Niederlande: positiver Target2 Saldo sinkt um -25,117 Mrd. Euro

von am 28. März 2012 in Allgemein

Heute veröffentlichte die niederländische Zentralbank ihre Bilanz für den Monat Februar 2012, darunter auch die Forderung (Aktiva) aus Target2. Im Februar sank der positive Target2 Saldo um -25,117 Mrd. Euro zum Vormonat, auf +143,766 Mrd. Euro, nach +168,883 Mrd. Euro im Vormonat und nach +29,146 Mrd. Euro im Vorjahresmonat.

Die Entwicklung des Target2 Saldos der niederländischen Zentralbank seit Januar 1999. Der Saldo sinkt im Februar 2012, nach 6 Monaten mit einem starken Anstieg in Folge, auf +143,766 Mrd. Euro. Im Zuge des Rückganges der Target2 Forderung sinken auch die Total Assets der niederländischen Zentralbank auf 260,561 Mrd. Euro, nach 284,968 Mrd. Euro im Vormonat.

Diese Daten bergen eine gewisse Brisanz, denn erstmals sanken im Februar 2012 nun auch die positiven Target2 Salden der Niederlande (-25,117 Mrd. Euro), Luxemburgs (-5,228 Mrd. Euro) und Finnlands (-8,290 Mrd. Euro) gemeinsam! Nur die Forderungen aus Target2 der Deutschen Bundesbank (BUBA) stiegen weiter an, um +48,916 Mrd. Euro. Sollte sich dieser Trend verstetigen, dann nehmen die Risiken der BUBA nochmal beschleunigt zu:

Die Entwicklung der Target2 Salden der DNLF-Zentralbanken, seit Januar 2007 bis Februar 2012, allesamt mit einem positiven Target2 Saldo. Insgesamt ist trotz des Rückganges der Target2 Forderung in den Niederlanden, Luxemburgs und Finnlands die kumulierte Forderung der DNLF-Zentralbanken im Februar 2012 auf 834,691 Mrd. Euro angestiegen, nach 824,410 Mrd. Euro im Vormonat, Dank der sprudelnden Zentralbankgeld-Transaktionen im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr via Target2 in Richtung Deutschland.

Zuletzt im Januar 2012, für mehrere der PIIGSBF-Zentralbanken mit einem negativen Target2 Saldo liegen noch keine Daten für Februar vor, öffnete sich die Schere der Target2 Salden als Ausdruck der euopäischen Zahlungsbilanzkrise so:

Die Target2 Salden der DNLF-Zentralbanken (Deutschland, Niederlande, Luxemburg, Finnland), von Deutschland, den PIIGS (Portugal, Irland, Italien, Griechenland und Spanien) und der PIIGSBF (PIIGS inkl. Belgien und Frankreich) seit Januar 2007 bis Januar 2012 im Chart.

Nur Narren (u.a. auch die Bundesregierung) würden behaupten, alles wird gut, denn schließlich sind Target2 Salden ja nur “bloße Verrechnungsposten” um die Bilanzen wieder auszugleichen. Dies verkennt, Target2 Salden sind immer Ausdruck der Zahlungsbilanz und bilden Leistungsbilanz und Kapitalbilanz ab. Die starke Divergenz der Target2 Salden innerhalb der Eurozone ist ein klares Zeichen für eine Zahlungsbilanzkrise und nicht für nebulöse Verrechnungsposten, die Salden zeigen klar an inwieweit Zentralbankgeld die Zahlungsbilanzen der PIIGSBF-Staaten ausgleichen muss. Die Forderungen aus Target2 der BUBA sind Aktiva in der Bilanz, Vermögenswerte der Bundesbank und zugleich der größte Posten beim Auslandsvermögen der BUBA.

Die Deutsche Bundesbank selbst, definierte Target2 Salden im aktuellen Jahresbericht 2011 vom 13.03.2012 u.a. so: “Letztlich gehen die TARGET2-Salden auf Zahlungsbilanzungleichgewichte in mehreren EWU-Staaten zurück; dabei können sowohl Leistungsbilanzdefizite als auch Kapitalexporte des Privatsektors eine Rolle spielen. Diese spiegeln sich in Liquiditätsabflüssen aus diesen Ländern wider.”

Etwas verfeinert die Querschuesse-Definition: Target2 Salden sind immer Ausdruck der Zahlungsbilanz und beinhalten Leistungsbilanz und Kapitalbilanz. Vereinfacht, ein negativer Target2 Saldo kann entstehen als Differenz der Leistungsbilanzdefizite abzüglich der geringeren privaten Nettokapitalzuflüsse oder eben aus der Summe der Leistungsbilanzdefizite zuzüglich der privaten Nettokapitalabflüsse (Kapitalflucht). Der positive Target2 Saldo ist das Pendant dazu, die Differenz der Leistungsbilanzüberschüsse abzüglich der geringeren privaten Nettokapitalabflüsse oder eben als Summe der Leistungsbilanzüberschüsse zuzüglich der privaten Nettokapitalzuflüsse. Bei einem Leistungsbilanzdefizit das dem privaten Kapitalzufluss entspricht oder einem Leistungsbilanzüberschuss dem ein adäquater privater Nettokapitalabfluss entgegensteht, gibt es keine Target2 Salden.

Reloaded: Target2 – zeigt die Zahlungsbilanzkrise in der Eurozone

immer alle verfügbaren aktuellen Target2 Salden mit Charts unter: Querschuesse.de/Target2 Salden

Quelle Daten: Statistics.dnb.nl/Tables domestic MFI-statistics (monetary)

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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18 KommentareKommentieren

  • 123 - 28. März 2012

    Naja, die Niederlande schrumpfen (ist ja echt ein blöder Kalauer) bzw. ihre Wirtschaft. Wär spannend zu sehen ob das an sinkenden Exporten und damit niedrigeren Überschüssen liegt. Aber dafür hab ich jetzt leider keine empirischen Daten, von daher reine Spekulation.
    Aber diese sich andeutende Trendumkehr zeigt, dass auch die bisherigen Profiteure des Ungleichgewichts in EU und EURO-Raum allmählich ziemlich Probleme kriegen. Österreich galt ja auch lange als Teil des ökonomischen Nordens innerhalb der EU, aber wenn sich die Krise in Ungarn richtig zuspitzt, dann ist es damit definitiv vorbei.

    • Querschuss - 28. März 2012

      Hallo 123,
      zuletzt im Januar lag das Exportvolumen bei Waren und Gütern nahe dem Allzeithoch mit 35,269 Mrd. Euro und der Handelsbilanzüberschuss bei +4,074 Mrd. Euro. Selbst wenn der Export und auch der Überschuss im Februar gesunken sein sollte, dies kann nicht den schrumpfenden positiven Target2 Saldo von -25,117 Mrd. Euro erklären.

      Gruß Steffen

      • Stefan Vogel - 28. März 2012

        Hallo Steffen,

        ich denke das liegt an den Bilanzposten (Passiva im Wochenausweis) 5.1 Einlagen von öffentlichen Haushalten. Hier denke ich, dass man TARGET2 kurzzeitig “wegbuchen” kann.

        Im Aktiva scheint das teilweise mit Posten 3 Forderungen in Fremdwährung an Ansässige im Euro-Währungsgebiet zu korrelieren.

        Hatte das aber schon mal geschrieben.

        Die Niederland hat die ING Bank, vielleicht läuft auch da was.

        Gruss

        Stefan

        • Bernd Rickert - 28. März 2012

          Verständnisfrage

          Kann man die Entwicklung der Salden von Aug.8 bis Okt.8 genauso erklären oder gab es ein besonderes Ereignis ? Da sieht es ja ziemlich verwirrend aus.

          • Stefan Vogel - 28. März 2012

            Ja da kann man was sehen, mir war das auch schon aufgefallen. Hoffe Du meinst 2008.

            Hier die Daten (Aktiva 3) Jahr 2008

            22.08. 26.09 24.10

            58425 103153 198860

            5 Passiv sieht so aus

            51433 55430 120258

            Habe schon ein paar Wochenberichte in eine Tabelle eingetragen. Ich koennte Die auch mal zuschicken (hat leider ein paar kleine Fehler).

            Leider verstehe ich die ganze Bilanzierung der EZB nicht richtig.

            Gruss

            Stefan

          • Stefan Vogel - 28. März 2012

            Alles in Millionen

          • Bernd Rickert - 28. März 2012

            Hallo,

            Für einen einfachen Fehler in der Buchhaltung ist die Differnenz zwischen Aktiva (260 Mia) und Passiva (120 Mia) viel zu gross. Vielleicht ist es ja ein Fehler bei der Dateneingabe, was ich mir jedoch kaum vorstellen kann.
            Bei den Wochenberichten würde ich ohne Einarbeitung sowieso sowieso nicht durchblicken, weil ich eine selbstprogrammierte Buchhaltung mit ganz anderen Kontonummern benutze.
            Wenn in zwei Tagen hier keine aufklärende Antwort kommt, schreib ich mal die EZB an.

            Mit Gruss

            Bernd

          • Bernd Rickert - 29. März 2012

            Dumm, denn in dem Chart sind einige Notenbanken der Eurozone nicht berücksichtigt.

          • Stefan Vogel - 29. März 2012

            Hallo Bernd,

            nee, nee das war mit Fehler nicht gemeint. Da waren ein paar Tipfehler gemeint. Da geht bei mir die ganze Aktiva mit Passiva nicht auf.

            Die EZB (die NZBs) scheinen hier zwischen Posten schieben zu koennen. Aus der Uni Osnabrueck Target2 Tabelle habe ich die Summe gemacht (es fehlen einige und auch z.B. Polen mit möglichen positiven Saldo) und habe mir dann das EZB Target2 (ja die kann auch ein Saldo haben) ungefähr berechnet. Dann sind mir diese Posten aufgefallen, die zeitlich mit den Target2 Saldo der EZB zusammenfallen. Der Aktivposten 3 geht die Anstiege mit, aber fällt dann nicht so ab. Die ganze EZB Bilanz ist so intrasparent, mit Sonstige Forderung von fast 400 Milliarden. Da kann man Buchhalterisch alles verstecken was so unter diese Grenze fällt.

            Der Aktivposten 3 hatte Auffälligkeiten mit dem Abfall von Target2 Forderungen von Deutschland Ende letzten Jahres.

            Der Passivposten 5.1 hat auffällige Bewegungen in diesem Jahr gemacht. Kann aber leider keine Aktiva damit korrelieren.
            Hier die Werte seit 30.12 wöchentlich:

            65467 79632 76525 98807 125922 83605 84121 100466 142238 135375 134300 138933

            Wie gesagt, ich habe da schon was eingetippt, schicke das gerne per Email.
            Meine Email ist zwitschervogel und dann at web.de.

            Gruss Stefan

          • Bernd Rickert - 29. März 2012

            Hallo Stefan,

            Der besprochene Chart stellt die Saldi DNLF und PIIGSBF dar. Der Chart spiegelt keine Bilanz der Notenbanken der Eurozone insgesamt und auch nicht den zwingend ausgeglichen Bilanzposten target2 der EZB.
            Zum deinem Post schicke ich dir ein Email.

            Gruss

            Bernd

  • null Plan - 28. März 2012

    Serbien hat den IWF aus ihren Land verbannt,Symphatisch sind sie mir ja in der Angelegenheit.

    http://www.wirtschaftsblatt.at/home/international/osteuropa/serbien-setzt-den-iwf-vor-die-tuer-512580/index.do

    Ungarn ist seit Jahren am Rand der Zahlungsunfähigkeit.

  • Karsten - 28. März 2012

    Nee, das mit Serbien hat die österreichische Presse falsch verstanden. Der Innenminister sagt nur, dass er den IMF nicht mehr im Lande haben will. Das ist alles Wahlkampfgetöse. Ansonsten herrscht im Land ein großer IMF-Konsens.

    http://www.b92.net/biz/vesti/srbija.php?yyyy=2012&mm=03&dd=28&nav_id=595197

  • Benedikt - 29. März 2012

    Der IWF ist eine US dominierte Organisation. Wer nicht das macht, was die USA von einem erwarten, bekommt halt kein Geld. Die Zahlmeister des IWF sind auch die USA und ihre befreundeten Länder.
    Die USA wollen sowieso mehr zu sagen haben, aber dafür weniger zahlen.

  • Tourist - 29. März 2012

    Hallo Steffen, Target2 ist ja dank dir in aller Munde^^,

    Fragen hätte ich trotzdem noch!

    1. Wenn die positiven Target 2 Salden (Kreditgeber) auf der einen und die negativen Salden (Schuldner) auf der anderen Seite auf die Aussenhandelsungleichgewichte zurückzuführen sind, warum fielen sie dann erst ab 2007 auseinander? Die Ungelichgweichte haben schon vorher bestanden.

    2. Target 2 Fordnerungen und Traget 2 Schulden werden über die EZB abgewickelt. Wenn die BUBA Forderungen gegenüber der EZB hat, dann hat die EZB Fordenrungen gegenüber ihren Schuldnern. Meint: Diejeingen Zentralbanken mit negativen Trarget 2 salden!

    3. Das Problem von Tareget 2 ist also NICHT, das auf der einen Seite Kreditgeber und Schuldner stehen, sondern wie der Bund der Steuerzahler es sagt, dass diese Forderungen (!!!!) minderwertiger Qualtiät wären! Stimmt das?

    4. Also das ganze System ist erst DANN gefährdet, wenn die Schuldner, also die jeweiligen Zentralbanken mit negativen TARGET2 salden, eben ihre Schulden gegeüber der EZB nicht begleichen können? Diese Tilgungssume muesste ja leztlich den Gläubiger Zentralbanken zugute kommen und alles wäre Friede Freude Eierkuchen!

    5. Versteh ich also richtig, dass das Problem von TARGET2″ Salden, sich so darstellt, dass die Schuldner-Zentralbanken letztlich Zahlungsausfälle haben könnten, da sie ihr verliehendes Geld von ihren Geschäftsbanken im eigenen Land nicht zurück bekommen könnten?

    6. Also letztlich dürften die PIIGSBF diejenigen Volkswirtschaften sein (sind) mit den größten Wachstumsproblemen! Daraus folgt: Somit können die Geschäftsbanken dieser Länder in denen es negative Target2 salden gibt, auf größere Kreditausfälle “hoffen”, da sie sowieso nicht genung Geld machen, das sie an die EZB abführen können.

    Oder anders: Geschäftsbanken in Ländern, in denen es negative Target2salden gibt, sind NICHT in der Lage das Geld an ihre jeweilige Zentralbank von der sie ja Geld bekommen haben, abzuführen, damit diese das Geld widerum an die EZB abführen kann.

    7. Versteh ich also recht, dass das Problem letztlich in der Qualtität der Sicherheiten liegt? Und was gibt es besseres als eine gutfunktionierende Volkswirtschaft als Sicherheit im Nacken. Nur wenn man die zufälliger Weise gerade nicht parat stehen hat , dann sind die Sicherheiten eben minderwertiger Qualität. Oder anders: Ausallsisiken sind beunruhigend hoch!

    Gruss Tourist

    • Mark - 31. März 2012

      Frage: “warum fielen sie dann erst ab 2007 auseinander?”

      Antwort: Prof. Sinn erklärt dies damit, dass bis zum Sommer 2007 die Finanzierung der Leistungsbilanzdefizite privat erfolgte, also: durch Banken, Versicherungen, Fonds, Privatanleger. Diese verliehen ihr Geld in die maroden Länder im Vertrauen darauf, dass sie das Geld wieder zurückbekommen würden. Im Sommer 2007 kündigten sich dann die ersten Vorboten der Lehmann-Krise an, und zwar in einer “Austrocknung” des Interbanken-Marktes für die maroden Länder. Diejenigen, die bis dato ihr Geld verliehen hatten, taten das nun nicht mehr. Hier sprang das EZB-System ein mit dem Target-System.

      Frage 2: “Wenn die BUBA Forderungen gegenüber der EZB hat, dann hat die EZB Fordenrungen gegenüber ihren Schuldnern. Meint: Diejeingen Zentralbanken mit negativen Trarget 2 salden!”

      Antwort: Ja, das stimmt natürlich. Allerdings ist es eine sehr begrenzte Sichtweite, denn das zentrale Problem der Target-Salden ist deren zweifelhafte Werthaltigkeit generell und der Werthaltigkeit im Falle des Austrittes eines “Nehmerlandes” aus dem Euro. Hier besteht ein enormes Erpressungspotenzial durch die Nehmerländer! Sobald z.B. Griechenland aus dem Euroraum austritt, sind die Forderungen der EZB gegenüber der griechischen Nationalbank wohl wertos und müssten vollständig abgeschrieben werden. Gleichzeitig würde sich der deutsche Anteil an den Rettungspaketen erhöhen. Bei einem Zusammenbruch des Euro würde wohl die gesamte Target-Forderun der Bundsbank ggü. der EZB verpuffen, da es sich ja um eine Forderung gegenüber einem (dann) nicht mehr existierenden System handelt. Wer, bitteschön, soll denn dann die aktuell 550 Mrd. Euro beschaffen im Ausland, und wie? Da liegt die Bananenschale des Target-Systems.

      Frage 3: “das auf der einen Seite Kreditgeber und Schuldner stehen, sondern wie der Bund der Steuerzahler es sagt, dass diese Forderungen (!!!!) minderwertiger Qualtiät wären! Stimmt das?”

      Antwort: Ja. Letztlich ist das Kreditverhältnis nie das Problem, solange alles glatt läuft. Streß gibt es nur dann, wenn die Zahlungen ausfallen (oder drohen auszufallen). Hier rächt sich nun, dass die EZB die Qualität für die Besicherung sukzessive heruntergefahren hat. Heute wird nahezu jedes Papier aus Griechenland oder Portugal als “Sicherheit” akzeptiert, auch wenn es nur die Zeitung von vorgestern ist. Das ist ein großes Problem!

      Frage 4: “Also das ganze System ist erst DANN gefährdet, wenn die Schuldner, also die jeweiligen Zentralbanken mit negativen TARGET2 salden, eben ihre Schulden gegeüber der EZB nicht begleichen können?”

      Antwort: Ja, so ist das. Die zentrale Frage bleibt, wie die Nehmerländer überhaupt ihre Target-Schulden abbauen wollen (auch wenn sie im Euroraum verbleiben)? Aus welcher Wirtschaftsleistung sollen sie das bewerkstelligen?

      Frage 5: “Versteh ich also richtig, dass das Problem von TARGET2″ Salden, sich so darstellt, dass die Schuldner-Zentralbanken letztlich Zahlungsausfälle haben könnten, da sie ihr verliehendes Geld von ihren Geschäftsbanken im eigenen Land nicht zurück bekommen könnten?”

      Antwort: Ja, so wird das wohl sein. Wenn die Bundesbank jetzt die Forderungen glattstellen wollte, wäre das Eurosystem sofort am Ende, weil keine Nationalbank das Geld hat, um diese Forderungen zu begleichen. Und so wird halt ein sich ständig vergrössernder Überziehungskredit gewährt, im vollen Bewußtsein, dass der Schuldner pleite war, ist, und bleiben wird.

      zu Frage 6: siehe Antwort 5.

      Frage 7: “Versteh ich also recht, dass das Problem letztlich in der Qualtität der Sicherheiten liegt?”

      Antwort: Ja, wie schon gesagt, sind die Sicherheiten mehr als schlecht und fragwürdig. In der Sekunde, wo man versuchen sollte, die Werthaltigkeit der Sicherheiten einer realistischen Prüfung zu unterziehen (z.B. im Falle der Insolvenz), werden sich neue Abgründe auftun. Das wird ziemlich häßlich.

  • Tourist - 31. März 2012

    Mal die Inflations- bzw. Deflationsproblemchen beiseite gelassen, bedeutet das: Wenn die EZB Target2 auf der Stelle unterlassen würde, dann bricht auf ein und den anderen Tag der Zahlungsverkehr und damit der Aussenhandel zwischen den EU-ländern zusammen, da die NZBs untereineader nciht mehr miteinadner können. Sie können nicht weil ihre Geschäftsbanken ihre Konten stelleweise nicht decken!

    TARGET” ist also die Verschleierung der Bankenkrise!

    Hm.. danke EZB ..!!!…???

    Oder; eher mal danach suchen, warum es überhaupt soweit kommen konnte, dass es unvermeidliche Aussenhandelsdefizite bzw. überschuesse gab! DIe gabs und gibts nämlich auch ohne Euro und vor dem Euro!

    Was mich zur Feststellung zurückführt, dass – selbst mit eigenen Währungen – kein dauerhafter Ausgleich, wie es die Aussenhandelsgleichgewichtstheorie so schön ausmalt, stattfindet zwischen Ländern. ^^ Sondern es ist wohl eher die Regel, dass fortlaufend Defizite bzw. Überschuese wechselseitig aufgebaut werden. (china /USA bspw.) Ist ja auch logisch aus Sicht einer bestehenden unflexiblen produzierenden Wirtschaftsstruktur. Die kann man ja nicht mal eben umbauen, nur weil der Außenwert abkackt! Aber das ist eher so ne praktische Konsequenz des kapitalistschen Wirtschaftens. Einmal “etabliert” ist Flexibilität von “Fabrikanlagen” an Wechselkursverhältnisse ziemlich schwer, abgesehen von Tricks der Verschiebung der Zahlungseingang!

    Ist also die EZB die Ursache des Problems oder eher Herzschrittmacher des Problems?

    • Mark - 1. April 2012

      Prof. Sinn hat eine sehr gute Zusammenfassung des aktuellen Standes der Target-Problematik veröffentlicht. Bitte lesen Sie den ifo-Schnelldienst Nr. 65 (Sonderausgabe vom 21.03.2012):

      http://www.cesifo-group.de/DocDL/ifosd-2012-Sonderausgabe1-20120321-1.pdf

      • Tourist - 1. April 2012

        Lieber Mark,

        du kannst ruhig “du” sagen! Ich kenne Prof. Sinns Ansatz und ich weiss, dass seine Kririk ebenso auf den Aussenhandelsgleichgewichtsgedanken zurückuführen ist. Diesen Gleichgewichtsansatz, der, laut Theorie , immer das theoretische Marktgleichgewicht als Fixpunkt im Gepäck hat, um den Angebot und Nachfgrage sich einpendeln, halte ich für unzureichend, bzw. für falsch, um die ökonomische Realtität zu erklären!

        Das wollte ich damit sagen!

        Denn GLEICH ist in der ÖKONOMIE jeder Kauf! Ein Käufer kauft und gibt Geld an den Verkäufer! Angebot und Nachfrage sind als Kaufakrt immer GLEICH!

        Die Marktgleichgewichtstheorie setzt nun aber voraus, das alle Kaufakte UNGLEICH wären und sich um das tatsächlich GLEICHEGEWICHT bewegen würden! Dieses sogenannte – der Welt NICHT soichtbare und emprisch nicht greifbare bzw. messbare – MARKTgleichgewicht, ist der fatale Irrtum der neoliberalen Ökonomenkaste!

        Ein Gleichgewicht beudetet nur das : = Mehr nicht! etwas entspricht etwas anderem, von derselben Größe!

        Wenn der Käufer 5 Euro für ein Brot bezahlt, dann ist das Brot schlicht 5 Euro wert! Damit ist Angebot Brot und Nachfrage GLEICH! Wer sagt, dass dieser Tausch jetzt ungleich wäre? Also Teil der Geschichte ist, wo A > N ist oder umgekehrt A<N ??? Niemand! Denn der Käufer hat 5 Euro geblättert und ob dieser Preis " gerechtfertigt ist oder nicht, zu hoch oder zu niedrig, ist dabei völlig egal, denn der Kaufakt wurde als GLEiCHWERTIG vollzogen!

        Nochmal zurück zu TARGET2. Wenn es die Forderungen sind, die der Welt Sorgen machen bzw. die schlechten Sicherheiten, glaubst du (Sie), dass die Qulaität der Sicherheiten eine bessere wäre, wenn der Aussenhandel direkt über die Geschäftsbanken bzw. über die NZBs abgewickelt werden würde?

        Da mag ich mal ganz große Fragezwichen hintersetzen!

        Denn wie gesagt, Aussenhandelsgleichgewichte entstehen nicht, weil Volkswirtschaften am Boden, also "schwächer" sind als andere, sondern sie entstehen, weil export- bzw-improtorientierte Unternehmen solange kaufen und verkaufen ins bzw, vom Ausland, bis die Kasse aufhört zu klingen. Eine abkackende Volkswirtschaft ist dabei zweitrangig, (beunruhigend ja) , aber ERSTMAL zweitrangig, denn den Exporteur interssiert NUR, ob er seine Waren auch abgesetzt bekommt. Ob sein Kunde nun in einem volskwirtschaftlich rezessivem Umfeld arbeitet, ist dabei völlig egal!

        So entstehen Handelsbilanzdefizite bzw. Überschuesse! Nicht mehr und nicht weniger!

        Gruss Tourist