Rendite griechischer 2-jähriger über 39%
“Wir haben alles Menschenmögliche getan, damit sich Griechenland sanieren kann. Es sei unser Auftrag, die Stabilität der Eurozone als ganzes zu verteidigen. Je besser wir den erfüllen, desto besser für alle Europäer und damit für alle in Deutschland” Bundesfinanzminister Schäuble anlässlich des bejubelten 1. Rettungspakets in Höhe von 110 Mrd. Euro für Griechenland vor 15 Monaten.
Soweit der Anspruch, nun zur Realität:
Die Entwicklung der Rendite 2-jähriger griechischer Staatsanleihen seit Januar 2010 im Dailychart. Heute um 14:35 Uhr liegt die Rendite bei unglaublichen 39,137%, ein neues Allzeithoch und Zeichen einer vom Markt antizipierten Staatspleite und eines totalen Versagen der europäischen Wirtschafts- und Finanzpolitik.
Die Entwicklung der Rendite 2-jähriger griechischer Staatsanleihen seit Januar 2002 im Dailychart.
Richtig ist, es wurde alles Menschenmögliche getan um eine wirtschaftlichen Abschwung zu organisieren:
Das unbereinigte reale griechische BIP in Prozent zum Vorjahresquartal seit Q1 2005 bis Q1 2011 im Chart.
Besonders rabiat ging es bei der Absenkung der breiten Masseneinkommen zur Sache:
Die Entwicklung der realen saisonbereinigten Arbeitnehmerentgelte in Griechenland im Vergleich zum Vorjahresquartal. In Q1 2011 ging es um -14,8% abwärts, nach -13,7% in Q4 2010. Zum Hoch betrug der Einbruch der Summe aller Arbeitnehmerentgelte real satte -17,2%!
Nominal betrugen die Arbeitnehmerentgelte in Griechenland in Q1 2011 saisonbereinigt nur noch 19,432 Mrd. Euro, dies entsprach nur 34,98% des saisonbereinigten nominalen BIPs. Während die nominalen Arbeitnehmerentgelte in Q1 2011 um -10,76% zum Vorjahresquartal einbrachen, sanken die nominalen Unternehmens- und Vermögenseinkommen nur um -1,04%. Die Summe der Unternehmens- und Vermögenseinkommen betrug in Q1 2011 saisonbereinigte 30,219 Mrd. Euro und lag damit gravierend höher, als die Summe der breiten Arbeitnehmerentgelte mit saisonbereinigten nominalen 19,432 Mrd. Euro. Griechenlands Unternehmens- und Vermögenseinkommen betrugen beachtliche 54,41% des nominalen BIPs in Q1 2011, was einen bezeichnenden Hinweis auf die Verteilung der Lasten bei den Austeritätsmaßnahmen (Sparmaßnahmen) wirft.
Im Chart der Index der realen (verbraucherpreisbereinigten) und saisonbereinigten Einzelhandelsumsätze ohne Kfz-Handel seit Januar 2000. Im April 2011 gingen die realen Einzelhandelsumsätze saisonbereinigt um -2,6% zum Vormonat zurück auf 84,66 Indexpunkte. Zum Hoch im März 2008 sind die realen Einzelhandelsumsätze um kräftige -28,03% eingebrochen und markierten im April 2011 den tiefsten Stand seit April 2002.
Die Entwicklung der saisonbereinigten breit gefassten Industrieproduktionsindizes (Bergbau, Energieversorgung und Verarbeitendes Gewerbe/Herstellung von Waren) von Januar 1995 bis Mai 2011 im Chart. Der Output der griechischen Industrie lag mit 76,49 Indexpunkten im April 2011 um -28,1% unter dem Hoch von August 2000 und sogar um -6,98% unter dem durchschnittlichen monatlichen Niveau des Jahres 1995.
Die Entwicklung des Bruttoschuldenstandes der Zentralregierung Griechenlands seit Q1 2000 mit 136,06 Mrd. Euro bis Q1 2011 mit 354,54 Mrd. Euro.
Quelle Daten: : Statistics.gr/XLS: detaillierte Excel-Tabellen zur griechischen VGR, Eurostat.ec.europa.eu/Datenbank, Minfin.gr/PDF Public Debt (Central Government) Q1 2011
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