Münchhausen-Report

von am 3. Februar 2012 in Allgemein

Es wird langsam peinlich, die heute berichteten Daten zum US-Arbeitsmarktbericht sind eine gewaltige statistische Verzerrung und die vor Liquidität triefenden Märkte quotieren diese mit steigenden Aktienkursen. Der Bericht aus dem potemkinschen Dorf zeugt von einer saisonbereinigten Arbeitslosenquote von 8,3%, die niedrigste seit Februar 2009! Leider hat diese “tolle” Quote vom Bureau of Labor Statistics aber einen gravierenden Makel, denn sie entspringt einer Münchhausen-Statistik. Gewaltige saisonbereinigte +1,117 Millionen Erwerbsfähige ab 16 Jahre zum Vormonat landeten im Januar 2012 in der Rubrik  Not in Labor Force, also den Erwerbsfähigen die dem Arbeitsmarkt angeblich nicht zur Verfügung stehen (Stille Reserve). Zum Vorjahresmonat waren es sogar +2,240 Millionen.

Insgesamt wandeln jetzt saisonbereinigte 87,874 Millionen in Not in Labor Force und spielen praktischer Weise im Münchhausen-Report keine Rolle bei der Ermittlung der Arbeitslosenquote! Denn relevant für die Ermittlung der Arbeitslosenquote und der Arbeitslosenzahl sind nur die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehenden Arbeitskräfte (Civilian Labor Force Level) und die Beschäftigungszahlen (Employment Level) aus der Haushaltsbefragung!

Die Zahl der saisonbereinigten, dem Arbeitsmarkt nicht zu Verfügung stehenden Erwerbsfähigen ab 16 Jahre (Not in Labor Force zu deutsch Stille Reserve), seit Januar 1990 im Chart! Im Januar 2012 wurde ein neues Allzeithoch mit 87,874 Millionen Erwerbsfähigen erzielt, die dem Arbeitsmarkt angeblich nicht zur Verfügung standen, ein Anstieg von +1,117 Millionen zum Vormonat und von +2,240 Millionen zum Vorjahresmonat! Not in Labor Force ist das Wachstumssegment im US-Arbeitsmarktbericht und dient eindeutig zur Verschleierung der wahren Situation am US-Arbeitsmarkt!  Unbereinigt haut Not in Labor Force dem Fass den Boden raus, es ging auf 88,784 Millionen (+1,572 Millionen zum Vormonat), darunter unbereinigte 55,095 Millionen Erwerbsfähige im Alter von 16 bis 64 Jahren (+888’000 zum Vormonat und 1,411 Mio. zum Vorjahresmonat).

Die Erwerbsquote (Civilian Participation Rate) legt aber offen, wie es wirklich um den US-Arbeitsmarkt steht, diese Quote markiert ein neues Tief. Das Civilian Participation Ratio dokumentiert das Verhältnis von Erwerbsfähigen ab 16 Jahren (Civilian Noninstitutional Population) und denen, die davon dem Arbeitsmarkt zur Verfügung standen (Civilian Labor Force):

Die saisonbereinigte Erwerbsquote (Civilian Participation Rate) aus Civilian Labor Force Level (Erwerbsfähige, die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen) und dem Civilian Noninstitutional Population Level (erwerbsfähige Gesamtbevölkerung ab 16 Jahre) sank im Januar 2012 auf 63,7%. Bei der unbereinigten Erwerbsquote wurde sogar nur 63,4% im Januar 2012 erzielt.

Das saisonbereinigte Civilian Employment-Population Ratio, im Chart seit Januar 1948, also das Verhältnis der Beschäftigten (Employment Level) zur Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter (Civilian Noninstitutional Population Level) blieb im Januar 2012 bei saisonbereinigten 58,5%. Der Juli 2011 markierte mit 58,1% den tiefsten Stand beim Civilian Employment-Population Ratio. Eine wirkliche Erholung sieht anders aus. Unbereinigt sank das Civilian Employment-Population Ratio sogar kräftig auf 57,7%, nach 58,5% im Dezember.

Die Aussage, dass der US-Arbeitsmarkt in der Relation zur Bevölkerungsentwicklung im Krisenmodus verharrt ist weiter richtig und sachlich geboten!

Dieser Chart zeigt die Entwicklung der Civilian Noninstitutional Population, die Summe aus Civilian Labor Force und Not in Labor Force (also alle Erwerbsfähigen ab 16 Jahre  – blau), zu den Beschäftigtenzahlen (rot), jeweils unbereinigt und im Vergleich zum Vorjahresmonat. Während die erwerbsfähige Bevölkerung im Januar 2012 um +3,565 Millionen anstieg, auch Ergebnis der Benchmark Revision, jeweils jährlich zum Januar-Arbeitsmarktbericht, nahm die Zahl der Beschäftigten nur um +2,345 Millionen zum Vorjahresmonat zu. Der Chart seit Januar 1960 zeigt, dass der Zuwachs an Beschäftigung auch auf dem Niveau des Zuwachses der erwerbsfähigen Bevölkerung und sogar darüber liegen kann und nur dann kann man von einem Jobboom reden!

Ganz klar entlarvt folgende visuelle Darstellung desselben Sachverhaltes, statt im Vergleich zum Vorjahresmonat die absolute Entwicklung, die gnadenlos geschönte Version einer Sichtweise wie: Arbeitsmarkt in Amerika kommt in Schwung:

Die Entwicklung der erwerbsfähigen Bevölkerung ab 16 Jahre (Civilian Noninstitutional Population Level – blau) und der Beschäftigtenzahlen (rot) jeweils in Millionen mit den unbereinigten Daten seit Januar 2000 bis Januar 2012.

Der unbereinigte Beschäftigungs Level sank sogar im Januar 2012 um -737’000 zum Vormonat auf 139,944 Millionen, nur nach der Saisonbereinigung ging es um +847’000 zum Vormonat auf 141,637 Millionen aufwärts. Nur die Saisonbereinigung ist ein statistisches Mittel zur besseren Trendbeurteilung und glättet die jahreszeitlichen Schwankungen schafft aber leider keine realen Arbeitsplätze:

Die Entwicklung der saisonbereinigten Beschäftigtenzahlen (Employment Level-rot) und der unbereinigten Beschäftigtenzahlen (blau) seit Januar 2000, gemäß Household Data im Chart.

Die prozentuale Entwicklung des nominalen US-BIPs (blau) und der saisonbereinigten Beschäftigtenzahlen (rot) seit Q1 2000 bis Q4 2011 im Chart, Jahr 2000=100. Das nominale BIP stieg vom Jahr 2000 bis Q4 2011 um +53,7% auf 15,2943 Billionen Dollar, während die saisonbereinigten Beschäftigtenzahlen nur um +2,57% auf 140,567 Millionen in Q4 2011 stiegen.

Dies waren bisher alles Daten aus der Haushaltsbefragung. Die Household Data werden an Hand einer Umfrage des Census Bureaus bei 60’000 Haushalten für das Bureau of Labor Statistics (BLS) ermittelt, es werden die Daten zu den Erwerbsfähigen die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, zum Stand der Beschäftigung, sowie die Zahl derer die nicht dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen erhoben! Die Household Data haben einen “expansiveren Anwendungsbereich”! Expansiv steht dafür, dass bei den Household Data alle über 16 Jahre erfasst werden, Arbeitnehmer, auch die in der Landwirtschaft, unbezahlte mithelfende Familienangehörige, Selbstständige, Arbeitnehmer in privaten Haushalten, Unterbeschäftigte und Arbeitnehmer, die in der Umfrage angeben im unbezahlten Urlaub zu sein.

Nun noch zu den US-Arbeitsmarktdaten aus der Haushaltsbefragung wie sie im Mainstream verwendet werden, also ohne die Betrachtung der Effekte aus Not in Labor Force:

Die Entwicklung der saisonbereinigten Arbeitslosenquote U-3 seit Januar 1948 im Chart. Im Januar 2012 sank die Quote auf 8,3%, nach 8,5% im Vormonat. Die unbereinigte Quote stieg hingegen auf 8,8%, nach 8,3% im Vormonat!

Saisonbereinigte 12,758 Millionen (-339’000 zum Vormonat) waren ohne Job im Januar 2012, nach 13,097 Millionen im Vormonat. Im Langfristchart die Daten seit 1948. Unbereinigt ging es dagegen um +849’000 Arbeitslose zum Vormonat aufwärts auf 13,541 Millionen!

Die saisonbereinigte Arbeitslosenzahl (Unemployment Level) aus dem US-Arbeitsmarktbericht ist nur das rechnerische Ergebnis aus der Haushaltsbefragung, aus dem saisonbereinigten Civilian Labor Force Level (Erwerbsfähige die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen) minus dem saisonbereinigten Employment Level. Die Zahl der saisonbereinigten Erwerbsfähigen (Minuend) stieg zum Vormonat, nur um +508’000, während der Subtrahend die Zahl der saisonbereinigten Beschäftigten um +847’000 anstieg, demzufolge musste die Zahl der Arbeitslosen um -399’000 absinken. Außen vor bei der Betrachtung, “je mehr umso besser”, bleiben die +1,177 Millionen zum Vormonat die saisonbereinigt in Not in Labor Force verschwanden, darunter eben die vielen Entmutigten (Discouraged Workers) die aufgegeben haben einen Job zu suchen bzw. nachzuweisen das sie dieses tun.

Saisonbereinigte 5,518 Millionen waren im Januar 2012 Langzeitarbeitslose, die länger als 27 Wochen keinen Job hatten! Die Zahl der Langzeitarbeitslosen sank um -70’000 zum Vormonat. Weiterhin ist der Prozentsatz der Langzeitarbeitslosen an den gesamten Arbeitslosen enorm hoch, er betrug 43,25%!

In der breiter gefassten Arbeitslosenquote U-6 erscheinen zusätzlich die Arbeitnehmer in Teilzeit, welche aber einen Vollzeitarbeitsplatz suchen, die marginal und geringfügig beschäftigten Arbeitnehmer und die sogenannten entmutigten Arbeitnehmer, welche nicht nachgewiesener Weise einen Arbeitsplatz im 1-Monats-Erhebungszeitraum suchten!

Die saisonbereinigte Zahl der Arbeitnehmer in Teilzeit, welche einen Vollzeitarbeitsplatz suchten, stieg im Januar 2012 um +132’000 zum Vormonat auf 8,230 Millionen. Im Chart die Daten seit Januar 1978. Ein etwas größeres Feuerwerk gab es bei den unbereinigten Daten, um +490’000 ging es zum Vormonat aufwärts auf 8,918 Millionen!

Die unbereinigte Anzahl der marginal und geringfügig beschäftigten Arbeitnehmer stieg im Januar 2012 um +269’000 zum Vormonat auf 2,809 Millionen und damit auf ein neues Allzeithoch. Die Daten seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1994.

Die Anzahl der unbereinigten, sogenannten entmutigten Arbeitnehmer, welche nicht nachgewiesener Weise einen Arbeitsplatz im 1-Monats-Erhebungszeitraum suchten, stieg im Januar 2012 um +114’000 zum Vormonat, auf 1,059 Millionen!

Die saisonbereinigten Daten dieser Gruppen, zusammen mit den saisonbereingten Arbeitslosen aus U-3, ergeben die saisonbereinigten Arbeitslosenzahl U-6 und die Quote U-6:

Die saisonbereinigte breiter gefasste Arbeitslosenquote U-6 sank im Januar 2012 um -0,1 Prozentpunkte auf 15,1%, die unbereinigte stieg dagegen kräftig um -1,0 Prozentpunkte auf 16,2%! Quelle Tabelle: PDF BLS Tabelle Seite 30

Die Entwicklung der saisonbereinigten US-Arbeitslosenquote U-6 seit Januar 1994, dem Beginn der Datenerhebung.

Die Zahl der breiter gefassten Arbeitslosen nach U-6, stellt sich im Detail nach den komplett verfügbaren unbereinigten Originaldaten der BLS wie folgt dar:
U-3 (NSA): 13,541 Mio.
Part Time for Economic Reasons (NSA): 8,918 Mio.
Marginally Attached to Labor Force (NSA) 2,809 Mio.
Discouraged Workers (NSA) 1,059 Mio.

Die unbereinigte Zahl der Arbeitslosen und Erwerbsfähigen ohne adäquaten Job aus U-6, stieg im Januar 2012 laut BLS um +1,722 Millionen zum Vormonat auf  26,327 Millionen.

Auch bei den breiter gefassten unbereinigten Arbeitslosenzahlen spielen außer den entmutigten Arbeitnehmern (unbereinigte 1,059 Millionen im Januar 2012), welche nicht nachgewiesener Weise einen Arbeitsplatz im 1-Monats-Erhebungszeitraum suchten, die vielen Millionen aus Not in Labor Force, keine Rolle zur Ermittlung der breiten Arbeitslosenquote und Arbeitslosenzahl.

Der US-Arbeitsmarktbericht beruht auf zwei Datenerhebungen, den Houshold Data – davon wurde bisher berichtet und den Establishment Data. Die Establishment Data messen den Stellenaufbau/abbau außerhalb der Landwirtschaft (Non-Farm Payroll Employments). Diese Daten werden direkt vom Bureau of Labor Statistics (BLS) bei ca. 400’000 Unternehmen aus über 500 Wirtschaftszweigen abgefragt. Die Daten zur Beschäftigung der abgefragten Unternehmen reflektieren ca. ein Drittel der lohnabhängigen Beschäftigten in den USA.

Auch hier stimmt die positive Headline, der saisonbereinigte Stellenaufbau betrug im Januar 2012 +243’000 Stellen außerhalb der Landwirtschaft, aber die Zahl der abgebauten Stellen seit Beginn der Rezession im Dezember 2007 betrug bis Januar 2012 immer noch -5,573 Millionen (Benchmark-Revisionen berücksichtigt)!

Im Chart der monatliche Stellenaufbau/abbau, Non-Farm Payroll Employments seit Januar 1985.

Im Januar 2012 stieg der saisonbereinigte Stellenaufbau außerhalb der Landwirtschaft um +1,953 Millionen zu Vorjahresmonat, klingt auch gut, nur um +3,565 Millionen zum Vorjahresmonat stieg die Zahl der Erwerbsfähigen ab 16 Jahre. Das ganze Dilemma zeigt, seit Januar 2000 bis Januar 2012 sind unterm Strich nur +1,628 Millionen neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft geschaffen worden, aber um +30,859 Millionen nahm die erwerbsfähige Bevölkerung ab 16 Jahre zu!

Gravierend, saisonbereinigt feiern die Mainstreammedien +245’000 neue Stellen zum Vormonat, aber niemand erwähnt das es unbereinigt um -2,689 Millionen zum Vormonat abwärts ging! Im Zweimonatszeitraum sanken die unbereinigten Originaldaten sogar um -2,909 Millionen, während nach der Saisonbereinigung ein Stellenaufbau von +446’000 stattfand. Eine relevante Diskrepanz, die zu mindestens erwähnt werden muss.

Die Entwicklung der saisonbereinigten Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft (rot) und der unbereinigten Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft (blau) anhand der Establishment Data seit Januar 2000 bis Januar 2012 im Chart. Im Januar 2012 stieg die Zahl der saisonbereinigten Beschäftigten um +243’000 zum Vormonat, auf 132,409 Millionen. In der Realität kam es bei den unbereinigten Originaldaten zu einem kräftigen Stellenabbau von -2,689 Millionen zum Vormonat auf 130,263 Millionen.

Zum unbereinigten Krisentief aus Januar 2010 mit 127,309 Millionen Stellen außerhalb der Landwirtschaft sind zwar bis Janaur 2012 +2,954 Millionen neue Stellen geschaffen worden, nur im gleichen Zeitraum stieg die erwerbsfähige Bevölkerung um +5,437 Millionen an! In der Relation zum Bevölkerungszuwachs hat sich die Situation am US-Arbeitsmarkt bei den unbereinigten Originaldaten also sogar deutlich verschlechtert!

Einmal jährlich, in jedem Januar, findet die Benchmark-Revision statt. In der Benchmark-Revision werden rückwirkend die letzten 21 Monate bei den unbereinigten Daten und die letzten 5 Jahre bei den saisonbereinigten Daten an Hand des Quarterly Census of Employment and Wages (QCEW) überprüft und revidiert. Dies geschieht mit Hilfe von Lohnsteueranmeldungen und Stichproben der Unterlagen der staatlichen Arbeitslosenversicherung (UI) an Hand derer die Angaben der Unternehmen aus der Umfrage Establishment Data revidiert werden. Gemäß der aktuellen Benchmark Revision wurden die Non-Farm Payroll Employments für 2011 um insgesamt saisonbereinigte +266’000 Stellen auf 132,166 Millionen nach oben korrigiert unbereinigt bei den Originaldaten um +231’000 auf 132,952 Millionen.

Wichtig bei der Beurteilung der Qualität der Establishment Data ist auch ein Blick auf den angeblichen Stellenzuwachs aus dem Net Birth/Death Model. Der unbereinigte Stellenaufbau aus dem Net Birth/Death Model der in die unbereinigten Total Nonfarm Employment einfließt, wird vom Bureau of Labor Statistics überschätzt. Diese Daten beruhen auf eine fragwürdigen Schätzung der Beschäftigung aus neugegründeten und liquidierten Firmen, die immer aufs Neue, jedes Jahr im Januar  korrigiert werden muss (-339’000 im Jan. 2011, -427’000 im Jan. 2010, -356’000 Jan. 2009, -378’000 Jan. 2008). Nun im Januar 2012 betrug die Korrektur -367’000.

Das Net Birth/Death Model generierte im Januar 2012, wie in jedem Januar einen kräftigen Stellenabbau, diesmal von -367’000 Jobs.

Die -367’000 spielen aber nicht die dominierende Rolle beim Stellenabbau bei den unbereinigten Daten zum Vormonat von -2,689 Millionen.

Stellvertretend für den Stellenaufbau/abbau in den einzelnen Industriesektoren das Manufacturing (Verarbeitendes Gewerbe), auch hier hört sich die saisonbereinigte Headline erst mal gut an +50’000 Stellen zum Vormonat, nur unbereinigt war es ein Stellenabbau von -62’000 Stellen und dass Stellenniveau bleibt historisch niedrig:

Die Entwicklung der saisonbereinigten Beschäftigten im Verarbeitenden Gewerbe seit Januar 1941 im Chart. Im Januar 2012 stieg die Zahl der Beschäftigten im Verarbeitenden Gewerbe (Manufacturing) um +50’000 zum Vormonat auf saisonbereinigte 11,862 Millionen und lag damit weiterhin auf dem Level von 1941. Bei den unbereinigten Originaldaten ging es im Januar 2012 um -62’000 abwärts auf nur 11’754 Millionen.

Soviel zum US-Münchhausen-Report, der für Alle etwas bietet, wenn man unbedingt positives sehen möchte, schaut man wie der Mainstream nur auf die saisonbereinigten Headlines und blendet den Boom in Not in Labor Force aus und feiert statt neue Jobs die Saisonbereinigung. Wenn man negatives sehen möchte, die unbereinigten Daten sehen alles andere als erbauend aus und angesichts der Tatsache das unbereinigt auch noch +1,572 Millionen zum Vormonat in Not in Labor Force verschoben wurden und +2,616 Millionen zum Vorjahresmonat, handelt es sich um einen schwachen Arbeitsmarkt, der weiter in der Relation zum Bevölkerungszuwachs sogar im akuten Krisenmodus verharrt.

Quelle Daten: PDF US-Arbeitsmarktbericht Januar 2012, Bls.gov, Bls.gov/Datenbank

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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80 KommentareKommentieren

  • M.E. - 3. Februar 2012

    Als ich um 14.31 Uhr den Dax-Chart sah, war mir alles klar.
    Auf zur statistischen Vollbeschäftigung!

    • Weltenbrand - 3. Februar 2012

      Genau – “Jobless Growth” – sie lebe hoch!

  • matze - 3. Februar 2012

    wie in der ddr bald gibts vollbeschäftigung!

    • Ralle - 4. Februar 2012

      Nein die DDR war besser, denn sie hat die Leute beschäftigt z.B. mit Klopapieraufrollen, Im kreis fegen usw. Der Westen setzt auf die Dummheit der Massen, klappt übrigens noch ganz gut!

  • Russe - 3. Februar 2012

    Zerohedge macht sich auch lustig.

    [img]http://www.zerohedge.com/sites/default/files/images/user5/imageroot/2012/01/People%20Not%20In%20Labor%20Force.jpg[/img]

    • Roland - 3. Februar 2012

      Dass das Sinken der Arbeitslosen-Prozentsatzes ein Fake ist, ist von zerohedge und querschuss schnell und gut nachgewiesen worden.

      Frage ist aber, ob der Stellenzuwachs von über 200.000 nur aufgrund von birth/death-Schätzungen erfolgte, oder ob da mehr dahinter steckt.

      Warten wir querschuss ab.

      • Roland - 3. Februar 2012

        Nachtrag:
        Bisher ist nur gezeigt worden, dass der Zustrom an arbeitsfähiger Bevölkerung versteckt werden muß, um die Arbeitslosenquote zu drücken.
        Noch nicht analysiert wurde der behauptete phänomenale Stellenzuwachs. Abwarten.

  • alt-shift-x - 3. Februar 2012

    Die kognitive Dissonanz dieser Verklärungsexperten muss doch langsam unerträglich werden, oder? Ich weiss jetzt endlich wie sich die Propaganda in totalitären Regimen anfühlt, da ist auch kein großer Unterschied mehr zu dem, was man uns hier immer wieder zumutet.

  • M.E. - 3. Februar 2012

    Tja, bei solcher Wirtschftspresse kann man Statistiken manipuliern, wie man will. Es wird nicht hinterfragt.

    http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/nachrichten/us-wirtschaft-schafft-neue-jobs-atemberaubende-besserung-am-arbeitsmarkt/6148202.html

    Atemberaubende Besserung! Könnte fast eine Schlagzeile aus dem “Neuen Deutschland” aus dem Jahre 1988 sein, die wirtschaftliche Situation in der DDR beschreibend.
    Und auch die Qualität heutiger Statistiken steht derjenigen der zentralen Plankommision in nichts nach.

  • Bernd Klehn - 3. Februar 2012

    Was denn, das Ziel ist doch erreicht, wenn auf der Grundlage dieser Zahlen billiger Kapitalzufluss erfolgt.

  • Dagobert - 3. Februar 2012

    Ein grosses BRAVO für diese Seite!

    Frage an Radio Eriwan: Werden die USA jemals wieder Vollbeschäftigung erreichen?
    Antwort: Im Prinzip – dank den besten Statistikern der Welt – ein Kinderspiel! – Brauchen bloss alle Arbeiter zu entlassen – die müssen dann nur noch die paar Wochen (26/52?) warten bis alle statistisch als Arbeits-Suchende rausgefallen sind – voilà: keine Arbeitslosen mehr! Bingo! Vollbeschäftigung!

    Gruss
    Dagobert

  • dank - 3. Februar 2012

    Zur Unperson werden all jene erklärt die sich nach veröffentlichen dieses US-Arbeitsmarktberichtes noch an die alten nicht korrekten Zahlen erinnern oder grafische Statistiken dazu besitzen oder gar erstellen.
    Liebe Brüder und Schwestern – die Vollbeschäftigung ist in greifbare Nähe gerückt – wir haben es uns stets gewünscht und wir werden es erreichen.
    Als Dank für diesen Fortschritt werden vom Großen Bruder an alle Brüder und Schwestern in den Verteilstellen des Ministeriums für Überfluss statt 12 Essensmarken diese Woche 10 Essensmarken ausgegeben. 10 = 12 + 4. Damit erhalten alle ein Drittel mehr Nahrung. Der Große Bruder liebt Euch.
    Krieg ist Frieden. Freiheit ist Sklaverei. Unwissenheit ist Stärke.
    Bitte achten Sie auf weitere Berichterstattung des Ministeriums für Wahrheit.

    • Roland - 3. Februar 2012

      Nettes Orwell-Zitat.

      Dennoch: Der berichtete Stellenzuwachs ist weder von zerohedge noch von querschuss bislang analysiert.
      Aussagen bislang nur zur Arbeitslosenquote.

      Am Stellenzuwachs kann durchaus was dran sein. Warten wir die Analyse von querschuss ab.

    • Weltenbrand - 3. Februar 2012

      Ja, ich liebe den “Großen Bruder” – und das “Ministry of Truth” alias “Minitrue”

    • Weltenbrand - 3. Februar 2012

      @ dank

      Kommentar DOPPELPLUDGUT!!!

      • Weltenbrand - 3. Februar 2012

        @ dank

        Kommentar DOPPELPLUSGUT!!!

  • Zukunft - 3. Februar 2012

    Wo wird dies alles enden?
    Muss es enden?
    Wir wird es enden?

    Hier wahrscheinlich die einzige brauchbare Antwort: http://zukunftsvorsorge.blogspot.com

    Maranatha!

  • Bernd Klehn - 3. Februar 2012

    Nicht vergessen, die USA braucht jeden Monat ca. 200000 Beschäftigungszuwachs um wegen des Bevölkerungszuwachses die Beschäftigungsquote zu halten. Wir haben genau den gegenteiligen Effekt.

  • fox - 3. Februar 2012

    Danke für die Aufklärung!!

    Eine wichtige Frage habe ich aber: Gehen Rentner auch in die “Not in Labour Force” ein, oder werden die sowieso rausgerechnet?

    • Querschuss - 3. Februar 2012

      Hallo Fox,
      ja Rentner sind mit dabei, Not in Labor Force ist ab 16 Jahre, unbereinigt liegen aber genaue Daten vor, von den unbereinigten 88,784 Millionen, waren 55,095 Mio. unter 65 Jahre, nach 53,606 Mio. im Vormonat.

      Gruß Steffen

      • Matthias H. - 4. Februar 2012

        Liegt hier nicht vielleicht z.T. ein Hund begraben wg. des Anstiegs der “Not in Labor Force”.

        Schliesslich gab es zwischen 1946 und 1950 einen scharfen Spike in der Geburtenzahl der USA.

        Der anerrikanische “post-war-baby-boom” verlief nämlich ganz anders und früher als der deutsche, bei dem bis 1965 die Geburtenzahl allmählich anschwoll und danach abebbte.

        Sicherlich würde das nicht den plölzlichen monatlichen Anstieg erklären, aber grundsätzlich ist der demographische Effekt, dass die Zahl der Amerikaner, die aus der üblichen Arbeitsalter-Spanne heraualtern, sehr schnell deutlich ansteigt, durchaus da.

        Und einen solchen ohnehin eintretenden Effekt durch geeignete leichte Variation der Methodik “nachzuhelfen”, damit er früher virulent wird, ist für Statistiker eine leichte Übung….

  • Ratlos - 3. Februar 2012

    der gallup-bericht zeigt auch eine andere entwicklung auf – das schon ca. 2 wochen
    http://www.gallup.com/poll/125639/Gallup-Daily-Workforce.aspx

  • Michael S. - 3. Februar 2012

    Labor force:

    2011-12-01 153 373
    2012-01-01 153 485

    Labor force (saisonal bereinigt):

    2011-12-01 153 887
    2012-01-01 154 395

    Kann man jetzt deuten wie man will…

  • Claus - 3. Februar 2012

    So ganz verstehen tue ich das jetzt nicht 257 tausend neue stellen und warum sehe ich das nicht

    Neuanträge Arbeitslosenhilfe :

    KW 1 : 372.000
    KW 2 : 399.000
    KW 3 : 352.000
    KW 4 : 377.000

    sind doch alle noch auf hohem Niveau

    Gruß Claus

  • Werner - 3. Februar 2012

    Münchausen-Report ?
    Waaas, hast du nicht das Statement von Carolyn B. Maloney gehört ?
    Ein Sieg Obamas !

    mfg. Werner

  • janz - 3. Februar 2012

    Diese verlogene Amiregierung, ist genauso hirnverbrand wie die Deutsche.Sie bezweckt nämlich nur ein Ziel,nämlich die Aktienmärkte anzufeuern und Anleger anzulocken,was Ihnen ja auch gelingt.Wie passt denn die angeblich gesunkene Arbeitslosenzahl mit der Forderung eines FED Mitgliedes zusammen,Billionen neues Geld zu drucken um den Arbeitsmarkt zu stützen`?Die Anleger werden in nicht als zu langer Zeit schmerzlich feststellen ,das Sie wieder einmal schamlosen Lügnern auf den schleimigen Leim gegangen sind!

  • Bernd Klehn - 3. Februar 2012

    Die wesentliche Erklärung liegt darin, dass die arbeitsfähige Bevölkerung von Dez. zu Januar um ca. 1,8Mio zugenommen hat. Auswirkung der Volkszählung? Dieses scheinen einfach in “Not in Labor Force” verschoben worden zu sein. Womit hätte man sonst mit dem Zuwachs auch hin gesollt? Man erfasst sicherlich nur die Beschäftigten und die erfassten Arbeitslosen, den Rest schiebt man Not in Labor Force.

  • Roland - 3. Februar 2012

    @ alle Untergangs-Propheten

    Nochmals: Am Stellenaufbau kann durchaus was dran sein. Warten wir querschuss ab.

    Heute ist beim BDI im Segment Panamax, also bei den Schiffen bis zu einer Tonnage, die im Panama-Kanal gerade noch zulässig ist, ein erster Anstieg der spot-Preise zu verzeichnen.

    Trotz aller Unkenrufe: Die USA hält sich noch.
    Frage wird sein, ob die Bleigewichte aus Europa und Japan letztlich stärker sein werden.

    • Bernd Klehn - 3. Februar 2012

      “Die USA hält sich”, ja solange das monatliche Leistungsbilanzdefizit von 45Mrd. mit blilligem Auslandskapital gedeckt wird.

    • gilga - 3. Februar 2012

      Und auch hier nochmal: “Record Surge In Part-Time Workers”: http://www.zerohedge.com/news/final-nail-todays-nfp-tragicomedy-record-surge-part-time-workers

      Das wird bestimmt dazu führen, dass diese Leute konsumieren wie verrückt… Immerhin muss man ja nur Teilzeit arbeiten. Da hat man endlich mehr Zeit zum shoppen…

    • Querschuss - 3. Februar 2012

      Hallo Roland,
      muss noch andere Aufgaben als den Blog heute erledigen und es wird spät oder erst Samstag, Sonntag mit einem ausführlichen Bericht.

      Gruß Steffen

  • Bernd Klehn - 3. Februar 2012

    Wie gerechnet wird sieht man hier:

    http://www.bls.gov/web/empsit/cpseea03.pdf

    • Roland - 3. Februar 2012

      Mit diesen houshold data allein kommt man nicht richtig zum Ziel.

      In der Kommentarfunktion von zerohedge gibt es einen interessanten Hinweis:
      Das Labor Departement schätzt einen Rückgang der Beschäftigung im Januar 2012 gegenüber Dezember 2011 um 2,689 Millionen Jobs. Üblicher Rückgang also nach dem Weihnachtsgeschäft und Entlassung von Saisonpersonal (VerkäuferInnen bis zu Auslieferern….)
      Der Zuwachs um 243 Tausend resultiert aus “saisonal adjustment”, also aus einem Vergleich zur nach-weihnachtszeitlichen Vorjahresentwicklung.

      Dies genauer zu analysieren kann am besten immer noch querschuss.

    • dank - 3. Februar 2012

      Danke für den Link!

      “Mit diesen houshold data allein kommt man nicht richtig zum Ziel.”
      Das kann sein, aber:

      Scheint ja eine sehr sexistische Einstellungspolitik der Privatwirtschaft zu sein, die in USA da letztes Monat zu Gange war:

      Der Zuwachs der Beschäftigten Beschränkt sich auf Frauen über 16 Jahren:
      812000 – davon 701000 über 20 Jahre

      Bei den Männern über 16 Jahren gabs einen Rückgang von
      303000 – davon 202000 über 20 Jahre

      –>

      Frauen 16-20: +111000 Beschäftigte
      Frauen über 20: +701000 Beschäftigte

      Männer 16-20: -101000 Beschäftigte
      Männer über 20: -202000 Beschäftigte

      Hat jeder Haushalt 4 staatliche verordnete und privat angestellte Nannys gestellt bekommen?

      Haben die US-Statistiker sich da Zahlen aus der Volkszählung im Frühjahr 2011 aufgehoben, damit sie auch mal wieder glänzen dürfen?

  • Markt - 3. Februar 2012

    Trotzdem scheinen Sie (Politiker, Medien) damit erfolgreich zu sein.
    Es werden Schuldenbremsen und Defizitkrierien als Problemlösung gefeiert.
    Dabei scheint niemanden zu interessieren, dass es diese bereits immer gab.
    Wer die Brüsseler Bürokraten an die Verfassungswidrigkeit ihrer neuen Beschlüsse erinnert, wird im öffentlich rechtlichen deutschen Propagandafernsehen niedergebrüllt. (Selten einen Beamten mit soviel Engagement gesehen)

    ICh möchte einfach nur darauf hinweisen es liegt an uns allen, sich dies nicht mehr gefallen zu lassen. Den darüber zu klagen ist zwar o.k, hilft aber in der Tat nicht.
    Die Kaste der Banker und Politiker amüsiert sich nämlich nur, und nimmt das Volk schon lange nicht mehr ernst. Sonst würden nicht Leute wie Herr Martin Schulz, Herr Cohn Bedit oder ehemals Herr Verheugen die Deutschen Interessen in Brüssel vertreten.

  • Bernd Klehn - 3. Februar 2012

    Übrigens der Hauptgrund für die Merkwürdigkeit ist in dem obigen Dokument als Fussnote vermerkt:

    Updated population controls are introduced annually with the release of January data.

    Die Zahlen der Zeitungsartikel sind so wie so falsch. Laut Statistik nahm die Zahl der Beschäftigten saisonbereinigt um 847000 (nicht 243000) zu und die Zahl der Arbeitslosen sank um 339000 dieses führte dazu, dass die Arbeitslosequote von 8,5 auf 8,3% sank.

  • Kris - 3. Februar 2012

    OT:
    Bei allem Lob und Huldigungen für diese Webseite, der ich mich gerne anschließe, weil neugierig und wissendurstig und gerne aufgeklärt – wo bleiben die Massen an Bürgern, die sich mit Wirtschaft im In- und Ausland beschäftigen wollen?

    Die Möglichkeiten im Netz sind ungemein groß, leider sind nicht genug User bereit, sich intensiv mit einer Gegenmeinung auseinanderzusetzen. Ich kann diese Seite hier nur empfehlen.

    Kris

    • sunwalker - 3. Februar 2012

      Warum sollten Sie es, solange man einen Job hat, Geld bekommt etc.
      Ich habe früher mich mit dem Thema auch nicht auseinadersetzen wollen, war einfach zu trocken und ich hatte genug verdient in der Pharamindustrie. Ich wunderte mich irgendwann nur warum ich trotzdem, dass ich jede Lohnerhöhung (fast jedes Jahr eine) angelegt hatte und auch so genug sparte, nie wirklich auf einen grünen Zweig kam. Erst da begann ich mich Stück für Stück mit dem Thema auseinderzusetzen und braucht dann noch mal ein Jahr regelmäßiger Beschäftigung, um das ganze Ausmass halbwegs zu begreifen und die Konsequenzen zu ziehen. Von den meisten wurde ich nur Schwarzmaler und Verschwörungstheoretiker angesehen oder einfach nur belächelt. Viele von denen verdienen genug, haben Häuser geerbt oder sind einfach nur damit beschäftigt Karriere zu machen, den Vorgaben der Hierachien zu entsprechen, Image, Karriere, Macht das sind die erstrebenswerten Ziele mit denen meisten groß werden und denen schon die Eltern entgenstrebten.
      Was zählt da eine Gegenmeinung, die kommt erst wenn man scheitert und anfängt Fragen zu stellen. Selbst wenn bei vielen die Gesundheit anfängt zu streiken , die Frau und Kinder weg sind, halten sie nicht ein und überlegen – was ist falsch gelaufen, dann wird eine Talblette eingeworfen und weiter gehts, die Dosis muss logischerweise immer weiter raufgesetzt werden, der Druck für die alltägliche Verdrängung steigt, bis der große Knall kommt. Schuld sind dann Viren und Bakterien, der böse Krebs und die Anderen, die einen nicht verstehen. Die meisten muss es erst KO hauen, ehe ein leichtes Nachdenken einsetzt und selbst im Sterben kommt vielen die Erkenntnis darüber was wirklich wichtig ist nicht. Dann wird nur bedauert, was man nicht hätte alles noch werden können.
      Man darf die Matrix nicht unterschätzen, in der wir von klein auf an eingebetet werden, die vor allen auch durch die Dressur, welche sich Erziehung nennt, eingeprägt wird.
      So lebt eben jeder in seiner Welt und knabbert an seinen Aufgaben.
      Man kann nur Anstösse geben – aber laufen muss jeder selber lernen – und kann es lernen, wenn er nur will.
      Soweit der Abenliche Philisophie Diskurs. Allen Lesern ein schönes WE.

      VG sunwalker

      • Kistrof - 3. Februar 2012

        Eindrucksvolles persönliches Statement!

      • Toni - 4. Februar 2012

        Danke sunwalker, ich hätte es schriftlich nicht so gut hingebracht, aber es trifft den Nagel auf den Kopf. Habe selbiges ebenfalls genau so durch gemacht und noch immer. Nur, wenn man mal das Ding erfasst hat, dann kommst da nicht mehr so schnell raus, so genannte Freunde sind dann weg, etc. Also die ganze Schei….

        Euch allen ein schönes WE und Dank an Steffen für das hier
        Servus Toni

        • sunwalker - 4. Februar 2012

          Wenn du das Ding erfasst hast, dann bist Du schon “raus” und deine Freunde sind noch “drinnen”.
          Allerdings richtig raus ist man wahrscheinlich nie. Es ist wohl mehr ein Weg zu immer mehr raus.
          Entscheidend ist zu verstehen, dass man für alles in seinem Leben selbst verantwortlich ist und auch voll die Verantwortung dafür übernimmt.
          Bei vielen Dingen ist es uns nicht einmal bewußt, dass wir täglich die Verantwortung abgeben, wir tun es einfach aus Gewohnheit, weil wir es nicht anders kennen.
          Deshalb enthält alles, was uns im Leben zustößt, auch immer eine klare “Botschaft”.

      • Roland - 4. Februar 2012

        @ an alle Verzweifelten

        Schon gut.
        Aber bitte nicht weinen, sonst bekommen Sie meinen Teddy-Bär.

        Oder über youtube anhören:
        “Auf, auf, zum Kampf….” – zeigt die Richtung und stärkt die Nerven.

      • pitpat - 4. Februar 2012

        Mir ging es genauso!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

        Aber wenn man einmal erwacht ist und die Wahrheit (zunehmend) kennt , gibt es KEIN ZURÜCK mehr !! Ja, das unwahre Denken zu Wohlstand und Glück verhindert die wahre >>Sehfähigkeit<>>> M A T R I X <<<<

        !!!!! It is real !!!!

        ….weil, wer möchte denn wirklich aus seiner kuscheligen Nährlösung aufwachen?

      • Andreas Demuth - 4. Februar 2012

        Interessant wird es dann, wenn die Menschen aus Geldmangel, nicht mehr Auto fahren können.
        Dann wird es vielen, wie Schuppen von den Augen fallen. Das ist meine Erfahrung, aus dem Berufsleben.

  • Volker - 3. Februar 2012

    Gerade wird wohl auch der Stellenaufbau via net birth/death-Modell entzaubert:

    2012 Total nonfarm over-the-month change, not seasonally adjusted (in thousands)
    Total nonfarm over-the-month change: Januar -2689 preliminary

    Effective with the release of preliminary January 2011 employment estimates in February 2011, BLS began updating the Current Employment Statistics (CES) net birth/death model component of the estimation process more frequently, generating birth/death factors on a quarterly basis instead of annually. For more information about the quarterly birth/death factors, please see http://www.bls.gov/ces/ces_quarterly_birthdeath.pdf.

    http://www.bls.gov/web/empsit/cesbd.htm

  • Werner - 3. Februar 2012

    News von Griechenland :
    Anstatt den Feinheiten der Manipulation amerikanischer Arbeitsmarkt-Statistiken nachzusinnieren wäre es vielleicht interessant den News aus Griechenland und deren Bedeutung ein Auge zu schenken : http://www.zerohedge.com/news/greece-draws-line-unity-government-leaders-refuse-cede-further-troika-austerity-demands

    mfg. Werner

  • Kistrof - 4. Februar 2012

    Der Job-Aufbau an sich wäre ja eine feine Sache, wenn er denn auch mit einem Zuwachs an Kaufkraft verbunden wäre. Zumindest langrifstig sieht das nicht gut aus.
    In den USA z.B. ist die Lohnquote (also der Anteil der Löhne am BIP) seit Mitte der 80er-Jahre um 10%-Punkte gefallen. In den Jahrzehnten vorher war sie relativ stabil. Das sind tektonische Machtverschiebungen zugunsten des Unternehmenssektors.

    Was passiert eigentlich wenn die Politik des Umverteilens von unten nach oben weiterhin so durchschlagenden Erfolg hat? In’s Extrem gedacht hat am Ende dann einer alles und alle anderen nichts. Karl Marx hat dafür(?) mal den Begriff “Allokationskrise des Kapitals” benutzt, ich weiß aber nicht genau was er damit meinte. Hat sicher einer mal damit befaßt?

    • Roland - 4. Februar 2012

      @ Kristof

      Marx sprach von der “Überakkumulation des Kapitals” und verstand darunter ein Vorauseilen der Kapazitäten über die kaufkräftige Nachfrage. Ist dieser Kapazitätsaufbau weit genug vorausgelaufen, dann rummst es erst gewaltig und endet schließlich in einem Krach.

      Die Schiffbau-Industrie wird schon in Kürze ein “Rummser” werden. Ob es insgesamt zum Krach kommt, müssen wir noch sehen.
      Merkel und Sarkozy geben sich jedenfalls große Mühe, dass es wirklich dazu kommt.

      • Weltenbrand - 4. Februar 2012

        @ Roland
        Die von Kistrof erwähnte “Allokationskrise” bezieht sich auf den zweiten Band des “Kapitals” und erklärt Produktionsstockungen, wogegen die von Dir erwähnte “Überakkumulation von Kapital” im dritten Band des “Kapitals” abgehandelt wird, und in ihrer letzten Konsequenz, nämlich die “absolute Überakkumulation”, vielmehr die “Akkumulationsschranke” des Kapitals aufzeigt. Die “Allokationskrise” ergibt sich, laut Marx, durch die “Anarchie des Marktes” alias “Anarchie der Konkurrenz”, d.h., Geldkapital strömt als Anlage dort hin, wo es die höchsten Renditen verspricht. Im zweiten Band des “Kapitals” unterteilt Marx dabei die Produktion in zwei “Abteilungen”, und zwar “Abteilung I”, die Produktionsmittelindustrie, und “Abteilung II”, die Konsumtionsmittelindustrie. Besagte “Anarchie” kann nun dazu führen, dass es in einem Bereich zu einer unzureichenden Kapitalanlage kommt und infolgedessen gewisse Güter in nicht ausreichendem Umfang produziert werden; der Topf sozusagen nicht zu seinem Deckel kommt. Der Staatskapitalismus des so genannten “Sozialismus” versuchte diese Stockungen zu vermeiden, indem eben diese “Anarchie” durch zentrale Planung ausgeschaltet wurde – sozusagen das Paradoxon eines “geplanten Marktes”, da ja die basalen Formen wie “abstrakte Arbeit”, “Kapital”, “Ware”, “Geld”, “Verwertung”, “Staat”, “Markt” u.ä. beibehalten wurden.

        Die “Überakkumulation von Kapital” kann zwar eine “Allokationskrise” beinhalten, zielt im Wesentlichen jedoch auf die “Verwertungsschranke des Kapitals”. Landläufig wird diese “Überakkumulation” “Überkapazität” genannt und führt immer wieder, wie von Dir richtig beschrieben,. zu “Entwertungskrächen”. In säkularer Sicht der konkurrenzinduzierten Produktivkraftentwicklung werden in deren Verlauf zunehmend alle Produktionssektoren derartig produktiv, dass schlussendlich jedwede “Erweiterungsinvestitionen”, egal in welchem Sektor, schlicht und ergreifend “unrentabel” sind – und das auf ewig auch bleiben. Dieses Stadium nennt Marx “absolute Überakkumulation” und bedeutet die finale “Akkumulationsunfähigkeit des Kapitals”, bei Marx unter der “Inneren Schranke des Kapitals” firmierend.

        Und “wir” haben doch tatsächlich das “Glück”, Zeugen dieses “Stadiums” zu sein – des Endes der auf der “Verwertung des Werts” beruhenden “kapitalistischen Produktionsweise” alias “Marktwirtschaft”. Die seit Einsetzen der Dritten Industriellen Revolution durch die größte Wechselreiterei aller Zeiten alias Kreditgeld-Blasenökonomie nun über dreißig Jahre gelaufene “Kapitalisierung der Zukunft” und die mit dieser einhergehenden Schimäre des “Jobless Growth” werden im ultimativen Kollaps der Produktion und somit auch der Reproduktion enden.

  • Auenland - 4. Februar 2012

    Wie immer hervorragende Arbeit.

    Am entlarvendsten finde ich aber gar nicht die statistischen Verdrehungen.
    Am entlarvendsten finde ich, daß es keinen einzigen Wirtschaftssender in unserem Regime gibt, der diese Daten der Regierung hinterfrägt.
    Da gibt es keine Reportage, keine Intervies von Verantwortlichen Beamten, von Politikern nichts.

    Ich behaupte: dieses System ist viel schlimmer als ein offen totalitäres. Denn ein offen totalitäres verstehen die Menschen. Jeder weiß woran er ist.
    In diesem Regime aber fühlen sich die meisten bestens informiert und frei.
    Und das macht es unangreifbar.

    • Weltenbrand - 4. Februar 2012

      @ Auenland

      “Und das macht es unangreifbar.” – Doch – das “Automatische Sujekt” greift an, denn es gebietet: “Rentabel oder tot!”

      • Weltenbrand - 4. Februar 2012

        soll heißen “Automatisches Subjekt”

  • C.A.Wittke - 4. Februar 2012

    Und es wundert sich auch der Biderman.

    • Roland - 4. Februar 2012

      Danke, interessanter link.

      Bidermann geht auf Basis von Steuerzahlern davon aus, dass der Aufbau von Beschäftigung im Dezember 2011 etwa 38.000 betrug und im Januar 2012 etwa 45.000 (saisonbereinigt).

      Dass Obama auch bei Wirtschaftsdaten der Hampelmann der Wallstreet ist, wundert nicht, wenn man seine gebrochenen Wahlversprechen anschaut. Von Drohnenkrieg bis Guantanamo.
      Das US-Regierungs-System ist völlig krank.

  • der-oekonomiker - 4. Februar 2012

    Wieder eine tolle Arbeit des Verfassers. Leider kümmert das Thema keine 1% der Deutschen. Die stecken lieber den Kopf in den Sand (… und knirschen irgendwann mit den Zähnen). Nach meinen Erfahrungen aus wirklich vielen Gesprächen kümmert sich bei den Deutschen immer noch der “Bankbeamte” von Sparkasse/Volksbank um ihr Geld. Vereinzelt auch der Steuerberater oder Versicherungsvertreter. Scheint irgendwie genetisch bedingt zu sein. Selbst wenn die Betroffenen gut ausgebildet sind und wenn es um viel Geld geht. Die Ergebnisse sind teilweise haarsträubend. Egal, nur nicht selbst nachdenken müssen …
    Zu den Artikeln in den deutschsprachigen “Leitmedien” zu der Entwicklung des US-Arbeitsmarktes fällt mir nur ein Zitat von Heinrich von Kleist ein: “Journalistik ist die Kunst, das Volk glauben zu machen, was die Regierung für gut findet”.

    • Ert - 4. Februar 2012

      ich habe in der Familie sogar teilweise Berichterstattungsverbot – man will nur gute Nachrichten hören, weil die schlechten einen so runterziehen.

      Aber es geht noch absurder: Weil keine Kohle mehr da ist werden die Versicherungsleistungen einer LV gekündigt, für den Sparanteil wird aber weiter eingezahlt!

      Zumindest sind diese Personen dann ehrlich: Ich will mir keine negativen Gedanken machen. Da wird dann eben auch nur eine “Absicherung für den “Gutfall” gemacht – so absurd das auch klingen mag.

      • Lothar - 4. Februar 2012

        Hey Ert, das klingt ja schon Thai maessig – gibts da irgenwelche Familienbanden nach Sued-Ost Asien. Ich hab das dort bei meinen Kontakten immer gehoert, Versicherungen schliesst man ja sowieso erst ab wenn wann genau weiss wie man sie bescheissen wird und bei der Krankenversicherung bekam ich immer die Antwort.

        Ach dann wuerde ich ja jeden Monat daran erinnert werden das ich krank werden kann – das will ich nicht, zuviel Nachdenken sorgt nur fuer Kopfschmerzen. Also keine KV und im Ernstfall kommt die Widergeburt halt ein bisschen frueher. Naja seit Thailand dann 2004 die kostenlose Grundversorgung fuer alle eingefuehrt hat hat es sich etwas geaendert…

  • Klaus - 4. Februar 2012

    Großartige Fleißarbeit von Steffen.
    Meinem Vorposter muss ich recht geben. Kein einziges Großmedium, ob Print, Online oder TV, schlüsselt diese Meldung auf. Aus Ignoranz oder weil die Mittel dazu fehlen? Oder wohlmöglich damit der Tenor der Nachricht schön positiv bleibt? Wirtschaft ist ja vor allem Psychologie.

    Jeder von uns Lesern sollte andere dazu ermuntern sich umfassender zu informieren, als nur die Artikel der Leitmedien als der Weisheit letzter Schluss zu akzeptieren. “Oft ist ja das Gegenteil einer Wahrheit eine andere Wahrheit” (Nils Bohr).

    Diese Seite ist so ein Musterbeispiel für gründliche Recherche. Absolut empfehlenswert.

  • M.E. - 4. Februar 2012

    Dieses Jahr wird noch sehr turbulent.
    Mit einer Wahrscheinlichkeit größer als 50% wird Israel den Iran im Zeitraum April bis Juni angreifen. Das würde die Ölpreise dramatisch in die Höhe treiben. Mit oder ohne Blockierung der Straße von Hormouz.
    Die Wahrscheinlichkeit einer ungeordneten griechischen Staatspleite im März schätze ich ebenfalls mit einer Wahrscheinlichkeit größer als 50% ein. Die sich mittlerweile im Wahlkampf befindenden Parteien der griechischen Regierungskoalition signalisieren, dass sie auf die Forderungen der Troika nach dramatischen Lohnsenkungen nicht eingehen werden. Die privaten Investoren werden den freiwilligen Schuldenschnitt so lange hinauszögern, bis klar ist, ob die Hilfsgelder von 130 oder 145 Milliarden fließen. Fließen die nicht, tritt auch der Bankenverband von der Zusage eines freiwilligen Schuldenschnitts zurück. Außerdem sind überhaupt nur 75% der privaten Besitzer von Gliechenlandbonds zu dem 50%-Schuldenschnitt bereit, der ja ohnehin vollkommen unzureichend ist.
    Ein ungeordneter Bankrott Griechenlands würde das CDS-Casino wahrscheinlich an den Rand des Zusammenbruchs führen.

    Nur eines dieser beiden Großereignisse würde die Situation für die Weltwirtschaft und die Finanzwirtschaft völlig verändern. Dieses völlig gestresste System verträgt keine größeren Schocks mehr, ohne nicht insgesamt völlig instabil zu werden.

  • Eurelios - 4. Februar 2012

    @ M.E.

    Mit einer Wahrscheinlichkeit größer als 50% wird Israel den Iran im Zeitraum April bis Juni angreifen.

    Da bist du nicht alleine mit deiner Einschätzung. Siehe:

    http://www.tagesspiegel.de/politik/zuspitzung-im-atomstreit-chamenei-warnt-westen-vor-militaerschlag-gegen-iran/6145684.html

  • Mark - 4. Februar 2012

    @M.E

    Sie sind schon ein Dauerpessimist oder? Bei Ihnen habe ich das Gefühl das sich geradezu an einer wirtschaftlicher Katastrophe oder Krieg (Iran ) massivst erfreuen würden.Seid Jahren halten Sie unzählige Prognosen die an Pessimus kaum zu toppen sind.Ein echter Untergangsprophet ala Celente, Marc Faber und Co.

    Einigen Ihrer Prognosen seid Jahren:
    Zusammenbruch der US Banken bez. totaler Bankrott ( NICHT EINGETROFFEN)
    Die Hyperinflation ( NICHT EINGETROFFEN)
    Der Zusammenbruch des Kreditmarktes US (Visa,etc) (NICHT EINGETROFFEN)
    Zusammenbruch des EUROs.(NICHT EINGETROFFEN)
    etc, etc, etc, etc….

    Seid Beginn der Krise in den Staaten (Subrimekrise ) die 2007 begonnen hat sind nun schon ewige 5 JAHREN vergangen, 5Jahren Herr M.E ohne einen Zusammenbruch der USA die soviele so gerne sehen würden.

    Zu den Arbeitslosenzahlen, fällt die Statistik eines Monats schlecht aus und steigt die US Arbeitsquote wird an dieser Statistik nicht gerüttelt, fällt die Statistik positiv aus wird es sofort als Betrug abgestempelt.

    Ich war dieses Jahr mehrere Monaten in den Staaten begonnen in NY City über Ilinois ,Denver ,Kansas,Montana bis nach Kalifornien, die Statistiken sind das Eine, die Realität das Andere,ich konnte in diesen 6 Monaten eine Menge US Bürger kennenlernen und das Befinden dieser Bürger ist weitaus weniger dramatisch als es zb. der Spiegel, die Zeit mit den erbärmlichen Ortschaften aus Ghettos wiederspiegeln möchten, diese Ortschaften gabs es auch schon vor 30 Jahren und schon damals waren diese Ortschaften trostlos.

    Im Vergleich USA vs Ländern in Europa wie zb Spanien, Griechenland, Rumänien, Bulgarien wirkt die USA nahezu auf höchsten Niveau was die wirtschaftliche Stärke angeht,Sie müssen nicht in die USA reisen um endloses Elend zu besichtigen, diese sind wenige Kilometer von Ihrer Grenze weitaus mehr tragischer als die US Staaten.

    Die USA ist trotz der starken Rezession und schwierigem Umfeld immer noch ein Magnet für hochqualifzierte Menschen aus aller Welt,ich stimme Ihnen zu die beste Zeit hat die USA momentan hinter sich, aber dieses riesige Land mit dem unglaublichen Rohstoffvorkommen abzuschreiben wäre mehr als nur ein fataler Fehler.

  • Olecton - 4. Februar 2012

    Das ein Krieg ausbrechen wird ( Isreal vs Iran ), auch wenn die Zeichen dafür “leider” günstig stehen, denke ich nicht.

    Die Aussichten für die weltweite Wirtschaft wären aber sicherlich nicht ohne Folgen bleiben, das ist dann klar.

    Trotz allen negativen Meldungen, vielleicht steckt dahinter auch nur Absicht, um Angst zu verbreiten. Eine Kettenreaktion – Russland, China oder Nordkorea im worst case -halte ebenfalls nicht für gegeben.

  • Dieter Maisch - 4. Februar 2012

    Dass der DAX weiterhin kräftig steigt, zeigt doch an, dass die Wirtschaft auf Erholungskurs ist – wir dies aber erst in 6 Monaten merken werden.

    Denn die Indizes zeigen eine Erholung lange vorher an. So kennen wir es aus der Vergangenheit.

    Von daher ist der Pessimismus hier schon verblüffend.

    • Querschuss - 4. Februar 2012

      Hallo Dieter,
      der Dax ist vor allem liquiditätsgetrieben und muss nicht eine Wirtschaft auf Erholungskurs anzeigen. Schon was von LTRO und Bilanzausweitung der EZB gehört? Das Bankensystem wurde mit Liquidität geflutet, Zinssätze sind historisch niedrig, es herrscht Anlagenotstand, dies treibt den Dax , ob das auch die Realwirtschaft antreibt bleibt abzuwarten. Meiner Meinung geht es realwirtschaftlich abwärts. Aber wir werden es erleben, wer mit seiner Einschätzung der Lage besser liegt.

      Gruß Steffen

      • Ert - 4. Februar 2012

        @Querschuss: Danke für diesen Kommentar.

        Rein Überlebensgetrieben frage ich mich ob es einen Punkt geben wird, wo die Liquidität aus diesen Märkten abgezogen wird. Oder wird die FED und die EZB aufstocken bis zum bitteren Ende?

        Meine meine, wenn irgendwann mal die Liqui entfernt werden sollte – oder nicht mehr aufgestockt wird – dann fällt doch das ganze Kartenhaus in sich zusammen…. Aktuell passt die Liqui-Spritze jedenfalls ins Bild. Wird GR aus der Eurozone entfernt (Sie auch hier: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,813358,00.html), dann braucht das Bankensystem kurzfristig massiv Liquidität wegen dem ganzen Derivatequatsch.

  • der-oekonomiker - 4. Februar 2012

    @ an alle Optimisten hier: Erfreut Euch weiter an den vielen guten Nachrichten. Erst am Ende wird abgerechnet. Dann werden die 99% Optimisten reichlich blöd aus der Wäsche gucken, oder der 1% Rest. Ich bin da ganz entspannt, obwohl ich zu dem 1% gehöre.

    @ Mark: Ich kenne die USA seit 1987 und rede bei jedem Besuch mit den Menschen und beobachte sehr genau, was sich auch sonst so verändert. Menschen, die ich näher kenne, sprechen über ihre Ängste, was alles schief läuft, wie sich die Dinge verschlechtern, Wut oder Enttäuschung über Obama, usw. Wenn ich mit den “Amtsträgern” rede, dann höre ich ungebrochenen Optimismus, Way of Life, make money, etc. Die alten Klischees eben. Die Wirklichkeit sieht anders aus. Sicherlich gibt es noch Regionen, wo sich die Menschen mehr wehren als anderswo. Wenn sich aber Mitte 2011 auf 60.000 Jobs bei MacDonalds rund 1 Mio. Menschen bewerben, dann halte ich das für ein klares Zeichen.
    Natürlich muss man die USA (noch) nicht abschreiben. Aber der Vergleich mit dem alten Rom ist längst erlaubt. Trotzdem: Es sind nicht die dauergepriesenen BRIC-Staaten, die den weltwirtschaftlichen Karren aus dem Dreck ziehen. Wahrscheinlich muss noch einmal Amerika ran. Der Zeitpunkt dafür ist aber noch nicht gekommen. Churchill hat einmal gesagt: “Amerika wird es immer richtig machen, aber erst nachdem alle anderen Optionen ausgeschöpft sind.” Hoffentlich …

  • M.E. - 4. Februar 2012

    Hallo Mark,
    ich habe nicht das geringste Interesse an negativen Entwicklungen. Ich habe eine Firma, die nur dann gedeiht, wenn die allgemeine wirtschaftliche und geopolitische Lage möglichst gut ist.
    Und auch für meine Kinder und Enkel wünsche ich mir eine Welt ohne große Probleme.
    Anerderseits habe ich in meinem Leben gelernt, dass sich die Realität oft nicht nach meinen Wünschen richtet.
    Inhaltlich bist Du ja leider nicht auf meine beiden zur Diskussion gestellten Punkte eingegangen. Nur allgemeine persönliche Angriffe, ohne dass ich Dich angegriffen hätte.
    Schade.

    • Weltenbrand - 5. Februar 2012

      Ihr Privatinteresse ist dem “Automatischen Subjekt” vollkommen egal. Da die heilige “Profitabilität” der tollen “Marktwirtschaft” seit über dreißig Jahren ohnehin nur noch durch die “Kapitalisierung der Zukunft” ,d.h., ” Vorwegnahme zukünftiger Gewinne” per Wechselreiterei, sprich: Kreditgeld-Blasenökonomie, simuliert wurde, wird das “oder” des stummen Apriori der Verwertungsveranstaltung die globale Perspektive sein, nämlich: Rentabel oder tot.

      Dumm gelaufen für diejenigen, die so was wie “Familie” haben – genauso wie sich auch das begriffslos beschworene “Eigentum” (groteskes Hirngespinst angesichts globalisierter Arbeitsteilung) als Schimäre outen wird. Das einzige “Eigene” was mensch bald noch bleibt, ist der EIGENE Tod.

      Mit aufrichtiger Schadenfreude und
      Endzeitgigatodgruß

      weltenbrand

  • M.E. - 4. Februar 2012

    Hallo Mark,
    da kannst Du ja dem Herrn Juncker auch gleich ein paar giftige Kommentare schicken.
    Der teilt anscheinend meine Einschätzung zu Griechenland:

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,813358,00.html

  • King Balance - 5. Februar 2012

    Horst Köhler, damals Finanzstaatssekretär, April 1992
    “Es wird nicht so sein, dass der Süden bei den sogenannten reichen Ländern abkassiert. Dann nämlich würde Europa auseinanderfallen. Es gibt eine ‘no bail out rule’. Das heißt, wenn sich ein Land durch eigenes Verhalten hohe Defizite zulegt, dann ist weder die Gemeinschaft noch ein Mitgliedstaat verpflichtet, diesem Land zu helfen.”

    Hermann Otto Solms, FDP-Finanzexperte, Oktober 1995
    “Die neue Währung wird nur dann stabil sein, wenn die klar definierten Stabilitätsmerkmale auf Dauer gelten. Eine funktionstüchtige Währungsunion benötigt eine regelmäßig und verpflichtend abgestimmte Finanzpolitik.”

    Hans Tietmeyer, früherer Bundesbankchef, Dezember 2006
    “Die EZB würde problematisch handeln, wenn sie auf die Interessen einzelner Länder einginge. Das wäre, wie wenn die Bundesbank früher auf die Situation einzelner Bundesländer geschaut hätte.”

    Jean-Claude Trichet, ehemaliger EZB-Präsident, Januar 2010
    “Keine Regierung und kein Staat könnten eine spezielle Behandlung erwarten. Die Notenbank wird ihre Prinzipien nicht ändern, nur weil die Staatsanleihen eines Mitgliedslandes die entsprechenden Kriterien nicht mehr erfüllen.”

    Demokrat vs. Demokratte!
    Richard Sulik trifft auf EU-Parlamentspräsidenten Martin Schulz (SPD)

    “Nie haben die Massen nach Wahrheit gedürstet. Von den Tatsachen, die ihnen missfallen, wenden sie sich ab und ziehen es vor, den Irrtum zu vergöttern, wenn er sie zu verführen vermag. Wer sie zu täuschen versteht, wird leicht ihr Herr, wer sie aufzuklären sucht stets ihr Opfer.” -Gustav Le Bon

  • Dr. Gonzo - 5. Februar 2012

    Hallo,

    ich möchte mich für die mögliche Redundanz entschuldigen, falls schon darauf hingewiesen wurde, aber Paul Krugman hat heute auf einen Beitrag verlinkt, der sich kritisch u.a. mit der Statsitik-Kritik von Zerohedge auseinandersetzt und behauptet, “That The 1.2 Million Number Is Based On A Misreading Of The Jobs Report”:

    http://mediamatters.org/research/201202030017?newsref=www.eschatonblog.com

    Ich selber blicke da auf die Schnelle nicht so ganz durch, was meint ihr?

    Gruß

  • veronicamars - 6. Februar 2012

    Zu den Börsentreibenden ADP-Stellenaufbau bzw. Challenger Reports …

    Wie werden Pensionierungen im Stellenaufbau berücksichtigt.
    (zB 200.000 Pensionierungen, sind das dann 200.000 “neue Stellen” ?)

    So im Detial hab ich mir die Datengrundlage nicht angesehen, aber es gibt bestimmt einen der das hat …

  • khaproperty - 6. Februar 2012

    Gut, daß es sich langsam herumspricht, daß offizelle Stellen in USA die Zahlen fleißig manipulieren.
    Sogar in Deutschland begreift der eine oder andere endlich, daß diese ewig strichverlängernde Denke der albernen Optimisten ein ziehmlicher Schwachsinn ist.
    Dennoch treibt es die Märkte nach pawlowscher Manier weiter nach Norden.
    Um so tiefer ist der Fall, wenn auch die Masse der sheep beginnt, den Großinvetsoren nachzueifern und verkauft. Letztere blasen mit opm bei solchen Gelegenheiten wie diesen die Assets auf, um parrallel dazu mit dem eigenen Geld auszusteigen.
    Den Letzten beißen – wie immer – die Hunde.

  • Medley - 6. Februar 2012

    Prima Statistiken, nur leider werden die Zahlen, bzw. die Zeitreihen in keinster Weise dazu linear mit der US-Bevölkerungsentwicklung in Zusammenhang gebracht .Da müsste der Herr Blockchef mal kräftig nachbessern, find’ ich.

    Schön zum Beispiel, dass schon Anfang der 80ziger etliche Quartale von der Wirtschaft mehr als 400000 Stellen geschaffen wurden. Weniger schön, dass dies heutzutage nicht 600000 oder 800000 oder mehr Stellen sind, wo doch die Bevölkerung in den letzten 30 Jahren von ca. 240 Mill. auf aktuell rund 320Mill. Einwohner angewachsen ist. Also um rund 80 Millionen Menschen und damit um gut 25% mehr US-Staatsbürger. 1940 arbeiteten ca. 16 Millionen Menschen im verarbeitenden Gewerbe. Im Jahr 2012 waren das ca. 12 Millonen, Nuuuuuur, 1940 hatte die USA rund 140 Mill. Einwohner und 2012 ca. 320 Millionen. Undsoweiterundsofortundsoweiterundsofort. Das muss man bei der Betrachtung und bei der anschließenden Analyse doch unbedingt mitberücksichtigen!!!

    • Querschuss - 6. Februar 2012

      Hallo Medley,
      also ich sehe vier Charts welche einen Bezug zur Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter haben, Nr. 2 das Civilian Participation Rate, Nr. 3 das Civilian Employment-Population Ratio, Nr. 4 die Summe aus Civilian Labor Force und Not in Labor Force, also alle Erwerbsfähigen ab 16 Jahre, zu den Beschäftigtenzahlen im Vergleich zum Vorjahresmonat und Nr. 5 die Entwicklung der erwerbsfähigen Bevölkerung ab 16 Jahre Civilian Noninstitutional Population) und der Beschäftigtenzahlen in Millionen.

      Die Civilian Noninstitutional Population die Erwerbsfähigen ab 16 Jahren mit 242,269 Millionen im Januar ist eine entscheidende Größe und mehrfach im Bezug. Im weitesten Sinne auch noch ein weiterer entscheidender, Not in Labor Force, die Erwerbsfähigen ab 16 Jahren die dem Arbeitsmarkt angeblich nicht zur Verfügung stehen.

      Die Einwohnerzahl kann man natürlich auch nehmen, aber die im erwerbsfähigen Alter sind wohl relevanter.

      Gruß Steffen

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