Miese deutsche Einzelhandelsumsätze

von am 31. Januar 2012 in Allgemein

Wie es eigentlich zu erwarten war, entblößen die harten belastbaren Daten zu den Einzelhandelsumsätze für Dezember 2011 aus Deutschland den angeblichen Konsumboom und Weihnachtskaufrausch, als das was er war – pure Propaganda. Laut den heute veröffentlichten Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zu den Einzelhandelsumsätzen für den Monat Dezember, stiegen die nominalen Einzelhandelsumsätze um +0,5% im Vergleich zum Vorjahresmonat und real sanken sie um -0,9% zum Vorjahresmonat.

Berücksichtigt man die Saison- und Kalendereffekte (Census X-12-ARIMA Verfahren) ging es im Vergleich zum Vormonat nominal um -1,7% abwärts und real um -1,4% zum Vormonat. Damit ging es nun bereits den dritten Monat in Folge zum Vormonat abwärts bei den realen Einzelhandelsumsätzen. Dies wirft bereits auch einen düsteren Blick auf die privaten Konsumausgaben für Q4 2011, die das deutsche Wachstum drücken dürften und dies wo ständig der starke Anteil des privaten Konsums am BIP-Wachstum kolportiert wird. Weiterhin dokumentieren diese Daten für Deutschland eindeutig die langanhaltende Konsumschwäche der privaten Haushalte, nach jahrelangem leicht abwärts gerichteten Dümpeln liegen im Dezember 2011, die saisonbereinigten realen Einzelhandelsumsätze um -3,7% unter dem Niveau von 2000 und um -3,9% unter dem Jahr 1994, dem Beginn der Datenreihe. Ein Skandal, angesichts des schäumenden Optimismus in den Mainstreammedien zum Weihnachtsgeschäft 2011:

Die Entwicklung der Saison- und kalenderbereinigten realen Einzelhandelsumsätze (ohne KFZ-Handel) seit Januar 1994 bis November 2011 im Chart. Die bereinigten realen Einzelhandelsumsätze sanken im Dezember 2011 um -1,4% zum Vormonat, auf 96,7 Indexpunkten, nach 98,1 Punkten im November 2011.

Gerade angesichts dessen, dass aktuell auch Kaufentscheidungen gefällt werden, deren Grundlage in dem schwindenden Vertrauen gegenüber dem Euro zu finden ist, handelt es sich um sehr miese Einzelhandelsumsätze! Der deutsche Konsumboom war und ist eine Propaganda-Fake, bar jeder Faktenlage!

Der Befund beim Exportvizeweltmeister Deutschland bleibt unverändert der gleiche, anhaltender Lohnverzicht und die Nichtteilhabe am Produktivitätsfortschritt der Arbeitnehmer sind gewichtige Grundlage für den Exporterfolg. Dies führt in Folge zu einem schwachen Binnenkonsum als Nebenwirkung. Die Handelspartner in der Eurozone werden unvermindert an die Wand gespielt und der Euro an den Abgrund!

Die Indizes zu den Einzelhandelsumsätzen zeichnen die Umsatzentwicklung nach. Da der Einzelhandelsumsatz starken saisonalen Schwankungen unterliegt, werden mit Hilfe des Census-X12-Arima Verfahrens Saison- und Kalendereffekte bereinigt, so dass man eine aussagefähige Datenreihe zur Trendbeurteilung erhält. Dies ist in Anbetracht der Schwankungsbreite bei den Originaldaten sicher auch grundsätzlich nützlich:

Die Indizes mit den unbereinigten Originalwerte bei den nominalen (blau) und realen (rot) Einzelhandelsumsätzen in Deutschland seit Januar 1994 im Chart. Grob lässt sich aber auch an den Originaldaten ableiten, dass es de facto unter starken monatlichen Schwankungen seit 1994 seitwärts bis leicht abwärts geht.

Selbst für einen kritischen Beobachter überraschend, die unbereinigten realen Einzelhandelsumsätze (rot) waren im Dezember 2011 mit 115,9 Indexpunkten, die zweitschwächsten in einem Dezember seit 1994, nur der Dezember 2007 war mit 115,3 Indexpunkten noch marginal schlechter.

Die Einzelhandelsstatistik ist eine Stichprobenstatistik. 26’000 Unternehmen von rund 423’000 Einzelhandelsunternehmen in Deutschland berichten ihre monatlichen Umsätze an die Statistischen Ämter der Bundesländer und 700 Großunternehmen berichten direkt an das Statistische Bundesamt. Die berichteten Länderergebnisse und die der Großunternehmen werden zusammengefasst und von Destatis veröffentlicht.

Die Einzelhandelsumsätze (ohne KFZ-Handel) inklusive dem Versand- und Internet-Einzelhandel machen knapp 30% der privaten Konsumausgaben aus und zeichnen am verlässlichsten das aktuelle Konsumverhalten der privaten Haushalte nach. Mit knapp über 20% der privaten Konsumausgaben folgen die Ausgaben für Mieten von Wohnungen und Häusern inkl. dem Miet-Äquivalent von Eigentümern, diese Ausgaben sind aber relativ unelastisch und nicht aussagefähig in Punkto Konsumverhalten. Der KFZ-Handel, Instandhaltung, Reparatur und die Ausgaben an den Tankstellen tragen zu knapp 10% der Konsumausgaben der privaten Haushalte bei.

Auch die Daten aus der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung von Destatis verdeutlichen immer wieder die Genese des deutschen “Erfolges” und die dabei deutlich erkennbare Fehlentwicklung:

Die Entwicklung der realen Arbeitnehmerentgelte (grün), des realen Exportvolumens (rot) und der realen privaten Konsumausgaben der privaten Haushalte (blau) von Q1 2000 bis Q3 2011. Während die realen Exporte seit 2000 bis Q4 2010 um +83,92% stiegen, gab es bei den realen privaten Konsumausgaben einen lauen Anstieg von +5,4% und die realen Arbeitnehmerentgelten lagen sogar um -1,03% unter dem Niveau von 2000!

Quelle Daten: Detatis.de/Pressemitteilung Einzelhandelsumsätze Dezember 2011, Genesis.destatis.de/Datenbank

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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44 KommentareKommentieren

  • Imanuel - 31. Januar 2012

    Schön, dass man hier grafisch aufgearbeitet betrachten kann, was die eigenen Umsatzzahlen widerspiegeln. Bei uns wunderte sich die ganze Branche ob der vorweihnachtlichen Jubelmeldungen . Ich, als Grossist, hatte mir deshalb die Mühe gemacht ca. 100 meiner Kunden nach dem Weihnachtsgeschäft zu kontaktieren. Ergebnis: Nur ein Einziger konnte das Vorjahresergebnis geringfügig übertreffen. 10% hielten das letztjährige Niveau. Beim Rest: Einbusen zwischen 20 und 30%.

    • Imanuel - 31. Januar 2012

      Natürlich Einbußen nicht Einbusen ;)

  • Roland - 31. Januar 2012

    wie immer hervorragende Aufarbeitung. Danke !

    Ergänzend:
    Der schwachen Konsum in Europa und die schwache Wirtschaftsleistung generell haben immer sichtbarere Auswirkungen auf die Inflation. Deutlich zu sehen an den neuesten Daten zu Spanien (Vorjahresvergleich):
    November: + 2,9 %
    Dezember: + 2,4 %
    Januar: + 2,0 %

    (Im Vormonatsvergleich sehen wir schon Deflation)

    • Roland - 31. Januar 2012

      Nachtrag:
      Heutige Daten aus Italien: Ungebrochen steigende Arbeitslosigkeit.

  • schnauzevoll - 31. Januar 2012

    Mich als Einzelhändler überrascht die Statistik nun nicht. Das war zu erwarten. Aber wartet mal den Januar ab! Der wird noch deutlicher das Mißverhältnis darstellen können. Die GFK, Gesellschaft für Kokolores, findet ihre Rechtfertigung doch nur noch als Propagandaorgan der “Regierung”. Wir leben momentan in einer Zeit der Entscheidungen. Wie lange noch können die korrupten Medien und die ebefalls in dieser Ecke beheimateten Institutionen wie GFK, IHK, DIW, sowie die ganzen Bundesämter diese Scheinwelt noch suggerieren? PONR ist längst überschritten. Es wird keine friedliche Lösung dieses Desasters geben.

    • Seismograph - 31. Januar 2012

      Dem ist nichts hinzuzufügen, bravo!

  • Catweazle - 31. Januar 2012

    Für die unteren 50% in diesem Lande sorgen alleine schon die schnell steigenden Energiepreise dafür, das von irgend welchen Einkommenszuwächsen nichts mehr übrig bleibt.
    Wer mal lachen will: durchschnittlicher Preis 1 Liter Super 1990 war 0,61 Cent und 2011 zahlte man im Schnitt 1.52 Euro.

    • Lazarus09 - 31. Januar 2012

      Der Euro war KEIN Teuro ..wussten unlängst die regierungsamtlichen Zentralorgane zu berichten !

      Und überhaupt haben wir ja auch 1990 noch besser verdient als heute …Äääh halt Moment das hieße ja ….

      666

  • Vivlos - 31. Januar 2012

    Hier in GR auf Naxos Normalbenzin zwischen 1,70/175€.
    Heizöl bei 1€/Ltr.. Wer hier lachende Griechen sieht, verwechselt das mit “Zähne klappern”.

    • Hayek2 - 31. Januar 2012

      Dagegen…Benzinpreis Calgary Alberta Canada heute morgen C1,07 fuer Normalbenzin bei ESSO…ca. 0,80 Euro.

      • Lazarus09 - 31. Januar 2012

        Wahrnehmungsstörungen ….?

        Um einen fetten Sozialstaat Seit wann finanzieren sich Soziale Leistungen aus der Mineralölsteuer … schon mal was von Art 1 Zweckbindung des Aufkommens aus der Mineralölsteuer gehört .. Ja sicher wird die Zweckentfremdet …es wurde ein Teil für die Sanierung der gesetzlichen Rentenversicherung verwendet nachdem der Staat vorher nicht unerhebliche Summe entnommen hatte …

        Aber egal … mach dich doch einfach erst einmal schlau bevor du von fettem Soz.Staat schwadronierst ..

        PS: Kanada

        Kanada hat ein staatliches Gesundheitssystem (Medicare). In den meisten Provinzen wird Medicare über Steuern finanziert. Nur in Alberta und British Columbia muss man Krankenversicherungsbeiträge bezahlen – dafür sind die Steuern entsprechend niedriger.!!

        In Deutschland sind immer mehr Menschen nicht mehr Krankenversichert !!

        In Kanada gibt es ein System von Sozialleistungen. Dazu gehören z.B. Kindergeld, Altersversorgung, Arbeitsunfallversicherung, Arbeitslosenversicherung und Sozialhilfe.

        Also bitte …. !! KEINE WEITEREN SCHEISSHAUSPAROLEN !!!

        666

        • Vandermonde - 1. Februar 2012

          @Werner

          Man muss schon darüber reflektieren, was “Beamte” alles sind. Man kann nicht das Bild von MA2412 (österreichisches Beamtenkabarett) nehmen und unterschwellig meinen alle “Beamte” seien im Prinzip sinnlos. Für die gesamte Verwaltung inklusive Bildung, Rechtssicherheit usw. benötigt man Leute, die das alles verwalten und managen.

          Und man kann sicher sagen, dass die Umverteilung eine der wichtigsten Aufgaben des Staates ist. Ansonsten wäre die vielgerühmte Einkommensschere wesentlich größer. Und selbst diese Umverteilung reicht ja nicht aus, um das Vermögen auf Dauer gleichmäßig zu verteilen!

          Und wenn sie in die USA schauen, werden sie feststellen, dass es den Leuten am unteren Ende der sozialen “Leiter” wesentlich schlechter geht als hier. Dazu genügt z.B. auch ein Blick auf die UNICEF Kinderarmutsstatistik, bei der z.B auch Kanada nicht brilliant abschneidet.

  • bronko - 31. Januar 2012

    Deutschland ist auf seine Exporte substantiell angewiesen, da die dt. Industrieproduktion hauptsächlich Investitionsgüter herstellt, deren binnenwirtschaftliches Absatzvolumen beschränkt ist. Die Stützung der Exportwirtschaft hat also für Deutschland Priorität.
    so zumindest der Tenor fast aller von mir besuchten VWL Veranstaltungen. Ich fand das immer sehr amüsant, schließlich ist die wirtschaftliche Struktur eines Landes nicht gottgegeben und sollte auf Ungleichgewichte reagieren können oder zumindest versuchen einseitigen Trends entgegenzuwirken . Die Geschichte mit unausgeglichenen Leistungsbilanzen ist ja nicht erst gestern als Problem erkannt worden, sondern in der Theorie, unter anderem, im sog. “magischen Viereck” formuliert.
    Außerdem sollte zumindest die VWL versuchen, langfristige Entwicklungen abzuschätzen helfen. Das war zumindest mein Verständnis von VWL und nicht gegenwärtiges schönzureden oder als gottgegeben verkaufen zu wollen.
    Und zu guter Letzt nimmt die Presse das unbeleuchtet an und sät Unwahrheiten, auf das wir Ignoranz und Unverständnis ernten dürfen.

  • Wolf Larsen - 31. Januar 2012

    Wenn dann der Binnenkonsum DIE Stütze des “Aufschwungs” sein soll…
    Das behaupten die meisten medien und die Wirtschaft wirklich.

    Interessant ist eben doch, dass der ganze “Aufschwung” und die ganzen Arbeitsmarktzahlen für all diejenigen sofort als Unsinn zusammenbrechen, der mal 5 Min ins Net geht.

  • SLGramann - 31. Januar 2012

    Hallo Steffen, es ist wirklich unfassbar, dass die deutsche Presse Monat für Monat vollkommen an den offiziellen(!) statistischen Fakten vorbei schreibt. Der Journalismus in diesem Land ist auf einem wirklich unterirdischem Niveau angelangt. Unkritisch, dumm, faktenblind.

    Um so wichtiger, dass hier wieder und wieder und wieder die Wahrheit geschrieben wird.

    Gruß
    SLG

    @bronko, sehr richtig!

  • Appaloosa - 31. Januar 2012

    @SLGramann: “…, es ist wirklich unfassbar, dass die deutsche Presse Monat für Monat vollkommen an den offiziellen(!) statistischen Fakten vorbei schreibt.”
    Stimmt nicht ganz:
    http://www.welt.de/wirtschaft/article13843229/Handel-mit-unerwartet-schlechtem-Weihnachtsgeschaeft.html

    Am Ende erwartet man allerdings wie immer eine Besserung in 2012… :P

  • hunsrückbauer - 31. Januar 2012

    es mag dem ein oder anderen unfaßlich erscheinen, dass die deutsche Presse Monat für Monat an den statistischen fakten vorbei schreibt, wie Appaloose so schön schreibt. Dumm ist es keineswegs. Viel zu viele schlechte Nachrichten strömen trotz der vielen Filter auf den deutschen Michel ein, der sich nicht zu wehren weiß und die Angst des Establishments, der deusche Michel würde überfordert und dann ausrasten ist glaube ich doch recht hoch. Immerhin ist der Deutsche bekannt für seine Gründlichkeit, seinen Ordnungssinn und seine Art aufzuräumen, wenn ihm was mißfällt. Diesen PPunkt sollte man besser nie erreichen.

  • M.E. - 31. Januar 2012

    Wo solll die Kaufkraft auch herkommen, wenn sie durch die Energiepreise immer mehr aufgefressen wird:

    http://www.tecson.de/pheizoel.html

    Heizölpreise, jeweils Ende Januar:
    2009: 54 Euro / 100 Liter
    2010: 58 Euro
    2011: 77 Euro
    2012: 87 Euro

    Und in 10 Jahren wird jeder Europäer (Ausnahme eventuell Norwegen) nur noch sehnsüchtig an seine heutige Kaufkraft zurückdenken. Und 10 weitere Jahre später an die vor dann wiederum 10 Jahren zuvor…

    Aber nicht weitersagen. Wir wollen ja die Fälle von Depressionen nicht schon vorzeitig unnötig in die Höhe treiben.

  • Appaloosa - 31. Januar 2012

    @M.E: von 2002 auf 2012 ein Anstieg von etwa 100% – wahnsinn. Ist ja schlimmer als bei den Stromkosten (1999: 25pf/KWh, 2012: 25ct/KWh), da dauerte es 13 Jahre.

  • M.E. - 31. Januar 2012

    Ja Appaloosa,
    und dabei haben wir Peak Oil (all liquids) noch nicht einmal überschritten. Und der für uns wichtigere Peak bei der Menge des weltweiten EXPORTöls im Jahr 2005 hat gerade mal zu einer Absenkung der Exportölmenge weltweit um ca. 5% geführt. Von diesem Exportöl (für uns natürlich Importöl) sind wir ja zu 97% abhängig.
    Was wird wohl erst los sein, wenn die weltweite Exportölmenge bis zum Jahr 2035…40 um 80…90% reduziert ist (bei dann immer noch stattlicher Gesamtförderung von gut der Hälfte der heutigen Menge), und wenn bis etwa 2035 die EU-eigene Gasförderung um optimistisch geschätzt 70% zurückgegangen ist?
    Dann sind die lausigen Zeiten von heute die himmlischen Zeiten von gestern.

    • Werner - 31. Januar 2012

      “…Was wird wohl erst los sein, wenn die weltweite Exportölmenge bis zum Jahr 2035…40 um 80…90% reduziert ist …”

      Ja dann kaufen wir dementsprechend mehr Strom von den Franzosen . Atomstrom !
      Der deutsche Wind wird ja wohl nicht entsprechen stärker blasen ? Oder ?

      mfg. Werner

  • Querschuss - 31. Januar 2012

    Hallo Appaloosa,
    “Stimmt nicht ganz:” …wirklich? Erst mal werden die aktuellen Daten nicht in den langfristigen Kontext gesetzt, man verschweigt das die realen saisonbereinigten Einzelhandelsumsätze im Dezember 2011 um -3,9% unter dem monatlichen Durchschnitt von 1994, dem Beginn der Datenreihe liegen, niemand schreibt das selbst bei den Originaldaten (unbereinigt) der Dezember 2011 der zweitschwächste seit 1994 war.

    Mit ein wenig googeln sind massenweise unreflektierte Konsumboom-Artikel meist in Bezug auf die Gfk-Daten zu finden, ob nun von die Welt, N-TV oder anderen. Die berichtende Speerspitze des Konsumbooms (Kaufrausch) SPON verzichtet sogar lieber gleich bei der Berichterstattung der Einzelhandelsumsätze von Deutschland. Großes Kino.

    Gruß Steffen

    • Klaus - 31. Januar 2012

      Das ist mir auch aufgefallen. Kein Wort im Spiegel über die Einzelhandelsumsätze.
      Aber einen Bericht über das US-Verbrauchervertrauen. Ich habe da mal einen Kommentar reingeschrieben, ob dem Spiegel das Verbrauchervertrauen (harten Daten) der Deutschen so unwichtig sei, das der Amerikaner (weiche Daten) aber einen Bericht rechtfertigt.

      SPON ist einfach nur noch peinlich. Aber die Forenbeiträge ihn lesenswert.

  • Lazarus09 - 31. Januar 2012

    Wartet erst wenn das Führerin Murksel unterstützt von petite troubadix ,seine Gauleiter in ganz Europa in Position hat ..

    …Dann wirrrd der teut’sche Aufschwung .. wie ein Panzerrrrr aus Kruppstaahl durchs teutsche Vaterlande rollen ..! HHHHHHHhhhhhhHHHHHhhhhhHeil….and gut das ich raus bin ;-) die Baseler Zeitung befürchtet braune Zeiten ;-)

    666

    • Werner - 31. Januar 2012

      “…Baseler Zeitung befürchtet braune Zeiten…”

      Nach den immer mehr “roten” Zeiten (oder hält noch jemand die CDU für eine konserativ-bürgerliche Partei ? ) wäre das ja nur konsequent !
      Auch nach dem extremen Linksruck 1918 (von der Monarchie zum (dank Wilhelm Groener) “evolutionären” Sozialismus ist dann das Pendel wieder zurückgeschlagen !

      mfg. Werner

      • ö.ä. - 31. Januar 2012

        Und das wäre Ihres Erachtens besser, oder wie?

  • M.E. - 31. Januar 2012

    Ohhh,
    jetzt ist die CDU schon rot….
    Das sieht sehr nach einer Farbuntüchtigkeit aus, Werner.

    • Lazarus09 - 31. Januar 2012

      Ich befürchte der trollt hier herum …. ;-)

  • Michael - 31. Januar 2012

    Wer hätte bloß gedacht, dass die Einzelhandelsumsätze bei den Preissteigerungen der vergangenen Jahre, keineswegs nur Heizung, Strom und Sprit, unter die Räder kommen ?
    Dumpfbacken, die Konjunktur aus Steuererhöhungen und hochgejubelten Preisen machen wollen, steht das Erwachen bevor, in dem sich die englische Regierung gerade wiederfindet. Die Lügenbarone von der Gesellschaft für Komiker machen aber unverdrossen weiter. Vermutlich vom Steuerzahler alimentiert.

  • Tourist - 31. Januar 2012

    Dir ist nicht zu helfen! Wenn von den 59 % Ausgaben mehr als die Hälfte über die Einnahmenseite durch Versicherungseinzahler finanziert werden und diese ihre Einzahlungen zurückbekommen, dann ist die Nettosozialstaatsquote, nicht bei 59 %, sondern deutlich kleiner! Ums deutlicher zusagen: Die Sozialversicherungen werden auch überweigend von ihren Nutznießern finanziert! Steuerzuschüsse erfolgen in einem Verbrauchssteuerstaat eben vom gleichen konsumierenden Nutznießermilieu!

    Face it??? EAT it!!!!!!!

  • dank - 31. Januar 2012

    Gibt es einen aktuellen Index für die Sparquote in D bzw. Euroland?

    • Michael - 1. Februar 2012

      Für Deutschland bei der Bundesbank. Dort auch Spareinlagen.

  • lesefuchs - 31. Januar 2012

    Für viele muss doch der Sozialstaat was ganz fürchterliches sein. Vielleicht lieber tot als rot, oder… Sozial und Solidarität scheint für viele mittlerweile die schrecklichste Eigenschaft von (immer weniger werdenden) Menschen zu sein. Ein Kind, eine kranke Oma, ein Bruder dem es nicht gut geht, oder, oder, oder von solch einem Menschen möchte ich nicht sein. Mitgefühl, Solidarität – pah… Sie zu wie Du aus der Schei… kommst. Viele dieser einsamen Kommentatoren scheinen vergessen zu haben warum wir so leben, wie wir leben. Wo wären wir, wenn unsere Vorfahren nicht solidarisch gewesen wären? Wenn einer alleine hinter dem Mammut hergerannt wäre? Wenn einer alleine nur 40h arbeiten gewollt hätte? Wenn einer alleine mehr Lohn gefordert hätte usw. usw. usw. Ihr Antisozialisten tretet unsere Vorfahren mit Füssen, die solidarisch zusammen gekämpft und sich haben erschiessen lassen, damit wir heute gut leben können. Die, die gegen den Sozialstaat hetzen (und nicht gerade Millionäre sind), merken garnicht das sie sich selbst das Wasser abgraben. Was gibt es für ausbeutende Unternehmer besseres als neidische, kuschende Einzelgänger die Irgendwann auch für eine Scheibe Brot arbeiten gehen werden, weil sie Schi… haben mit den Kollegen solidarisch zu sein. Nebenbei bemerkt sollten die Unsolidarischen aufpassen nie einen Unfall zu haben und vielleicht im Rollstuhl zu landen, bzw. nie alt zu werden (um nur 2 Punkte zu nennen). Denn spätestens dann werden die Sozialstaatshasser beten das noch ein paar solidarische Menschen übrig sind!!!
    Bin etwas vom Thema abgewichen. Aber mich kotzt es an, wenn etliche den Sozialstaat am liebsten abschaffen wollen, aber recht gut in ihm leben. Und aus eigener Beobachtung kann ich sagen das die die im Job sitzen, nicht grundsätzlich die fleissigen Stützen der Gesellschaft sind!!!
    Ich jedenfalls habe genau darum das Gefühl, dass uns eine miese Zukunft erwartet. Wenn wir mehr Mut zur Solidarität hatten, hätten wir die Steuerdiebe Merkel & co. längst aus dem Land gejagt. So stehen sie feixend hinter der Gardine und lachen über den dummen Michel, der über den bösen Hartz-vierer meckert und den wirklichen Schmarotzern, die uns undemokratisch am Parlament vorbei aussaugen applaudiert!!!
    Das musste ich mal loswerden.

    • Markt - 1. Februar 2012

      Kommentare, dass der Sozialstaat hauptsächlich für die derzeitige Situation verantwortlich ist, zeigen aber doch eindrucksvoll, dass das Konzept der Politik mit den Mainstreammedien im Hintergrund optimal aufgeht. Man verhindert hiermit erfolgreich, dass alle die unter der derzeitigen Politik und dem Lobbyismus leiden, ihre Interessen bündeln und gemeinsam dagegen vorgehen. Ja es führt sogar soweit, dass weniger Betroffene sich als Sieger und als erfolgreiche fleißige Repräsentanten der erfolgreichen Exportnation sehen.

      So schaffen sich die 1% die notwendige Zeit um Ihr “Projekt” erfolgreich fortzuführen.
      Und der “Gute” Deutsche ist zufrieden wenn er am Abend müde ist.

      • Querschuss - 1. Februar 2012

        Hallo Markt,
        ich denke Werner ist hier im Kommentarbereich alles amdere als representativ, grundsätzlich hast du leider Recht.

        Gruß Steffen

  • Querschuss - 1. Februar 2012

    Hallo Werner,
    kann deiner Argumentation nicht folgen, denn ich mißtraue nicht den Angaben zu den deutschen Staats-Ausgaben. Nur weil die Spanier Rückhalt in der Familie haben, werden die spanischen Arbeitsämter nicht mehr Arbeitslose registrieren als es gibt. Wäre auch die Ausnahme schlechthin, eine Behörde, welche die Arbeitslosenzahlen schlechter angibt als sie sind, ich dachte bisher immer, dies läuft andersrum und man schönt, naja ist eben Werners Welt, die preussische Mentalität bei der Bundesagentur für Arbeit, wird nur noch von der superpreussischen Gfk getoppt.

    Gruß Steffen

  • Benedikt - 1. Februar 2012

    Da läuft doch das gleiche Spiel wie nach der Lehmann Krise. Als Merkel gemerkt hatte, auf DE kommt eine Krise zu, hat sie schnell alle Chefredakteure eingeladen, und die darauf eingeschworden die Krise totzuschweigen und zu relativieren. IM Erika wendet die alten DDR Methoden an.

    Zuerst hatten nach Lehmann alle gedacht, die Medien seien alle zu blöd, um die Krise zu erkennen. Bis Augstein die geheime Absprachen verpetzt hatte.

    SpOn ist dafür ein super Beispiel wie das geht. Über die GFK gabs schon morgens ein Jubelbeitrag, über die schlechten Destatis Zahlen wurde nicht einmal berichtet.

    Das spielchen nach Lehmann hat nur Funktioniert, weil uns das Chinesische Konjunkturpaket kurz nach Kriseneintritt gerettet hat. Wenn die nächste Krise länger dauert, wird das Deutschland so auch nicht überleben.

  • Systemfrager - 1. Februar 2012

    Hayek2 und der Werner und der Michael S.

    Nein, es geht bei diesen Menschen um keine falsche Wahrnehmung
    sie sind auf einer Mission,

    Auf der Mission die Reicher reicher zu machen, möge das Volk verrecken
    Man erinnerst sich an die Große Depression,
    Als die Löhne ins Bodenlose gefallen sind, haben diese Ganoven die Arbeiter beschimpft, sie würden durch ihre Gier, unverschämt höhe Löhen zu verlangen, die Wirtschaft ruinieren.
    Nur eins ist es richtig, was sie behaupten. Es gibt böse Menschen, Menschen ohne Skrupel und ohne Moral,
    und das sind sie: die Freiheitskämpfer, die Neoliberalen
    Deshlab ist es zwecklos, diesen Menschen ins Gewissen zu reden
    Sie haben kein Gewissen
    Und sie werden morgen mörden.

    Daher z. B. das Versagen der Hilfe bei dringender fremder Noth, das ruhige Zuschauen fremden Hungertodes bei eigenem Ueberfluß, zwar grausam und teuflisch, aber nicht Ungerecht ist: nur läßt sich mit völliger Sicherheit sagen, daß wer fähig ist, die Lieblosigkeit und Härte bis zu einem solchen Grade zu treiben, auch ganz gewißß jedes Unrecht ausüben wird, sobald seine Wünsche es fordern und kein Zwang es wehrt.

    Arthur Schopenhauer

  • Querschuss - 1. Februar 2012

    Hallo Tourist,
    ich habe bereits einige der letzten Kommentare gelöscht, ich habe keine Lust auf diese Diskussion mit Werner, zieht den ganzen Kommentarbereich nach unten, Meinungen sind ausgetauscht, darüber hinaus kommt jetzt wenig konstruktives zustande.

    Danke und Gruß

    Steffen

  • leslie - 1. Februar 2012

    So langsam kann ich mir vorstellen wie das in der DDR war…

    Diese ganzen Jubelmeldungen.

    http://meta.tagesschau.de/id/57617/arbeitslosenzahlen-weniger-gestiegen-als-erwartet

    Ich jedenfalls arbeite schon lange nichtmehr für dieses Schweinesystem.
    Und fall auch aus der Statistik da ich weder Hartz noch Arbeitslosengeld erhalte.

    Nurnoch für mich. :-P

    Mfg

  • Peter Hallonen - 3. Februar 2012

    Ja ja, die Einzelhandelsumsätze bewegen sich nicht vom Fleck. In Wahrheit müsste man von einer desolaten Lage auch dann noch sprechen, wenn die Einzelhandelumsätze jetzt moderat oder sogar etwas deutlicher anstiegen. Denn der Rückstand, den wir bei der Entwicklung des privaten Konsums gegenüber anderen Ländern haben, ist genauso riesig wie unser Vorsprung bei der Wettbewerbsfähigkeit.

    Das schlimmste ist natürlich nicht die desolate Lage, sondern die Berichterstattung der Medien. Diese ist ja das Symptom eines volkswirtschaftlichen Unverständnisses, ohne das wir die desolate Lage längst überwunden hätten. Die Frage: Was bringt es, allmonatlich über den Konsumklimaindex zu berichten, anstatt vielleicht einmal jährlich eine neutrale Analyse zu senden, die die Gesamtentwicklung der letzten zehn Jahre betrachtet und eine Einschätzung darüber, ob das wirtschaftliche Wachstum sich in etwa auch in der Entwicklung des privaten Konsums wiederspiegelt.

    Denn gewirtschaftet wird ja nur für den Konsum, auch wenn Konsum (“konsumtive Ausgaben”) manchmal einen negativen Klang hat. Investiert wird nur, damit später mehr konsumiert werden kann.

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