Kursrutsch Nr. 2 in Tokio: Warnschuss gegen „Abenomics“

von am 27. Mai 2013 in Allgemein

Nachdem der Nikkei am Donnerstag um 7,32 Prozent eingebrochen war, sich aber am Freitag nach starkem Auf und Ab mit einem leichten Plus von 0,89 Prozent aus der Woche verabschiedet hatte, startete er zum Wochenauftakt erneut mit einem deutlichen Minus von 3,22 Prozent.

Das ist nicht das, was sich der konservative japanische Premier Shinzo Abe und der neue Präsident der Bank of Japan von ihren Maßnahmen zur Bekämpfung der Deflation und der Wirtschaftsflaute in Japan erwartet haben.

Die milliardenschweren Stimulierungsmaßnahmen für die Wirtschaft und die ultra-lockere Geldpolitik sollten die Zuversicht in die Erholung der japanischen Wirtschaft stärken und die Anleger in die Aktienmärkte treiben. In den vergangenen Wochen hatte das geklappt. Jetzt sind erstmals die Zweifel an dieser „Abenomics“ genannten Politik durchgeschlagen. Der Kurseinbruch in der vergangenen Woche ist kein Ausrutscher gewesen. Das ist heute klar geworden.

Die Sorge, dass die Rechnung des Premiers nicht aufgehen könnte, rückt Japans Schuldenproblem in den Fokus und verleiht den Zinsen Auftrieb. Die Bank of Japan musste letzte Woche gegensteuern, indem sie zusätzliche 19,4 Milliarden Dollar in den Markt pumpte. (1) Doch den neuen Notenbankchef Haruhiko Kuroda schreckte der heftige Aktien-Kursrutsch in der vergangenen Woche offenbar noch nicht. Er beschwichtigte. Ein Zinsanstieg auf bis zu 3 Prozent sei zu verkraften – vorausgesetzt die Preise stiegen und die Wirtschaft entwickele sich positiv. Anzeichen für Übertreibungen bzw. Blasen auf den Finanzmärkten gebe es zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht, signifikante Hinweise auf mögliche Instabilitäten im Finanzsystem lägen nicht vor. (2)

Nun ja, …

Im Vergleich zum Schlussquartal 2012 ist Japans Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal 2013 um 0,9 Prozent gewachsen. Das ist ein gutes Zeichen. Andererseits gingen die Investitionen in Anlagen im fünften Quartal in Folge zurück, nämlich um 0,7 Prozent. Das ist kein Zeichen dafür, dass die Wirtschaft Fahrt aufnimmt. (3) Und während der deutlich gesunkene Außenwert des Yen Japans Exporte stützt, was gewünscht ist, verteuert er zugleich die Importe. Das wiederum kann sich negativ auf den im ersten Quartal 2013 um 0,9 Prozent gegenüber dem Vorquartal gestiegenen Konsum auswirken, der etwa 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts Japans ausmacht. (4)

Der Kursrutsch am vergangenen Donnerstag hing wesentlich mit dem vorläufigen HSBC Einkaufsmanagerindex (Flash HSBC PMI) für Chinas zusammen – diese Woche folgt die endgültige Fassung –, der erstmals seit Oktober wieder unter die 50-Punkte-Grenze fiel (von 50,4 für April auf 49,6 Punkte) und damit auf eine Kontraktion der Wirtschaft hindeutet. Der Sub-Index für die Auftragseingänge fiel demnach sogar noch etwas tiefer, nämlich auf 49,5 Punkte. (5)

Chinas bisheriger wirtschaftlicher Erfolg basiert auf seinen Exporten. Zwar ist die neue chinesische Führung dabei, ein neues Wachstumsmodell zu suchen, das sich auf eine starke Binnennachfrage sowie zudem auf Innovation und nicht mehr auf niedrige Kosten stützen soll. Ob das aber gelingt, ist jedoch noch unklar zumal das neue Konzept überhaupt erst im Herbst vorgestellt werden soll. (6) Einstweilen verlangsamt sich aber das exportgetriebene Wirtschaftswachstum in China.

In diesem Zusammenhang ist die starke negative Reaktion der Börse in Tokio zu sehen. Im Übrigen ließ der Flash HSBC PMI aber auch die Kurse der Aktien großer europäischer Autohersteller einbrechen ließ, die bisher in China erhebliche Wachstumschancen realisieren konnten und immer noch dort sehen. (7)

Chinas Wachstumsperspektiven können die Exportnation Japan nicht kalt lassen – vor allem deswegen nicht, weil China neben den USA Japans wichtigster Handelspartner ist. Im vergangenen Jahr hatte sich das nur zu deutlich gezeigt, als in China japanische Unternehmen und Produkte im Zuge des Streits um die Senkaku Inseln boykottiert worden waren. Im September waren die Exporte Japans nach China um 14,1 Prozent eingebrochen und insgesamt – auch wegen der Krise in Europa – um 10,3 Prozent. (8)

Die aktuellen Kurseinbrüche an der Börse in Tokio zeigen, wie groß die Unsicherheit über den Erfolg der „Abenomics“ und die wirtschaftlichen Perspektiven wirklich ist: Vielleicht ist es aber auch eher der Schrecken über die möglichen negativen Folgen des Scheiterns dieser Politik für Japan und die Finanzmärkte.

Doch selbst wenn nun die Euphorie über die aggressive Geldpolitik der Bank of Japan, die die Aktienkurse an der Börse in Tokio rasch klettern ließ, lediglich verflogen ist und die Kurse sukzessive wieder auf ein vielleicht realistischeres Niveau eingedampft werden, wäre das vom Resultat her bereits ein herber Rückschlag für die „Abenomics“. Denn die Zuversicht der Märkte in Japans wirtschaftliche Erholung, die Abe mit seiner Politik schaffen wollte, wäre damit schließlich wieder futsch.

Für Premier Shinzo Abe kommen der Kursrutsch und die neuen Zweifel an seiner Krisenpolitik in jedem Fall höchst ungelegen. Denn im Juli finden in Japan Oberhauswahlen statt, die er gerne gewinnen würde. Bisher hat seine Partei dort keine Mehrheit. Schafft seine Partei es, dann hat sie die Mehrheit in beiden Häusern und er damit politisch endgültig freie Bahn. Ob ein derart starker Abe für Japan etwas Gutes bedeutet, das ist fraglich und keineswegs nur in wirtschaftlicher Hinsicht (siehe dazu (9)).

von Stefan L. Eichner
Kontakt: eichner@web.de

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90 KommentareKommentieren

  • fidel - 27. Mai 2013

    Das BMF schreibt von 43.9% Staatsquote in Japan. Das tolle Wachstum kommt ausschließlich aus der Notenpresse. Gehalts- u. Rentenerhöhungen machen dann 0.9% Zuwachs aus. Ein planwirtschaflticher Alptraum, weil die Staatsquote ohnehin schöngerechnet ist….

    • BigRed - 28. Mai 2013

      Ich versteh ja, dass es Menschen gibt, für die es ein Alptraum ist, wenn Gehälter und Renten mal wieder steigen (muss ich mir ja nur die deutsche Presselandschaft ansehen), aber ich fände es doch mal spannend, ein vernünftiges Argument dafür zu hören, warum eine Staatsquote dieser Höhe (oder eine höhere) problematisch sein soll.

      • fidel - 28. Mai 2013

        …wenn eine Notenbank mit frischem Geld frische Staatsanleihen kauft, was u.a. ganz sozial auch dazu dient Gehälter und Renten zu heben, stellt sich die Frage, wer am Ende per höhere Steuern, höhere erwünschte Inflation für Zins, Tilgung oder Währungsschnitt für die Sause aufkommen wird.

        …bei schön gerechneten Staatsquoten (~50%) ist das Problem, dass die Finanzierungsgrundlage des Staates kleiner wird. Jede Rezession, oder jahrelange Deflation wird ausschließlich von der schrumpfenden Privatwirtschaft getragen.

        Am Ende kommt das Wachstum nur noch aus der Notenpresse, “Abenomics”, aber das ist ja kein Problem, weil der Staat wird es schon richten.

        • Vandermonde - 29. Mai 2013

          Ganz erschließt sich mir Ihr Kommentar nicht. Ganz egal woher das Geld kommt (von ZB oder GB), die Frage ist immer nur, wie es investiert wird. Und warum eine steigende Staatsquote per se schlecht sein soll, erschließt sich mir nicht. Das kann man nur behaupten, wenn man von der (nicht durch Fakten unterlegten) Prämisse ausgeht, dass der Staat alles per defintionem schlechter macht, als Privatunternehmen.

          • fidel - 29. Mai 2013

            Also ein Staat finanziert sich aus Steuern und Abgaben. Wenn der staatliche Sektor größer wird als seine Finanzierungsgrundlage, die Privatwirtschaft + Privatpersonen, ist die Pleite programmiert.

            Weiter stört mich, dass z.B. die gesetzliche Krankenversicherung ihre Preise per Gesetz geregelt bekommt. Die Einkommen werden mehr oder weniger geplant, wie die anderen Kosten auch. Der Unterschied zur Privatwirtschaft sind ausgeschlossene Preissenkungen durch Konkurrenz und innovative Produktivität. Damit steigen die Versicherungskosten für alle Zahler, zu Lasten ihrer Kaufkraft – ganz nach Plan.

            Ein Privatmensch investiert sein Eigentum oder seinen Kredit immer klüger als der Staat, weil er dafür haftet. Geschehen Fehler, korrigieren Private diese sofort, oder gehen unter.
            Der Staat kann sich leisten Fehler unendlich fortzusetzen, z.B. Euro…. Politiker müssen nicht lernen, sie werden sogar bei Versagen wiedergewählt. Weiter ist das Klumpenrisiko bei politischen Entscheidungen vielfach höher, als bei unzähligen privaten.
            Deshalb so wenig Staat wie möglich….(eine Illusion, ich weis)

          • Vandermonde - 1. Juni 2013

            @fidel,

            Staaten finanzieren durch vielfältige Einnahmen, so wie Privatunternehmen auch, nicht nur durch Steuern und Abgaben. Im Gegensatz zu früher hat aber der unmittelbare Besitz von Unternehmen, Immobilien usw. sicher abgenommen.

            Zu der Krankenversicherung: Wenn Sie jetzt z.B. die Situation in Deutschland im Vergleich zu früher ansehen, sehen Sie, dass gerade die private Krankenversicherung sehr viel billiger und effizienter ist, als die private Vorsorge (die Nachdenkseiten haben viel dazu geschrieben)

            Ein Privatmensch hat meist seinen eigenen Vorteil im Blick. Das schließt Altruismus nicht per se aus, aber auch hier gibt es genug Beispiel, dass der Staat i.a. besser geeignet ist, sehr langfristige Investitionen zu planen und umzusetzen (siehe z.B. die Eisenbahn Privatisierung in England oder die Stromanbieter in Kalifornien).

            Es gibt keinen Grund warum ein “Privatmensch” IMMER klüger investieren sollte als der Staat (genausowenig wie der Staat IMMER klüger investieren würde). Wenn der Privatmensch wirklich klug ist, sorgt er dafür, dass der Staat für seine Fehlinvestitionen gerade steht (wie man z.B. an den Banken gesehen hat).

            Ich schließe aus ihrem Kommentar, dass sie ein Vertreter der Gleichgewichtstheorie sind. Da würde ich Ihnen (ohne das jetzt irgendwie herablassend zu meinen), das Buch von Steve Keen empfehlen (Debunking Economics), dass unabhängig von seinem lockeren Titel eine fundierte Kritik der neoklassischen Modelle vornimmt und einen guten Überblick über die Literatur zu dem Thema bietet.

  • Systemfrager - 27. Mai 2013

    Oh Stefan,
    was treibt dich nur zu diesem verfrühten Abgesang

    • SLE - 27. Mai 2013

      Hallo Systemfrager,

      weil Abe diese Politik gerade augenscheinlich ganz besonders auch deswegen forciert, weil er glaubt, so die Oberhauswahlen im Juli gewinnen zu können. Wenn das das Erfolgskriterium ist, dann ist das nicht ermutigend.

      Außerdem haben sowohl die BIS als auch der IMF kürzlich eindringlich vor dem fortgesetzten und verstärkten Gelddrucken gewarnt (Blasenbildung). Krugman sieht das freilich anders. Aber er hat auch bis heute nicht verstanden, dass und warum das viele billige Geld nicht in der Wirtschaft ankommt, wenn man mal an die diesbezügliche Debatte zwischen ihm und Steve Keen denkt.

      Fest steht aber: Sowohl die BIS als auch Keen haben eindringlich und frühzeitig vor der Finanzmarktkrise gewarnt und Abes´ Konjunkturstimulierung kann die Ursachen für die schwächelnde Nachfrage im Ausland nicht adressieren. Japans bisheriger Erfolg basiert wie der Deutschlands auf Export.

      Grüße
      SLE

      • Systemfrager - 28. Mai 2013

        Jetzt bin ich ein bisschen verwirrt,
        dass für dich der neoliberale Schwachsinn der Wahrheit letzter Schluss ist
        :(
        Und die Argumente:
        - Weil Abe Wahlen gewinnen will! Hast du je gedacht, dass JEDER Politiker Wahlen gewinnen will?
        - Weil BIS, IMF, Keen usw “glauben” muss auch du glauben?
        - Weil der Aktieinpreiß das Maß aller Dinge ist
        - Japan eine Exportwirtschaft, Geld verbilligt den Export, und das passt nichtt?
        :(
        Mir wir ein bisschen schlecht
        :(

        • SLE - 28. Mai 2013

          Hallo Systemfrager,

          ein bisschen schwach, Dein Versuch zu begründen, warum die Gegenargumente nicht zählen sollen. Immerhin “glauben” auch Abe und Kuroda nur. Wissen, tun die nichts. Die sind es aber, die den liberalen Lehren blind vertrauen, nicht ich. Da hast Du glaube ich in der Eile was verwechselt.

          Grüße
          SLE

          • Systemfrager - 28. Mai 2013

            >>> Da hast Du glaube ich in der Eile was verwechselt. | SLE
            Das will ich sehr hoffen
            :)
            Nicht nur, das ich dich bisher ernst genommen habe, sondern ich war ein bisschen (was mir jetzt – ehrlich gesagt – schwer fällt zu sagen) begeistert von dem, was ich bei dir bisher las
            ;-)
            (Deshlb bändige ich jetzt meine aktuellen Emotionen: Warum sollte ich mich nicht getäuscht haben. Außerdem hat jeder seine schlechten Tage.)

        • Vandermonde - 29. Mai 2013

          Worauf SLE vielleicht hinauswill ist der Punkt, dass die Geldschöpfung alleine keine sinnvollen und nachhaltigen Investitionen bedingt (da wäre übrigens insbesondere auch Richard Werner erwähnen – gerade weil es um Japan geht).

          Leider ist Abe bei seinen Bemühungen etwas zu “keynesianisch”, wobei er eigentlich nur auf die Window Guidance der BoJ aus den Zeiten der japanischen Wirtschafsterfolge zurückgreifen müsste. Allerdings weiß er davon vermutlich nichts.

          (Sich quasi mit Steve Keen “anzulegen” ist aber schon sehr ambitioniert ;-) Da sollten Sie seine Bücher und Präsentationen mal ansehen)

      • BigRed - 28. Mai 2013

        Das Abe die Exportmärkte nicht beleben kann, klar. Dass Quantitative Easing und Kreditzuschüsse in der aktuellen Lage keine echte Stimulation darstellen, auch klar.

        Binnennachfrage stärken wär nice, auch wenn fidel die dazugehörigen Massnahmen gar nicht gern sähe.

        Nur Dein “rückt Japans Schuldenproblem in den Fokus und verleiht den Zinsen Auftrieb” versteh ich nicht. U.U. ist das jetzt wieder mein MMT-Blickwinkel, aber Japans öffentliche Schulden sind ja völlig egal, da sie ihre eigene Währung herausgeben und die Blockademöglichkeiten der Zentralbank etwas eingeschränkt haben.
        Und sollten die Zinsen wider allen Erwartens (weil ja jedem klar ist, dass Japan die Schuldverschreibungen stornieren wird) auf sagen wir mal 10% klettern, dann kann die japanische Regierung freundlich lächelnd ein paar mehr Yen überweisen und ansonsten ändert sich nix.
        Im schlimmsten Fall bewirkte das inflationären Druck, aber das könnte Abe ja durchaus Recht sein.

        • SLE - 28. Mai 2013

          Hallo BigRed,

          na ja, steht doch eigentlich im Text schon drin: Kuroda hat gesagt, ein Anstieg der Zinsen auf bis zu 3 Prozent wäre kein Problem. Dabei bezog er sich auf ein BoJ-Studie, die sich mit den möglichen Konsequenzen befasst und die ja auch mit die Unruhe an den Märkten ausgelöst hat. Und die BoJ hat letzte Woche gleich interveniert, um die Rendite auf Staatsanleihen wieder zu drücken. Grundsätzlich verschärfen steigende Zinsen die Schuldenproblematik, denn die Schulden müssen ja bedient werden. Der IWF schätzt, dass Japans Staatsverschuldung dieses Jahr auf bis zu 245 Prozent des BIP steigen wird. Damt kommt die Frage der Schuldentragfähigkeit auf. Wer will dann noch Japan-Bonds haben? Nicht einmal die heimischen Anleger. Die gehen aber schon jetzt raus.

          Kurz und gut erklärt ist der Problemzusammenhang m.E. etwa auch hier:
          http://www.finanzen.net/nachricht/devisen/Vermoegensverwalter-Kolumne-Japans-Geldrevolution-ist-brandgefaehrlich-2429083

          Grüße
          SLE

      • Willie - 28. Mai 2013

        “Japans bisheriger Erfolg basiert wie der Deutschlands auf Export.”

        Aber ist deutschland Exportquote nicht viel viel höher als die von Japan?

        Deutschland hat irgendwie was mit 50% und Japan so um die 20%, wenn ich mich da nicht täusche.

        • SLE - 28. Mai 2013

          Das stimmt. Japans Wachstum geht aber etwa zur Hälfte auf Exporte zurück. In den 80er Jahren hatte Japan durch seine Industriepolitik gezielt National Champions in bestimmten Industrien für führende Positionen auf dem Weltmarkt aufgebaut. Dazu gehört der Automobilbau (Toyota, Honda, Nissan etc.), aber auch die Unterhaltungselektronik (Panasonic, Sony, Sharp u.a.). Es gibt eben besonders wachstumsträchtige Märkte und unter denen wiederum besonders große und eher kleine (Nischen). Um diese besonders großen, wachstumsträchtigen Märkte geht es im internationalen Wettbewerb – den Unternehmen und den Regierungen.

          Viele Grüße
          SLE

          • Willie - 28. Mai 2013

            Achso okay! Danke für die Klarstellung!

  • Frank - 27. Mai 2013

    Berater von George Soros prophezeit Japans Untergang bis 2017

    http://www.agitano.com/berater-von-george-soros-prophezeit-japans-untergang-bis-2017/28867

    also haben die Japaner noch 4 Jahre für ihre Party….*g*

  • Bubblegum - 28. Mai 2013

    @SLE,

    vielen Dank für diese ausführliche Analyse!
    Ich erlaube mir mal, diese Analyse durch einen Vergleich der Länder Deutschland(West) und Japan hinsichtlich der Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu ergänzen.
    Fangen wir mit den Gemeinsamkeiten an:

    1. Beide sind die Verlierer des WK II, den sie mit massivsten Zerstörungen ihres Landes und
    Millionen von Toten büßten.

    2. Beide erlebten innerhalb der ersten 40 Jahre nach Kriegsende einen beispiellosen Wirtschafts-
    aufschwung, der sie in den exklusiven Club der G8 katapultiert hat

    3.Beide waren zunächst die Werkbank der USA bis sie beide von China und Südkorea sowie den
    anderen asiatischen Tigern abgelöst worden sind.

    4. Beide waren innerhalb der letzten Jahrzehnte in der Lage die massiven Aufwertungen gegenüber
    dem US-Dollar zu kompensieren. Sitzen damit aber auf Riesenbeständen praktisch immer
    wertloser werdenden US- Dollarbeständen.

    5. Beide sind wirtschaftliche Riesen aber politische Zwerge, weil die Besatzungsmacht der
    Vereinigten Terror- und Folterstaaten von Nordamerika bestimmt, was beide außenpolitisch in
    ihren jeweiligen Regionen zu tun und zu lassen haben.

    6. Beide sind als Vasallenstaaten ihrer Besatzungsmacht in größere Politik- und
    Wirtschaftseinheiten eingebunden. Japan in den Aseanpakt, Deutschland in den Euroraum!
    Wobei ihnen innerhalb dieser Systeme zuverlässige Aufpasser zu Seite gestellt sind:
    Für Deutschland sind das insbesondere England und Frankreich sowie Polen!
    Für Japan sind das vor allem Südkorea und ein Gürtel schwächerer Staaten wie Thailand,
    Indonesien und Australien.

    7. Beide haben mit dem Problem einer immer älter werdenden Gesellschaft zu kämpfen, aber auch
    nicht ansatzweise eine Idee wie die Lösungen dazu aussehen könnten!

    8. Beide sind zur Auslastung ihrer enormen Produktionskapazitäten inzwischen auf Gedeih und
    Verderb auf China angewiesen, was sie in Zukunft zwangsläufig in Konflikte mit ihrer
    Besatzungsmacht bringen muss.

    9. Beide haben schon seit Anfang der 90ger Jahre mit den Folgen dieser Überproduktionskrise zu
    kämpfen. Wobei Deutschland ,West das Glück hatte, die Wiedervereinigung zu haben, die
    EU-Erweiterungen und die Ausweitung des Euroraumes nutzen zu können, was bis jetzt die
    Folgen deutlich abgemildert hat, während es Japan nur bedingt gelang, den asiatischen Raum als
    Absatzmarkt nutzen zu können und dafür viel für seine Binnenkonjunktur tat.

    10. Beide sind dabei stark in das Risiko gegangen, Deutschland indem es hochwertigste Güter auf
    Pump an Länder des Euroraumes und die USA verscherbelte, Japan vor allem durch die
    Binnen-Verschuldung bei den eigenen Bürgern, die inzwischen bei mehr als 200% des BIP liegt.

    11. Beide werden die deflationären Tendenzen ihrer Volkswirtschaften auch in Zukunft nur bedingt
    bannen können, wenn sich nicht insbesondere bei den Reallöhnen entscheidend etwas ändert
    und die Ungleichgewichte in der Einkommens – und Vermögensverteilung,
    die sich seit Kriegsende aufgetan haben, einschneidend korrigiert werden.

    12. Beide haben in Konkurrenz mit China das Problem, die riesigen Dollarbestände so schonend
    abzubauen, dass sich die bis jetzt schon eingetretenen ,Wert- und damit Wohlfahrtsverluste
    nicht ins Unermessliche ausweiten. Wobei China als vollkommen souveräner Staat ungeniert
    überall auf der Welt, ,besonders in Afrika, Dollar zum Kauf von Land und Rohstoffen ausgeben
    können, ohne auf amerikanische Interessen Rücksicht nehmen zu müssen.
    Wie schwierig das für die bei den beiden Vasallenstaaten der USA ist, zeigt die Vielzahl ihrer
    gescheiterten Direktinvestitionen in den USA:
    Hoechst kauft Celanese, das ihm heftigtse Verluste beschert; Sonys Versuch, die
    amerikanische Film- und Unterhaltungsindustrie zu dominieren scheitert
    kläglich ( siehe auch den Film: Die Wiege der Sonne (Originaltitel: Rising Sun). Ein Thriller aus
    dem Jahr 1993 mit Sean Connery und Wesley Snipes in den Hauptrollen. ). Oder: Telekom
    übernimmt Sprint, bisher nur Verluste; oder zuletzt: Thyssen- Krupp fährt mit dem Bau eines
    neuen Stahlwerkes in den USA ,Milliardenverluste ein. Und, und, und…

    Nun zu den Unterschieden:

    1. Im Gegensatz zu Deutschland hatte Japan nach dem WK II im wesentlichen nur mit einer
    Besatzungsmacht zu tun (Ausn.: Kurilen z. Teil von der UDSSR besetzt).

    2. Damit blieb Japan weitgehend eine Teilung erspart. Mit positiven wie negativen Auswirkungen:

    a) Die Deutschen (West) mussten sehr schnell von den Segnungen des Kapitalismus überzeugt
    werden, was den rasanten Aufschwung Deutschlands früher als in , Japan einsetzen ließ!
    Während in Deutschland bereits Mitte der 60ger erste Wachstumsschwächen sichtbar
    werden, ist dies erst Anfang der 90ger in Japan ,beobachtbar. Ein weiterer Grund: die beiden
    Atombombenabwürfe in Japan!

    b) Deutschland ist, bedingt durch die Teilung, sehr bald auf den Zuzug von ausländischen
    Arbeitskräften angewiesen ( Italiener, Marokkaner, Portugiesen bereits
    in den 50ger Jahren, ebenso die Ostzonenflüchtlinge), Türken Mitte der 60ger mit allen
    Folgeproblemen seitdem! Japan hat dieses Problem zu weniger Arbeitskräfte, bedingt durch
    die Menschenverluste im WK II, auch, greift aber praktisch gar nicht zu auf Ausländer zurück,
    löst dieses Problem aber durch extrem lange Arbeitszeiten und noch stärkere
    Automatisierung!

    c) Die Lage Deutschlands im Herzen Europas, direkt an der Nahtstelle des Ost-Westkonfliktes,
    behindert den Wiederaufbau und die Weiterentwicklung des Landes, dieses Hemmnis hat
    Japan nicht! Außerdem muss Deutschland inzwischen mit erheblichem finanziellen Aufwand
    militärisch die Scherben aufräumen, die der amerikanische Politelefant im Porzellanladen
    anderer Länder hinterlässt (Kosovo, Afghanistan etc.). Hier kann das konservative Japan
    deutlich zurückhaltender und damit Kosten sparender auftreten.

    d) Deutschland wird viel stärker als Japan amerikanisiert. Japan wird über mehr als 60 Jahre lang
    von der nationalkonservativen LDP regiert. Die Wiederwahl Abes wie von SLE beschrieben,
    macht deutlich, wie stark das nationalistische Denken Japans aus der Zeit der 20ger und 30ger
    Jahre des 20. Jahrhunderts noch immer die Politik Japans und auch das gesellschaftliche
    Leben des Landes bestimmt.

    3. Auch, wenn die USA am Ende des WK II das System der Zaibatsu in Japan zerschlugen, wirkt
    dieses Prinzips des Gefolgschaftswesens und der hierarchischen ,Wirtschaftsordnung bis in
    unsere Zeit hinein nach und mildert die gesellschaftlichen Folgen von Wachstumsschwächen
    stark ab. Andererseits ist eine auf Konsens aufbauende japanische Wirtschaftsordnung nicht so
    reaktionsschnell wie eine am Hire and Fire orientierte anglo – amerikanische Wirtschaftsordnung.

    4. Die nationalkonservativ orientierte Gesellschaft Japans hat sich im Gegensatz zu Deutschland
    bis heute nur unzureichend mit den Kriegsverbrechen Japans seit , Beginn der 30ger Jahre des
    letzten Jahrhunderts auseinandergesetzt. Das macht Geschäftsbeziehungen mit seinen
    asiatischen Nachbarn, insbesondere China, Nord- ,und Südkorea, Taiwan, Indonesien etc. äußerst
    schwierig. Nachdem die Chinesen und Südkoreaner auch immer mehr technisch hochwertige
    Produkte in den USA anbieten, erwächst den Japanern eine Konkurrenzsituation, die sie nicht so
    leicht durch Exporte in den übrigen asiatischen Raum oder Südeuropa abfangen
    können! Hier stand Deutschland bisher günstiger da, weil mit GB, FR, It, S Länder als direkte
    Absatzmärkte verfügbar waren, die der Gruppe der G8 zuzurechnen sind.

    Fazit: Viele Probleme beider Länder sind gleich oder zumindest sehr ähnlich. Die bereits
    existierenden bzw. absehbaren Wachstumsprobleme beider Länder werden
    sich nur dann erfolgreich lösen lassen, wenn sich beide Länder von der Knute ihrer
    Besatzungsmacht erfolgreich befreien können. Das gilt ganz besonders für
    den anglo – amerikanischen Kulturimperialismus. Und ganz besonders für die Methoden der
    Problemlösung. Dass Rückweg bis hin zu dem Punkt, an dem eine falsche Richtung
    eingeschlagen wurde, eine geeignete Strategie sein könnte, kommt im anglophilen Denken
    praktisch nicht vor. Die ist grundsätzlich nur vorwärts ausgerichtet. Bei der Anwendung des
    Rückwärtsprinzips dürften sich die Japaner mit ihrer von China massiv beeinflussten
    zweitausendjährigen Kultur viel leichter tun als Deutschland. Andererseits hat Deutschland
    den Vorteil, dass es in den letzten Jahrzehnten erfolgreich an der Verbesserung seines
    Images gearbeitet hat. Weg von Revanchismus und Totalitarismus der Nazizeit. Die WM 2006
    war dabei sehr hilfreich!
    Genau diesen Erfolg bringt Merkel als Vollstreckerin von Wallstreet – Interessen mit ihrem
    ganz Europa aufgezwungenen Spardiktat massiv in Gefahr. Die in Griechenland, Spanien,
    Italien etc. aufgetauchten Nazi-Karikaturen sind ein deutliches Alarmzeichen. Sie gefährden
    die wirtschaftliche Zukunft unseres Landes!

    Viele Grüße Bubblegum

  • Bubblegum - 28. Mai 2013

    Korrektur des letzten Satzes!

    Er muss lauten: Merkel gefährdet die wirtschaftliche Zukunft unseres Landes!

    Bubblegum

    • Systemfrager - 28. Mai 2013

      >>> Bubblegum
      Einiges hast du übersehen. Das dritte Wirtschaftswunder war eine Strategie des Kalten Krieges

      Lebenslüge 1: Die Soziale Marktwirtschaft als deutscher Erfolg
      weiter >>>

  • Roland - 28. Mai 2013

    Und heute ist der Nikkei wieder im Plus.
    Was sagt uns das ? Nichts.
    Und was sagte uns der Kursrutsch ? Ebenfalls nichts.

    • SLE - 28. Mai 2013

      Hallo Roland,

      das sagt uns, dass die Anleger in Japan sehr nervös sind.

      Grüße
      SLE

      • Roland - 28. Mai 2013

        Naja, aus der Kurs-Schwankung gleich einen “Warnschuss gegen Abenomics” herleiten zu wollen, war doch zu weit hergeholt.
        Hinter der reißerischen Schlagzeile kam dann nicht mehr viel.

        • SLE - 28. Mai 2013

          Wenn man davon ausgeht, dass die Abenomics und insbesondere die BoJ-Maßnahmen die Blasenbildung bei Aktien fördern können – eine Gefahr, deren Existenz Kuroda und Abe jedoch negieren -, dann würde ich einen Einbruch von über 7 Prozent, gefolgt von einem von über 3 Prozent absolut als Warnschuss bezeichnen. Denn erstens ist das schon ziemlich heftig und zweitens geschieht es genau dort, wo es gemäß der Abenomics-”Lehre” nicht geschehen können sollte.

          Grüße
          SLE

  • Frank Bell - 28. Mai 2013

    Hallo Stefan,

    der Nikkei ist innerhalb eines Jahres von ca. 8750 auf ca. 15.600 Punkte gestiegen.

    Es handelt sich meiner Meinung nach nicht um einen “Absturz”, sondern um eine normale Verschnaufpause bei einer Hausse.

    Manche realisieren ihre Gewinne. Zur Zeit kann nichts und niemand die Börsen erschüttern. Wirtschaftlich ist auch nichts zu sehen, was das Szenario ändern könnte.

    Wir (und auch echte Börsenprofis) haben uns halt geirrt. 2008 war nicht der Beginn einer Weltwirtschaftskrise!

  • Huthmann - 28. Mai 2013

    Hallo SLE und Mitkommentatoren,

    ich würde mir einmal zumindestens den Versuch eines Artikels wünschen, den Bankensektor samt Notenbank in die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung zu integrieren. Denn nicht nur da, aber da auch fehlt er bisher. Desweiteren – als nächsten step – fehlt er in jeglichen ex-ante-Makromodellen. Da wird immer noch davon ausgegangen, daß Nettoinvestitionen = Sparen sei.

    Nun wissen wir ja alle mittlererweile, daß dem nicht so ist.

    Man könnte doch einfach einmal anfangen mit einer VWL ohne Ausland und ohne Staat, und die Einnahmen- und Ausgabenrelationen zwischen den Sektoren private Haushalte, Unternehmen UND Bankensystem (incl. Notenbank) ergänzen, auch hinsichtlich des Vermögensänderungskontos.

    Dann wird zumindestens klarer mit der Zeit, welche Auswirkungen Nettokreditwachstum auf das BIP hat. Desweiteren kann man dann das Sparen diskutieren. Welche Aufgabe hat es? Wie sollte eine Beziehung Nettoinvestitionen und Sparen/Nettokreditaufnahme sein, damit das nachhaltig ist? Desgleichen könnte man sich wieder ernsthaft Gedanken über den Zinssatz machen, als Zinssatz, der Summe aller Nettoinvestionen über die Zeit mit der Summe aller Ersparnisse über die Zeit versucht in Einklang zu bringen. Der heutige Zinssatz (durch die Geldschöpfungsprozesse und die Notenbankeingriffe) hat ja meiner Ansicht nach überhaupt keine Beziehung mehr zum Sparen.

    MfG

    • Frankenfurter - 28. Mai 2013

      Zustimmung dafür den Focus wieder auf den Binnenmarkt zu richten.
      Abenomics will durch Auslösen einer Geldschwemme die Wirtschaft stimulieren. Aber das schöne Geld fließt nicht die sog. “Realwirtschaft”, sondern in die manisch-depressiven Aktienmärkte, die zudem unter Parkinson leiden. Jetzt könnte man alternativ vorschlagen eine expansive Lohnpolitik zu betreiben um auf diese Weise das angestrebte Inflationsziel von 2% zu erreichen. Das würde die Gewinnquote der Unternehmen eindampfen und gleichzeitig die Binnennachfrage beleben. Und was stimmuliert die Unternehmen mehr als eine steigende Nachfrage?

      “Inflation is considered to be a monetary phenomenon. But it is hard to understand that even extreme monetary easing plus many attempts of fiscal expansion over the last twenty years have not brought about any inflationary acceleration, in particular if, according to Krugman, the growth performance is found to be rather normal. It seems that the old monetarist ideas about inflation stand in the way of a clear and practical solution. Imagine a world were money is much less important for prices than wages – See more at: http://www.flassbeck-economics.de/japan-why-paul-krugman-doesnt-get-it-right-and-martin-wolf-has-to-move-on/#sthash.relsmdx9.dpuf

  • Bubblegum - 28. Mai 2013

    @Systemfrager

    “Einiges hast du übersehen. Das dritte Wirtschaftswunder war eine Strategie des Kalten Krieges

    Lebenslüge 1: Die Soziale Marktwirtschaft als deutscher Erfolg”

    Da das hier nicht mein Blog ist, habe ich das nur angedeutet und nicht weiter ausgholt:

    “Die Deutschen (West) mussten sehr schnell von den Segnungen des Kapitalismus überzeugt
    werden, was den rasanten Aufschwung Deutschlands früher als in Japan einsetzen ließ!”

    Insofern habe ich das schon im Blick gehabt!

    Verstehe allerdings nicht was Sie genau mit “Drittem Wirtschaftswunder” meinen!

    Für mich ist immer wieder verblüffend, dass es die DDR innerhalb der 40 Jahre ihrer staatlichen Existenz unter die 10 größten Industrienationen der Welt schaffte.
    Und das mit den folgenden Handycaps:

    1. An der Spitze standen mit Ulbricht (reiner Parteitheoretiker) und Honecker (Dachdecker mit
    Ausbildung zum Parteitheoretiker) zwei ausgesprochene nicht Wirtschaftler an der Staatsspitze!

    2. Der Aderlass der Fachkräfte bis zum Bau der Mauer!

    3. Die massivsten Reparationen und Demontagen, die ein Land je erlebt hat, durch die UDSSR (Beispiel im Bereich Textil und Leder wurden 90% aller Produktionsanlagen in die UDSSR verbracht)

    4. Die Zwangseinbindung der DDR – Wirtschaft in den RGW!

    Das Beipiel DDR wiederlegt eindrucksvoll das marktradikale Dummgeschwätz nur eine liberale Gesellschaftsordnung sei zu Wohlstand und Wachstum fähig!

    Die roten Mandarine in Peking zeigen das aktuell ebenfalls, dass so etwas in Form einer gelenkten Wirtschaft möglich ist!

    Ebenso wie Deutschland in der Nazizeit in den 30gern des letzten Jahrhunderts. Dank einer genialen
    Wirtschaftspolitk unter Hjalmar Schacht!

    Viele Grüße Bubblegum

    • Systemfrager - 28. Mai 2013

      @Bubblegum
      Ups
      !!!
      Dem was hinzuzufügen fällt mir gerade nicht ein!
      Wo kann ich unterschreiben
      ;-)

    • M. Sastre - 28. Mai 2013

      @Bubblegum

      “Das Beipiel DDR wiederlegt eindrucksvoll das marktradikale Dummgeschwätz nur eine liberale Gesellschaftsordnung sei zu Wohlstand und Wachstum fähig!

      Die roten Mandarine in Peking zeigen das aktuell ebenfalls, dass so etwas in Form einer gelenkten Wirtschaft möglich ist!

      Ebenso wie Deutschland in der Nazizeit in den 30gern des letzten Jahrhunderts. Dank einer genialen
      Wirtschaftspolitk unter Hjalmar Schacht!”

      Das sind aber steile Thesen, die Du da aufstellst!

      Gerade die DDR ist doch im Wesentlichen an der zunehmenden Unfähigkeit des Systems, den eigenen Bürgern akzeptable wirtschaftliche Bedingungen zu gewährleisten, gescheitert.

      An der Kommunistischen Partei in China ist, außer dem Namen; nichts mehr kommunistisch. Dieser Vergleich taugt eventuell zur Diskussion der Frage, ob autoritäre oder demokratische Herrschaftssysteme eher geeignet sind, Wirtschaftswachstum zu generieren. Und ob stark gelenkte Wirtschaftsformen wirklich nachhaltiges Wirtschaftwachstum zu fördern im Stande sind, darf schon aus heutiger Sicht bezweifelt werden. Immerhin fusste der bisherige Wirtschaftsboom auf billiger Arbeitskraft und fehlenden Restriktionen, und damit einhergehend, einem rücksichtslosem Ressourcenverbrauch, der sich schon jetzt immer deutlicher zeigt und das zukünftige Wachstum bereits in Frage stellt.

      Gerade die Wirtschafts- und Finanzpolitik der Nazis ist praktisch ein Paradebeispiel für eine kurzlebige, auf kurzfristige Zielerreichung (Wiederaufrüstung) ausgelegte Politik, in der die (Staats-)Bilanzen durch Tricks und kreative Buchführung (von der die heutigen Politiker und Notenbänker noch lernen könnten) manipuliert wurden. Bereits Mitte und Ende der dreißiger Jahre mussten in Teilen Deutschlands wieder Lebensmittelmarken eingeführt werden und der relativ frühe Kriegsbeginn 1939 wird von vielen Historikern mit der absoluten Notwendigkeit begründet, neue Finanzquellen zu erschliessen um die Pleite zu verhindern. Wie oftmals hat hier letzten Endes wieder einmal der Krieg den Krieg finanziert.

      Um aber auf Japan zurückzukommen:
      Eigentlich stellt sich doch fast die Frage, welche Finten und Tricks die japanische Politik und die Notenbank noch zur kurzweiligen Unterhaltung z.B. in Wirtschaftsblogs wie diesem einsetzt bevor das Spiel endgültig aus ist. Japan ist ein Weltakteur auf Abruf, genauso wie die USA. Bei einer solchen Staatsschuldenquote, einer solchen Altersstruktur und dem völligen Mangel grundlegender Rohstoffe ist nicht mehr die Frage ob, sondern wann das Kartenhaus zusammenbricht.

      M.S.

      • Vandermonde - 29. Mai 2013

        Angesichts der Tatsache, dass nachhaltiges Wirtschaftswachstum auch in Europa nicht gewährleistet ist, ist das Argument gegenüber China hinfällig.

        Wenn Sie mit Leuten aus der DDR sprechen, treffen sie relativ viele Leute, die Ihnen sagen werden, dass es ihnen damals besser ging. Natürlich werden dabei viele Dinge ausgeblendet, aber die Versorgung funktionierte sicher besser als heute mit Hartz IV (und diesbezüglich wahrscheinlich sogar mit weniger Repressionen)

        Der springende Punkt ist eher, dass ein gewisses Maß an Planung und Kontrolle unter Berücksichtung realer Verhältnisse prinzipiell intelligent ist. Das ist aber nicht gleichbedeutend mit einem autoritären Regime.

        Die Tragik ist, dass wir in Europa inzwischen über Unmengen an Methoden verfügen würden, um intelligente, pragmatische und empirisch fundierte Wirtschaftspolititk zu betreiben, es aber leider nicht tun. Wir liegen immer noch auf dem Niveau von Biscuits und Bananen.

    • Huthmann - 29. Mai 2013

      Halte viele Ihrer Aussagen für sehr fragwürdig.

      Glaube z.B. nicht an die Segnungen von zentraler Kredit- und Investitionslenkung durch Eliten welcher Art.

      Schacht hat den Kurs der Kreditausweitung relativ früh nicht mehr mitgetragen, weil er wußte, daß zur Tilgung dieser Kredite entweder Kriegsbeute herangezogen muß oder das System zusammenbricht.

      Mfg

      • Huthmann - 29. Mai 2013

        Ergänzung: betrifft Bubblegum.

  • Rainer D. - 28. Mai 2013

    @Huthman

    Hier ein Versuch in Worten:

    Defizite und Überschüsse von Staat A und Privaten in Staat A (Individuen/Unternehmen) ergänzen sich zu Null. Wenn also der Staat weniger Defizite (Schulden) machen soll, müssen die Privaten weniger Überschüsse erzielen, oder anders herum ausgedrückt, wenn der Staat mehr Überschüsse machen soll, müssen die Private mehr Defizite machen (entweder als Steuerzahler oder als Grosskonsument) und zwar nicht linear! Denn von den Privaten können nur diejenigen mehr Defizite machen die Eigentum besitzen, weil alle privaten Defizite ohne Besitz von Eigentum der verpfändet werden kann, zu einer weiteren Verschuldung des Staates führen(Privatkonkurs und Sozialhilfeempfänger): Aber alle Privaten mit viel Eigentum haben in der Regel eine tiefere Bedürfnisquote für Defizite (höhere Steuerbelastung/oder als Konsument um die Wirtschat anzukurbeln) als sie gemäss ihrer Gewichtung haben müssten (z.B. privates Defizitbedürfnis für Multimillionär, Milliardär). So wird also ein System weitergeführt in welchem die Privaten Überschüsse nicht linear verteilt werden, sondern Wenigen viel und Vielen wenig zusteht. (Siehe D Lohneinkommensverhältnisse Jahr 2000 und 2013) und man sich am Schluss wundert warum die Wirtschaft nicht mehr wächst?

    Die Defizite und Überschüsse aller Länder addieren sich zu null. Wenn Länder mit grossen Defiziten weniger Defizite machen sollen, müssen Länder mit hohen Überschüssen ihre Überschüsse reduzieren, oder Defizite machen, was heisst, Länder mit hohen Überschüssen müssten entweder zu tieferen Preisen, oder weniger Produkte/DL liefern oder aber gleichzeitig zu viel höheren Preisen oder viel mehr Produkten/DL von den Defizitländern kaufen.

    Wenn innerhalb eines Jahres die Produktivität ausgedrückt zum „Marktpreis“ um 1.5% und die Nachfrage ausgedrückt zu demselben „Marktpreis“ um 1% steigen, geht die Arbeitszeit pro Kopf um 0.5% zurück. Solange die Produktivität steigt, kann also nicht gleichzeitig weniger nachgefragt (ausgeben) und mehr gearbeitet werden, ausgenommen die Produktivitätssteigerung kann exportiert werden. Und dafür wiederum bräuchte es einen international konkurrenzfähigen Industrie- und Dienstleistungsektor oder neue Grossinvestoren u n d eine Klärung der Frage, wie die exportierte Produktivitätssteigerung innerhalb des Privatsektors verteilt wird (siehe oben).

    Das in Westeuropa und den USA aufgebaute Notenbank- Geschäftsbank- und Schuldsystem basiert auf (i) den Eigenmitteln [Eigenkapital in Form von Gold, Wertschriften, etc., ausgedrückt in der Gebietswährung] und Risikovorschriften für die Notenbanken, (ii) den Eigenmitteln [Notengeld oder Notenbankbuthaben, Wertschriften, etc.] und Liquiditäts/Risikovorschriften für die Geschäftsbanken (GB), (iii) den Eigenmitteln [grundpfändbare Immobilien, pfändbare Wertgüter/ Forderungen/Wertschriften, etc] oder Drittpfandbestellungen der nachfragenden Schuldnern (Kreditnehmern), (iv) Bewertungsregeln zu “unrealisierten Marktpreisen” und (v) dem Willen des nachfragenden Schuldners sich zu verschulden, in der Absicht, mit dem nachgefragten Kredit eine für sich positiv eingeschätzte Geschäftstransaktion abzuwickeln. Wobei der sich daraus entstehende Gewinn nicht linear auf Aktionäre, Vorstand, GL und Mitarbeitende verteilt wird. Wenn niemand sich verschuldet der sich verschulden kann, dann haben diejenigen welche über kein Eigentum/Vermögen verfügen auch keine Möglichkeit ihre pure Arbeitskraft anzubieten, weil ja kein Unternehmen danach fragt. Und wenn sich der Staat gleichzeitig auch nicht noch mehr verschulden kann?

    Schulden und Guthaben gehen ebenfalls auf zu Null. Über die Verteilung haben wir hier auf diesem Blog schon viel gelesen. Der nachgefragte Kredit des Schuldners ist eine Forderung der GB. Die GB kann aber auch nach Einhaltung der oben genannte Punkte nur soviel Kredit vergeben wie sie tatsächlich über Liquidität im Bankensystem verfügt, sonst könnte sie ja der vom Schuldner verlangten Kreditauszahlung nicht nachkommen. All dies ist eigentlich ziemlich gut geregelt und birgt kaum Risiko im System, a u s s e r (i) das Vertrauen der Bankgläubiger fängt an zu schwinden und die gemäss Bankengesetz vorgesehene Liquiditätsquote reicht für die Rückzüge nicht mehr aus u n d (ii) jetzt kommt es, die “guten” Regeln werden bewusst ausgehebelt indem immer abstrusere Finanzkonstrukte, inklusive D e r i v a te konstruiert werden. Diese folgen eher Grundsätzen von finanzmathematischen Berechnungen (vorgenommen von Mathematikern, Physikern) und werden a u s s e r h a l b der GB Bilanz verbucht (entweder als Eventualverpflichtung oder in einem Offshorevehikel [mit Garantie/Bürgschaft der Mutterbank], ausgetüftelt von Rechnungslegungsexperten, Steuerexperten, Anwälten und Finanzspezialisten). In diesen Konstruktionen sind die GB ziemlich frei, so frei wie jeder Privatmann oder Privatunternehmer ebenfalls abstruse Finanzkonstruktionen mit seinen Geschäftspartnern eingehen kann. Die Lehmanpleite stammt von diesen aus Amerika erfundenen Geschäftsaktivitäten. Was von der Bank Lehman konstruiert und von vielen GB in die Bücher oder Depots der Kunden genommen wurde, verwandelte sich aufgrund der Veränderung der Marktpreise von einer Eventualverpflichtung der Bank Lehman aufeinmal in eine fixe Schuld, die nun in die Bilanz aufzunehmen und zu verbuchen war. Jetzt war die Bank Lehman als erstes vorallem illiquid und mit dem weiteren Verfall der Marktpreise auch insolvent. Auf der Zeitachse fand dies innerhalb von Tagen statt.

    Im Gegensatz dazu kann eine Notenbank nie illiquid werden. A b e r sie kann wie eine GB insolvent werden, nämlich dann wenn auf gehaltene Aktiven Wertberichtigungen vorgenommen werden müssten, die die vorhandenen Eigenmittel übersteigen. Das in den USA und in Europa geltendene Notenbank- und Geschäftsbankensystem (geregelt von den Staaten in entsprechenden Gesetzen und Verordnungen) sieht eigentlich vor, dass die Notenbank nicht direkt den Staat oder die Wirtschaft mit “Geld” versorgt, sondern dass das ganze indirekt via das GB-System erfolgt(e). Diese nunmehr d i r e k t e n Marktaktivitäten der Notenbanken umgehen die früher geltenden Eigenmittelanforderungen an die GB. Sie bringen aufgrund von nunmehr Sekundärmarkttransaktionen tatsächlich benötigte Liquidität in die GB u n d stützen die Marktpreise, was bei den GB (und natürlich auch bei Privatinvestoren) dazu führt, keine Wertberichtigungen vornehmen zu müssen, denn der Immobilienmarkt in der USA ist gescheitert, ebenfalls ja auch die USA und einige andere Länder, sonst müssten ja FED, EZB, BoE und BoJ nicht so massiv d i r e k t in den Markt eingreifen. Diese Transaktionen kurbeln die Wirtschaft aber nicht an, können sie auch nicht, weil es keine Privatschuldner sind die “Geld” für Investitionen/Vorfinanzierungen/Konsum bei den GB nachfragen. Dies ist auch der Grund warum bei dieser “Geldschwemme” keine Inflation entsteht. In Tat und Wahrheit ist es nach meiner Meinung eine Verschleierung der stattfindenen Deflation. Noch zur Vervollständigung: Die Notenbanken realsisieren einen Zinsgewinn aus der Ausgabe von Notengeld und Notenbank-Guthaben, denn die “Ausgabe” dieses Geldes “kostet” die Notenbank n i c h t s wenn wir von den Druckkosten und den Betriebskosten für eine Notenbank einmal absehen. Weil man ursprünglich von der Politik “unabhängige” Notenbanken wollte, sind z.B. die Notenbanken der USA, GB und CH ganz oder teilweise im Privatbesitz. Das heisst nun aber nicht, dass die Aktionäre den “vollen Zinsgewinn” einkassieren können. Die einzelnen Notenbankgesetze legen fest, wie der Gewinn ermittelt wird und wieviel davon wem zusteht.

    Passend zum Abschluss: Die ETH Zürich wertete im Jahr 2007 37 Millionen Einzeldaten internationaler Unternehmen und Investoren aus. Die Zahl der multinationalen Konzerne wurde mit 43.060 festgestellt. Aus einer Analyse der Querverbindungen ergab sich, dass jeder dieser Konzerne im Durchschnitt an 20 anderen beteiligt ist. Daraus ergab sich wiederum, dass es lediglich 1.318 Konzerne sind, die den Kern dieser verschachtelten Besitzverhältnisse bilden. Und der ganz innerste Zirkel, welcher 40% kontrollierte, bestandt aus 147 Unternehmen.

    Es werden heute immer noch ökonomische Begriffe und Erklärungen verwendet die sich auf das System vor 2007 beziehen. Dies ist eine Verschleierung der Tatsache, dass seit 2008 massiv neue Regeln und Verhaltensweisen Einzug hielten, die das seit ca. 100 Jahre geltende Notenbanksystem der westlichen Ökonomien fundamental verwässern.

    • Huthmann - 28. Mai 2013

      Bei einer VWL ohne Staat und ohne Ausland (bisheriger Stand) geht es um die folgenden Beziehungen:

      Haushalte bekommen Faktoreinkommen von den Unternehmen als Einnahmen.

      Haushalte geben Konsum als Konsumausgaben an die Unternehmen und die Differenz zwischen Faktoreinkommen und Konsumausgaben fließen als Sparen Haushalte an das sogenannte Vermögensänderungskonto.

      Unternehmer geben die Differenz von Einnahmen Konsumausgaben der Haushalte und Ausgaben Faktoreinkommen an Haushalte als Sparen Unternehmen an das Vermögensänderungskonto.

      Sparen Haushalte + Sparen Unternehmen auf dem Vermögensänderungskonto fließen als Nettoinvestitionen zu den Unternehmen.

      So aller recht und gut. Wenig aussagefähig in einer Realität mit Banken/Notenbanken und Geldschöpfung.

      Jetzt müßten wir den Bankensektor integrieren ….

      Wie sehen nun die Beziehungen zu den restlichen Sektoren aus?

      MfG

    • Vandermonde - 29. Mai 2013

      Wirklich eine interessante Analyse. Aber warum kann eine NB insolvent werden? Sie kann erstens sämtliche Forderungen in der eigenen(!) Währung immer bedienen und zweitens gibt es keine Vorgabe dazu, wie das Eigenkapital im Verhältnis zur Bilanz stehen muss.

      Das gilt natürlich nicht für Forderungen in einer anderen Währung.

      • Rainer D. - 31. Mai 2013

        Wie es im Text steht kann eine NB insolvent werden a b e r in der eigenen Notenbankwährung nicht illiquid, was ein feiner Unterschied ist. Ist sie aber insolvent oder wird als insolvent eingeschätzt, dann kann sie Forderungen in einer anderen Währung nicht mehr mit ihrer eigenen Notenbankwährung bedienen wie Sie schon selber richtig analysiert haben. Jetzt wird die liebe NB tatsächlich auch noch illiquid. Die zwischen den USA und der EU angezettelten Gespräche mit einerm gemeinsamen Wirtschaftsraum laufen meiner Einschätzung nach nur deswegen, weil die beiden Währungen verschmolzen werden müssen. Mit einem Markt von 600mio Einwohnern in der gleichen Währung bekäme sogar auch noch China einen gewichtigen Gegenpol. Leider könnten dann die Politiker, Wirtschafts- und Bankerbosse in einem solchen Falle noch eine gute Zeit lang weiter so verantwortlungslos für die eigenen Bürger werkeln.

  • Willie - 28. Mai 2013

    Ich finde solche Artikel zu früh. Wenn der Kursrutsch in Japan die Nervösität der Anleger widerspiegelt so spiegelt dieser Artikel die Nervösität der Keyneskritiker (nicht Gegner) wider.

    Folgende Punkte sind wichtig:

    1. Der Nikkei stieg von Novemver 2012 bis neulich von 8750 auf über 15.000 Punkte. Nun sind wir bei 14300 Punkten. Der Anstieg ist immer noch ordentlichst!

    2. Das Wirtschaftswachstum lag im 1 Quartal bei 3.5%. Toll! Auch die privaten Ausgaben stiegen deutlich an. Alles gut

    3. Abe stützt seine Politik nicht nur aufs Geldpumpen sondern auch auf Konjunkturprogramme UND LOHNERHÖHUNGEN! Die Lohnerhöhungen sollen erstmal freiwillig von den Firmen durchgesetzt werden, sollte dem nicht so sein kommen eventuell neue Gesetze!
    Bis sich das erstmal in den BIP Zahlen widerspiegelt dauert noch!

    Es ist also noch etwas zu früh, um zu sagen ob Abenomics funktioniert oder nicht.

    4. und am aller wichtigsten. Seit wann sagt uns der Markt/ein Aktienindex ob eine Wirtschaftspolitik funktioniert oder nicht?!?
    Der Dax steht bei über 8000 aber was sagt das über das deutsche “Jobwunder” mit 8 Mio Billigarbeitskräften?

    Hier bin ich ehrlich gesagt etwas enttäuscht, denn die SZ und FAZ argumentieren genauso und gerade die querschuesse haben das viel besser gemacht.

    5. Ja Abe hat den Yen geschwächt aber um wie viele % Punkte? 20-25% Um 2007 herum war der Yen jedenfalls noch stärker als heute. Momentan befindet er sich auf dem Niveau von 2009.
    Man könnte auch davon sprechen, dass eine künstliche Aufwertung durch Japan korrigiert wurde, da der Euro und der USD in dem Zeitraum in einer heftigen Krise waren.
    Gegenüber 2007 könnte der YEN nochmal um 30% abwerten, alles kein Problem.

    Schlussfolgerung:
    Es fand eine Korrektur am Aktienmarkt statt. Ob Abenomics funzt oder nicht wird sich erst noch zeigen. Momentan sieht es gut aus. Was dagegen der Nikkei meldet, interessiert doch keinen Menschen.

    • Systemfrager - 28. Mai 2013

      @Willie

      Wenn der Kursrutsch in Japan die Nervösität der Anleger widerspiegelt so spiegelt dieser Artikel die Nervösität der Keyneskritiker (nicht Gegner) wider.

      :)
      Großartig formuliert!
      :)
      Angst vor der Wahrheit!
      :)
      Wunschdenken!
      :)

    • SLE - 28. Mai 2013

      Ich habe ja auch “Warnschuss” geschrieben und ferner auch die Möglichkeit eingeschlossen, dass es sich nur um eine Korrektur handelt. Entscheidend ist doch, dass solche Rücksetzer genau das Gegenteil von dem sind, was die Abenomics erreichen wollen, nämlich die Zuversicht in die japanische Wirtschaft zu fördern.

      Diese kritische Haltung habe ich übrigens nicht erst seit “gestern”, sondern schon nach Bekanntwerden von Abes´ Plänen eingenommen:

      http://www.querschuesse.de/die-schlacht-um-die-bank-of-japan-volles-risiko-in-japan-nach-regierungswechsel/

      Grüße
      SLE

  • Systemfrager - 28. Mai 2013

    Eine leise Stimme eines überzeugten Keynesianer gegen die neoliberale Dampfwalze

    Was hat das (zusätzliche) Geld mit der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage zu tun?
    Wie ein Geldfälscher an sich selbst denkt und damit für die Gemeinschaft nützlich wird
    Marktwirtschaft neu denken >>>

  • Bubblegum - 28. Mai 2013

    @Sastre,

    habe mir doch gedacht, dass jemand gegen diese Tatsachen polemisieren würde. Halten wir uns doch einfach an die Fakten:

    1. Ich habe nur die These mit Fakten widerlegt, dass einzig und allein eine liberale
    Gesellschaftsordnung die notwendige Voraussetzung für Wohlstand und Wachstum einer
    Gesellschaft sei! Ich schrieb von gelenkten Wirtschafts – und Gesellschaftsordnungen!

    2. Vom Datum 09.05.1945 (Kapitulation Deutschlands) aus gesehen ist die DDR –
    Wirtschaftsgeschichte durchaus als Erfolgsgeschichte zu werten. Wenn Sie das ganze vom
    Ende aus betrachten (09.11.1989) dann ist die DDR weniger an ihren wirtschaftlichen als an ihren
    gesellschaftlichen Widersprüchen gescheitert.
    Betrachtet Mann/Frau alles vom Ende her, dann ist festzustellen, dass die liberalen
    Gesellschaftsordnungen in Spanien, Griechenland etc. wirtschaftlich gescheitert sind!

    3. Eine hinsichtlich der Beeurteilung der Nazizeit gern aufgestellte These ist, dass das
    Wirtschafts- und Beschäftigungswunder einzig und allein dem Aufrüstungswahnsinn
    zuzuschreiben sei. Das erspart dann die unangenehme Auseinandersetzung mit der
    erfolgreichen WiPo Schachts, weil nicht sein kann, was nicht sein darf!
    Die Wirtschaftsfakten sagen etwas völlig anderes:

    1. Bereits im Frühsommer 1933 setzte in Deutschland ein massiver Wirtschaftsaufschwung ein.
    Da gab es überhaupt noch keine Kriegsvorbereitungsdiskussion (Hosbach-Protokoll 1934)

    2. Bis 1936 hielt sich die Wehrmacht im wesentlichen an die vom Versailler Vertrag aufoktroierte
    Personenbeschränkung von 100.000 Mann. Da gab es aber bereits in Deutschland
    Vollbeschäftigung!!

    3. Der Aufschwung setzte vor allem in den Branchen ein, die relativ wenig mit Aufrüstung zu tun
    hatten(Hoch-und Tiefbau, Stichwort: Hitler Siedlungshäuser, die besonders in vielen ländlichen
    Gebieten Deutschlands noch heute zu finden sind!)

    Viele Grüße Bubblegum

    • Systemfrager - 28. Mai 2013

      @Bubblegum
      Hut ab
      Tja,
      wir leben nicht, noch nicht, in einer Orwellschen Welt, was du da schreibst, kann man bei den Historikern nachlesen, aber 99.99% haben davon keinen blassen Schimmer
      Deshalb:
      Hut ab

    • Paernu - 29. Mai 2013

      Interessante und richtige Ausführungen, insbesondere zur WiPo von Schacht.

      Aufrüstung fand erst nach 1936 stattt, ist richtig, aber wenn man das sagt, stellt man schnell fest, das noch so ein paar Dinge aus der Zeit zum Thema: “Hitler wollte die ganze Welt erobern.” nicht stimmen können. Aber da kommt man in eine Ecke in der keiner stehen will.

      Bubblegum, Respekt zu ihren Ausführungen.

  • Rolmag - 28. Mai 2013

    Dennoch wil die EU den gleichen Weg gehen. Mit dem kleinen Unterschied, dass die Schuldenstaaten bei weitem nicht über das Know How Japans und auch nicht ansatzweise über deren Arbeitseinstellung verfügen. Wenn das bei denen schon nicht so richtig funktioniert mit der Flutung der Wirtschaft mit billigem Geld, dann sicher hier in der Faulenzer- und Subventionsbetrügermafiazone.

    Hoffentlich wird das endlich der Untergang des Euro, sonst wird es der Untergang Deutschlands.
    Man muss einfach Barcelona mit Wuppertal vergleichen und dann das Geschwätz unserer Politiker bezüglich deren Prioritäten dagegen setzen und schon wird klar wo es für uns mit diesen Dämonkraten hingeht. In den tiefsten Kreis der Hölle und die hören nicht eher auf, bis ganz klar ist, dass wir dort nie mehr herauskommen.

    Diese Politiker, die sich wie Feudalherren aufführen und auf das Niederwild in Bürgerform sch…pucken sind unser sicheres Ende.

  • Jaques_de_Molay - 28. Mai 2013

    @Bubblegum: Du hast schon Recht mit dem was du sagst, auch wenn du nicht ganz vollständig dabei geworden bist. Doch vergiss dabei nicht, auch die Amis und Briten haben nicht profitiert, eigentlich gewinnt keiner, es gibt mal abgesehen von dem rasanten aufschwung in einigen wenigen Staaten der jetzt noch anhält am Ende keine gewinner. Dass System Produziert nur verlierer! Selbst die Scheinbaren Ultrareichen gewinnen nicht unbedingt nur, zwar materiell, aber so doch weniger an der Qualität.
    Desto mehr die Ungleichheit vorranschreitet desto mehr müssen sie sich Isolieren und können den Wohlstand nicht/weniger genießen.

    Dass Deutschland und Japan zu den größten verlierern zählen ist ein alter hut, haben aber eben den Krieg verloren und ich denke mal in einem Wirtschaftsblog wenig relevant, eher im Politik Blog. Aber wer es so lange mit sich machen lässt? Manchmal denke ich es gibt keindümmeres volk als dass Deutsche, so traurig es auch sein mag. Die lügen können noch so plumb sein, die meisten glauben sie und leben danach!

    Was bei der Volkswirtschaftlichen Leistungsfähigkeit an wohlstand möglich währe, UNVORSTELLBAR!!!

  • Eurelios - 28. Mai 2013

    Hoffentlich wird das endlich der Untergang des Euro, sonst wird es der Untergang Deutschlands.

    Hallo Rolmag,
    Du hast in deiner Denkweise nur Deutschland im Kopf.
    Leider.
    Denk mal etwas überregional an die anderen Länder unserem schönen Europas.

    Dieser Satz wäre mE besser gewesen:

    Hoffentlich wird das endlich der Untergang des Euro, sonst wird es der Untergang aller
    Euroländer.

    Grüße aus dem sonnigen Sardinien

  • Delta120 - 28. Mai 2013

    An den “Märkten” haben jetzt rein die Glücksritter gerade das sagen. Wieviele Jahre versuchen schon IWF und EU Griechenland Spanien und so weiter in Form zu springen. Die Erfolge können wir in diesem Blog lesen.

    Die Japaner tueen recht daran diesen neuen Weg zu versuchen,denn Europa steht praktisch vor dem selben Problem. Wie lange geht Japan schon diesen Weg? Praktisch seit Jahresanfang!
    0,9% im Quartal Wirtschaftswachstum entspricht 3,5% Wachstum im Jahr!!!
    Wann hatten wir das letzte Mal ein Wachstum von über 3%? Wir in Deutschland freuen uns schon über 0,3%!!!

    Freuen wir uns, das es Länder wie Japan gibt, die uns zeigen, dass es Alternativen gibt.

    • Frankenfurter - 29. Mai 2013

      Ich habe den Eindruck, viele hier kennen nur den ersten “Pfeil” der Abenomics, die Liquidatätsflutung der Anleihe- und Aktienmärkte. Der erste Pfeil bewirkt, unter anderem, durch die Verbilligung der Währung eine Steigerung der japanischen Exporte – die jap. Exportquote am BIP beträgt zZt. “nur” 16 %. Aber die Abwertung des Yen bewirkt auch eine Außeninflation, das Öl wird teurer. Das Aufkaufprogramm soll japanische Sparer und Investoren aus den landeseigenen Rentenanlagen, die seit Jahren so gut wie keine Rentiten mehr abwerfen vertreiben. Wohin gehen die Sparfüchse mit ihrem Geld? Abe hofft wohl durch Inflationierung die ausgeprägte Sparneigung seiner Landsleute zu reduzieren und den privaten Konsum anzukurbeln…

      Aber da gibt es noch zwei andere Pfeile, die gleichzeitig mit dem Ersten abgeschossen wurden.
      “The second arrow is to carry out a supplementary budget [Nachtragshaushalt], huge enough to lift the economy by 2 per cent and create 600, 000 jobs.” (Abe)
      Bedeutet: Abe hat ein gigantisches Konjunkturprogramm aufgelegt. Anstatt Ausgaben zu kürzen, will er noch in diesem Jahr das primäre Haushaltsdefizit über Konjunkturprogramme auf 11,5% steigern. Neben Investitionen in Infrastruktur und Bildung soll dabei vor allem auch der öffentliche Sektor durch Finanzspritzen gestärkt werden. Damit will Abe 600.000 neue Jobs schaffen und das Wirtschaftswachstum um 2% steigern. Dies ist das exakte Gegenteil zur europäischen Krisenpolitik, die Ausgabenkürzungen vor allem im öffentlichen Sektor vorsieht und dabei eine Rezession billigend in Kauf nimmt. (Jens Berger)
      Nicht vergessen, dass Abe auch militärisch aufrüstet: “Yet, I led my government to increase, for the first time in many years, the budget for homeland defense.”
      Der dritte Pfeil:
      “The third one is about growth strategy. Private consumption and investment will come much sooner than we expected. So far, all the economic indicators point north.” (Abe).
      Und hier wird es kritsch, denn:
      “Dieser dritte Pfeil ist die Achillesferse der Abenomics, da Erfolg und Misserfolg des gesamten Projekts nicht in den Händen der Regierung oder der Bank of Japan liegen, sondern davon abhängig sind, dass die japanischen Unternehmen sich zu ordentlichen Lohnsteigerungen entscheiden werden. Sonderlich schlecht stehen die Chancen dazu jedoch nicht, da die als „Japan Inc.“ bezeichnete enge Verbindung zwischen den großen japanischen Unternehmen und der Regierung legendär ist – vor allem Abes Regierungspartei LDP gilt hierbei als bestens vernetzt mit den großen Banken und den großen Industriekonglomeraten.(Jens Berger)

      Die Erfolgsaussichten seiner Abenomics sieht der jap.Premier so:
      “True, we have shot those arrows before, but only timidly, and incrementally. In my plan, the three arrows are being shot strongly, fast and all at the same time. Soon, Japan will export more, but it will import more as well. The U.S. will be the first to benefit, followed by China, India, Indonesia, and so on.”

  • Michael S. - 29. Mai 2013

    An die Keyneskritiker und Keynesianer,

    ich habe da als Laie mal ne Frage.

    Das BIP ist sozusagen das Goldene Kalb. Und Herr Abe hat dieses Kalb jetzt fetter gemacht. Und daraus werden jetzt viele Argumente und Fragen und Theorien und … abgeleitet. Kann Herr Abe das Kalb noch fetter machen, kann Herr Abe den anderen Bauern beibringen wie man auch ihre Kälber fetter macht. Wollen die anderen überhaupt fettere Kälber haben…

    Nun zu meiner Frage (bevor hier weiter diskutiert wird) wie fett ist denn das japanische Kalb in Q1 2013 eigentlich geworden?
    Als ich es das letzte mal sah (2012) wog es noch 46.736$ (BIP/Kalb).

    Gruß Michael S.

    • Georg Trappe - 29. Mai 2013

      Und wie rechtsschief ist die Verteilung des BIP/Kalb? Wie weit liegen Median und Mean auseinander? Und wie sieht das im Vergleich zu EU und USA aus? Und warum wird Japan staendig als Problemfall stigmatisiert? Und warum schreiben mit Nobelpreisen dekorierte amerikanische Wirtschaftswissenschaftler einen derartigen Schwachsinn?
      http://www.nytimes.com/2013/05/24/opinion/krugman-japan-the-model.html?ref=paulkrugman&gwh=51E2EE487F880D3DCE67339F17DB4A04&_r=1&

      “Then Japan fell into a seemingly endless slump, and most of the world lost interest.”

      “These days we are, in economic terms, all Japanese — which is why the ongoing economic experiment in the country that started it all is so important, not just for Japan, but for the world. ”

      Also was betreibt einer, der die Amerikaner mit einem Leistungsbilanzdefizit von 450 Mrd. US$ p.a. (2009) = – 1500 US$/Kalb mit Japanern mit einem Leistungsbilanzueberschuss von 150 Mrd US$ p.a. (2009) = +1300 US$/Kalb gleichsetzt?

      http://wz.subfiles.net/wp-content/uploads/2012/02/Grafik-07-Leistungsbilanz-welt.jpg

      • Frankenfurter - 29. Mai 2013

        hi Trappe, gut möglich, dass jetzt auch in Japan die Renditen der Staatsanleihen ins Negative – also unter die Inflationsrate sinken. Aber wie sieht es mit den realen Löhnen aus?Letztens hatten wir es doch schon mal mit Japan. Hatten Sie da nicht Daten zur Lohnentwicklung/Lohnstückkosten von der Insel aufgetrieben?

        • Georg Trappe - 29. Mai 2013

          Hi Frankfurter, ja die Lohnstueckkosten hatten wir schon. Da waren Japan und Deutschland nicht zu unterbieten. Um es nochmal fuer alle hier zu verdeutlichen in 2008 generierte Deutschland mit einer Bevoelkerung von 82 Mio einen Leistungsbilanzueberschuss von 250 Mrd.. Japan mit einer Bevoelkerung von 126 Mio (also 50% mehr) einen Leistungsbilanzueberschuss von 150 Mrd. (also 40% weniger). Zusammen haben Deutschland und Japan mit ihren 208 Mio Kaelbern einen Leistungsbilanzueberschuss generiert, der dem von China mit 1344 Mio Kaelbern generierten Leistungsbilanzueberschuss entspricht und immer noch nicht ausreicht, um das was 300 Mio. US Kaelber mehr verfressen als sie leisten, auszugleichen. Aber Krugman meint, wir seien oekonomisch betrachtet alle Japaner. Da muss man sich doch fragen, ob der mann noch alle Ziegel auf dem Dach hat.
          -
          Die VWL kennt das Konzept der Zahlungsbilanz, das dies sehr schoen verdeutlicht.
          http://www.gak-nk.de/pages/faecher/wirtschaftslehre/zahlungsbilanz.pdf
          http://www.rmoser.ch/downloads/t26.pdf
          Das hilft, um die aktuellen Probleme zu verstehen. Eine unausgeglichene Leistungsbilanz hat immer eine unausgeglichene Kapitalbilanz zur Folge. Da in der Zahlungsbilanz Stromgroessen betrachtet werden, entstehen zwangslaeufig Bestaende, die dem zeitlichen Integral dieser Stroeme entsprechen. Wenn diese Stroeme im zeitlichen Mittel nicht Null sind, wachsen bzw. sinken die Bestaende entsprechend. Das gilt auf der Ebene der Volkswirtschaften genauso, wie auf den Ebenen der Firmen und Individuen.
          -
          Bei diesen Dingen, wenn man sie klar bekommen will, lohnt es sich immer, bei Adam und Eva anzufangen.
          -
          Wenn Eva einen Apfel pflueckt, zum Preis von 1$ anbietet und Adam Interesse zeigt, in dem er das Angebot annimmt, dann wird Eva den Apfel uebergeben und eine Rechnung an Adam schreiben. Ihre Bilanz verlaengert sich um den einen Dollar, denn sie wird auf Seiten der Aktiva die Position offene Rechnungen um 1$ erhoehen und als lebenserfahrene, konservative Frau auf Seiten der Passiva eine Rueckstellung von 1$ bilden, die mit dem Vermerk Risikovorsorge fuer uneinbringliche Forderungen gekennzeichnet ist.
          Wenn Adam nun keinen Dollar hat, geht er zur Bank und bittet um Kredit. Die Bank gewaehrt den Kredit und schreibt Adam 1$ auf seinem Girokonto gut und eine entgegengerichtete Forderung in Hoehe von 1$ auf seinem Schuldkonto. Wenn Adam nun den 1$ an Eva ueberweisst, dann wird Eva in ihrer Bilanz auf Seiten der Aktiva die Position offene Rechnungen um 1$ senken und die Position Kassenbestand um 1$ erhoehen. Auf Seiten der Passiva wird sie die Rueckstellung aufloesen und den Dollar (ueber die GuV) ihrem Eigenkapital zuschreiben.
          Die Situation an dieser Stelle ist nun.
          Adam hat einen Apfel. Die Bank haelt eine Forderung gegen Adam in Hoehe von 1$ und Eva haelt eine Forderung gegen die Bank in Hoehe von 1$. Wenn sich dieser Vorgang staendig wiederholt und sonst nichts passiert, dann erhoehen sich die jeweiligen Bestaende / Konten in den jeweiligen Bilanzen entsprechend.
          Man sieht sehr schoen, bei Zahlung durch Adam findet bei Eva nur ein Aktivtausch statt. Offene Rechnung gegen Geld=Forderung gegen die Bank. Nun kann Adam zu Eva gehen und sie bitten, ihr den 1$ zu leihen, damit er seine Schuld bei der Bank tilgen kann. Wenn Eva darauf eingeht, dann erhaehlt Adam den Dollar und Eva einen (triple A rated?) Schuldschein mit nominal Wert 1$, den sie in ihrer Bilanz auf Seiten der Aktiva unter der Position langfristige Forderungen eintraegt. Also wieder ein Aktivtausch. Wenn Adam tatsaechlich zur Bank geht und seine Schuld tilgt, dann verkuerzt sich die Bankbilanz um 1$. Wenn Adam aber einen weiteren Dollar Schulden aufnimmt, um dann mit 2$ bei naechster Gelegnheit bei Eva 2 weitere Aepfel zu kaufen, waechst seine Schuld bei der Bank auf 2$ und nach dem Kauf Evas Forderungen gegen die Bank auf 2$. Solange Adam nicht den Ruecken krumm macht und ein paar Kartofeln aus seinem Acker ausgraebt, die er an Eva verkaufen kann, nuetzen die ganzen Finanztransaktionen nichts.
          Ob sie nun wie in diesem Beispiel in einem einstufigen Vollgeldsystem, oder im ueblichen zweistufigen System erfolgen. Wenn immer nur eine Seite real leistet und die andere Seite mit Hilfe der Banken Scheine=Forderungen produziert, dann tuermen sich ueber diese Leistungsbilanzdefizite entsprechende Bestaende an Kapital = Schulden / Forderungen auf.
          -
          Wenn man mal fuer einen Moment annimmt, dass das Konzept Zahlungsbilanz eine zutreffende und vollstaendige Beschreibung der Schnittstellen zwischen oekonomisch taetigen Einheiten (Volkswirtschaften, Firmen, Individuen) beinhaltet, und jede solche Einheit ueber eine solche Schnittstelle verfuegt und ueber diese mit dem Rest der Welt kommuniziert, dann kommt es meiner Meinung nach zu einer erhellenden Erkenntnis, wie ich es versucht habe mit dem Adama / Eva Beispiel zu verdeutlichen. Weder die (sukzessive) Erhoehung der Bestaende an Forderungen, seien es nun Rechnungen mit Saeumniszuschlag, Schuldkonten mit Zinsen oder verbriefte Forderungen der Bank = Wertpapiere = Schuldscheine aendern etwas am grundsaetzlichen Problem. Wenn Adam nicht etwas leisten will oder kann, was Evas Forderung befriedigt, nuetzt der ganze Zauber nichts, sondern fuehrt nur zu (nominal) wachsenden Bestaenden an Forderungen. Damit ist dann auch u.a. klar, das Zinsen keine Versicherungspraemie oder aehnliches sind, sondern eben nur eine nominelle Erhoehung des Forderungsbestands. Wenn Eva bei ihrem Obsthandel nicht dafuer Sorge traegt, das Adam willens und faehig bleibt, reale Leistungen zu erbringen, die sie befriedigen, dann sind die ganzen Finanzkonstrukte, ob nun mit Banken und Geld oder ohne, ungeeignet dem urspruenglichen Ziel, naemlich mit Hilfe eines Ueberschusses an Aepfeln im Zuge eines Handels den Mangel an Kartoffeln auszugleichen, naeher zu kommen.
          -
          Eine gesunde wirtschaftliche Beziehung erzeugt einen ueberschaubaren Bestand an Forderungen, der einen Bruchteil des Handelsvolumens ausmacht. Er dient zur Ueberbrueckung temporaerer Ungleichgewichte/Leistungsbilanzdefizite.
          Ein staendig wachsender Forderungsbestand, der ein Vielfaches des Handelsvolumens/BIPs ausmacht, ist Ausdruck dysfunktionaler Wirtschaftsbeziehungen. Entweder schreibt Eva mehr Rechnungen als sie liefert oder Adam ist nicht willens oder in der Lage Leistungen zu Preisen zu erbringen, die Eva befriedigen oder eine dritte Partei, z.B. die Banken, erzeugen Forderungen, die keinen realen Hintergrund haben.

          Viele Gruesse
          Georg Trappe

          • Huthmann - 29. Mai 2013

            Sehr geehrter Herr Trappe,

            eine sehr schöne Geschichte, Ihre Adam und Eva-Story.

            MfG

          • Frankenfurter - 29. Mai 2013

            Trappe,ich bin sehr überrascht, wie windschief doch Japans Leistungsbilanz ist, obwohl der Beitrag der Exportwirtschaft am BIP im Vergleich zu Deutschland relativ schwach erscheint. In beiden Ländern hat man den Eindruck sie exportieren aus reinem Selbstzweck. Dabei gibt es doch nur einen einzigen vernünftigen Grund für den Export von Gütern und Dienstleistungen: der IMPORT von Gütern und Dienstleistungen im selben Verhältnis. Nun gäbe eine ganz einfache Methode, wie man die Verhältnisse zwischen Export und Import auch in Japan wieder ins Lot bringen könnte. Die Arbeiter, die diese Exportprodukte herstellen angemessen, dh. gemäß ihrer Produktivität zu bezahlen. Damit sie als Ganzes genauso viele Waren und Dienstleistungen von ihren Handelspartnern kaufen können wie sie ihnen liefern.. Oder denke ich jetzt zu einfach wie Adam&Eva?

          • Georg Trappe - 29. Mai 2013

            @ Huthmann
            Es ist leider keine Geschichte / Story sondern es ist der ganz schlichte Zusammenhang, der hinter den Problemen steckt. Und es macht hoffentlich klar, dass man mit Zins- und Geldpolitik diese fundamentalen wirtschaftlichen Ungleichgewichte nicht loesen kann.
            Es waere vollkommen absurd dies zu glauben.

            @Frankfurter
            Man muss sich fragen, wer von diesem Irrsinn profitiert. Mein Schluss ist folgender.
            Sowohl in Japan als auch in Deutschland aber auch in Sued Korea und anderen Laendern mit denen die USA ein Leistungsbilanzdefizit pflegen, gibt es eine herrschende Schicht, die ganz offensichtlich die jeweiligen Belegschaften in ihren Laendern kurz und unter der Knute halten, um ihren Counterparts in den USA dahingehend zuzuarbeiten, dass sie qualitativ hoechstwertige Waren und Leistungen zu unschlagbaren Preisen liefern und so den Herrschenden in den USA ein einfaches regieren im Sinne einer Pax Americana ermoeglichen. Im Gegenzug stehen die “Provinzfuersten” unter amerikanischer “Schutzherrschaft”. Japan, Deutschland, Sued Korea usw. sind amerikanische Protektorate.
            Selbst die roten Madarine in Peking spielen das Spiel mit. Allerdings erhalten die jeweiligen “emanzipatorischen” Stroemungen in diesen Protektoraten seit dem US Faux Pas mit den triple a rated Assets made in USA einen gewissen Auftrieb. Wie weit das geht und wie wund gescheuert die eine oder andere Stelle schon ist, lassen diese Artikel erahnen:
            http://www.japantimes.co.jp/news/2013/05/18/national/the-main-question-why-did-hashimoto-open-his-mouth/#.UaZZ3diFuNB
            http://www.japantimes.co.jp/news/2013/05/18/national/nippon-ishin-to-oust-member-over-south-korean-prostitute-claim/#.UaZaptiFuNA

  • Systemfrager - 29. Mai 2013

    Warum wagt Age das Leben der Menschen besser zu machen???
    So etwas ist doch ein frontaler Angriff auf jede Klassengesellschaft, auch auf den modernen Kapitalismus, der eine Plutokratie ist,
    Orwell hat es phantastisch beschrieben:
    Wenn die Menschen genug zu essen haben und normal leben können, sind die Klassenprivielgien automatisch wertlos – die Klassengesellschaft stirbt sozusagen den natürlichen Tod
    Was tun man dagegen?
    Man muss die Bürger zu Sklaven machen,
    Wir haben eine Technologie, die heute – per Daumen – 3 Mal mehr Wohlstand pro Person bringen kann wie jetzt, aber das würde die Klassengesellschaft zerstören
    —-
    Nun zu Japan
    Die chinesischen Kommunisten und der “Diktator” Puutin verbesser das Leben der Bürger drastisch, Japan leigt zu nahe und die Menschen merken es …
    Japan muss aufhören, seine Bürger zu versklaven, weil es nicht gut enden wird
    Nur die Plutorkraten in EU-Amerika treiben ihr böses Werkt, die Versklavung und Entrechtung der Bürger brutal voran, sie meinen es wird gehen

  • Bubblegum - 29. Mai 2013

    @ Frankenfurter,

    “Ich habe den Eindruck, viele hier kennen nur den ersten “Pfeil” der Abenomics, die Liquidatätsflutung der Anleihe- und Aktienmärkte. Der erste Pfeil bewirkt, unter anderem, durch die Verbilligung der Währung eine Steigerung der japanischen Exporte – die jap. Exportquote am BIP beträgt zZt. “nur” 16 %. Aber die Abwertung des Yen bewirkt auch eine Außeninflation, das Öl wird teurer. Das Aufkaufprogramm soll japanische Sparer und Investoren aus den landeseigenen Rentenanlagen, die seit Jahren so gut wie keine Rentiten mehr abwerfen vertreiben. Wohin gehen die Sparfüchse mit ihrem Geld? Abe hofft wohl durch Inflationierung die ausgeprägte Sparneigung seiner Landsleute zu reduzieren und den privaten Konsum anzukurbeln…”,

    Mir erschließt sich der Sinn dieser Argumentation überhaupt nicht, weil:

    1. Wir in den 30ger Jahren des letzten Jahrhunderts einen völlig wirkungslosen Abwertungs-Wettlauf
    aller Industrienationen hatten. Am Ende mußte Frankreich als letztes Land den Goldstandard
    aufgeben(1936). Die USA erreichten erst 1940 als also Europa bereits 1 Jahr im Krieg war das
    Produktionsniveau von 1928!

    2. Die japanische Regierung refinanziert sich seit Beginn der 90ger Jahre des letzten Jahrhunderts
    extrem günstig aus den Ersparnissen ihrer eigenen Bürger. Es macht also keinen Sinn sie aus
    den Staatsanleihen und den Anleihen der staatlichen Postbank herauszutreiben um den Konsum
    zu befeuern!

    3. Niemand wird leugnen, dass Japan eine extrem alte und extrem langlebige Bevölkerung hat.
    Dieser extrem große Anteil alter Menschen hat keinen Bedarf mehr an langlebigen Konsumgütern,
    auch der moderne Schnickschnack a´la smartphone, tablet etc. ist von diesem Teil der
    Bevölkerung geringer nachgefragt! Die Argumentation der Konsumankurbelung steht also
    auf sehr dünnem Eis.

    4. Die Investitionen in die Infratsruktur sind inzwischen mit einem Multiplikator < 1 belegt.
    Es gibt ernstzunehmende Untersuchungen, die konstatieren, dass beipielsweise in Deutschland
    die Ausgabe von 1 Mrd.€ für den Bau einer neuen Autobahn aktuell nur noch einen
    volkswirtschaftlichen Effekt von ca. 50 Mio € bewirkt, während dieser in den 50ger und 60ger
    Jahren des letzten Jahrhunderts bei 1,2 Mrd. € gelegen haben soll!

    4. Selbst, wenn die Zinssätze für Anleihen auf 2% ansteigen sollten, wie von Abe gewünscht, sind
    das Peanuts im Vergleich zu den durch die Währungsschwächung zu erzielenden Gewinne bei
    Anlage der frei werdenden Ersparnisse im Ausland.
    Zu den Gefahren billigen Geldes auch: http://www.iknews.de/2013/05/29/usa-am-ende-
    des-schnellen-geldes-china-in-gefahr/

    5. Hohe Importpreise und ansteigende Löhne machen die japanische Wirtschaft nicht gerade
    wettbewerbsfähiger!
    Das haben Sie ja auch schon festgestellt.

    Ich denke, es geht um etwas völlig anderes: Wie man auch an den Vorschlägen der Troika bei
    Griechenland, Spanien, Portugal etc. feststellen kann sollen die Staaten finanziell sturmreif
    geschossen werden (sinkende Einnahmen durch ständige Steuersenkungen auf der einen und
    unnütze Staatsaugaben auf der anderen Seite ), damit die noch in Staatshand verbliebenen
    Vermögenswerte für n´en Appel und n´ Ei in die Hände der Finanzoligarchie übergehen und deren
    Macht noch weiter festigen. Das ist das gleiche Muster, das im Altertum bei den sich
    bildenden/entstandenen Hochkulturen zu beobachten ist (sofern archäologische Funde darüber
    vorliegen), das aber letzten Endes ihren Untergang bewirkte!

    • Systemfrager - 29. Mai 2013

      >>> Die Investitionen in die Infratsruktur sind inzwischen mit einem Multiplikator < 1 belegt.
      Es gibt ernstzunehmende Untersuchungen, die konstatieren, dass beipielsweise in Deutschland
      die Ausgabe von 1 Mrd.€ für den Bau einer neuen Autobahn aktuell nur noch einen
      volkswirtschaftlichen Effekt von ca. 50 Mio € bewirkt, während dieser in den 50ger und 60ger
      Jahren des letzten Jahrhunderts bei 1,2 Mrd. € gelegen haben soll!

      Ich finde diese Argumentation immer als “äußerst amüsant”.

      Ich habe gerade einen Saft getrunken, 2€, mit einem Entsetzen, einem Schreck und einem Schauder stelle ich nun fest, dass der Multiplikator von 2€ gleich NULL war. Was trieb mich zu einem solchen unvorstellbaren Unsinn. Gott sei mir gnädig. Nie mehr werde ich so was tun! Ich verstoße gegen alle ökonomischen Gesetze – das wird nicht gut gehen.

      Habe 2 Kidner, das Dach der Schule im reichen BW fällt auf den Kopf, kein Stuhl ist wie der andere – ob da noch was von unserem allerleibsten Adolf was geblieben ist … also eine Schule wie in einem sog. Entwicklungsländern …

      Aber wir wissen schon, Multiplikator gleich NULL, so ein Unsinn, eine neue Schule zu bauen – NIEMALS. Nur die Chinesen und Putin sind so bescheuert, ist klar “Diktatoren”, sie verstehen von dem Multiplikator nichts …

      - – - –

      Man kann fast nicht glauben, welch kluge Menschen es im deutschen Volk gab, aber das war damals, vor einer sehr sehr sehr langen Zeit

      Wenn z.B. ein Staat durch seine eigenen arbeitslosen Bürger in einem Jahr 100 Meilen Landstraßen bauen läßt und dafür 3 Millionen Thaler ausgibt, so ist dieser Staat am Ende dieses Jahres um den ganzen Werth dieser Landstraße reicher als er am Anfang des Jahres war; denn das Geld, welches die Landstraße gekostet hat, wird noch bis zum letzten Pfennig im Lande seyn, und die Landstraße dazu .

      Heinrich Ludwig Lambert Gall (1791-1863), ein unbekannter Frühkeynesianer des 19. Jahrhunderts

      • Huthmann - 29. Mai 2013

        So einfach ist das nicht mit den Multiplikatoren.

        Erst einmal müssen Sie unterscheiden zwischen Konsum und Investitionen. Wenn Sie Konsum (Ihr Glas Saft zu 2 Euro) verteufeln, dann kann man natürlich jeglichen Konsum in Frage stellen. Fragen Sie einmal Makro-Ökonomen (insbesondere Nachfrageanhänger und Salden-Mechaniker), wie eine Wirtschaft ohne Konsum läuft.

        Zurück zum Multiplikator. Die Auswirkungen von Maßnahmen müssen natürlich langfristig betrachtet werden. Und offensichtlich gibt es ernstzunehmende Ansichten, die besagen, daß Multiplikatoren-Effekte vorgerechnet und umgesetzt von hohen Beamten nicht unbedingt bedeuten müssen, daß diese Effekte langfristig auch positiv sind.

        Anders ausgedrückt: nicht jeder Entscheider führt eine Investition zu einer nachhaltigen Investition. Insbesondere sicher nicht ungedingt die, die nicht persönlich dafür haften. Das müßte uns der gesunde Menschenverstand schon sagen.

        Umgekehrt heißt das aber nicht, daß Investitionen des Staates in Infrastruktur per se falsch sind. Keineswegs! Aber man muß es sich leisten können. Anders ausgedrückt: wenn sie als Unternehmer sich hauptsächlich um die Erstellung ihrer Bürogebäude kümmern, dann scheitern sie. Erst muß die Ausrichtung am Markt, Vergütung der Mitarbeiter, Neuinvestitionen, etc. erfolgen, dann kann das Verwaltungsgebäude neu gebaut werden.

        MfG

        • Systemfrager - 29. Mai 2013

          >>> Anders ausgedrückt: nicht jeder Entscheider führt eine Investition zu einer nachhaltigen Investition.
          Nein,
          da hat Keynes ein bisschen was vermasselt
          Dem ist nicht so, dass die Reichen das Geld einfach irgendwo auf einem Haufen stapeln lassen, der Staat müsste es nur “in die Bewegung setzen”, also einfach ausgeben,
          DER STAAT MUSS RICHTIG IN WELCHE KONKRETE INVESTITIONEN DAS GELD LEITEN
          eben
          “So einfach ist es nicht …”

    • Vandermonde - 29. Mai 2013

      “4″ finde ich auch lustig – das Gall Zitat ist da sicher eine gute Antwort darauf.

      Aber es erklärt vielleicht warum Deutschland seine Infrastruktur verrotten läßt (negative Nettoinvestitionsquote des Staates). Vielleicht hoffen die Verwantwortlichen den Multiplikator wieder hinaufzutreiben? ;-)

    • Frankenfurter - 29. Mai 2013

      Lieber Blasengummi ;-)
      zu 4) Verstehe ich nicht. Wie soll der Zinssatz ansteigen, wenn man die Geldmenge verdoppelt, wie es Abe vorhat? Ja, der Preis der Staatsanleihen steigt durch das Ankaufprogramm, aber die jährlichen Renditen für die Staatspapiere gehen ins negative, wie bei uns gerade. Wenn Sie kein Trader sind, sondern Rentner sind jap. Staatsanleihen keine so tolle Kapitalanlage mehr……

  • Bubblegum - 29. Mai 2013

    @Systemfrager, Vandermonde

    haut nur argumentativ zu! Ich Dussel habe nicht nur falsch nummerriert, sondern auch die Anführungsstriche bei ernstzunehmende vergessen. Beziehe also zurecht den Spott!

    Systemfrager hat schon Recht mit dem Hinweis, dass wir uns wieder quasi ins Mittelalter zurück- katapultieren, wenn betsimmte Investitionen unterbleiben, weil sie sich nicht mehr rechnen.
    Die heutige Konferenz des DIHK in NRW befasst sich mit genau mit diesem Problem. Das Transportgewerbe beklagt sich inzwischen darüber, dass Umwege nötig sind, weil marode Brücken
    und Straßen in NRW nicht mehr befahren werden können. Nur die Frage, sind die Verursacher auch bereit ihren angemessenen Obolus zu entrichten, bleibt natürlich weitgehend außen vor. Amazon und andere Internethändler, die mit ihrem Geschäftsmodell inzwischen Milliarden verdienen, liefern die Masse der Bestellungen mit Sprintern und anderen Kleintransportern aus, zahlen also keine Mautgebühren.
    Viele Grüße Bubblegum

    • dank - 29. Mai 2013

      “Amazon und andere Internethändler, die mit ihrem Geschäftsmodell inzwischen Milliarden verdienen…”

      und ihren Firmensitz in Luxembourg haben um in den Genuss des Steuersparens zu kommen…
      Infrastruktur nutzen, aber keinen Cent dafür investieren müssen (weder Maut; noch Steuern), sondern für die paar unterbezahlten Arbeitsplätze (Aufstocker) noch Förderung (Steuervergünstigungen, xtra Autobahnausfahrten, xtra Bahnhöfe, etc pp) kassieren.
      Neolib, here we go.

      Die Dummheit der zuständigen (regionalen) Politiker, wird nur durch die von uns, den Wählern und Bürgern übertroffen.

    • Systemfrager - 29. Mai 2013

      @Bubblegun
      >>> haut nur argumentativ zu!
      Weiß du, die Chdaraktere und Temperamente sind unterschiedlich, und genetisch so wie sie sind
      Ich bin hart beim Aufteilen,
      aber genauso gut kann ich einstecken
      N° 2:
      In den Kommentares sind keine richtige Personen, sondern Avatare
      und dann ist man (zumindest ich – abe auch die anderen) auch viel freier
      Ich glaube, so hast du es auch verstanden
      Danke!
      ;-)

    • Huthmann - 29. Mai 2013

      “…dass wir uns wieder quasi ins Mittelalter zurückkatapultieren, wenn bestimmte Investitionen unterbleiben, weil sie sich nicht mehr rechnen. ”

      Absolut fragwürdig, diese Aussage.

      Unstrittig ist, daß Deutschland sich wieder mehr Infrastrukturmaßnahmen leisten sollte. Aber bitte gegenfinanzieren z.B. über Taxierung der oberen 10%. Nicht einfach dem Schuldenstand des Staates auflasten.

      Übrigens auch die Bauindustrie macht Lobby-Arbeit.

      MfG

      • Systemfrager - 29. Mai 2013

        >>> Aber bitte gegenfinanzieren
        Ich glaube, du weiß nicht was das Geld ist, was dir die “schwäbische Hausfrau” erzählte kannst du vergessen

        • Huthmann - 30. Mai 2013

          Hallo Systemfrager,

          mein eigener Kenntnisstand bisher ist, daß Geld, das geschöpft wird und nachfragewirksam wird, später wieder einmal zurückbezahlt werden muß (Tilgung). D.h. über alle Zeitperioden aufsummiert muß der Input in das Bankensystem dem Output entsprechen.

          Wenn es anders gehen kann, dann bitte ich um Belehrung.

          MfG

          • Systemfrager - 30. Mai 2013

            >>> D.h. über alle Zeitperioden aufsummiert muß der Input in das Bankensystem dem Output entsprechen.
            Das ist kein Problem, links-rechst lässt sich immer schreiben, buchhalterisch stimmt immer alles
            Es geht um was anderes:
            Es gibt internes Geld (aus dem Verkauf der Güter/Leistungen) und es gibt externes Geld: Geld aus dem Nichts
            Hier noch einmal
            (als sozusagen ein Einstig in eine seriöse Diskussion)

            Was hat das (zusätzliche) Geld mit der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage zu tun?
            Wie ein Geldfälscher an sich selbst denkt und damit für die Gemeinschaft nützlich wird
            Marktwirtschaft neu denken >>>

          • Georg Trappe - 31. Mai 2013

            @Systemfrager
            Vielen Dank fuer das Gall Zitat oben und den Text auf Ihrer Webseite. Sie verweisen damit auf den ganz entscheidenden Punkt.
            Wie ich weiter oben mit meinem Adam&Eva Beispiel versucht habe zu zeigen bewirkt Geldschoepfung=Erhoehung des Forderungsbestand oder Geldzerstoerung=Verminderung des Forderungsbestands ersteinmal NICHTS!
            Ich kann als Eva eine Rechnung schreiben oder eine bestehende Rechnung zerreissen, es aendert an Adams Verhalten nichts. D.h. aber nicht, dass Sie und der Herr Gall unrecht haben.
            Der entscheidende Punkt ist, was geschieht mit dem geschoepften Geld. Wenn es gelingt Adam oder die Menschen eines Landes zu motivieren fuer Geld zu arbeiten und so etwas zu schaffen, was vorher nicht vorhanden war, also die Kartoffeln anzubauen und auszugraben oder eine Strasse zu bauen, dann und nur dann entfaltet Geld seine Kraft. Wird es aber nur eingesetzt, um sich etwas anzueignen, was schon vorhanden war, dann ist neu geschoepftes Geld nicht nur kraftlos, sondern es treibt nur die Preise hoch.
            -
            Weiterhin muss man unterscheiden, worauf sich im Fall von durch Geld motivierter Kraftentfaltung diese Arbeit bezieht. Ich kann arbeiten um Nahrungsmittel, Kleidung, Wohnung, Bildung herzustellen, was alles sehr sinnvoll ist, wenn man das ultimative Ziel der Evolution = Ueberleben als sinnvoll akzeptiert. Ich kann meine Arbeit aber ganz offensichtlich auch auf die Schaffung von Dingen richten, die in Bezug auf das ultimative Ziel = Ueberleben nicht nur vollkommen sinnlos, sondern sogar zerstoererisch wirken. So ist das ausgraben von Gold Nuggets im Vergleich zum Ausgraben von Kartoffeln eher sinnlos. Es sei denn, ich glaube damit eine Frau schmuecken / beeindrucken zu koennen, und so dem evolutionaeren Reproduktionsziel naeher zu kommen.
            Wie dem auch sei, exzessive Geldschoepfung in Laendern, die bereits hyperproduktiv sind und in denen die Menschen schon wie verrueckt arbeiten (Japan/Deutschland etc.) erscheint mir genauso absurd, wie exzessive Geldschoepfung in Laendern, in denen sich die Arbeit zunehmend auf Dinge richtet, die vollkommen sinnlos sind.

            Viele Gruesse
            Georg Trappe

          • Systemfrager - 31. Mai 2013

            >>> Der entscheidende Punkt ist, was geschieht mit dem geschoepften Geld.
            Eben
            d accord!
            Was ein schlechter Witz ist, wenn man sagt:
            Soooooooo einfach ist es nicht!
            Und das sagen gerade diejenigen, deren Welteinfachheit gleich der Welteifachheit der Vollidioten identisch ist, nämlich die Neolbieralen:
            Man muss nämlich nur alles der Freiheit überlassen und Löhne senken
            Dann wird alles gut
            Ja, das ist die “komplizierte” Wlti dieser, ich nenne sie: Verbrecher gegen die Menschlichkeit und füge auch gleich ein paar Namen hinzu: Mises, Hayek, Friedman, Rogoff

  • Bubblegum - 29. Mai 2013

    @Georg Trappe,

    vielen herzlichen Dank für die Geschichte mit Adam & Eva. Das, was Sie da beschreiben haben wir
    in den 50gern im Berufsschulunterricht im Fach Rechnungswesen unter dem Begriff die 4 typischen Geschäftsfälle gelernt.
    An diese grundlegenden Dinge sollte man solche Leute wie Hüther, Lagarde, Draghi, Monti, Schäuble und wie sie alle heißen, die mit ihrem sog. Expertentum viel Geld verdienen, mal wieder erinnern!

    Viele Grüße Bubblegum

    • Georg Trappe - 29. Mai 2013

      @Bubblegum

      vielen Dank fuer ihre vergleichende Analyse Japan/Deutschland weiter oben und den ergaenzenden Ausfuehrungen dazu. Ich stimme denen weitgehend zu.

      Viele Gruesse
      GT

  • Systemfrager - 31. Mai 2013

    Freitag, 31. Mai 2013
    “Abenomics” greifenJapans Industrie springt an

    Die offensive japanische Wirtschaftspolitik zeigt Wirkung: Die Industrieproduktion im Land der aufgehenden Sonne weitet sich den fünften Monat in Folge aus. Doch die Geldspritzen der Notenbank scheinen nur kurzfristige Effekte zu haben – schon im nächsten Berichtsmonat könnte die Industrie wieder ins Stocken geraten.

    n-tv >>>

    Dank der nach Ministerpräsident Shinzo Abe benannten ebenso aggressiven wie umstrittenen Wirtschaftspolitik, den “Abenomics” wächst Japan derzeit so schnell wie kein anderes großes Industrieland. Geldschwemme und Konjunkturprogramme dürften den Aufschwung noch eine Weile befeuern. Experten zweifeln aber, dass der teuer erkaufte Boom nachhaltig sein wird.

    Aber slebstverständlich dass dies noch nichts zu bedeuten hat:
    Es kann doch nicht sein, was nicht sein darf
    :)

    • SLE - 31. Mai 2013

      Der größte private Arbeitgeber Japans, Panasonic, hat in den vergangenen beiden Jahren rund 40.000 Stellen gestrichen und jetzt angekündigt, weitere 5.000 Arbeitsplätze abzubauen,

      http://www.tagesschau.de/wirtschaft/stellenabbau-panasonic100.html

      Sharp macht Rekordverluste und kämpft mit der Pleite,

      http://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/elektronikkonzern-pleitekandidat-sharp-macht-rekordverlust/8202068.html

      und bei Sony wird aufgrund des anhaltend defizitären Geschäfts in der Unterhaltungselektroniksparte über eine Aufspaltung des Konzerns nachgedacht.

      http://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/medienbericht-investor-fordert-zerschlagung-von-sony/8201710.html

      Das sind nur Beispiele, klar, und es gibt auch andere, z.B. Toyota. Die Zuversicht in Abe´s Politik ist aber zumindest in einigen Konzernzentralen Japans offensichtlich nicht allzu groß. Wettbewerbsfähigkeits- und Nachfrageprobleme auf den Weltmärkten haben ihre eigenen, von Abe kaum zu beeinflussenden Ursachen und nur begrenzt mit dem Wechselkurs des Yen zu tun – der sich im Übrigen aber auch schon seit einem halben Jahr für Japans Exportindustrie günstig entwickelt.

      Grüße
      SLE

      • Systemfrager - 31. Mai 2013

        @SLE
        >>> Das sind nur Beispiele, klar, …
        Ja, das sind nur Beispiele.
        Lässt sich villeicht noch besser formulieren: Indizien
        In diesem Blog steht aber Statistik, empirische Forschung im Vordergrung …
        Man kann es nie wissen, ob die gut sind – aber auf mich machen sie einen sehr guten Eindruck …
        Also ich halte sie für glaubwürdig …
        Warten wir ab!

        Da fällt mir noch ein:
        „Der radikale Wandel in der Wirtschaftstheorie ist“ – verkündete Milton Friedman bei der Verleihung des Nobelpreises für Ökonomie (1976) – „nicht das Ergebnis eines ideologischen Krieges. Verantwortlich ist fast ausschließlich die Macht der Ereignisse. Die Erfahrung zeitigte weit mehr Wirkung, als der mächtigste ideologische oder politische Wille es vermocht hätte“.

        So ist es: Die Macht der Ereignisse!
        Die bestimmt den Gang der Geschichte.
        ;-)

      • Systemfrager - 31. Mai 2013

        Man kann nicht wissen, was in J gescheiht, wie die Menschen “ticken”
        ich bin auch kein J Kenner
        Und was uns die deutschen Medien berichten ist 99% Unsinn,
        schlimmer war vielleicht nur unter Adolf
        (Das beste Beispiel die Berichte aus Russland, über den “Diktaror” Putin. Die Russen haben sich von Westen verabschiedet, weil sie begriffen haben: die westlichen Ratschläge wären für sie ein Selbstmord)

        Wir wissen aber, dass die Japaner die “modernen” Instrumente alle getestet haben
        - die Lohnsenkung
        - die Zinssenkung
        - usw
        Diese Vorschläge sind reine Idiotien der neoliberalen Antiwissenschaft

  • Huthmann - 31. Mai 2013

    Sehr geehrter Herr Trappe,

    zu Ihrer Entgegnung auf Systemfrager:

    Kredite lassen sich aufnehmen zur Erhöhung von Konsumausgaben und Kredite lassen sich aufnehmen, um Investitonen zu realisieren.

    Nun meine Frage an Sie: stimmen wir darin überein, daß die Kredite eines Tages zurückbezahlt, d.h. getilgt werden müssen?

    Natürlich kann man Umschulden und Fälligkeiten verlängern.

    Dann müßte also gelten: Summe Input in das Bankensystem = Summe Output aus dem Bankensystem über alle Zeitperioden (vereinfacht). Und dies würde betreffen:
    - Sparen und Entsparen
    - Kredtitaufnahme und Tilgung

    MfG

    • Systemfrager - 31. Mai 2013

      Ich entschuldige mich, wenn ich större:

      Nun meine Frage an Sie: stimmen wir darin überein, daß die Kredite eines Tages zurückbezahlt, d.h. getilgt werden müssen?

      Ja. Auf jeden Fall!
      Geschenke, auch Geldgeschenke, die braucht man nicht zurückzuzahlen.

      Und da gibts nur 2 Möglichketien:
      1:
      So wei bisher, die Geschänke bekommen die privaten Banken.
      2:
      Die Geschenke bekommt das Volk.

      • Huthmann - 31. Mai 2013

        Sehr geehrter Systemfrager,

        mir geht es darum, zu verstehen, wie Wirtschaft funktioniert und wie sie richtig als Makromodell abzubilden ist.

        Die Finanzkrise hat mich zutiefst erschüttert und mir den Glauben an die aktuell noch gültigen Mainstream-Modelle der VWL genommen:

        Dies zu Ihrer Info.

        MfG

    • Georg Trappe - 1. Juni 2013

      Sehr geehrter Herr Huthmann,

      Sie sagen weiter unten, dass Sie verstehen moechten, um ein zutreffendes Makromodell der Wirtschaft zu entwickeln. Um Ihnen dabei zu helfen, beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

      Ein Zwergstaat mit 102 Menschen hat einen gewaehlten Praesidenten und 101 Arbeiter. Es kommt in diesem Staat zu dem mehrheitlichen Beschluss eine Strasse zu bauen. Um das zu organisieren kommt der Praesident auf die Geld Idee. Dazu ernennt er einen der 101 zum Banker, der ihm die Buecher fuehrt. Bei diesem Banker nimmt der Praesident 100$ Kredit zu 2% p.a. auf. Gleichzeitig motiviert er die Arbeiter zum Strassenbau und verspricht ihnen nach Fertigstellung je einen $ zu zahlen. Die Arbeiter sind einverstanden und beginnen mit der Arbeit. Nach einem Jahr ist die Strasse fertig. Der Praesident zahlt die 100$ an die 100 Arbeiter aus. Gleichzeitig belastet der Banker das Schuldkonto des Praesidenten mit 2$ und schreibt dem Guthabenkonto des Praesidenten 1$ Guthabenzinsen gut. Die Zinsdifferenz in Hoehe von einem Dollar schreibt sich der Banker als Gewinn gut. D.h. jeder der 102 menschen hat jetzt einen Dollar und der Staat als Ganzes hat eine Strasse, die es so vorher nicht gab. Allerdings hat der Praesident eine faellige Schuld von 102 $ bei dem Banker. Um diese zahlen zu koennen, erhebt er von jedem Buerger des Staates eine Steuer von 1$ und gewaehrt dafuer ein Nutzungsrecht an der Strasse. D.h. jeder Arbeiter, der Praesident und der Banker “kaufen” fuer ihren jeweiligen Dollar ein solches Nutzungsrecht, was den Praesidenten in die Lage versetzt, den Kredit inkl. der Zinsen zu tilgen.
      -
      Nun ersetzen wir den Praesidenten durch einen Unternehmer. D.h. die demokratische Beschlussfassung zum Strassenbau wird durch “Marktforschung” ersetzt. Wenn diese erwartungsgemaess zu dem gleichen Ergebniss kommt, wird der weitere Verlauf der Geschichte zunaechst sehr aehnlich sein. Vermutlich wird der Unternehmer aber keine einmalige Steuer erheben, sondern ein zeitlich befristetes Nutzungsrecht an seinem Eigentum am Markt verkaufen. Z.B. fuer 1,25$ pro Jahr. Und damit kommt dann etwas in Gang, was genau dahin fuehrt, wo wir heute sind.
      -
      Zur Anregung empfehle ich noch diesen hier:
      http://www.youtube.com/watch?v=48SABKtrZcU

      Viele Gruesse
      Georg Trappe

      • Huthmann - 1. Juni 2013

        Sehr geehrter Herr Trappe,

        leider wird mir die Essenz Ihres Gleichnisses nicht so klar.

        Ist es die Gegenüberstellung mehrheitlicher demokratischer Beschluß und Marktforschung als Auswahlheuristik der kreditfinanzierten Investitionsmaßnahme?

        Ist es der Hinweis, daß der Unternehmer Gewinne macht, wenn er Nutzungsrechte über das Jahr hinaus verkauft (im Vergleich zur Alternative staatliche Investition)?

        Oder ist es etwas anderes?

        MfG

        • Georg Trappe - 1. Juni 2013

          Wer will, der kann (verstehen)! Das bestehende Geldsystem ermoeglicht so einiges.
          Im ersten Beispiel die Realisierung einer Gemeinschaftsaufgabe, die kein Einzelner stemmen koennte. Im zweiten Beispiel, die Aneignung eines gemeinsam geschaffenen Gutes mit dem Ziel dauerhaft Rente zu extrahieren. Dazwischen gibt es Abstufungen, die die Rate, mit der Ungleichheit entsteht, bestimmt. Das ist dann eine Wahl der Modell Parameter.
          http://georgtsapereaude.blogspot.de/2012/11/wie-die-nummer-laeuft.html
          Welches Verhalten wollen Sie modellieren und verstehen?
          Das erste, was von der Vorstellung ausgeht, dass eine Gesellschaft bestimmte Aufgaben nur gemeinschaftlich bewaeltigen kann oder das zweite Verhalten, dass das unbegrenzte Streben des Einzelnen nach Mehr zum absoluten Ideal erhebt und behauptet, wenn nur jeder nach Mehr strebt, entstuende so die beste aller moeglichen Welten von selber?

          MfG
          GT

  • Systemfrager - 31. Mai 2013

    Die Finanzkrise hat mich zutiefst erschüttert und mir den Glauben an die aktuell noch gültigen Mainstream-Modelle der VWL genommen.

    Nein, es ist nicht meine Erfindung, dass der Zweifel am Anfang jeder Erkenntnis steht, … ist schon seit vielen Jahrnunderten bekannt …
    Wer hätte es nicht lieber, wenn es keine Krise gäbe
    Wir wissen aber, dass der Kapitalismus, so wie er schon “geboren wurde”, periodische Krisen produziert, alles andere war Irrtum – nett ausgedrückt
    (das Modell ohne Krisen, wie etwa Walras.-Modell, ist keine “Magna Charta der WiWi” – nebenbei gesagt ein Schwachsinn von Schumpeter)
    Deshalb ist es erfreulich, wenn immer mehr Menschen begreifen, dass das, was die Professoren den Studenten erzählen, mit der Realität nichts zu tun hat – nett ausgedrückt
    Es gibt keine Zukunft, wenn man das Alte fortsetzt
    Jeder der beginnt zu zweifeln, ist da ein großer Gewinn …
    Hoffenltich wird die Zahl solcher Skeptiker ausreichend sein, um zu verhindern, dass die Katastrophe ihren Lauf nimmt

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