalen Alleingang gilt dann logischerweise “finden die Artikel 24, 25 und 26 keine Anwendung;”

        Der “weiße Fleck” oben ist noch diese Entscheidung 2000/596/EG(9) bezüglich des “Europäischen Flüchtlingsfonds” Mehr dazu findet sich hier:
        http://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:32000D0596

        LaberlaberLäberkäs: “wie schwer ist denn dieser Fonds?” “Was wird finanziert, und bis zu welcher Höhe?”
        … anscheinend wurde 2014 nochmal draufgelegt:
        http://www.foerderdatenbank.de/Foerder-DB/Navigation/Foerderrecherche/suche.html?get=views;document&doc=2586

        “Budget
        Für die Durchführung des Programms stehen in den Jahren 2014 bis 2020 3,137 Mrd. EUR zu jeweiligen Preisen zur Verfügung.
        Davon sind 2,752 Mrd. EUR für die nationalen Programme der Mitgliedstaaten und 385 Mio. EUR für Unionsmaßnahmen, Soforthilfe, das Europäische Migrationsnetzwerk und technische Hilfe der Kommission vorgesehen.
        Das für Deutschland vorgesehene Budget für die Jahre 2014 bis 2020 beträgt rund 208 Mio. EUR.”

        haha.

  • JL - 24. Dezember 2015

    Die politische Vorstellung von Angela Merkel an den „Rest der Welt“ doch bitte nach Deutschland zu kommen um die Flüchtlinge oder deren „Trittbrettfahrer“ dann- quasi per Quote- innerhalb der EU zu verteilen, hat sich nicht erfüllt. Die meisten EU- Staaten schotten sich in dieser Frage zunehmend ab und wundern sich nur noch über diese Alleingänge der deutschen Kanzlerin, die dann eben mal schnell ganz Europa stemmen soll.

    Unverständnis zeigt man natürlich auch gegenüber der deutschen Seite, weil man fast schon Handstreichartig etwas von anderen einfordert, wohl wissend, daß diese anderen die Herausforderungen überhaupt nicht gewachsen sind. Es dürfte auch Frau Merkel schließlich nicht entgangen sein, daß Europa seit 2008 im Krisenmodus verblieben ist.
    So! Und was war/ ist dann der Sinn dieser „Übung“?

    Wenn einzelne Staaten bei der „Flüchtlingsbewältigung“ gnadenlos überfordert worden wären hatte man Brüssel um Hilfe gebeten- in welcher Form auch immer. Tatsächlich hat man eine zentrale Grenzschutzpolizei angeboten (Frontex), was andere Länder aber als Einmischung in ihre inneren Angelegenheiten jedoch brüsk ablehnten.

    http://www.wallstreet-online.de/nachricht/8213709-altmaier-erwartet-europaeische-grenzpolizei-in-absehbarer-zeit

    Die Flüchtlingskrise ist also nichts anderes als der Versuch Brüssels und Deutschlands die Hoheit über andere EU- Staaten auszubauen. Die EU- Länder haben dies begriffen und die Verlierer sind nun Deutschland und Brüssel selbst.

    Diese ganze Gemengelage innerhalb der europäischen Union wird sich sicher weiter zentralisieren, ob nach links oder rechts und Deutschland zusehends ins Abseits drängen. Spätestens wenn die nächste Rezession einschlägt wird man den Sinn der EU hinterfragen.

    Die eigentlichen Verlierer aber sind die wirklichen Flüchtlinge, sie waren und sind nur die Bauern im europäischen Schachspiel- wie wir übrigens auch, mitsamt dem deutschen Recht…

    Mit freundlichen Grüßen

    JL

  • Hartwig - 24. Dezember 2015

    Die BK ist erkennbar eigentümlich. Und zwar sehr eigentümlich. Wie kann es vereinbar sein, gemeinsam mit Russland eine Lösung für das Migrantenproblem anzugehen und gleichzeitig Sanktionen gegen dieses Land aufrechtzuerhalten und zu verlängern, das ja im Kampf gegen den IS jetzt unser Partner sein soll?

    Eine Aufhebung der Sanktionen käme der Wirtschaft zugute und man will ja die Verhältnisse in den Fluchtländern verbessern. Wie geht das jetzt zusammen?

    Am 25. September 2015 hat Frau Merkel vor der UN-Vollversammlung gefordert, die Ursachen für die Migrationskatastrophe müssen bekämpft werden. Die gleiche Frau, die die Migrations-katastrophe in Deutschland auslöste. Die gleiche Frau, die von Europa dann fordert, die Migranten zu übernehmen. Die gleiche Frau, die das EU Recht brach und die Einwanderer hereinließ, will diese illegalen Einwanderer allen anderen Völkern schenken und steht dann vor der UN und fordert ein Eindämmen der Migration?

    Hä?
    Da geht nichts zusammen und das ist völlig durcheinander. Politisch dement ist die BK allerdings total: sie erkannte, das sie von Poroschenko in Sachen Minsk 2 belogen wurde. Gleichwohl bedurfte es Frankreichs Einfluß, um Poroschenko zu vermitteln, dass man dieses Verhalten ablehnt. Sieh an: Poroschenko siedelt sein Firmenimperium seitdem um und zahlt keine Steuern mehr in der Ukraine. Ganz, ganz komisch und die Haltung des IMF zu Pleitestaaten ist das ein, aber zu korrupten Staaten ist sie dann doch anders.

    Merkel versteht auch nichts von der EU Geldpolitik. Denn es gibt ein Vielfaches mehr Geld, als für den Handel in der Welt erforderlich wäre: nur in Griechenland, da sollte es doch bitte nicht landen. nun haben wir in Griechenland Prostitution unterhalb des Mindestlohns in Deutschland. Als Folge der Befreiung Griechenlands von bürokratischen Zwängen.

    Das verstehe, wer will, aber vermittelbar ist diese alternativlose Haltung der Merkel einem breiteren Publikum nicht mehr. Diese Kanzlerin muss weg und der März 2016 wird für Merkel ein weiterer Doomsday. Dann zieht die verhaßte AfD mit zweistelligem Ergebnis in Stuttgart in den Landtag, während der Hirntote Sekundarstufe I (?) Lehrer Kretschmar weiter das Land steuern wird.

    Es wird danach ein fröhliches Hallallie sein überall: wer räumt Merkel ab und “bewegt” diese politische Sklerose zum Rücktritt?

  • Georg Trappe - 24. Dezember 2015

    “That is, they viewed incompleteness not as a bug but as a feature, as it would lead to a closer union down the road. This strategy was explicitly explained by one of Monnet’s collaborators (Ball 1994, p. 10):

    “There was a well-conceived method in this apparent madness. All of us working with Jean Monnet well understood how irrational it was to carve a limited economic sector out of the jurisdiction of national governments and subject that sector to the sovereign control of supranational institutions. Yet, with his usual perspicacity, Monnet recognised that the very irrationality of this scheme might provide the pressure to achieve exactly what he wanted – the triggering of a chain reaction. The awkwardness and complexity resulting from the singling out of coal and steel would drive member governments to accept the idea of pooling other production as well.” ”

    http://www.voxeu.org/article/monnet-s-chain-reaction-and-future-europe

    Ich denke Frau Merkel ist eine sehr listige Politikerin. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass es ihr immer wieder sehr gut gelingt ihre “Gegner” dazu zu bewegen, fuer sie das zu tun, was sie alleine nie schaffen wuerde. Zwei Beispiele:
    1.) Waehrend der anfaenglichen Eskalation der Griechenlandkrise stellt sie sich vor das deutsche Parlament und sagt in aller Oeffentlichkeit, dass man in Europa Staaten auch Pleite gehen lassen kann. Das rief natuerlich alle auf den Plan denen klar war, was passiert wenn sich eine solche Prophezeiung verselbstaendigt und zur Wahrheit wird. Und die haben dann brav das gemacht, was gewollt war und Frau Merkel alleine nie moeglich gewesen waere. Es wurde gerettet was das Zeug haelt. Und Griechenland hat man da wo man es haben will. Sogar eine linke Regierung fuegt sich in die “Sachzwaenge”.
    2.) Stellen Sie sich vor was passiert waere, wenn Frau Merkel gesagt haette, wir machen die Grenzen dicht. So aber erledigen die “boesen Buben am rechten Rand” die Arbeit fuer sie. Zaeune sind gebaut. Die Verhaeltnisse in den Lagern sind abschreckend und verheerend. Die Fluechtlinge gehen teilweise aufeinander los. Und Frau Merkel wird ganz abgeklaert eine Weihnachtsansprache halten, die Mutter Theresa wie eine hartherzige und geizige Ausbeuterin aussehen lassen wird.

    Besser kann man es kaum machen.

    Und um die Anhebung von Mindestloehnen oder anderer Sozialstandards aka Wettbewerbsfaehigkeit der deutschen Wirtschaft braucht sich auch keiner Sorgen mehr zu machen. Eine Million neuer Argumente, die sich bereitwilligst in den deutschen Arbeitsmarkt integrieren wollen, sind auch schon da.

    Die politischen Schaukaempfe mit den Kollegen anderer Nationen koennen darueber, dass Europa erst durch schwere Krisen formbar (im Sinne der profitierenden 1%) wird, nicht hinweg taueschen. Das ist Theaterdonner wie er zu jeder guten Inszenierung dazu gehoert. Am Ende regiert der finanzielle Sachzwang / der Kassenwart.

    Viele Gruesse

    Georg Trappe

    • Hartwig - 24. Dezember 2015

      Zu 1) vergaß ich ohnehin noch hinzuzufügen:

      http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/kommentar-wie-unabhaengig-ist-die-ezb-noch-13979479.html

      Dort nachlesbar, dass die nationalen Notenbanken Geld drucken, dass es nur so kracht. Mit und ohne Kenntnis der EZB, und wir reden insgesamt von ca. 1.700 Mrd. Die Griechen haben nur das Problem, dass sie auffallen.

      Ihre Ansicht zu 1) ist vollumfänglich ein Wunsch Man soll eben nicht auffallen wie die Griechen und es unter dem Radarschirm treiben, sonst droht das Protektorat. Und siehe: selbst das ist nicht gelungen. Ihre Ansicht , wie unter 1) geäußert ist blühende Phantasie.

      Merkel verbittet sich heute noch jede Kritik an Ihrer Ukraine Politik. Genau wie Irak. Dabei handelt es sich um echte Kriegsverbrechen und dafür gehört die BK in ein Gericht.

      Zu 2). Die Vorstellung, Merkel würde einfach mal den Anweisungen aus Washington nicht Folge leisten sind in wenigen Details Wirklichkeit. Bei der Errichtung von Chaos in der EU,die unter das Joch von TTIP genommen werden soll ( Sie erinnern sich, dort ist ein § der die Gesetzgebung auf NGOs verlagert), spielt die ethnische Durchmischung eine wirkungsstarke Rolle, die man ausprobieren kann. Und das tut man.

      Frau Merkel ist nicht listig. Auch nicht lustig. Die ist kognitiv dissonant. Sie muss das sein, weil sie massenhaft (systematisch und absichtlich der USA Folge leistend ) haarsträubende Fehler gemacht hat.
      Merkel ist genau der Elefant im Porzellanladen, der den Völkern Europas keinen Nutzen bringt. Sie ist hörig Transatlantikerin und sonst ohne Strategie. Das war so in der UDSSR, wo die Politik aus der fernen Zentrale kam und das führt sie hier fort. Und ja, Deutschland ist unter ihrer Dekade richtig heftig in den Schuldenschlamassel geraten. Alleine über die Nominierung der Währung tut man so, dass der Schuldenberg in % sinkt. Lächerlich. Zinsen 1% hoch und es hagelt Schuldzinsvolumen, dass so mancher politischer Traum zerspringt.

      • Georg Trappe - 25. Dezember 2015

        Hallo Hartwig,

        vielen Dank fuer den Link auf den Kommentar in der FAZ. Vom einem der Herausgeber und dem Leiter des Wirtschaftsresort persoenlich. Der ehemalige Investmentbanker H. Steltzner hilft Ihnen und anderen Lesern also das schaendliche Treiben der EZB und der Staaten besser zu verstehen. Dabei schreckt er auch nicht davor zurueck den kluegsten Professor Deutschlands H.W. Sinn zu zitieren.
        Grossartig!
        Was vollkommen unerwaehnt bleibt, ist die Kapazitaet der privaten Geschaeftsbanken zur Geldschoepfung, Und die war und ist es, was die Krise(n) ausloest und die Staaten und die Zentralbanken letztendlich zwingt so zu handeln wie sie handeln, wenn nicht das ganze Finanzsystem mit verheerenden Folgen zusammenbrechen soll.
        Und das ist interessant. Denn wenn sich ein ehemaliger Investmentbanker, der nun Herausgeber der FAZ ist, etwas auslaesst, was ganz wesentlich zum Verstaendnis der Zusammenhaenge notwendig ist und gleichzeitig auf die Institutionen EZB und Staat einpruegelt.
        Warum “hilft” er Ihnen und anderen Lesern auf diese merkwuerdige Art und Weise?
        -
        Es gibt einen anderen Professor, der zwar nicht wie H.W. Sinn von der BILD Zeitung zum kluegsten Proffessor Deutschlands gekuert wurde, der aber als Professor of International Banking an der Universität Southampton in England durchaus auch als Fachmann gelten kann.
        https://de.wikipedia.org/wiki/Richard_A._Werner
        Und der hat kuerzlich einen hochinteressanten Aufsatz veroeffentlicht, der die Luecke, die H.W. Sinn und H. Steltzner lassen, beleuchtet und fuellt.
        http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1057521915001477
        Die Bank of England vertritt uebrigens den gleichen Standpunkt:
        http://www.bankofengland.co.uk/publications/Pages/quarterlybulletin/2014/qb14q1.aspx
        Und wenn man die Schriften der Bundesbank sorgfaeltig liest, findet man auch dort, wenn auch fuer den Laien etwas verschluesselt, die Aussage, dass Geschaeftsbanken Geld schoepfen koennen und dabei an fast nichts gebunden sind.
        Wird fortgesetzt…

      • Georg Trappe - 25. Dezember 2015

        Warum ist es also Teufelswerk, wenn man Sinn und Steltzner folgt, wenn Zentralbanken und Staaten Geld schoepfen, um das Finanzsystem zu retten und den Zusammenbruch von Geschaeftsbanken (too big to fail) abzuwenden? Und warum ist es kein Teufelswerk wenn Geschaeftsbanken wie die Irren Geld schoepfen und damit Dotcom Blasen, Immobilienblasen usw. usf aufpumpen und dann explodieren lassen? Wissen Steltzner (ehemaliger Investmentbanker) und Sinn das nicht, oder wollen die bei Ihnen und den Lesern Stimmung machen / Verwirrung stiften?
        Merkwuerdig, oder?
        -
        Und nun zu meinen Phantasien bezueglich Frau Merkel. Es kann ja sein, das mein Sarkasmus der Klarheit und Verstaendlichkeit meiner Aussagen im Wege steht. Aber ich habe mit keinem Wort bestritten, dass Merkel eine Transatlantikerin ist, die die Interessen und Vorstellungen derjenigen, die in Deutschland aufs engste mit der US Plutokratie verbunden sind, zur Richtschnur ihrer Politik macht. Dafuer hat sie sogar schon die Freiheitsmedaille, die hoechste zivile Auszeichnung der USA, bekommen.
        http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/obama-ehrt-merkel-mit-freiheitsmedaille-stimme-fuer-menschenrechte-weltweit-1656383.html
        Und das 2011, also nachdem sie die von Goldman Sachs in Griechenland installierte Sollbruchstelle so gehandhabt hat, wie ich es oben skizziert habe.
        Ja und in der Ukrainepolitik vertritt sie, wie in der Fluechtlingsfrage auch, die Vorstellungen und Interessen derjenigen, die in Deutschland gute Beziehungen zu den US Plutokraten gepflegt sehen wollen. Sowie die saudischen Scheichs ihr Oel an die USA abliefern und dafuer US$ und die Sicherung ihrer Macht erhalten, so liefern die deutschen Scheichs die Ergebnisse deutscher Arbeit an die USA und erhalten dafuer monetaere Ueberschuesse und die Sicherung ihrer Machtposition.
        Und wenn da einige deutsche Scheichs auf den Gedanken kommen, anstatt gruen bedruckter Zettel und Wall Street Magie koennte man fuer die deutschen Exporte doch in Russland dafuer Energie und Rohstoffe bekommen, dann wird ein Keil (Ukraine) getrieben, der das unmoeglich macht. Und wenn sich in Europa ein Indutriekonsortium bildet, dass sich im grossen Stil von fossilen Energietraegern unabhaengig machen will, indem man in Nordafrika Sonnenstrom erzeugen will, dann ruft der CIA in Nordafrika mal kurz den Fruehling aus.
        Und in Syrien ist der Schnittpunkt zweier geplanter Pipelines, der Iran-Irak-Syrien-Pipeline
        https://en.wikipedia.org/wiki/Iran-Iraq-Syria_pipeline
        und der Katar-Türkei-Pipeline
        https://en.wikipedia.org/wiki/Qatar-Turkey_pipeline

        Syrien ist also der Dreh- und Angelpunkt der Konkurrenz zwischen einem sunnitischen Erdgasprojekt, das die Abhängigkeit Europas von Russland weg hin zu Verbündeten der USA verschieben würde und einem schiitischen Erdgasprojekt, das die Abhängigkeit Europas von Russland und seinen Verbündeten erhöhen würde.
        Noch Fragen?

        Und der Beitritt der Tuerkei zur EU ist schon lange eine Forderung der USA (2009).
        http://www.welt.de/politik/article3507106/Obama-dringt-auf-EU-Mitgliedschaft-der-Tuerkei.html
        Das ist der mehrheit in Deutschland aber nicht ohne weiteres zu verkaufen. Um das durch zu kriegen ohne bei den naechsten Wahlen massiv abgestraft zu werden, bedarf es einer “Krise”.
        Und die haben wir jetzt. Und dann sieht auch jeder sofort ein, dass es “besser” ist, die Tuerkei “im Boot” zu haben.

        http://www.spiegel.de/politik/ausland/tuerkei-eu-kommission-will-verhandlungen-ueber-beitritt-beschleunigen-a-1059334.html

        Also ich finde die Kanzlerin macht das im Sinne der USA und der deutschen Scheichs ganz hervor ragend. Nahezu perfekt. Und wenn sie aus innenpolitischen Gruenden mal zoegert, dann hilft der grosse transatlantische Bruder gerne nach.
        -
        JL hatte mal auf einen Artikel verwiesen, in dem ein gewisser Thomas P.M. Barnett erwaehnt wurde.
        Was dem so vorschwebt, sollten Sie sich mal rein ziehen. Dann wird klar woher der Wind weht, in dem nicht nur Frau Merkel flattert.

        • Thorsten Eckau - 26. Dezember 2015

          Hallo Georg und frohes Weihnachten (natürlich auch allen anderen),

          bist Du hier nicht etwas weit über das Ziel hinaus geschossen, oder sehe ich eine Offenkundigkeit nicht, warum die USA das scheren sollte?

          “Und wenn sich in Europa ein Indutriekonsortium bildet, dass sich im grossen Stil von fossilen Energietraegern unabhaengig machen will, indem man in Nordafrika Sonnenstrom erzeugen will, dann ruft der CIA in Nordafrika mal kurz den Fruehling aus.”

          • Georg Trappe - 27. Dezember 2015

            Hallo Thorsten,

            ich hoffe Du hast die Weihnachtstage auch gut ueberstanden ;-).
            Ja, ich schiesse manchmal ueber das Ziel hinaus. Und die Herstellung einer Verbindung von DESERTEC und arabischem Fuehling gehoert vielleicht in diese Kategorie. Aber wenn ich vor dem Sommer 2013 den Verdacht geaeussert haette, das die USA den weltweiten Internetverkehr abhoeren, waere ich wohl auch ueber das Ziel hinaus geschossen.
            -
            Das Projekt Europa, um das es hier ja geht, ist etwas, was zutiefst mit amerikanischen Interessen in Verbindung steht. Und die Rolle Deutschlands in diesem Projekt ist von einer gewissen Bedeutung in diesem Projekt. Man kann sogar vordergruendig den Schluss ziehen, das Deutschland mit den zwei Weltkriegen die Krisen geliefert hat, die dieses Projekt in Gang gesetzt und mental erst moeglich gemacht haben. Wenn man nun davon ausgeht, dass die Harmonie zwischen den deutschen und europaeischen 1% und den US 1% nicht grenzenlos ist, sondern immer dann an Grenzen stoesst, wenn grundlegende Abhaengigkeiten = Machtverhaeltnisse beruehrt sind, dann muss man sich nur auf die Suche nach den Grundlagen von Macht machen, um die Stellen zu finden, wo es regelmaessig knirscht. Und der Besitz von bzw. die Kontrolle ueber signifikante Energiequellen ist eine Machtbasis. Sowie Geld, das jeder benoetigt, der am Wirtschaftsleben teilhaben moechte, auch. Die Kontrolle ueber Energie- und Rohstoffquellen ist mindestens so bedeutsam, wie die Kontrolle ueber Geldquellen = Banken. Mit der Geldquelle steuer ich die Richtung, in die menschliche Arbeit fliesst (H. Schacht Aufruestung z. WK2 und Krieg oder nach dem 2.WK in den Aufbau einer Konsumgesellschaft nach amerikanischem Vorbild) und Energie liefert den technologischen Hebel mit dem die Produktivitaet menschlicher Arbeit potenziert wird. Im Grunde benennt Thomas P.M. Barnett die existenziellen Machtbasen mit seinen “Flows”.

            1. Menschen = menschliche Arbeit
            2. Nahrung = Existenzgrundlage der Menschen
            3. Energie/Rohstoffe=Hebel der Produktivitaet
            4. Geld/Kapital = Richtungssteuerung
            5. “Security” = Gewalt/Militaer = Umgang mit widerstrebenden Kraeften / anderen Gestaltungsvorstellungen

            Wenn nun durch eine “Betriebsunfall” die Weltleitwaehrung, also das Geld, das jeder benoetigt, der am Welthandel teilhaben will und das nur von US Banken bzw. der US Zentralbank geschoepft werden kann, in Frage gestellt ist, dann muessen potentielle Substitute wie der Euro in die Schranken verwiesen werden. Am besten per US Ratingagenturen, die reihenweise europaeische Staatsanleihen zerschiessen. Wenn dann einer auf die Idee kommt europaeische Ratingagenturen zu etablieren, dann ruft man Roland Berger:
            http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/europaeische-ratingagentur-roland-berger-findet-doch-geldgeber/6560926.html
            http://www.finance-magazin.de/maerkte-wirtschaft/kapitalmarkt/europaeische-ratingagentur-gescheitert-1256861/
            Und wenn sich ein schwergewichtiges Industriekonsortium unter deutscher Leitung auf den Weg macht im “Core Gap” Nordafrika im grossen Stil alternative Energieerzeugung fuer Europa aufzubauen, dann bricht nicht nur dort der Fruehling aus, sondern man verabschiedet sich Zug um Zug ganz leise von der Idee und ruft wen?
            Roland Berger!
            http://www.ovb-online.de/wirtschaft/roland-berger-soll-desertec-traum-retten-5040159.html
            Wetten, das der wiedereinmal feststellen wird, das es am Geld = dem Kassenwart scheitert.
            http://www.rolandberger.de/medien/news/2013-02-07-rbsc-news-Brueckenbauer_zwischen_den_Kontinenten.html
            -
            By the way. Ich halte ein Projekt wie DESERTEC fuer ein klassisches Fettaugenprojekt. Es waere viel sinnvoller die Hartz 4 Mittel ein paar jahre dafuer einzusetzen jeder H4ler ein paar Photovoltaikpanel zu kaufen, so dass diese vom Erloes aus der daraus resultierenden Stromproduktion ihren Lebensunterhalt bestreiten koennen. Aber das ist sicherlich auch ueber das Ziel hinaus geschossen;-).
            Wird fortgesetzt….

            • Georg Trappe - 27. Dezember 2015

              Barnett laesst interessanterweise in seinen Betrachtungen, soweit ich sie bisher gesichtet habe, den “Information Flow” aus. Liegt vielleicht daran, dass man indem Fall sehr schnell darauf kommen wuerde, was er bzw. die USA unter einem “freien Fluss” verstehen.

              Meine Fortsetzung des obigen Kommentars wartet uebrigens auf Freischaltung. Wahrscheinlich wegen zuvieler Links.

              Danke

              Georg

            • Georg Trappe - 27. Dezember 2015

              Und hier noch ein Indiz in die Richtung USA als formende Kraft beim Projekt Europa ( R. Werner auf Twitter):
              “European unification a US project. See Miroslav Jovanovich, The Economics of European Integration, Edward Elgar”
              https://pbs.twimg.com/media/CKEcgPwW8AQcOdq.png

            • SLE - 27. Dezember 2015

              Hallo Herr Trappe,

              ja, DESERTEC war definitiv “klassische” (Förderung der “National Champions”) Industriepolitik und damit ein Fettaugenprojekt (betont sei an dieser Stelle, dass Industriepolitik nicht grundsätzlich auf “National Champions” ausgerichtet sein muss). Dasselbe gilt in Deutschland etwa auch für die “Nationale Plattform für Elektromobilität”. Und um den Bogen zum Aufsatz oben zu schlagen: Dasselbe gilt auch für das auf dem Gipfel höchst umstrittene Projekt “Nord Stream 2″.

              Es ist kein Problem, noch jede Meneg weitere Beispiele zu finden. Die Crux aber ist, dass genau diese “klassische” Industriepolitik allen krisenpolitischen Entscheidungen auf europäischer Ebene zugrunde liegt – etwa bei der Bankenrettung oder auch bei der “Rettung” von Griechenland. Man kann auch noch einen Schritt weiter gehen. Die Krise der EU, die die EU zunehmend zu spalten droht, ist, bedingt durch die hohe Unternehmenskonzentration und vor allem die regionale Konzentration der Konzerne, ganz wesentlich eine Folge dieser “klassischen” Industriepolitik. Denn die wirtschaftlich starken Staaten sind ja gerade jene, in denen die “Natinal Champions” sitzen. Wenn also die europäische Krisenpolitik eine deutsche Handschrift trägt, dann hängt das sehr stark genau damit, d.h. mit unseren “National Champions” zusammen.

              Es ist aus meiner Sicht nicht unbedingt notwendig, die US-Fokussierung der aktuellen Bundesregierung in allen Facetten zu beleuchten und nachzuweisen, um die Krise der EU erklären zu können. Sie existiert – jedenfalls bei der Union und der Bundeskanzlerin, keine Frage. Die Politik und speziell die europapolitische Linie letzterer erklärt sich möglicherweise aber auch durch ihr Ziel, auf internationaler Ebene als auf einer Augenhöhe mit den USA stehend wahrgenommen werden zu wollen. Ich erinnere i.d.Z. an ihren Besuch bei Obama in der Hochphase der Ukrainekrise, in der Obama sie im Rosengarten als “seine beste Freundin” bezeichnet hatte (siehe dazu: http://www.querschuesse.de/us-reise-der-bundeskanzlerin-gespraech-auf-augenhoehe-oder-kniefall-von-washington/).

              Man kann über die Interpretation dessen, was die Bundeskanzlerin da eigentlich tut und was sie damit vor allem erreichen will, trefflich streiten. Aber die spezifische Ausprägung, die die europäische Krisenpolitik durch die US-Fokussierung der Bundesregierung erhält, halte ich nicht für das zentrale Problem der Krise der EU. Das ist ein nachgelagertes Problem. Zentral ist viel eher, dass sie im und vor allem über den Europäischen Rat die Möglichkeit hat, deutsche Interessen in der Weise durchzusetzen wie wir und der Rest von Europa es seit Jahren erleben.

              Viele Grüße
              SLE

              • Georg Trappe - 28. Dezember 2015

                Hallo Herr Dr. Eichner,

                ich denke man kann den Kuchen schneiden wie man will, das Problem ist und bleibt das gleiche. Ob man nun eine globale Betrachtung anstellt, sich auf Europa beschraenkt oder nur Deutschland, Bayern oder die Stadt Muenchen untersucht. Das Problem ist skaleninvariant. Wirtschaftliche Entwicklung, so betrieben, wie es die vorherrschende Lehrmeinung vorgibt, wird von Konzentrationsprozessen begleitet und das auf allen Ebenen (Individuen, Firmen, Konzerne, Volkswirtschaften). Wenn man Volkswirtschaften so betreibt wie Firmen, also Umsatz- = BIP-Maximierung und Gewinn=monetaere Ueberschuesse, zum Ziel erklaert und damit Stuetzels volkswirtschaftliche Saldenmechanik und die gesetzlichen Vorgaben eines deutschen Stabilitaetsgesetzes (aussenwirtschaftliches Gleichgewicht) missachtet, dann geschieht auf volkswirtschaftlicher Ebene das selbe wie in den Volkswirtschaften bei Firmen und Individuen. Und dann kann es auch kein auf gleicher Augenhoehe geben. Dann gibt es ein Ranking, wo der der das Ziel am besten erreicht hat oben steht und der das Ziel am weitesten verfehlt hat, das Schlusslicht bildet. Und da verstricken sich die Betreiber in unaufloesliche Widersprueche. Sie koennen nicht China fuer den Kapitalismus oeffnen und dann ueberrascht sein das ein 1,3 Mrd. Menschen ausmachende Volkswirtschaft eine 300 Millionen Volkswirtschaft ueberundet. Sie koennen auch keine vereinigten Staaten von Europa mit einer gemeinsamen Waehrung bilden wollen und dann ueberascht sein, wenn diese Waehrung nach einem “Betriebsunfall”, wie wir ihn 2007/2008 gesehen haben, zum potentiellen Ersatz fuer die bisherige Leitwaehrung wird. Sie koennen auch nicht ueberrascht sein, dass wenn sich die Konzentrationsprozesse endlos fortsetzen, die Dinge instabil werden. Denn die Quadratur des Kreises gibt es nicht. Zumindest solange nicht, wie man nicht verstanden hat oder nicht verstehen will, was ursaechlich fuer die Konzentrationsprozesse ist. Es ist teuflischerweise das gleiche Verhalten, das das allseits heissbegehrte Wachstum ausloest. Und wenn man das verstanden hat, sieht man, dass die Herstellung der Quadratur des Kreises eine Optimierungsaufgabe ist, die nicht selbstreguliert vom Himmel faellt sondern vernueftige Einsicht und daraus folgende Handlungen erfordert.
                Soweit ich das sehen kann, glaubt man aber lieber an das Gottesgnadentum freier selbstregulierender Maerkte und die allen ueberlegene Intelligenz in den zunehmend zentralen Planungsbueros des Kapitalismus aka Banken too big to fail.
                Und dieser Glaube herrscht in Muenchen, in Bayern, in Deutschland, in Europa und in der ueberwiegenden Zahl der Koepfe auf diesem Planteten. Und wenn nicht daran geglaubt wird, fehlt doch meistens das Verstaendnis oder die Bereitschaft zum Verstaendnis, das stochastisch multipikative Prozesse (wie das Investieren und staendige Reinvetieren mit streuenden Erfolgen ueber Zeit und Population) endlos betrieben, rechtsschiefe Ergebnis Verteilungen erzeugen, die skaleninvariant das Fettaugensyndrom mit seinen verheerenden Auswirkungen hervorbringen. Und das obwohl diese Auswirkungen ueberall und vollkommen unabhaengig wie man den Kuchen schneidet zu beobachten sind. Was soll man davon halten? Ich kann da nur zu dem Schluss kommen, das es so von sehr maechtigen Interessen gewollt ist. Und die Bundeskanzlerin fuegt sich diesen Interessen in einem ganz besonderen Masse und auf eine besonders interessante Art und Weise. Und sie setzt damit eine lange Reihe, man kann schon von einer Tradition sprechen, von aehnlich interessanten Kanzlerschaften fort. Und diese Reihe beginnt nicht erst mit Andenauer. Obwohl es wohl er war, der als einer der ersten in Deutschland von den Vereinigten Staaten von Europa als Vision geredet hat. Im Maerz 1946:

                “Dann muss meines Erachtens das Problem der Vereinigten Staaten von Europa unter Einschluss Deutschlands von den Vereinten Nationen in Angriff genommen werden. Die Vereinigten Staaten von Europa sind die beste, sicherste und dauerhafteste Sicherung der westlichen Nachbarn Deutschlands. Bis zur Begründung der Vereinigten Staaten von Europa lassen sich für diese Nachbarn ohne Zerstückelung Deutschlands völlig genügende Sicherungen treffen: kein Reich mehr unter preußischer Führung, kein zentralistisches Reich. Der Militarismus ist tot, wirtschaftliche Befriedigung und Beruhigung Deutschlands, Unterstützung des Prinzips der Demokratie und der Völkerverständigung in Deutschland, Verflechtung der wirtschaftlichen Interessen Deutschlands und seiner westlichen Nachbarn einschließlich derjenigen Englands.”

                http://www.konrad-adenauer.de/dokumente/reden/uni-koln

                Viele Gruesse und einen guten Start ins neue Jahr wuenscht

                Georg Trappe

                P.S.: In der lesenswerten Adenauerrede sind noch eine ganze Reihe andere interessante Passagen enthalten ;-).

                • SLE - 28. Dezember 2015

                  Hallo Herr Trappe,

                  wir beide wissen schon lange, dass wir – aus unterschiedlichen Richtungen – zu denselben Resultaten bei der Analyse der Ursachen der Krise seit 2007/2008 kommen. Anders als ich haben Sie allerdings immer auch schon sehr stark das Geldsystem im Blick. Angesichts der Kommentare hier zu dieser Facette des Krisenproblems und der Frage seiner Überwindung möchte ich nur noch einmal explizit darauf hinweisen, dass eine Korrektur des Geldsystems alleine nicht ausreichen wird. Denn nicht nur dieses steht auf der Grundlage des fehlerhaften (liberal-neoklassischen) Ansatzes, sondern unser gesamtes westliches Wirtschaftssystem. Die Konzentrationsprozesse auf allen von Ihnen angesprochenen Ebenen – wir sind uns da vollkommen einig – sind eine Folge der Orientierung an dieser Lehre von den selbstregulierenden Märkten. Und die Entgleisung dieser zum Raubtierkapitalismus, eine Konsequenz der Konzentration (Oligopolisierung), die Entstehung und die weitere Vergrößerung von Ungleichgewichten hätte nach dieser Lehre gar nicht geschehen dürfen. Nun wird sie von den Befürwortern dieses Ansatzes und vor allem auch aus Gründen der Besitzstandwahrung oder anders ausgedrückt der Wahrung des Status Quo nach besten Kräften ignoriert.

                  Vielleicht u.a. auch, weil diese Persönlichkeiten es selbst nicht besser wissen – Frau Merkel hat ihre wirtschaftspolitischen Grundkenntnisse von McKinsey, wenn ich mich nicht irre – und weil alle liberal-konservativen Parteien ideologisch so eng mit dieser Lehre verbunden sind, dass das grundsätzlich Infragstellen derselben die Parteien in eine tiefe Identitätskrise stürzen würde. Angela Merkel hat diese u.a. in Griechenland angewandte Politik deswegen als “alternativlos” bezeichnet und damit die tatsächlichen Folgen der liberalen Austeritätspolitik vollkommen ausgeblendet.

                  Wichtig ist aber mit Blick auf die Folgen der an der liberal-neoklassischen Lehre orientierten Wirtschaftspolitik, dass diese eben auch die Probleme unseres Geldsystems massiv verstärkt haben (Stichworte: Unternehmenskonzentration, Too big to fail, Geldschöpfung der Banken). Mit anderen Worten ist das Geldsystem vor allem aufgrund der Unternehmenskonzentrationsprozesse und der auf die Oligopolisten fokussierte Wirtschafts- und Geldpolitik so problematisch und krisenanfällig geworden.

                  Man wird die Ursachen der Krise m.E. also nicht alleine durch eine Veränderung unseres Geldsystems wirksam adressieren können. Ich denke aber, auch in diesem Punkt sind wir uns wohl einig.

                  Viele Grüße
                  SLE

                  • Georg Trappe - 28. Dezember 2015

                    Vollkommen einig. Die Vorstellung, eine Korrektur des Geldsystems alleine koennte aus diesem Desaster heraus fuehren, ist meiner Meinung nach mehr als naiv. Wenn das so waere, dann wuerde uns dieses Problem nicht seit Jahrtausenden begleiten und immer wieder Kriege und katastrophale Zusammenbrueche hervor rufen.
                    Ich sehe die Ursache in einem tief verwurzelten Verhalten, welches auf der einen Seite exestentiell ist und auf der anderen Seite (unverstandenerweise?) das hervorbringt, was ich salopp Fettaugensyndrom getauft habe.
                    Menschen muessen ihrer Umgebung etwas abringen, um zu existieren. Und zwar mehr als sie bei dem Prozess des Abringens/Aneignens verbrauchen. Das sind mindestens 2500 kcal pro Tag. Wenn das nicht gelingt verhungern sie. D.h. Menschen investieren ihre Arbeitskraft in einen Aneignungsprozess, der ueberlebensnotwendig ist. Die Lehre, die dabei aus dieser existentiellen Erfahrung / Notwendigkeit von Menschen gezogen wurde ist, die Reinvestition von Ueberschuessen (an Nahrung/Kleidung/Behausung/usw. usf.) ermoeglicht die Entwicklung erhoehter Ausbeute/Produktivitaet beim Aneignungsprozess und damit eine Akkumulation an Guetern, die mich nicht nur auf die sichere Seite bringen in Bezug auf Duerren, Unwetter/Kaelte etc. sondern auch noch den sozialen Status in der Gruppe erhoehen. Gleichzeitig wird gelernt, das der Investitions-/Aneignungsprozess sich nicht nur auf Umwelt beziehen kann, sondern auf die Arbeitsergebnisse von Mitmenschen. Wenn ich also meine Ueberschuesse z.B. an Nahrung in Mitmenschen investiere und dafuer von diesen eine spaetere Abtretung von Teilen ihrer Arbeitsergebnisse verlange, kann das aeusserst gewinnbringend sein. Zumal sich in einer so organisierten Kooperation Dinge bewaeltigen lassen, die jeder fuer sich niemals bewaeltigen koennte. Und schon ist das Erfolgsrezept der wirtschaftenden Menschheit erfunden. Das Dumme ist nur, wenn jeder so agiert und die Erfolge dabei ueber Zeit und Population streuen, entstehen rechtschiefe Verteilungen dessen, auf was sich das Investieren/Aneignen bezieht. Und damit ist das Fettaugensyndrom sofort auch erfunden. Das ist der klassische Falle eines Systems, das durch einen Energiestrom angetrieben, immer mehr aus dem Gleichgewicht getrieben wird und dabei Strukturen und Ordnungen entwickelt, also Entropie lokal senkt, was gleichewichtsnahe System, die von sich aus auf Gleichgewichte zustreben nicht tun. Und das ist so offensichtlich, das es einen sofort anspringt und man sich kopfschuettelnd fragt, wie trotz Pareto und Gibrat (law of proportionate effect) die sog. Wirtschaftswissenschaft einem General Equilibrium Wahn anhaengt, der die Dinge regelrecht auf den Kopf stellt. Wie so ein offensichtlicher Stuss zur weltweitverbreiteten Lehrmeinung werden konnte, werde ich wohl nie begreifen. Obwohl, die Geschichte mit der seit 100 Jahren “nicht mehr verstandenen” Funktionsweise von Banken legt nahe, dass das Goebbelszitat bezueglich grosser Luegen und genuegend ofter Wiederholung derselben in diesem Fall durchaus seine Berechtigung haben koennte.

                    Viele Gruesse

                    Georg Trappe

          • Georg Trappe - 27. Dezember 2015

            Ja und wenn ich schon dabei bin ueber das Ziel hinaus zu schiessen.
            Die STRATFOR Geschichte ist ja bekannt. Da erklaert uns ein Herr Friedman warum die USA seit einer kleinen Ewigkeit sich grosse Sorgen um die Beziehungen zwischen Deutschland und Russland machen.
            https://youtu.be/gcj8xN2UDKc
            Der Gedankengang, der dahinter steckt, ist nicht so ganz neu. Der Vater der Kategorien Geostrategie und Geopolitik, ein gewisser Mackinder, hat 1904 seine Heartland Theorie vorgestellt.
            https://en.wikipedia.org/wiki/Halford_Mackinder
            https://de.wikipedia.org/wiki/Heartland-Theorie
            Vor dem Hintergrund was die London School of Economics noch so alles hervorgebracht hat und was sonst noch so zu dieser Zeit in den Diskutierclubs der britischen 1% en vouge war, die hatten naemlich mitbekommen, dass da seit der Reichsgruendung 1871 ein Emporkoemmling sehr erfolgreich “nachholende Wirtschaftsentwicklung” betrieb, wird vielleicht verstaendlich, warum ich oben die zwei Weltkriege und Deutschland als vordergruendige Ausloeser der Krisen bezeichnet habe, die das Projekt Europa in Gang gesetzt haben.
            http://www.britishempire.co.uk/timeline/colonies1924.htm
            Wer also glaubt, der erste WK sei gefuehrt worden, weil in Sarajevo ein oestereichischer Bigwig ermordet wurde, der sollte sich das nochmal ueberlegen.
            Und wer verstehen will, warum man in den Kreisen der amerikanischen 1% ein so starkes Interesse daran hat, dass das UK in der EU verbleibt, sollte George Soros juengsten Artikel in der FT vor dem oben skizzierten Hintergrund mal lesen:
            http://www.ft.com/intl/cms/s/0/43b89d5c-a01e-11e5-beba-5e33e2b79e46.html#axzz3vU8LYhct
            Der Mann hat auch eine ganz explizite Meinung zur Ukraine:
            http://www.nybooks.com/articles/2015/10/08/ukraine-europe-what-should-be-done/
            http://www.nybooks.com/articles/2015/02/05/new-policy-rescue-ukraine/
            Es wuerde sicher zu weit gehen, oder vielleicht auch nicht, Soros als (ein) das Sprachrohr der amerikanischen 1% zu betrachten. Aber gewisse Verbindungen zu diesen Kreisen, die inzwischen einen weiteren interessanten Praesidentschaftskanditaten stellen, hat er schon.

            Jetzt aber genug ueber das Ziel hinaus geschossen und mich selbst ueberrundet.

            Viele Gruesse

            Georg

    • Eurelios - 24. Dezember 2015

      Ich denke Frau Merkel ist eine sehr listige Politikerin.

      Denke ich nicht. Sie ist eine Egomanin nichts anderes.

      Die so zugeschriebene Person wird als Egomane bezeichnet und habe das Bedürfnis, stets im Mittelpunkt allen Handelns und Geschehens zu stehen, oder interpretiert Abläufe ichbezogen. Egomanie tritt in der Psychopathologie als eines von mehreren Symptomen einer Manie im Rahmen einer bipolaren Störung (manisch-depressive Krankheit) in Erscheinung und wird dabei von Megalomanie („Größenwahn“) begleitet.

      Und da das deutsche Volk ja auch anfällig ist an Größenwahn zu “leiden“ ist es doch
      folgerichtig das so eine Person an der Spitze steht. Ja wir (ich) schaffen das, typische
      Redensart von einer krankhaften Selbstbezogenheit.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Egomanie

      Wünsche der Querschussgemeinde trotz allem eine besinnliche Weihnacht
      und einen guten Rutsch ins, hoffentlich bessere Jahr, 2016.

      • Holly01 - 24. Dezember 2015

        … denken Sie wirklich eine Frau steigt in einer “Volkspartei” wie ein Rakete auf, beisst ein dutzend Köpfe von Seilschaften die zum Teil über Jahrzehnte liefen weg und ist die Einzige und Wahre in der Partei, die Wählen um sich scharen kann, weil die doof oder egoistisch ist?
        Ich neige eher zu SLE und denke auch, daß die Merkel eine Menge mehr ist als das “understatement of desaster” das sie so gerne nach aussen präsentiert …..

        • Eurelios - 24. Dezember 2015

          weil die doof oder egoistisch ist?

          Doof ist Sie nicht aber bestimmt egoistisch und Egoisten versuchen ohne
          Rücksicht auf Andere Ihr eigenes Ich auf Kosten dieser zu befriedigen.
          Siehe doch bei der “Flüchtlingspolitik“ Ihr Denken, warum auch immer, ist für
          Sie das einzig Wahre und Richtige und das haben die Anderen zu akzeptieren koste
          es was es wolle. Punkt. Es wird keine andere Ansicht zugelassen. Alternativlos
          sozusagen.

          • Holly01 - 24. Dezember 2015

            Da muss man nun “Egoismus” genauer betrachten. Das Phänomen Merkel kann man leichter verstehen, wenn man auf das Phänomen Kohl zurück schaut und in der Nachbetrachtung die Auswirkungen sieht.
            Kohl hat mit den Verwertungsgesellschaften und der GEMA den gesamten kreativen Sektor zerstört.
            Kohl hat die grüne Raupe gestoppt, ins Systemkorsett gezwungen und die Grünen von grün über gelb bis braun entwickeln lassen.
            Die Friedensbewegung ist eine Puppe, die man bei Bedarf mal raus holt, bissel herumzeigt, sonst ist da verbrannte Erde.
            Wissenschaft? Drittmittelbettler ohne Kreativkraft.
            Schule? Kaum in Worte zu fassen. Erfolg nur mit Geld, sozialbann, 2. Bildungsweg weg usw usf
            .
            .
            .
            Der Mann der in den Medien “Birne” hiess hat ganz leise ganze Arbeit geleistet.
            Hatte er eigene Inhalte?
            Hat er eine Agenda verfolgt?

            Er stand für Deutschland iL auf die Wiedervereinigung. Er hat alles abgelehnt, was die Wiedervereinigung gefährdet hätte.
            Wir haben die Wiedervereinigung bekommen und waren direkt in Jugoslawien dabei, im Irak als Geheimsienstspitzel und haben die Agenda 2010 durchgezogen.

            Merkel ist genauso leise, ich halte die aber nicht für weniger effektiv.
            Merkel ist was Kohl auch war .. gefährlich.

  • Hartwig - 24. Dezember 2015

    Es ist wahr und es wird wahr bleiben: Deutschland hat Null vom Euro und Null von irgendeiner Merkelschen Politik profitiert.

    Wer ist denn “wir” als Profiteur? Jahrelange Lohnzurückhaltung, explodierende Unternehmensgewinne, Kursanstieg im DAX dessen Titel zu mehr als 2/3 im ausländischen Besitz sind.
    Hier hat die Unterbewertung des Euros also vor allem der Industrie und den Kapitalbesitzern geholfen – ein Anstieg der DM hätte grob skizziert zu folgendem geführt:

    Der deutschen Arbeitnehmer, Rentner, … würden automatisch am wirtschaftlichen Wachstum durch die Aufwertung (DM) profitieren. Alle Importprodukte, Auslandsreisen würden erheblich günstiger und die armen Länder wie Griechenland hätten Anreiz ihre Tomaten, etc. selbst zu produzieren, weil es im eigenen Land günstiger würde. Die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie würde etwas eingeschränkt aber die vielen nun günstigeren Importprodukte die Deutschland verbaut würden den neg. Effekt mindern.

    Aber über allem, war der Aufkauf der deutschen Unternehmen doch super billig, oder? Schlechter und strategisch verkehrter als Merkels Dekade ging es Deutschland nur nach dem Diktat von Versailles. Zusammen mit den Asylanten, die gar kein Asyl beantragen können und auch gar nicht Flüchtlinge sind ( der Rechtsstatus ist doch meilenweit entfernt), haben die Deutschen unter Merkel ein neues Versailles.

    Und das ist nicht listig. Das ist eine Minderleistung, die eben nur eine transatlantische Marionette fertig bringt.

  • Holly01 - 24. Dezember 2015

    Hallo und frohes Fest,
    ich habe die Perspektive einmal komplett gedreht und finde, dann macht Alles viel mehr Sinn.
    Ein kleiner Zweizeiler, um neu zu bewerten, was gerade wie getan und nachher vermittelt wird:

    Kassandra – oder die Welt ist wieder nicht untergegangen

    Zunächst 2 links:
    https://www.youtube.com/watch?v=9Qbo4C4WDS4
    und
    https://www.youtube.com/watch?v=Rx5SZrOsb6M
    Der erste link hat eine Länge von 1:33h und der zweite von 1:05h. Also werden die Leser sich bereits hier spalten, denn nicht jeder kann und will so viel Zeit investieren.
    Ich benötige die Inhalte aber für einige Betrachtungen.
    Die erste Frage: Haben wir eine Krise?
    These: Nein, wir haben nur den Eindruck einer Krise, weil uns dieser Eindruck vermittelt wird.
    Die These bringt mehrere Fragen mit sich:
    wer hätte ein Interesse an diesem Eindruck
    kann man diesen Eindruck meinungsdeckend vermitteln
    was bedeutet es wenn wir -keine- Krise haben

    Das bringt mich direkt zum ersten Schwachpunkt der Betrachtung. Denn ich operiere mit persönlichen Einschätzungen.was bedeutet es, wenn wir -keine- Krise haben.
    Wie im Schweigen der Lämmer beschrieben, habe ich nur die Projektionen der Wirklichkeit zur Verfügung.
    Kann ich die Projektionen der Wirklichkeit hinterfragen ohne ein Gesamtbild zu haben?
    Ja, das kann man durchaus und damit kann man teilweise beantworten, ob wir eine Krise haben.

    “wer hätte ein Interesse an diesem Eindruck” ?
    Nun zunächst müßte dieser oder müßten diese ja ein Fingerabdruck hinterlassen. Wenn ich ein Interesse habe, benötige die die Mittel, um diese Interessen durchzusetzen.
    Das Medium ist die Information.
    Frage: gibt oder gab es bei der Informationsebene eine Entwicklung, die man als Ganzes identifizieren kann ohne an Einzelfällen zu scheitern?
    Ja, die gibt und gab es.
    Die finanzielle Abhängigkeit der Informationsverbreiter wurde systematisch verkürzt und auf immer weniger Quellen reduziert.
    Gleichzeitig ist die Anzahl der Besitzer radikal zurück gegangen.
    Inhaltlich gab es eine enorme Verengung auf einige wenige sehr klar zu identifizierende Interessen.
    Sind die Medien und ihre Agenturen noch selbstständig genug, um auch Interessen darzustellen, die den Interessen der Besitzer und der Geldgeber zu wider laufen?
    Gibt es also kritische Stimmen mit Tragweite?
    Meine Antwort wäre: nein, gibt es nicht, wer nicht konform ist, erhält keine Reichweite und ist damit kein Bestandteil der Medien mehr.

    “kann man diesen Eindruck von Krise meinungsdeckend vermitteln”?
    Nein, das kann man nicht. Aber durch die Fixierung der Politik, der Wirtschaftsvertreter und der veröffentlichten Meinung auf die “offizielle” Version, kann man ein sehr geschlossenes Bild abliefern.
    Wenn die veröffentlichte Meinung nur eine manipulierte Wahrheit ist, dann muss man Lücken finden können, die systematisch ausgeblendet würden.
    Das ist recht einfach. Man muss nicht beweisen, dass etwas falsch ist, man muss nur beweisen, daß es mit annähernder Wahrscheinlichkeit nicht richtig sein kann und die Zweifel müssen offiziell unerwähnt bleiben.
    - 9/11 der offizielle Akt der Zusammenfassung, was passiert ist:
    - Es gibt die truether die belegen, wie viele Fragen offen sind und diese Fragen werden nicht beantwortet. Die Zweifler werden in den Medien praktisch nie inhaltlich besprochen. Die Zweifel und Fragen finden in der offiziellen Version keinen Platz.
    In einer unabhängigen Presse wäre dies nur schwer möglich.
    - Gladio ist in Belgien, Luxemburg und Italien gerichtlich bestätigt. Die CIA hat Papiere dazu veröffentlicht.
    Es gab auch in den öffentlich rechtlichen Medien Berichte zur Thematik. Das ist ein klarer Fall pro Medienfunktion.
    - Ukraine, MH17, Charlie, Boston Attentat, die unbeantworteten Zweifel belegen nicht was tatsächlich Passiert ist, aber sie reichen, um zu belegen, dass die offiziellen Versionen nicht der Wirklichkeit entsprechen können.
    - Terror in den USA und in Europa fällt klar in den Inhalt der Videos und der Frage “wer, warum gegen wen”?
    Es gab bei praktisch jedem Anschlag eine “Übung”, bei der exakt das geübt wurde, was als Anschlag passiert ist.
    Es gab -keinen- Terroranschlag, bei dem die Sicherheitsdienste nicht über Personal und Material direkt oder indirekt beteiligt waren.
    Es gab bei jedem Terroranschlag binnen Minuten die Lieferung der Täter, der Hintergründe und (das ist besonders wichtig) der Maßnahmen.
    Es tauchen auch immer wenig lustige Informationen auf, wie “Ausweise” von Tätern. Unsinniges Verhalten der “Täter” vor, während und nach den Anschlägen.
    Völlig unglaubliches Versagen der Sicherheitsapparate vor, während und nach den Anschlägen.
    Es gibt nur sehr wenige Täter, die zu Aussagen fähig gewesen wären. Die Täter sind tot, verschwunden oder zeigen ein Verhalten wie der “Boston”-Attentäter der ziemlich nach “Abwesenheit durch Medikamente” ausschaut.
    Es gibt jedenfalls (meines Wissens) keine einzige brauchbare Aussage, eines Attentäters in einem Gerichtsverfahren. Ich werte Guantanamo Aussagen nicht als brauchbar.
    Es werden aber weder diese merkwürdigen Begleitumstände ernsthaft betrachtet, noch werden die Reaktionen auf den Terror ernsthaft in Frage gestellt.
    Der Tausch persönlicher Freiheit und Rechte gegen eine versprochene erhöhte Sicherheit wird -nicht- diskutiert.
    Das sonderbar durchgängige Versagen der Rechtssysteme wird weder thematisiert noch werden Verbesserungen gesucht oder durchgeführt.

    - “was bedeutet es wenn wir -keine- Krise haben”?
    Die Frage ansich ist bereits eine Entscheidung. Man muss durch die Kontrolle der Informationen durch wenige und die Art der Information für Viele schon relativ sicher sein, das wir uns in einer Fiktion der Krise befinden. Nur dann macht die Frage Sinn.
    Wenn wir also keine Krise haben, dann bedeutet die Tatsache, der Krisenfiktion nichts weniger, als eine maximale Macht derer, die uns “Krise vorspielen”.
    Es bedeutet die Leute, die an die Krise glauben und das thematisieren sind eben keine “besser informierten Aufklärer”, sie sind nur empfindlicher und glauben eher und tiefer an “Krise” als der Durchschnitt.
    Das Schweigen der Lämmer bedeutet eben nur, dass die Masse den Krisenmodus als gegeben hinnimmt und akzeptiert, die Lösbarkeit aber voraussetzt oder die persönliche Betroffenheit nicht annimmt.
    Die Welt zerfällt auch nicht in Opfer der Krise und Gewinner der Krise, denn es gibt ja nur Maßnahmen und deren Folgen.
    Bei den Folgen kommt man aber auch einen ziemlich wichtigen Punkt. Man kann die Deutungshoheit an einem Personenkreis fest machen, nämlich die die Medien besitzen und steuern.
    Man kann die Folgen der fiktiven Krise in Bezug auf diesen Personenkreis prüfen und ich finde man kann die Wahrscheinlichkeit für eine “Fiktion von Krise” höher ansetzen, als ohne eine solche Prüfung.
    Die Frage nach den Gewinnern der Fiktion ist also eindeutig positv zu beantworten.
    Die wirtschaftlichen Zugewinne der Zinsgewinner kann man in Prozenten ausdrücken und die gesellschaftlichen Verlierer kann man auch in Prozenten Hilfeempfänger ausdrücken und die Entwicklung dieser “Krisenspielchen” ist beeindruckend.
    Wenn also jemand davon ausgeht, das System als solches stehe zur Disposition oder es gäbe einen Reformbedarf, der sich in der Krise ausdrückt, den kann ich nur warnen.
    Es gibt keine tatsächliche Krise. Es gibt (höchstwahrscheinlich) eine hoch effiziente Fiktion von Krise und die Ergebnisse sind jederzeit kontrollierbar und erwünscht.
    Im Umkehrschluss heißt dies:
    Der Hegemon war noch nie so gut abgesichert, wie heute und hatte auch noch nie so eine umfassende Kontrolle wie zur Zeit.
    Dies Alles bedeutet eine deutlich andere Perspektive, als wenn man von einer Krise ausgeht.
    Es bedeutet auch für die EU eine völlig andere Sicht auf zeitliche Abläufe und Eindrücke.
    Die Darstellen folgen einer Argenda und bewirken eine gewünschte Entwicklung, sie sind keine getriebenen Opfer einer äusseren Entwicklung.

    Ich kann nur appellieren, sich auf diese Sicht einmal einzulassen und das Puzzle neu zu bewerten. Das Ergebnis ist zunächst verwirrend, aber es ergibt sich relativ schnell ein zusammenhängendes Gesamtbild.
    lg Holly01

    • Holly01 - 24. Dezember 2015

      Wenn die Merkel also 2 Millionen Flüchtlinge in 2015 nach Deutschland geholt hat, die vorher 40 Jahre in Lagern im nahen Osten fest sassen, dann ist das ein Mittel zum Zweck.
      Die vorhersehbare Kathastrophe auf dem Arbeitsmarkt und die vorhersehbare Reaktion, der gesellschaftlichen Verwerfungen ist also eben keine höhere Gewalt, es ist das gewollte Ergebniss.

      Die Gesellschaft soll radikalisiert werden, damit die Poltik die Gründe für die Maßnahmen hat, die von Anfang an das Ziel waren.

      Das war in Griechenland so, wo man ein Land willkürlich herausgepickt hat, daß auch nicht so viel schlechter da stand als alle anderen und systematisch prekär umgeformt hat und nebenbei die Gesellschaft diktatorisch verwaltet.

      Das war in Spanien so, wo man ein Land das mit einem (endlichen) Bauboom den Binnenmarkt gepusht hat, um auf ein höheres Gesamtniveau zu kommen und das man hart bahefangen und nicht nur prekär sondern diktatorisch gemacht hat.

      Das war in Italien mit der “Fachleuteregierung” so, die nicht legitimiert war.

      Und der Leitfaden ist immer der selbe, nämlich die gnadenlose Verarmung der Gesellschaften und der cut des privaten Konsums, der auf der Welt neu verteilt wird.
      China up und EU down.
      Wenn China nicht mehr exportiert sondern mehr selbst verbraucht, verbleiben die Ressourccen dort und Ressourccen sind das eigentliche Problem.

      Dann machen auch viele andere Dinge Sinn, dei sich um das nicht lösbare Ressourccenproblem herum entwickeln.

      Es ist eine ziemlich zusammenhängende Sicht, die eine Menge mehr erklärt, als die MM mit ihrer Berichterstattung.

      • Basisdemokrat - 25. Dezember 2015

        Hallo Hollyy01
        Den ersten Vortrag habe ich mir soeben “angetan”. Den zweiten, den ich sehr schätze kenne ich schon länger.

        Die ganze Aufmachung, schwarz weiß, Mann mit Schlips, wer ist AZK2, die Erwähnung Eslsässers, Infokrieger etc. hat mich zunächst sehr misstrauisch werden lassen.
        Ich habe versucht zu ergründen, mit welcher Manipulationsmethode hier Meinungsmache betrieben wird. Mein erster Eindruck ist, hier wird man mit Fakten Erschlagen! Tatsachen, auch wenn z.T. umstritten, sind ja zunächst einmal Fakten, die man Verdrängen oder mit denen man sich auseinander setzen kann.
        Was aber fehlt oder viel zu kurz kommt, ist m.E. eine Gewichtung der gesellschaftlichen Kräfteverhältnisse.
        So wird z.B. der historisch subjektive Faktor Stalin hoch stilisiert zu einem Beherrscher der Klaviatur der Meinungsmanipulation. In aller Kürze: Wären die revolutionären Bolschewiki nicht völlig ausgeblutet durch der Bürgerkrieg/ Krieg gewesen hätte der revisionistische Staatsapparat wohl kaum die Möglichkeit gehabt ihren “Interessenvertreter” auf diese Weise an die Macht zu bringen.
        Der Zugang zu den Quellen der Information hat sich sicher erweitert. Eine selbstständige Auswertung dagegen enorm erschwert. Ihre beschworene Angst der Macht vor einer Querfront teile ich nicht. Im Gegenteil, in meinen Augen ist sie eine Strategie der (faschistischen) Machtsicherung.

        Wie die Geschichte hier bei uns weitergeht, ist mir auch noch völlig schleierhaft. Wir betreuen seit einigen Tagen eine syrische Flüchtlingsfamilie mit 7 Kindern (5-16J). Der Vater 40 die Mutter 35 Jahre alt. Die englisch Kenntnisse sind selbst bei Akademikern nur rudimentär. Wir kommunizieren mit Hand und Fuß und was erstaunlich gut funktioniert mit Google -Übersetzer per Spracheingabe. Mich beschleicht allerdings eine düstere Ahnung, was passieren könnte, wenn diese Integration misslingt. Frankreichs Vorstätte lassen grüßen.

        Wenn jetzt der Staat mit massiven Investitionen aller Art nicht eingreift sehe ich schwarz.
        Oder Braun!
        Gruß BD

  • Zeitzeuge - 24. Dezember 2015

    Ja, wieder einmal ein “schönes” Beispiel, wie die oberflächlichen Betrachtungen eines Herrn S.L.E. zur wirkungsvollen Aufrechterhaltung des Selbstverwirrungszustandes des Schreibers und des Fremdverwirrungszustandes seiner Leser beitragen: Diese merken nicht, daß sie fortgesetzt einem inzwischen nicht mehr ganz so stringent daherkommenden Propagandarummel auf den Leim gehen. Frau Merkel und Co. wird unterstellt, daß sie nicht in der Lage sind, die Reaktionen und (fehlenden) Kooperationswilligkeiten der EU-”Partner” einzuschätzen, wenn bestimmte “Aktionen” in die Wege geleitet werden… – eine armselige und naive Betrachtungsweise… Was wirklich vor sich geht und beabsichtig ist, kann nur aus dem abgeleitet werden, was sich an Resultaten einstellt, nicht aus dem, was die Akteure verbal verkünden, aktionistisch “vorführen”, medial zurechtbiegen lassen und was sie an eigenen Behauptungen ins Medienrohr ablassen…

    Eins ist klar: Die umfassendsten Schäden in Sachen “Zuwanderung” werden in Restdeutschland angerichtet – und nichts anderes ist beabsichtigt…

    • Holly01 - 24. Dezember 2015

      Diesen persönlichen Angriff finde ich völlig unnötig, unqualifiziert und inhaltlich nicht haltbar.
      Ein inhaltlich anderer Ton würde mir (nicht nur wegen den Feiertagen) sehr viel besser gefallen.
      Ansonsten ist das Niveau nach unten ziemlich weit offen und gut auszuloten ….

  • Knecht Ruprecht - 24. Dezember 2015

    “Mittlerweile gibt es eine Studie des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages mit dem Titel „Einreise von Asylsuchenden aus sicheren Drittstaaten“, die die Frage behandelt, ob die Bundeskanzlerin diese Entscheidung überhaupt hätte treffen dürfen, ohne zuvor den Bundestag zu befragen.”

    Die Politik hätte keinen wissenschaftlichen Dienst bemühen müssen. Ein Blick in´s Grundgesetz hätte gereicht. Der Artikel 16 a (2) ist da recht eindeutig. Sie hat das österreichische Problem zu einem deutschen Problem gemacht.

    Sie hat also nichts anderes getan als die Verfassung zu brechen. Nebenbei betrachte ich diese Vorgehensweise als Beihilfe zur illegalen Einreise gem. § 95 AufenthG. Es müsste also geprüft werden, ob sie sich damit strafbar gemacht hat.

    Im Ergebnis ist die Dame mit diesem Job überfordert und sollte sich etwas anderes suchen.

    Deutlich wird einmal mehr, aus welch einer Gut-Wetter-Veranstaltung die EU besteht.

  • JL - 24. Dezember 2015

    Hallo Holly

    Diese Verbalakrobatik ist genauso allgemeingehalten wie Sinnfrei. Damit entspricht sie zur Genüge den Redaktionsvorgaben der MM. Vermutlich ist es also nur ein armer Lohnschreiberling.

    Zugegeben, das Niveau ist immer noch zu hoch- da muß unser Schützling durchaus noch ernsthaft an sich arbeiten.

    Mit freundlichen Grüßen
    JL

    • Holly01 - 25. Dezember 2015

      Hallo JL,
      ich nehme an, Sie meinen “Mitwisser” und meine Reaktion :) .
      Naja qualifizierter ist mein Text auch nicht, aber wer sich mit starken Worten auf der Überholspur wähnt, muss auf Gegenverkehr und Lichthupen achten …..
      lg Holly

  • JL - 24. Dezember 2015

    Oh Fröhliche, du Weihnachtszeit,
    in trauter Runde ist‘s nun soweit.
    Sich Träumen hinzugeben,
    als das wir sie vielleicht erleben.

    Das Merkel bald dem Throne nun entschwebt,
    der Traum ist schön, doch ist’s zu spät!
    Doch könnt‘s nicht doch gelingen,
    zu Verstande Sie zu bringen?

    Und die EU zur Weihnachtszeit,
    lebt friedlich nun in Einigkeit.
    Kein Wunder, die politischen Gestalten,
    hört man jetzt nur sehr verhalten.

    Doch morgen schon ist’s wohl vorbei,
    die Zeit fern Kungelei und Kumpanei.
    Da gibt es neue Orders und Depeschen
    und Träume… sind bald auch Verbrechen?

    Mit freundlichen Grüßen

    und frohe Weinacht

    JL

    • JL - 24. Dezember 2015

      Weihnacht natürlich!

  • Stepe - 24. Dezember 2015

    Hallo SLE,
    ich kann Ihrer Zustands Beschreibung folgen.
    Ich kann allerdings die Kritik an die Rechten nicht nachvollziehen, weil es sieht so aus als wären die was besonderes. Da möchte ich „Strittig ist nach wie vor auch die Finanzierung der drei Milliarden Euro für die mit der Türkei ausgehandelte Unterstützung bei der Begrenzung des Flüchtlingsstroms.(11)“ beleuchten. Es ist ja nicht nur so das es um die 3 Milliarden Euro geht, die Türkische Regierung kann jetzt Ihre Journalisten einsperren die Kurde erschießen und keiner der deutschen Regierung, den westlichen Werten verpflichtet, muckt auch nur auf. Das wird sich hier mit der „Barmherzigkeit“ des Asylrechts geschmückt und gleichzeitig lässt man, das wird bezahlt, Syrer in KZ ähnlichen Lagern einsperren und will jetzt Visumspflichtig für die einführen. Hinzu kommt das die die in der Türkei abgeschoben werden in nicht Sichere Zonen geschickt werden. Da kommen für mich Erinnerungen an die Deutsche Geschichte.
    Ansonsten in der EU, die Gesetze und Verordnungen werden angewandt bzw. gebeugt wie es nach Tagesbedarf nötig erscheint. Das hat sich schon bis zum IWF durch gesetzt.
    Da stellt sich für mich die Frage was ist da noch sicher, an Gesetzen und tägliches Leben?

    Gruß Stepe

  • Osterhase - 25. Dezember 2015

    Dieses heutige Geld-Europa gefällt mir garnicht . In den achtzigern hatte ich auf ein freies Europa gehofft , in der die deutsche Dominanz gemindert wird . Die BRD ist ein gutes Werkzeug der USA um in der EU zu operieren . Es ist ja auch schöner bei einer Bank ab zu kassieren als in 27 teils überverschuldeten Staats-Zentralbanken . Aber es gibt auch seit kurzem einen Video von Sakozy , der wohl schon etwas älter sein muss , aber den sollte jeder gesehen haben .

    https://www.youtube.com/watch?v=3GW7dAya5Y0

    Schöne Weihnachten für alle

  • Beate - 25. Dezember 2015

    In internationalen Beziehungen geht es nicht um Moral, sondern immer um Interessen.

    Die angeblich einsame Entscheidung Merkels war mit ihren Beratern abgesprochen.

    Was ist so ungewöhnlich an dem Zuzug fremder Arbeitskräfte nach Deutschland, dass eine knallharte neo-merkantilistische Wirtschaftspolitik zu Lasten seiner Nachbarn macht?

    Diese Politik ist an ihren Grenzen angelangt.

    Mehr ist nicht passiert.

    http://blog.tagesanzeiger.ch/nevermindthemarkets/index.php/38675/ein-erneutes-erdbeben-in-suedeuropa/

    • Holly01 - 25. Dezember 2015

      Hallo Beate,
      “neu” ist der Umfang, also die Anzahl der Zuzügler und neu sind die Umstände mit denen man diese Menschenbewegung erzeugt hat.
      Eine so klare Zuordnung (USA als Ursache) war bisher selten möglich.
      Neu ist auch der EU Krisenmodus bzw. die Auswirkungen auf die Bürger.
      2007/08 haben einige Politiker gesagt, sie wüßten genau was zu tun sei, das Problem sei nur, der Umstand, daß die Leute sie dann nicht mehr wählen würden.

      “Diese Politik ist an ihren Grenzen angelangt.”:
      Genau dies bezweifle ich. Die Illusion, die uns vorgespielt wird stößt an Grenzen. Das Schema mit dem Begründungungen generiert werden, weisst Löcher auf.
      Die Politik und ihre Vertreter sitzen nach wie vor tief im Sattel, aber es ist einfach nicht mehr vermittelbar, warum der Normalbürger jedes mal ruiniert wird und die Reichen werden jedes Mal gerettet und werden nur eines “noch reicher”.

    • zykliker - 25. Dezember 2015

      Der Zuzug fremder Arbeitskräfte nach Deutschland war nur bis 1973/74 betriebs- und volkswirtschaftlich sinnvoll i.S. einer merkantilistischen Politik.
      Danach reduzierte sich die Bedeutung des Produktionsfaktors “menschliche Arbeit” immer weiter, je mehr es gelang, die Produktionsleistungen auf Maschinen und die Digitalisierung zu übertragen. Dass die neoliberale Ideologie dies auch noch zusätzlich ausnutzte, den BIP-Verteilungsschlüssel so zu gestalten, dass die Massenkaufkraft nicht mehr wachsen konnte, hat nicht nur die Massenkaufkraft und somit das BIP-Wachstum geschwächt, sondern vor allem auch die Beschäftigung von menschlicher Arbeitskraft nach und nach reduziert, verbilligt und an den prekären Rand gedrängt.
      Diese Entwicklung konsequent zu Ende gedacht führt in eine Welt, in der von 7 – 10 Milliarden Menschen die Hälfte oder mehr ökonomisch überflüssig sind; trotzdem wollen diese Menschen essen, sauberes Wasser trinken, etwas anziehen und irgendwo trocken und ohne Todesangst schlafen.
      Damit sind die schlimmsten sozialen Konflikte vorprogrammiert; und all die religiösen und etnischen Konflikte sind auch nur maskierte soziale Konflikte.
      Wer in diesem Szenario Völkerwanderungen anstößt (z.B. durch Kriegsverbrechen im Nahen Osten) und/oder ins Land holt (z.B. durch “Mutter Theresa Mimikry”), hat an Problemlösungen (die anders aussehen müssten, um finanzierbar zu bleiben) kein Interesse, sondern begeht Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Auftrag von Feudalherren, deren ideale Welt am Besten mit einer Art von “Bananenrepublik” beschrieben scheint (keine informierte Mittelschicht, 1% Oberschicht, der Rest darf nach Belieben verrecken, genügend Domestiken-Nachschub gibt es immer).
      Die “gebildeten Syrer” sind z.T. schon seit Jahren hier und bestens integriert, fehlen dementsprechend in ihrer früheren Heimat, falls dort doch irgendwann mal wieder aufgebaut werden sollte. Viele der jetzt kommenden sind “funktionale Analphabeten” und somit allerhöchstens für prekäre Arbeit zu gebrauchen, verstärken also nur die “proletarische Reservearmee”, eignen sich aber zumindest 2 Generationen lang ganz bestimmt nicht für irgendwelche “merkantilistischen Träume”; seit wann denken denn die “Quartalszahlen-Trottel” in den Chefetagen langfristig? Aber es ist ganz bestimmt die teuerste Variante von allen, diese Menschen hier und nicht in der Nähe ihrer Heimat humanitär zu versorgen.
      In der Politik geschieht nichts zufällig. Die Vermutung, die so angestoßene Schwächung der “sozialdemokratisch” verfassten Gesellschaft Kontinentaleuropas durch destabilisierende Massen-Immigration könnte aus Blödheit passieren, kann getrost verworfen werden.

      • SLE - 25. Dezember 2015

        Hallo zykliker,

        Sie haben recht, die Rationalisierungs- und Kostensenkungs-Hausse ist keineswegs beendet. Im Gegenteil beginnt angesichts des sich stark verlangsamenden Wachstums in China und der sich verstärkenden wirtschaftlichen Flaute in den Schwellenländern eine neue Runde – gerade auch in Deutschland.

        Deswegen ist keineswegs zu erwarten, dass das Heer der neu ankommenden Flüchtlinge problemlos vom deutschen Arbeitsmarkt aufgesogen werden kann. Und wenn man das zu Ende denkt, dann ist unser wahrscheinlich größtes Problem das daraus schon bald erwachsende soziale Konfliktpotenzial. Diese Schlussfolgerung passt natürlich nicht zur Willkommens-Politik, die – vor allem über die Medien – bestrebt ist den Eindruck herzustellen, es existiere eine Willkommens-Kultur, was dann wiederum als Beleg dafür ausgelegt wird, es bestünden auch gar keine Probleme.

        Die “Alles-wunderbar”-Tapete, die hier aufgezogen wird und die jegliche nüchterne Erörterung der Folgen der Flüchtlingskrise und der Flüchtlingspolitik erstickt, macht die Sache nicht besser.

        Viele Grüße
        SLE

  • Basisdemokrat - 25. Dezember 2015

    Frohe WeinNacht mit Coco Lore`s
    https://www.youtube.com/watch?v=KWpMZnXJTss&feature=share

  • Euro? Nein Danke! Aufkleber - 25. Dezember 2015

    „Rückfall in die Nationalstaaterei“

    Wieso Rückfall! Erlösung vom nicht demokratisch legitimierten EU Superstaat!

    Wenn die EU nicht bald auf ein gesundes Niveau zurückgefahren wird, dann wird nicht der Nationalstaat, sondern die Renaissance der Bundesländer kommen. Bayern, Katalonien und Andere, die den ganzen Unsinn auf nationaler und EU Ebene finanzieren, werden aus den jeweiligen Nationalstaaten austreten. Dann wäre Deutschland mit >10 Sitzen im EZB Rat zumindest angemessen vertreten.

    • SLE - 25. Dezember 2015

      @ Euro? Nein Danke! Aufkleber

      Da ist was dran. Das Ventil für eine verfehlte europäische Integrationspolitik ist in letzter Konsequenz vielleicht viel eher die Regionalisierung und die “Nationalstaaterei” ist nur ein Symptom dafür, eine Episode.

      Ich wünsche allen schöne Weihnachten.

      Viele Grüße
      SLE

  • Holly01 - 25. Dezember 2015

    Qualifizierte Berichterstattung ;) ,
    da ist das ZDF wohl auf die Nase gefallen.
    Hat dieser Hauptnachrichtensprechen nicht gerade erst auf seiner FB Seite gejammert, es gäbe so viele Spinner, die den ZDF Angaben misstrauten und für gesteuert hielten?

    https://www.youtube.com/watch?v=-OlDQ6S027s

    Leutz, nicht in Russland anwerben. Da sitzen die Russen und schauen Euch auf die Finger. Holt die Leute im Kosovo und macht da auch die Aufnahmen, da sitzt die CIA und hält Euch den Rücken frei.
    Ihr müsst die Darsteller nicht ja nicht gleich verscharren, um Eure Spuren zu verwischen :) .

    Genau so stelle ich mir auch die gesamte Berichterstattung zu den anderen Themen vor.
    Offen, fair und überparteilich ……….

    • Thorsten Eckau - 26. Dezember 2015

      Hallo Holly01,

      ich bin skeptisch. Nicht, dass mir nicht klar wäre, wie krass einseitig und tendenziös unsere MM “berichten”. Nicht, dass ich nicht absolut hinter der Aussage stehen würde, unsere Medien befinden sich in einem Informationskrieg. Aber ich habe immer noch die Meinung, dass unsere Medien keine Kriegspropaganda wie dieses Video produzieren. Es ist ein Unterschied, ob man Auslassungen macht oder ein Bild in falschen Kontext stellt, um zu dramatisieren, oder ob man einen kompletten Bericht kauft.

      Ja, es ist möglich. Nein, ich glaube es nicht. Zeige mir bitte in dem Video DEN Beweis, dass es nicht andersrum gewesen sein kann. Stell Dich auf den Standpunkt bei der Betrachtung, das ZDF habe korrekt gearbeitet (nicht im Sinne der Personenstärken oder ähnlichem, aber hinsichtlich der Grundaussage) und die Russen hätten nun das Rohmaterial genommen, den Aussagenden unter Druck gesetzt und die Dinge ins “rechte Licht” gerückt: Die Aussagen aus dem Off können nachträglich dazu gekommen sein, etc etc. Vielmehr muss man sich doch mal eine ganz andere Frage stellen: Wenn das ZDF einen Propagandafilm mit 100% Lügeninhalt kauft, warum exakt noch mal geben sie dem Hauptdarsteller dann das Rohmaterial, damit der zu einem russischen Sender gehen kann? Das macht keinen Sinn, oder wie biegst Du Dir das zurecht? Sei mal ehrlich, schau das Video neu und zeig mir auf, warum man nicht exakt beide Sichtweisen zu 100% daraus lesen kann, russische wie deutsche Propaganda. Und wenn Du zu dem Ergebnis gekommen bist, bleibt es bei dem für mich letztlich entscheidenden Punkt: Wir sind hier echt schon tief gesunken, aber noch nicht so tief wie Russland hinsichtlich solcher Methoden schon immer war. Daher gebe ich dem ZDF (das ich verachte!) hier den Vorzug und glaube, dass die Russen hier Gegenpropaganda auf ihre (gekonnte) Art und Weise machen… Bin offen für den entscheidenen Hinweis dass es andersrum sein MUSS. Frohe Weihnachten!

      • Georg Trappe - 27. Dezember 2015

        Zur Erinnerung die Putin Rede von 2001:

        https://www.bundestag.de/kulturundgeschichte/geschichte/gastredner/putin/putin_wort/244966

        “Ich bin der festen Meinung: In der heutigen sich schnell ändernden Welt, in der wahrhaft dramatische Wandlungen in Bezug auf die Demographie und ein ungewöhnlich großes Wirtschaftswachstum in einigen Weltregionen zu beobachten sind, ist auch Europa unmittelbar an der Weiterentwicklung des Verhältnisses zu Russland interessiert.

        (Beifall)

        Niemand bezweifelt den großen Wert der Beziehungen Europas zu den Vereinigten Staaten. Aber ich bin der Meinung, dass Europa seinen Ruf als mächtiger und selbstständiger Mittelpunkt der Weltpolitik langfristig nur festigen wird, wenn es seine eigenen Möglichkeiten mit den russischen menschlichen, territorialen und Naturressourcen sowie mit den Wirtschafts-, Kultur- und Verteidigungspotenzialen Russlands vereinigen wird.

        (Beifall)

        Die ersten Schritte in diese Richtung haben wir schon gemeinsam gemacht. Jetzt ist es an der Zeit, daran zu denken, was zu tun ist, damit das einheitliche und sichere Europa zum Vorboten einer einheitlichen und sicheren Welt wird.”

        Wenn man sich die Videos anschaut, wirkt das noch besser. Besonders die Standing Ovations derjenigen, die jetzt aus welchem Grund auch immer, in das Anti Putin Horn stossen.

        Da streckt also ein russischer Praesident die Hand aus und setzt eine vorsichtige Entwicklung wirtschaftlicher Zusammenarbeit in Gang und 12 Jahre spaeter gibt es einen Scherbenhaufen, der groesser nicht sein koennte. Und das wegen einer mehr als merkwuerdigen Ukrainepolitik.

        https://www.jungewelt.de/2015/12-24/066.php?platform=hootsuite

        Mir kommt es so vor als sei das Putin/Russland Image genauso zerschossen worden wie das Euro Image. Und das aus sehr aehnlichen Interessen jenseits des Atlantiks nach 2007/2008. Denn da ist mehr aufgeflogen als ein paar zockende Banken.

      • Holly01 - 27. Dezember 2015

        Hallo Hr. Eckau,
        “Bin offen für den entscheidenen Hinweis dass es andersrum sein MUSS”
        Kann ich nicht. Ganz klare Sache.
        Ich kann andere Beispiele bringen und erklären, warum ich dem ZDF nicht so sehr vertraue wie Sie, aber das ändert nichts am Umstand, daß
        “Das macht keinen Sinn, oder wie biegst Du Dir das zurecht?”
        ich es eben nicht zurecht biegen kann oder will.
        In so fern kann ich den “entscheidenden Hinweis, dass es andersrum sein MUSS” auch nicht geben.

        trotzdem lg Holly01

  • Traumschau - 25. Dezember 2015

    „Viele „haben nie (…) geglaubt, dass man mit Monetarismus die Inflation bekämpfen kann. Allerdings erkannten sie, dass [der Monetarismus] sehr hilfreich dabei sein kann, die Arbeitslosigkeit zu erhöhen. Und die Erhöhung der Arbeitslosigkeit war mehr als wünschenswert, um die Arbeiterklasse insgesamt zu schwächen. […] Hier wurde – in marxistischer Terminologie ausgedrückt – eine Krise des Kapitalismus herbeigeführt, die die industrielle Reservearmee wiederherstellte, und die es den Kapitalisten fortan erlaubte, hohe Profite zu realisieren.“ (The New Statesman, 13. Januar 2003, S. 21)

    weiter hier: http://www.nachdenkseiten.de/?p=9287

    Merkel und Co. sind nicht unfähig, nein, sie sind allesamt höchst effizient!! Und das gilt in jeder Beziehung. Uns wird hier nur die Fassade präsentiert, über die dann in den Foren diskutiert wird.

    Fröhliche Weihnachten!!

    • JL - 25. Dezember 2015

      Hallo Traumschau

      Fröhliche Weihnachten auch Ihnen.

      „…Merkel und Co. sind nicht unfähig, nein, sie sind allesamt höchst effizient!! Und das gilt in jeder Beziehung. Uns wird hier nur die Fassade präsentiert, über die dann in den Foren diskutiert wird…“

      Kennen Sie Thomas p.m. Barnett? Wenn nicht, sollten Sie trotzdem mal einen Blick auf nachfolgenden Link werfen. Sie werden frappierende Übereinstimmungen zu den heutigen Geschehnissen feststellen (außer zu China und Indien).

      http://pressejournalismus.com/2015/02/der-nicht-mehr-ganz-so-geheime-globalisierungsplan-der-usa/

      Merkel und Co. sind nicht unfähig, sie sind nur ausführende!

      Mit freundlichen Grüßen

      JL

      • Traumschau - 25. Dezember 2015

        Barnett kenne ich allerdings …

  • Traumschau - 25. Dezember 2015

    Irgendwie verschwinden meine Beiträge immer …

  • Traumschau - 25. Dezember 2015

    Kelly Greenhill: Weapons of mass migration

    file:///C:/Users/me/AppData/Local/Temp/ch5_SI_V9_I1_2010_Greenhill_116.pdf

    • JL - 26. Dezember 2015

      Hallo Traumschau

      Die Einlassungen von Frau Kelly Greenhill zwecks „Massenmigrationswaffen“ bestätigen die vorangegangenen Einschätzungen einschließlich Verlaufsgeschehen von Barnett.

      Das ist aber nicht alles. Die voranschreitende Neuausrichtung betreffs Arbeitswelt (Mensch) versus Automatisierung (Industrie 4.0) sind zusätzliche Herausforderungen und mittelfristig sehr bedeutend wie auch einschneidend für die zukünftige Beschäftigungs(rück)entwicklungen. Hier verlaufen zwei unterschiedliche Entwicklungen zur gleichen Zeit mit einem entgegengesetzten Ergebnis, mehr Arbeitssuchende werden zukünftig weniger Arbeitsangebote erhalten, schlicht weil die fehlende Qualifikation sie ausgrenzt.

      Ich fürchte jedoch, daß dieses Thema erst auf der Tagesordnung steht und aufgegriffen wird, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist.

      Die meisten wissen noch nicht einmal was Industrie 4.0 überhaupt ist.

      Mit freundlichen Grüßen

      JL

      • Traumschau - 26. Dezember 2015

        Hallo JL, ja das leuchtet mir ein. Wir sehen ja auch, dass das Arbeitsvolumen in den letzten Jahren stagniert. Die Märchen von den tollen Jobs sind hier genauso Blödsinn wie in den USA, etc. Aber ich denke es ist nicht nur die fortschreitende Automatisierung sondern auch die Monopolisierung durch die großen Konzerne, die wirklichen Fortschritt verhindert (s. SLE). Wir werden wohl irgendwann dazu kommen müssen, den Profitgedanken aufzugeben – wir sehen ja auch an den Ressourcenkriegen und den Kriegen um neue Absatzmärkte, dass dieses System an seine Grenzen angelangt ist. Wenn man z.B. den Klimawandel wirksam bekämpfen will, muss man die modernsten Technologien einsetzen und den Schwellen- und Entwicklungsländern für Lau zur Verfügung stellen, sonst gibt das nix. Es ist wirklich eine höchst komplexe Problemstellung, die wenn nicht gelöst, in einen Weltkrieg münden wird. Viel Hoffnung habe ich da leider nicht. LG

        • Traumschau - 26. Dezember 2015

          Im Prinzip müssen wir zu einer weltweiten “Totalen Kooperation” kommen. Nur leider kann davon keine Rede sein.

          • Georg Trappe - 26. Dezember 2015

            “Totale Kooperation” ?

            Gibt es doch schon. UN 2030 Agenda:

            https://sustainabledevelopment.un.org/post2015/transformingourworld

            “This Agenda is a plan of action for people, planet and prosperity. It also seeks to strengthen universal peace in larger freedom. We recognise that eradicating poverty in all its forms and dimensions, including extreme poverty, is the greatest global challenge and an indispensable requirement for sustainable development. All countries and all stakeholders, acting in collaborative partnership, will implement this plan.”

            Skeptiker lesen das anders:

            http://truthstreammedia.com/2015/09/25/agenda-2030-b-s-translator-how-to-read-the-uns-new-sustainable-development-goals/

            Ich bin kein Infowars und/oder Thruthstream Fan. Der eine oder andere Denkanstoss aus der Ecke bereichert meiner Meinung nach aber die Diskussion.

            Die Probleme des Fettaugensyndroms loest man meiner Meinung nach nicht mit der Etablierung des groesst moeglichen globalen Fettauge = Weltregierung = einem globalen Plan = einer totalen Kooperation.
            Solange nicht verstanden ist, welcher Prozess / welches Verhalten Fettaugen entstehen und nahezu endlos wachsen laesst und solange die Einsicht und der Konsens ueber diese Einsicht fehlt, dass es dieses Verhalten ist, das die daraus abgeleiteten Probleme entstehen laesst, hilft meiner Meinung nach Nichts.

            Weder die massenhafte Ermordung der Menschen, die in diesem Verhalten an ihrem Ort und zu ihrer Zeit am erfogreichsten waren (z.B. 1789 nach der franzoesischen Revolution oder auch unter Pol Poth in Kambodscha) haben das Paradies auf Erden gebracht, noch das strikte Verbot dessen, auf das sich das Verhalten vordergruendig bezieht, die Akkumulation von privatem Eigentum, war in der Wirkung so ueberzeugend, das sich die Menschen massenhaft zu den Arbeiter- und Bauernparadiesen hingezogen fuehlten.

            Vielmehr durchlaufen Gesellschaften seit tausenden von Jahren den Zyklus von wirtschaftlichem Aufstieg ueber Stagnation bis hin zum (unerklaerlichen?) Zusammenbruch. Und es wird nichts daraus gelernt. Im Gegenteil, die sog. Wissenschaft, die sich Wirtschaft zum Objekt des Interesses gewaehlt hat, behauptet Selbstregulierung durch Maerkte, das selbstaendige Streben auf Gleichgewichte und paretooptimalitaet des Ergebnisses. Gleichzeitig versteht sie (angeblich?) seit 100 Jahren nicht mehr, wie Banken funktionieren.
            Und die durch diese Wissenschaft beratenen Politiker dieser Welt beschliessen in einer UN Versammlung die “Totale Kooperation” mit dem Ziel Armut und Hunger bis 2030 aus der Welt zu verbannen.

            Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen!

            Cheers

            • Thorsten Eckau - 26. Dezember 2015

              **** für diesen Beitrag und eigentlich auch für Artikel + alle Kommentare hier; mal wieder eine sehr interessante Diskussion bei Querschüsse. Danke!

  • Basisdemokrat - 26. Dezember 2015

    Über die reine Nachtwächterfunktion des Staates hinaus, bildeten sich vier notwendige Bereiche zunehmender Staatstätigkeit heraus:
    1. Das Rechtwesen mit Apparat zur Reglung der Beziehungen.
    2. Die Sozialversicherungen zur Linderung und Abflachung von Konjunkturzyklen und Strukturbrüchen.
    3.Auf makroökonomischer Ebene staatliche Interventionspolitik für kapitalistische “Fließgrößen” (Schutzzölle, Bankenrettung..)
    4.Staatliche Betriebe (Energie, Telkomunnikation, Gesundheitswesen, Infrastruktur ..) in staatlichem Eigentum.

    Die Bruchstelle befindet sich dort wo private konkurrierende Unternehmen betriebswirtschaftliche Kosten externalisieren (müssen), deren Folgekosten der Staat zwangsläufig übernimmt, wie z.B. die Endlagerung für Atommüll.

    (1)Das Rechtswesen soll ausgehebelt werden -TTIP
    (2)Die Sozialversicherungen privatisiert werden -Riesterente, priv. KV
    (4) Staatseigentum soll verscherbelt und nach Möglichkeit privatisiert werden.

    zu(3) das ist für mich der am wenigsten durchschaubare Bereich, der sich in den Konflikten zwischen den Nationalstaaten und der EU abspielt.

    Das sieht alles so aus, solange die Karre läuft bloß nicht nach vorne schauen:
    https://www.youtube.com/watch?v=3CYi3RFxMAQ

  • Holly01 - 26. Dezember 2015

    Kooperation ist ja schön, es ist nur leider immer Unterwerfung …..

    Es kann sich ja nicht einmal eine Mehrheit über die Modalitäten eines Gesprächs einigen, vom inhaltlichen Rahmen rede ich da nicht einmal.
    Ein Gespräch wäre ja schon Akzeptanz des Gegenüber als relativ gleichwertig und zum Austausch fähig.

    Die Internationale (gemeinhin “links” benannt) ist aber nicht einmal bereit sich Gedanken über ein Gespräch zu machen, während die nationalen (gemeinhin “rechts”) zwar mit Jedem/r reden wollen, aber selbstverständlich inhaltlich über vieles nicht zu diskutieren bereit sind.

    Also die einen wollen erst gar nicht reden und die anderen wollen nur quatschen, aber sich inhaltlich nicht bewegen.

    Einigkeit besteht doch nur darin das “Alles ganz fürchterlich Schlimm ist und auf keinen Fall so weiter gehen oder bleiben kann”.

    Etwas wenig für eine Veränderung……..

    Ich bin ja ein Freund dezentraler Systeme, die mit maximaler örtlicher Verankerung und mit maximales Bezug zum Einzelindividuum (vulgo der Mensch als solches) seine Existenszbegründung hat.
    Denn ein größeres Ganzes benötigt nun einmal starke Bausteine.

    Wir können auch an die UN ein Schild dran schrauben, wo “Weltregierung” drauf steht, aber es belibt was es ist, ein machtloser Haufen Politiker.

    In den 70ern starb etwa jeder 4. bis 5. an Krebs oder an den Folgeerkrankungen.
    In den 2030 wird erwartet, daß es jeder 2. sein wird.
    Krebs erleiden Menschen immer früher und immer öfter.
    Die Meere sind mit Plastikmüll und nuklearem fallout verseucht.
    Die Lebensmittelchemie arbeitet nach dem Motto, das es nichts gibt, was nicht noch billiger und schlechter hinzubekommen wäre.
    #Wir führen wieder Krieg und die Polis sind ganz geil auf mehr davon.
    Die Nöte vieler Menschen mögen nicht lebensbedrohlich sein, aber sie sind existenziell.

    Aber die Gesellschaft ist nicht einmal Fähig zu reden …………
    DAS ist eine astreine Leistung der Medien und derer die sie lenken !!!

    Es gibt nicht einmal mehr Protestlieder, denn die Verwertungsgesellschaften ersticken zusammen mit der GEMA die Kreativität.

    “we shall overcome”? nö, eher nicht ….

    • Traumschau - 26. Dezember 2015

      Hey Holly, genau das ist ja mein Reden: Es sieht eben überhaupt nicht nach Kooperation aus. Wie Schäuble es 2013 in einem NYT-Interview ausdrückte, benötigt man Krisen, um eine politische Einigung zu erreichen. Krisen haben wir reichlich, aber von einer Einigung in irgendeiner Frage sind wir weiter entfernt als je zuvor. LG

      • Holly01 - 26. Dezember 2015

        Einigung?
        Naja Schäuble sucht den Meinungsaustausch, du hast deine Meinung , die machen ein paar Anschläge ändern Gesetze, holen Millionen Menschen ins Land und danch hast du Seine Meinung.
        mission complete

        • Traumschau - 26. Dezember 2015

          Was ich ausdrücken wollte ist, dass diese Krisen vorsätzlich ausgelöst wurden und werden.

        • Holly01 - 26. Dezember 2015

          Die sagen Dir nicht was Du denken sollst.
          Die formen das wahrgenommene Umfeld so, daß Du die “richtigen” Schlüsse ziehen musst und dich gedanklich im gewünschten Sinn entwickelst.

          Das gemeine ist, das Du dich auch dann im gewünschten Sinn entwickelst, wenn Dir die Lüge als solche klar ist.

          Der Mensch ist sein Leben lang ein Kind. Auf der Gedankenebene unterscheiden wir zwischen Fiktion und Realität.
          Auf der Gefühlsebene können wir das gar nicht. Auf der “Bauchebene” versinkt das in einem “Gefühl” von eher besser und eher schlechter.
          Diese Gefühlsebene ist erst klassig zu manipulieren. Je mehr Menschen im Focus und im “Gleichklang” desto besser die Illusion und ihre Wirkung.

          Dem entzieht man sich nicht so einfach………. und die setzen das sehr gut ein …

          • Holly01 - 26. Dezember 2015

            … also “JA” natürlich Vorsatz, es gibt keine Krisen, es gibt nur Illusionen und die “Zauberer von OZZ” hinter dem Vorhang …

            • Holly01 - 26. Dezember 2015

              H4 und Griechenland, Spanien usw usf es gibt keine Krise.

              Es ist relativ einfach (denke ich jedenfalls).

              Diese 100 Familien die die Wall Street als ihr Werkzeug benutzen haben ihre Planung.
              Nun haben die China geplant und entwickelt.
              Man hat Geld gegeben und Waren bekommen und verbraucht.
              Jetzt haben die Produzenten Geld und entwerfen eigene Planungen.
              Die Ressourcen werden aber von diesen 100 Familen vollständig verplant.
              Also, expandiert man Geld. Je mehr Geld desto weniger der Zugewinn pro investierte Geldeinheit.
              Man könnte sagen, Wachstum durch Geld ist imo fast ausgeschlossen.
              Der Handel geld gegen Waren kommt nun natürlich ins Stocken. Keiner produziert und verkauft gegen Geld, wenn Geld nichts mehr bewirken kann.
              Also haben wir Ressourcenkriege.
              Die Produktion wird neu verteilt.
              Geld entwickelt nur Zugewinn wenn es in Kapital also in Arbeit und Produktionsstätten gewandelt werden kann.
              Dem entsprechend biedern sich nun alle möglichen Regionen an, um die kommenden Produzenten zu werden.
              Genauso wehremn sich die derzeitigen Produzenten gegen den Ressourcenverlust, der einen Verlust an Produktion bedeutet, die Hefeteig, der mit Geld aufgepumpt wurdfe fällt dann ja zusammen.
              Jetzt kann man nicht 9 Milliarden Menschen erklären, daß alles an 100 Familien hängt.
              Also hat man so strorylines, die man den leuten als gute Nachtmärchen erzählt und der Sandmann kommt pünktlich um 19:00 und um 20:00 ins Wohnzimmer und nennt sich “Nachrichten”.
              Es gibt aber nun einmal ein Ressourcenproblem insgesamt.
              Die “entwickelte” Welt verbraucht 70% der Ressourcen und will das nicht sein lassen.
              Die 7 Milliarden Menschen in den weniger entwickelten Welt wollen aber auch Teil haben.
              Also ist “Umverteilung” eine Möglichkeit der Gewinnmaximierung der 100 Familien.
              …. neue storyline ….. der Inhalt ist immer der Gleiche, mehr für die 100 Familien, weniger für den Rest und wenn es gut läuft steigt das Welt-BIP und es gibt etwas mehr zu verteilen.
              Wenn nicht gehört den 100 Familien immer noch die Welt. Ein Bauer würde sagen: “es war dann halt keine gute Ernte” und auf in die nächste Runde…..

              Und wenn Sie hier so etwas wie Gesellschafts- oder Politikansätze vermissen, dann ist das absolut richtig.
              Das ist nur Augenwischerei, ein eIllusion, Teil der storyline.

              • Holly01 - 26. Dezember 2015

                Und in Deutschland wird auch gerade das Gesundheitssystem mit der regionalen Versorgung ruiniert.
                Ohne wirtschaftliche und gesellschaftliche Not wird die Versorgung runter gefahren, verschlechtert und die Missstände werden maximiert.
                Interessiert sich einer für Krankenhauskeine? Ich meine ausser das man die Statistik von 60000 Toten auf 15000 verkürzt hat. Und das sind nur die Toten, nicht die Infizierten und nicht die verkürzte Lebenserwartung …
                Der Konsum in Schland wurde seit der “Wiedervereinigung” gedrosselt und mit der Agenda2010 haben wir die Entwicklung von Griechenland etwas weicher und gestreckt schon vorweggenommen.

                Diskussion? Keine!
                Quelle? Dem Vernehmen nach Bertelsmann Stiftung. Woher haben die das? Schweigen!
                100 Länder eine Entwicklung. Zufall? Ja sicher datt …..

                Wir sind zeitlebens Zuschauer in einem Kinoprogramm …..

                • SLE - 26. Dezember 2015

                  Hallo Holly01,

                  sobald die deutsche Wirtschaft in die Rezession rutscht, wird Herr Schäuble auf Deutschland das anzuwenden beginnen, was er Griechenland et al. verordnet hat. Vielleicht nicht so konsequent, nicht so hart, aber genau das wird gemacht werden. Allerdings scheint in der Bevölkerung kaum einer zu glauben (oder glauben zu wollen), dass das geschieht und ist es nicht immer dasselbe: Die Polen haben auch die PiS mit absoluter Mehrheit an die Regierung gewählt, obwohl völlig klar war, was für eine Politik sie machen würde. Jetzt ist das Kind in den Brunnen gefallen und die Leute protestieren? Ja, wogegen denn eigentlich? Gegen die eigene Verantwortung für das Kreuz auf dem Wahlzettel?

                  Viele Grüße
                  SLE

                  • Holly01 - 26. Dezember 2015

                    Hallo SLE,
                    zum Einen bestreite ich kleine individuelle angepaßte storyline für Einzelstaaten.
                    Zum Anderen ist Polen in einer schwierigen Lage.
                    Polen ist quasi der Frontstaat dessen was man als slawische Völker benennen könnte.
                    Kommt es zum Streit der Reussen, also zwischen Schland und Russland, dann liegen die isoliert als Einflußgebiet des Gewinners dazwischen.
                    War historisch so und zeichnet sich als (wiederholendes) Ergebniss bereits ab.

                    PiS wurde gewählt gegen diesen machtverlust, also als vereinende und eigenständige Antwort der östlichen Mitte Europas.
                    PiS zeigt sich aber isolatorisch, national und bündnissunfähig.
                    Ja das ist für viele Polen eine Enttäuschung.

                    Keine regionale Elite macht Politik gegen dei storyline, die vorgegeben wird. Denn sonst kommt in der storyline eine Flugzeugabsturz vor und ein Teil der Elite ist weg.
                    Dieser Herr der da so den Max macht, ist ein gebranntes Kind. Der möchte mehr Amis im Land, mehr NATO, weniger EU und auf keinen Fall den Euro.
                    Der schielt darauf als liebes Kind die westliche Ukraine beackern zu dürfen ohne für die immensen Schulden von Kiew aufkommen zu müssen und ist dann auch schon zufrieden gestellt.

                    Und Polen ist ein zerrissenes Land. Die Schlesier sidn weder deutsch noch polnisch, dei wären eigendlich gerne nur Schlesier mit freiem Handel und Austausch mit den Nachbarn, während die ostverschobenen Polen überall die Revanchisten fürchten und die Deutschen sowieso.

                    Die Polen konnte man gegen etwas vereinen, den Souverenitätsverlust, also PiS, aber nicht -für- etwas, da ist es eine dezentrale Gesellschaft.

                    Diskussionsunfähig wie die Deutschen würde ich resümieren.

                    • Holly01 - 26. Dezember 2015

                      Ich warte auf den Kraftakt, bei dem die EU sich darauf einigt binnen x-Monaten alle Mitglieder in den Euroraum zu übernehmen.
                      Dann treten dei Briten aus und 2 oder 3 andere auch.
                      Bei dem Rest geht die monetäre Lutzi aber so richtig ab …..
                      .. und kurz vorher haben wir CETA, TTIP usw usf, denn das ist der Preis für die Hause.

                  • Holly01 - 26. Dezember 2015

                    Zu “sobald die deutsche Wirtschaft in die Rezession rutscht, wird Herr Schäuble auf Deutschland das anzuwenden beginnen, was er Griechenland et al. verordnet hat.”

                    Ich denke wir werden in Europa zum Start der reunion eine Geldmengenreduktion erleben.
                    Der Start wird ein bail in sein.
                    Die Industrie 3.0 ist abgeschrieben und produziert investitionslos vor sich hin.
                    Der Konsum ist unten.
                    Die Löhne sind unten.
                    Das BIP ist real betrachtet unten (der Rest ist hedonischer Unsinn).

                    Die Entfaltungsmöglichkeiten für neues Geld das im besseren Verhälniss zum Kapital startet sind also absolut gegeben.
                    Ausserdem kann man im Windschatten den Militärkomplex aufblasen und Europa kriegsfähig machen (was es imo nicht im entferntesten ist).
                    Das ist die Entlastung die die USA dringend brauchen.
                    Dann kann dei USA wieder protektionistisch und isolatorisch ihren Binnenmarkt befeuern und sich der Auslandsschulden per monetären Maßnahmen entledigen und auch da ein Boom der mal kein bumm (Krieg) ist.

                    Die stehen also nicht so schlecht da, es sei denn die BRICS erheben Anspruch auf die Ressourcen, aber darüber wird ja gerade geredet.
                    Das “R” ist der Dreh- und Wendepunkt der storyline.
                    Frage: pokert Putin wegen dem Preis oder ist er so dumm sich gegen die 100 Familien angehen zu wollen?
                    Antwort: ich weiss es nicht und muss wie alle anderen warten, was mir die Herren hinter dem Vorhang iwann erzählen werden …. weil ich es glauben soll.

  • Holly01 - 26. Dezember 2015

    Wenn man den östlichen EU-Part mitnehmen will, dann wird dort eine Bankenkrise ausbrechen, die auf der Fremdwährungsdynaik bei den Schulden beruht.
    Lösung?
    Währungsschnitt -> Euro

    … so oder origineller aber ich bin sicher, es wird “unterhaltend” und “abendfüllend” ….

  • sadoma - 26. Dezember 2015

    “Wenn nicht gehört den 100 Familien immer noch die Welt. Ein Bauer würde sagen: “es war dann halt keine gute Ernte” und auf in die nächste Runde…..”

    Hallo Holly01, ich lese deine Zahlreichen Beiträge ja gerne, halte Ihre Kernthesen für durchaus interessant. Leider kann ich mit der einfachen Grundthese von 100 Familien die das sagen haben nicht anfreuen. Wüde stattdessen die Aussage stehen die 1% die meistens Ihre Interessen durchsetzen wäre ich schon eher einverstanden. Die reine Zuschauerthese die von Dir vertreten wird ist mir zu billg ;-)

    P.S. Eine Aufzahlung der 100 Familien wäre auch schon ein guter Schritt um zu zeigen dass die Interessen-Disparitäten selbst innerhalb deiner 100 Familien kein gemeinsames Steuern erlauben.

    • Eurelios - 26. Dezember 2015

      P.S. Eine Aufzahlung der 100 Familien wäre auch schon ein guter Schritt um zu zeigen dass die Interessen-Disparitäten selbst innerhalb deiner 100 Familien kein gemeinsames Steuern erlauben.

      Die Aussage 1% statt Familien ist mir auch lieber. Aber egal ob 1% oder
      Familien aber die Interessen-Disparitäten gibt es bei denen nicht. Ihr gilt nur eines
      Machterhalt für diese Wenigen und Machterhalt geht nur durch Reichtum je mehr
      um so besser die Machtstellung gegenüber der ärmeren Masse der Menschen.
      Eines haben diese dazugelernt es darf bei den “Hamsterrädlern“ kein körberlicher
      Hunger mehr aufkommen. Also etwas Brot und Spiele für die Malocher und so
      lässt sich die Ausbeutungsrate zu Ihren Gunsten ins fast Unendliche steigern.

      • Eurelios - 26. Dezember 2015

        Also etwas Brot und Spiele für die Malocher und so
        lässt sich die Ausbeutungsrate zu Ihren Gunsten ins fast Unendliche steigern.

        Gilt natürlich nicht für die Ärmsten der Armen. Die flüchtigen dann wenn es für Sie
        ums Leben geht, durch die ausglösten Kriege der 1% wegen ihrem Machterhalt,
        zu den Malochern die dann dadurch die Schlagzahl im Hamsterrad erhöhen
        müssen um diese auch noch ruhig zu stellen.

    • Holly01 - 27. Dezember 2015

      Hallo sadoma,
      es gibt nun wirklich genug Literatur und online threats die die aktuellen Elitenetzwerke beschreiben und hinterfragen.
      Auch systematisch wurde da vieles aufgearbeitet.
      Da ich als Deutscher in Deutschland eher lokal interessiert bin als Beispiele:

      - Die Globalisierungsfalle
      - Mafialand Deutschland
      - Der stille Putsch
      - Spinnennetz der Macht
      - Anklage unerwünscht
      - Der Deutschlandklan

      und das ist nur ein ganz kleiner Keil einer bestimmten (verengenden) Sichtweise.

      Dazu kommt Medienkritik zur Instrumentalisierung, Abhängigkeit und Oligopolisierung bis hin zu Medienmogulen die ganze Länder kontrollieren.

      Sie glauben an Reibungsverluste durch widerstrebende Interessen?
      Im Detail wird das auch so sein, “jeder für sich, Gott für uns alle”.
      Global betrachtet ist es ein Machtoligopol, welches stabil die letzten 200 Jahre sicher beherrscht hat.
      Es sind nicht durchgehend die gleichen Familien, aber die Herrschaften der “zu Sein und Wittgenstein” tanzen auch heute auf ihrem jährlichen Ball und wer da nicht auf der Gästeliste steht, gehört nicht zur deutsch-österreichischen Elite ….
      Das ehemalige bayrische Herrscherhaus ist auch heute nicht ohne Einfluß und die Kirchenprivilegien haben 2 Weltkriege und 4 Staatsformen überstanden ohne diskutiert zu werden.
      In den DAX Vorständen tummeln sich die immer gleichen 200 Leute, nur immer anders gemischt.
      …. läuft ….
      In Schland, in der EU und weltweit …

    • Holly01 - 27. Dezember 2015

      ….. oder glauben Sie diesen Unsinn, Russland sei von 1990 (Staatsbankrott und Anarchie) bis heute 2016 unbemerkt von Allen Beobachtern zur Weltmacht aufgestiegen?
      Toll.
      Die Amis geben für ihr Militätbudget so viel aus, wie der Zweite bis Zehnte in der Mittelhitliste zusammen und das seit inzwischen Jahrzehnten.
      Nun haben die Russen (die froh sein können überhaupt noch ein zusammenhängendes Terretorium zu haben) auf einmal geheime Möglichkeiten der Radarkontrolle und Waffen die unschlagbar sein sollen.
      Die Franzosen und die Briten haben Lybien angegriffen und mussten die Angriffe einstellen, weil die Munition fehlte.
      Die Briten hatten den Weltkrieg gegen Argentinien wegen den Falklands und haben so viele Schiffe verloren, das die den Krieg beinahe abbrechen mussten.
      Franzosen und briten geben aber traditionell mehr für Militär aus als Russland.

      Aber Russland ist der böse und mächtige Feind im Osten ……

      Propaganda sollte zumindest ein absolutes Minimum an Realismus in sich tragen …. es sei denn …. tja es sei denn, man muss keine Fragen fürchten, weil man die “Deutungshoheit” hat ….

      Wir denken nicht .. wir werden gedacht … und die Leute dahinter lenken uns gemeinsam, sonst funktioniert das auch nicht, das wäre ja Gewaltenteilung und demokratieähnlich.

      • Holly01 - 27. Dezember 2015

        Nur so am Rand,
        die ersten “unerklärlichen” Radarausfälle gab es in Europa kurz vor MH17. So weit ich mich erinnere in Norditalien und der Schweiz.
        Das ist NATO überwachtes Gebiet.
        Während MH17 sind nach offizieller Darstellung alle NATO Überwachungswerkzeuge von AWACS bis Satelitentechnik ausgefallen.
        Nun fallen in Syrien regelmässig die Radarüberwachungen aus.

        Was ist nun wahrscheinlich?
        Die Russen haben in der Schweiz wahrscheinlich Versuche durchgeführt, bevor die in der Ukraine und Syrien zugeschlagen haben? ;)
        Ich sage nur “Milzbrand”.
        Das war auch so ein Hype, der lief genau so lange bis Bayer den Amis das Gegenmittel schenken mußte und heute ist bekannt, die Erreger kamen aus US-Laboren.
        pöse Terroristen ….

  • Douglas - 26. Dezember 2015

    Besten Dank für die Freischaltung des Artikels und der aufschlußreichen Kommentare.

    Eine Änderung der Wipol ist nur durch eine Änderung des Systems, wie Geld verteilt wird, möglich. So jedenfalls argumentiert Charles Hugh Smith in seinem Blog.

    http://charleshughsmith.blogspot.ca/2015/12/if-we-dont-change-way-money-is-created.html

    Vielleicht kann S.L.E. mal den Artikel kommentieren, falls an der Sache etwas dran sein sollte.

    Gutes Neues Jahr allen Beteiligten!

    • SLE - 27. Dezember 2015

      Hallo Douglas,

      ich schau´s mir auf jeden Fall einmal an.

      Viele grüße
      SLE

  • Holly01 - 27. Dezember 2015

    Abschliessender Vergleich (bevor ich mal wieder Platz mache für bessere Kommentare):
    MM hier DWN:
    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/12/26/islamisten-abzug-aus-damaskus-nach-tod-eines-anfuehrers-ausgesetzt/
    und Telepolis als “investigativ”:
    http://www.heise.de/tp/artikel/46/46967/1.html

    Raqqa ist abgeschnitten, weil es Bodenverluste des IS gab.
    Alles läuft eine Kesselschlacht hinaus ….

  • sadoma - 27. Dezember 2015

    Hallo Holly01,

    das war ja mal wieder eine Kaskade von Infos, da haben die etwas schüchternen Blogger ja gar keinen Mut mehr zu Antworten ;-)

    Deine Anmerkungen sind hoch interessant. Ich wollte Dich provozieren, deine 100 Familien-These für Amerika mit konkreten Namenslisten zu belegen (Bücher kaufe ich mir dafür nicht). Doch daß ist Dir nicht gelungen und du weichst daher zurecht auf die Medienlandschaft in Deutschland aus. Mit deiner zutreffenden Aussage

    “keine Fragen fürchten, weil man die “Deutungshoheit” hat ….
    Wir denken nicht .. wir werden gedacht … ”

    hast Du das eigentliche Macht-Problem in Deutschland (und anderen Industriestaaten) erkannt. Unsere Kritik an den DEUTUNGSMASCHINEN in Form von in PRIVAT-Besitz befindlichen DEUTUNGSMASCHINEN sollte viel schärfer ausfallen da Sie konkret mit Namen und Fakten belegt werden kann. Mit einer diffusen 100 Familien Aussage macht man sich lächerlich und gibt sich den Verschwörungstheorie-Agitatoren preis. Je konkreter unserer Kritik ist desto konkreter werden die Machtverhältnisse bloßgestellt.

    • Holly01 - 27. Dezember 2015

      Vielleicht oder auch wahrscheinlich wäre es mir (aus sich der establishments wenig liebenswertes kleines Popoloch) durchaus möglich Namen und Vorgänge zu nennen.
      So lange ich keine Bandbreite nutze und keine “klicks” suche würde man mich wohl “toben” lassen und mich nutzen, um sich Argumentationsmuster und Verhaltensschemata anzuschauen und auszuwerten.
      Ich gehe das Riskio das mich einer Inquisitoren doch einmal interessant genug findet, um einen Aufriss zu starten aber nicht ein.
      Ich mag auch nicht wirklich ausloten, ob ich gute Anwälte finde und ob meine finanziellen Mittel reichen mich zu wehren.
      Ich will auch garnicht wissen, ob der Staat die neueren “Kranksheitsbilder” der Psychologie (übertriebenes, krankhaftes Misstrauen der Gesellschaft und dem Staat gegenüber) einsetzt, um die “charakterliche” Eignung zum Führen eines Fahrzeuges gemäß StVO als nicht gegeben anzunehmen.
      Ich brauche auch nicht die praktische Erfahrung ob der patriot act, der quasi jede systemkritische Äusserung im öffentlichen Raum als (wie hat Steine das genannt?) “geistige Brandstiftung” und damit als Vorstufe zum Terrorismus wertet und verfolgt.

      ich bin lieber dieses liebenswerte kleine Popoloch, daß ich in Andeutungen und Ungenauigkeiten verliert, denn das erscheint mir weitaus gesünder.

      • Holly01 - 27. Dezember 2015

        Der Unterschied zwischen Idioten und Helden ist oft nur die Betrachtungsweise ^^

    • SLE - 27. Dezember 2015

      Hallo sadoma,

      die 100 Familien kann ich zwar nicht aus dem Ärmel schütteln, aber i.d.Z. ist vielleicht ein “Special Report” der New York Times interessant. Der kommt zwar auch nicht auf 100 Familien, aber eindrucksvoll ist die Analyse trotzdem:

      http://www.nytimes.com/interactive/2015/10/11/us/politics/2016-presidential-election-super-pac-donors.html?emc=edit_na_20151010&nlid=69028547&ref=cta

      Wahrscheinlich könnte man mit Hilfe von Einkommens- und Vermögensanlysen auch noch näher an den Kern herankommen. Aber leider werden die wirklich reichen Familien aus dieser Art der Statistik herausgehalten.

      Viele Grüße
      SLE

  • sadoma - 27. Dezember 2015

    Feigling

    • Holly01 - 27. Dezember 2015

      Ich bevorzuge Hamlet. Die Rolle des Bauern besonders.
      Er geht als einer der Letzten von der Bühne.
      Inhaltlich kann man davon ausgehen, daß er bereits vor der Ereignissen da war, während der Ereignisse und im Gegensatz zu den Protagonisten der Handlung, ist er auch nachher noch da.
      Sehen Sie die Rolle des Bauern ist von Ohnmacht und Ahnungslosigkeit geprägt.
      Der Bauer weiss ob die Burg in der Nähe gerade gebaut wird, steht oder verfällt, aber die Burg als funktion ist nicht wichtig.

      Wenn Sie glauben etwas anderes als ein “Bauer” im Spiel zu sein, dann haben Sie keine Ahnung von der Phalanx der Macht, der Sie ausgeliefert sind.
      Feigling …. Defätismus … ja natürlich auch.
      Aber ich werde immer noch meine Hähme und meine Verachung in threats ausdrücken, wenn Sie schon lange frustriert hinter den Herd gekrochen sind…..

      Sie sollten lernen die Möglichkeiten die Ihnen gegeben sind zu verbessern und einzusetzen.
      Anderer provozieren ist nur bedingt unterhaltsam und erfolgreich.
      Sich dumm zu verhalten und Angriffsflächen zu bieten die andere bereits zu Fall gebracht haben ist … naja es ist einfach nur dumm.

      • SLE - 27. Dezember 2015

        Hallo Holly01,

        Häme und Verachtung auszudrücken, ist aber letztlich nicht konstruktiv. Ich bin mir auch sicher, dass Ihre Position hier von allen längst richtig verstanden worden ist. Insofern könnten Sie das künftig einfach voraussetzen. Sie brauchen sich auch nicht kleiner zu machen als Sie sind. Würden Sie, wenn Sie beispielsweise als Abgeordneter im Bundestag säßen, in ihrer Kernbotschaft anderes vermitteln? Ich vermute nicht. Insofern spielt es keine Rolle, ob Sie “Bauer” oder MdB sind, nicht wahr!?

        Viele Grüße
        SLE

        • Holly01 - 29. Dezember 2015

          …. währe ich MdB bedeutete dies, ich wäre korrumpiert (anders steigt man nicht auf) und ich wäre zumindest “verbal-geteilt” (also sprechen für das Publikum´und sprechen für meine tatsächlichen Inhalte/Seilschaft, für die ich dann ausschliesslich handle)…
          Wer auch immer Bandbreite bekommt, also Zugang zu Publikum, wird benutzt und läßt sich benutzen und da halte ich es mit Tolkien beim “Herr der Ringe”, man kann versuchen die Macht/Bandbreite für etwas Gutes einzusetzen, aber strukturell ist es tatsächlich unmöglich.
          Krieg bringt auch keinen Frieden ….. wer das Schwert hält, kann sich nicht damit raus reden etwas Gutes zu tun, denn im besten Fall verhindert der Krieg das Elend für die Gewinner, aber das Elend hat ja den Krieg als Ursache und kann nur “verteilt” werden.

  • sadoma - 27. Dezember 2015

    Hallo SLE,

    danke für diesen Link, hochinteressant. Daß das Weiße Haus käuflich ist sollte bekannt sein. Die Bedeutung des Geldes nimmt mit der Zerstörung der politischen Streit/Parteikultur seit Jahrzehnten in den USA zu. Der lieber Obama hatte ja auch gute Geldquellen.
    Was mich dennoch optimistisch stimmt ist das Präsidenten Kandidaten wie Bernie Sanders durchaus eine Chance hätten wenn man Sie wahrnehmen würde (Millionen von Amerikanern sind der gleichen Meinung). Menschen die vorwiegend Defätismus verbreiten (eine Person in diesem Forum darf sich angesprochen fühlen) frustrieren mich sehr. Es besteht immer eine Chance auf Veränderung man muss Sie nur wahrnehmen. Das diese Veränderungschancen minimal sind ist mir auch Bewusst. Der zivilisatorische Fortschritt ist und bleibt eine Schnecke. Wovor ich jedoch wirklich Angst habe ist die Mutlosigkeit der Intellektuellen die jede Chance negieren und damit einer Entwicklung Vorschub zu leisten die uns um Jahrzehnte in der Zivilisationsentwicklung zurückwerfen kann.

    Was die Situation in Deutschland betrifft, hier wird Macht (noch) nicht mit Geld gekauft, sondern mit Medienmacht, insofern sind Foren wie dieses ein weiterer Hoffnungsschimmer und Wert gepflegt und ökonomisch ausgebaut zu werden ich werde sobald meine Finanzen es zulassen mein Jahresbeitrag leisten ;-)

    • SLE - 27. Dezember 2015

      Hallo sadoma,

      vielen Dank für die Unterstützung und ja, ich sehe es genau so wie sie. man kann etwas ändern. Aber dazu muss man den Finger auf die wunden Punkte legen und zwar so oft und so lange, bis diese als solche ins Bewusstsein von immer mehr Menschen einsickern. Das ist in der Tat eine schwierige Angelegenheit. Andererseits darf man aber auch den Multiplikatoreffekt nicht unterschätzen, wenn solche Informationen und Argumente außerhalb von Foren wie diesem weitertransportiert werden. Aber das ist natürlich etwas, was man nicht sieht und auch nicht messen kann. Trotzdem, es geschieht.

      Viele Grüße
      SLE

  • sadoma - 27. Dezember 2015

    Hallo Holly01,

    Holly01 das Sie sich als Bauer bezeichnen ehrt Sie ;-)

    https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Bauernaufst%C3%A4nden

    Gerade die Bauern sind die wirklichen Helden des Fortschritts !

    P.S. Erst die Provokation bringt Klarheit ins Denken (beim Provozierten und Provozierer) dass ist das schöne an verbaler Streitkultur, Danke dass Sie daran teilnehmen ;-)

  • Holly01 - 27. Dezember 2015

    Es ist ein zweischneidiges Schwert zu kritisieren und zu informieren. Man ist Sender und sendet, aber die Information entsteht beim Empfänger.
    Der Empfänger nimmt die Informationen auf und ordnet diese in sein Wertesystem und in seine Wissensdatenbank ein.

    Es gibt keinen Zeitpunkt an dem man sich genut erklärt hat.
    Es sind immer neue Empfänger oder neue Inhalte, die man kommuniziert.
    Jeder Einzelne muss bei Null abgeholt werden, denn jeder Einzelne ist wichtig und kann (einmal ausreichend selbstständig durch Informationen und Wissen) ein neuer Kristallisationspunkt werden.

    Streit? Ja Streit ist wichtig, man darf nie bequem werden und sich selbst genug sein. Man darf auch nicht “sicher” sein man habe etwas umfassend verstanden.
    Wendigkeit im Denken und am Ende immer die Fähigkeit zuzuhören sind die Kernkompetenzen jeglichen Widerstands.

    Ich denke nicht, daß die Sicht ein Bauer zu sein einen klein macht. Die vielen Bauern ernähren die Welt.
    Man sollte sich nicht erheben, weil man meint etwas mehr zu wissen, Wissen ist keine Leiter auf der man aufsteigt.
    Aber als Masse zu wissen ist Macht. Die Macht der Masse (neudenglisch der Schwarm) ist umfassend.
    Das Problem ist die Handhabung.
    Erhebe ich den Anspruch die macht der Masse zu lenken oder zu handhaben, bin ich bereits ausserhalb und establishment. Dann hat Wissen mich korrumpiert.
    Nur als Mosaikstein kann man mit anderen herrliche Fensterbilder formen.

    Die Phalanx der Macht umfasst die Religionen, das Politikwesen, unsere moralische Basis, die Ökonomie, das Staatswesen und den sozialen Umgang miteinander, aber das ist alles nur ein Synonym für die vielen kleinen Mosaiksteine, die das ausformen.
    Verändert man einen Menschen indem man ihn erreicht, verändert man die ganze Phalanx, denn wir sind das Eine wie das andere.

    Auf den Punkt gebracht: wer sich selbst ändert und damit sein Umfeld ändert Alles. Aber sich selbst zu verändern ist eine unendlich schwere Aufgabe.
    Wir sollten es aber zumindest versuchen…..

  • Michael Stöcker - 28. Dezember 2015

    Ein nicht verstandenes Geldsystem spaltet Europa!

    Georg Trappe hat die richtigen Hinweise im Kontext der Steltzner-Kritik weiter oben gegeben. Die kopernikanische Wende im Geldsystemverständnis wurde eigentlich durch die Bundesbank im Jahre 2008 offiziell eingeleitet. Allerdings hat sie diese Peinlichkeit (ja, auch Zentralbanker wussten/wissen nicht, was Geld ist und wie Geld entsteht) nicht an die große Glocke gehängt. Ich betreibe hierzu seit gut zwei Jahren einen eigenen Blog. Die Verwirrung um die Geldschöpfung ist so groß, dass sich auch im Jahre 7 der monetären Zeitenwende diejenigen, die es eigentlich besser wissen sollten, immer noch gewaltig irren: https://zinsfehler.wordpress.com/2015/12/21/aufgelesen-bei-thomas-mayer-wer-ist-wirklich-schuld-an-den-niedrigen-zinsen/

    Aber die Diskussion kommt allmählich in Gang und eine zentrale Forderung, die ich vor gut zwei Jahren in die Diskussion gebracht hatte wurde nun auch erstmalig öffentlich von Professor Spahn erhoben: http://blogs.faz.net/fazit/2015/12/20/auch-fuer-geldpolitik-gilt-vorsicht-ist-die-mutter-der-porzellankiste-7028/#comment-5456. Weder Spahn, geschweige denn die FAZ, ist für sozialistisches Gedankengut bekannt.

    Und weil dies so bedeutsam ist, hier noch einmal die zentrale Aussage von Holly01:

    „Auf den Punkt gebracht: wer sich selbst ändert und damit sein Umfeld ändert Alles. Aber sich selbst zu verändern ist eine unendlich schwere Aufgabe.
    Wir sollten es aber zumindest versuchen…..“

    Oder um mit Georg Trappes/meinem Wahlspruch zu enden: Sapere aude!

    LG Michael Stöcker

    • Holly01 - 28. Dezember 2015

      Hallo Hr.Stöcker,
      beim Geld und beim Zins sind wir nicht auf einer Linie, aber ich freue mich über neue Aspekte.
      Bleibt die Frage die SLE immer wieder zu stellen versucht, die europäische Komponente oder dei Frage, ob man das Monster des “Imperiums” bändigen kann?

      Monetär würde ich zu Prof.Dr. Flassbeck und zu Prof.Dr. Werner tendieren und meinen, wir sollten das uniforme Inflationsziel der EU individualisieren.
      Was bedeutet es tatsächlich, wenn die Löhne und Gehälter in Deutschland innert eines Jahres um 20% steigen?
      Was bedeutet es wenn im gleichen Jahr Frankreich um 5% anzieht und Griechenland um weitere 2% reduziert?
      Es würden sich Inflationswerte von 20% in Deutschland, 5% in Frankreich und deflationäre -2% in Griechenland einstellen.
      Die Industrie 4.0 aber auch jetzt schon minimieren die Auswirkungen des Lohnanteils an den Produktionsklosten, weil der Stückpreis eben nicht mehr den Lohn als bestimmenden Anteil hat.
      Aber so lange die Industrie 4.0 die Welt noch nicht auf den Kopf gestellt hat, könnte man mit individualisierten Inflationsraten in der EU die Fliehkräfte dämpfen.

      lg Holly01

    • Georg Trappe - 28. Dezember 2015

      Hallo Herr Stoecker,

      ich bin beeindruckt. Sie sind der Erste, der mir begegnet und folgendes oeffentlich zugibt:

      Danke für die Blumen, aber als Professor hätte ich als ‚Nestbeschmutzer‘ keine realen Chancen. “Ich bin Diplom-Handelslehrer (Studium in den 80er Jahren mit Schwerpunkt internationale Finanzmärkte bei Prof. Dr. Emil-Maria Claassen) und habe das Thema Geld- und Geldpolitik über 10 Jahre an der Europäischen Wirtschafts- und Sprachenakademie unterrichtet. Im Jahre 2008 musste ich feststellen, dass ich den Studierenden in einigen zentralen Bereichen auf Grundlage des Schülerheftes der Deutschen Bundesbank groben Unfug beigebracht hatte. In jenem Jahr hatte die Bundesbank ihr Heft im Hinblick auf die Geldschöpfung komplett überarbeitet. Von da an habe ich alles in Frage gestellt, was ich bis dahin an unerschütterlichen Gewissheiten ex cathedra verkündet hatte. Die Ergebnisse meiner Denkprozesse können Sie teilweise in meinem Blog sowie den Kommentaren insbesondere im Herdentrieb sowie der Ökonomenstimme aber auch bei Gerald Braunberger in der FAZ lesen. ”

      http://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/china-losing-control-as-stocks-crash-despite-emergency-measures/#comment-14291

      Respekt!
      -
      Sie schreiben weiterhin auf Ihrer Website:

      “Auf der Suche nach dem Fehler im System habe ich hier meine wichtigsten Erkenntnisse zum angeblich fehlerhaften Zinssystem des Kreditgeldkapitalismus zusammengefasst. ”

      https://zinsfehler.wordpress.com/about/

      Und da moechte ich dann gerne bei “dem Fehler” einhacken. Ich gehe im Moment, weil ich noch keine Zeit hatte Ihre Artikel sorgfaeltig zu lesen, davon aus, dass Sie die Arbeit von Steve Keen und Richard Werner (s.o.) kennen und Ihre Erkenntnisse sich zumindestens im Kern mit deren Einsichten bezueglich unseres zweistufigen Geldsystems und der Kapazitaet der Geschaeftsbanken Geld bzw. genauer gesagt, Sichtforderungen auf Zentralbankgeld, die vom breiten Publikum als Geldaequivalent betrachtet werden, im Zuge der Kreditvergabe zu schoepfen, einig sind.

      Koenne Sie sich vorstellen, dass nicht nur das Geldsystem von den sog. Wirtschaftswissenschaften (angeblich?) nicht verstanden ist, sondern mindestens eine weitere Grundannahme der sog. Wirtschaftswissenschaften ebenfalls falsch ist? Und es diese falsche Sichtweise in Verbindung mit dem falschen Verstaendnis des Geldsystems ist, was die durch diese sog. Wissenschaft beratene Politik so katastrophal und Problem verschaerfend macht?

      Viele Gruesse

      Georg Trappe

      • Michael Stöcker - 29. Dezember 2015

        Hallo Herr Trappe,

        Steve Keen und Richard Werner sind mir selbstverständlich bekannt; ebenso wie Ihre Kernthese des Fettaugensyndroms, die bei mir einfach Matthäus-Effekt heißt. Damit können allerdings einige Mitmenschen wohl wenig anfangen (http://www.spiegel.de/forum/wirtschaft/oekonomie-kritik-meine-fragen-hans-werner-sinn-thread-181224-8.html#postbit_20020701) . Daher ergänze ich seither immer: Der Teufel schei… immer auf den größten Haufen.

        Neben Keen und Werner halte ich allerdings Lord Adair Turner sowie Perry Mehrling für bedeutsamer und einflussreicher.

        „Koenne Sie sich vorstellen, dass nicht nur das Geldsystem von den sog. Wirtschaftswissenschaften (angeblich?) nicht verstanden ist, sondern mindestens eine weitere Grundannahme der sog. Wirtschaftswissenschaften ebenfalls falsch ist? Und es diese falsche Sichtweise in Verbindung mit dem falschen Verstaendnis des Geldsystems ist, was die durch diese sog. Wissenschaft beratene Politik so katastrophal und Problem verschaerfend macht?“

        Das kann ich mir nicht nur vorstellen, sondern das sehe ich genauso wie Sie. Von daher beinhaltet mein 10-Punkteplan für Europa ebenfalls zwei Aspekte, die auch Max Otte in dem von sadoma verlinkten Vortrag aus dem Jahre 2013 fordert: https://zinsfehler.wordpress.com/2013/10/13/zehn-masnahmen-fur-ein-europa-in-frieden-freiheit-und-wohlstand/

        Apropos Otte: Der gibt in seinem Vortrag auch das Geldverleiher-Märchen zum Besten. Aber gut, der Vortrag war von 2013 und die Aufklärungsseite der Bundesbank ist erst vom November 2014: http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/FAQ_Listen/faq_zum_thema_geldschoepfung.html?docId=322134#322134

        Braunberger ist hier einen Schritt weiter und stellt die richtigen Fragen: http://blogs.faz.net/fazit/2015/12/22/das-fazit-raetsel-fuer-die-feiertage-lebt-milton-friedman-7052/#comment-5471

        LG Michael Stöcker

        • Georg Trappe - 30. Dezember 2015

          Hallo Herr Stoecker,

          vielen Dank fuer die interessanten Hinweise. Da habe ich ersteinmal etwas zu lesen.
          Ja und der mit dem Lothar Effekt ist auch sehr gut ;-).
          Sie werden sicher verstehen, wenn ich gegenueber den Loesungsvorschlaegen ersteinmal mein kritisches Denken wirken lassen will. Und das braucht ewtas Zeit. Vorab aber ein Hinweis um zu verdeutlichen, wie weit meine “Paranoia” inzwischen reicht. Sehen Sie sich bitte mal R. Werners original QE Proposal an und vergleichen Sie es mit der aktuellen Implementierung. Und dann noch eine Reihe von Beobachtungen.
          MMT, Michael Hudson taucht im Feuliton der FAZ auf, die Bundesbank kommt 2008, wie Sie sagen, mit der Wahrheit zum Vorschein, die BoE 2014, Steve Keen betrachtet sehr intensiv die dynamischen Probleme und laesst die Verteilungsprobleme nahezu unerwaehnt (kurz zeitig gesponsort von G. Soros), die Einengung der Diskussion um Pikettys Buch auf “Verteilungsgerechtigkeit” und das nahezu konsequente Ausklammern einer Diskussion ueber Funktionsbedingungen bzw. die Sklerose ausgeloest durch (Macht-)Verteilungsprobleme, die Vielzahl der “spontanen” Loesungsvorschlaege, die eine Erhoehung der Machtkonzentration als Loesung sieht (Weltwirtschaftsregierung etc.).
          http://community.zeit.de/user/georgt/beitrag/2011/02/01/weltwirtschaftsregierung-die-loesung-aller-probleme
          Die USA 1% konnten 1971 noch die vorhersehbare Abkopplung des Dollars vom Gold als Wertstandard ueberraschend einfach Dank der Kooperation der Verbuendeten 1% durchsetzen.
          http://georgtsapereaude.blogspot.com/2013/05/lesetipp-fuer-afd-fans-der-blessing.html

          45 Jahre weiter und in einer Welt geflutet mit amerikanischen IOUs koennte es durchaus im Interesse der inzwischen global organisierten 0,1% sein diese IOUs zu entwerten. Am besten auf Verlangen der Mehrheit. Was dem immer noch national/regional gebundenen “Mittelstand” aber eher nicht gefaellt.

          Da gibt es also moeglicherweise einen interessanten Interessengegensatz zwischen den 0,1% und den 0,9%, die jeweils die Mehrheit fuer sich einspannen wollen. Und da muss man schon sehr genau wissen, wo man steht, wenn man nicht am Ende der Dumme sein will.

          Viele Gruesse

          Georg Trappe

        • Georg Trappe - 30. Dezember 2015

          Hallo Herr Stoecker,

          ich hatte inzwischen Zeit etwas mehr und intensiver in Ihrem Blog zu lesen.
          Hut ab!
          Soweit es die Analyse und Kritik betrifft, unabhaengig davon ob es Target2, Verbriefung, Konsumenten Kredite in gesaettigten Maerkten, das grundlegende Verstaendnis des zweistufigen Geldsystems ist, teilen wir ein gleiches Verstaendnis bzw. sind zu gleichen Ergebnissen/Einsichten gekommen.

          Form , Inhalt und Umfang Ihrer Darstellungen betrachte ich als einzigartig. Ich kenne nichts Vergleichbares in deutscher Sprache. Und das Schoene ist, sie sprechen die Sprache der Oekonomen, die sie mit Ihrer Analyse und Kritik ansprechen. Da kann dann keiner mehr sagen, “lost in translation”. Eine wirklich sehr schoene Arbeit, die sicherlich helfen wird, das Verstaendnis der Bedeutung des Geld- und Bankwesens fuer die wirtschaflichen Entwicklungen voran zu bringen.
          -
          Die Bedeutung / Ursachen des sehr weit vorangeschritten Matthaeus Effekt im Bereich des Realkapitals sehen wir moeglicherweise unterschiedlich. Da muss ich mich noch etwas intensiver mit Ihrer Arbeit auseinandersetzen.

          Ich wuensche Ihnen, sowie allen Mitlesern/Kommentatoren und den Betreibern/Autoren des Querschuesse Blogs einen guten Start ins neue Jahr.

          Viele Gruesse

          Georg Trappe

    • SLE - 28. Dezember 2015

      Hallo Herr Stöcker,

      vielen Dank für den Hinweis auf Ihre Erfahrungen, Überlegungen und Aktivitäten. Den universitären Lehrbetrieb kenne ich als Ökonom aus eigener Erfahrung gut. Ich gehöre zu jenen Ökonomen, die die herrschende (liberal-neoklassische) Lehre in Frage stellen. Mein Schwerpunkt war und ist nach wie vor das Marktsystem selbst und dessen Fundamentalkritik, nicht die Geldpolitik, aber die krankt an denselben grundsätlichen Fehlern des ihr zugrundeliegenden theoretischen Ansatzes.

      Es ist, was ich deswegen nochmals besonders betonen möchte, nicht allein das falsch verstandene Geldsystem, das Europa spaltet und alle Industrieländer in Schwierigkeiten bringt. Es ist insbesondere auch ein falsch verstandenes Marktsystem, dass das gesamte westliche Wirtschafts- und und Geldsystem instabil und latent krisenanfällig gemacht hat. Ich erinnere i.d.Z. immer gerne auch an “Das Finanzkapital” (1910) von Rudolf Hilferding, das einem, wenn man es nochmals liest, ein Dejavu-Erlebnis verschafft. Man wird beides in den Blick nehmen und verändern müssen.

      Viele Grüße
      SLE

  • Holly01 - 28. Dezember 2015

    Wieder einmal das liebe Geld:

    Ich trete hier nur meine bekannte Position noch einmal in den blog Boden, um so etwas wie eine Diskussionsgrundlage zu haben.
    Für die meisten ist das langweilig, weil hinreichend bekannt und schon oft thematisiert. Ich habe dafür auch kein Schema, ich formuliere das immer wieder neu.
    Also die Stammis können diesen Teil getrost wegscrollen, nix neues …..

    Es gibt ja die ökonomischen Schulden, dei sich auf unterschiedliche Schwerpunkte fixieren und diese unterschiedlich wertig betonen.
    Ich folge keiner dieser Schulen, denn ich sehe das wie in der Physik. Ich kann Zentrifugalkraft nicht ohne Zentripedalkraft erklären und es ist egal, welche ich in den Vordergrund rücke, weil es meinem temporären Blickwinkel unterstützt, sie gehören zusammen, trten nie alleine auf und Wertungen sind wenig zielführend.
    Zudem werfe ich den ökonomischen Schulen vor, daß sie durch ihr Kreuzfeuer jegliche Entwicklung der Ökonomie blockieren und jeden alternativen Gedankenansatz diskreditieren.
    Ich beziehe mich also nicht auf Schulen oder Sparten.

    Die Ökonomie ist von sich widersprechenden Abläufen und Wirkungen beherrscht. Inhalt der Ökonomie sind Menschen mit widerstrebenden Interessen und Verhaöltensweisen, ein Abbild der Ökonomie kann also nicht konformistisch linear sein, es muss Widersprüche geben.

    Der Unterschied zwischen Miniökonomie und Makroökonomie besteht (für mich) in der Verwertungskette von Geld.
    Der Einzelne bewirkt mit Geld etwas anderes, als eine Gesellschaft, mit Verwertungsketten und Mehrfachnutzung von Geld.
    man muss also immer schauen wo man sich bewegt, Einzelbetrachtung oder gesellschaftliche Betrachtung.
    Es gibt feste Größen, sich verändernde Größen und es gibt die dynamische Veränderung die sich im Unterschied der beiden ausdrückt.
    Auch da muss man klar unterscheiden was man benutzt. Die Flußgrößen sind relativ schwer zu fassen, da sie ja abhängige Größen sind. Da ist es immer gut, erklärent zu sagen, welche Abhängigkeit man gerade betont, denn auch diese Abhängigkeiten können sich widersprechen und völlig unterschiedliche Wirkungen haben.

    Geld wird geschöpft.
    Geld ist eine Bilanzverlängerung.
    Geld im Umlauf ist immer der Schuldschein eines Geldschöpfers.
    Geld beruht auf Vertragsrecht.
    Geld ist mit Rechten besichert, welche mit gesellschaftlich besicherten Gesetzen geschützt werden.
    Geld ist kein Kapital.
    Geld ist eine gesellschaftliche Größe und steht mit der Gesellschaft, die das Geld nutzt in Wechselwirkung.
    Geld ist ein Machtfaktor und ein Steuerungsinstrument.
    Geld hat mit dem Vielfachen zum Kapital eine abnehmende Zuwachswirkung und kann bei exessiver Geldschöpfung mehr Kosten verursachen (Zinsen), als es an Zuwachs erzeugt, Geld kann also Wachstums- und Investitionsdämpfend wirken.
    Der Notenbank folgt mit ihren Maßnahmen dem Markt und der Markt wird von den Geschäftsbanken mit der Geldschöpfung bestimmt.
    Maschinen kaufen keine Waren und der Konsum kann nicht höher sein, als die Arbeitnehmerentgelte plus privater Verschuldung.
    Verschuldete Konsumenten reduzieren durch die Zinslast ihren privaten Konsum und ihren Lebenskonsum.
    Banken (Geldschöpfer und Geldverteiler) haben eine wichtige und zentrale Rolle in der Gesellschaft, Ökonomie und Entwicklung.

    Ich hoffe ich habe aus dem Handgelenk die wichtigsten Punkte erfasst.

    lg Holly01

    • Holly01 - 28. Dezember 2015

      Oh, die Sache mit der “Null” vergesse ich immer wieder zu erwähnen.

      Da Geld auf Bilanzverlängerung beruht, ist die Summe von Geld und Schuld und Allem, was man mit Geld- und -transfers bewirkt (bewirken kann) immer : NULL
      Geld kann nur umverteilt werden.
      Geld ist nie weg.
      Geld fällt nie vom Himmel, auch nicht aus Hubschraubern.

      • Holly01 - 28. Dezember 2015

        …. und ja Eure Arbeit hat sich gelohnt, das hat nun selbst der Holly verstanden ;)
        danke dafür

  • sadomas - 28. Dezember 2015

    @Michael Stöcker

    vielen Dank für das erneute Einbringen des wichtigsten Themas für unsere Zivilisation. Dass
    “Die kopernikanische Wende im Geldsystemverständnis” begonnen hat wissen Sie, Ich, Hollly01 und viele andere in diesem Forum. Die Frage ist jedoch wie diese Erkenntnis Parteiübergreifend und innerhalb der Bürgergesellschaft in der breite Diskutiert werden kann die notwendig ist um die aus der Erkenntnis notwendigen schmerzhaften Entscheidungen zu treffen.

    Bei der derzeit herrschenden Zentrifugalkräften in Europa glaube ich nicht mehr an eine Rettung des EURO. Auch die Zwischenlösung über nationale Inflationsziel der EU den EURO zu stabilisieren wird nicht schnell genug kommen, der Zug ist nach meiner Ansicht abgefahren.

    Als Schlussfolgerung bleibt die die kopernikanische Geld-Wende und Ihre Konsequenzen in Breite und Tiefe zu verbreiten. Dass dann in Folge in 20 bis 40 Jahren das EU-Gemeinschaftsgeld Projekt erneut angegangen werden kann schließe ich nicht aus. Ich hoffe dass wir uns der immensen Aufgabe dieses Projektes bewusst sind und möglichst Ideologiefrei uns das Sozialinstrument GELD mit seinen Vor- und Nachteilen untersuchen und NEU Institutionalisieren.

  • sadoma - 28. Dezember 2015

    @Michael Stöcker

    “Die kopernikanische Wende im Geldsystemverständnis ”

    Sie haben den Nagel auf den Kopf getroffen. Auch wenn diese Wende nicht von der Bundesbank aus freien Stücken sondern aufgrund des Erkenntnisdrucks von freien Denken (viele kleine Galileis) geschehen ist ;-)

    Immerhin haben die Mitarbeiter bei der Bundesbank Ihren Leitspruch Sapere aude!
    befolgt.

    Ich halte es auch für extrem wichtig dass diese Fragestellung inzwischen auch in konservativen Kreisen angelangt ist. Der von Ihnen zitierte ehemalige Volkswirt der Deutschen Bank Herr Mayer ist mit seiner Geldanalyse ja zu den Ketzern übergelaufen ;-)

    Ich hoffe dass wir hier (in Ihrem Blog oder sonstwo) gemeinsam die Chance Nutzen diese Thematik sowohl in Tiefe als auch in Breite Ideologiefrei zu verbreiten.

    es freut mich Sie hier gefunden zu haben

    sadoma

  • sadoma - 28. Dezember 2015

    “und ja Eure Arbeit hat sich gelohnt, das hat nun selbst der Holly verstanden ;)
    danke dafür”

    war mir ein Vergnügen ;-)

  • Holly01 - 28. Dezember 2015

    @ sadoma:
    zu:
    “@Michael Stöcker

    vielen Dank für das erneute Einbringen des wichtigsten Themas für unsere Zivilisation. Dass
    “Die kopernikanische Wende im Geldsystemverständnis” begonnen hat
    [.........]
    Ich hoffe dass wir uns der immensen Aufgabe dieses Projektes bewusst sind und möglichst Ideologiefrei uns das Sozialinstrument GELD mit seinen Vor- und Nachteilen untersuchen und NEU Institutionalisieren.”

    Es gibt den Faktor Zeit nicht. Es gibt keine Krise. Es kann nichts geschehen, was man nicht (auch im nachhein) revidieren könnte.
    Die Maßnahmen (gesellschaftlich konsensfähig) sind einfach, übersichtlich und zeitlich nicht abhängig.
    Es gibt den hegemonialen Faktor, der sich deformierend auf das Geldsystemm auswirkt, aber selbst der ist national/lokal auszumerzen.
    Es gibt nur eine fixe Größe: WIR MÜSSEN VERHINDERN,DASS UNSERE POLIS UNS IN EINEN KRIEG TREIBEN !!

    Der ganze Rest ist nur storyline, also Fassade und die kann man bei Bedarf “neu streichen”.

    • Eurelios - 28. Dezember 2015

      Es gibt nur eine fixe Größe: WIR MÜSSEN VERHINDERN,DASS UNSERE POLIS UNS IN EINEN KRIEG TREIBEN !!

      Da bin ich voll bei Dir lieber Holly01. Nur das ist wichtig, ja überlebenswichtig alles andere
      kann man hinten an stellen.

  • sadoma - 28. Dezember 2015

    @Holly01

    “WIR MÜSSEN VERHINDERN,DASS UNSERE POLIS UNS IN EINEN KRIEG TREIBEN !!”

    Einverstanden, ich hätte halt gern zu meinen Lebzeiten noch weitere kleine Fortschritt-Schritte gesehen (wie die von Herrn Stöcker beschriebenen) .

    P.S.

    Da sind wir mit unserer Bundeswehr ja gut bedient.

    “Stell Dir vor es ist Krieg und die Bundeswehr hat nicht genügend Persona”

    Sorry, ich werde bei sehr ernsten Themen leicht zum Zyniker :-(

    • Holly01 - 28. Dezember 2015

      Der Bauer (kleine Mann/Frau) ist vorher da, mitten drin und nachher, das ist die fixe Größe.

      Die Russen werden in 1000 Jahren immer noch da sein und die Amis auch.
      Ich würde es gerne sehen, wenn wir nicht zwischenzeitlich im atomaren Erst- und Zweitschlag auf der Strecke blieben …. diese Gefahr halte ich (aufgrund der Situataion des Hegemons) heute für realer als 1980 oder als 2008.

      .. manchmal muss man Zyniker sein, um diese Welt und einige Menschen ertragen zu können …

  • sadoma - 28. Dezember 2015

    damit wir nich Zyniker bleiben, wird euch gefallen ;-)

    stark geworden die Dunkle Seite ist…

    https://www.youtube.com/watch?v=9w05lhUQ3F4

    Prof. Max Otte – Voraussetzungen für eine krisenfreie und nachhaltige Finanzarchitektur

  • sadoma - 28. Dezember 2015

    Als meinen Abschluss für diese Forum-Diskussion (ab 100 Einträgen wird es langsam unübersichtlich) noch ein Hinweis auf eine Grafik die für sich spricht.

    http://www.zerohedge.com/news/2015-12-21/feudalism-then-now

    Bis 2016

    sadoma

  • Traumschau - 28. Dezember 2015

    Das erklärt so einiges …

    “Für ein Buch, an dem ich schreibe, sah ich mir eine wissenschaftliche Arbeit von Jonathan Nitzan und Shimshon Bichler an, in der argumentiert wird, dass die von ihnen so bezeichneten „Kapitalisten“ gar nicht wollten, dass sich die krisengeschüttelte Wirtschaft erholte. Laut Nitzan und Bichler entspricht es vielmehr den Interessen „der Kapitalisten“, die Krise zu verlängern, da diese für sie einen Machtzuwachs bedeute.”

    http://www.larsschall.com/2015/12/27/was-motiviert-die-kapitalisten/

    • Georg Trappe - 29. Dezember 2015

      Ausgezeichnet! Vielen Dank fuer diesen Hinweis. Denn das ist es!
      Sehr schoen auf den Punkt gebracht.

      “Was also motiviert Kapitalisten? Nitzan und Bichler antworten:

      „Heutzutage ist das Hauptziel führender Kapitalisten und Verbände nicht absoluter Nutzen, sondern relative Macht. Ihre wirkliche Absicht ist nicht, hedonistisches Vergnügen zu maximieren, sondern ,besser zu sein als der Durchschnitt‘. Ihr höchstes Ziel ist nicht, mehr Güter und Dienstleistungen zu konsumieren (obwohl dies auch geschieht), sondern ihre Macht über andere zu vergrößern. Und der Schlüssel, mit dem sie diese Macht messen, ist ihr Anteil bei der Verteilung von Einkommen und Vermögenswerten.“ (1)

      Ich nenne dieses Streben nach relativer Macht das Streben nach “Mehr”. Es manifestiert sich im wesentlichen in zwei Dimensionen. Zeit, heute mehr als gestern = Wachstum, und in Bezug auf die soziale Umgebung, ich will mehr als meine Nachbarn = Wettbewerb. Wichtig ist, dass es relative Bezuege sind, die da motivieren und keine absoluten. Die Skala ist nach oben offen. Unten gibt es allerdings einen Anschlag. Der liegt bei 2500 kcal pro Tag.

      Eine interessante Facette, die bei Nitzan und Bichler meiner Meinung nach fehlt, wuerde ich noch gerne hinzu. Es hilft nicht zwischen Kapitalisten und Nichtkapitalisten zu unterscheiden. Es gibt Menschen, die alle ein tief verwurzeltes und existentiell notwendiges Verhalten an den Tag legen (siehe meine Antwort an SLE oben). Und dieses Verhalten motiviert durch die Vorstellung “Mehr”= Besser fuehrt zu rechtsschiefen Verteilungen dessen, auf das sich dieses Verhalten bezieht, wenn die Erfolge bei diesem Verhalten ueber Zeit und Population streuen, was sie immer tun, weil jeder in Bezug auf eine unsichere Zukunft agiert. Auch eine rein zufaellige Streuung der Erfolge beim Investieren=Aneignen und Reinvestieren=Mehr aneignen bringt diese rechtsschiefen Verteilungen zu Tage. Und damit ist dann auch die (calvinistische) Wahnvorstellung einiger besonders Erfolgreicher widerlegt, das ein Spitzenplatz in den Forbeslisten in diesem Wettbewerb Beleg fuer besondere Tuechtigkeit ist. Ist es definitiv nicht! Allerdings kann man den Effekt (der auf Gibrats law of proportionate effect zurueck geht) durch bestimmte Massnahmen verstaerken (oder abschwaechen). Banken die in einer Monopol- oder Oligopolstellung Geld (= umlauffaehige Forderungen gegen die Allgemeinheit) kreieren koennen und dieses bevorzugt an diejenigen ausreichen, die schon einiges an Werten erfolgreich akkumuliert haben, also Sicherheiten bieten koennen, gehoeren wie die Bildung von Seilschaften und Politikbeeinflussung aka Lobbyismus bishin zum Politik- und Wissenschaftskauf aka Korruption und Wirtschaftsnobelpreis dazu.
      Abschwaechen oder auf einem bestimmten Niveau einfrieren, laesst sich dieser Effekt durch eine Steuerpolitik die von Oben nach Unten umverteilt und damit das Motiv neutralisiert. Das war in den USA bis zum Ende der 70er der Fall. Der internationale Wettbewerb, insbesondere durch Japan und Deutschland, in dem die USA immer weiter zurueck zu fallen drohten sowie Stagflation waren aber u.a. Ausloeser fuer eine Richtungsaenderung, was sehr schoen in der zeitlichen Entwicklung der Ungleichheit der Einkommens- und Vermoegensentwicklungen in den USA sichtbar wird.
      Theoretisch sind die hier von mir vorgetragenen Thesen untermauert.
      Leider wird das vom meiner Meinung nach gekauften Mainstream ignoriert.

      http://georgtsapereaude.blogspot.com/2012/12/das-fargione-integral-warum.html

      https://books.google.co.th/books?id=ib5vdL9dbX0C&lpg=PA105&ots=ml6kFeJe7i&dq=inequality%20stochastic%20multiplicative%20process&hl=de&pg=PA105#v=onepage&q=inequality%20stochastic%20multiplicative%20process&f=false

      Ich bin nicht sicher, ob der letzte Link funktioniert. Daher hier der Titel der Veroeffentlichung
      The Economy As an Evolving Complex System, III: Current Perspectives and …
      von Lawrence E. Blume,Steven N. Durlauf
      Herausgegeben vom Santa Fe Institute Studies ind the Sciences Of Complexity

      In dem verlinkten Artikel ist die Rede von “market efficiency”, gemeint ist damit in diesem Zufaelligkeit des Investionserfolgs = keine Tuechtigkeit, Seilschaften, Lobby, etc.

      Ich wuensche grandiose Feiertage und einen weiterhin erfolgreichen Erkenntnisprozess

      Halleluja

      Georg Trappe

  • Traumschau - 29. Dezember 2015

    Video: Harald Schumann: Die schärfste Waffe der Demokratie

    Ein hochspannender Beitrag zur Zukunft der Demokratie: Festrede von Harald Schumann, Tagesspiegel-Journalist und Autor (u. a. Die Globalisierungsfalle, Staatsgeheimnis Bankenrettung, Die Troika – Macht ohne Kontrolle) bei der 10-Jahres-Feier von LobbyControl.

    https://www.lobbycontrol.de/2015/12/video-harald-schumann-die-schaerfste-waffe-der-demokratie/

    Eine m.E. wirklich ausgezeichnete Rede! LG

  • sadoma - 29. Dezember 2015

    Hallo Traumschau,

    kann ich nur bestätigen, gute Analyse mit vielen guten Widerstandsideen (Gehorsamsverweigerung und Opposition gegen die Obrigkeit, )

    lg

  • Holly01 - 29. Dezember 2015

    Eine (auch für Europa) richtig wichtige Entwicklung:
    http://www.faz.net/aktuell/wissen/monstersturm-heizt-dem-nordpol-ein-13988839.html

    Die Temperaturen in Nordeuropa sind das Spiegelbild zu denen Am Nordpol. Schiessen dei Temperaturen am Pol hoch, geht die Tendenz für Nordeuropa steil nach unten.
    Stabilisiert sich diese Wetterlage, wird es massive Luftbewegungen von feuchte gesättigter Luft aus dem Atlantik nach Mittel- und Nordafrika geben. Diese sogenannten Wassertröge werden dann zu gerade sintflutartigen Regen führen.

    Ursache nach meiner Meinung ist die story mit der deep water horizone, wo ja Öl mit einer Emulsion mit dem Wasser des (so genannten) Golfstroms im Tiefenwasser gemischt wurde.
    Folge eine Dichte- und damit Geschwindigkeitsänderung.
    Folge eine Abschwächung des Wasserkreislaufs der weltweit warme und kalte Wasserregionen vermischt.
    Sollte ich Recht behalten. wird es im südliche Pazifik innert kurzer Zeit zu masiven Temperaturanstiegen kommen, also eine massive Hitzewelle.
    Wenn das passiert, stabilisiert sich der Prozess und wird ein Selbstläufer der unter anderem die gewünschten öffnungen der Nordost- und Nordwestpassagen mit sich bringt.
    Böse für die Briten, denn für die Briten bedeutet es den Verlust der “Heizung” durch den Golfstrom und viel stärkere Wetterextreme, durch die sich dann durchsetzende Seewetterlage.

    • Holly01 - 29. Dezember 2015

      geoengeieering …. kein Zufall …

  • Georg Trappe - 31. Dezember 2015

    Und passend zum Artikel:

    http://sputniknews.com/europe/20150824/1026140427/eu-crises-us-dependency-germany-eurozone.html

    “As Europe is facing a number of serious problems, its elites seem exhausted and unable to find any solid working solutions, other than a temporary band aid that already proved unsuccessful, Michta said.”

    http://www.the-american-interest.com/byline/michta/

    • SLE - 31. Dezember 2015

      Der Guardian veröffentlichte auch etwas in dieser Richtung:

      http://www.theguardian.com/world/2015/dec/17/refugee-crisis-eu-summit-exposes-impotence-and-unfulfilled-pledges

      Grüße
      SLE

      • Georg Trappe - 31. Dezember 2015

        Tja, ich sehe die impotenten und exhausted Eliten deutlich vor mir. Die wissen genau, dass sich das Fettaugensyndrom unabhaengig von Wachstum, Stagnation oder Kontraktion immer in die gleiche Richtung entwickelt. Hauptsache die Renditen streuen und der “Investitionsprozess” wird endlos fortgesetzt.

        https://pbs.twimg.com/media/CXLlA0VWYAEhr8j.png

        https://pbs.twimg.com/media/CXioWxRWMAAsnnS.jpg

      • Georg Trappe - 1. Januar 2016

        Hier noch ein Augenoeffner der die Rolle von George Soros & Co, sowie die Methoden wie deutsche 1% Interessen weich gekocht werden beleuchtet:

        http://journal-neo.org/2015/12/18/soros-plays-both-ends-in-syria-refugee-chaos/

        Eine der zentralen Forderungen aus dieser Richtung waren immer Euro Bonds. Bis heute gibt es sie nicht. Nun werden EU Refugee Bonds als “Loesung” gefordert. Und die werden kommen. Denn 1 Mio Refugees pro Jahr ueber einen laengeren Zeitraum, die als Drohung im Raum stehen, muessen finanziert werden. So bringt man Deutschland vom Austerity Pfad hin zu Staatsschulden, die europaweit nachfragewirksam werden. Man kann das auch mit den Vorschlaegen von Michael Stoecker, EZB Geld fuer jeden, erreichen. Nur das Land und seine 1%, das den groessten Berg monetaerer Forderungen angehaeuft hat, will die Entwertung derselben nicht so ohne weiteres riskieren. Deswegen muessen Refugees her. Und zwar massenhaft und medienwirksam mit einem Medialentrommelfeuer, wie wir es seit 9/11 nicht mehr gesehen haben. Und das erstaunliche ist, Merkel spielt sauber mit. Sie begreift den kleinen aber feinen Unterschied nicht. Interessant wird sein, inwieweit die deutschen 1% das tun. Den US glaeubigen kosmopolitischen 0,1% duerfte es egal sein. Aber den 0,9% die auf den monetaeren Ueberschuessen sitzen und die ihre Machtbasen/Firmen noch in Deutschland/Europa sehen/haben eher nicht. Koennte also sein, dass die Kanzlerin wegen diesen Interessengegensatzes innerhalb der deutschen 1% stuerzt.
        -
        Der kleine aber feine Unterschied zwischen Euro/Refugee Bonds und Stoeckers EZB Money for all, ist, dass Bonds und deren Zinsen in den Haenden von Privaten landen. Die Bilanzposition der EZB, die man Stoeckers Money gegenueberstellen muesste, waere zinsfrei und wuerde im Nirwana enden. Er nennt das schuldenfreie Buergerfinanzierung. Nicht unbedingt im Sinne von Soros und Co., die eine Staatsschulden finanzierte Refugeefinanzierung fordern, weil man damit die verhassten Staaten so schoen an die private Kandarre nehmen kann. In beiden Faellen geht es aber darum, die bestehenden realwirtschaftlichen Strukturen moeglichst unbeschadet in die naechste Runde zu retten. Wird spannend.

        Viele Gruesse

        Georg Trappe

        • Georg Trappe - 1. Januar 2016

          Und noch ein interessanter Hinweis. Googlen Sie mal “western union refugee crisis”. Das merkwuerdige ist, die Western Union Filialen entlang der zu erwartenden Flucht Routen entstanden gehaeuft bevor! die Sache in Gang kam. Da wusste jemand was, wann, wo kommt und was Fluechlinge, die wochenlang unterwegs sind am noetigsten brauchen. Geld!

  • Holly01 - 31. Dezember 2015

    Eine sehr gute und nicht so reisserische Ergänzung zu meinem “Kandra-..” Text oberhalb:

    http://www.geolitico.de/2015/12/31/aufmunterung-kritischer-geister/

    Die Basis ist breit, selbst denken scheint Trend zu werden ….. (ja ich träume halt gerne ….)
    lg

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