Neues Tief beim FTSE Athex Banks
Heute schmierte der griechische Bankenindex auf ein neues Tief. Es ging um -9,37% abwärts, auf nur noch 247,51 Indexpunkte. Trotz allen Einsatzes der griechischen Notenbank, einer Kreditgewährung von 74,804 Mrd. Euro über Hauptrefinanzierungsgeschäfte und längerfristige Refinanzierungsgeschäfte und eines direkten Aufkaufs von faulen Krediten (darunter griechische Staatsanleihen) in Höhe von 51,588 Mrd. Euro, das griechische Bankensystem ist unrettbar bankrott, da hilft auch nicht frische Liquidität! Die Marktkapitalisierung der neun größten Banken in Griechenland liegt bei nur noch 3,181 Mrd. Euro.
Die Entwicklung des FTSE ATHEX Banks seit Januar 2006 im Chart. Der griechische Bankenindex sank bereits gestern um -9,37% zum Vortag auf ein neues Tief, mit 247,51 Indexpunkten. Zum letzten Hoch am 06.11.2007 mit 7758,07 Indexpunkten verlor der FTSE ATHEX Banks satte -96,81%.
Die Marktkapitalisierung der 9 größten griechischen Banken im FTSE ATHEX Banks Index sank heute auf schlappe 3,181 Mrd. Euro und der extrem niedrige Stand zeigt weiter die bereits de facto Insolvenz des griechischen Bankensystems an. Noch beim letzten Hoch am 06.11.2007 betrug die Marktkapitalisierung voluminöse 99,83 Mrd. Euro!
Die erbärmlichen Aktienkurse der 9 größten griechischen Banken, der prozentuale Einbruch zum Vortag und die Marktkapitalisierung in Euro in der aktuellen Tabelle.
Die Entwicklung der Total Assets und damit der Bilanzsumme der griechischen Monetary Financial Institutions (MFIs) seit März 1998 im Chart. Die Bilanzsumme der griechischen Finanzinstitute ist von 183,480 Mrd. Euro im März 1998, auf 649,062 Mrd. Euro im Oktober 2011 gestiegen. Diese exzessive Ausweitung und mehr als Verdreifachung der Bilanzsumme der griechischen Banken seit März 1998, ging einher, ohne das die Leistungsfähigkeit der Wirtschaft adäquat anstieg.
Das Eigenkapital aller griechischen Banken betrug im Oktober 2011 nur 49,020 Mrd. Euro, um die potentiellen Verluste aus vergebenen Krediten, Derivaten, Staatsanleihen u.a. Finanzanlagen (alles Assets) abfedern zu können. Immer noch halten die griechischen Finanzinstitute 57,642 Mrd. Euro an griechischen Staatsanleihen in ihren Bilanzen. Weiterhin 250,716 Mrd. Euro an vergebenen Krediten an griechische private Haushalte und Unternehmen. Bei der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung sind die Bilanzen der griechischen Finanzinstitute hoffnungslose Fälle.
Quelle Daten: Bankofgreece.gr/Statistisches Portal
Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

Frank - 13. Dezember 2011
das neueste Interview mit Felix Zulauf. Er ist einer der besten Experten die ich kenne. Selten liegt er mit seinen Prognosen falsch.
http://www.kingworldnews.com/kingworldnews/Broadcast/Entries/2011/12/12_Felix_Zulauf_files/Felix%20Zulauf%2012%3A11%3A2011.mp3
Vom Anfang nicht abschrecken – nach 1 min spricht dann Felix Zulauf
Zulauf, ehemals Fondsmanager bei der UBS, jetzt selbstständiger schweizer Vermögensverwalter prophezeit im nächsten Jahr den Austritt von ein bis drei Ländern aus dem Euro. Dies werde fürchterliche Folgen haben … Lesen Sie selbst …
Kingsworld hat mal wieder ein Interview mit Felix Zulauf geführt … Anbei ein erster Auszug …
“I think the periphery goes into depression. When you look at a country like Greece, it’s now been in recession for three years. GDP is probably down 15% from the top. The stock market is down 90%, which is the equivalent of 1929 to 1932 in the US. This is depression-like.”
“More and more economies will fall into that situation. That creates the problem of people revolting. Right now we have new governments not elected by the voters, the citizens of those countries, but implanted as technocrats by the EU center, by Brussels. So they will be very disliked and I think you will see some revolutions starting or intensifying next year.
Then I expect next year one country, probably three, will exit the euro. That will make 2012 very interesting because there are no rules on how to exit the euro. A country exiting the euro means the next day, when they exit, their banking system is bust. That means the banking system has to be immediately nationalized in a new currency.
They introduce a new currency, they nationalize the banking system, and then, of course, the government is also bust. Then the government will default. That’s what you have to expect next year. I think Greece will do so and Portugal and Ireland are candidates also.
Then it will depend on how that crisis is managed as to whether the crisis can be turned around and terminated or whether it will intensify and drag on into 2013 and force Italy and Spain out of the Eurozone as well. (This will have the effect of) creating turmoil in the financial markets and weakening the European and most likely the world economy (even) further….
dank - 13. Dezember 2011
Warum oder wie funktionieren die Banken in GR noch?
Verstehe ich nicht – die aktuellen Kreditausfälle müssen doch eigentlich die Banken auffressen, oder? Dazu noch die Kapitalflucht und das Abheben der Gelder der Hellenen; da sollten die letzten 49,020 Mrd Euro doch bald durch sein.
sakan Weihnachtsbankenshopping in Athen entfällt dieses Jahr… sakaus
Wieso wird das einfach weiterlaufen gelassen? Gibts keine Gesetzte in GR, was die Insolvenzverschleppung betrifft?
Sitting-Bull - 13. Dezember 2011
ELA und Target2 sind die Antwort. Ja, es ist Insolvenzverschleppung.
dank - 13. Dezember 2011
Verglichen mit August (http://www.querschuesse.de/griechisches-endgame-mit-ansage/) eine weitere Halbierung.
ELA – die Notkreditlinie. Ok, aber woher bekommt dann die Liquidität, wer springt für die ELA Gelder ein? Oder tippelt da ein EZB-Mitarbeiter wieder ein paar Nullen in die Hauptdatenbank und gut?
Wissen die kleinen Leute nicht, dass sie die Konten räumen sollten oder betreiben die im GreeceTV da eine ähnliche Masche von wegen: Die Spareinlagen sind sicher und garantiert?
Bin sehr gespannt, wer kurz vor der absoluten Nulllinie und/oder beim Reset bei den Banken einsteigt und sich die Heerschar der Schuldner sichert, die es ab dann gibt.
sakan:
“Ja bitte einen deregulierten Markt, alle Schranken weg – JA.”
(Überlege dir gut, was du dir wünscht. Es könnte in Erfüllung gehen)
Keine 10 Jahre später “…ähm, ja, aber die Banken müssen gerettet werden, weil die ja wichtig sind und da sonst alle kaputt geht.” Schön über den Mainstream verbreitet – alles andere an Informationen wird so lange wie möglich zurückgehalten.
“Die Bürger würden es nicht verstehen”
Ja, Ihr Bank/Politiker-Trottel da oben macht ja nicht mal den Versuch es uns doofen Schlachtvieh zu erklären.
sakaus
Wirklich schlimm für die Griechen, für die normalen Leute – eigentlich geht es doch da gar nicht weiter und keiner kommt auf die Idee was sinnvolles zu machen: Endlich den Schlussstrich zu ziehen, damit das Land, die Griechen von vorne anfangen können. Ein wirklich übler Gedanke, aber ein “weiter so” und “wird schon” bleibt die falsche Richtung und klaut immer mehr der Zukunft.
CDS – ja, was soll das?
Brandmauern hochziehen in den EU-Länder (um alle und das gemeinsam) und endlich die Ausfallversicherungen auslösen. Unternehmen über einem bestimmten Minus-Prozentsatz müssen weg – die haben falsch gewirtschaftet. Pech gehabt.
Die Menschen sind wichtig.
Wäre der Markt so frei, wie sich das die Superhelden um 2000 wünschten, ja dann hätte sich das alles schon reguliert. Aber die Mischform mit der Option der Rettung durch die Staaten ist doch ne Lachnummer. Ein JEIN ist doch immer die schlechteste Lösung.
Geld – dieses Geld kann gar nicht systemrelevant sein.
Regierungen und Banken regulieren.
Neustart, und das ganz bewußt. Da muss eben mal wieder richtig in den oberen Etagen gearbeitet werden. Dem Crash zuvor kommen.
Länder und Bürger retten.
Roland - 13. Dezember 2011
Crash-Propheten wie Zulauf haben in Zeiten wie diesen wieder einen solchen.
Mit Umverteilung von Vermögen ist immer noch alles hinzubekommen.
Und auch sonst gibt es noch Spezialwerkzeuge im Werkzeugkasten.
Beispiel:
Die gefährlichste Bank in den USA heißt Taunus.
Taunus ist die Holdinng der Deutschen Bank (USA), die ein Geflecht von insgesamt 23.000 Beschäftigten umfasst.
Die Gruppe dreht ein schon wahnsinnig zu nennendes riesiges Rat im Devisen- und Derivategeschäft, hat aber nicht einmal eine eigene website. (warum wohl ? )
Laut US-Börsenaufsicht ist Taunus jetzt schon überschuldet und benötige bis zu 20 Mrd US Dollar frisches Eigenkapital, was weder sie noch die Mutter in D hat.
Sie wird aber einfach weiter laufen gelassen. Vielleicht nach dem Motto:
Was solls. Wenn´s auffliegt, ist die FED da.
mutzel6 - 13. Dezember 2011
Das In-Frage-Stellen der gesamten Zivilisation und Lebensweise geht an dem Problem vorbei. Keine Frage: die natürlichen Ressourcen werden uns ausgehen. Schon bald! Die Umweltverschmutzung ist katastrophal und bedroht das gesamte Leben auf dem Planeten. Alles richtig.
Aber diese Erkenntniss hilft bei der Analyse und Lösung der hier diskutierten Probleme nicht. Man muss doch “Wirtschafts- und Finanzkrise” von “Ressourcenverschwendung, Konsumverhalten und Umweltverschmutzung” trennen – wobei ich nicht meine, dass das eine nicht mit dem anderen zusammen hängt.
Dass unser Wirtschafts- und Finanzsystem nun einmal so ist, wie es ist, lässt sich im Moment nicht ändern. Aktuell ist doch aber die größte Gefahr, dass wir ohne dieses einzige System in die Steinzeit zurück katapultiert werden. Nicht dass ich befürchte auf Fernsehen oder iPhone verzichten zu müssen. Nein. Ich habe Angst zu verhungern, verdursten, erfrieren oder in einen Krieg zu ziehen.
Die ständig wiederholte Aussage, dass der Durchschnittsbürger “strunzdoof” ist und allein nach dem Motto lebt “so lange die Glotze läuft und McDonalds offen hat ist alles i.O.”, lässt ja vermuten, dass es “Andere”, “Klügere” gibt, die diese Stufe hinter ich gelassen haben. Aber: dass unser (Wirtschafts-)System nicht endlos so weiter läuft, weiß spätestens seit Kyoto, Hurrikan Katrina und Finanzkrise der größte Teil der westlichen Welt. Trotzdem ist es unmöglich, ohne dieses System zu leben. 99% der Menschen könnten sich nicht selbst versorgen, auch nicht wenn sie es wollen. Weder mit Nahrung, Unterkunft, Heizung, Wasser … eben mit den lebensnotwendigen Dingen. Und ich bezweifel, dass es auch nur einen gibt, der hier in diesem Blog schreibt/liest, für den das nicht zutrifft.
Zu welcher “Erkenntnis” sollte man also kommen, wenn man “anhält und nachdenkt”? Dass mind. 5 Milliarden Menschen zu “zu viel” hier leben? Was wäre denn die Konsequenz aus dieser Erkenntnis?
… bei sich selber anfangen die Bevölkerung zu minimieren und den Planeten zu schützen?
Wir sind nun einmal da und jeder will zumindest überleben und das noch möglichst komfortabel. Wenn wir verschwänden und der Planet wieder sich selbst überlassen ist … wem sollte das nützen? Klar, die Erde wäre wieder “Natur pur”. Wenn sie aber wegen eines Kometen in 1000 Teile zerfliegt, würde es genauso wenig interessieren, wie wenn wir die Erde zerstören. Insofern ist das “unser” Planet, und wir müssen nur für uns selbst aufpassen, dass wir nicht den Ast absägen, auf dem wir sitzen.
Dazu müssen wir kurzfristig die Wirtschafts- und Finanzkrise lösen, dann nachhaltige Ressourcen erschließen, dann die Gesellschaft umstellen, um die Ungerechtigkeit zu beseitigen. Klingt absolut unrealistisch, ja. Aber alles andere führt zu nichts, außer zu der Erkenntnis, dass demnächst Schluss sein wird mit uns. Und wie gesagt: ich würde nur ungern “untergehen”.
Dazu ist ein Umdenken erforderlich. Keine Frage. Aber die Zivilisation/Gesellschaftsform/Wirtschaftsform wird sich doch niemals ändern, aus der Erkenntnis heraus, dass sich etwas ändern muss. Das wäre wie Baron Münchhausen, der sich an den Haaren aus dem Sumpf zieht. Selbst wenn allen Menschen die Probleme bekannt wären, ändert sich ohne Druck von außen nichts. Daher ist die Annahme in meinen Augen falsch, dass die Menschen einfach zu dumm sind und/oder zu kurzfristig denken … die Menschen sind nun mal Menschen, mit eben diesen Eigenschaften.
dank - 13. Dezember 2011
“Systemkrise, Krise der Zivilisation, Krise der Einstellungen, Krise der menschlichen Entwicklung, möglicher (wahrscheinlicher?) Endpunkt einer Hochkultur (falls man den positiv besetzten Begriff Kultur auf die menschliche Entwicklung anwenden will)”
Einiges stimmt sicherlich und es ist einfach die große Keule auszupacken und alles zu zerschlagen – ist es aber sinnvoll?
Systemkrise: JA (Ist für uns neu, aber ist nichts Neues).
Was soll es denn? Wir ändern das System – das System muss sich ändern oder an sich selbst untergehen. Bei Änderung ist es auch ein neues System.
Krise der Zivilisation: NEIN
Auch wenn es unglaublich erscheint, aber jede neue Generation findet sich mit neuen Gegebenheiten sehr schnell ab – es geht weiter: Anpassung und Veränderung, sonst wären wir längst weg vom Fenster.
Krise der Einstellungen: JA
Ist das denn neu? Wieso sind wir da wo wir stehen? Weil sich die Einstellung immer weiter entwickelt hat. Und da geht es nicht um die Bewertung, dass “weiter entwickelt” = gut. Wer im geistigen Dunkel herumläuft, bewegt sich erst in eine andere Richtung, wenn er aneckt oder die Stimme eines anderen vernimmt. Das gilt für uns alle.
Krise der menschlichen Entwicklung: NEIN
Weit weg – bekommen wir erst mit immer weiter und schneller fortschreitender technologischer Entwicklung. Thema: KI und technische Komplexität im Alltagsleben.
Da ist m. E. noch ein wenig hin. Vielleicht ja auch mit einer Anpassung ala bio-technischen Schnittstelle zu lösen.
Endpunkt einer Hochkultur: NEIN (erzähle, so etwas einmal den Ureinwohnern auf den zu letzt erschlossenen Kontinenten) Es gibt immer ein danach. Das Leben lässt den Menschen keine Wahl. Auf den einzelnen bezogen: Geht er mit oder wenn nicht – ist er weg.
Das lustige ist, das diese Zivilisation weiterbestehen wird. So schlimm es auch werden kann und die Einzelschicksale werden. Es geht weiter. Nur eben anders.
Es werden sich immer wieder neue Keimzellen finden, aus denen die Erneuerung stattfindet, auch wenn wir zwischendurch noch mal in die Höhlen müssen und die Epoche länger dauert.
Die Anpassung der Systeme und Menschen macht es aus. Und es muss vorher ein Zwag dazu entstehen. Na ja – da sind wir auf einem guten Weg.
mutzel6: Richtig, richtig, richtig und wunderbar beschrieben!
dank - 13. Dezember 2011
Das heißt:
Die geistige Einstellung ist die gleiche, wie vor 20? vor 50? vor 100? vor 500? vor 2000 Jahren? Also gab es gar keinen geistigen Fortschritt?
Das impliziert, dass alle Menschen auf dem gleichen geistigen Niveau leben. Richtig?
Empfinde ich nicht so. Allein zum jetztigen Zeitpunkt gibt es unendlich viele geistige Einstellungen und Niveaus. Und da spreche ich nicht von Dummheit und Intelligenz.
Der Schlüssel zur Lösung ist schon da; nur noch das Finden und die Verbreitung fehlen; die Vielfalt ist der Schlüssel.
“Diese Zivilisation wird niemals weiterbestehen.” OT PP
Das heißt praktisch, die Menschheit ist dem Tode geweiht? Mitnichten. Auch wenn ein Weltuntergang sich für manche so gut anfühlt.
Da ich “Zivilisation” gerne mal als Synonym von Menschheit zum augenblicklichen Zeitpunkt benutze, war es so zu verstehen, dass ich nicht an den Untergang der Menschheit und aller Technik glaube.
Eine harte Zeit kann es werden, aber an einen Untergang glaube ich nicht. Rückschritte & Stagnation (wobei alles einer subjektiven Bewertung unterliegt) vielleicht – die Möglichkeit zum neuen Anlauf ist immer da – grobal try and error – Untergang nein. So mancher Rückschritt in der Geschichte hat sich später schon nur mehr als kleiner Seitwärtsschritt dargestellt.
Wird eben wieder ein wenig ausgesiebt, wer weiß – bin ich dabei, bin ichs nicht. Dem Ganzen tuts keinen Abbruch, wegen mir geht die Zivilisation nicht unter. War ich eben das falsche Los.
Die Millionen Jahre Entwicklung des Lebens und daraus auch des Menschen infrage zu stellen, halte ich nicht für die Antwort.
Was hätte denn ein Entwicklungsabbruch gleich zu Anfang gebracht – bevor sich der Mensch zum Monster für seine Umwelt entwickelt hätte?
Bevor er selbstreflektierend wurde?
Jetzt alle Menschen wegen der Fehlentwicklungen in die Wälder treiben und dann nachsehen, wer von uns noch überlebt, halte ich für falsch. Kann jeder gehen, wenn er dabei und damit an seinen eigenen richtigen Weg glaubt.
Immer erst wenn der Zwang bestand, hat sich etwas verändert, wurde eine Stufe genommen (ohne Bewertung des gut oder schlecht) – so sind wir Menschen angelegt.
Mit Engelszungen hat sich noch nie was getan.
(R)evolution in Denken UND Technik halte ich sehr wohl für die Lösung.
Propaganja - 13. Dezember 2011
Ja das hättest du gerne daß ich mich umbringe, damit ich euch nicht mehr nerven kann. ne ne.
Was wäre dann aus uns geworden? der neandertaler hat doch gar nix mit dem derzeitigen Menschen zu tun.
Falls Du fragst was geworden wäre wenn der Mensch in der Savanne geblieben wäre, dann kann ich nur sagen: Ein Lebewesen das vielleicht wie andere Lebewesen auf diesem Planeten einen Jahrmillionenlangen Zyklus vor sich gehabt hätte. So ist das eher fraglich.
Aber ich weiß worauf Du anspielen willst. Du verwechselt den menschlichen technologischen Fortschritt mit Evolution. Das kann man sehen wie man will.
Du gehst von einem positiven Kulturbegriff aus.
Du setzt die Unterdrückung, Zerstörung, den Wahnsinn, Sadismus, also menschlichen Fortschritt, mit etwas Gutem gleich.
Auch das kann man sehen wie man will.
mutzel6 - 13. Dezember 2011
Sehr philosphisch.
Praktisch ist es tatsächlich aber egal ob wir mit oder gegen die Natur handeln. Dinosaurier sind nicht wegen der Menschheit ausgestorben – zieht irgendwer den Kometen zur Verantwortung? Nein, das war Schicksal. Welche Bedeutung hat es dann, ob eine Art ausstirbt oder nicht, unterdrückt wird oder nicht?
Woher kommen denn die 2 Kategorien “Komet=natürlich=in Ordnung”; “Mensch=bewusst=böse”?
Es interessiert eigentlich keinen, außer uns selbst. Und darum ist es grundsätzlich erst einmal egal, ob wir die Atmosphäre vergiften, alles mit Atomraketen in die Luft sprengen oder Tierarten ausrotten.
Es geht nur um uns. Nur wir schaffen uns die moralischen Vorstellung, dass es falsch ist anderes Leben zu zerstören. Und die Einhaltung der selbst auferlegten moralischen Schranken können deshalb auch nur wir kontrollieren.
Womit wir wieder genau an dem Punkt sind, den ich oben beschrieb. Wir werden uns nicht vornehmen können die Gesellschaft zu ändern und ab Tag X tritt das in Kraft. Wir entwickeln uns weiter und können nur hoffen, dass unsere Anpassung (also die Änderung des Bewusstseins und der Gesellschaft in diesem Falle) schnell genug verläuft. Wenn nicht, teilen wir das Schicksal der Dinos. Das weiß ja mittlerweile jeder. Aber allein weil es jeder weiß, ist die Änderung eben noch nicht vollzogen.
Das ist die Evolution, in meinen Augen.
Es ist nicht “falsches” daran, dass wir (versuchen) zu (über)leben, egal wie, genau wie nichts “richtiges” daran ist, wenn wir untergehen.
Praktisches Beispiel:
Hätte ich die Wahl, würde ich … wie drück ich’s aus… auch auf Komfort verzichten, wenn damit die Atomkraftwerke abgeschaltet werden können. Nicht komplett verzichten auf Elektrizität (und frieren), aber meinetwegen nur 1 Stunde PC am Tag, 1 Stunde Fernsehen. So etwas in der Art (es geht nicht um die Ausgestaltung, sondern nur um das Modell). Diesem Modell würden sich z.Zt. sicher viele Menschen anschließen. Tatsächlich dazu kommen wird es aber erst wenn der Druck auf alle(60%, 80%?) Mitglieder der Gesellschaft, der aus
- Angst vor Umweltverschmutzung + Kernschmelze
- der Meinung der anderen Gesellschaftsmitglieder
besteht, groß genug ist. Solche Veränderungen kann man nicht herbeireden.
Aber ich gebe mich keinen Illusionen hin. Ich behaupte, dass ich aus Überzeugung umweltbewusster als die meisten lebe. Es ist mir auch nicht egal, dass Tierarten ausgerottet werden. Gleichwohl bin ich nicht der Meinung, dass der Mensch kein Recht hat, die Wale auszurotten – weil es ein solches Recht nicht gibt. Der Komet hatte auch kein Recht…
Wir sollten um unserer selbst willen die Umwelt schützen. Trotzdem habe ich kein schlechtes Gewissen, wenn ich in ein Steak beiße. Genau wie der Löwe kein schlechtes Gewissen hat, ein Zebra zu reißen, ein “Stück abzubeißen” und es dann lebend liegen zu lassen.
mutzel6 - 15. Dezember 2011
Ich kann nur wiederholen: Steffen spricht mir aus der Seele. Ich habs nicht so radikal ausgedrückt. Aber genau das ist der Punkt. In jeder Hinsicht.
Es würde genügen, die vorhandenen Ressourcen vernünftig und zweckentsprechend einzusetzen. Dazu müssen – das ist nach meiner Auffassung auch eine Intention des blogs – die aktuellen wirtschafts- und finanziellen Fehlentwicklungen erkannt und vermieden werden.
Natürlich lassen sich 7 Milljarden Menschen ernähren. Die Realität ist der Beweis. Trotz dass jeden Tag Tausende Tonnen Nahrungsmittel vernichtet werden. Und wir wirtschaften trotz dass ein erheblicher Teil der Rohstoffe sinnlos verbrannt wird.
Und dort liegt doch das Hauptproblem! Ein Zusammenbruch des Systems wird wahrscheinlich unvermeidbar sein. Aber hoffentlich wird im Anschluss eine geänderte Richtung (keine 180°-Wendung!) eingeschlagen.
Vielleicht wird es durch technologischen Fortschritt möglich, die endenden Rohstoffe zu ersetzen. Vielleicht gelingt es, Kernfusion alltagstauglich einsetzbar zu machen. Und vielleicht wird auch die Ungerechtigkeit und Ausbeutung von Gesellschaftsschichten, ja ganzer Völker, beseitigt.
Dafür sollten wir uns einsetzen. Die fatalistischen Vorhersagen oder gar “Hoffnungen”, dass der große Rückschlag kommt, führt doch viel eher zu dem was wir aktuell erleben. Nämlich dass sich gar nichts änder und die Menschheit mit Vollgas in den Untergang rast, wie es sich aktuell abzeichnet. Aber wem wäre damit geholfen? Wie ich schon einmal schrieb: der Natur, dem Planeten, dem Universum wär’s egal, nur eigentlich uns selbst nicht.
Das hat auch nichts mit “Zweckoptimismus” zu tun. Das ist realitätsnahe Wahrnehmung. Und es ist ja nun nicht so, dass historisch gesehen bei jedem Zusammenbruch der Zivilisation mehr Menschen als vorher “beseitigt” wurden, bzw. weniger überlebten. Das Problem der Fallhöhe haben wir so gesehen erstmals in dem Ausmaß, dass die Menschheit an sich (bzw. weltweit) gefährdet sind.
M.U. - 16. Dezember 2011
Was bei dieser Technologiedebatte oft vergessen wird ist der Aspekt, dass mir schwindenden Ressourcen auch die Innovationskraft schwindet. Patente und großartige Neuentwicklungen sind ja ebenfalls schon rückläufig. In einem von Tainters Vorträgen gibt es eine Grafik dazu. Findet man auf Youtube. Immer mehr dieser angeblichen Heilsbringer erweisen sich nach Jahren (10, 20 wenn nicht gar 30) nun als Irrweg. Alleine schon was man in den letzten paar Wochen über Solar, das E-Auto, Biotreibstoff etc. lesen konnte lässt mich nicht gerade optimistisch in die Zukunft schauen.
mutzel6 - 16. Dezember 2011
Soweit alles nicht von der Hand zu weisen.
Dass ich diese “vielleichts” in meinem Text bzw. meiner Meinung habe, drückt ja den Unterschied unserer Ansichten aus. Ich hoffe es ist verständlich geworden, dass ich nicht überzeugt bin, dass wir in Zukunft “alles besser machen werden”, aber ich habe immer noch die Hoffnung, dass es so wird.
Wenn man diese Hoffnung und die Chancen, die zweifellos noch bestehen, von vorn herein ausschließt und auch tatsächlich vom bevorstehenden absoluten Chaos und dem Untergang der Zivilisation überzeugt ist … tja, dann bleiben nicht mehr viele Optionen. Eigentlich nur noch eine, nämlich sich von der bestehenden Gesellschaft auszugrenzen, aussteigen. Und zwar mit allen Konsequenzen.
Sich in die Gesellschaft zu integrieren und gleichzeitig die Meinung haben, dass diese Gesellschaft nichts wert ist und nicht überleben kann/soll/darf … das ergibt für mich keinen Sinn.
Unsere Standpunkte sind klar geworden, denk ich. Ein Konsens lässt sich da kaum finden, egal welche Argumente vorgebracht werden. A propos Argumente, nur noch kurz: 7 Milliarden Menschen können ernährt werden. Der Wahnsinn ist doch der, dass ein Neger in … Bahrein … einen Laptop per Satellitenverbindung im Internet bestellen kann, aber es trotzdem möglich ist, dass er vor der Zustellung verhungert. Im gleichen Moment vernichtet ein deutscher Discounter 1000 Brote, weil ein Markt falsch bestellt hat. Und festzustellen, dass sich nichts ändern kann, weil die Entwicklung historisch schon immer in die falsche Richtung ging, ist kein Beweis für irgendwas. Das ist ein Indiz dafür, wie die Zukunft möglicherweise wieder ablaufen wird . Aber vielleicht …
Ansonsten: interessante Diskussion. Danke dafür, auch wenns weitab vom Griechischen Bankenindex ist.
Phil - 19. Dezember 2011
woher kommen denn die daten für grafik 1? finde die iwie nich
dank - 19. Dezember 2011
Steht unter dem Artikel – mit Verlinkung:
Quelle Daten: Bankofgreece.gr/Statistisches Portal
Phil - 19. Dezember 2011
da komm ich aber nich direkt zu den daten mit dem link..hab den schon probiert
Querschuss - 20. Dezember 2011
Hallo Phil,
einfach den Indexstand unter dem Chart anklicken, ist mit folgenden Link unterlegt: http://www.bloomberg.com/quote/ASEDTR:IND
Gruß Steffen