Mais-Preis auf Allzeithoch

von am 10. Juni 2011 in Allgemein

Der Future (Endloskontrakt) für einen Scheffel Mais zog heute im Tagesverlauf auf ein neues Allzeithoch mit 799,75 Cent. Eine unsichere Lage beim Angebot durch Wetterunbilden, die niedrigsten Lagerbestände seit fünf Jahren in den USA und eine ungebrochene Ethanol-Nachfrage, damit von Mais, als Hauptressource von Biosprit treiben den Preis. Ebenso preistreibend wirkt, die nach wie vor vorhandene immense Liquidität im System, die sich weiter auf ausgewählte Soft-Commodities (Agrarrohstoffe) ergießt.

Die Entwicklung des Mais Future seit Januar 1968 in US-Cent im Dailychart. Der Future (Endloskontrakt) erklomm im heutigen Handelsverlauf 799,75 Dollar je Scheffel (1 Scheffel=25,4 kg).

Laut den Daten des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA), wird in der Erntesaison 2011-2012 mit einem weiteren Absinken der weltweiten Mais-Reserven gerechnet:

Die prognostizierten weltweiten Maisreserven für 2011/12 sinken auf 47,0 Tage. Die Reserve ist das, was an dem Tag übrigbleibt, an dem die neue Ernte eintrifft. Diese Reserven liegen zwar noch über dem Tiefstand aus 1973/74 mit 43,2 Tagen, aber weit unter dem Hoch mit 167,8 Tagen aus dem Jahr 1986/87!

Der neue Rekord beim Maispreis, weist wie eine breite Betrachtung der Agrarrohstoffe daraufhin, dass es sich bis jetzt nur um eine kleine Korrektur der Preise handelte, nach einer fulminanten Rallye. Nach wie vor sind neue Allzeithochs im möglichen Bereich:

Der CRB Foodstuff Subindex (Monthly-Chart) seit Januar 1948 bis Juni 2011. Der Spot-Index bildet die Preise von Mais, Weizen (Kansas City), Weizen (Minneapolis), Zucker, Sojabohnenöl, Butter, Schmalz, Schweine und Rindern ab.

Der monatliche Food Price Index der Food and Agriculture Organization of the United Nations von Januar 1990 bis Mai 2011 im Chart. Der Index bildet 5 Sub-Indizes (für Getreide, Pflanzenöle und -fette, Milchprodukte, Zucker und Fleisch) ab, welche auf 55 einzelnen Nahrungsmitteln basieren.

Für die Preisentwicklung von Agrarrohstoffen wurde hier schon immer ein Gemisch aus steigender Nachfrage aus einer weltweit wachsenden Bevölkerung, wachsende Unsicherheiten bei den Ernteerträgen auf Grund von klimatischen Unbilden, der Biospritwahn und nicht zu vergessen, negative Realzinsen auf Grund der lockeren Geldpolitik der Notenbanken und damit Anlagenotstand und ein hoher Anreiz zur Spekulation angeführt. Insofern hat sich das vermeintlich geortete Indiz, auf Grund sinkender Rohstoffpreise, dass die Geldpolitik nicht Teil der Preisexplosion war, bisher nicht bestätigt, zumal solche Thesen nur von Wenigen überhaupt vehement in den Raum gestellt werden. Einen ausführlicher Nachschlag bei Querschuesse zum Thema Geldpolitik, Liquidität und Rohstoffpreise gibt es allerdings erst bei neuen Allzeithochs der Commodities.

Quellen Daten: Quelle Daten: Eoddata.com, Fas.usda, Crbtrader.com

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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