Portugal: PKW-Neuzulassungen im März mit -49,2%

von am 2. April 2012 in Allgemein

Für Portugal berichte heute der portugiesische Automobilverband (Associação Automovel de Portugal (ACAP)) für den Monat März 2012 die schwächsten PKW-Neuzulassungen in einem März seit Beginn der Datenreihe im Jahr 1990. Im März 2012 sanken die PKW-Neuzulassungen um -49,2% zum Vorjahresmonat auf nur noch 9’622 PKWs. Auch diese Daten aus Portugal zeugen von einer aberwitzigen Kontraktion des Konsums, die sich in einer schrumpfenden wirtschaftlichen Aktivität manifestiert.

Die Entwicklung der PKW-Neuzulassungen, jeweils aus März, seit 1990 bis 2012 im Chart. Im März 2012 brachen die PKW-Neuzulassungen um -49,2% zum Vorjahresmonat ein, auf 9’622 neu zugelassene PKWs. Zum März-Hoch, bezeichnender Weise im März 1999 mit 31’682 PKWs markiert, betrug der Einbruch unglaubliche -69,63%.

Die Entwicklung der neu zugelassenen PKWs seit Januar 1991 bis März 2012 im Chart. Im März 2012 sank die Zahl der neu zugelassenen PKWs um -49,2% zum Vorjahresmonat auf 9’622 PKWs (Vormonat Februar 6’932) und damit auf den achttiefsten Stand seit Beginn der Datenreihe im Januar 1990. Allerdings ist der März ein traditionell starker Monat bei den PKW-Neuzulassungen. Zum monatlichen Allzeithoch, welches bereits im April 1992 mit 32’914 neu zugelassenen PKWs erzielt wurde, betrug der Einbruch -70,77%. Zum langfristigen monatlichen Durchschnitt von Januar 1990 bis Dezember 2007, vor der Wirtschafts-, Finanz- und Schuldenkrise, mit 18’870 neu zugelassenen PKWs betrug der Einbruch im März 2012 kräftige -49,0%!

Diese Daten sind u.a. Beleg für eine unglaubliche Kontraktion des privaten Konsums in Portugal. Interessant an Portugal ist, dass dieses Land bereits von Anfang an, unter dem Korsett des Euro verlor, ob bei Investitionen oder Wertschöpfung. Selbst bei Konsum und Immobilien gab es keinen ausgeprägten Boom, ausgelöst durch die sinkenden Zinsen beim Euro-Beitritt, wie z.B. in Spanien. Trotzdem akkumulierte Portugal in Folge der chronischen Leistungsbilanz- und Staatshaushaltsdefizite eine enorme Auslandsverschuldung. Dazu detailliert: Desaströse detaillierte BIP Daten aus Portugal, Desasterzone 2: Portugal

Quelle Daten: Acap.pt/Acap.pt/Pressemitteilung PKW-Neuzulassungen März 2012

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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17 KommentareKommentieren

  • tarzun - 2. April 2012

    In einem der Beiträge von heute(!), fand ich ein Kommentar, in dem behauptet wird,
    die Gründungsväter der EU hätten doch wohl nur “gutes” im Sinne gehabt.

    Das ist Interpretationssache.
    Mache sich jeder sein eigenes Bild, von eventuellen Motiven eines Gründungsvaters.

    Jean Monnet (einer von zwei EU – Ehrenbürger)

    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-25655567.html

    Es gibt auch noch andere Artikel zu Herrn Monnet, durchaus kritischere….
    Danke für die glasklare Dokumentation des laufenden Wahnsinns an den Blogbetreiber…

  • thomas - 2. April 2012

    das sind unglaublich schlechte nachrichten,die du,lieber steffen uns hier so schön plastisch darstellst.
    und leider werden die übrigen/kommenden zahlen der anderen eu länder auch nicht besser sein.
    mal schaun,was der april dann so bringt

  • M.E. - 2. April 2012

    Bei Portugal und Griechenland kann man nur von einem wirtschaftlichen und sozialen Kollaps sprechen, der mehr als 95% aller Menschen dort erfasst.
    In Spanien deutet sich dieser Kollaps für die nächsten 1 bis 2 Jahre an.
    Italien gerät zumindest in eine starke Rezession. Irland ist wohl zu Unrecht aus dem Fokus der medialen Betrachtung geraten, denn die Schrumpfung des Bankensektors dort ist noch keineswegs abgeschlossen und weitere Schockwellen sind wahrscheinlich.
    Auch Frankreich ist in mancherlei Hinsicht gefährdet. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die exportgetriebene deutsche Sonderkonjunktur unter diesem Problemdruck wichtiger Handelspartnerländer einbricht. China wird weitere wirtschaftliche Turbulenzen in der für unsere Exportwirtschaft überragend wichtigen Eurozone keinesfalls mehr kompensieren können.

    Und dann ist da noch Großbritannien – zwar nicht zur Eurozone gehörend, aber das für die Zukunft wohl größte europäische Sorgenland. Und ebenfalls ein sehr wichtiges Land für deutsche Exporte.

    Von den USA und Japan ganz zu schweigen. Der Niedergang des Westens weist zunehmend Zeitraffereigenschaften auf. So sehr man diesen statistisch auch verbergen möchte.

    • titoslavija - 3. April 2012

      scheint die medien alles nicht sonderlich zu interessieren, steffen hat seit ca. 2-3 jahren immer wieder wiederholt und großartig dokumentiert, dass der sparkurs den kollaps südeuropas ausgelöst hat, den IWF(so eine sache mit dem iwf, verantwortlich für viel armut in der dritten welt, sollte man sich nicht drauf stützen, allerdings gegen medien immun) gefordert hat, wobei das einige nicht verstehen wollen oder dürfen. könnt ihr euch aussuchen^^

      http://www.welt.de/debatte/kommentare/article106147951/Sued-Europa-muss-seinen-Arbeitsmarkt-entfesseln.html

      diese habgier, die die machtmenschen deser welt antreibt, um immer menschen in die sklaverei führt, muss verurteilt werden und ich bin sicher, dass diese zeit auch einmal kommen wird.
      wen sich die zorn von milliarden von menschen entladen wird.

      • Frank Bell - 3. April 2012

        Wow, der Welt-Artikel ist mal wieder ein ganz mieser Hetzartikel.

        “Und weil der starre Arbeitsmarkt die schützt, die einmal drin sind. Und diejenigen draußen hält, die jung sind und ehrgeizig.”

        Ich war auch einmal jung ehrgeizig. Irgendwann einmal merkt man dann aber, dass nur Beziehungen einem wirklich helfen.

        Und starr ist der Arbeitsmarkt wirklich nicht. Jeder kann heute entlassen werden. Da kennen die jeweiligen Anwälte die tollsten Tricks.

    • henne - 3. April 2012

      Juup M.E.

      Für Spanien darf die Aussage bestätigit werden. Mit vielen Menschen die ich in Spanien gesprochen habe, kommt eine Zeit in der Sie keine Perspektive haben/ sehen. Vor 3 Jahren sah das ganz anders aus. Es ist sehr deprimierend, wenn man den Lauf der Krise anhand von Spanien verfolgt.

  • Frank Bell - 3. April 2012

    Zum IWF (IMF) gibt es diese Aussage von Jim Rogers, der man nichts hinzufügen muss:

    <>

  • Frank Bell - 3. April 2012

    Asked if he had any respect for the World Bank and the IMF, Rogers responded,

    “Zero….the best thing that would happen would be if we could abolish the World Bank and the IMF, they were set up in 1945 and ‘46 with very sound goals and very sound aspirations – they have far far far left behind those aspirations and goals, they’re now run by people who do little more than take care of themselves, they own pension, perks, salaries.
    If you work for the IMF and the World Bank, you have a great life.
    But they have not done much for the rest of the world. If you look at their projects you would be mortified.”

  • Grummel - 3. April 2012

    hmmm .. wenn man bedenkt das nur die Zirkulation des Geldes “Werte” schafft, also auch die beschäftigt welche schaffen…. offenbart sich hinter der Entwicklung (dem Abzug des Kommunikationsmittels Geld) wie dem strengen Sparkurs eine gewisse Boshaftigkeit… die seltsamer Weise auch dazu führt das dem immer größeren Volumen des angehäuften Geldes immer weniger Werte gegenüber stehen (und dieses so auf lange Sicht entwertet).

    Ich finde das deutet auf eine gewisse “Betriebsblindheit” oder auch Ignoranz hin … ein so gestaltetes System wird sich selbst vernichten.

  • hunsrückbauer - 3. April 2012

    wenn ich das lese wird mir angst und bang und ich hoffe, dass die Menschen in ….., bevor sie den großen Marsch nach D antreten können. Gottseidank hat der liebe Gott ein Einsehen und hat natürliche Barrieren in den Weg gesetzt.

    so müssen sich Menschen 1933 – 45 gefühlt haben, als sie feststellen mußten, dass sie den Lauf der Dinge mit friedlichen Mitteln nicht aufhalten konnten.

    • Querschuss - 3. April 2012

      Hallo Hunsrückbauer,
      Kritik ist ok. und berechtigt, aber bitte anders formulieren (sachlich, moderat), sonst verkehrt sich dein Anliegen bei etlichen Lesern ins Gegenteil. Ich habe ein paar Worte mit ….ersetzt und einen Satz gelöscht, da so ein Vergleich unpassend ist bzw. Dinge vergleicht die man nicht vergleichen kann.

      Deinen ersten Kommentar musste ich ganz löschen, da bei so vielen ……..der Text keinen Sinn mehr ergibt.

      Du kannst das besser! Danke!

      Gruß Steffen

  • Querschuss - 3. April 2012

    Hallo M.E.,
    musste deinen Kommentar einkürzen, da Hunrückbäuerleins Kommentar von mir entschärft bzw. der andere gelöscht wurde und der Bezug deines Kommentars dadurch nicht erkennbar ist. Sorry!

    Steffen

  • Thatwasthepension - 3. April 2012

    Hier bei BMW kloppen sie noch fett die Überstunden. Ein paar hundert Meter weiter ist so eine Servicefirma die für BMW die Tageszulassungen vornimmt. Auf deren Gelände stapeln sich schon fast die Karren die man nicht los wird. Da gilt wohl in D das Durchhalten bis zur ultimativen Weltkonjunktur oder wahlweise bis zum Endsieg?

    • Peter - 3. April 2012

      07.03.2012
      BMW Group mit bestem Februar-Absatz aller Zeiten

      Verkäufe steigen um 14,2% auf 127.634 Fahrzeuge
      Zweistelliges Wachstum in Amerika und Asien
      Robertson: Werden positiven Absatztrend fortsetzen

      München. Die BMW Group hat mit weltweit 127.634 (+14,2% / Vj. 111.724) verkauften Automobilen der Marken BMW, MINI und Rolls-Royce den stärksten Februar ihrer Geschichte ver-zeichnet. Insgesamt wurden seit Jahresbeginn 239.800 (Vj. 216.917) Fahrzeuge an Kunden ausgeliefert, was einem Zuwachs von +10,5% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht……

      http://www.bmwgroup.com/bmwgroup_prod/d/nav/index.html?http://www.bmwgroup.com/bmwgroup_prod/d/0_0_www_bmwgroup_com/investor_relations/corporate_news/news/2012/vertriebsmeldung_maerz_2012.html

    • Prof. Dr. von und zu Schlaumeier - 3. April 2012

      Ja, den Endsieg kann ich mir gut vorstellen.
      Die komplette Erdoberfläche asphaltiert, zugebaut, eine einzige riesige Fabrik über dessen Eingang (einen Ausgang gibts nicht) groß “Arbeit macht frei” steht, überall dampft und raucht es, tönt und scheppert, hupt und sägt es.
      Über der kompletten Erde eine riesige Kuppel die gleichzeitig ein Bildschirm ist, auf dem es überall schön blinkt und funkelt und die Werbebotschaften anstelle der Sonne, des Mondes oder der Sterne leuchten.
      Hach, welch wunderschöner Gedanke…

  • hunsrückbauer - 3. April 2012

    ok, ich hätte vieleicht dazuschreiben sollen, dass es sich um einen meiner bösartigsten zynischsten Kommentare handelt, den ich je verfaßt habe. Ohne diese Anm. hätten es tatsächlich manche in den falschen Hals kriegen können. Danke für die Korrektur und das Vertrauen.

    • Querschuss - 3. April 2012

      Hallo hunsrückbauer,
      auch wenn die Kommentare jetzt als zynisch gekennzeichnet waren, habe ich sie gelöscht, ich finde sie unangmessen und solche Vergleiche für wenig hilfreich.
      Danke fürs Verständnis.

      Gruß Steffen