Maastricht-Schuldenstand Deutschlands 2010 bei 2,08 Billionen Euro

von am 13. April 2011 in Allgemein

Wie die Deutsche Bundesbank heute mitteilte stieg der Bruttoschuldenstand des deutschen Staates (Gebietskörperschaften und Sozialversicherungen einschließlich der zuzurechnenden Extrahaushalte) zum Ende des Jahres 2010 auf 2,080 Billionen Euro. Dies entsprach einem Anstieg zum Vorjahr von +319 Mrd. Euro. Der Bruttoschuldenstand des Staates stieg 2010 auf 83,2% des nominalen BIPs. Damit wurden von der Bundesbank die vorläufigen Daten vom 21.02.2011 nach oben korrigiert.

Die fulminante Entwicklung des Bruttoschuldenstandes des Staates von 1950 mit 9,5 Mrd. Euro auf 2,08 Billionen im Jahr 2010 im Chart. Fast verdoppelt seit dem Jahr 2000 und nahezu vervierfacht seit 1990, lautet die Bilanz der Schuldenexplosion.

Der Bruttoschuldenstand des Staates entspricht runtergebrochen auf jeden Einwohner Deutschlands, Schulden in Höhe von knapp 25’000 Euro. Runtergebrochen auf die 40,918 Millionen Erwerbstätigen Ende 2010 waren es schon knapp 51’000 Euro und runtergebrochen auf jeden der 28,038 Millionen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten Ende 2010 waren es  74’200 Euro Staatsschulden! 

Die Entwicklung der Staatsschulden im Verhältnis zum nominalen BIP seit 1991 im Chart.

Vor allem die Stützung des spekulativen Bankensystems mit den umfangreichen Maßnahmen zur Finanzmarktstabilisierung fordern ihren Tribut. Die Maßnahmen, inklusive der Übertragung der Risikopapiere der Hypo Real Estate (HRE) in die staatliche FMS- Wertmanagement und die Stützungsmaßnahmen für die Erste Abwicklungsanstalt der WestLB, trugen mit +241 Mrd. Euro zum höheren Schuldenstand in Deutschland bei! Seit 2008 kumulieren sich die Effekte der Finanzmarktstützungsmaßnahmen auf satte 335 Mrd. Euro bzw. 13,4 % des nominalen BIPs. Den vom Staat übernommenen Verbindlichkeiten der HRE und der WestLB stehen Risikoaktiva mit zweifelhaften und kaum verwertbaren Wert gegenüber.

Die 2,08 Billionen Euro an Bruttoschuldenstand des Staates werden von der Deutschen Bundesbank an Eurostat gemeldet, während das Statistische Bundesamt in Wiesbaden ein Maastricht-Defizit (Neuverschuldung des Staates – übernommene Verbindlichkeiten sind keine Neuverschuldung) von 82 Mrd. Euro bzw. von 3,3 % des nominalen BIPs für 2010 an Eurostat berichtet.

Quelle: Bundesbank.de/Pressemitteilung: Maastricht-Schuldenstand 2010

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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