Rezession statt Wachstum: Ist Europa bereit für eine Debatte über Alternativen zur Austeritätspolitik?

von am 1. Mai 2013 in Allgemein

Nur damit kein Missverständnis aufkommt: Austeritätspolitik ist für diejenigen, die diese fordern und verfolgen, selbstverständlich darauf gerichtet, Wirtschaftswachstum zu erreichen. Geht man allerdings davon aus, dass die neoklassische und die klassische liberale Wirtschaftstheorie in der Finanzmarkt- und Weltwirtschaftskrise eklatante Schwächen offenbart und ihren begrenzten Orientierungswert für die Krisenbewältigung unter Beweis gestellt haben, dann fragt sich, wieso überhaupt irgendjemand an den Erfolg der Austeritätspolitik glauben konnte. Denn sie ist ein Konzept, das aus der liberalen Wirtschaftstheorie abgeleitet ist.

Eins ist klar: Ohne nachhaltige, kräftige Wirtschaftsbelebung geht nichts – auch und ganz besonders nicht im Hinblick auf die Sanierung von Staatsfinanzen.

Was in den europäischen Schuldenstaaten jedoch tatsächlich geschieht, ist exakt das Gegenteil. Die Austeritätspolitik drückt deren Volkswirtschaften immer tiefer in die Rezession. Dass dies in Irland bisher nicht so war, hat vor allem etwas damit zu tun, dass ausländische Konzerne das Niedrigsteuerland als Standort für ihre Zentralen nutzen, was mit Wirtschafts- und Exportbelebung nicht wirklich viel zu tun hat. (1) Außerdem ist die Arbeitslosigkeit nahezu unverändert hoch – aktuell liegt sie bei 14,1 Prozent, vor einem Jahr lag sie bei 15,0 Prozent und die Jugendarbeitslosigkeit beträgt dort 30,3 Prozent, nur 0,7 Prozentpunkte weniger als vor einem Jahr. (2) Dabei ist außerdem auch noch Folgendes zu berücksichtigen:

In Griechenland, mit eine Quote von 27,2 Prozent (Januar 2013) aktuell europäischer Spitzenreiter bei der Arbeitslosigkeit (3), war die Erwerbsbevölkerung (Beschäftigte und Arbeitslose (Labour Force)) im Jahr 2012 zahlenmäßig fast so groß wie im Jahr 2008 – sie verringerte sich um lediglich 0,3 Prozent. Die Zahl der nicht dem Arbeitsmarkt zur Verfügung Stehenden (Not in Labour Force) ist im gleichen Zeitraum sogar leicht gesunken ist (-0,91 Prozent). (4)

In Irland beträgt die Arbeitslosenquote aktuell zwar „nur“ 14,1 Prozent, aber zwischen 2008 und 2012 schrumpfte die Erwerbsbevölkerung dort auch um satte 5,2 Prozent und die Zahl der nicht dem Arbeitsmarkt zur Verfügung Stehenden schnellte um 10,4 Prozent in die Höhe. (5)

Der Rückgang der Erwerbsbevölkerung in Irland dürfte jeweils zur Hälfte auf Auswanderung von Arbeitskräften und den Ausstieg aus dem Arbeitsmarkt zurückzuführen sein. (6) Wäre das nicht so gewesen, würde Irland heute auch bei einer Arbeitslosenquote von um die 20 Prozent liegen.

Als empirischer Beleg für den Erfolg der Austeritätspolitik taugt deswegen auch Irland kaum.

Der austeritätspolitische europäische Krisenkurs lässt sich folglich weder wirtschaftstheoretisch noch empirisch, das heißt anhand der harten Fakten, rechtfertigen.

Bisher ist er uns jedoch von den europäischen Staats- und Regierungschefs, den Finanzministern der Euro-Gruppe, der Europäischen Kommission, der Europäischen Zentralbank (EZB) und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) einträchtig als richtig und alternativlos verkauft worden. Finanzhilfen bekommt nur, wer sich zum Schuldenabbau über austeritätspolitische Maßnahmen verpflichtet und dasselbe gilt für den Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB.

Das sagt sehr viel darüber aus, welche wirtschaftstheoretischen Überzeugungen hier immer noch vorherrschen. Die Frage, warum – trotz der gravierenden immanenten Fehler – daran festgehalten wird, führt insofern leicht zu dem Schluss, dass die europäische Krisenpolitik offensichtlich von einer Glaubensgemeinschaft gemacht wird.

Das ist ein starkes Stück.

Mittlerweile bekommen aber selbst einige Vertreter der Europäischen Kommission – sinnbildlich gesprochen – rote Ohren, wenn sie diese Krisenpolitik als erfolgreich und erfolgversprechend verkaufen müssen.

Anders ist es nicht zu verstehen, dass von dort und anderswo jetzt immer öfter öffentlich angemahnt wird, dass es mit dieser einseitigen Krisenpolitik nicht so weiter gehen kann, sondern verstärkt etwas für Wachstum und Beschäftigung getan werden müsse.

Fromme Worte. Wissen die Herren und Damen denn auch schon, wie sie das erreichen können?

Wohl kaum. Es sei denn, sie präferieren das Experiment einer neuen Runde keynesianischer Stimuli und erklären zugleich, woher die dafür erforderlichen Milliarden angesichts hoher Staatsschulden kommen sollen.

Die Wahrheit ist oft schmerzlich, auch in diesem Fall trifft das zu. Sie dürfte folgendermaßen aussehen: Die Möglichkeiten der Euro-Retter zur Krisenbewältigung sind heute genau dieselben wie 2008, als die Finanzmarkt- und Weltwirtschaftskrise über uns hereinbrach. Die Euro-Retter waren damals ratlos und sie sind es immer noch.

Was sie getan haben, war einzig und allein, sich für sehr, sehr viel Geld Zeit zu kaufen.

Für die Suche und den Entwurf geeigneter Lösungskonzepte ist diese Zeit nicht genutzt worden. Jetzt geht ihnen nicht nur das Geld aus, sondern auch die Geduld von mittlerweile – wie Proteste und Wahlresultate zeigen – zu vielen Europäern, auf den versprochenen Erfolg der bisher verfolgten Krisenpolitik zu warten, während die einen immer noch tiefere Einschnitte hinnehmen und sich die anderen immer noch größere Hypotheken für Rettungsmaßnahmen auf ihre Schultern laden lassen sollen.

Man kann es auch kürzer fassen: Die europäische Krisenpolitik war ein sehr teures Experiment und jetzt will niemand zugeben müssen, dass es gescheitert ist.

Um es kurz zu machen: Nein, Europa ist noch nicht bereit für eine Debatte über Alternativen zur Austeritätspolitik.

Diese Erfahrung wird auch der neue italienische Ministerpräsident Enrico Letta machen, der jetzt zwar sagt, er will eine andere Krisenpolitik – zumindest ein bisschen. Denn erstens ist die oben angesprochene Glaubensgemeinschaft noch intakt und zweitens hat Letta dafür auch die falschen Leute in seinem Kabinett. Die wichtigsten, krisenrelevanten Posten in der neuen italienischen Regierung bekleiden treue Anhänger dieser Glaubensgemeinschaft. (7)

Was wird also geschehen: Die europäischen Krisenpolitik wird immer noch „ein bisschen“ teurer werden und immer noch „ein bisschen“ mehr scheitern.

Das gilt aber nur für den Fall, dass es weiterhin gelingt, Turbulenzen auslösende Ereignisse abzuwenden bzw. rechtzeitig zu entschärfen. Was andernfalls geschieht, möchte ich mir lieber nicht vorstellen.

von Stefan L. Eichner
Kontakt: eichner@web.de

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278 KommentareKommentieren

  • Holly01 - 1. Mai 2013

    Sehr gutes Schlaglicht auf die Situation. Danke.
    “Die Wahrheit ist oft schmerzlich, auch in diesem Fall trifft das zu. Sie dürfte folgendermaßen aussehen: Die Möglichkeiten der Euro-Retter zur Krisenbewältigung sind heute genau dieselben wie 2008, als die Finanzmarkt- und Weltwirtschaftskrise über uns hereinbrach. Die Euro-Retter waren damals ratlos und sie sind es immer noch.”
    Das ist für mich der zentrale Punkt.
    Die Ursache der “Krise” wurde nie offen gelegt.
    Der Autismus der Politik ist nur zu verstehen, wenn man unterstellt, dass es klare Vorgaben gibt, was -nicht- getan werden darf.
    Abgeleitet von der Entwicklung seit 2006 (für mich der Beginn der “Krise”) kann man leicht festhalten, was nicht passieren darf bzw. was passiert:
    - Banken dürfen nicht in Frage gestellt werden. Banken werden nicht geschlossen
    - Großkapital darf nicht belastet werden
    - Gold ist keine Deckungsalternative, Gold wird (offiziell) nicht ge-/verkauft
    - Der Dollar als Weltwährung wird nicht angetastet, auch als Petrodollar nicht
    - Politischer Bünde (NATO, EU, Euroland, G7/8/20, OECD, UN) werden nicht in Frage gestellt
    - Das (amerikanische) Geldsystem wird nicht in Frage gestellt
    - Das amerikanische Ratingsystem wird nicht in Frage gestellt
    - Staaten sanieren per “Privatisierung”, bei Licht wird öffentliches Eigentum verschleudert
    - Sozialsysteme werden ruiniert (systematisch)
    - Panik wird verbreitet, sowohl Kriegsangst, wie Sozialpanik
    - Rentensysteme werden willkürlichen Kürzungen unterzogen
    - Abgaben werden massiv erhöht, ohne Sinn und Verstand und absehbar mit gegenläufigen Ergebniss
    - Der Ablauf ist immer sehr ähnlich, das Ergebniss immer gleich : menschliche Arbeit wird entwertet, Menschen werden der Armut willkürlich ausgesetzt, Menschen werden medizinisch nicht versorgt, Das Geld ( das große Geld ) ist längst weg, keiner hat versucht es zu verhindern
    - demokratische Rechte werden zerstört
    - Grundrechte werden missachtet
    - Menschenleben enden weil die Versorgung mit Minimalstandarts nicht erfolgt
    - Es wird gelogen das sich die Balken biegen
    - Das alles wird offen getan, es ist kein Geheimniss, so -SOLL- öffentlich sein, eine offene Drohung für den Fall von Ungehorsam, verbunden mit ständigen Drohungen paramilitärische Repression einzusetzen

    Nein das ist kleine Politik mit der Man etwas ändert. Das ist auch keine Politik die Probleme lösen soll.
    Diese Politk führt nur zwei Ergebnissen :
    -Der Konsum bricht zusammen. Aus Angst, wegen Arbeitslosigkeit, wegen Geldmangel der Masse, aus den Lohn-/Rentenkürzungen heraus, wegen der getroffenen Massnahmen.
    - Das große Geld verläßt Europa.

    Das ist eine Politik der verbrannten Erde.

  • Basisdemokrat - 1. Mai 2013

    “Diese Erfahrung wird auch der neue italienische Ministerpräsident Enrico Letta machen, der jetzt zwar sagt, er will eine andere Krisenpolitik – zumindest ein bisschen.”

    Letta, der Neffe von Berlusconis Top-Berater Gianni Letta, setzt jetzt Berlusconis juristischen Ränkeschmied Angelino Alfano als stellvertretenden Premier und Innenminister ein und stellt damit sicher, dass der Medienmogul auch weiterhin auf freiem Fuß bleiben kann.

    Eine einzige Kungelei!
    Gruß BD

  • Helfried - 1. Mai 2013

    Holly01 – 1. Mai 2013

    Alle Achtung zu Ihrem Beitrag.

    Werde mir Ihre System Analyse sehr gut merken.

    Etwas ändern ; ohne eine Änderung zuzulassen ist schlicht nicht möglich.

    Wir wollen uns durch eine Systemkrise „ durwursteln“ und damit scheitern

    • Holly01 - 1. Mai 2013

      Danke, sehr freundlich.

  • Frankenfurter - 1. Mai 2013

    Deutschlandradio: Herr Flassbeck, was haben wir eigentlich für eine Krise im Euroraum, ist es eine Staatsschuldenkrise, ist es eine Bankenkrise, ist es eine Währungskrise…?

    Flassbeck: Um es ganz klar zu sagen, es ist eine Währungskrise. Aber diese Währungskrise wurde leider von Anfang an umgedeutet in eine Staatsschuldenkrise. Wir hatten 2008 aber auch eine Finanzkrise, die nicht genau eine Währungskrise war, die eine Bankenkrise war…die dann dazu geführt hat, dass die Schulden der Staaten gestiegen sind. Aus diesem Mixtum Kompositum haben wir Staatsschuldenkrise destilliert, aber das ist ganz falsch. Wir haben eine Finanzkrise gehabt, aber wir haben in der Eurozone eine Währungskrise, keine ganz klassische Währungskrise, weil wir in der Eurozone keine unterschiedliche Währungen mehr haben, aber die Phänomene sind ganz gleich. Wir haben einen Verlust von Wettbewerbsfähigkeit in Südeuropa und wir haben einen Gewinn von Wettbewerbsfähigkeit vor allem in Deutschland und in Teilen der nördlichen europäischen Ländern. Und dieses Auseinanderlaufen der Wettbewerbsfähigkeit ist das Kernproblem. Nur, dass wir in Deutschland nicht darüber reden….Die Medien, die Zeitungen, die Politiker sagen, wir in Deutschland haben alles richtig gemacht und die anderen haben alles falsch gemacht. So einfach ist es nicht.

    Deutschlandradio: Sind denn das, worüber wir jetzt reden, die Geburtsfehler des Euros oder gab es einen Zeitpunkt, wo alles schief lief?

    Flassbeck: Ja, Geburtsfehler gab es sicher auch, der ganze Maastrichtvertrag ist schon ziemlich fiskalisch orientiert. Politiker denken immer in fiskalischen Dimensionen, aber die ganze Welt ist nicht nur fiskalisch. Es gibt nicht nur Staatsschulden, die böse sind…..aber das eigentliche Problem einer Währungsunion ist die Inflationskonvergenz, das man immer die gleiche Inflation hat. Und das ist gründlich schief gegangen, das hätte man wissen können. Die gemeinsame Inflation ist der Kern einer Währungsunion, deshalb macht man ja eine Währungsunion. Man hat sich geeinigt auf ein gemeinsames Inflationsziel von 2 Prozent von knapp zwei Prozent. Und dieses Inflationsziel hätte man einhalten müssen, hätten alle Länder einhalten müssen aber sie haben es nicht getan. Deutschland hat unterschossen, andere Länder haben überschossen. Frankreich ist das einzige Land das das Ziel ziemlich genau eingehalten hat….

    Mein Transkript aus dem Beginn der Hörfunksendung vom 28. April :
    http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2013/04/27/drk_20130427_0905_bed715fd.mp3

    Frage an das Forum: Kann es eine Inflationskonvergenz von unterschiedlich produktiven Nationalwirtschaften unter dem Schirm von nur einer Währung geben, wenn nicht jedes Land in der Währungszone nicht gleichzeitig auch strikt auf eine ausgeglichene Handelsbilanz achtet?

    • Roland - 1. Mai 2013

      Die unausgeglichenen Handelsbilanzen sind die Folge der unterschiedlichen Entwicklungen der Lohnstück-Kosten.
      Troika und willfährige Regierungen der Südländer versuchen nun, durch interne Abwertung zu ausgeglichenen Handelsbilanzen zu kommen. Teilweise sieht man Fortschritte – zum Preis des Zusammenbruches des jeweiligen Binnenmarktes.

      Deswegen sagen viele schon lange und Flassbeck wie Lafontaine seit kurzem, dass die Südländer aus dem EURO raus müssen.

      • Frankenfurter - 1. Mai 2013

        Flassbeck hat am 28. April, während der zweistündigen Live-Sendung nicht gesagt, dass die Südländer aus dem Euro raus müssen, sondern dass das Zeitfenster, dass sie “drin” bleiben können sich langsam schließt, vor allem wegen den unhaltbaren Zuständen am Arbeitsmarkt der Südländer. Das ist ein Unterschied.

        Er kämpft munter weiter gegen die Hausfrau in Berlin, die immer noch meint, wir hätten eine Staatsschuldenkrise in Europa und müssten langsam wieder die Leitzinsen erhöhen. Sagenhafte Ignoranz und Dummheit, die aber scheinbar auf Sparkassentagen gut ankommt.

        Das Lafontaine die Einführung von nationalen Komplementärwährungen in der Eurozone vorschlägt, habe ich im Originalton von ihm noch nicht gehört….

    • Ro - 1. Mai 2013

      Es ist eine Geldsystemskrise!

      Wie sämtliche Krisen in dieser Richtung zuvor seit Beginn des Geldsystems Papier.

      Nur werden die Lösungen darin gesehen auf immer neuen Wegen Zeit zu gewinnen, um die Katastrophe der Neuordnung (und deren Zwischenzeit) .

      „Papiergeld kehrt früher oder später zu seinem inneren Wert zurück – Null.“

      Voltaire

      „Würden die Menschen das Geldsystem verstehen, hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh.“

      Henry Ford

      „Es gibt keinen Weg, den finalen Kollaps eines Booms durch Kreditexpansion zu vermeiden. Die Frage ist nur ob die Krise früher durch freiwillige Aufgabe der Kreditexpansion kommen soll, oder später zusammen mit einer finalen und totalen Katastrophe des Währungssystems kommen soll“

      Ludwig von Mises

      „Wer glaubt, dass unendliches Wachstum in einer endlichen Welt möglich ist, ist entweder ein Irrer oder ein Ökonom“ sagte einst der Wirtschaftswissenschafter Kenneth Boulding und es war, wie bekannt, Teil das ursprüngliche Eingangszitat des Querschüsse Blogs.

      Man tut so, als sei es irgendeine Krise. Man sei irritiert, was für eine Krise es denn nun sein könnte, man müsste es noch weiter verifizieren, Erkenntnisse sammeln etc.etc

      Hauptsache der Ursprung wird nicht tituliert. So läuft es eben Schritt für Schritt auf das Szenario Mises hinaus.

      Es ist und bleibt eine Geldsystemkrise und exakt darüber will man partout nicht reden, denn würde man es aka Ford – wäre das Chaos perfekt. Globaler Zusammenbruch morgen. So macht man sich auf und wählt den Zeitpunkt übermorgen. Man könnte sehr wohl das System kontrolliert herunterfahren. Dies wird vermutlich auch geschehen durch die weitere Entrechtung… was Holly01 sehr gut umschrieben hat.

    • SLE - 1. Mai 2013

      Hallo Frankenfurter,

      dass ist immer noch zu einfach.

      Wir haben insbesondere auch eine Wirtschaftssystemkrise. Die politisch – vor allem auch wegen der herreschenden ökonomischen Lehre – angestrebten hochkonzentrierten Märkte (Wirtschaft + Finanzmärkte, insb. Banken) haben nicht das erwartete ewige Wachstum gebracht, sondern sich als systemisch instabil und krisenanfällig erwiesen, nicht zuletzt auch deswegen, weil sie – entgegen der neoklassischen/liberalen Theorie –

      1. wirtschaftliche Ungleichgewichte fördern und ausweiten und
      2. eine extreme Öffnung der Einkommens- und Vermögensschere zur Folge haben sowie
      3. eine echte dynamisch-innovative Entwicklung infolge der Verkrustungen dieser Märkte unterdrückt wird (Folge des Verhaltens der Oligopolisten, die damit ihren Status Quo erhalten wollen und dabei von der Politik unterstützt werden).

      Dieses Kernproblem kann definitiv nicht durch die Auflösung der Währungsunion gelöst werden und wenn es nicht gelöst wird, hilft es auch nicht, einfach nur an der Wärhung zu drehen. Es ist eine Frage der reihenfolge, in der man die verschiedenen Probleme aus dem Problemkomplex, der dieser Krise zurgrunde liegt, angeht.

      Darauf habe ich hier im Blog schon wiederholt hingewiesen und werde es auch weiter gerne tun. Zur erinnerung hier nochmals der Link zu einem Post, in dem ich das näher erläutert habe:

      http://www.querschuesse.de/die-debatte-uber-den-fiskal-und-wachstumspakt-droht-an-den-kernproblemen-europas-vollig-vorbeizugehen/

      Viele Grüße
      SLE

      • Holly01 - 1. Mai 2013

        @ SLE :
        “Die politisch – vor allem auch wegen der herreschenden ökonomischen Lehre – angestrebten hochkonzentrierten Märkte”
        Nenne Sie die Kinder ruhig beim Namen : global Player.
        Die deutsche Konzentration in DB (Deutsche Bank) und DB (Daimler Benz), mit der Unterwerfung jeder anderen Firmengröße an deren Bedürfnisse hat DE “groß” gemacht.
        Die “Deutschland AG” funzt nur, weil alle anderen bluten.
        Die geringen Vermögen sind ein Ergebiss dieser Rahmenmassnahmen.

      • Frankenfurter - 1. Mai 2013

        Dass die dt. Wirtschaft von Großunternehmen dominiert wird, zeigen die Statistiken zu den Unternehmensgrößenklassen. Ich habe mir eben die Zahlen für 2009 angeschaut. Ein Prozent der deutschen Unternehmen beschäftigen 39% aller Personen, die im verarbeitenden und dienstleistenden Gewerbe und erwirtschaften mit ihnen 64 Prozent des Gesamtumsatzes der Wirtschaft. Danach kommen die mittleren Unternehmen, die mit 20 Prozent der Beschäftigtigten 17 Prozent vom Gesamtumsatz stemmen. Die Kleinstunternehmen hierzulande sind zwar zahlenmäßig die große Mehrheit, tragen aber mit 19% aller Beschäftigten nur 7 Prozent zum Gesamtumsatz bei.
        Ich vermute, die ökonomisch schwächeren Euroländer sind geradezu spiegelbildlich zu der Wirtschaft in Deutschland aufgebaut. Die Klein- und Kleinstunternehmen dominieren in Punkto Beschäftigtenanzahl und Wirtschaftsleistung in den Südländern.

        Wenn sie nicht zu reinen Absatzmärkten der dt. und nordischen Großunternehmen verkommen wollen, müßen sie ihren Handel kontrollieren, mit welchen Mitteln auch immer. Eine gleiche Inflationrate wie in den starken Euroländern gehört jedenfalls dazu. Nur in Deutschland will keiner, der was zu sagen hat. dies zur Kenntnis nehmen. Auf eine Inflationskonvergenz innerhalb der Eurozone zu bestehen ist das Verdienst von ungeliebten Ökonomen wie Flassbeck, dessen Wort leider nur außerhalb Deutschlands Gewicht hat. Aber auch ein Stefan Eichner hat natürlich gute Argumente für das Eindämmen der Monopolstrukturen, nicht nur in Deutschland und in Europa, sondern überall auf dem Globus.

    • Huthmann - 1. Mai 2013

      Prinzipiell muß ich als VW darauf achten, daß ich nicht mehr importiere als exportiere. Wenn ich mehr importiere als exportiere, dann findet ein Kapitalzufluß von außen statt oder ich löse Devisenreserven als vergangenern Nettokapitalzufluß in der erforderlichen Höhe auf. Wenn mehr Kapital in ein Land einfließt als ausfließt, dann gibt es Inflationierung von Güter und Dienstleistungen oder Assets. Die Frage ist nur, ob diese Aufblähung der Preise nachhaltig ist. Wenn man nur die Güter und Dienstleistungen betrachtet, dann wissen wir, daß das nicht ausreicht. Insofern ist dieser gemeinsame Korridor für Inflation für Güter- und Dienstleistungen nicht sehr aussagekräftig.

      MfG

      • Frankenfurter - 2. Mai 2013

        Dann finden Sie nicht aussagekräftig, dass die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands sich in Preisen für Güter und Dienstleistungen niederschlägt, die 20% unter dem EU-Durchschnitt liegen und Ende 2012 immer noch 25% unter dem EU-Inflationsziel (Maastrichtvertrag?) lagen?

        • Huthmann - 3. Mai 2013

          Ich wollte damit nur sagen, daß das Inflationsziel für Güter- und Dienstleistungen nicht reicht.

          MfG

  • Baron von Tinne - 1. Mai 2013

    Die Südländer sind in einem dermaßen großen Schlamassel rein geraten dass es sehr wahrscheinlich keine vernünftige Lösung gibt. Dafür die Austeritätspolitik verantwortlich zu machen ist lächerlich, der Patient ist todkrank und ob man nun das Medikament A (Austerität) oder das Medikament B (noch mehr Schulden) verabreicht, der todkranke Patient wird in beiden Fällen sterben.

    Es wär zu schön wenn man die Sünden der vergangenen Jahre (und Jahrzehnte) einfach mit noch mehr Sünden aus der Welt schaffen könnte.

    • SLE - 1. Mai 2013

      Hallo Baron von Tinne,

      das ist eine unzuläsige Eingrenzung des Lösungsraumes. Die Probleme sind im Kern wirtschafts- und marktstruktureller Art. Sie lassen sich nicht auf der Makroebene bzw. nicht durch Globalsteuerung lösen., sondern nur auf der Meso-Ebene, das heißt durch differenzierte Betrachtung und Behandlung der probleme auf der Ebene von Branchen und Regionen.

      Grüße
      SLE

      • Holly01 - 1. Mai 2013

        @ SLE :
        Verstehe ich Sie richtig wenn ich das mit diesen Worten neu formuliere :
        “Die Lösung besteht in einer regionalen Abkopplung von der Globalisierung und einer Differenzierung/Diversifizierung bei der Versorgung und Herstellung”?
        Das erzwingt lokale Geldversorgung …
        Ich habe ja schon dazu aufgerufen. Nehmt 5 Mio. in die Hand und gründet Genossenschaftsbanken, die das tun, was regional wichtig ist und die Menschen versorgen.

        • SLE - 1. Mai 2013

          Hallo Holl01,

          ja, im Kern muss es in diese Richtung gehen. Ob das eine lokale Geldversorgung wirklich erzwingt, so weit würde ich allerdings nicht gehen (mit temporär und auf spezifische Sektoren begrenzte Schutzzölle käme man ebenso weiter). Der Hinweis auf die Genossenschaftsbanken ist i.d.Z. absolut richtig. Wir haben ja im Grunde schon diese Zweiteilung der Wirtschaft (global/regional). Wir müssen nur dafür sorgen, dass die regional ausgerichtete nicht zugunsten der globalen ausgebremst und zerstört wird. Doch genau das tut die Politik. Sie nennt das krisenbewältigung.

          Viele Grüße
          SLE

      • Baron von Tinne - 1. Mai 2013

        Hallo SLE,

        ich bin nicht deiner Ansicht. Wenn die Südländer gesunden wollen dann müssen sie starke wirtschaftliche Schmerzen erleiden, leider ist das so, es gibt kein Medikament bei dem diese Schmerzen nicht heftig wären.

        Mit weiter Schulden machen bilden sich die meisten Leute ein dass man die Schmerzen lindern kann, das stimmt ja auch aber leider nur kurzfristig, langfristig werden die Schmerzen noch heftiger werden.

        Das wird Japan und Amerika zu spüren kriegen, Sie glauben das Ei des Kolumbus gefunden zu haben, sie bekämpfen Schulden mit noch mehr Schulden, das Resultat wird ein riesen Blutbad sein (für jeden der 1 + 1 zusammenzählen kann müsste das klar sein).

        Dazu muss man noch sagen dass in Europa ja niemand spart, alle Länder verprassen immer noch mehr Geld wie sie einnehmen, da von Sparpolitik zu sprechen ist lächerlich. Sie verprassen nur ein wenig weniger Geld als früher aber sparen tut niemand.

        • Vandermonde - 2. Mai 2013

          Ich werde immer hellhörig, wenn wirtschaftliche Zusammenhänge mit Metaphern beschrieben werden. Im allgemeinen deutet das auf unzulässige Vereinfachungen hin.

          Der Witz ist, dass Staaten sich nicht aus Schulden heraus “sparen” können. Besonders dann nicht, wenn es alle gleichzeitig versuchen. Die Reduktion der Ausgaben resultiert einfach in sinkenden Staatseinnahmen und damit in steigenden Schulden. Es ist auch gar nicht zielführend alle Schulden abbauen zu wollen, denn dann gäbe es keine Geldvermögen und auch keine Investitionen mehr.

          Es ist eher die Frage der Aufteilung und der Art der Refinanzierung. Da sich die Unternehmen zunehmend weniger verschuldet haben, war es zwangsläufig, dass diese Aufgabe den Nationalstaaten zufiel. Noch dazu haben sich Staaten zunehmend über relativ teure Staatsanleihen refinanziert, auch weil der Bedarf daran aufgrund von Bonitätsvorgaben und z.B. kapitalgedeckter Pensionsvorsorge gestiegen ist. Ein gravierender Nachteil von Staatsanleihen (und ähnlichen Refinanzierungsinstrumenten am Kapitalmarkt) ist, dass sie tw. ein Nullsummenspiel darstellen, weil sie einfach Geld von anderen Bereichen abziehen.

          Das Problem sind also nicht die Schulden per se, sondern vielmehr wie die Schulden gemacht werden und vor allem wofür sie verwendet werden. Hier ist es natürlich am sinnvollsten neu geschöpftes Geld mit vernünftigen Konditionen für nachhaltig BIP wirksame Transaktionen einzusetzen.

  • Systemfrager - 1. Mai 2013

    >>> Um es kurz zu machen: Nein, Europa ist noch nicht bereit für eine Debatte über Alternativen zur Austeritätspolitik.
    IN DER TAT!
    Warum auch!?

    In einem aufschlußreichen Beitrag für den Guardian am 26.6.2012 sprach der britische Journalist Greg Palast aus, was Leser dieser Webseite schon seit langem wissen:
    “Die Idee, daß der Euro fehlgeschlagen sei, zeugt von gefährlicher Naivität. Der Euro ist genau das, was sein Erzeuger und die 1% Reichen, die ihn unterstützten – vorhersah und beabsichtigte.”

    Palast schreibt, er kenne Mundell durch seine Verbindung zu Milton Friedman und habe sich mit ihm über den Euro unterhalten. Der Euro würde seinen Zweck wirklich dann erfüllen, wenn die Krise zuschlägt, habe ihm Mundell erklärt. Wenn man die Kontrolle der Regierung über die Währung zu beseitige, würden lästige kleine Volksvertreter keine Möglichkeit mehr haben, Finanzmittel einzusetzen, um ihr Land aus einer Rezession herauszuholen. Mundell habe ihm gesagt, mit dem Euro “wird die Finanzpolitik aus der Reichweite der Politiker entfernt. Und ohne die Fiskalpolitik können Nationen nur dann ihre Arbeitsplätze erhalten, wenn sie die Marktregulierungen abbauen und dadurch wettbewerbsfähig werden.” Dazu gehörten für Mundell, so Palast, das Arbeitsrecht, Umweltgesetze und natürlich Steuern. All das würde vom Euro beiseite gefegt werden. Und der Demokratie würde man nicht mehr erlauben, dem Markt in die Quere zu kommen.

    Mundell habe ihm erklärt, der Euro sei defacto dasselbe wie “Reagonomics”, denn die durch den Euro ausgeübte monetäre Disziplin erzwinge von den Politikern auch finanzpolitische Disziplin. Wenn dann die Krise zuschlage, bliebe wirtschaftlich entwaffneten Nationen nur noch die Möglichkeit, alle staatlichen Regulierungen abzuschaffen, massenhaft staatliche Industrien zu privatisieren, Steuern zu senken und den europäischen Sozialstaat auf den Müllhaufen zu befördern.

    Palast: Der Begriff “Strukturreformen” sei eine Beschönigung für die Zerschlagung der Arbeiterschaft und die “Währungsunion Klassenkampf mit anderen Mitteln.” “Weit von einem Fehlschlag entfernt, hat Mundell’s Baby, der Euro, wahrscheinlich das Ziel seines Erzeugers noch bei weitem übertroffen.”

    Hier der Originalartikel im Guardian:
    http://www.guardian.co.uk/commentisfree/2012/jun/26/robert-mundell-evil-genius-euro

    • paernu - 1. Mai 2013

      @Systemfrager
      Na wenn das das Ziel was Mundell vor hatte, dann ist das ja wohl gründlich daneben gegangen.

      Nach meinem Kenntnisstand sind Steuern und Umweltauflagen in den letzten 10 Jahren kontinuierlich gestiegen, bzw. Ausnahmetatbestände abgeschafft worden. Unterhalten Sie sich doch mal mit einem Steuerberater, der wird Ihnen das bestätigen.
      Der Sozialetat ist kontinuierlich gestiegen, mit Steigerungsraten, die oberhalb von anderen Etats liegen. Sozialkassen werden durch die Tanksäule unterstützt.

      Das da vieles vielleicht nicht bei einigen Bedürftigen ankommt mag sein. Aber das der Staat entmachtet wurde, ist ja wohl ein Märchen. Die einzige handlungsfähige Instittution ist doch der Staat in Deutschland, wer hat denn Banken gerettet und den Südstaaten unter die Arme gegriffen.

      Die Südstaaten sind doch nicht in die Krise gekommen, weil sich ein paar böse Kapitalisten abgesprochen haben. Denen ging es vor der Euro-Einführung deutlich schlechter, dann war Party angesagt und jetzt ist Katzenjammer.

      Übrigens mal zu dem Hr. Flassbeck dessen Analysen hier ja öfter zitiert werden, im übrigen ein enger Freund von Oskar Lafontaine, der sich schon in den 90ig Jahren auf dessen “brilliante Analysen” gestützt hat. Beide Herren haben in den 90ig Jahren immer wieder niedrige Zinsen gefordert, man solle dem Beispiel von Greenspan folgen und nicht Bundesbankpoliitik machen. DAs wird immer gerne vergessen, wenn der Hr. Flassbeck zitiert wird.
      Genau diese Politik hat zu diesem Desaster weltweit beigetragen.

      @Holly
      Sehr schöne Aufstellung, die ich weitesgehend teile. Danke dafür das die Antworten nämlich nicht so einfach sind, wie Systemfrager es darstellt. Das Problem ist vielschichtig und sicherlich mit Verschwörungstheorien zu beantworten.

      Interessant wäre es gewesen, wenn man die Haftung für eingegangene Risiken zugelassen hätte. Unternehmen/Banken/Privatpersonen müssen pleite gehen können, wenn man das verhindert setzt man falsche Anreize und erhält kranke Strukturen.

      @Systemfragen
      Wo hat denn die monetäre Disziplin fiskalpolitische Disziplin erzwungen? Die Staatshaushalte expandieren doch immer weiter, die Defizite steigen, die Schattenhaushalte ESM etc wachsen als weiter. Monetäre Disziplin von Seiten der EZB, FED, BOJ etc????? Wo denn, haben Sie in den letzten Jahren nicht mitkommen, das in beispielloser Weise Geld gedruckt wird???? Massenhafte Privatisierung? Wo soll die statt gefunden haben? In Griechenland, Spanien etc? Na dann führen sie mal ein paar Beispiele auf!
      Seien Sie mir nicht böse, aber mit einer vorgefertigten Meinung und dann ein paar Tropfen Verschwörung dazu, findet immer was man suchen will. Hat nur nichts mit der Realität zu tun.

      • Systemfrager - 1. Mai 2013

        @paernu
        Ja, ich verstehe dich, ich verstehe die Neolbieralen sehr gut sogar. Sie haben sich es wirklich viel einfacher vorgestellt. Wenn man das Volk ausraubt und versklavt, würde man gute Sklaven bekommen und eine funktionierende Wirtschaft – die dann mt Chinesen und Somalier erfogreich konkurrieren würde. Nun wie immer, die marktradikalen Jünger von Mises&Hayek haben die ganze Wirtschaft an die Wand gefahren. Jetz hilft ihnen nur eins: Lügen, dass sich die Balken biegen! Die Medizin war rfichtig, nur die Dosis klein.
        Diese neolbierale Taktik ist übriges nichts neues. Goebbels hat sie klar ausgesprochen:
        Je ungalubwürdiger und absurder man lügt, desto erfolgreicher ist er.
        Ich habe aber gewisse Zweifel, dass es euch Neoliberalen auf diese Weise gelingen wird, die Menschen weiter zu versklaven und entrechten – im Dienste unserer rrr-Eliten*.
        _____
        * rrr / rücksichtlos, raffgierig, räuberisch

        • paernu - 1. Mai 2013

          Wenn die Argumente ausgehen, dann kommt die Nazikeule!!

          Wer von Mises und Hayeks Schriften in die Nähe von Goebbels und Hitler rückt, der zeigt nur eines, das er von beiden nichts gelesen hat, vom verstehen will ich garnicht reden.

      • n8igall - 1. Mai 2013

        @paernu:

        > Massenhafte Privatisierung?

        Es ist ja wohl nicht zu leugnen, dass fast immer privatisiert wurde und sehr sehr sehr selten sozialisiert (ausser den Schulden natuerlich). Deutsche Bahn, Telekom, Post usw. Ein grosse Privatisierungswelle gab es uebrigens Anfang der Neunziger Jahre… (Stichwort Treuhandanstalt http://de.wikipedia.org/wiki/Treuhandanstalt )

    • Ro - 1. Mai 2013

      Das Ziel hieß und heißt – Kontrolle. Vollständige Kontrolle.

      Kontrolle über alles. In kleinen Dosen, hin zum großen Ziel.

      Abgecanncelt weltweit als dümmliche VT oder “das können die niemals so durchsetzen”. Tun sie aber. Ein Jahr mehr oder weniger im Zeitplan ist hier vollkommen unbedeutend.

      Mir bis heute vollkommen unbegreiflich, wie man die Auffassung vertreten kann, die da oben wussten und wissen nicht warum und weshalb etwas geschieht! Man müsse sie nur genügend aufklären, man müsse dieses Auguren in Verantwortung nehmen und sie würden schon hinzu lernen und erkennen… etc.etc. Nein. Dies wissen sehr wohl wie und was.

      Mir ebenso unbegreiflich wie sich die große Masse der Menschen weiter und weiter in ein Diktat der Alternativlosigkeit hinein treiben lassen wollen Namens “Über EU”.

      Ein supranationales Konstrukt.

      Man verteufelt die nationalen Staaten mit vielen verschiedenen Kulturen, Währungen und dadurch Anpassungsmöglichkeiten. Gibt ihnen die Schuld für die Ereignisse – HIN zu einem neuen – im Grunde wieder nationalen Gebilde. Einem einzigen, neuen, großen Nationalstaat, eine größere Einheit, Namens EU…. wo hier dann nicht mehr in verschiedenen kleineren Ebenen ausbalanciert werden könnte. Man vergleicht diese Einheit gar mit der Struktur der Vereinigten Staaten, welche ja auch mit einer Stimme sprechen würde und alles dadurch wieder gut werden würde. Nein, auch in den VSA herrscht eine Geldsystemkrise und eine zwanghaft notwendige Bilanzverlängerung von Überschuldungskontrakten, welche fortwährend neu überrollt werden. Bis es eben mathematisch nicht mehr geht.

      Dies ist Demagogie in höchster Form. Subtil vorgeführt und medial zelebriert von Menschen wie Schmidt, Fischer und ehemals Kohl und all den Konsortien. Bis heute hin zu den Willhelfern aka Soros in ihren gebetsmühlenartigen Wiederholungen NUR eine einheitliche Stimme EINER EU könne die Probleme via Eurobonds lösen. Nein, können sie nicht, da es wie angedeutet eine Geldsystemkrise ist mit vielen weiteren “Unterkrisen” im Schlepptau, darunter auch eine Verteilungskrise.

      Hier arbeitet eine Blogpartei Bundestag mit all den bekannten Namen selbstredend seit Jahren fleissig mit.

      Und nur als erweiterte Anmerkung, es ist natürlich ebenfalls nur einer dieser seltsamen Zufälle, dass Herr Trichet seine Jobrotation erfolgreich beendet hat und nun den Vorsitz des Council on foreign relations inne hat. Ironie “Zufall” Ende.

      Der Preis für diese Lethargie der Bürger wird das Ende der Demokratie sein. Noch wäre Zeit das Kind beim Namen zu nennen, es zu erkennen. Zu handeln. Es ist der größte Raubzug der Geschichte.

    • SLE - 1. Mai 2013

      Hallo Systemfrager,

      das ist schon klar, resultiert aber vor allem aus dem Glauben an die Selbstregulierungs- bzw. Selbstheilungskräfte des “freien” (im Sinne von: frei von staatlicher Beeinflussung) Marktes. Gemäß der neoklassischen Theorie lösen sich Ungleichgewichte und regionale Disparitäten (über den Ausgleich der Grenzproduktivitäten des Kapitals) immer von allein auf.

      Dass das – wie unterstellt – in einer Währungsunion nicht besser funktioniert, hat nichts damit zu tun, dass diese nicht funktionieren kann und sowieso nur Nachteile hat, sondern damit, dass diese neoklassische Hypothese Unsinn ist und wir insofern ein Problem haben, für das eine Lösung zu finden ist. Das ist ja gerade die Herausforderung. Man kann jetzt nicht hergehen und sagen, wir haben nur die neoklassische Theorie, also gibt es auch keine Lösung und deswegen rasch wieder raus aus der Währungsunion.

      Grüße
      SLE

      • Systemfrager - 1. Mai 2013

        @SLE
        >>> … hat damit zu tun, dass diese neoklassische Hypothese Unsinn ist
        :)
        (schmunzeln!!! – ich bin bekanntlich ein großer Freund der klaren Aussprache)
        Genau. Was nicht funtioniert ist der marktradikale neoliberale (neoklassische) Schwachsinn

        Der Neoliberalismus | für Eilige
        Ein intellektuelles Verbrechen gegen die Menschlichkeit

        Die Bezeichnung neoliberal täuscht. Sie erweckt den Eindruck, es würde sich um eine Weiterentwicklung der ursprünglichen liberalen Theorie handeln. Davon kann keine Rede sein. Er ist in “theoretischer” Hinsicht ein realitätsfremdes akademisches Geschwafel, in politischer Hinsicht eine rechtsstaatlich organisierte Räuberei und in ethischer Hinsicht ein sozialer Genozid. Knapp gefasst: Der Neoliberalismus ist ein Terror gegen die Menschlichkeit – ein geistiger Kannibalismus. Als solcher ist er ein kompletter Verrat am ursprünglichen Liberalismus, der sich den humanistischen und aufklärerischen Idealen der europäischen Moderne verpflichtet sah.

        weiter >>>

    • Freiberufler - 1. Mai 2013

      “Die Idee, daß der Euro fehlgeschlagen sei, zeugt von gefährlicher Naivität. Der Euro ist genau das, was sein Erzeuger und die 1% Reichen, die ihn unterstützten – vorhersah und beabsichtigte.”

      Das halte ich für eine haltlose Verschwörungstheorie.
      Warum?
      Die treibende Kraft hinter dem Euro war Frankreich. Die französischen Eliten wollten in Europa bestimmen. Jetzt verhält es sich so, dass über sie bestimmt wird. Ich glaube auch, dass Frankreich austreten wird, wenn das Geld alle ist.

    • Vandermonde - 2. Mai 2013

      Insofern witzig, weil das ähnlich dem ist, was Prof. Richard Werner über die potlitischen Positionen der Japanischen Notenbank schreibt (Buch: Princes of the Yen). Man bekommt dann den Eindruck, dass sich hier eine wirtschaftliche Ideologie breitgemacht hat (auch in den Zentralbanken) deren Idee es ist, über die sprichwörtlichen “Strukturreformen” die reale Wirtschaft an die von der Ideologie geforderten Modellannahmen über das Funktionieren der Wirtschaft anzunähern.

      Das wird dann besonders Paradox, wenn die Akteure meinen, dass hier aktiv beigesteuert werden muss, weil sonst die Notwendigkeit von Strukturreformen nicht ausreichend “spürbar” ist. Oder mit anderen Worten: Wenn es anscheinend auch ohne “Strukturreformen” gut funktioniert, was die “Strukturreformen” ja ad absurdum führen würde.

      Ich denke aber trotzdem, dass der Euro gescheitert ist, weil das Ziel der Etablierung einer wirtschafltichen Ideologie, die tw. nicht mit wissenschaftlichen Grundlagen operiert, in der Realität ja eine Utopie sein und bleiben muss.

  • Roland - 1. Mai 2013

    Hier hat Grillo wohl recht, wenn er sagt:
    “Die neue italienische Regierung ist eine von Dieben und Gaunern”.

    • Euro? Nein danke! - Aufkleber - 1. Mai 2013

      Fast alle Regierungen sind Diebe und Gauner!

  • Eurelios - 1. Mai 2013

    @ Stefan

    Was andernfalls geschieht, möchte ich mir lieber nicht vorstellen.

    Andernfalls:

    Die Arbeitslosigkeit wird immer weiter steigen:

    http://de.reuters.com/article/economicsNews/idDEBEE93T02820130430

    Die Anzahl der Mensch, vorallen der jungen Menschen, die dann ohne Zukunft da stehen
    wird immer größer.

    Jeder %-Punkt mehr verkleinert das Zeitfenster zum Kipppunkt des derzeitigen
    Gesellschaftssystem.

    Die Verzweiflung der Menschen wird immer größer und somit auch die Wut und der Zorn.

    Die Regierungen der Länder werden versuchen diese Wut und den Zorn der Menschen
    umzulenken in dem Sie einen Schuldigen suchen und da ist Deutschland mit seiner
    sparsammen schwäbischen Hausfrau die ursprünglich aus Hamburg-Barmbek-Nord
    kommt Kanditat Nr. 1

    Der “Friedenseuro“ wird dann Europa zerreisen und ins Chaos stürtzen mit Folgen
    die für jeden Einzelen Menschen in Europa dramatisch sein werden.

    • SLE - 1. Mai 2013

      @ Eurelios

      “Jeder %-Punkt mehr verkleinert das Zeitfenster zum Kipppunkt des derzeitigen
      Gesellschaftssystem.”

      Absolut richtig.

      Grüße
      SLE

  • yota berlin - 1. Mai 2013

    Dazu gibt es auch folgenden interessanten Artikel: “Weshalb Austerität nicht funktioniert.”
    http://blog.tagesanzeiger.ch/nevermindthemarkets/index.php/12629/weshalb-austeritat-nicht-funktioniert/

    Leider gibt es wenige Politiker, die den nötigen Sachverstand haben. Die Folgen sind immens.

    • Ro - 1. Mai 2013

      Austerität funktioniert genauso wenig wie weiter Schuldgeld aus dem Nichts ausgeben.

      Beides nur ein Zeitgewinn mit gleichem Ende.

  • Huthmann - 1. Mai 2013

    Ich halte Austerität für notwendig, wenn es zuvor eine Phase des verantwortungslosen Umgangs mit Ressourcen gegeben hat. Austerität ist somit die Einsicht, daß man sich der Verantwortung mit einem ernsthaft bemühten Umgang mit knappen Ressourcen wieder stellen muß.

    Wirtschaftliche Entwicklung sehe ich als Abfolge von Booms und Busts, da es sehr schwer ist, bei unsicherer Zukunft (also auch nicht stochastisch meßbar) anders voranzuschreiten als behutsam, Schritt für Schritt, mit klarer Regelung von Entscheidungsbefugnis und Verantwortung. Mich interessiert in diesem Kontext, wie wir wieder zu Verhältnissen zurückkehren können, wo Entscheidungsträger für Investitionen haften und scheitern können, wenn die Investitionen nicht die erwarteten Rückflüssen bekommen. Ganz besonders gilt das für mich für die kreditfinanzierte Investition im Schumpeterischen Sinne. Ihm gemäß ist die kreditfinanzierte Investition durch den Unternehmer der Treiber des nachhaltigen Wirtschaftswachstums. Bisher habe ich – obwohl viel gesucht – nichts Erhellenderes gefunden. Natürlich brauchen wir Ausbildung, natürlich brauchen wir Kapital, aber letzten Endes brauchen wir Menschen, die Kredite aufnehmen, Produkte entwickeln, Arbeitsplätze schaffen und auf eigene Rechnung das Risiko des Scheiterns auf sich nehmen.

    Das muß die lange Linie sein. Konjunkturprogramme, Zentralbankeingrifffe, etc. dürfen nur Ausnahmen sein. Wenn sie usus werden, dann entsteht ein risikoloses Klima des Investierens, das letzten Endes nach einem längeren Boom nur in einen längeren Bust umkippen kann. Wenn wir diese Busts nicht mehr aushalten im Sinne von Austerität gegen die betroffenen Leidenden (die Gescheiterten), dann schulden wir immer weiter auf, was nichts anderes heißt, als daß wir eine Scheinsicherheit erzeugen, die letzten Endes alle Staatsbürger bezahlen müssen.

    Sicherheit menschlicher Entwicklung zum Nulltarif ist unmöglich, obwohl sie von vielen immer wieder erträumt wird. Und erträumen kann man sie ja auch gerne ….

    D.h. mich interessiert vielmehr wie Wirtschaften funktioniert. Wer nimmt sich einen Kredit, in was wird er investieren und darf dieses Wirtschaftssubjekt auch scheitern, wenn die Rechnung nicht aufgeht, das ist die Frage, die ich mir stelle.

    MfG

    • Ro - 1. Mai 2013

      Herr Huthmann,

      http://www.youtube.com/watch?v=XXJJQT1MjYw

      Nehmen Sie sich bitte die 13 min Zeit.

      Austerität gewinnt Zeit, mehr nicht. Es belässt den Raubzug in sich weiter am laufen.

      • Querschuss - 1. Mai 2013

        Hallo Rolf,
        inwiefern gewinnt man mit Austerität Zeit? Die Fakten zeigen anderes, noch nie ging es mit den Volkswirtschaften so schnell abwärts, wie mit Austerität in dieser Ausprägung, hinter der sich eben nicht nur Ausgabenkürzungen des Staates verbergen, sondern auch Steuererhöhungen, Erhöhungen von administrativen Preisen und vor allem Bailouts für die Akteure die von den Exzessen profitierten und diese bewusst antrieben (Banken). Die Mischung aus diesen Maßnahmen ist pervers, Kern ist das Sozialisieren der Verluste, nachdem ungeheure Gewinne mit den Exzessen privatisiert wurden. Völlig daneben ist diese Strategie eben auch, weil sie prozyklisch die Wirtschaft abwürgt, gleichzeitig den Staat noch höher verschuldet und Millionen in Arbeitslosigkeit und Verarmung schickt. Und an Huthmann, in so einem Umfeld investiert nun mal kein Unternehmer, aber Investitionen in künftiger Wertschöpfung wären die einzige Möglichkeit die Schuldentragfähigkeit zu erhöhen. Austerität, gerade wenn sie die Ausgabenkürzungen aller Sektoren der Volkswirtschaft befeuert und im Umkehrschluss den Einnahmerückgang aller Sektoren ist der Garant für eine weitere Unterhöhlung der Schuldentragfähigkeit, eben mündend in dauerhaften Transferempfängern oder im totalen Zahlungsausfall dieser Volkswirtschaften.

        Gruß Steffen

        • Ro - 1. Mai 2013

          Steffen – man gewinnt politisch Zeit. Nur darum geht es.

          Ein ausspielen von Interessen der Habenden und der Nichthabenden.

          Nochmals, VWL und BWL, Geldsysteme auf Papier, Eigentum und Zins sind nichts anderes als die Umverteilungsinstrumente für Energie, den Anspruch auf diese Energie über Machtkonstrukte. Die Pest im Geldsystem ist der Weg der Austerität, die Cholera das weitere aufschlugen über neue Schuldkontrakte. Es gibt keine Lösung als das umverteilen rauf und runter, aber die Bank dahinter, besser die großen Player dahinter – gewinnen immer.

          Du schreibst: Noch nie ging es so schnell runter. Ja, aber noch nie ging es auf der Gegenseite (für wenige) so schnell rauf. Geld = Schuld plus Zins.

          Sämtliche volkswirtschaftliche Modelle sind in einer Eigentumsökonomie einem systemischen Zerfall unterworfen. Alleine die Auslegung – “normaler” Kapitalismus, Turbokapitalismus (Glass Steagal Act etc.) sämtliche “linke” Formen wie auch immer sind zerfallen, werden zerfallen. Ein ganz normaler Vorgang in der Wirtschaftshistorie, seit wir das Eigentum entwickelt haben. Daran halten wir fest, akzeptiert. Dafür bezahlen wir den Preis. Dieser heisst Neuordnung. Auch dies ist doch nichts neues, oder?

          Dass dieses System vollkommen pervertiert ist, Stichwort “Gottes Werk”, darüber sind wir uns doch hier im Blog seit Jahren vollkommen einig. Nur, warum machen alle weiter brav mit ;-)… weil ihnen gar nichts anderes übrig bleibt. Sie sind in der Masse verschuldet.

          Nochmals Henry Ford – somit nichts neues:

          “Das einzige Ziel dieser Finanziers ist Weltkontrolle durch die Schaffung von unauslöschlichen Schulden.”

          und noch einer

          “Wir (die Notenbanken) sind völlig abhängig von den Geschäftsbanken. Jeder Dollar der umläuft, sei es als Bargeld oder Buchgeld, muss von jemandem geborgt sein. Wenn die Banken reichlich Geld aus dem Nichts erzeugen, geht es uns gut, wenn nicht, verhungern wir. Es gibt nicht so etwas wie ein dauerhaftes Geldsystem. Wenn man das erst einmal wirklich verstanden hat, erscheint das Absurde dieser hoffnungslosen Situation fast unglaublich, aber so ist es. Es ist wohl der wichtigste Sachverhalt, über den intelligente Menschen sich jetzt klar werden und nachdenken müssen. Es ist so wichtig, dass ein Zusammenbruch unserer gegenwärtigen Zivilisation auf dem Spiel steht, wenn es nicht allgemein verstanden wird und die Fehler rasch korrigiert werden.”

          Robert H. Hemphill

          “Wenn Du Sklave der Banken bleiben willst und ihnen die Kosten Deiner eigenen Versklavung bezahlen möchtest, dann lass sie weiter die Ausgabe der Währung kontrollieren und die Geldmenge der Nation regulieren.”

          Sir Josian Stamp

          Auch hier Steffen sind wir uns doch alle längst einig.

          Die Austerität beruhigt die Gläubiger. Das zurücknehmen derselben, die Schuldner. Schlussendlich bezahlen aber wieder alle, außer die Feudalherren der Neuzeit mit ihren übergroßen, unnatürlichen Sachwerten. Die Kontrolleure im Überbau und deren Verwalter zur Ausführung. Dies meinte ich mit Zeitgewinn. Man behält die Kontrolle solange es geht um Pflöcke einzurammen für das System danach. Darum gehts´. Nicht um die Griechen, die Portugiesen, die Deutschen und ihre Sparvermögen. Nur um die Kontrolle über das Vertrauen derer.

          • Querschuss - 1. Mai 2013

            Hallo Rolf,
            ich denke nicht das Austerität ein Mittel ist um die Kontrolle zu behalten. Im Gegenteil, mit jedem Prozent mehr an Arbeitslosigkeit, sinkender Auslastung der Produktionskapazitäten, steigender Kreditausfälle, in Folge neuer Bankenrettungen, destabilisiert sich das System selbst. Wenn man die Eurozone und die Demokratie untergraben möchte – dann funzt es, aber Kontrolle behalten ist etwas anderes. Die Zustimmung zum Euro-Projekt sinkt, die Fliehkräfte steigen. Alles andere von dem, was du mit “vollständiger Kontrolle und supranationaler Staat” als Ziele unterstellst.

            Gruß Steffen

          • Ro - 1. Mai 2013

            Steffen – ohne den Gang der Austerität, welcher nun medial verbreitet wird, würde das System drohen zu kollabieren. Ein Funke genügt hier doch. Das System an sich destabilisiert sich in jedem Fall immer weiter. Es geht nur um die Kontrolle weitest möglichst zu erhalten.

            Die Zustimmung zum Europrojekt sinkt, – ja. Aber sie ist immer noch groß genug für die Machelite um sie zu erhalten. In einem Konflikt Habende zu Nichthabende (und hier sind die wirklich Habende gemeint, nicht wir hier im Blog) zählt nur das Ziel, weniger der Weg.

            Und vielleicht lese ich es ja richtig heraus – korrigiere mich gegebenenfalls – Du unterstellst mir das Endziel als Faktum zu benennen. Nein, ich beschreibe nur deren Wunschvorstellung UND dass es nach wie vor eindeutig PRO dessen läuft. Wo bleibt denn die Politik in Europa in wirklichen Taten um in Griechenland, Portugal die Missstände wirklich anzugehen!? Ich spare mir die einzelnen Punkte dazu auf? Weiter, was machen die Staatsdiener ante portas ohne Lohn und Brot finanziert über sämtliche Wortschöpfungen der EU, aller “Finanzierungsmodelle” ohne ihre Arbeit?

            Schäuble benennt es bei jeder Gelegenheit, Merkel ebenso: Aufgabe der nationalen Einheit, besser heute als morgen. Alle in diesen Machtzirkeln trommeln dafür. Aus allen Löchern kommen die Schmidts, Biedenkops hervor und trommeln dafür. Warum Steffen!? Würde es etwas lösen? Würden wir dann all die Missstände aufräumen in Europa können. Missstände die im Geldsystem ihren Ursprung haben!? Sollen wir diese dann weiter arbeiten lassen in ihren Ämtern, ihnen gleich viel bezahlen wie heute – “finanziert” über Umlagemodelle Staat?! Sollen wir sie entlassen!? Wohin dann mit ihnen… ab in Kühlschrankfabriken, Autofabriken, Möbelfabriken, Dienstleistungsfirmen!?

            Die Kontrolle zu erhalten ist das oberste Ziel, bis zur Neuordnung, welche dieselben bestimmen wollen, welche uns bis hierher geführt haben!

            Und wie man erkennt – wenn man denn mal wirklich zur Aufnahme bereit ist – sind diese Erkenntnisse (siehe Zitat, zu was wurden sie sonst gesagt!?) 20,30,100 und mehr Jahre alt.

            • Querschuss - 1. Mai 2013

              Hallo Rolf,
              ich bin simpel gestrickt, ich denke die Eurozone, den gemeinsamen Währungsraum, die Demokratie und die Eliten, erhält man am besten in dem man Wohlstand für Alle organisiert und möglichst Viele partizipieren lässt. Massenarbeitslosigkeit, Verarmung, Bailouts, Sparerbeteiligung usw. sind der Attraktivität des Systems und der Zustimmung zu diesem eindeutig abträglich.

              Im übrigen meine ich immer noch, letztlich werden Volkswirtschaften nur von Produktionskapazitäten, Arbeitskräften und Ressourcen limitiert. Das Limit bei den ersten beiden Punkten ist weit entfernt, beim letzten gibt es auch kein akutes Auschlusskriterium. In der Eurzone müsste also niemand darben, vorhandenes Produktionspotenzial müsste nur ausgelastet werden, alles wäre im Überfluss vorhanden.

              Gruß Steffen

          • Ro - 1. Mai 2013

            Steffen – sei versichert, in meinen Augen hast Du auch hier den Kern getroffen. Reichen würde es für alle. Nur wenige sind halt nunmal ganz anders gestrickt. Dies ist der Preis des vermehrbaren Eigentums. Es geht und ging doch immer nur um Gier. Hierbei gibt es kein Mittel was nicht zur Anwendung kommt. Wir sind meilenweit entfernt von einer “gerechten” Verteilung von Energie (Geld). Solange Du aber die Ursache dieser Medaille Geldsystem angehst wird es nicht in Deine aufrichtig gemeinte Welt gehen. Dies ist nicht die Denke der 6 % oben und dahinter. Wir werden die Ereignisse ja weiter verfolgen. Inständig hoffe ich nicht recht behalten zu müssen im Gesamtkontext.

      • Holly01 - 1. Mai 2013

        @ Ro :
        Es ist eine höchst gefhrliche Vereinfachung, wenn man behauptet Geld sei ausschliesslich Schuldgeld.
        Vollkommen ausgeblendet wird hierbei das Pfand. In den meisten Fällen handelt es sich um Humankapital in Form von Arbeit und Lebenszeit. Es resultiert aus dem Humankapital ein Ressourccenzuwachs.
        Bei exakter Betrachtung, bildet Geld ein Äquivalent zum Sachwert.
        Der Zins schöpft dabei den Zugewinn monetär ab.
        Der Zins führt zum Zwang Ressourccen jedweder Art in das Finanzabbild (der Sachwerte) einzuführen.
        Das ist ansich keine unwichtige Funktion.
        Der Sinn geht aber verloren, wenn sich Zinsen verzinsen. Früher hat man das durch einen Zinsbruch alle 7 Jahre unterbunden.
        Würde man heute die Zinsen aussetzen, das heisst würde man eine Regel einführen, bei der ein Zins immer mitgeschöpft werden muss und Kredite nur vergeben werden dürfen, indem diese endgetilgt sind, dann würde das Problem sich weitgehend lösen.
        Das Problem ist weder die Geldschöpfung, noch die Verzinsung ansich.
        Das Problem stellen Billionen dar, die “Geld” heissen und als Zinseszins durch die Wirtschaft marodieren. Diese Zinseszinsen müssten den Geldwert senken. Diese Zinseszinsen müssten zu einer menetären Überversorgung der Wirtschaft führen.
        Die Zinsen sind im Keller, aber die Ursache (Staatsschulden, Notenbankpolitik) ist eine Umkehrung jeder Logik.
        Es gibt Geld wie Dreck, aber es wird künstlich per “Investmentbanking” und “moderne Finsnzprodukte” gehortet und verknappt.
        Geld wird auf diese Art eine Waffe.
        Zinseszinsen der Gesellschaften sind die Kugel und man sieht weltweit, diese Kugel ist tödlich.

        • Ro - 1. Mai 2013

          Geld ist Schuld. Doppelte Buchführung. Ganz einfach. Simple Bilanzierung im Überbau.

          Den Ressourcen ist der Zins vollkommen egal.

          Der Zins ist Resultat der Eigentumsöknomomie, welche entstanden ist mit der Geburtsstunde des Staates

          ==> hier stöbern für die erste Ebene: http://www.pax-aeterna.net

          Der Verteilungsmatrix dieser Ressourcen, über das Machtkonstrukt und dessen Kontrolle – hier befinden wir uns gerade und rollieren ein volkswirtschaftliches Modell nach dem anderen herunter.

          Immer mit blinden Flecken verhaftet.

          Ohne Zins geht es nicht in der Eigentumsökonomie. Das ist der Preis. Ebenso zählt zu diesem Preis eine fortwährende systemische Neuordnung. Früher geregelt durch den von Ihnen angesprochenen Schuldenerlass… wobei die Gläubiger eben auch verzichten mussten.

          Das Problem beginnt von ganz vorne. Sie starten argumentativ mittendrin. Das ist akzeptiert, gewollt.

          Würden wir den Turbokapitalismus nicht haben, wäre die systematische Neuordnung später zu erleben – immerhin – aber sie würde ebenso kommen.

          Die Zinsen sind auch nicht anhebar, da ansonsten das Kettenbriefsystem sich nicht weiter überrollen könnte. Deflation = Kontraktion der (notwendigen) Kreditschöfpungsmöglichkeiten. Der Staat bildet den letzten Schuldner…

          „Alle Staaten werden für alle Staaten, alle Notenbanken für alle Notenbanken haften, einschließlich Währungsfonds und Weltbank und vielen anderen internationalen Institutionen. Und alle Staaten werden für alle Banken geradestehen, aber auch alle Notenbanken für alle Staaten und alle Staaten für alle Notenbanken. Alle, alle, alle werden für alle, alle, alle da sein. Und alle wissen, dass keinem von allen etwas passieren darf, weil dann allen etwas zustößt.” (Quelle: PCM, “Der Kapitalismus – ein System, das funktioniert”, S. 76)

          Das aktuelle System ist eine Waffe – einverstanden.

          • Holly01 - 1. Mai 2013

            @ Ro :Ich bin im Detail nicht ihrer Meinung, ich weiss aber nicht wie ich das deutlich machen kann, ich überleg mir etwas.
            Zitat aus : “(Quelle: PCM, “Der Kapitalismus – ein System, das funktioniert”, S. 76)” :
            Das ist Wunschdenken.
            Asien, Lateinamerika und Teile von Afrika sind bereits ausgestiegen und stehen für etwa 60% der Weltwirtschaft.
            Die haben diese Probleme überhaupt nicht. Europa hätte diese Probleme auch nicht, steht aber im Wirtschaftskrieg mit dem anglikanischen Finanzmarkt.
            Es werden einige stürzen, recht tief sogar. Es werden alle wanken. Viele werden nachher aber lachen…….

          • Holly01 - 2. Mai 2013

            @ Ro :
            Ich komme mit Ihrem Link nicht zurecht. Es ist für mich vieles nicht nachvollziehbar. Ich unterstelle nicht, es wäre nicht richtig, aber ich komme inhaltlich nicht zurecht.
            .
            Gleich auf der Startseite ist unten ein Beispiel für eine Kreditvergabe, da streich ich schon die Segel, so verstehe ich den Vorgang nicht.
            .
            Sie schreiben : “Den Ressourcen ist der Zins vollkommen egal.”
            Auch damit habe ich extreme Schwierigkeiten. Wenn jemand investiert um ressourccen zu schöpfen, dann ist es sehr wohl relevant, wenn von dem (geliehenen) Kapital 19% in der Mehrwertsteuer verschwindet (was zu einem erheblichem Teil der Staatsfinanzierung dient) und dann weitere 40% jeder Rechnung ebenfalls in ein Zinseszinssystem wandern.
            Für 1 € aufgenommen erzeuge ich so 40 Cent Investition.
            Für 100 € Lohn erzeuge ich 48€ Kaufkraft ( (100€ – 20 % Steuern) – 40% Zinslast).
            Das ist sehr erheblich. Es bedeutet nämlich, daß reale Investitionen in reale Wirtschaftsvorgänge gegenüber reinen Finanzgeschäften immer mehr Sinn verlieren.

            Die größten probleme habe ich damit : “Der Staat bildet den letzten Schuldner…”
            Das ist für mich Unsinn.
            Es macht wirtschaftlich und logisch keinerlei Sinn.
            Ein Staat verteilt die Einkommen aktiv, weil die Wirtschaft offensichtlich nicht dazu in der Lage ist.
            Ein Staat schützt seine Bürger und die Ressourccen, dei er den Unternehmen zur Verfügung stellt.
            Ein Staat sorgt für optimale Finanzausstattung und Verfügbarkeit von Wirtschaftswegen und für Rechtssicherheit.

            Ein Staat belastet nicht die Wirtschaft, indem er Kredite aufnimmt, die der Wirtschaft fehlen könnten.
            Der Staat erhöht nicht seine Kosten, durch Zinsen.
            Ein Staat verfolgt einen Haushaltskurs der eine schwarze Null schreibt und baut dabei Reserven auf.
            Der Staat ist der letzte Geldgeber. Zumindest ist er das wenn der politische Wille dies für Zweckmässig hält.
            Der Staat kann sich kurzfristig verschulden, um z.B. Naturkatastrophen oder Industrieunfälle großen Ausmasses zu kompensieren und um Mittel bereit zu stellen, die eine Wiederholung ausschliessen.
            Aber Betonung kurzfristig und akuter Einzelfall.
            Ein Staat kann die zyklischen Wellen der Wirtschaftsentwicklung nutzen, um im “Auf” seine Reserven zu stärken, um im “Ab” Investitionen zu erleichtern, durch Zinssteuerung z.B.

            Ein Staat ist in das Wirtschaftsleben nie so stark eingebunden, das er eine relevante Kraft wäre.

            Der Staat als Auffangbecken für Drittschulden ist für mich nicht erklärbar. Entschuldigen Sie meine Naivität, aber da kann ich inhaltlich nicht folgen.

    • Querschuss - 1. Mai 2013

      Hallo Huthmann,
      “Ich halte Austerität für notwendig…” … Diese Aussage wundert mich nicht wirklich, aber trotzdem bleibt es mir ein Rätsel, wie man gerade als Unternehmer aus dem Segment wie dem ihren, nach Austerität rufen kann. Aber dies liegt wohl daran, dass sie die Segnungen der Austerität, welche auch hunderttausende Unternehmen und Selbstständige in der Südperipherie in den Ruin treibt, in Deutschland noch nicht am eigenen Leib spüren, ebenso nicht die Segnungen bei griechischen Konsumenten, die ihre realen Einzelhandelsumsätze für Nahrungsmittel um -50% eindampfen mussten, ein wohl für Friedenszeiten historisch einmaliger Vorgang.

      Natürlich sind es genau die Unternehmer, die mit Krediten in künftige Wertschöpfung die Wirtschaft antreiben, nur was tun, wenn Unternehmen wegen der Krise nicht investieren. Unternehmen handeln eben nicht antizyklisch, warum sollten sie auch investieren, wenn die Kapazitätsauslastung ihrer Produktion z.B. in Griechenland bei nur 60% liegt? Verfehlt eine Volkswirtschaft aber Produktionpotenzial und unterlastet dramatisch seine Produktionskapazitäten, werden immer erzielte Wertschöpfung und Einkommen sinken, damit auch der Konsum und wegen der miesen Geschäftsaussichten werden auch Unternehmen nicht investieren! In so einem Umfeld zu versuchen den Staatshaushalt zu sanieren, ist nicht nur immer zum Scheitern verurteilt, sondern schwächt die Wirtschaft zusätzlich, schwächt die Einnahmeseite des Staates und überfordert auch noch mittels Bankenrettungen die Schuldentragfähigkeit des Staates. Blöder geht es nicht, auch wenn immer noch Leser denken, dieser Schwachsinn sei notwendig, gar zielführend. Alle relevanten volkswirtschaftlichen Daten zeigen seit über 3 Jahren das Gegenteil an und immer noch geht es ungebrochen abwärts.

      Je mehr Volkswirtschaften in den Austeritätsprozess involviert werden, umso sicherer geht es schief. Einzelne Volkswirtschaften mögen ihre Wettbewerbsfähigkeit in einem weltweit florierenden wirtschaftlichen Umfeld wiederherstellen können, aber niemals viele auf einmal, da sie sich gegenseitig die Umsätze (Einnahmen) wegsparen.

      Gruß Steffen

      • Huthmann - 1. Mai 2013

        Expansion über die Maßen ergibt als Resultat Kontraktion. Das erste ist der Boom, das zweite ist der Bust. So läuft Wirtschaft ab. Meiner Meinung nach geht es nicht anders, da es keinen Experten gibt, der das genaue Maß kennt.

        Kontraktion ist gleichbedeutend wie Austerität! Es ist nur ein anderes Wort für die gleichen Inhalte!

        MfG

        • Querschuss - 1. Mai 2013

          Hallo Huthmann,
          etwas dürftig und eine wirtschafts- und finanzpolitische Bankrotterklärung, wenn man Boom und Bust in dieser Dimension für gegeben und unabwendbar hält. Sinn jeder verantwortungsvollen Wirtschaftspolitik wäre ja gerade den Boom und seine implizierten Verwerfungen rechtzeitig zu begrenzen, so wie den Bust und die Auslöschung von Nachfrage und Produktion abzuwenden. Ob in Griechenland oder Spanien, dort gehen doch nicht nur viele Firmen pleite, weil sie nicht international wettbewerbsfähig sind, sondern auch viele binnenorientierten Unternehmungen, die sich internationaler Wettbewerbsfähigkeit gar nicht stellen müssen, aber eben den herbeigeführten Nachfrageeinbruch der Konsumenten, verstärkt durch prozyklische Lohnsenkungen, Steuererhöhungen und Erhöhungen von administrativen Preisen, nicht überleben.

          • Huthmann - 3. Mai 2013

            Das Leid der Betroffenen bei einem Bust sehe ich wie Sie. Aber bitte sehen Sie auch das Glück beim Boom.

            Tatsächlich glaube ich daran, daß Boom und Bust nicht zu vermeiden sind, genauso wie es Konjunkturzyklen gibt.

            Dies theoretisch zu fundieren ist eine andere Sache. Irgendwie hängt es zusammen mit Märkten, bei denen es zum keine vollständige Information gibt (z.B. steigen zu viele gleichzeitig ein ohne voneinander zu wissen), zum anderen – und das dürfte ggf. schwerer zu beweisen sein – sind möglicherweise Menschen Herdentiere, drittens läßt sich Entwicklung in dynamischen Systemen nicht mit Planung in den Griff bekommen. Anders ausgedrückt: ich glaube nicht an rational expectations.

            Eine theoretische Erklärung ergibt aus aus dem Operations Research/Entscheidungstheorie und der Mathematik. Bei im wesentlich allen Problemen, die nicht dem Elfenbeimturm entsprungen sind, kommen sie um Heuristiken zur Entscheidungsfindung nicht aus. In der KI nennt man das Grob-Prinzip Heuristische Suche. D.h. man geht in die eine Richtung, geht wieder zurück, geht in die andere Richtung… Ein ständiges Überschiessen, Unterschiessen, Überschiessen, etc.

            MfG

            • Querschuss - 3. Mai 2013

              Hallo Herr Huthmann,
              sie wollen mir doch nicht erzählen, dass das aktuelle Unterschießen in Spanien, Griechenland, Portugal irgendetwas mit normalen Konjunkturzyklen zu tun hat? Solche Dimension einer Depression gibt es nur alle paar Jahrzehnte, gemessen an den Arbeitlosenquoten zuletzt in der Großen Depression der 30er Jahre, wobei sicher die Verelendung von damals höher war.

              Eine falsche Währung (Euro), Austerität, prozyklische Maßnahmen des Staates usw. befeuern das Unterschießen und dies ist keineswegs Zeugnis normaler unabwendbarer Dinge.

              Gruß Steffen

      • Holly01 - 2. Mai 2013

        Hallo Querschuss,
        entschuldigen Sie wenn ich dazu auch etwas schreibe.
        Ein Staat hat ein finanzielles Volumen. Aus diesem Volumen heraus erbringt er notwendige Leistungen.
        Nehmen wir weiter an, man möchte das dieser Staat die Wellen des Wirtschaftszykluses beeinflussen soll. Er soll die Abschwünge dämpfen und in den Aufschwüngen rekapitalisieren.

        Größenordnung :
        Staatsquote 40%, was bedeutet das man eine Verschuldung von 5% braucht um einen Effekt von 2% zu erreichen.
        2 % sind eine reale Größe für einen normalen Verlauf des Wirtschafslebens.
        Bei einem Zyklus von 8 Jahren muss der Staat also 4 Jahre 5 % aufschulden und er hat 4 Jahre um 5% zu tilgen.
        Der Staat muss die 2% Aufschwung also komplett kompensieren, um seine Verschuldung auszugleichen.
        Das bedeutet Stagnation und ist wertneutral.

        Passieren wird folgendes :
        Der Staat schuldet 5% auf und tilgt im besten Falle z.B. 2 %.
        So bleiben 3% wirksam und können als “Wachstum” ausgewiesen werden.
        Diese 3 % laufen aber auf Pump und erzeugen Zinszahlungen. Es ist -Scheinwachstum-.
        Nicht nur weil es monetär erzeugt wird.
        Ein Staat der 5 Zyklen durchhält ist also mit x% verschuldet. Die Wirtschaft läuft auf einem erhöhten Niveau, welches sie alleine nicht erreicht hätte.

        Nehmen wir an der Staat holt sich sein Geld bei den Bürgern, so ist der Sockel wieder weg. Plus natürlich die aufgelaufene Zinslast, die drückt die Wirtschaft nun in ein Minus, das ohne staatlichen Eingriff nicht da wäre.

        Der Sinn würde sich nur ergeben, wenn die staatliche Schuld eine ewige wäre und damit der Zins ein ewiger Zinseszinszins. Das ist mathematisch Unfug.
        Das System kann nur laufen, wenn das Volumen permanent steigt.
        Nun ist aber menschliche Arbeitskraft limitiert und Menschen arbeiten nicht für ein System, sondern Menschen arbeiten für ihren (hoffendlich auskömmlichen) Unterhalt.
        Wirtschaft ist ebenfalls nicht für ein system da, sie ist ein Versorger. Wirtschaft weckt und befriedigt Bedürfnisse (der Konsumenten, nicht der Finanzwelt).

        Ein Schuldenbasiertes Wachstum fällt also immer auf ein Neveau das sich so darstellt :
        Volumen – Schuldenbasiertes Wachstum plus Zinslast

        Nach 40 Jahren Schuldenwachstum ist das ein Absturz.
        Was die Gegner dieser Entwicklung nicht sehen wollen, ist die Alternativlosigkeit.
        Ich nutze dieses Wort an der Stelle mit Absicht.

        Es gäbe nur eine Alternative, aber das hiesse den Kapitalismus (also dem Kapital verpflichtet) ad absurdum zu führen.
        Man bedient die Schulden nicht, man streicht sie. Kompletter Schuldnerverzicht sowohl auf die Summen, wie auch auf die Zinsen.
        Es gibt nur diese Wahl :
        1. Man ruiniert die Wirtschaft mit der Korrektur auf der tatsächliche schuldenfreie Maß.
        2. Man ruiniert die Geldgeber mit der Kerrektur der Staatsschuld auf Schuldenfreiheit.

        Wirtschaftlich ist das ganze Konstrukt für mich im höchsten Masse fehlerhaft. Man stützt wenig innovative Strukturen und hemmt (durch Zins und Zinseszins) die Entwicklung neuer Techniken.
        Die global Player treffen auf kein global Law und machen sich ihr Recht selbst.
        Die Pervertierung der Nutzungsrechte möchte ich nur als ein Beispiel anführen.
        Die Nutzung aller weltweiten Steuerschlupflöcher als das andere.
        Gesellschaftlich ist das ganze eine Keule, welche die nächste Generation trifft, geschwungen von den Eltern.
        Ich halte von dieser Theorie überhaupt nichts.

    • SLE - 1. Mai 2013

      Hallo Herr Huthmann,

      ich will es mal mit einer Metapher verdeutlichen:

      Das Jahr unterteilt sich in die vier Jahreszeiten. Daraus ergibt sich ein Ablauf, eine Entwicklug. Wie genau diese Entwicklung verläuft, können wir weder vorhersehen noch steuern.

      Was uns die herrschende neoklassische Wirtschaftstheorie suggeriert, ist, dass es eine ideale Jahreszeit gibt, die wir anstreben und immerfort erhalten müssen – z.B. der Sommer – und das es uns dann immer richtig gut geht.

      Ich brauche sicher niemandem erklären, was geschehen würde, wenn man den Jahresablauf in dieser Weise beeinflussen und zu einer quasi-statischen veranstaltung machen könnte.

      Der Punkt ist, das die klassische liberale Wirtschaftstheorie Entwicklung NICHT erklären kann und lediglich UNTERSTELLT, dass sie immer positive Wirkungen produziert, so lange der Staat nicht in die Wirtschaftsprozesse eingreift, das heißt, so lange freie Märkte und Freihandel existieren bzw. – wenn dies nicht gegeben ist – sobald beides hergestellt worden ist.

      Die herrschende neoklassische Theorie handelt überhaupt nicht von Entwicklung. Entwicklung kommt darin nicht vor und insofern bietet sie darauf bezogen auch keinerlei Erklärungshilfen oder gar Handlungsanweisungen.

      Austeritätspolitik ist folglich die Antwort auf eine hypothetische, aber keinesfalls reale Welt. Sie ist definitiv keine geeignete Antwort auf Fragen der Entwicklung, es sei denn sei den, man befürwortet eine Art ökonomisches russisches Roulette.

      Sie sagen, Sie wollen wissen, wie die Wirtschaft funktioniert und Sie stellen – aus meiner Sicht – absolut die richtigen Fragen. Aber es erscheint mir unmöglich gute Antworten auf diese Fragen zu finden, wenn man voraussetzt, dass sich aus dem mit prinzipiellen, schweren systemischen Fehlern belasteten “Kosmos” der herschenden Gleichgewichtstheorie in bezug auf die sich entwickelnde reale Wirtschaft und damit verbundene Probleme richtige Erklärungen der Funktionsweise der realen, sich entwickelnden Wirtschafterfolg und erfolgversprechende Handlungskonzepte ableiten lassen.

      Die Crux ist – wenn man es einmal aus der Entwicklungs- bzw. Ungleichgewichts-Perspektive betrachtet -, dass es in der realen Entwicklung der Wirtschaft definitiv Situationen geben kann, in denen die klassische liberale/neoklassische Theorie richtige Erklärungen und Handlungsempfehlungen abgegeben kann. In der gegenwärtigen Situation ist das m.E. aber definitiv nicht der Fall. Wer die wirtschaftliche Entwicklung versteht, der erkennt das unmittelbar. Wer gewohnt ist, gleichgewichtstheoretisch zu denken (bewusst oder unbewusst), wird das nicht sehen.

      Viele Grüße
      SLE

      • Huthmann - 1. Mai 2013

        Hallo SLE,

        sie haben ein sehr schönes Bild mit den Jahreszeiten gewählt. Nun ich würde sagen, daß es immer nur eine Folge von Booms und Busts gibt. Märkte neigen zum Überschießen und Unterschießen aufgrund von Herdenverhalten, darin gibt es wohl kaum noch etwas zu deuteln.

        Insofern machen VW Fehler. Sie überschießen und unterschießen.

        Wenn man die Anpassung nach einem nicht nachhaltigen Boom nicht mehr erlaubt, so müssen sie bestehende falsch entwickelte Strukturen bezuschussen.

        Ich behaupte, daß wir das mehr oder weniger seit vielen Jahrzehnten machen, über die Nettokreditschöpfungsbescheunigung des Bankenwesen.

        Neoliberal oder was auch immer… Das sind Denkschulen, die Wirtschaft noch nicht richtig durchdrungen haben meiner Ansicht nach. Wenn ein herrschende Schule über die letzten Jahrzehnte nicht den Bankensektor modellhaft integriert hat, um nur einen Denkfehler zu nennen, dann braucht man da nichts mehr anfügen.

        Aber auch Flassbeck, die Saldenmechanik von Stützel, etc. führt uns nicht weiter. Flassbeck hat noch nicht verstanden meiner Ansicht nach, daß Wirtschaft sich entwickelt und es Wettbewerb gibt. Saldenmechanik gibt gewisse Einblicke in Zusammenhänge zwischen Nachfrage und Angebot wie auch den Interdependenzen zwischen Sektoren, aber kann uns keine Sicht und Verhaltensempfehlungen auf die gleichen Fragen geben.

        Kreditlenkung à la Werner oder Mr. Dax kann ebenso in ineffiziente Strukturen führen, die später über die Allgemeinheit abbezahlt werden müssen.

        Ich bin immer noch auf der Suche nach einem Wirtschaftsmodell, das die Realität besser abdeckt als oben aufgeführte. Und habe bisher nichts besseres gefunden als Schumpeter. Gemixt mit der Erkenntnis, daß wir Nettokreditwachstum wieder mehr an das Sparaufkommen binden müssen ohne leichtfertig zukünftige Sparvolumina über einen künstlich niederen Zins heute zu verbrennen. Dito das Akzeptieren von Booms und Busts, ohne die Busts abzufangen mit Nettokreditwachstum.

        Evl. liegt alles daran, daß wir das Scheitern von Investitionen nicht mehr ertragen können und Busts nicht mehr aushalten. Da bin ich momentan.

        MfG

        • SLE - 1. Mai 2013

          Hallo Herr Huthmann,

          ich kann Ihre Bestandsaufnahme gut nachvollziehen und sehe es auch ähnlich.

          Den Aspekt “Boom and Bust” würde ich gerne ein bisschen weiterentwickeln und Ihnen eine Frage dazu stellen:

          Wettbewerb ist ja die Kraft, die Märkte entwickeln lässt, aber auch für eine Ausbalancierung der Kräfteverhältnisse sorgt. Das Über- und Unterschießen der Märkte, wie Sie es nennen, steht dazu in gewisser Weise im Widerspruch. Es ist natürlich richtig, dass die Staaten hier eingreifen und damit die Anpassung verhindern – jedenfalls tun sie es in den letzten Jahren. Die Krisenpolitik ist auch und vor allem Erhaltungspolitik. Sie tun es aber als Reaktion auf das Überschiessen der Märkte und sind – mit R. Hilferding gesprochen – zum Reparaturbetrieb der Märkte geworden.

          Jetzt die Frage:
          Halten Sie es für ausgeschlossen, dass das extreme (krisenauslösende) Über- und Unterschießen der Märkte schlicht ein Zeichen dafür ist, dass wir – in diesen Fällen – keinen gesunden, effektiven Wettbewerb mehr haben und es insofern durch Wiederherstellung desselben durchaus möglich wäre, das extreme Über- und Unterschießen von Märkten zu verhindern?

          Grüße
          SLE

          • Huthmann - 3. Mai 2013

            Stimme Ihnen zu, daß Wettbewerb Entwicklung emöglicht und gleichzeitig die Marktteilnehmer diszipliniert. Das erleben wir ja jeden Tag in der Praxis.

            Inwieweit es ein ständiges Überschiessen und Unterschiessen geben muß, muß weiter durchdacht werden (siehe meine Anmerkungen weiter oben betreffend querschüsse).

            Ich denke aber, daß man erst merkt, daß man zu weit gegangen ist, wenn man zu weit gegangen ist. Wenn sie dann noch ein Kollektiv von Wirtschaftssubjekten nehmen wie bei einem Markt, dann scheint mir das wie ein Dampfer zu sein, der erst in die eine Richtung geht und dann in die andere Richtung. Erst, wenn die Mehrheit bremst und in die andere Richtung will, kommt die Bewegung zum Stillstand und kann in eine andere Richtung gehen.

            Aber wie gesagt, da müßte man mehr nachdenken, analysieren.

            Wenn ich das ständige Auf und Ab der Konjunktur sehe, dann geht das erklärungstheoretisch wohl in diese Richtung.

            Man kann ja auch die österreichische Schule sich einmal wieder anschauen, ob da nicht brauchbares zu finden ist.

            Mfg

          • Huthmann - 3. Mai 2013

            Inwieweit das Überschießen und Unterschießen auf mangelnden Wettbewerb zurückzuführen ist, kann ich jetzt so nicht sagen.

            Für Aktienkurse hat ja Hayek, wenn ich mich richtig erinnere, behauptet, daß da der Bankensektor das Problem ist, der nicht genügend wettbewerbsmäßig strukturiert sei. Er hat dann wohl Gedanken über einen effizienteren Kreditmarkt entwickelt ohne Banken.

            Dies kurz zu Ihrer sehr wichtigen Frage.

            MfG

            • SLE - 4. Mai 2013

              Hallo Herr Huthmann,

              Wettbewerb ist die stärkste regulierende und zugleich Entwicklung und Wachstum treibende Kraft. Der Wettbewerbsprozess wird ja auch als eine Kette von (innovativen) Vorstößen einzelner Marktteilnehmer und Verfolgungsaktionen der übrigen beschrieben. Sie haben also auf dieser Ebene ständig Situationen eines Überschießenes, die von Nivelierungsphasen gefolgt sind. Der Wettbewerb sorgt für einen ständigen Ausgleich bzw. für eine Art dynamische Balance – wenn er effektiv funktioniert.

              Wenn sich ein großer Teil der volkswirtschaftlich relevanten Märkte in der Reifephase befindet – so wie jetzt -, dann haben sie infolgedessen eine sehr starke Parallelisierung, was die Intensität des vor- und nachstoßenden Wettbewerbs anbelangt und die ökonomische Signifikanz bzw. Wirkung der Innovationen, die diesen Wettbewerb tragen. Je größer die Marktreife und -transparenz, desto höher die Unternehmenskonzentration und desto geringer die ökonomische Signifikanz bzw. Wirkung der Innovationen.

              Das heißt, auf solchen Märkten bzw. in solchermaßen geprägten Volkswirtschaften verändert sich nicht mehr viel, sie sind dadurch bedingt aber auch viel anfälliger für singuläre Ereignisse, ob das nun Basisinnovationen, Naturkatastrophen oder Finanzmarktturbulenzen sind.

              Das hängt sehr stark damit zusammen, dass der Wettbewerb ZUVOR über einen längeren Zeitraum NICHT MEHR effektiv war. Denken Sie nur daran, dass durchgreifende Innovationen ja regelmäßig eine starke Entwertung von Kapital, aber auch von Know How haben. Wenn dies immer weniger der Fall ist, geht die Balance, die der effektive Wettbewerb zu bewahren vermag, verloren und es entstehen hochkonzentrierte, große Unternehmenseinheiten, die zunehmend marktdominant sind. Das ist ein Prozeß, der viele Jahre dauert.

              Diese Sitution ist jedoch – anders als unsere Mainstream-Ökonomen und -Politiker gluaben – KEINE DAUERHAFT stabile, weil signifikante Innovationen, die der Entwicklung wieder neue Impulse geben könnten, unterbleiben – denken Sie beispielsweise mal an Intel – und es infolgedessen auch zu einer zunehmenden Einkommens- und Vermögenskonzentration kommt, was auf der Nachfrageseite zu Problemen führt, die die Märkte erst stagnieren und dann kippen lässt. Das Problem wird dadurch verstärkt, dass die Realwirtschaft heute sehr stark von den Finanzmärkten beeinflusst und sogar dominiert wird – und nicht umgekehrt und die Entwicklung an den Finanzmärkten nicht mehr die reale Entwicklung widerspiegelt, sondern sie überzeichnet. Das erhöht die Anfälligkeit wie auch die Ausschläge, die ein singuläres Ereignis auslöst, drastisch.

              Das hat aktuell mit Konjunkturzyklen oder konjunkturellen Problemen eigentlich nicht (mehr) viel zu tun. Das sind wirtschafts- und marktstrukturelle Probleme und die produzieren auch – wie Sie es nennen – das extreme Über- und Unterschiessen.

              Viele Grüße
              SLE

        • Vandermonde - 2. Mai 2013

          Bei Werner bin ich mir über manche seiner Aussagen nicht sicher. Manchmal empfinde ich ihn als etwas mchanistisch. Aber was er und andere (z.B. auch Steve Keen) einfordern ist eine Orientierung an der empirischen Forschung. So wie Sie das andeuten mit “die Realität besser abdeckt als oben aufgeführte”.

          Schumpeter dagegen ist sicher ein Beispiel für jemand, der eben nicht empirisch fundiert vorgegangen ist, sondern sich irgendwelche Zyklen mit drei verschiedenen Frequenzkurven (oh Wunder) zusammenfantasiert hat.

        • Robert - 2. Mai 2013

          @Huthmann

          Die Saldenmechanik stellt ja auch nur ein Grundgesetz dar, eine Art Bilanzgleichung. welche man bei seinen Überlegungen beachten muss. Diese soll nicht darstellen, wie die Interaktionen zwischen den einzelnen Teilen aussehen. Man kann mit ihr nur das Gesamtergebnis beurteilen. Wenn das stimmt, kann man sich um die Details kümmern.

          @SLE

          was sie vorhin als zu einfache Analyse abgetan haben, ist nur die grundlegenden Betrachtung des Europroblems. Die von ihnen angesprochenen Defizite der neoklassischen Theorie kritisiert Flassbeck genauso.

    • Vandermonde - 2. Mai 2013

      Die Sichtweise der Austerität würde ich eher in der christlich dominierten Philosophie des Schuld und Sühne Dualismus verorten (so ähnlich wie der Beitrag des “Barons” weiter oben) und weniger im Bereich der Fakten.

      Der Treiber nachhaltigen Wirtschaftswachstum sind die nachhaltigen Investitionen für die man Kredite benötigt. Wie gewährleistet man Nachhaltigkeit nach besten Wissen und Gewissen? Durch Planung!

      Leider ist der Begriff “Planung” im Zuge der neoliberalen Ideologie zu dem Äquivalent “Teufelswerk” mutiert, da der Markt sich ja selbst regelt und einem Markgleichgewicht zustrebt. Daher haben wir Privatfirmen, die nach ihrem Gutdünken Geld schöpfen, dass andere Privatleute dann nach ihrem Gutdünken einsetzen. Es ist die Frage, ob etwas so essentielles, wie die Menge an neuem Geld als Basis für die zukünftigen Investitionen einfach ungeplant durch private Firmen bestimmt werden sollte. Das Resultat sind eben nicht nachhaltige “Investitionen” in die FIRE Sektoren, wo die steigenden Preise, steigende Sicherheitsvolumen bedingen und weitere Kreditvergabe nach sich ziehen bis der Punkt kommt, wo die Preise nicht mehr steigen.

      D.h. man muss durch Planung verhindern, dass zu viele Kredite in Bereiche fließen, die nicht nachhaltig BIP wirksam sind – z.B. durch Kontingente.

      (die privaten Firmen sind übrigens Banken)

      • Huthmann - 3. Mai 2013

        Durch Planung erreichen Sie nicht notwendiger Weise Nachhaltigkeit. Geplant wird viel, wie ebenso viel geschwätzt wird.

        MfG

        • Querschuss - 3. Mai 2013

          ohne Planung, nur basierend auf dem freien Spiel der Märkte stellt sich sich auch nicht zwangsläufig Nachhaltigkeit ein. Und nun? ….weiter schwätzen?

          Gruß Steffen

          • Huthmann - 3. Mai 2013

            Ich wollte damit sagen, daß Planung, Investition und Haftung für die Investition in eine Hand gehören. Dies sehe ich als eine Vorbedingung für Nachhaltigkeit an.

            Mfg

            • Querschuss - 3. Mai 2013

              so formuliert schließe ich mich dem an. Eine gezielte Steuerung von Krediten, dabei das gesamtvolkswirtschaftliche Interesse im Blick, dürfte trotzdem auch zielführend sein, so meinte dass sicher Vandermonde auch. Dies muss ja nichts daran ändern, dass der Kreditnehmer (Unternehmer) plant, investiert und gleichzeitig das Risiko trägt und haftet. Damit gehen sicher die meisten Leser konform und das heute Risiko und Haftung in Teilen (bei Banken) außer Kraft gesetzt sind, ist ja eines der Probleme.

              Gruß Steffen

  • Fransisco - 1. Mai 2013

    “klassische liberale Wirtschaftstheorie in der Finanzmarkt- und Weltwirtschaftskrise eklatante Schwächen offenbart und ihren begrenzten Orientierungswert für die Krisenbewältigung unter Beweis gestellt haben,”

    Egal wie oft es wiederholst wird, es wird dadurch nicht wahrer. Die klassisch Liberalen wissen, daß einem Boom durch beliebige Kreditexpansion die Luft ausgeht. Entweder früher oder später.

    Und Wohlstand auf Pump ist eine Chimäre. Eindrucksvoller wie derzeit kann es nicht vorgeführt werden

  • Vielklang - 1. Mai 2013

    Servus Ro,

    schön von Dir wieder zu lesen;-)

    Kleine Anmerkung zu deiner Aussage: “….weiter Schuldgeld aus dem Nichts ausgeben….” Ich sehe es etwas anders: Geld kann nur aus einem Schuldverhältnis (Kreditkontrakt) durch Hinterlegung eines Titels oder Pfandes entstehen. Du selbst hattest doch auch in einem deiner letzten Posts die Eigentumsökonomie zitiert..? Das Geld aus dem Nichts geschöpft wird, halte ich für irreführend. Bezugnehmend auf die Austerität bin ich komplett bei dir…..

    Wie meinte doch Fr. Merkel gestern sinn gemäß: “…Wir brauchen eine solide Haushaltspolitik (ergo Sparpolitik) in Europa, um Wachstum zu erzeugen..” Ich frage mich, welcher Investor will eigentlich in einem solchen Marktumfeld überhaupt noch investieren will..?

    Viele Grüße,
    Vielklang

    • Thorsten Eckau - 1. Mai 2013

      Hallo,

      ist zwar eine Antwort, die Frage geht aber an alle:
      Faktisch wird Geld ja aus dem Nichts geschöpft, das Argument mit den Sicherheiten passt wiederum zu der Ansicht dass in einem Schuldgeldsystem alles Vermögen und alle Verbindlichkeiten sich nullen.
      Wie aber sieht es bei einem Konsumkredit aus? Wenn ich zur Bank gehe und mit 10.000 EUR leihe, welche mir die Bank ist Konto tippt weil ich so nett aussehend Gehaltszettel der letzten 3 Monate vorlege (und in diesem Rahmen wird keine Sicherheit gestellt, nicht mal danach gefragt), dann das Geld nehme und 4 super Wochen Urlaub damit mache, wo bitte ist hier dann die hinterlegte Sicherheit? Dieses Geld ist doch schlicht aus dem Nichts geschaffen worden und der “Hintergrund” ist schlicht die Existenz meiner Schuld in Form eines Kreditvertrags.

      Wenn demnach ein Großteil der Kredite nicht investiver sondern konsumtiver Natur sind, müsste doch die Aussage “Schuldgeld aus dem Nichts ausgeben” stimmen, jedenfalls im Großen und Ganzen?!

      • Querschuss - 1. Mai 2013

        Hallo Thorsten,
        wo ist das Problem, solange du einen Job und Einkommen hast? Es wird bei Zahlungsunwilligkeit dein Gehält gepfändet, über Gerichtsvollzieher kann auf dein potenzielles Vermögen zurückgegriffen werden usw. Problem ist nur der Kreditnehmer ohne festes Einkommen und pfändbares Vermögen. Ähnliches gilt auch für Kredite an Unternehmen, die trotz Investitionen in neue Produktionsanlagen auf den Produkten sitzenbleiben oder wegen anderer Probleme in Zins- und Tilgungsschwierigkeiten geraten.
        Wobei volkswirtschaftlich Kredite in Wertschöpfung anders betrachtet werden müssen, als der Kredit nur für den Konsum. Leider erzwingt die Einkommens- und Vermögensverteilung fast den Kredit für den Konsum, welcher mangelndes Einkommen ersetzen muss, sonst wäre schon längst Schicht im Schacht.

        Gruß Steffen

  • Karin Jürgens - 1. Mai 2013

    @ Ro
    Bin ganz auf Ihrer Seite: Wir haben eine Krise des (angelsächsischen) Geldsystems und der damit zusammenhängenden Strukturen. Der Euro + die Strukturen der EU machen eine Lösung für Europa unmöglich – ich denke, das war auch so geplant, Europa als Ersatzbank und Ersatzteillager. Leider haben wir aber noch andere Krisen, z.B. in vielen Bereichen eine Überproduktionskrise (Autos). Aber vor allem haben wir eine politische Krise. Die Macht der USA beruht 1. auf der Sonderrolle des USD und 2. auf dem weltumspannenden Netz militärischer Stützpunkte mit hochentwickelter Technik. Der USD wird gerade demontiert. Um das zu erreichen schließen sich ja sogar Länder wie Japan/China, Rußland/China, die vormals verfeindet waren, zusammen und gründen alternative Organisationen. Wenn der USD fällt, können die USA ihre Kriege nicht mehr finanzieren – und aus ist es mit der Weltherrschaft. Dann bliebe nur noch eine Aussöhnungspolitik, wie Kennedy sie mit Chrustchow angestoßen hat. Allerdings hat er diese Politik und die Entmachtung der FED nur um wenige Wochen überlebt, die Psychopathen im Hintergrund sind zu allem bereit. Ob Obama den Mut zu einem Schwenk in der Politik hat?

    Was mich wirklich nervt, ist die kleinkarierte Politik der Europäer, mit solchen Politikern an der Spitze kann Europa nur noch untergehen.

    • Holly01 - 1. Mai 2013

      @ Karin Jürgens :
      Da ich es auch nicht weiss, aber dies ein Wirtschaftsblog ist, indem bei politischen Äusserungen Grenzen bestehen (keine Kritik, ich finde das gut so), möchte ich eine Szene entwerfen :
      Ein Kontinent, ich nenne ihn willkürlich Europa.
      Im Kern fremdbestimmt. Ein Teil der Staaten nicht souverän. Der andere Teil politisch, wirtschaftlich abhängig.
      Die Staaten sind untereinander zerstritten, es gibt jede Menge historische Probleme.
      Das Gleichgewicht des Schweigens wird von aussen durch eine unbekannte Macht (ich nenne sie willkürlich USA) garantiert.
      In der Szene gebe ich vor, daß die Rohstoffe begrenzt sind. Ich mache die Situation grenzwertig, indem ich sage, die Szene soll kurz vor dem Ende der wichtigsten Ressourcce (ich nenne sie wieder willkürlich ÖL) stehen.
      Um das ganze etwas zu würzen möchte ich festlegen : die äussere Macht soll in einer tiefen Krise stecken und absehbar komplett ausfallen.
      Ob dies passiert weil sie wieder einmal Krieg führt, oder ob dies passiert weil sie dieses mal keinen Krieg führt sei dahingestellt. Der Hegemon versaut jedenfalls sein eigenes Land, weil er nicht mehr aussreichend Öl erhält. Selbst massive militärische Agression in der Hauptförderregion reicht nicht mehr aus.
      Gleichzeitig ist die Wirtschaft des Hegemons so weit zerstört, daß eine Produktion ausserhalb des Militärs praktisch nicht mehr stattfindet. Wirtschaftlich im besten Falle eine Mittelmacht.
      Nun zurück zu der Region, welche ich Europa genannt haben, nicht etwa EU, das wäre zu klein.
      Für den Fall das man ohne Hegemon mühsam einen Konsens herstellen könnte (das ist keines Falls sicher) zeigt ein Blick in die nähere Umgebung weitere Probleme :
      Eine andere Region Eurasien hat ihre ganz eigenen Probleme und Konflikte.
      Mittlerer Osten wird ebenfalls vom Hegemon in der Schwebe gehalten.
      Asien sieht ebenso aus. Nicht souveräne Staaten in Bündnissen eingebunden, aber alte und nie gelöste Konflikte. Zentrale Gewalt …. ja genau der gleiche Hegemon.
      Das Problem ist für alle gleiche : der Hegemon.
      Der Stabilisator ist aber auch für alle gleiche : der Hegemon.
      Selbst als Feind ist es immer der gleiche Stabilisator : der Hegemon.
      Die USA haben ihre ganz eigene Krise. Die geben Geld aus, in einer Menge, welche die Welt nicht reproduzieren kann. Wir alle zusammen sind nicht mehr dazu fähig das zu rekapitalisieren.
      Das dumme ist nur, das Geld dient nicht etwa der Vorbeugung zum Ausfall der Ressoucce Öl. Nein es wird als Machterhalt militärisch verbrannt.
      Und da kommen wir zum Problemkern. Nicht alle wollen diesen Weg weiter mitgehen.
      Die wirtschaftliche Mittelmacht USA ist problemlos wegzudenken.
      Der US$ ist problemlos wegzudenken.
      Der Hegemon ist nicht wegzudenken. An dem wird festgehalten. Nicht vom Hegemon, sondern von den Vasallen.

  • Ro - 1. Mai 2013

    hallo Vielklang ;-) gern.

    PS: Schuldverhältnis / Kreditkontrakt. Klar, keine Frage. Ich bevorzuge zumeist beim schreiben die einfacheren Darstellungen. Im Video – oben 13 min – eine Stufe vertieft etc.etc.

    Ist Europa bereit für neue Erklärungen, Alternativen wie im Beitrag von SLE´s gefragt?

    Aus meiner Beobachtung heraus, ja, zaghaft, aber nur vordergründig, in medialer Vorbereitung doch klar erkennbar.

    Man kehrt von der Austerität leicht ab, um in erster Linie das Vertrauen der Menschen ins System nicht weiter zu gefährden. Man drosselt das Tempo. Droht dieses Vertrauen jetzt zu kollabieren, ist eine Kontrolle der Ereignisse schlecht machbar. Systemisch bleibt das unausweichliche Ende der kompletten Neuordnung des Systems.

    Selbst der ehemalige Chefvolkswirt der Deutschen Bank Thomas Mayer darf nun, da er nicht mehr diese Position inne hat, Klartext reden und tut dies auch in der FAZ letzthin klar und deutlich:

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/mayers-weltwirtschaft/mayers-weltwirtschaft-das-ende-des-papiergeldes-12156140.html

    Man will die Kontrolle, das Vertrauen nicht verlieren somit gibt man leicht nach, um die Macht zu erhalten. Jedoch man diskutiert nach wie vor nicht die wirklichen Ursachen! Das Geldsystem, die Wachstumsideologie dahinter, unabdingbar für das System UND “wie wollen wir leben” – dem wohl schwierigsten Part in einer Eigentumsökonomie. Derzeit wohl nicht lösbar, kann ich verstehen. Die Spannung bleibt, was hier noch kommt.

    Und noch ein Nachtrag. Ich kenne etliche Unternehmer die investieren nach wie vor, die bauen nach wie vor. Die planen nach wie vor. Es ist schlicht Teil der Programmierung in uns. Wo sonst bliebe denn der Sinn im Leben ;-) ….. Stichwort: Kognitive Dissonanz.

  • Andres Müller - 1. Mai 2013

    Ich frage mich ob man auch bereit ist über das wahre Ausmass der Steuerhinterziehung zu diskutieren, die keineswegs nur über Privatleute betrieben wird. Die Steuerhinterziehung wird betrieben von grossen Banken, Versicherungen, Konzernen -und läuft offizielle unter dem Namen Firmenanleihen. Der weltweit grösste Hinterzieher heisst Apple, aber das Vorgehen ist überall ähnlich. Dass diese offizielle überhaupt möglich ist, das ist das Problem des westlichen Finanzmarktkapitalismus dessen Regulierung den Nationen völlig entglitten ist.
    http://www.cash.ch/news/front/warum_apple_trotz_cash_milliardenschulden_macht-3058322-449

    “Warum macht Apple Schulden, wenn doch die Kasse voll ist?

    Zwar hat Apple etwa 145 Mrd. Dollar auf der hohen Kante liegen, doch nur jeder dritte Dollar befindet sich auch in den USA, wo die Dividenden gezahlt werden. Der Rest liegt über den Globus verstreut. Wenn Apple das Geld nun nach Hause holen wollte, würden darauf Steuern fällig. Das will Apple vermeiden – und leiht sich lieber frisches Geld bei Investoren.”

    2/3 entzieht Apple vor Steuern den USA. Es gibt aber noch Möglichkeiten die besonders bei Banken beliebt ist, die Gründung von Tochtergesellschaften -in Singapur zum Beispiel. Die Grosskonzerne haben nichts zu befürchten, denn wie früher die Steuerhinterziehung in der Schweiz in diesem Land politisch ermöglicht wurde, so gehören der Entzug über das Anleihen -Geschäft zu den Haupteinnahmequellen der obersten 10% auf Kosten der westlichen Demokratien. Juristen haben keine Handhabe das zu stoppen, die Eliten haben Gesetze gegen solche Art der Globalisierung bisher erfolgreich verhindert.

    Wenn hier kein Umdenken stattfindet haben die Staaten auch keine Mittel von der Austerität abzuweichen und Antizyklische Massnahmen zu ergreifen.

    • SLE - 1. Mai 2013

      @ Andres Müller

      Immerhin bewegt sich in diesem Punkt etwas:

      http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/steuerparadies-luxemburg-schockt-grosskonzerne-1.1661890

      Viele Grüße
      SLE

      • Andres Müller - 1. Mai 2013

        Das Finanzsystem ist kein Kreislauf mehr, da gibt es wie im Universum schwarze Löcher in welchem viel Geld hineingezogen wird und auf der anderen Seite lagert das Gegenstück dazu in Form von nicht mehr abbaubaren Staatsschulden. Der reale Kreislauf wird immer kleiner, die Sackgassen mit den Löchern aber immer grösser. Und wie bei schwarzen Löchern im Universum auch, gelten innerhalb der Löcher des Finanzsystems ebenfalls andere Gesetze.

        Bei Austerität werden die schwarzen Löcher noch erheblich mehr genährt, deshalb interessieren sich die Eliten auch so brennend für diese Art des Vorgehens. Die Eliten lieben Austerität, weil der so entstehende Sozialdarwinismus die Vermögenspyramide noch höher macht -der Zustand der Bevölkerung ist ihnen vollkommen egal -oder besser- Sie freuen sich über jeden Arbeitslosen denen Sie begegnen,sie sind potentielle Niedriglöhner die ihnen die Schuhe gratis polieren und die dank leichter Beeinflussbarkeit ihnen sogar noch die Wählerstimmen sichert. Marcuse sagte bereits, der Faschismus und der Kapitalismus hat dieselben Freunde, die Sozialdarwinisten.

  • fidel - 1. Mai 2013

    Wenn ein Staat alle Bereiche völlig durchdrungen hat, ist Austerität Selbstmord. So oder anders sind die Gesellschaften 100%ig staatsabhängig geworden. Mir fällt kein Bereich ein, der längere Zeit ohne staatliche Eingriffe überleben kann – und sei es nur die Vorfinanzierung….

    Es ist falsch, sich eine Idee aus einer Utopie heraus zu pflücken und auf Rettung zu hoffen.

    Der Ablauf in Südeuropa erinnert mich an den Zusammenbruch in Osteuropa vor 20 Jahren.

    Wenn sich Strukturen nicht rechnen, gleich auf welcher Ebene, ist ohne Einsicht eine Pleite nicht abwendbar, egal wieviel Kredit vorher noch aufgenommen wird. Wir werden es erleben.

  • zebulon - 1. Mai 2013

    Gute Zusammenfassung der (scheinbar) aussichtslosen Situation. Peripherie und produktive Kerne gibt es aber in jedem Wirtschaftsraum. Es ist auch offensichtlich, dass sich die wirtschaftliche Aktivivität immer stärker in den produktiven Kernen konzentrieren wird. Sich dieser Entwicklung entgegen zu stemmen ist sinnlos. Deutschland wird der produktive Kern der Eurozone werden: steigende Einkommen, Zuwanderung von Arbeitskräften, Innovation und Produktivität, dazu steigende Immobilienpreise und wachsender Wohstand. In der Peripherie das exakte Gegenteil davon.

    Die Deutsche Wiedervereinigung hat gezeigt, dass man sich letzlich mit der Problematik von Kern und Peripherie in einem Wirtschaftsraum abfinden muss. Sie hat aber auch die Lösung gezeigt: durch Transferzahlungen muss der Schmerz bei diesem Prozess soweit gelindert werden, dass der soziale Zusammenhalt nicht gefährdet ist. In der Eurozone ist dieser Prozess politisch ungleich schwieriger zu gestalten. Die Alternative dazu scheint momentan aber nur ein Auseinanderbrechen der Eurozone zu sein.

    Deutschland muss seine Rolle als produktiver Kern der Eurozone akzeptieren und seine Führerschaft zeigen. Es wird darauf ankommen gerade soviel Druck in der Peripherie zu erzeugen, dass sich der Konzentrationsprozess zügig vollzieht. Gleichzeitig darf der Schmerz nicht zu groß werden. Hier liegen noch viele Jahre zähen Kampfes vor uns an dessen Ende sich Deutschland aber als unangefochtener und blühender wirtschaftlicher, politischer und kultureller Kern Europas präsentieren wird.

    • Eurelios - 1. Mai 2013

      an dessen Ende sich Deutschland aber als unangefochtener und blühender wirtschaftlicher, politischer und kultureller Kern Europas präsentieren wird.

      Genau.

      Und darüber schwebt die heilige Dreifaltigkeit mit Merkel, Schäuble mit Rössler. :-)

    • Freiberufler - 1. Mai 2013

      @ zebulon
      Deutschland als Führungsmacht? Das ging noch nie gut.

      Die BRD hatte 60 Millionen Einwohner und die DDR 16.
      Wer soll das bezahlen?
      Und vor allem: Warum? Ich behaupte, dass die Leuten im Westen einen höheren Lebensstandard hätten, wenn es bei der Bonner Republik geblieben wäre.

  • Ro - 1. Mai 2013

    “die Eliten haben Gesetze gegen solche Art der Globalisierung bisher erfolgreich verhindert.”

    Exakt und man stellt sich die Frage, warum die Obamas, Merkels und Co. und deren Vorgänger round world – trotz legitimierter Machtbefugnis, dies nicht final endlich auflösen, stoppen, beenden, sondern weiter und weiter vor sich herschieben… O-Ton: “wir sind um eineLösung bemüht” im Kontext. Ja, warum nur..

    • Holly01 - 1. Mai 2013

      @ Ro :
      Zitat von Querschuesse weiter oben :
      “Hallo Rolf,
      ich bin simpel gestrickt, ich denke die Eurozone, den gemeinsamen Währungsraum, die Demokratie und die Eliten, erhält man am besten in dem man Wohlstand für Alle organisiert und möglichst Viele partizipieren lässt. Massenarbeitslosigkeit, Verarmung, Bailouts, Sparerbeteiligung usw. sind der Attraktivität des Systems und der Zustimmung zu diesem eindeutig abträglich.”

      Genau das ist Ihre Antwort.
      Wenn ein cut kommt und ich den nicht verhindern kann, dann münze ich den doch so weit wie möglich zu meinem Nutzen um.
      Wenn ich weiss, dieses System ist Mist und ich benötige den Hegemon für jedwede Entscheidung, dann nutze ich das doch aus.
      Man muss eine kritische Masser erzeugen, um umfassende Änderungen zu erhalten. Man muss die Leute dazu bringen eine Alternative als die ihre zu entdecken, die man vorher installiert hat.
      Die EU ist eine Nachkriegsordnung, welche sehr viele Fragen lösen würde.
      Für Europa wäre eine EU, die rechtlich und terretorial alle Fragen beendet nicht schlecht.
      Die Leute müssen nur ihre Nationalstaaten genug destabilisieren, dann fällt der Baum in die richtige Richtung.
      Man erzeugt nichts anderes als Druck im Kessel und setzt das Ventil, an die genehme Stelle.

      • Ro - 1. Mai 2013

        einverstanden – die Elite fällt den Baum in IHRE gewünschte Richtung ;-) So wird ein Schuh draus. Die Masse ist aktuell unfähig hier entgegen zu treten, da ein Großteil schlicht von dieser pyramidialen Struktur zu arg profitiert. Mit Speck fängt man Mäuse. Einfachste Form der Psychologie. Warum nur stellt den niemand das Geldsytem auf den Prüfstand ;-) ? Warum weicht man dieser Diskussion medial dermaßen aus?

        Dies hätte ich gerne von Ihnen beantwortet.

        Die Denke von Steffen zitiert ehrt sie. Fakt aber ist das wirken Von “Gottes Werkt” Blankfein und Co und sämtlichen Politikern – egal wo – welche trotz politischem Mandat NICHTS dagegen tun. Man benenne es anstatt VT eben als Interessenswahrung. Egal. Es ist das was heute faktisch da ist. Was WIR morgen daraus machen…. ich hoffe ja nicht. DIE sind noch nicht am Ziel… aber auf gutem Weg. Heute, hier und jetzt.

        • Holly01 - 1. Mai 2013

          @ Ro :
          Wie Karin weiter oben bereits erklärt, ist es ein Geschäftsmodell der USA.
          Wenn Sie die Probleme des Systems lösen, gibt es keine USA mehr……
          In der Welt regieren nur sehr wenige, die nicht von den USA mit Koffergeld ala Karsai beglückt werden.
          Den meisten Regierenden sind ihre “Souveräne” herzlichst egal.
          Europa hint weit hinter dem Rest der Welt hinterher mit der Emanzipierung von den USA.
          Grund : für mich DE.
          Das hat viele Gründe. Die meisten gehören nicht hierher. Das ist keine VT (Verschwörungstheorie), das ist absolut belegbar.
          Die Frage lautet am Ende des Tages : wird Deutschland den Viermächtestatus offen brechen?
          Nicht mehr und nicht weniger. Nur dann gibt es eine Lösung für Europa, denn nur dann kann man zuverlässig Verträge schliessen.
          Darüber wird nicht gesprochen. Zumindest nicht in Deutschland.

          • Ro - 1. Mai 2013

            “Die Frage lautet am Ende des Tages : wird Deutschland den Viermächtestatus offen brechen?”

            Hätten sie doch tun können. 1989. Wo ist unser Recht auf eine Verfassung…

            War nicht erwünscht, nicht einmal im Ansatz in Diskussion, wird es nie sein. Nicht mit der kompletten, derzeitigen Besetzung im Bundestag. Nicht unter den elitären Weltstrukturen aktuell.

            Zum Rest – volle Zustimmung. Klar.

            Die Details – wie das aussehen könnte sind sicher komplex. Leider wird darüber in Deutschland noch nicht gesprochen. Bis dato ist das System alternativlos. Ich kann Beppe Grillo aktuell zumindest sehr gut verstehen, wenn er alle anprangert, mit “denen” in keinem Fall gehen will…wobei mein Vertrauen in sämtliche, öffentliche Menschen mehr als angekratzt ist. Selbst seine Vita 2005 ff ist nicht ohne Tadel.

        • Holly01 - 1. Mai 2013

          Da fehlt noch ein Satz nach : Zumindest nicht in Deutschland.
          Wenn darüber gesprochen wird dann immer von ultrarechts und das ist die ganz falsche Sichtweise.

  • Vielklang - 1. Mai 2013

    @Thorsten Eckau:
    ” Wenn wir das, womit wir zahlen, verfolgen, bis zur Quelle, wo es herkommt – was sehen wir? Nur Kredite! Kredite von Krediten, aus Krediten, für Kredite.” (Martin:”Aufwärts ohne Ende”)
    Ein Kredit bedeutet Zahlung, Tilgung, Zins. Dies wird auch durch die Bonität (= Sicherheit zur Tilgung einer Forderung) eines jeden Schuldners definiert.

    @Ro:
    Wie siehst du die Zypern-Lösung..? Der inhaltliche Kern soll ja vermutlich von einem Thesenpapier der Boston Consulting (*Dr. Streller ist hier wohl der “Strippenzieher” = Prof. Malik war wohl sein Doktorvater) stammen…? Kann der sogenannte Bail-In – vereinfacht die “Teil”-Streichung von Guthaben und Schulden – ein Ansatz sein, um zumindest Druck vom Kessel zu nehmen … ?

    Viele Grüße
    Vielklang

    • Ro - 1. Mai 2013

      Exakt, 2010 kam die BCG zum ersten mal in den Medien mit ihrem Vorschlag. Die Verpflichtung zu dieser Studie kam von der Bundesregierung.

      Ebenso mit derselben Agenda das DIW. Auch in Beauftragung der Bundesregierung – dem Bund, welche diesen Verein finanziert.

      Zypern war aus meiner Sicht ein Testlauf. Zypern weil systemisch im V-Fall hier die Auswirkung wohl am geringsten gesehen wurden.

      Malik sieht die Deflation als größtes Problem, er hat viel im Gelben und bei PCM gestöbert.

      Durch den Vorschlag und der Umsetzung des Vorschlags des DIW´s und der BCG wird der Aufschuldungsprozess, im reinen Zeitablauf, eben um wichtige Zeiteinheiten zurückgestellt.

      Hatte letzte Woche ein telefonische Gespräch mit einem der mehr dahingehend tiefere Kontakte hat. Namen sag ich nicht. Es wird der nächste Schritt. Er ist unausweichlich, er wird kommen. Nicht machbar auf einer weiteren Ebene aka Zypern, sondern etliche darüber. Warten wir die Bundestagswahlen im September ab und die Europawahl, voraussichtlich 25 Mai 2014.

      Zwei wichtige Termine. Warten wir´s ab.

      ==> PS: Das haben wir vergessen:

      “Man könnte rein theoretisch mit einer 20-Stunden-Woche seinen Lebensstandard, den man heute hat, decken, wenn man nicht eben auch noch ein Drittel der Zeit für die Zinsen arbeiten müsste.”

      Helmut Creutz

      und das:

      “99 Prozent der Menschen sehen das Geldproblem nicht. Die Wissenschaft sieht es nicht, die Ökonomie sieht es nicht, sie erklärt es sogar als “nicht existent”. Solange wir aber die Geldwirtschaft nicht als Problem erkennen, ist keine wirkliche ökologische Wende möglich.”

      Prof. Hans-Christoph Binswanger

      Sie brauchen Zeit und darum ist der nächste Schritt eine teilweise Enteignung. Wie hoch, wann. keine Ahnung. Kommen wird es. Streicht man Schulden, streicht man zwangsweise dagegen die Ansprüche von Gläubigern. Klar.

      • für meine Kinder - 1. Mai 2013

        Hallo Rolf,

        freut mich sehr mal wieder was von Dir zu lesen!

        “Nicht machbar auf einer weiteren Ebene aka Zypern, sondern etliche darüber. Warten wir die Bundestagswahlen im September ab und die Europawahl, voraussichtlich 25 Mai 2014. ”

        Welche Ebenen darüber sind gemeint?
        LV, Rentenansprüche, Immo, gewaltige Steuererhöhungen, Leistungskürzungen ?
        In welcher Größenordnung denkst du?

        Wäre auch wie von den Grünen in 2012 vorgeschlagen, eine rückwirkend geltende Abgabe möglich?

        Den meisten Menschen ist absolut nicht bewusst, auf welch tönernden Füssen ihre Komfortzone aufgebaut ist.

        Wahrscheinlich wird diese für sehr viele Menschen erstmal wackeln.

        • Ro - 1. Mai 2013

          besten Dank

          mit höher Ebene meine ich Länderübergreifend. Wie genau es sein wird, keine Ahnung. Ja, den meisten Menschen ist das nicht bewusst. Geschichte wiederholt sich.

          Größenordnung. Auch keine Ahnung, die BCG und das DIW haben hier grob umschrieben. Die 10 % stehen im Raum. Persönlich vermute ich, es kommt später und es wird höher. Inkl. Kapitalverkehrskontrollen. Es braucht sicher eine Legitimation, dass es ultima unvermeidlich gewesen ist. Es geht um das Restvertrauen ins System – es zu erhalten in der kritischen Masse und wieder und wieder, die Kontrolle. zu erhalten Es geht darum die Masse von sich zu halten. Mit “sich” sind die Verantwortlichen gemeint.

          Ca. 40 % in Deutschland haben keine 1.000 Euro Sparvermögen. 6 Millionen Rentner und Rentnerinnen haben weniger als 500 Euro im Monat. 11 Millionen unter 1.000 Euro. Zzgl. Hartz4 und viele weitere Gruppen.

          Alles hier bekannt. Die 60-70 % derjenigen, welche eben gerade von Monat zu Monat existieren können, müssen möglichst in Step 1 geschont werden.

          Der Zwang im Geldsystem selbst wird erhalten werden. Solange es eben geht.

          Solange es Papiergeldsysteme gab, sind sie untergegangen. Immer. Keine Ausnahme. Warum sollte hier der Euro, egal welche andere verwobene Papierwährung global eine Ausnahme machen. Illusorisch. Hier ist dermaßen viel Sprengkraft in den Systemen…. keine Ahnung wie, wann und wohin – nur in Vermutung – aber mit Sicherheit – DASS.

          • für meine Kinder - 1. Mai 2013

            Danke.
            Mir ist schon klar, dass wir alle verlieren werden.
            Wir normalen Menschen sind alle mit einer mehr oder weniger hohen Anzahl von Ansprüchen an dieses System bewaffnet.

            Diese Ansprüche zu bedienen ist jetzt schon schwierig, aber spätestens mit dem Eintritt der Babyboomer in die Rentenphase ist dies nicht mehr möglich.

            Also müssen sich die Normalos mit hohen Ansprüchen den Normalos der Masse nähern, damit das System aufrecht erhalten kann. Von den Eliten rede ich nicht, die kochen ihr eigenes Süppchen.

            Wenn aber der Rückgang der Ressourcen wie Öl, etc. wirklich für die breite Masse sichtbar wird, bzw. die Preise massiv nach oben gehen, wird es richtig problematisch.

            Die ganze Krise ist für mich ein Ablenkungsmanöver von dem eigentlichen Problem der Ressourcenverknappung – Geld= Energie.
            Fakt ist doch, dass selbst bei einfachem Lebensstandard für uns alle nicht genug Energie vorhanden. Man stelle sich nur mal den letzten Winter ohne Heizung vor.
            Gegessen haben wir dann noch net.

          • Ro - 1. Mai 2013

            “Die ganze Krise ist für mich ein Ablenkungsmanöver von dem eigentlichen Problem der Ressourcenverknappung – Geld= Energie.”

            Unterstreiche ich dreifach! Ja. Das Ende des Petrodollars zwingt förmlich die Lenker zu neuen Kontrollmechanismen. Peakoil im Grundöl 2006-2008 – spätestens. Startschuss Lehman. Kein Zufall. Wäre ja noch schöner den Status kampflos aufzugeben, nicht wahr ;-)

  • Systemfrager - 1. Mai 2013

    Ein großer Denker der frühen Moderne hat gesagt, alte Kulturen seien wie alte Menschen, die können sich nicht mehr ändern
    Es kann sein, dass auch die westliche Zivilisation so weit ist. Die wird sich von den Wahnsinnigen wie Mises & Hayek leiten lassen, bis sie total zusammenbricht
    Die neuen Zivilisationen werden den Markt dort zulassen, wo er nachweislich nicht schädlich ist, alles andere werden sie mit anderen Institutionen erledigen …
    Was sie nach Adam Smith in ihrer WiWi noch lasssen werden, wird Keynes (und als eine historische Größe Marx) sein

  • Karin - 1. Mai 2013

    Hallo Holly01
    Zunächst mal vielen Dank für Ihre Antwort. Ja, dies ist ein Wirtschaftsblock und deshalb werde ich auch gleich zur Wirtschaft kommen; die Artikel von SLE verführen mich immer wieder, in größeren Zusammenhängen zu denken – deshalb schätze ich sie sehr. Zunächst zum Hegemon; der ist ja längst nicht mehr Feuerwehr, sondern in erster Linie Brandstifter, spätestens seitdem er bemerkt hat, daß man von ungelösten Konflikten prima auf Kosten anderer leben kann. Für Europa bedeutet das, daß die Hauptkonkurrenz, die zwischen Deutschland und Frankreich nämlich, weiterhin schwelt und m.A.n. zu jeder Zeit wieder ausbrechen kann, wirklich gelöst ist da gar nichts. Ich kenne nur zwei Politiker, die so clever waren, das zu sehen: Der eine war Adenauer, der Europa mit einer gemeinsamen Wehrmacht beginnen wollte – was ich damals absolut richtig fand. Damit hätte man klare Grenzen nach außen gehabt und eine zentrale Macht innen. Keine Ahnung, von wem der Plan hintertrieben wurde, auf jeden Fall hat FR nicht mitgemacht. Der zweite war Charles de Gaulle, der damals mit Frankreich aus der NATO ausgetreten ist. Allerdings wollte er, daß Frankreich die Führung in Europa übernimmt. De Gaulle wurde von der sogenannten 68.-Revolution, die von FR aus geschürt wurde, hinweggefegt, die Hintergründe kann man nur erahnen. Vielleicht sollte man noch Schröder dazuzählen, der hat die Achse Paris-Berlin-Moskau gewollt und damit mehr Unabhängigkeit für Europa (das einzige, was ich an seiner Politik gut fand). Sie erinnern sich wohl noch an seinen merkwürdigen Abschied. Nach meiner Berechnung muß etwa zu diesem Zeitpunkt die VW-Lawine losgetreten worden sein; Schröder wäre voraussichtlich so geendet wie Wulff, wenn er nicht freiwillig die Fliege gemacht hätte.

    Und jetzt zur Wirtschaft. Es gibt durchaus machbare und auch wirkungsvolle Rettungspläne für Euroland, von der Rückkehr zu nationalen Währungen bis hin zur Bankenregulierung. Das würde aber voraussetzen, daß unsere Politiker bereit sind, einen europäischen Weg einzuschlagen, auch wenn der Hegemon davon Nachteile hätte. Und da sehe ich den Haken. Wir können hier diskutieren und vernünftige Lösungswege erarbeiten, wenn der politische Mut fehlt, ist alles umsonst. Das einzige, was wir dazu tun könnten, wäre, auf direkter Demokratie zu bestehen, sie einfach in Anspruch zu nehmen, oder unsere Vorstellungen im kleinen Rahmen auf Gemeindeebene oder so umzusetzen.

    Die “Euro-Rettung” erlebe ich übrigens wie eine Art Übernahmeschlacht; Die angelsächsische Hochfinanz versucht Europa zu entern und hier dieselben Strukturen hochzuziehen wie in den USA. Europa (nicht nur die BRD) scheint mir in einer Falle zu sitzen, entweder wird es vom Hegemon ausgelutscht, bevor der untergeht, oder/und die USA ziehen sich aus Europa zurück. Putin (den ich durchaus schätze) wird dann nicht nein sagen, wenn er ein solches Filetstückchen auf silbernem Tablett serviert bekommt. Und unsere Politiker diskutieren über Bankenaufsicht und so!

    • Holly01 - 1. Mai 2013

      Was wir sehen ist Kino. Die Filme und die Berichte könnten auch schon 4 Jahre alt sein.
      Ich fürchte es gibt nichts zu übernehmen. Das Geld ist schon lange weg.
      Das ist ja der anglikanische Fehler, die hängen am Geld.
      Darum führen die auch diesen Krieg gegen Euroland. Man muss ja den Krieg finanzieren. Auf Pump bekommen die Amis nicht mal ihre Schulden gerollt.
      Es ist den Amis auch egal wie das Kind heisst, es muss nur viel sein und schnell kommen.
      Die Verstehen einfach nicht, dass Geld ansich wertlos ist.
      Das ist überhaupt ein Problem bei der ganzen Thematik. Geld ist immer so viel wert, wie jemand bereit ist dafür zu tun oder zu geben. Geld hat keinen Eigenwert. Politisch stehen hinter dem Geld die Staaten. Verschuldete, überproduzierende, abhängige Staaten mit der Meinung, weiss Gott was darzustellen. Thats it.

      Putin ? Na ich denke der hat ganz andere und eigene Probleme. Sobald der Druck von aussen nachläßt, treiben die Staaten der Föderation auseinander. Ich sehe da eher Jugoslawische Verhältnisse als Großmacht und Europahegemon.

      • SLE - 1. Mai 2013

        Apropos USA und am Geld hängen … Auf diesen Artikel hier hat mich kürzlich Georg Trappe aufmerksam gemacht:

        http://www.business-standard.com/article/markets/trust-in-gold-not-bernanke-as-us-states-promote-bullion-113040900531_1.html

        Das sind die Fakten.

        Karin hat im Übrigen – bezogen auf meinen Post – auf einen m.E. sehr wichtigen Punkt hingewiesen, nämlich auf die zur Regierungszeit Schröders angedachte Achse Paris-Berlin-Moskau bzw. die stärkere Ablösung Europas von den USA. Die künftige Konzeption der europäischen Krisenpolitik und die grundsätzliche politische Ausrichtung Europas wird nicht unwesentlich vom Ausgang der bevorstehenden Bundestagswahl abhängen.

        Grüße
        SLE

        • Andres Müller - 1. Mai 2013

          “….wird nicht unwesentlich vom Ausgang der bevorstehenden Bundestagswahl abhängen.”

          Italien war im letzten Jahrhundert Deutschland bei der Machtergreifung durch den Faschismus voraus geeilt, Heute übt er sich zuerst an “Clowns”. Mussolini sprach so über Filippo Tommaso Marinetti von der damas beiebten “Futuristischen Partei”, er bezeichnete ihn “liebevoll” als Clown. Der latent immer vorhandene Europäische Sozialdarwinismus erschafft bei Wirtschaftskrisen immer wieder den “nationalistischen Faschismus” in welchem Minderheiten gejagt und ausgeplündert werden, in den USA sorgt der Sozialdarwinismus (in Form des Haifisch -Kapitalismus) derzeit für Dinge wie IBonds.

          Wie sagte einst Marcuse -und das ist noch immer gültig: “Die Frage ist, ob in den USA der Faschismus herrscht. Wenn man darunter die allmähliche oder rasche Abschaffung der Reste des Rechtsstaats, … , die Ausstattung der Polizei mit außerordentlichen Vollmachten versteht … ; wenn man sich die beinahe schon direkte Zensur der Presse, des Fernsehens und des Rundfunks ansieht: dann kann man meiner Meinung nach mit voller Berechtigung von einem beginnenden Faschismus sprechen. – Dagegen wird immer wieder eingewandt, daß in Amerika immer noch viel mehr Spielraum für radikale Kritik existiert … . Das ist richtig; es ist dies aber darauf zurückzuführen, daß die amerikanische Gesellschaft sich diese Kritik vorläufig noch gefallen lassen kann, weil sie wirkungslos bleibt.“
          http://www.herbertmasslau.de/us-faschismus.html

  • Frankenfurter - 1. Mai 2013

    @pernu
    “Übrigens mal zu dem Hr. Flassbeck dessen Analysen hier ja öfter zitiert werden, im übrigen ein enger Freund von Oskar Lafontaine, der sich schon in den 90ig Jahren auf dessen “brilliante Analysen” gestützt hat. Beide Herren haben in den 90ig Jahren immer wieder niedrige Zinsen gefordert, man solle dem Beispiel von Greenspan folgen und nicht Bundesbankpoliitik machen. DAs wird immer gerne vergessen, wenn der Hr. Flassbeck zitiert wird.Genau diese Politik hat zu diesem Desaster weltweit beigetragen.”

    Was ist an dem Satz falsch, dass Zinsen immer einen Tick unter dem Wirtschaftswachstum bleiben müssen, wenn nicht von vornherein das Gleichgewicht zwischen Kapital und Arbeit zugunsten der Kapitalseite verschoben werden soll? Zitieren Sie bitte vollständig.

  • Delta120 - 1. Mai 2013

    Die Eurozone ist so mutlos wie ein Kleinkind. Die USA drucken jeden Monat 85 Milliarden Dollar, was einer Billion im Jahr entspricht. Das entspricht einem Betrag von ca. 3000 Dollar pro Nase in den USA. Japan geht den selben Weg.

    Es bleibt der Eurozone, wenn sie erhalten werden soll, nichts anderes über als den selben Weg zu beschreiten. Nur so ist eine gemeinsame Identität zu entwickeln, denn Eurobonds sind über kurz oder lang nicht zu erwarten, noch würden sie in der jetzigen etwas nützen.

    Statt dessen müsste man dann einige Bereiche, wie zum Beispiel den Eisenbahnbau, aus dem freien Wettbewerb entnehmen und teile des Geldes dort investieren.

    Denn viel Zeit bleibt der EU nicht mehr, bis weitere Grillen aufstehen.

    • Eurelios - 1. Mai 2013

      Die Eurozone ist so mutlos wie ein Kleinkind. Die USA drucken jeden Monat 85 Milliarden Dollar, was einer Billion im Jahr entspricht. Das entspricht einem Betrag von ca. 3000 Dollar pro Nase in den USA. Japan geht den selben Weg.

      Es bleibt der Eurozone, wenn sie erhalten werden soll, nichts anderes über als den selben Weg zu beschreiten.

      Und das soll die Lösung aller Probleme sein.

      Na dann auf zum Helikopter-Ben. Mit dem Motto jeder Bürger erhält per Postwurfsendung
      Geld soviel er will.

      Dann dauert es aber garnicht mehr lange das dies Papier mit egal wieviel Nullen darauf
      von den Menschen alls wertlos betrachtet wird und wir gehen über zum Schwarzmarkt
      Zigaretten für Kartoffeln.

      Ganz einfach der Wert mit den Händen erschaffen Güter gilt nicht mehr, wenn diese
      Erkenntnis in den Köpfen der Menschen sich breit macht. Spätestens dann
      geht das Licht aus für diese Fiatgeldsystem und man drückt auf dem Resetknopf mit
      allen dramatischen Folgen für die einfachen Menschen

    • SLE - 1. Mai 2013

      Hallo Delta120,

      die Politik von Ben Bernanke führt in den USA zu signifikanten Veränderungen in vielen Bundesstaaten, diese sehr, sehr skeptisch sehen:

      http://www.business-standard.com/article/markets/trust-in-gold-not-bernanke-as-us-states-promote-bullion-113040900531_1.html

      Was sagt das über den Dollar und den Dollar-Währungsraum aus?

      Das darf man dabei nicht zu erwähnen vergessen.

      Viele Grüße
      SLE

      • Delta120 - 2. Mai 2013

        Hallo SLE,

        am Wechselkurs Dollar/Euro sieht man, welchen geringen Einfluss diese Geldpolitik auf den Wechselkurs hat (ich sehe da eigentlich gar keinen).

        Das Drucken von Geld ist vom Grundsatz nichts anderes als die Ausgabe von Staatsanleihen ohne Zinssatz. Da wir alle unser Geld eh auf der Bank virtuell lagern, fällt das fehlende Einsammeln auf der anderen Seite heutzutage gar nicht mehr auf. So kann Geld wieder an der Basis für relle Arbeit ausgegeben werden und bildlich gesprochen: Nach oben fällt und dann in ihrgendeinem Geldspeicher eingelagert wird und so zur Ruhe kommt.

  • Martin - 1. Mai 2013

    @ Eurelios “jeder Bürger erhält per Postwurfsendung
    Geld soviel er will”….. wenn es denn nur so wäre, dann würde man die Wirtschaft per Nachfrageschub von unten auch wieder ankurbeln. Da diese Postwurfsendungen mit den Geldbündeln nur an gierige Banken gehen und dann im Rohr stecken bleiben… kann man da leider nichts tolles daran finden…

  • Euro? Nein danke! - Aufkleber - 1. Mai 2013

    “Man kann es auch kürzer fassen: Die europäische Krisenpolitik war ein sehr teures Experiment und jetzt will niemand zugeben müssen, dass es gescheitert ist.”

    Wenn man bei der Kern-Ursache anfängt, müsste es heißen “Man kann es auch kürzer fassen: “Der Euro war ein sehr teures Experiment und jetzt will niemand zugeben müssen, dass es gescheitert ist.”

  • Bubblegum - 2. Mai 2013

    @ Karin,

    vielen herzlichen Dank für Ihre Ausführungen. Es ist, als hätten Sie in meinem Kopf gelesen. Ich kann jeden einzelnen Satz von Ihnen unterschreiben. Mit einer Ausnahme: Ihre Einschätzung zu Adenauer teile ich überhaupt nicht. Ich halte ihn für einen der übelsten deutschen Politiker des 20. Jahrhunderts überhaupt. Nicht nur, weil er nach dem WK I zu jenen Separatisten gehört hat, die das Rheinland vom Deutschen Reich abtrennen und Frankreich zuschlagen wollten. Sondern auch, weil er maßgeblich durch seine Politik dazu beigetragen hat, dass die deutschen Kriegsgefangenen des WK II länger als notwendig in den russischen Gulags saßen. Einer dieser Betroffenen hat als Rentner darüber promoviert. Die Wochenzeitung die Zeit hat das Ergebnis seiner Recherchen im Januar 1994 in einem zweiseitigen Artikel gewürdigt. Für mich ist De Gaulle, der als junger Leutnant die Knochenmühle des WK I mit ca.20 Mio. Toten hautnah selbst miterlebt hat, der größte Europäer überhaupt! Und damit sind wir bei den wirtschaftlichen und politischen Auswirkungen von WK I und WK II und der Rolle die die vereinigten Terror – und Folterstaaten von Nordamerika dabei gespielt haben. Schon seit Jahren befasse ich mich mit den Hintergründen für den WK I und der Frage wem dieser Krieg wirtschaftlich und politisch den entscheidenden Nutzen brachte. Nach dem CUI BONO – Prinzip der Kriminalisten bleiben nur die USA übrig. Ebenso stellt sich die Frage, warum dieser Krieg erst 1914 ausbrach und nicht schon früher z.B. beim letzten Balkankrieg, der 1913 endete! Denn es sind ja eine Reihe von Merkwürdigkeiten und Indizien zu konstatieren:

    1. Deutschland und England sind vor dem Weltkrieg I einander die größten Handelspartner,
    die am meisten voneinander profitieren! Welchen Grund hätten sie gehabt sich gegenseitig
    an die Gurgel zu gehen und diese einträgliche Geschäftsbeziehung zu zerstören?

    2. Wilhelm II, der immer als Kriegstreiber hingestellt wird, ist ein Enkel der Königin
    Viktoria. Anlässlich der Hochzeit des Erbprinzen des Hauses Hannover mit einer
    englischen Prinzessin in 1912 tauschen er und König Georg V. die Uniformen, d.h.
    Wilhelm II. begeht die Feierlichkeiten in einer englischen Paradeuniform ( kann
    Mann/Frau in dem Dokumentarfilm von Schamoni sehen). Bei Schamoni kann man auch
    sehen, dass Wilhelm II während der Serbienkrise im Juni/Juli 1914 seine alljährliche
    Nordland/Norwegenreise antritt, um seinen homoerotischen Neigungen zu frönen ( siehe
    Eulenburg – Krise ). Er tritt sie auch an, um für das Ausland deeskalierend und mäßigend
    zu wirken!
    In seiner Ansprache an das Deutsche Volk sagt er wörtlich: “Nun mögen also die Waffen
    entscheiden!…” Das klingt eher nach Resignation und Verzweiflung! Wie Wilhelm II. hat
    nun Merkel die Buhmann-Funktion in Europa!

    3. England und Frankreich stehen 1904 in der Faschoda – Krise ( Wüstenkaff im heutigen
    Sudan) vor einem Krieg gegeneinander. Zehn Jahre später sind sie Bündnispartner im
    Krieg gegen Deutschland. Den Kriegseintritt begründet England mit der Verletzung
    der belgischen Neutralität durch den Schlieffenplan und stellt sich auf die Seite dieses
    Operettenstaates, dem man die Besitzungen in Zentralafrika (heute Zentralafrikanische
    Republik und Kongo ) mit seinen reichen Rohstoffvorkommen (Gold, Diamanten, seltene
    Erden etc.) neidet. Dies ist mehr als merkwürdig! Zumal die Goldbilanz Englands trotz der
    Kolonien seit 1890er Jahren defizitär ist! Nicht umsonst beginnt England nach den reichen
    Gold- und Diamantenfunden in Südafrika den Krieg gegen die Buren( 1902 beendet) und
    erfindet die Konzentrationslager!

    4. Die USA sind vor dem WK I , wie heute auch die größte Schuldnernation der Welt, danach
    die größte Gläubigernation. Nur 2% ihres BIP gehen vor dem WK I in den Export! Die
    massiven Handelsbilanzdefizite lassen sich nicht mehr durch die Kapitalimporte aus
    England, Deutschland und Frankreich ausgleichen. Und hier sind die Parallelen zur
    aktuellen Situation frappierend!

    Frappierend ist auch, dass sich 1907 die von J.Morgan, dem Rothschild-Ableger an der Wallstreet, und Rockefeller ausgelöste Bankenkrise fast zu einer Weltwirtschaftskrise auswächst. Nur das beherzte Eingreifen der BoE verhindert dies! Auch damals bediente
    man sich des Einsatzes von Hebelprodukten, insbesondere verschiedenster Derivate auf Goldwechsel!
    Rockefeller versuchte mit diesem Manöver die Zerschlagung seines Ölimperiums zu ver-
    hindern (s. Antitrust-Gesetze) und den Bankleuten von Kuhn & Loeb, M.M. Warburg, J.P.
    Morgan etc. gelang es, den amerikanischen Politikern so viel Angst einzujagen, dass sie bereitwillig der FED-Gründung 1913 zustimmten und damit die Verantwortung für ihre Währung und den Wechselkurs in die Hände von Privatleuten legten! Im Zusammenhang mit der Eurokrise reden die Goldman Sachs – Leute wie Monti, Draghi etc. von einer Bankenunion. Den privat organisierten ESM haben wir ja schon !
    Dass dies ein Jahr vor Ausbruch des WK I passiert, halte ich inzwischen nicht mehr für einen Zufall! Bestärkt in dieser Auffassung hat mich ein Artikel auf Goldseiten. de, der vor einigen Wochen einen Vortrag des ungarisch-stämmigen Wirtschaftsprofessors Fekete der Universität Michigan zusammenfasste, der sich mit der Eliminierung des Silbers als Währungsmetall zwischen 1870-und 1925 und dem Zerfall der lateinischen Münzunion ( siehe abgeschriebene Dissertation von Koch- Mehrin) befaßt hat.

    Ich gehe davon aus, dass es um 1900 unter dem Einfluss des industriell – militärischen Komplexes und der Wallstreet – Banker zu einer entscheidenden Änderung der amerikanischen Politik gekommen ist, um sich aus der für die USA mißlichen Außenwirtschaftssituation zu befreien, auch mit dem Ziel, Europa auf lange Sicht zu einer Wirtschaftskolonie der USA zu machen und das britische Weltreich zu beerben.
    Indizien gefällig:

    1904 begannen die USA als Probelauf einen Krieg gegen Spanien und besetzten die Philippinen, die bis heute unter ihrer Fuchtel stehen.

    Jakob Schiff, Chef von Kuhn & Loeb rühmt sich öffentlich, er habe den farblosen
    Professor der Universität Harvard Woodrow Wilson zum amerikanischen Präsidenten
    gemacht (gewählt 1912)

    Unter all diesen Gesichtpunkten kann man ihren Satz: ” Das aber würde voraussetzen,
    dass unsere Politiker bereit sind, einen europäischen Weg einzuschlagen auch wenn der Hegemon davon Nachteile hätte.” , nur unterstreichen.

    Fazit: Europa kann nur zusammenwachsen und gedeihen, wenn die USA achtkantig aus
    Europa und besonders aus Deutschland herausgekärchert werden.
    Ich fürchte nur, ich werde dies nicht mehr erleben und hoffe, dass die Generationen
    meiner Kinder und Enkel den Mut und die Kraft dazu aufbringen, die wir nicht hatten.

    • Ro - 2. Mai 2013

      Alles gut und recht und dick unterstreichbar – aber warum gibt es dann diesen bekannten Verein:

      http://de.wikipedia.org/wiki/Atlantik-Brücke

      und viele, viele dieser Spinnennetzwerke mehr.

      sieht irgendwie gar nicht danach aus, als ob die Blogeinheitspartei Bundestag hier die USA achtkant irgendwo hinausdrängen will. Nicht einmal im Ansatz. Die Geschichte zeigt exakt das Gegenteil wie ja von Ihnen aufgeführt. UND das wird sich nicht ändern, selbst der grüne Neuanstrich neben Trittin, Frau Katrin Göring-Eckardt ist da mit am netzwerken.

      In der Politik geschieht nichts aus Zufall. Gar nichts. Es gibt dort keine Problem, nur Situationen.

      Das Ding EU totalitär wird durchgezogen, solange die Bürger das eben mitmachen – was sie bis heute ja tun. Wenig bis kein Widerstand. Es läuft und läuft. Und sie werden es nicht bei dieser EU belassen. Sofern man sie gewähren lässt. Tun man bis dato.

      Solange wir den Status der Berufspolitker haben, solange wir den Lobbyismus nicht unter Strafe stellen, schwere Strafe, solange wir zulassen dass PRIVATE Gruppierungen hier mitmischen dürfen wie sie wollen und die Politk – unsere gewählten “freien” Volskvertreter – hier mit im Netzwerk sind, egal zu welchem Eigennutz, solange wird das nichts. Kann es gar nicht werden.

  • Klaus - 2. Mai 2013

    Guten Morgen in die Runde. Ein Dank an Alle für die guten Denkansätze und die sachliche Diskussion. Da die durch die Wirtschaft und vor allem Banken inspirierten Politiker und Politikerinnen für vernünftige Lösungsansätze resistent sind, werden wir wohl auf ganz unruhige Zeiten zusteuern.
    Menschliche Gier und nationaler Egoismus, gepaart mit einfachen Denkmustern kann einfach nicht zu einem Neuanfang führen.
    Welche Note die zukünftige Generation unserer Politik geben wird?
    Aber wie die Vorkommentaroren schon richtig schrieben, es ist keine nationale oder europäische Krise, es ist eine globale, selbstzerfleische Krise.
    Als passiver Zuschauer packt einen manchmal nur noch der Zorn.

  • Euro? Nein danke! - Aufkleber - 2. Mai 2013

    Griechenland entlässt, nachdem 3 Jahre lang nichts passiert ist, 15.000 von 650.000 (2,3%) Beamten und Staatsangestellten. Und das soll das Problem lösen???

  • Traumschau - 2. Mai 2013

    Hallo, alle zusammen!
    Ich habe fast alle Beiträge gelesen und wie immer ist alles „schön bunt“ hier :-)
    Konsens scheint mir darin zu bestehen, dass Europa an die Wand fährt. Die Gründe dafür sind vielfältiger Natur, Lösungen für die Probleme aber nicht wirklich in Sicht. Als Laie habe ich mir natürlich Gedanken gemacht und stelle folgende Thesen auf:
    1. Zu H. Flassbeck
    Hier wurde geschrieben, dass ja Flassbeck ein Freund von Lafontaine sei (wie schlimm ist das denn?) und die Politik der FED für die BuBa wollte.
    Richtig ist, dass zunächst Lafontaine und Flassbeck die USA dazu bringen wollten, die Banken stärker zu regulieren!! Das Ziel war, die Kreditvergabe in die Realwirtschaft zu befördern und nicht in das Finanzkasino, wo es keine Erträge abwirft. Flassbeck hat immer betont, dass die Zinsen nicht über der realen Wachstumsrate liegen dürfen, weil sie sonst nicht erwirtschaftet werden können. Wer könnte im Angesicht der derzeitigen Situation da widersprechen? Die Saldenmechanik nach Flassbeck besagt nichts anderes als dass des einen Überschuss immer des anderen Defizit ist. Der Saldo ist global betrachtet zu jedem Zeitpunkt exakt gleich NULL. Genau das sehen wir in den Handelsbilanzen der Eurozone.
    2. Zu Richard Werner
    Richard Werner hat untersucht, welchen Einfluss die Notenbankpolitik in Japan hatte und derzeit hat. Er kommt zu dem Ergebnis, dass Japan nach 1945 eine rigide Kreditlenkung betrieben hat – in produktive Investitionen. Das Gegenteil dieser Kreditlenkung führte in die Immobilienkrise. Es wurde also gezielt eine Bankenkrise geschaffen. Nach Recherchen ist Werner darauf gestossen, dass die japanische Notenbank nur die Weisungen der FED umgesetzt hat. Oder anders: Wir haben überall auf der Welt nur Zweigstellen der FED – abgesehen von Syrien und dem Iran. Weitergehende Gedanken mache sich bitte jeder selbst … Nach den empirischen Untersuchungen von Werner ist es so, dass ca. 97% der Geldschöpfung die Geschäftsbanken aus dem Nichts per Kreditvergabe erfolgt. Es ist demnach entscheidend, WOFÜR Kredite vergeben werden. Werner tritt deshalb für eine Kreditlenkung (in Bandbreiten) ein, die verhindern soll, dass wir diese zerstörerischen Boom- und Bustphasen haben. Er sagt außerdem, dass die Geldschöpfung in die öffentliche Hand gehört und dezentral – s. Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken – organisiert sein sollte. Wir sehen ja gerade, dass der freie Markt eben nicht in der Lage ist, Kapital und Ressourcen effizient zu allokieren. Zudem hält Werner ein zinsbasiertes Geldsystem nicht für nötig.
    3. Zur Eurokrise – mögliche Lösungen
    H. Flassbeck:
    Für eine strikte Regulierung der Finanzmärkte und Trennbankensystem. Die Rückführung der Handelsungleichgewichte über einen längeren Zeitraum (20 Jahre) dadurch, dass in den Südländern die Löhne nur noch sehr langsam steigen (1%) und in den Überschussländern deutlich stärker steigen. Für Deutschland real um die 4-5%! Das bedeutet, wir stärken unseren Binnenmarkt und führen so langsam die Überschüsse zurück. Nur dann, wenn die Südländer wieder Überschüsse erwirtschaften, können sie auch ihre Schulden abtragen. Das ist offensichtlich logisch. Da aber das nicht angedacht wird, wird der Euro zerbrechen, weil nach m.E. Die sozialen Spannungen einen Austritt einzelner Länder erzwingen wird.
    Richard Werner:
    Die nationalen Zentralbanken sollen die Schulden ihrer Banken zum Nominalwert aufkaufen. Die Bilanzen werden bereinigt und die Banken könnten wieder Kredit vergeben – aber bitte in produktive Investitionen. Die Staaten sollen aber dann keine Anleihen ausgeben – die sind nur ein Spielball für Spekulation, sondern sich KREDITE bei den Banken besorgen, denn die schöpfen ja das Geld. Das würde bedeuten, diese Kredite wären nicht handelbar und die Kreditkosten wären sehr viel geringer. Werner sagt, dass Wachstum ausschließlich durch Kreditschöpfung entstehen kann (s. Japan). Konjunkturprogramme seine nicht hilfreich, weil sie zumeist über Staatsanleihen finanziert würden und die Kaufkraft nur umverteilen würde, aber keine neue erzeugen könnte. Das aber wäre nötig, um aus der Rezession zu kommen – so wie es z.B. Japan gemacht hat. Dazu gehören aber natürlich auch höhere Löhne.
    Naja, vielleicht kann man daraus was basteln?
    Quellen: Heiner Flassbeck auf YT; R. Werner auf YT und „Neue Wirtschaftspolitik“.
    Liebe Grüße Traumschau

    • Ro - 2. Mai 2013

      Ja da stockt einem ja wirklich der Atem!

      Die Nationalbanken sollen die Schulden der Banken zum Nominalwert aufkaufen!

      Tolle Lösung. Ja so wird das was. Ironie Ende.

      Quasi die bad, bad Notenbank ultima…. warum nicht Geld für alle, wie hier schon im Verlauf des Threads beschrieben… jeden Monat, jedem 3.000 Euro, Dollars, Yens, Ameros senden – egal.

      Das kurbelt dann schon an… Wachstum.

      KEIN Wort zum Geldsystem selbst! Es ist und bleibt eine Geldsystemkrise. Alle anderen Krisen sind die Folgen daraus im wirken und im handeln der Löschzüge Namens Staat und Politk, zusammen mit ihrem Lobbyistenpack.

      Nein, werter Traumschau, es kann weiter geträumt werden. Hier wickelt sich das System selbst ab. Da nutzen im Endergebnis alle Betrugsmodelle nichts. Egal was Mephisto hier noch hervorzaubert. Alternativlos, politisch, staatlich verordnet selbstverständlich.

      Der nächste Schritt heißt teilweise Enteignung.

      Ziel – Zeitgewinn.

      Lösung – Nein.

      Thomas Jefferson an John Adams, März 1919 !!! (lange her, bis dato nichts geändert)

      “Das Übel dieser Sintflut von Papiergeld wird erst beseitigt werden, wenn unsere Bürger umfassend und rückhaltlos über deren Ursachen und Folgen aufgeklärt sind und durch ihren Einfluss eigennützige Forderungen, findige Spekulationen, die Geldschneiderei und die Banken zum Schweigen bringen. Bis dahin müssen wir uns hier und jetzt damit zufriedengeben, zu einem eher unzivilisierten Zustand zurückzukehren und in Ermangelung eines stabilen, allgemein anerkannten Wertträgers beim Austausch von Eigentum auf den Tauschhandel zurückzugreifen, weil das derzeit gebräuchliche Wertmittel weniger Stabilität bietet als Glasperlen und das Wampum des Indianers und unsere Bürger, ihr Eigentum und ihre Arbeit zu wehrlosen Opfern der betrügerischen Tricks der Banker und Scharlatane macht.“

      Das war 1819 – heute 200 Jahre später, nichts gelernt. Im Gegenteil, „Gottes Werk“ hat die Algorechner am Start. Programmiert von hochbegabten Mathematikern aus Harvard und Oxford. Spitzenmäßig entlohnt! So schaut´s aus . Die Vernetzung der Nutznießer, dieser Moloch an Macht, die Verwebung der Politik mit denselben stinkt bis heute, 200 Jahre nach dieser Schrift zum Mond.

    • Ro - 2. Mai 2013

      Ja da stockt einem ja wirklich der Atem!

      Die Nationalbanken sollen die Schulden der Banken zum Nominalwert aufkaufen!

      Tolle Lösung. Ja so wird das was. Ironie Ende.

      Quasi die BAD, bad Notenbank ultima…. warum nicht Geld für alle, wie hier schon im Verlauf des Threads beschrieben… jeden Monat, jedem 3.000 Euro, Dollars, Ameros zu senden egal. Das kurbelt dann schon an… Wachstum.

      KEIN Wort zum Geldsystem selbst! Es ist und bleibt eine Geldsystemkrise. Alle anderen Krisen sind die Folgen daraus im wirken und im handeln der Löschzüge Namens Staat und Politk zusammen mit ihrem Lobbyistenpack.

      Nein, werter Traumschau, es kann weiter geträumt werden. Hier wickelt sich das System selbst ab. Da nutzen im Endergebnis alle Betrugsmodelle nichts. Egal was Mephisto hier noch hervorzaubert. Alternativlos, politische, staatlich verordnet selbstverständlich.

      Der nächste Schritt heißt teilweise Enteignung.

      Ziel – Zeitgewinn.

      Lösung – Nein.

      Thomas Jefferson an John Adams, März 1919 !!! (lange her, bis dato nichts geändert)

      “Das Übel dieser Sintflut von Papiergeld wird erst beseitigt werden, wenn unsere Bürger umfassend und rückhaltlos über deren Ursachen und Folgen aufgeklärt sind und durch ihren Einfluss eigennützige Forderungen, findige Spekulationen, die Geldschneiderei und die Banken zum Schweigen bringen. Bis dahin müssen wir uns hier und jetzt damit zufriedengeben, zu einem eher unzivilisierten Zustand zurückzukehren und in Ermangelung eines stabilen, allgemein anerkannten Wertträgers beim Austausch von Eigentum auf den Tauschhandel zurückzugreifen, weil das derzeit gebräuchliche Wertmittel weniger Stabilität bietet als Glasperlen und das Wampum des Indianers und unsere Bürger, ihr Eigentum und ihre Arbeit zu wehrlosen Opfern der betrügerischen Tricks der Banker und Scharlatane macht.“

      Das war 1819 – heute 200 Jahre später, nichts gelernt. Im Gegenteil, „Gottes Werk“ hat die Algorechner am Start. Programmiert von hochbegabten Mathematikern aus Harvard und Oxford. Spitzenmäßig entlohnt! So schaut´s aus . Die Vernetzung der Nutznießer, dieser Moloch an Macht, die Verwebung der Politik mit denselben stinkt bis heute, 200 Jahre nach dieser Schrift zum Mond.

      • Traumschau - 2. Mai 2013

        Hallo Ro,
        Natürlich ist mein Beitrag sehr verkürzt und daher auch sehr unvollständig. Deshalb habe ich ja die Quellen angegeben. Bitte schauen Sie sich die Beiträge von R. Werner auf YT an. Das Entscheidende ist m.E. nach nicht das Papiergeldsystem, sondern die Macht der privaten Banken (denen z.B. die FED gehört), die durch Manipulation nur die eigenen Interessen fördern und das Geldsystem deshalb an die Wand fahren. Das ist denen ja egal – kann es auch, weil diese mit diesem Geld längst die halbe Welt gekauft haben. DAS ist das Problem. Also, im Grunde wertlose Zettel, wie der USD, werden in reale Werte getauscht – die größte Umverteilungs- und Enteignungsaktion in der Geschichte der Menschheit. Je weiter fortgeschritten die Globalisierung ist, umso besser für diese “Elite”. Es ist der Mißbrauch, dem nichts entgegen gesetzt wird, der jedes vernünftige System scheitern lässt. Die Politik ist der willfährige Helfer dieser Eliten.
        Ob wir ein zinsbasiertes Geldsystem haben oder nicht, ändert daran zunächst mal wenig. Alles steht und fällt damit, dass das Monopol der Geldschöpfung dezentral organisiert und demokratisch kontrolliert werden muss. Und nichts anderes sagt auch letztlich R. Werner. Die Entschuldung der Banken ist deshalb notwendig, damit überhaupt wieder (gelenkte) Kredite in die Realwirtschaft fließen. Die Notenbanken erzeugen nach Werner durch diesen Schritt kein neues Geld. Und überhaupt: Warum ist der Kauf von Staatsanleihen durch die EZB infaltionswirksam, die Billionenkredite an Banken aber nicht? Das ist also offensichtlich Unsinn. Nein, die Inflation entsteht durch die Löhne. Die Höhe der Löhne bestimmt den Preis und damit die Inflation.
        Damit die Unternehmen Kredite nachfragen, müssen die Löhne hoch, damit sich diese Investition für die Unternehmer auch rechnet, d.h. Nachfrage entsteht. Das ist einer der Gründe, warum es in Japan nicht aufwärts geht, obwohl die Geld drucken wie Heu. Es kommt eben nicht in der Realwirtschaft an, erzeugt nur weitere Blasen und zementiert die Deflation – und die hätten so gerne Inflation. Damit ist für mich erwiesen, dass Werner recht hat. Das hatte Werner bezogen auf Japan mit QE ausdrücklich nicht gemeint. Interessant auch, dass Werner die Mär über die Wirksamkeit der Zinspolitik durch Zentralbanken widerlegt. Tatsächlich folgen die Zinsen dem Wachstum – nicht umgekehrt. Warum sonst ist denn die Nullzinspolitik wirkungslos? Erstaunlich, oder? Und so weiter …
        Alles schön erklärt und bei YT anzusehen.
        LG Traumschau

        • SLE - 2. Mai 2013

          @ Traumschau

          “Das Entscheidende ist m.E. nach nicht das Papiergeldsystem, sondern die Macht der privaten Banken … ”

          Das sehe ich auch so.

          Grüße
          SLE

        • Ro - 2. Mai 2013

          Alles gut und recht. Aber alleine ein erste Förderung des Herrn ein Notenbank zu einer Bad Bank zu machen verlagert doch nur, löst aber gar nichts. Es werden nur Ansprüche erhalten welche sich nicht erhalten lassen in diesem Schuldgeldsystem. Es wird verlagert und der Müll soll abgeschlossen werde. Man spielt auf Zeit durch die Überrollung von Ansprüchen. Keine Lösung.

          Fangen wir doch mal mit den privaten Notenbankkartellen an! Mehr Nutzniessertum für eine elitäre Kaste von wenigen gibt es doch gar nicht. Ich bitte auch nochmals – vermutlich nicht geschehen – auf mein aufgezeigtes Video 13 min hier im Thread, es anzuschauen.

          • Traumschau - 2. Mai 2013

            Hallo Ro,
            Japans Banken waren nach 1945 pleite – total pleite. Dann hat Japan eben diesen Weg gewählt, Kreditlenkung betrieben und – wie wir alle wissen – eine unglaubliche Erfolgsgeschichte hingelegt. “Die Japaner kaufen die ganze Welt auf …” waren damals die Statements. Eine Zentralbank ist grundsätzlich etwas vollkommen anderes als eine normale Bank. Eine ZB macht Geld! Wenn sich eine Zentralbank nicht in Fremdwährung verschuldet, kann sie nicht pleite gehen – wenn der Staat nicht in die pleite geht, klar! Insofern ist der Aufkauf nur eine Zahl in der Bilanz einer ZB und keine neue Geldschöpfung! Werner sagt ja auch nicht, dass das alles unheimlich toll wäre, nur dass dieser Schritt – neben anderen – helfen würde, aus der Rezession zu kommen. Wichtig daran ist insbesondere sein Hinweis darauf, dass diese Maßnahmen erfolgen kann, ohne die Steuerzahler zu belasten. Das heißt, diese ganze Austeritätspolitik inklusive der Bankenrettungen via Staatsverschuldung ist vollkommen unnötig! Wir wissen, dass die Geschäftsbanken nur zögerlich Kredite an die Realwirtschaft vergeben. Er hat aber nachgewiesen, dass Wachstum nur generiert werden kann, wenn die Kreditschöpfung angekurbelt wird UND Kaufkraft generiert wird. Wenn das Geld auf der Bank liegt und niemand dieses Geld nimmt und investiert, bricht die Wirtschaft irgendwann zusammen. Wenn alle sparen, geht nichts mehr. Schulden sind an sich nicht schlimm, nein sie sind notwendig. Man muss nur ausschließen, dass Schulden, d.h. Kredite, in unproduktive Investitionen, ins Finanzkasino, fließen. Also, man kann auch INNERHALB unseres bestehenden Systems zu vernünftigen Lösungen kommen. Wenn aber unser Politikstadel aus “schwäbischen Hausfrauen”, “Exportweltmeister-Euphorikern” und sonstiges Gedöns, wie zum Beispiel der “Sachverständigenrat”, besteht, ist eine Lösung unmöglich. Dann müssen wir das eben auf die harte Tour lernen – leider!

          • Ro - 2. Mai 2013

            Traumschau – ich ergebe mich.

            Bleibe aber dabei. Bitte um Rücktritt auf die Makrobene, vielleicht wird es ihnen dann irgendwann klarer. Eine Eigentumsökonomie unter Aufrechterhaltung der Ansprüche, vererbar, zinsbasiertes Papiergeldsystem mit oder ohne Turbokaptialimus endet in der Neuordnung, systemisch bedingt. Haben schon ganz andere festgestellt wie meine kleine Wenigkeit. Und dabei berühren wir immer nur noch die “Geldeben”. Wir sind immer noch nicht beim eigentlichen Thema… WO kommt Wohlstand wirklich her….! Ressourcen setzt homo oeconomicus ja in seinen Berechnungen so oder so als Gott gegeben voraus.

            nochmals bitte anschauen. Reflektieren wenn gewünscht. Nur als Einstieg.

            http://www.youtube.com/watch?v=XXJJQT1MjYw

            Im Grunde kommt eh das was kommen muß ;-)

          • Vandermonde - 2. Mai 2013

            Ich denke Sie beißen sich zu sehr an den Zinsen fest (ich kenne das, ich habe das früher auch gedacht). Was ich dmalas nicht bedacht habe waren die folgenden drei wesentlichen Punkte:

            (1) ökonomisches Wachstum ist per definitionem eine Illusion, da es sich dabei ja nur um BIP Wachstum handelt. Das aber sagt über einen physikalischen Wachstumsbegriff erst einmal nur sehr wenig aus.

            (2) Schulden sind inheränt, wenn sie eine zeitliche Entkoppelung zwischen Verzicht und Investition erreichen wollen . Zinsen haben allein die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass die Investitionen einigermaßen effizient passieren, also mehr einbringen als sie kosten. Ansonsten wäre die Investition aller Wahrscheinlichkeit nach ja nicht besonders sinnvoll.

            (3) Die Verwechslung von Bestands- und Flußgrößen. Eine Volkswirtschaft kann ohne weiters mit 100 Geldeinheiten Bestand “loslegen” und innerhalb einer Periode ein Vielfaches davon verwenden um Gehälter und eben auch Zinsen zu zahlen (Steve Keen hat dazu eine tolle Präsentation).

            Die Herausforderung besteht eher darin die Machtgleichgewichte so zu gestalten und zu erhalten, dass sich nicht Minderheiten auf Kosten der Mehrheit unverhältnismäßig bereichern und die Investitionen sinnvoll und nachhaltig eingesetzt werden. Das ist aber eher die Ebene der politischen Gestaltung.

      • SLE - 2. Mai 2013

        @ Ro

        “Es ist und bleibt eine Geldsystemkrise. Alle anderen Krisen sind die Folgen daraus … ”

        Das ist, wie ich hier betonen muss, eine bzw. in diesem Falle Ihre These. Nicht jeder sieht das so.

        Grüße
        SLE

        • Ro - 2. Mai 2013

          SLE – ich hege auch nicht die Hoffnung, dass wir beide, aktuell und heute, vielleicht auch nie, zu dieser von vielen seit langer Zeit festgestellten Erkenntnis kommen. Sie sind nicht mein Adressat. Trotzdem dank, dass ich schreiben darf.

        • Systemfrager - 3. Mai 2013

          @ Ro
          “Es ist und bleibt eine Geldsystemkrise. Alle anderen Krisen sind die Folgen daraus … ”

          Es ist und bleibt die Krise der freien Martktwirtschaft, die freie Marktwirtschaft hat einen Konstruktionsfehler, die “Geldsystemekriese” ist mit dem Fieber zu vergleichen …
          Man will durch Geldbeschuldigungen den Kapitalismus frei sprechen ….
          (Ob man ein Lohnschreiber im Dienste der Reichen ist oder einfach nur dumm, ist rein wisenschaftlich betrachtet irelevant)

          • Ro - 3. Mai 2013

            Behalten Sie doch einfach ihren militanten Stil bei sich Herr Simek. Ich spreche gar nichts frei. Es ist ein altes Programm von sehr viel Agressivität und Verletztheit in Ihrer Art des Schreibens erkennbar…. vielleicht ein großer Schmerz aus der Kindheit, fehlende Wahrnehmungen oder einfach ein Kämpfer für das große Ganze aus seiner ideologischen Sicht? Wer weiß dass schon, vielleicht ein Psychologe. Notfalls halt mal kurz auf Angriff schalten: “Lohnschreiber im Dienste der Reichen…. oder einfach dumm”.. und und und… das ist dreist, unverschämt und nicht im Ansatz konstruktiv. Sind sie der Ansicht dass Sie so weiter kommen in ihrem ideoligschen Klassenkampf?! Auch Sie sind nicht mein Adressat Herr Simek. Sie sind vollommen resistent für andere Sichtweisen. Sie verfügen über eine weit überdurchschnittliche Gabe von Eloquenz, Intelligenz und Kraft für eine Sache – gar keine Frage. Aber ihr ideologisches Denken, Ihr Stil, Ihre ganze Art des “Kampfes” für Ihre Sache ist im Grunde ein Ausdruck Ihrer Mängel der gelebten Vergangenheit. Sie sollten darüber mal nachdenken und philosphieren. Aber ihr Ego wird das wohl nicht zulassen. Herr Simek, machen wir es wie gehabt. Streichen wir uns gegenseitig in der Kommentierung.

  • Erich - 2. Mai 2013

    Ein Aspekt, der mir hier bei den meisten Beiträgen fehlt ist die Entwicklung der Welt ausserhalb der Eurostaaten. Wie wir etwa in der Textilindustrie bereits gesehen haben, wird auf Grund der wesentlich niedrigeren Lohnkosten unsere Industrie immer mehr ersetzt durch die der BRIC Staaten. Es wird keine 10 Jahre dauern, dann werden die Chinesen auch qualitätsmäßig mit ihren selbst gebauten Autos zumindest das Niveau französischer und italienischer Erzeuger erreichen. Auch unsere Konzerne VW, BMW produzieren bereits in grossem Maßstab etwa in China. Natürlich steigen in China die Löhne und sie und sie werden sicher auch weiterhin steigen.
    Aber dass sie auf unser Niveau steigen wird kaum zu erwarten sein. Neulich las ich in einem Bericht, dass sich im Laufe der nächsten 10 bis 15 Jahre die Löhne in Folge dieser Entwicklung auf ein durchschnittliches Niveau von 60% der heutigen Westlöhne angleichen werden müssen. Wir müssen zu einem gewissen Grad akzeptieren, dass die Löhne der dritten Welt heute noch Löhne der Ausbeutung sind, und dass wir in Folge dessen immer noch einen Lebensstanderd geniessen, der nach dem Ende der Kolonialzeit nicht mehr zu halten sein wird. Dazu kommt das Problem der Überalterung unserer westlichen Gesellschaften, die jede Aussicht auf Wachstum erheblich mindern wird.
    Diese Probleme mit Gelddrucken lösen zu wollen, halte ich von vorne herein für illusionär.
    Im wesentlichen müssen wir uns immer mehr an Verteilungskämpfe gewöhnen, denn ohne Wachstum bei sinkenden Einkommen ist sich jeder selbst der nächste.
    Dass die Südländer der Eurozone auf Dauer Transfers von uns im Bereich 100 bis 200 Mrd Euro jährlich erwarten, ist verständlich, aber von uns letzten Endes nicht finanzierbar. Auch wir werden von den Folgen des Endes der Kolonialzeit betroffen sein. Zumal wenn man sieht, dass etwa selbst innerhalb von Spanien die Abspaltungstendenzen etwa von Katalonien wegen der innerstaatlichen Transfers erheblich zunehmen. Ähnliches sieht man auch in Italien.
    Im Prinzip will halt jeder noch so viel Geld aus der gemeinsamen Kasse wie möglich, ohne das dieses Geld auch nur im entferntesten etwa bei den Armen ankommt. Die Mafiagesellschaften im Süden verhindern jede sinnvolle Verteilung.

    • SLE - 2. Mai 2013

      Hallo Erich,

      vielleicht muss man das Wachstumsmodell des Westens als den krtischen Punkt betrachten. Der wirtschaftliche Aufstieg hatte ja mit der innovativen Leistung zu tun – sehr schön zu sehen am Fall des Nachkriegsdeutschlands. Mittlerweile sind die erfolgreichen Unternehmen zu Konzernen herangewachsen, die nicht mehr über innovative Leistungen neue Märkte zu kreieren trachten, sondern defensiv ihre Marktpostionen bzw. ihre Märkte verteidigen. Dafür ist Microsoft ein hervorragendes Beispiel. Aber auch die umsatzträchtigen Märkte, die die westlichen Volkswirtschaften tragen, sind ausgereift, mehr noch sogar schlicht gesättigt. Das Verteidigen der Marktposition von großen Oligopolisten funktioniert am einfachsten und effektivsten über Preise und Kosten, denn darin sind sie auf reifen Märkten unschlagbar. Es funktioniert hingegen nicht über innovative Leistungen jener Art, die Märkte umkrempeln oder revolutionieren und alte Märkte mithin sterben lassen. Auch dafür ist Microsoft (in seiner frühen Phase) ein gutes Beispiel – IBM hat diese Erfahrung machen müssen. Deswegen werden im Wesentlichen inkrementale Innovationen getätigt, bei denen die Märkte berechenbar und damit auch beherrschbar bleiben.

      Die Politik hat diesen Wandel mitvollzogen und unterstützt heute im Wesentlichen die Oligopolisten bei ihren Bemühungen, den internationalen Kostenwettbewerb anzuführen. Das war z.B. auch das Ziel der “Agenda 2010″. Tatsächlich haben wir uns damit in eine Wachstumssackgasse manövriert und sehen uns jetzt, wie Sie richtig hervorgehoben haben, der immer stärkeren Konkurrenz der Schwellenländer ausgesetzt, die zunächst schlicht viel billiger produzieren konnten – was viele westliche Konzerne und Unternehmen nutzten -, mit der zeit aber auch bei der Produktqualität aufholen, was prinzipielle auch nicht schwer ist, auf reifen Märkten.

      Die Industrieländer kommen nur aus dieser Falle heraus, wenn sie sich wieder auf ihre alte Innovationsstärke besinnen und die Politik die Voraussetzungen für ein viel dynamischeres Umfeld schafft, in dem pointiert ausgdrückt auch wieder “Garagenfirmen”, wie einst Microsoft, die Chance haben, erfolgreich zu sein – so wie im Nachrkriegsdeutschland.

      Viele Grüße
      SLE

      • Traumschau - 2. Mai 2013

        Hallo SLE,
        jau, das sehe ich auch so. Die Macht der Konzerne hat zu “freien, globalisierten Märkten” geführt, die es ermöglichen, dass heisige Konzerne ihre Produktivität z.B. mit nach China nehmen und in Verbindung mit Dumpinglöhnen allen anderen das Wasser abgraben. Das ist schon ein “geniale” Agenda die diese Unternehmen abarbeiten. Und als Reflex schreien alle Neoliberalen in Deutschland – wie letztens wieder Hundt – die Löhne müssen RUNTER, um die Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland zu erhalten bzw. zu verbessern. Wer die Doku “Bruessels Buisiness” (s. YT) gesehen hat weiß, wie die Mechanismen funktionieren. Die Politik hat immer noch nicht verstanden (wollen?), wie sie ständig über den Tisch gezogen wird. Oder anders: Wenn Politiker im Grunde Lobbyisten der Finanz- und Wirtschaftsplutokratie sind, ist das Ergebnis vorhersehbar. Ein Ende ist nicht in Sicht. Gerade jetzt überholt man sich im Angesicht der BTW mit “alternativen”, “sozialen” Vorschlägen, die m.E. aber mit Sicherheit nicht umgesetzt werden. Die erste Aufgabe der politischen Elite ist zunächst der Machterhalt und sonst gar nichts. Nach der Wahl geht alles alternativlos seinen gewohnten Gang. Aber: “Der Krug geht so lange zum Brunnen bis er bricht”. Dann allerdings haben wir Probleme, die ich mir nicht einmal im Ansatz vorstellen möchte …
        LG Traumschau

      • Frankenfurter - 2. Mai 2013

        Mir fällt auf, dass alle Oekonomen, gleich welcher Schule, immer nur Wachstum im Sinne haben. Das Flassbeck, Milton Friedman oder SLE dabei von mindestens 4 Erden ausgehen, die wir haben müßten, um alle Wachstumswünsche zu erfüllen, kommt mir bei der Diskussion um Alternativen deutlich zu kurz.

        • Traumschau - 3. Mai 2013

          Hallo Frankfurter,
          das sehe ich bei Flassbeck anders. Dieser sieht sehr genau, dass DIESE Art des Wachstums auf Dauer nicht funktioniert, weil es nicht nachhaltig ist. Im Grunde müssten wir jetzt anfangen, alle in Gebrauch befindlichen Ressourcen zu 100% zu recyceln und für neue Produkte nutzbar zu machen. Die Energiewende wäre überhaupt kein Thema, wenn man sich darüber im Klaren wäre, dass Investitionen in produktive Bereiche inflationsneutral sind (R. Werner). Im Grunde könnte die Bundesregierung die Energiewende aus dem Boden stampfen – so wie sie es damals mit der Atomenergie gemacht hat. Nur leider gibt es zu mächtige Interessen, die das verhindern wollen. Das Geschäft mit dem Öl ist halt lukrativ, gell? LG Traumschau

          • Frankenfurter - 3. Mai 2013

            @Traumschau
            Investitionen in produktive Bereiche sind inflationsneutral? Verstehe ich nicht. Aber das diese hirnlose Überproduktion in der sog. 1. Welt gestoppt werden muss, sehe ich jeden Tag. Warum braucht jeder ein eigenes Auto, wenn er es nur 1 Stunde am Tag auch nutzen kann? Warum werden VWs nicht für eine Laufzeit von 5-10 Millionen Betriebskilometer gebaut? Technisch ein Problem ? Das ich nicht lache.

        • Querschuss - 3. Mai 2013

          Hallo Frankenfurter,
          wende mal die Sicht von künstlich aufgeblasenen nominalen BIP-Daten ab und hin zu produzierten Mengen, Stückzahlen und Volumen, wie sie die Industrieproduktionindizes zeigen, dann gibt es Frankreich, Italien, Spanien, Portugal und Griechenland nur eine brutale Kontraktion des Outputs. Wir haben kein Wachstumsproblem, auch keines von ausgelasteten Produktionskapizitäten, sondern das Gegenteil davon. Mit dem Nachfrageeinbruch berstet die Produktion und es droht die Zerstörung von Produktionskapazitäten und damit eine Dürrestrecke auf viele Jahre.

          Gruß Steffen

          • Frankenfurter - 3. Mai 2013

            Schon klar Steffen, abrupte Nachfrageeinbrüche sind ein Riesenproblem. Ich frage nach einer neuen Wirtschaftsethik. Weit und breit redet kein Mensch darüber. Wir haben nur einen Planeten, der auch nicht von beliebig vielen Menschen gleichzeitig bewohnt werden kann, ohne dass es vorzeitig zum Kollaps kommt. Wie auch immer der aussieht.

  • Systemfrager - 2. Mai 2013

    @Erich
    >>> Diese Probleme mit Gelddrucken lösen zu wollen, halte ich von vorne herein für illusionär.
    Mit Geldrucken werden wir die westlcieh Zivilisation nicht retten, mit dem Gelddrucken lässt sich aber der fundamentale Konstruktionsfehler der Marktwirtschaft beheben: das Nachfrageproblem

    Grundidee und Zweck der demokratischen Geldschöpfung und Geldmengenregelung
    Wie ein Geldfälscher nur an sich selbst denkt und damit für die Gemeinschaft nützlich wird </strong
    weiter >>>

    • Erich - 2. Mai 2013

      @Systemfrager

      sparen macht nur dann Sinn, wenn es jemanden gibt, der die Mittel auch wieder produktiv verwendet, das heisst wenn er sie so sinnvoll investiert, das die Mittel zumindest in gleicher Höhe wieder zurückfliessen. Dies ist aber offensichtlich etwa in Spanien nicht der Fall, Es bringt nichts, damit weitere Golfzentren zu errichten, wenn schon die vorhanden nur zu 10% ausgelastet sind, oder noch mehr Autobahnen zu bauen, wenn auf den jetzigen schon weniger Verkehr fliesst wie bei uns auf den Landstrassen. Proitieren tun von solchen Massnahmen nur die reichen Bauträger, die sich ein gutes Stück davon in die Privatschatulle ablegen.

      Derart verwendet sind die gesparten Gelder einfach nur weg, und das ist das, was gegenwärtig überall passiert. Es ist eine Frage der richtigen Allokation der gesparten Mittel. Mit der gegenwärtigen EZB Politik wird massenhaft das gesparte Geld in völlig unproduktive Bereiche verlagert. Das erzeugt nur ein minmales Strohfeuer, das letzten Endes niemandem hilft.

      • Systemfrager - 2. Mai 2013

        @Erich
        >>> Es bringt nichts, damit weitere Golfzentren zu errichten, …
        Eben,
        aber dies ist alleine die Folge der neoliberalen Unsinns, niedrige Löhne würden Arbeitsplätze schaffen
        Die Schaffen nur Reichtum für 1-5% der Reichsten, für die man meinte, viele Golfzentren bauen zu müssen

  • Rolmag - 2. Mai 2013

    “Und Wohlstand auf Pump ist eine Chimäre. Eindrucksvoller wie derzeit kann es nicht vorgeführt werden”

    Aber nicht, wenn es eine fremde Regierung gibt, die mit aller Macht ihr Bürgereigentum enteignet, um es diesen überschuldeten Freunden des hemmungs- und gedankenlosen Konsums zukommen zu lassen!

    Auch halte ich den Euro für kein Produkt einer Verschwörung Reicher gegen das Volk um es endlos auszunehmen, sondern schon für das was die Politiker behaupten. Denn nur wenn man von einer Sache regelrecht fanatisch überzeugt ist, kann man sie derart radikal und wider jeder Vernunft durchprügeln und auf Kosten der eigenen Bevölkerung am Leben erhalten, pure Fanatiker, radikale Fanatiker. Nur klebt an deren Händen kein Bürgerblut mehr, sondern die Trümmer der Lebensplanung und Zukunft der Bürger, was kaum weniger schlimme Wirkungen hat und und vielleicht sogar noch dramatischere Folgen nach sich zieht. Imho ist es wirksamer, die Gedanken der Bürger zu verbrennen als deren Fleisch.
    Mit kaum etwas kann man den Menschen wirkungsvoller ihre Kreativität und Motivation rauben, als sie auszuplündern, auch noch staatlich auszuplündern, und das in einer Mitmachwissensgesellschaft.

    Jedesmal wenn ich Bundespolitiker im TV sehe, dann erkenne ich 1.000 Jahre Knast in einer gesunden Gesellschaft.

    • Ro - 2. Mai 2013

      Dank! So schaut das aus.

      Ersetzte den “Totschlagterminus” mit “übelster, abartigster Interessenwahrnehmung.”

      Der Köder der EU zum Euro war – “freies Reisen”. Hat funktioniert.

      Bisherige Erkenntisse im Drehbuch:

      Zu viele Schulden macht geht nicht, das hat uns hier her gebracht – somit, her mit der Austerität!
      Zu viel gespart, geht nicht, zurück zu mehr Schulden, sprich die alte Lösung!

      Verkauft wird das wie gehabt… “!die Dosis war zuviel, die Dosis macht das Gift”. Feinjustieren
      istt angesagt. “Sinnvolles Wachstum gepaart mit sparen ist kein Widerspruch”.

      Ja klar.

  • Heiner Hannappel - 2. Mai 2013

    Dieser Beitrag zeigte schlaglichtartig die Situation in Europa auf, sehr gut!
    Das Dilemma, keiner der überschuldeten Staaten hat noch Bewegungsspielräume
    um die Wirtschaft zu stimulieren.Zu sehr stecken alle in der Schuldenfalle.
    Ein weiteres Dilemma, alle guten Optionen für Europa sind mit der übereilten Einführung des Euros und der Zerstörung der No Bail Out Klausel vertan! Es bleiben nur noch minderwertige, schlechte Optionen übrig! So wird man nach den Wahlen im September zu einer weiteren minderwertigen Option greifen, den noch(!) abgelehnten Eurobonds, auch wieder zur bloßen Zeitgewinnung, mit Überschreitung aller roten Linien dieser Regierung.Das hatten wir ja schon öfters.Doch Zeitgewinn zu welchem Ziel hin? Zu einem einigen Europa? Lächerlich.
    Diese einmal erstrebenswerte Vision ist schon längst verspielt, da Verträge nicht eingehalten wurden und je nach Lage der Dinge und auch künftig nicht eingehalten werden!
    Das einzige sichtbare Konzept ist Konzeptionslosigkeit.
    Heiner Hannappel
    heiner hannappel@gmx.de

  • Holly01 - 2. Mai 2013

    Es wäre gut, eine andere Perspektive zu suchen.
    Die “deutsche Frage” gibt es garnicht.
    Es gibt eine europäische Frage.
    Polen wurde nach westen verschoben, völkerrechtswidrig.
    Die Reparationsfragen wurden nie geklärt. Das ist ansich -DAS- Machtmittel der USA in Europa.
    Ein Friedensvertrag wäre ein Europäisches Werk, kein deutsches.

    Damit sich Deutschland für solche Gespräche qualifizieren kann benötigt es eine Position. Eine deutsche Position erzwingt Souveränität.
    Da wir nicht souverän sind, kann Deutschland keine qualifizierte, rechtliche Position einnehmen.
    Das ist das zweite Pfand der USA in Europa.

    Revanchismus bringt niemanden weiter, aber der Revanchismus nur einer europäischen Nation, kann jeden Einigungs-/Friedensprozess beenden.
    Eine Bitte um Hilfe an die USA beendet alle Träume von der Herstellung rechtsverbindlicher Nachkriegszustände.

    Es ist schön, wenn man im Laufe der Recherche feststellt, daß DE nicht nur Mist war, sondern auch andere gehörig im Kot gerührt haben.
    Aber das bringt wirklich niemanden weiter.
    Man kann Schuld nicht aufrechnen. Man kann Leid nicht aufrechnen.
    Es ist aber sehr wohl wichtig, Menschen ihre Ängste vor einem WKIII zu nehmen und ihnen sagen zu können :
    Egal was aus dem ganzen wird, es wird auf jeden Fall besser als jetzt und das gilt unabhängig der Nationalität.
    Die Schuldfrage ist die am wenigsten relevante. Das als Deutscher zu sagen ist für viele schon starker Tobacco.

    Deutschland muss einen Weg finden mit seinen Nachbarn ein Verhältniss herzustellen, das diese Nachbarn weder ein revanchistisches noch ein schuldbehaftetes Geschichtsbild verfolgen.

    Deutschland muss sich dazu anbieten. Erst wenn die anderen das annehmen, kann man reden.
    Eine Führungsrolle, wie sie durch diese “Krise” an die Deutschen herangetragen wird, wäre das dümmste was DE anstreben kann.
    Eine Hegemonialmacht DE für Europa von USA Gnaden, das ist der erneute Verrat Deutschlands an allen Nachbarn. Dann haben wir garnichts gelernt und dei Quittung wird sicher kommen.

  • paernu - 2. Mai 2013

    @Holl01
    Vielen Dank für diese Zeilen. Habe in den letzten Jahren ebenfalls mal einige Recherchen über die Zeit des zweiten 100jährigen Krieges , wie WKI und WKII in Grossbritannien genannt werden, gemacht.

    Sie haben vollkommen recht, man wird dann leicht in den Dunstkreis gerückt, wo man nicht hin will. Bei mir war der Ausgangspunkt einiges in der Familiengeschichte, das so garnicht mit der offiziellen Schullehre, passte. Aber lieber Holly01 es stimmt, Deutschland ist nicht souverän.

    Es handelt sich ja hier um einen Wirtschaftsblog, aber da ich die offene Diskussion hier in diesem Gremium sehr schätze, muss ich doch einmal erwähnen, dass die Wurzeln dieser Krise bzw. Krisen meiner Meinung nach sehr weit zurückreichen.

    Ich glaube es ist eine Krise des Papiergeldsystems und die Macht der privaten Banken. Bin derzeit der Meinung, dass die privaten Banken z.B. Goldman etc nur durch das Papier/Fiatgeldsystem so mächtig werden konnten. Von daher glaube ich schon das in einem goldbasierten System diese Macht begrenzt wäre. Daneben dienen die Banken der Politik als Finanzier ihrer Stimmenkaufpolitik. Es haben sich in diesem Gebilde wechselseitige Abhängigkeiten ergeben, die sich von Zeit unterschiedlich starke Machtverhältnisse in diesem Block bedeuten.

    Ich kann daher Meinungen von z.B. Systemfrager, Traumschau nachvollziehen, und deren Schlussfolgerung der Abschaffung von freien Märkten, Unternehmertum etc (Ich hoffe, ich habe das so richtig verstanden), aber nicht teilen. Im Prinzip bin ich immer noch der Meinung dass Märkte und Unternehmer das höchste Maß an Kreativität und Fortschritt freisetzen und den höchsten Nutzen stiften.

    • Traumschau - 2. Mai 2013

      Hallo paernu,
      vielleicht habe ich mich missverständlich ausgedrückt bzw. die Hälfte weggelassen: Freies Unternehmertum ist wichtig und eine Voraussetzung für Innovationen. Da haben wir keinen Dissens!
      Nur, wir haben kein freies Unternehmertum. Das Finanz- und Wirtschaftskartell verhindert ja gerade einen freien Markt, sie manipulieren mit ihrer enormen wirtschaftlichen Macht die Preise auf fast allen Märkten und verhindern die Entfaltung kleiner, innovativer Unternehmer
      Dazu ein Zitat von SLE (weiter oben):
      “vielleicht muss man das Wachstumsmodell des Westens als den krtischen Punkt betrachten. Der wirtschaftliche Aufstieg hatte ja mit der innovativen Leistung zu tun – sehr schön zu sehen am Fall des Nachkriegsdeutschlands. Mittlerweile sind die erfolgreichen Unternehmen zu Konzernen herangewachsen, die nicht mehr über innovative Leistungen neue Märkte zu kreieren trachten, sondern defensiv ihre Marktpostionen bzw. ihre Märkte verteidigen. Dafür ist Microsoft ein hervorragendes Beispiel. Aber auch die umsatzträchtigen Märkte, die die westlichen Volkswirtschaften tragen, sind ausgereift, mehr noch sogar schlicht gesättigt. Das Verteidigen der Marktposition von großen Oligopolisten funktioniert am einfachsten und effektivsten über Preise und Kosten, denn darin sind sie auf reifen Märkten unschlagbar. Es funktioniert hingegen nicht über innovative Leistungen jener Art, die Märkte umkrempeln oder revolutionieren und alte Märkte mithin sterben lassen. Auch dafür ist Microsoft (in seiner frühen Phase) ein gutes Beispiel – IBM hat diese Erfahrung machen müssen. Deswegen werden im Wesentlichen inkrementale Innovationen getätigt, bei denen die Märkte berechenbar und damit auch beherrschbar bleiben.
      Die Politik hat diesen Wandel mitvollzogen und unterstützt heute im Wesentlichen die Oligopolisten bei ihren Bemühungen, den internationalen Kostenwettbewerb anzuführen. Das war z.B. auch das Ziel der “Agenda 2010″. Tatsächlich haben wir uns damit in eine Wachstumssackgasse manövriert und sehen uns jetzt, wie Sie richtig hervorgehoben haben, der immer stärkeren Konkurrenz der Schwellenländer ausgesetzt, die zunächst schlicht viel billiger produzieren konnten – was viele westliche Konzerne und Unternehmen nutzten -, mit der zeit aber auch bei der Produktqualität aufholen, was prinzipielle auch nicht schwer ist, auf reifen Märkten.
      Die Industrieländer kommen nur aus dieser Falle heraus, wenn sie sich wieder auf ihre alte Innovationsstärke besinnen und die Politik die Voraussetzungen für ein viel dynamischeres Umfeld schafft, in dem pointiert ausgdrückt auch wieder “Garagenfirmen”, wie einst Microsoft, die Chance haben, erfolgreich zu sein – so wie im Nachrkriegsdeutschland.”

      Das ist aber in meinen Augen kein Widerspruch zu dem was ich geschrieben habe. Ein Papiergeldsystem kann funktionieren, wenn es nicht mißbraucht wird und in den Händen einer kleinen Gruppe mächtiger Leute liegt. Das Geldsystem der USA ist privat organisiert. Die FED hat die Banken rausgehauen, weil die FED de facto den großen amerikanischen Banken gehört. Andere ließ man pleite gehen – so kann man sich auch der Konkurrenz entledigen.
      Warum jetzt Draghi Chef der EZB ist und Goldman Sachs fast alle nenneswert wichtigen Regierungen berät, darüber kann man nur spekulieren … Vielleicht haben Sie mal zu diesem Thema die “Aufstellung” von Pelzig bei Neues aus der Anstalt gesehen?
      Hier: http://www.youtube.com/watch?v=_PSDXtQL-Aw

      LG Traumschau

    • Holly01 - 2. Mai 2013

      Hallo paernu,
      “Habe in den letzten Jahren ebenfalls mal einige Recherchen über die Zeit des zweiten 100jährigen Krieges , wie WKI und WKII in Grossbritannien genannt werden, gemacht.”

      Noch sind es keine 100 Jahre, aber wir steuern schnurr stracks auf den 3. Akt und einen umfassenden Krieg in Europa zu.
      Ich würde die Bundeswehr am liebsten komplett auflösen und eine Bundespolizei einrichten, die keine Kampfmittel für Ausseneinsätze besitzt ……..

      • paernu - 3. Mai 2013

        meinte natürlich 30jährigen Krieg, sorry. Einfach ein bisschen stressig derzeit.

  • Ro - 2. Mai 2013

    Traumschau: “Ein Papiergeldsystem kann funktionieren…”

    bis jetzt hat es dies nicht, auch nicht vor 1913 Federeal Reserve Act, wo es die FED in der heutigen privaten Form nicht gab.

    Niemals in der Historie hat es funktioniert.

    wie sehen sie folgenden Beitrag, wie ist Ihr Eindruck, Ihre Schlußfolgerung dazu?

    http://www.youtube.com/watch?v=XXJJQT1MjYw

    • Traumschau - 2. Mai 2013

      Hallo Ro, vielen Dank für den Link – habe ich mir gerade angeschaut. Mir ist das bekannt.
      Meine Schlussfolgerung auf der Basis von Bernd Senf, Richard Werner u.a. ist folgende:
      1. Private Banken schöpfen Geld aus dem Nichts per Kreditvergabe in Form von Giralgeld. Nur ca. 3%!! der Geldschöpfung betreibt eine Zentralbank. Das ist das physische umlaufende Geld in Form von Banknoten.
      2. Das Geld der Banken erhält seinen Wert erst dadurch, dass diesem eine Forderung gegenüber steht, z.B. wenn ein Kunde einen Kredit für einen Hauskauf abruft. Für dieses Geld verlangt die Bank Zinsen. Kann der Schuldner den Kredit nicht zurück zahlen, kann die Bank das Haus oder den Lohn pfänden. Oder anders: Die Bank erhält für eine gerade NICHT erbrachte Leistung pfändbares Eigentum und Zinsgewinne – denn das Geld wurde ja aus dem Nichts geschöpft. Die Bank muss lediglich nur 1% der Kreditsumme bei der Zentralbank als Sicherheit hinterlegen. Derzeit kann die Bank für eine Einlage von 100,- Euro Kredite für 9900,- Euro vergeben.
      3. Daraus ist zu schließen, dass Banken eben nicht nur Intermediäre sind, die ausschließlich die Einlagen der Kunden weitergeben, sondern darüber hinaus enorme Geldmengen aus dem Nichts schöpfen, dass keinen realen Gegenwert hat.
      4. Die Banken sind daran interessiert, möglichst viele Kredite zu vergeben, denn damit steigen auch die Zinseinahmen.
      5. Die Geldschöpfung der Banken, die weit über das realwirtschaftliche Wachstum erfolgt, ist ursächlich für Blasen auf den Märkten verantwortlich. Wird die Geldschöpfung zurück gefahren, platzen alle diese Blasen. Das ist m.E. nach auch der Grund, warum die Zentralbanken wie doof Geld ins System pumpen. Die Forderungen, die sich durch die absurd große Kreditvergabe der Banken angehäuft haben, können durch die Realwirtschaft nicht mehr erwirtschaftet werden. Denn dieses Luftgeld ist zu einem großen Teil ins Finanzkasino geflossen, dass aber keinen realwirtschaftlichen Ertrag generiert. Heiße Luft, quasi!
      6. Die Renditeansprüche auf dieses “Spielgeld” können – wie gesagt – nicht bedient werden. Damit das ganze System nicht zusammen bricht, werden die Banken von den Staaten, sprich Steuerzahlern gerettet. Damit die jetzt klammen Staaten “Hilfe” von der Troika erhalten, sollen die Völker Europas eine Anpassung vornehmen – den Austeritätskurs. Das aber erhöht die Verschuldung noch, u.s.w. ….
      Mein persönliches Fazit: Das Problem ist das Privileg privater Banken, quasi nach Belieben Geld zu schöpfen. Deshalb muss die Geldschöpfung in die öffentliche Hand überführt und demokratisch kontrolliert werden. Außerdem würde dadurch der Geldschöpfungsgewinn, die Seigniorage, wieder an die Allgemeinheit zurück fließen und nicht den Geschäftsbanken zu Gute kommen, weil die ja – wie oben beschrieben – eigentlich keine Leistung erbringen, außer ein paar Zahlen in den PC zu hacken. Trotzdem ist es m.E. nach keine Frage, ob Papiergeldsystem oder nicht, sondern die Frage, WER die Macht über die Geldschöpfung in Händen hält. Geldsysteme sind – so weit ich weiß – nicht daran gescheitert, dass sie Papiergeldsysteme waren, sondern daran, dass das Geldsystem für Partikularinteressen mißbraucht wurde. Wie Sie wissen, hat auch eine goldgedeckte Währung keinen Bestand, wenn ein Herr Nixon einseitig die Golddeckung aufhebt. Es geht um Manipulation und sonst nichts. Sie können das perfekte System ausdenken – sobald es okkupiert wird, ist es zum Scheitern verurteilt. Deshalb muss zwingend ein Weg gefunden werden, wie man das ausschließen kann. Bisher ist das nicht gelungen, das ist richtig!
      Hmm, kann sein, dass ich noch was vergessen habe … bis dahin erst mal.
      LG Traumschau

      • Ro - 2. Mai 2013

        Traumschau – besten Dank für die Ausführung. Gehe konform.

        Die größte Hürde dabei ist und bleibt – wie wollen wir in Zukunft leben, was sind unsere Bedürfnisse, ab wann ist genug genug. Der größte Knackpunkt dabei ist das Eigentum. Hier habe ich bis dato keine Lösung gefunden. Aber vererbares Eigentum verleitet die Menschen – uns alle – weiter und weiter anzuhäufen. Mehr als das wir brauchen. Es schließt die Nichteigentümer aus. Es produziert pyramidiale Strukturen, mehr noch pervertiert diese. Zu Beginn läuft dies noch einigermaßen “gerecht” – wobei dieser Terminus schon eine Illusion an sich ist..

        Ein guter Ansatz wäre mit Sicherheit ein Vollgeldsystem, ebenfalls mit Verfallsdatum, aber wesentlich humaner in den Auswirkungen. Der Preis für eine Eigentumsökonomie ist sehr hoch.

        Eine goldgedeckte Währung kann zumindest den Zeitrahmen einer Implosion verlängern. Des Weisheits letzter Schluss ist es ebenso nicht. Keine Frage.

        Ein perfektes System mit dem Genom Mensch sehe ich als nicht realistisch an. Die Richtung dahin wäre schon ein Ansatz.

        Vielleicht müssen wir uns – dual veranlagt / lebend – einfach immer wieder dem Gesetz der Neuordnung unterwerfen. Keine Ahnung. Aber eines ist gewiss, auch wenn ich mich wiederhole. Dieses aktuelle System ist zum scheitern verurteilt. Wie die die tausend Jahre zuvor.

        Die Machtpyramide weiß längs darum und versucht ein System zum implementieren, welches auf keinen Fall von Vorteil ist für unsere Kinder, für uns alle.

        Es entrechtet, es entdemokratisiert. Es ist zentralistisch aufgebaut. Es ist noch Zeit dahin und ich hoffe sehr auf Widerstand der fruchtet. Bisher leider viel zu wenig, da das tiefe Verständnis dafür noch nicht gewünscht ist oder die Rezeptoren dafür noch nicht vorhanden sind. Kognitive Dissonanz ist mitunter schwer zu überwinden, besonders wenn man dafür bezahlt wird (bitte allgemeingültig betrachten)

        Siehe nochmals Zitat:

        “99 Prozent der Menschen sehen das Geldproblem nicht. Die Wissenschaft sieht es nicht, die Ökonomie sieht es nicht, sie erklärt es sogar als “nicht existent”. Solange wir aber die Geldwirtschaft nicht als Problem erkennen, ist keine wirkliche ökologische Wende möglich.”

        Prof. Hans-Christoph Binswanger

        • Traumschau - 2. Mai 2013

          Ja, und so hängt eben alles zusammen. Zusammenfassend kann man vielleicht sagen, dass die Macht einfach in zu wenigen Händen liegt. Sie ist zu konzentriert und lässt eine Gemeinwohlökonomie (derzeit) nicht zu. Es ist schon fast egal, welchen Bereich man sich anschaut. Alle Bereiche werden zunehmend ökonomisiert, Konzerne wie Bertelsmann beeinflussen zunehmend die Bildungslandschaft und verdummen unsere Kinder – nicht nur über die Medien. Alles im Interesse der Big Player. Ich glaube nicht, dass da plötzlich ein Einsehen kommt. Aber, man sollte die Menschen nicht unterschätzen. Ewig kann man dieses “Spiel” nicht spielen.
          LG Traumschau

          • Ro - 2. Mai 2013

            Dies meine Hoffnung, mein persönlicher Antrieb zum schreiben Traumschau. Die Menschen können / dürfen / müssen erkennen dass sie ihre eigenen Schäfer sind und nicht nur Schafe. Sie verhalten sich aber fortwährend als Schafe und manchmal komme ich zur Erkenntnis, dass dies gar von vielen so gewünscht ist. Trotzdem halte ich immer alles für möglich. Hoffe darauf.

      • Ro - 2. Mai 2013

        Und als Ergänzung. Der Debitismus fängt vor Richard Werner und Bernd Senf an. Er erklärt das, wo die Herren fortwährend ausweichen. Senf ist dicht dran. PCM etc. sind einen Schritt weiter.

        • Traumschau - 2. Mai 2013

          Wo weichen die denn aus? Das kann ich jetzt nicht nachvollziehen …
          LG Traumschau

          • Ro - 2. Mai 2013

            Sie steigen später ein Traumschau. Sie starten nicht von ganz vorne. Der Debitismus startet von vorne. Habe selbst Jahre gebraucht für ein Verständnis der Materie. Verstanden?

            Gedankenstütze als Ergänzung – war auch mein Weg.

            http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=194691

      • Frankenfurter - 2. Mai 2013

        @traumschau
        “Oder anders: Die Bank erhält für eine gerade NICHT erbrachte Leistung pfändbares Eigentum und Zinsgewinne – denn das Geld wurde ja aus dem Nichts geschöpft. Die Bank muss lediglich nur 1% der Kreditsumme bei der Zentralbank als Sicherheit hinterlegen. Derzeit kann die Bank für eine Einlage von 100,- Euro Kredite für 9900,- Euro vergeben.”
        Ihre Betrachtung des Vorgangs der Geld/Kreditschöpfung bleibt stehen, nachdem das Geld raus ist an den Kreditnehmer. Sie untersuchen dann den Fall der Insolvenz des Kreditnehmers und stellen fest, die Bank kommt danach via Pfändung an das Geld und Vermögens des Schuldners, obwohl für sie selbst keine Schuldverpflichtung aus dem Geld erwachsen. Das ist falsch. Überlegen Sie einmal, normalerweise wird der Kredit eingelöst bei anderen Banken um die Rechnungen des Kreditnehmers zu begleichen. Die anderen Banken bezahlen die Rechnungen und reichen ihrerseits die Beträge als Forderung an die Kreditgebende Bank weiter. Das bedeutet,: aus dem virtuellen Geld sind reale Forderungen und Verpflichtungen von vielen geworden. Und letztlich muss die kreditgebende Bank allen Forderungen aus dem für sie vormals super billigen Kredit nachkommen. Aus virtuellem Geld sind reale Schulden geworden, die getilgt werden müssen. Die können sie nicht einfach mit der Delete-Taste zum Verschwinden bringen.

        • Holly01 - 2. Mai 2013

          @ Frankfurter :
          Sie beschreiben einen ganz wichtigen Aspekt.
          Aber ex nihilo, also aus dem Nichts, bedeutet, es gibt keinen Gläubiger der fällig stellen kann.
          Die Forderungen werden und wurden ja alle begliche, mit dem Giralgeld, welches auf das Konto des Kreditnehmers gebucht wurde.
          Der Bank entstehen im schlimmsten Fall zunächst nur Zinsausfälle.
          Ein 30 Jahre Rechtstitel auf die Schuld, eingebucht, reicht der bank bereits, um keine neubewertung vornehmen zu müssen.
          Die Bank bucht munter weiter Verzugszinsen, als Gewinnerwartung.
          Ex nihilo stellt nie fällig. Nur die Bafin könnte eine Neubewertung erzwingen, macht die aber nicht. Einzelne Buchungssätze interessieren die nicht.
          Bewerten kann die Bank selbstständig und auf eigene Rechnung und Risiko.

          • Frankenfurter - 3. Mai 2013

            Kreditbewertungen müssen von einer Bank erst am Laufzeitende des Kredits (zum Beispiel nach 30 Jahren) vorgenommen werden? Woher haben Sie Ihre Weisheit?

          • Holly01 - 3. Mai 2013

            @ Frankfurter :
            “Kreditbewertungen müssen von einer Bank erst am Laufzeitende des Kredits (zum Beispiel nach 30 Jahren) vorgenommen werden? Woher haben Sie Ihre Weisheit?”

            Tja, da muss ich leider gestehen, diese Weisheit habe ich übernommen. Der Vorgang wurde bei einem Bericht über die Wertstellung von Darlehn so beschrieben.
            Da ich den Link nicht mehr habe, muss ich Ihnen antworten :
            nicht belegtes höhrensagen. Mia culpa.

          • Frankenfurter - 3. Mai 2013

            siehe: 5.4 BEWERTUNGSVORSCHRIFTEN FÜR KREDITINSTITUTE

            http://www.boeckler.de/pdf/p_edition_hbs_153.pdf

            daraus das Beispiel:
            “Eine Bank hat einen Betriebsmittelkredit an ein mittelständisches Unternehmen vergeben. Anfang Januar (kurz nach dem Bilanzstichtag und noch
            vor der Aufstellung des Jahresabschlusses) wird bekannt, dass das Unternehmen einen wichtigen Auftrag verloren hat und infolge dessen im Verlauf des Geschäftsjahres die Insolvenz droht. Die Bank hat demnach das
            erhöhte Kreditausfallrisiko, das durch die drohende Insolvenz des Kreditnehmers eingetreten ist, durch eine entsprechende Wertberichtigung der
            Forderung zu berücksichtigen. In der aufzustellenden Bilanz darf die Forderung nur mit dem Betrag angesetzt werden, der voraussichtlich noch zu erwarten ist.”

            Bedeutet nach meinem laienhaften Verständnis, dass eine Wertberichtigung eines Kredits sofort das Eigenkapital der Bank belastet.

            Ps. Steffen bringt regelmäßig Statistiken zu den Kreditausfällen spanischer Banken. Zeigt das nicht, dass wenig Spielraum besteht, Kreditausfälle in den Bankbilanzen zu verlängern/zu vertuschen?

            • Querschuss - 3. Mai 2013

              Hallo Frankenfurter,
              das ist extrem komplex, zuerst muss man mal zwischen Handelsbuch und Bankbuch unterscheiden, nur Assets im Handelsbuch müssen nach Zeitwert in der Bilanz bewertet werden. Kredite liegen aber meist im Bankbuch und können zu fortgeführten Anschaffungskosten bis zum Ende der Laufzeit bilanziert werden. Ob bei Zeit/Marktwert Bilanzierung oder zu Anschaffungskosten, Umwidmungen vom Handelsbuch ins Bankbuch usw., es gibt viel Gestaltungsspielraum, es können Rückstellungen und Abschreibungen im Bankbuch vorgenommen werden, sie können aber auch bis zum Laufzeitende zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden, selbst wenn die Kredite Ausfälle ausweisen. Erst zum Laufzeitende ist Tacheles angesagt, aber das kann bei einem Hypothekenkreit dauern und Banken haben Zeit dies schonend zu verarbeiten, diese Kredite in die Bad Bank abzuschieben usw. Die Möglichkeit der Umwidmungen von Assets aus dem Handelsbuch ins Bankenbuch hatten je genau das Ziel im Zuge der Finanzkrise die Bilanzen der Banken damit zu entlasten bzw. zu schönen. Deshalb hatten Bankbilanzen enorm an Aussagekraft verloren und ich habe kaum noch Bankbilanzen seitdem durchgeackert, da kaum aussagefähig.

              Meiner Meinung nach muss ein Kredit im Bankbuch nicht zwingend wertberichtigt werden, alle Kredite im Bankbuch spielten auch bei keinem der bisherigen Stress-Teste eine Rolle, sondern nur die Assets aus dem Handelsbuch.

              Gruß Steffen

          • Holly01 - 3. Mai 2013

            @ Frankfurter :
            “siehe: 5.4 BEWERTUNGSVORSCHRIFTEN FÜR KREDITINSTITUTE”

            Danke, eine wichtige Berichtigung mit einer exellenten Quelle.

          • Traumschau - 3. Mai 2013

            Hallo Frankfurter,
            so weit ich weiß wurden die Bilanzierungsregeln – wegen der Finanzkrise – schon mehrfach geändert. Steffen hat es ja erklärt. Man hat Kosmetik betrieben aber kein Problem gelöst. Ich muss aber gestehen, dass ich da viel zu wenig Einblick habe. Ich versuche nur, mir ein Bild zu machen und mir zu erklären, was zum Kuckuck da eigentlich vor sich geht. So viel steht aber fest: Normal ist das alles nicht …ganz und gar nicht …
            LG Traumschau

          • Frankenfurter - 4. Mai 2013

            Offenbar gibt es bei der Bankenaufsicht (Bafin) eine Überwachung NOTLEIDENDER KREDITE. Das sind wertberichtigte und in Verzug geratene Kredite, deren Volumen 2011 lt. Wikipädia 250 Milliarden € ausmachten. Das ist etwa die Hälfte der “Aktiva” der deutschen “Bad Banks”, wenn ich mich nicht irre.

            Darf ich an dieser Stelle ein Zitat bringen, das ich auf der Seite gefunden habe, in der Lafontaine begründet, warum wir ein neues Währungssystem in Europa brauchen? Es stammt von einem Wilfried Müller

            “Wenn man Geld für ein öffentliches Gut oder für ein Gemeinschaftsgut hält, das dem Wohl der
            Allgemeinheit zu dienen hat und nicht der privaten Bereicherung, dann wird man früher oder später
            bei der staatlichen Theorie des Geldes landen; diese wurde bereits vor 100 Jahren in Deutschland
            gelehrt, und nach dieser Theorie hat das fiat money keinen eigenen Wert, wird aus dem Nichts
            geschöpft. Dieser Ansatz der Chartalisten wurde von Modern Monetary Theory (MMT) unter
            Berücksichtigung der Einsichten von Keynes, Lerner, Minsky u.a. weiterentwickelt und ergänzt um
            das Konzept von Jobgarantie und Vollbeschäftigung.”

            .

    • Holly01 - 2. Mai 2013

      @ Ro :
      Die pauschale Feststellung, ein System könne nicht funktionieren ist schon gewagt.
      Es ist der menschliche Faktor, den man bedenken muss.
      Ein Geldsystem, welches auf dem Gesamtwert der privaten und öffendlichen Güter beruht ist schon sehr mächtig und auch sehr sinnig.
      Der größte Fehler ist für mich die fehlende Öffentlichkeit.
      Ein Gremium (auf jeden Fall politisch, d.h. demokratisch) welches über so etwas wichtiges wie das Tauschmittel Geld entscheiden muss/darf, muss absolut transparent und jederzeit kontrollierbar sein.
      Sie, ich und jeder andere müsste eine Website haben, eine Telefonnummer oder ein regelmässig erscheinendes Blatt (wie der Bundesanzeiger), in dem alle relavanten Daten jederzeit verfügbar sind.
      Die Leute die sich “Spezialisten” nennen, können ja gerne viel erzählen und argumentieren, aber bestimmen, dürfen die natürlich nicht.
      Das ist eine demokratische Aufgabe für eine demokratische Institution.

      Die Staatsschuldenkrise beweisst am Ende nur eins, das controlling der Wähler war mies. Sowohl was die Protagonisten, als auch was die Inhalte angeht.
      Das wird teuer ……
      Fatal wäre es nichts darus zu lernen.
      Googeln Sie einmal “parteinahe Stiftungen”. Die schaffen kein Gesetz, welches vor dem VGH besteht, aber die schaffen eine halbe Milliarde aus dem Bundesetat in ihre Säckel.
      Ganz und gar parteiübergreifend und demokratisch vereint.

      Ich fürchte, es geht um einiges mehr, als um unser Geldsystem.
      Wir sollten dringend einmal unseren Staat öffendlich zur Diskussion stellen.

  • Ro - 2. Mai 2013

    “Die pauschale Feststellung, ein System könne nicht funktionieren ist schon gewagt.”

    ==> Nein, sie ist historischer Fakt seit Beginn sämtlicher Papiergeldsysteme. Ist dies so schwer zu akzeptieren?

    ” Es ist der menschliche Faktor, den man bedenken muss.”

    ==> Ja, das Resultat der Nichteinsichtigkeit von Fakten UND die permanente Vorteilsnahme des Individuums, weshalb auch ein kommunistisch veranlagtes System nicht funktionieren kann. Nie konnte.

    “Ein Geldsystem, welches auf dem Gesamtwert der privaten und öffendlichen Güter beruht ist schon sehr mächtig und auch sehr sinnig.”

    ==> mächtig ja.

    Klar was sonst.

    “Gebt mir die Kontrolle über das Geldsystem und es ist mir egal wer die Gesetze macht.” Ist doch Fakt. Einwände?

    Ein Geldsystem (aktuelles Papier) ist eine Umverteilungsmatrix von Energie und Macht im Überbau, mit vielen Ebenen darunter.

    Der Sinn ist Teilnahme für jeden, klar sonst würde es ja gar nich funktionieren. Es ist die Illusion des Eigentums (was auch eine schöne Zeit funktioniert, immerhin). Ohne Machtkonstrukt kein Eigentum.

    Dies alles pyramidial strukturiert UND somit eine Ziel von Kontrolle.

    Demokratie, welche Form davon? Diese hier in D – ein “Nicht -Staat” vollgepumpt mit GmbH´s

    eine davon: http://www.deutsche-finanzagentur.de/startseite/

    die aktuelle Haftungssumme: ohje, auch googeln. Nett.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesrepublik_Deutschland_–_Finanzagentur_GmbH

    Änderung 1990 (2+ 4 Verträge etc.etc.)

    Es ist nicht nur eine Staatsschuldenkrise. Die Staatsschuldenkrise ist das Resultat, die Auswirkung der Geldsystemkrise, was allem vorne an steht.

    Diskussion Staat – ja, dringend notwendig, keine Frage Holly01

    • Holly01 - 2. Mai 2013

      @ Ro :
      Ein Papiergeldsystem, wie das jetzige hat es vorher nie gegeben. Es ist in Art und Umfang so noch nie hingestellt worden.
      Was wir haben ist ein hirarchisches System, welches den Hegemon füttert.
      Es hat eine Trichterform, auf der einen (offenen) Seite alle Güter und Vermögen,
      Auf der anderen Seite die “Märkte” sprich CoL und WS.
      Das ist ein Macht- und Finanzierungsmonopol des Hegemons uns seines Blinddarm (die CoL).
      Nein das hat weder Zukunft noch hat es einen Beispielcharakter.
      Was mir vorschwebt ist etwas völlig anderes, modulares, heruntergebrochenes, individuelles.
      Wer einzahlt, der soll auch abheben können (ist heute Utopie).

      Ich denke man kann das hinbekommen.

      • Ro - 2. Mai 2013

        ja, nach jedem Papiergeldsystem wird und wurde das erzählt: “nächste mal wird alles besser”. No. Alte Töpfe neu poliert. Der Ursprung ist immer derselbe, die grundsätzliche Fehlannahme ebenso.

        Und ja, man könnte vieles hinbekommen, aber nicht mit unseren aktuellen Entscheidern in Politik und Wirtschaft. Nicht mit indoktrinierten Profiteuren, welche nicht das geringste Interesse an einer offenen Diskussion haben. Nicht mit der pyramidialen Machtelite ganz oben im Turm. Die wollen nur eine weiter und weiter, verpackt mit immer neuen Anzügen, der Inhalt ist derselbe. Sie sind die Feldherren, wir die Bauern auf dem Schachbrett.

        Ansätze gäbe es genug. Seit vielen Jahrzehnten. Aber sie verbleiben in der Blogwelt, bei Einzelkämpfern da man sie nicht hören will. Holly01 ist hier eine Ausnahme der Normalverteilung.

  • Holly01 - 2. Mai 2013

    Nur um einen kleinen Vergleich zu ziehen :
    Jemand kommt in die Tiefgarage und das Auto ist weg. Die kurze Recherche vor ort ergibt, der Wagen, wurde wie etliche andere mit Transporten abtransportiert.
    Jemand fährt wütend nach Hause uns betritt seine (Miet-) Wohnung.
    Es fehlen WZ-Schrank, TV und HIFI-Anlage.
    Ein Anruf bei der Polizei erbringt die Info :
    Alles bekannt, die Polizei hat bei der Aktion Amtshilfe geleistet.

    Der Besuch beim Anwalt bringt Klarheit.
    Der Tiefgaragenbesitzer hat, ebenso wie der Vermieter, die Autos und die Möbel in ihren Immobilien als Wertsteigerung betrachtet.
    Rating Argenturen haben bestätigt, daß der Wert der Autos im Durchschschnitt “X” ist.
    Die Möbel stellen den Wert “Y” dar und dieser wurde durch die Hausratversicherung auch bestätigt.
    Um die Instandhaltung und erweiterung ihrer Immobilien zu bezahlen, haben die Besitzer der Tiefgarage und der Wohnung einen Teil der Werte beliehen.
    Das wäre zulässig, weil man im Rahmen der Deregulierung solche Geschäfte erlaubt hat und das steht auch in den Mietverträgen, irgendwo im Kleinstgedruckten.

    Der Kunde hat ja auch Jahre lang provitiert.
    Leider ging letztens etwas schief und da wurde ein Teil der Sicherheiten fällig.

    Sie halten das für Unsinn?
    Fragen Sie die Bankkunden auf Zypern …….

  • Eurelios - 2. Mai 2013

    Hallo Ro, Hallo Holly01,

    Euren Disput alle Achtung aber Ihr könnt bis zum Niemmerleinstag weiter schreiben es wird
    sich nichts ändern.

    Warum?

    Weil der Mensch so ist wie er ist. und dies liegt an den Urgenen des Homo Sabiens.
    Die Urängste der einzelnen Menschen ist immer noch fest im Hirnstamm vorhanden.

    Wer nicht Oben ist der ist Unten und der wo Unten ist wird gefressen.

    In Urzeiten wurde dieser Kampf mit der Keule ausgetragen wo der körberliche kräftigere
    Mensch immer die Oberhand behielt.

    Der heutige Kampf wer Oben ist und wer Unten ist wird seit hunderten Jahren mit dem
    zinsbasiertem Geldsystem ausgefochten und da spielen die körberlichen Kräfte
    keine Rolle mehr.

    • Holly01 - 2. Mai 2013

      Hallo Eurelio,
      ich sehe keinen Disput.
      Seit 2 Tagen lesen wir die Inhalte des jeweils anderen und denken darüber nach.
      Wir sind verschiedener Meinung uns schreiben wegen der Inhalte.

      Ein sehr guter Anfang. Lesen, Denken, Reflektieren … und wir sind schon mindestens 2 … mit Ihnen 3 … wer weiß, wofür es einmal gut sein wird.
      Im Blog schreiben Dutzende und alle sind lesenswert und überlegenswert.
      Ist eine gute Sache dieser Blog.

    • Ro - 2. Mai 2013

      hallo Eurelios, ja, das ist Teil der Geschichte, der Erfahrung und Programmierung. Empirisch betrachtet 100 % einverstanden.

      Bin jedoch der Auffassung das Evolution in Sprüngen möglich ist. Vielleicht Teil meiner Naivität und meiner Programmierung.

      Wenn wir aufhören an die kleinen Veränderungen zu glauben, wie sollten dann die größeren kommen

      und nein, ich habe mit Sicherheit keinen Disput mit Holly01.

      Wenigstens kommt so ein Austausch zustande – ein sehr guter Anfang wie ich meine. Zumindest der beste den ich bieten kann.

  • Holly01 - 2. Mai 2013

    @ Ro :
    Ich weiss Enthusiasmus zu schätzen. Vieles ärgert mich auch. Aber eines bleibt immer bestehen, man kann sich drehen und wenden, aber der Po bleibt immer hinten.
    Damit will ich sagen :
    Wir haben nur diese Politiker.
    Wir haben nur diese Elite.
    Wir haben nur dieses Land.
    Also lassen Sie uns das Beste daraus machen. Niemand wird kommen und den Dreck wegräumen. Das müssen wir schon selbst tun.
    Mit den vorhandenen Mitteln. Es gibt keinen Plan B und wir können nicht “Nei laden” wenn etwas nicht geklappt hat, alles real time.

    • Ro - 2. Mai 2013

      Veränderung beginnt immer in einem selbst.

      Diese Eliten und diese Politiker sind wenige, sie sind austauschbar – wenn die Masse das wirklich will.

      Ich versuche das beste und glauben sie mir, ich bin “Extremsprofiteur” des Papiergeldsystems. Wir müssen umkehren, für unsere nachfolgenden Generationen. Nicht im reden, sondern im handeln.

  • Eurelios - 2. Mai 2013

    Wir müssen umkehren, für unsere nachfolgenden Generationen. Nicht im reden, sondern im handeln

    Ro. Da trifft Du den Nagel voll auf den Kopf. Wenn wir, die Masse der “kleinen“ Menschen
    erkennen daß das Spiel der Geldeliten nur funktioniert das wir uns manupolieren lassen
    das wäre schon die halbe Miete.

    Und ich bin guter Hoffnung weil meine Kid`s ( 3) das langsam auch so sehen.

  • JL - 2. Mai 2013

    Sehr geehrter Stefan L. Eichner,

    ein sehr schön vorgetragener Artikel Ihrerseits.

    Das der Euro ein Fehlkonstrukt an sich ist wird wohl kaum ein belesener Bürger innerhalb der EU noch bezweifeln wollen. Selbst Politiker erkennen plötzlich Alternativen zur ehemals „alternativlosen europäischen Finanzpolitik“ an.

    Und warum?

    Immer mehr Staaten fehlt schlicht das Geld, sich an den „eigenen Haaren“ aus dem Sumpf von Verschuldung und Verbindlichkeiten zu befreien und meinen dennoch alles im Griff zu haben. Diese politische Vorgehensweise erinnert an das „Münchhausen- Syndrom“.

    Frei nach dem Motto: Alles was ich mir Einbilde ist auch Realität, weil die Realität nur so sein kann wie ich sie mir vorstelle. Entspricht aber die Realität nicht meinen Vorstellungen ist also die Realität falsch.

    Schoppenhauer würde wohl- so vieler Einfalt wegen- daran verzweifeln.

    Mit freundlichen Grüßen

    JL

  • Holly01 - 3. Mai 2013

    Da tut sich eine Front auf, die keiner halten kann :
    http://diepresse.com/home/blogs/goldjournal/1396993/Bank-Run_Es-gibt-mehr-Eigentuemer-von-Gold-als-es-Gold-gibt
    Lesenswert auch die Kommentare.

  • Systemfrager - 3. Mai 2013

    Paul Krugman: „Deutschland glaubt, es sei aufgrund seiner eigenen Verdienste erfolgreich. Aber in Wahrheit beruht dies zu großen Teilen auf einem inflationären Boom im übrigen Europa.“ Das funktionierte jedoch nur, weil mit dem Euro ein stabiler Wechselkurs garantiert und den Defizitländern mangels eigener Währung eine Abwertung versperrt war. Ohne den Euro, so konstatiert Gert Wagner, leitender Ökonom des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), „wäre das deutsche Wachstumsmodell nicht umsetzbar gewesen.“ Der mittels Lohnverzicht „erzielte Wettbewerbsvorteil auf den Exportmärkten hätte unweigerlich eine Aufwertung der nationalen Währung – in diesem Falle der D-Mark – nach sich gezogen“ und „der Vorteil wäre dadurch aufgezehrt worden“. Zu Recht beklagt darum Präsident Hollande, „der überragende Wohlstand Deutschlands“ werde „auf Kosten der Eurozone erwirtschaftet“. Anders ausgedrückt: Deutschland hat auch die Arbeitslosigkeit exportiert.

    Der deutsche Irrweg >>>

    • Ro - 3. Mai 2013

      welcher Wohlstand?!

      1.) Im aktuellen Rentenbericht der Bundesregierung heißt es ganz offen, „dass die gesetzliche Rente … zukünftig … alleine nicht ausreichen wird, um den Lebensstandard des Erwerbslebens im Alter fortzuführen“.

      http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=283969

      6 Millionen Rentner unter 500 Euro, 11 Millionen Rentner unter 1.000 Euro + Hart4 + + +

      2.) EZB Studie Vermögen

      http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/armut-und-reichtum/vermoegensverteilung-spanier-ein-drittel-reicher-als-deutsche-12121631.html

      natürlich nicht zu verschweigen DIE Empörung medial geschossen danach, es sei ja nicht so… O-Ton Frau Merkel: ” “Rein statistisch sind Länder wie Spanien, Zypern oder Griechenland pro Haushalt reicher als wir”, sagte die Kanzlerin der “Bild”-Zeitung. “Aber Vorsicht: Die Statistik ist verzerrt.”

      soso, aha…

      siehe: http://www.welt.de/wirtschaft/article115445010/Das-Maerchen-von-Europas-reichen-Suedstaaten.html

      interessant wie immer die Kommentare.

      aber zurück zu Punkt 1. ) Deutschland ist Schlußlicht im Rentenwunder.

      auch noch zu erwähnen – die Immiobilien in der Südschiene… zugegeben, es hat sich noch
      nicht abgewickelt. Die Assets stehen da noch voller Glanz in den meisten Büchern. Das bleibt nicht so.

      Aber ebenso bleibt dies nicht so hier im Land – in der Rückabwicklung der größten Fiatblase die die Menschheit bis dato gesehen hat.

      Krrugman ist Systemökonom, er wird dafür bezahlt seine kognitive Dissonanz nicht zu überwinden.

      Die Entbehrung, nach dem WK2, die Trümmerfrauen, die Innovationskraft des Mittelstandes und der gesamten Bevölkerung aus dem Dreck zu kommen ist der “Erfolg” Deutschlands, gepaart mit Menschen die sich weltweit für Produkte veschulden können, müssen und wollen um die Produktionen abzukaufen. Es ist müssig zu diskutieren ob es in D mit der DM besser gegangen wäre oder mit dem Euro. Fakt ist anderen europäischen Ländern geht es genauso gut oder schlecht mit ihrer eigenen Währung.

      Was hier abläuft ist ein einschlagen poltischen Druck auszuüben. D soll nun endlich die Löhne anheben und ja, ich habe großes Verständnis dafür, denn die Statistik belegt ganz klar, dass hier im Land die Löhne seit vielen Jahren (Kaufkraft) stagnieren. Jedoch stellt man sich die Frage – großes Bild, Makroökonomie – was nun passiert, wenn die Löhne hier steigen… hilft das der weltweiten Überproduktionen in fast sämtlichen Produkten? Hilft das Europa gegen ein chinesisches Zwittermodell – dem “gelben kapitalistischen Kommunismus der Neuzeit” mit ihrer Produkt- und Werkerpower.

      Wer schon mal geschäftlich für eine längere Zeit in China war, dem müsste klar werden, wie hilflos wir gegen dieses monströse Geschäftsmodell hier in Europa angehen sollten. Dem müsste auch klar werden, dass dieses “gelbe Modell” einen in sich wirkenden Zerstörungsmodus mit sich trägt, welcher bis dato ebenfalls seines gleichen sucht.

      Stichwort google Bilder: Luftverschmutzung China.

      Ich bin gespannt wie das DIW mit seinem jungen Karriere Topökonom (Top5, ja für sowas gibt es Listen) Herr Prof. Marcel Fratzscher, Ph.D. (was für ein Titel – seines Zeichens ein Fachmann für Makrookönomie) den Rentner und Rentnerinnen hier im Land erzählt was zukünftige Altersarmut bedeutet in unserem reichen Land UND warum wir denn heute schon Schlußlicht sind.

      Ebenfalls würde mich ja brennend interessieren, wie der Herr Topökonom F. – welcher hier ja baldigst rote Rosen blühen sieht im Land

      siehe: http://www.focus.de/finanzen/news/konjunktur/deutschland-braucht-einen-investitionspakt-diw-chef-kritisiert-deutsche-sparen-zu-viel_aid_960421.html

      und diverse andere Artikel (wie immer sind es die Kommentare die den wahren Eindruck vermitteln ;-) )

      ja, brennend würde mich interessieren wie er dann in naher Zukunft erklärt, warum ausgerechnet der Euro als Papiergeldwährung hier Bestand haben soll. So ist und bleibt es halt weltweit. Ohne Netzwerk, ohne eine denken im Sinne der Elite – kein guter Job. Und wieder wird man für die Nichtüberwindung der kognitiven Dissonanz vermutlich recht gut bezahlt.

      Und nur dass es nicht untergeht, Die Vermögen hier im Land sind eindeutig ungerecht verteilt. Gar keine Frage. Punkt an das DIW.

      PS. Über Wagner zu philosophieren lohnt gar nicht.

      Fazit: bekanntes Bashing gegen die DM, gegen jegliche Alternative zum Euro – alles wie gehabt seitens Willhelfers Krugmann und den staatlichen bezahlten Kasinoökonomen.

  • Systemfrager - 3. Mai 2013

    Die Entbehrung, nach dem WK2, die Trümmerfrauen, die Innovationskraft des Mittelstandes und der gesamten Bevölkerung aus dem Dreck zu kommen ist der “Erfolg” Deutschlands, …

    dumm, dümmer, deutscher Michel

    Zum Aufschreiben:
    Deutschland hat für WK1 nichts bezahlt
    Deutschland würde für den WK2 noch belohnt – ein einmaliger Fall in der Geschichte -, weil es das Schaufenster für den angeblich menschlichen Kapitalismus Anschauungsbeispiel beiten solte

    Die EU: Ein neoliberales Projekt nach dem Vorbild des deutschen Merkantilismus
    Der immer wiederkehrende Merkantilismus à la manière allemande
    weiter >>>

    PS
    Man fragt sich, mit welchen Augen betrachtet ein Volk die Welt, wenn es sie aus der eigenen geschichtlichen Erfahrung bewertet: Man bommt seine Nachbar in Schutt und Asche, ertrinkt alles was ihm missfällt im Meer vom Blut, und danach wird man auch noch belohnt

    • Ro - 3. Mai 2013

      “dumm, dümmer, deutscher Michel”

      dreist, entspricht Ihrem sonstigen Stil seit Jahren hier im Blog, darum kommen Sie auch keine Schritt weiter mit ihrer verlogenen zwanghaften Ideologie, darum liest auch fast niemand ihren Blog.

      Aber hatten wir ja schon desöftern.

      PS: Sie waren damals im Blog der erste auf den ich nicht mehr reaglert habe und dies mache ich nun wieder so.

  • Systemfrager - 3. Mai 2013

    >>> PS: Sie waren damals im Blog der erste auf den ich nicht mehr reaglert habe und dies mache ich nun wieder so.
    Ja, das sind die Phasen der Münchhasuenstrategie
    !: Zuerst prallt man mit “Kenntnissen”, “Bildung” und “Informationen”
    2: Dann kommt die Kritik, man versucht sich zu verteidigen
    3: Man sihet, der Gegner ist intelektuell und bildungmäßig überlegen, dann verleumdet man und ignoriert man ihn einfach
    Alles KLAR
    :)
    PS
    Zeit arbeitet für mich, nicht für Sie

    • Ro - 3. Mai 2013

      Die Zeit arbeite gegen alle. Kapieren nur die meisten nicht.

      Rest oben, mitte im Thread. Ja, alles klar.

  • Systemfrager - 3. Mai 2013

    Ro und ANDERE NEOLIBERALE, jetzt mitschreiben:

    Man wird die Blumen zertrampeln, aber den Frühling nicht aufhalten.

    Alexander Dubček

    Der Buchdruck hat die verlogene christliche Zivilisation zerschlagen
    Das Internet wird den verlogenen neolbieralen Kaptalismus zerschlagen
    Hoffentlich wird dem diesmal nicht ein Dreißigjähriger Krieg vorausgehen

  • Systemfrager - 3. Mai 2013

    @Ro

    Die Zeit arbeite gegen alle. Kapieren nur die meisten nicht.

    Gut gebrüllt Löwe
    Die westlichen rrr-Eliten* merken, dass sich der Schleier des Todes über sie legt
    _____________
    * rrr – raffgierig, rücksichtlos, räuberisch

  • Ro - 3. Mai 2013

    Der aus meiner Sicht vermutete Fahrplan für das kommende:

    http://freezonechef.servertalk.in/viewtopic.php?t=28245&mforum=freezonechef

    dem schließe ich mich (leider), basierend auf den Ereignissen real bis dato an.

    Nur Naive und Verblendete glauben an ihren Frühling. Wer glaubt, dass sich die Weltenlenker den Kuchen stehlen lassen für ihre Gegenwart und Zukunft, der wird sich wundern. Noch wäre Zeit dem entgegen zu treten.

    Es gilt und galt, das Machtkonstrukt, dessen schlußendliche Waffengewalt, steht über allem.

    • Holly01 - 3. Mai 2013

      Ja, so wird das ablaufen.
      Bei Licht betrachtet ist es schon so abgelaufen.
      Die schulischen Inhalte, wo Rechtslehre, Wirtschaftslehre und Staatswesen nur Randthemen sind und Haushaltsplanung überhaupt kein Thema ist, wurde schon vor Jahrzehnten so festgelegt.
      Wo Abiturienten bei Dreisatz an Sport denken, muss man Staatsbürger lange suchen.

      Die nächste Stufe wird die Information als solche sein.
      Wer nicht massig Geld hinlegt, bekommt nicht einmal die Propaganda der Staatsmedien serviert. Alternativen werden immer mehr eingeschränkt. Am Ende werden Alternativen aus dem Putzfrauengesprächen bei der Kloreinung bestehen.
      Die “Demokratien” werden aufgelöst, abgewickelt. Nach dem Experiment “Ostblock”, wird das nächste Experiment abgewickelt.
      Die Macht geht von den Megakonzernen aus.

      Beispiel die Lebensmittelbranche in Deutschland. Es sind in Summe ganze 6 Manager, die die Preise vom Erzeuger bis zum Endkunden bestimmen.
      Die bestimmen sogar die Vertriebswege.

      Montesanto kann jeden Bauern verklagen der Pflanzen auf seinem Feld hat, die deren Erbgut enthalten.
      Kein Bauer kann Montesanto wegen der Verunreinigung seiner Ernte mit dem Zeug verklagen.
      Rechtliche Einbahnstrassen.

      Man -MUSS- heute ein Girokonto haben. Man kann aber keins haben, das wie eine reine Verwahrung funktioniert. Gebühr für Verwahrung gibt es nicht.

      Es ist eine höchst gewaltbereite Revolution, ein höchst brutaler Putsch von Oben.

      Die resetten das System nicht, die kassieren alle Guthaben ein. Da werden nur die Sicherheiten fällig gestellt.
      Formal ganz simpel.

      • Ro - 3. Mai 2013

        Holly01 – ich denke sie reseten das System sehr wohl. Dann, wenn ihre Pflöcke für die / ihre gewünschte neue Ordnung installiert sind!

        Entscheidend ist D – die Wahl im September. D ist der Schlüssel für den Euro und somit die EU. Es ist ein leichtes Geld im Monopolmodus zu drucken. Danach wird eingesammelt, unter Druck gesetzt.

        Man bedenke die ganze Liste der Ereignisse inkl. dem letzten Zensus und so weiter. Die Liste ist sehr lange.

        Eben darum schreibe ich. Auf keinen Fall stehe ich nachher vor einem Spiegel, vor meine Kindern um ihnen zu sagen, ich hätte nichts getan. Ein Sandkorn, egal, vielleicht kommen weiter hinzu. Bei den Abläufen in der Realität, wie, was., warum geschieht, hier fortwährend die VT Keule als Gesprächsbeendung auszupacken ist mir bis heute mehr und mehr schleierhaft. Wenn wir gemeinsam, die Menschen hier weiter schlafen, gehen wir ins Diktat. Eine Vorstufe und weiter und weiter.

        Muss denn erst das letzte Saatgut verboten werden, der letzte Wassertropfen an Großkonzerne verschachert werden, die letzten Fetzen der Demokratie verbrannt werden, damit erkannt wird was hier abläuft?

  • Systemfrager - 3. Mai 2013

    @Ro
    ob du so naiv, uninformiert oder einfach nur … bis?
    Ja
    Man kann vielleicht noch in Bayern mit dem Kommunismus richtig Angst verbreten
    In den exkommunistischen Ländern gilt für 90% der Kommunismus als die Ziet, als noch allen gut ging
    So
    jetzt kannst du wetere Lügen auftischen

    • SLE - 3. Mai 2013

      Hallo Systemfrager,

      die von Ro vorgeschlagene Verfahrensweise ist doch o.k. Einen unmittelbaren Bezug zum Aufsatz hat das jetzt sowieso nicht mehr und die Diskussion bringt es auch nicht weiter. Man muss auch mal aufhören können. Einverstanden?

      Grüße
      SLE

      • Systemfrager - 3. Mai 2013

        Hat sich doch schon erledigt.
        :)
        (Auch wenn @Ro fortsetzen wollte, für mich würde das vorerst schon reichen. Es geht natürlich nicht darum, dass ich mti ihm gern diskutieren würde – im Gegenteil. ich reagiere auf solche Leute um den Lesern zu zeigen, dass das neolbierale Geschwätz alles andere als ein endgüliger Gedankengang ist – nett ausgedrückt.)

    • Ro - 3. Mai 2013

      und fortwährend wird nun mehr und mehr getrommelt endlich schnellstmöglichst in Aktien zu gehen.

      Selbst im DLF heute, “DAX übersteigt die 8.100 Punkte, JEDOCH die vielen privaten Anleger sind (Unterton “leider”) wieder einmal nicht dabei!” Ja sowas, da verhalten die sich dann doch abwartend. Man glaubt und traut dem Frieden nicht.

      Sobald sie dann – gebetsmühlenartig formatiert – dann doch noch eingestiegen sind, einsteigen werden, die Banken aus ihren Papieren heraus sind, geht´s bergab.

      • Traumschau - 3. Mai 2013

        Hallöchen,
        so wie ich das bisher verstanden habe, werden – klar – die Aktienkurse gezielt nach oben getrieben, zugleich auf fallende Kurse gewettet, ausgestiegen, fallen gelassen und neu gekauft. Das nenne ich mal eine geniale Geschäftsidee … LG Traumschau

        • Holly01 - 3. Mai 2013

          Hallo Traumschau,
          Das ist nur das movement, welches die Banken brauchen. Dieses Delta ist bei ausreichender Größe immer Zugewinn für ein handvoll Teilnehmer.
          Ichhabe nie kapiert wie und warum, aber es scheint wohl so zu sein, denn man liest das immer wieder.

          Was ich meinte ist etwas anderes. Nach dem Skandal um die Zinssätze, nach denen sich weltweit nicht weniger als alles berechnet, zeichnet sich ein noch größerer und (vom Wert her) vielleicht noch gravierender Skandal ab.
          Beim Gold gibt es eine Menge Formen des Handels. Das meiste sind Platzhalter für Gold. Quasi “Rechte”.
          Für Deutsche ist das ungewohnt, aber die Anglikaner trennen da sehr genau. Nutzer, Besitzer und Eigentümer sind 3 wirklich 3 Rechtspositionen. Das eine zu sein, bedingt ganz und garnicht Anspruch auf das andere zu haben.

          Nun stellt sich heraus das auf X Tonnen Gold Y Leute kommen, welche glauben Besitzer zu sein. Das Problem, X ist um einiges größer als Y.
          Die Händler konnten das machen, weil Sie nie große Mengen bewegen mussten. 10 Tonnen 10 Mal zu verkaufen viel nie auf, es waren 10 Tonnen vorhanden und die wurden nicht abgerufen.
          Nun werden richtig große Positionen abgerufen.
          Leider kann man 10 Tonnen Gold nur einmal verschiffen. Schade …….

          Unabhängig davon zeigt sich ein Gemauschel auf schlicht weg allen Ebenen. Goldpreis, Bewertungen, Zinsen, Einschätzungen, Erwartungen, Statistiken, es brennt überall und in allen Bereichen.

          Das hört da auf, wo man die Sachwerte, um die es geht als Sicherheiten eingesetzt hat.

          Die Amis haben die Rechte auf Sicherheiten mehrerer Erden angesammelt, die mögen es garnicht, wenn man denen etwas unterschiebt, das garnichts Wert ist. Das ist ihr Weltmonopol (wertlose Dinge, wie Geld mit ideelen Werten auszustatten).

          Fallen die Sicherheiten, dann fällt das Geld, dann fallen die “Märkte”. Das ist schon auch so geplant, aber man will Sicherheiten als Besitz unter die US-Kontrolle bekommen, nicht Papier.

          Sollte die Größenordnung stimmen (alleine über 7000 Tonnen US Gold einschliesslich vielem, von dem andere denken, es wäre in den USA eingelagert z.B. DE), könnte das erzwingen, daß die Amis den cut vorziehen müssen.
          Das wäre der Moment, wo der Kaiser nackt ist.
          Die Börde geht hoch, Geld wird ungewandelt.
          Alles wird verlieren wenn “es” passiert, vielleicht 80% vielleicht 99%, aber es bleiben bei Sachwerten Reste. Mit Geld können Sie dann nur noch heizen ……

  • Traumschau - 3. Mai 2013

    Hallo holly01,
    ich habe das anders verstanden: Es gibt viel zu viele Ansprüche (papiermäßig) auf Gold und viel zu wenig physisches Gold. Wir haben ohnehin das selbe Weltbruttosozialprodukt insgesamt schon mindestens 10 mal verkauft – auf dem Papier. Die Reise nach Jerusalem neigt sich seinem Ende zu, die Stühle werden dramatisch weniger. Plötzlich werden nicht nur ein, sondern gleich die Hälfte aller Stühle aus dem Spiel genommen. Bin gespannt, wie groß der nächste “Rettungsschirm” diesmal wird … mhh, unendlich? Heiner Flassbeck hat voraus gesagt, dass alle Blasen auf einmal platzen werden. Ich befürchte, er wird recht behalten … LG Traumschau

    • Ro - 3. Mai 2013

      Traumschau – auch meine Vermutung.

      wenn alle für alle haften und nichts mehr weiter geht, die Spannungen zu groß werden reißt ein Glied der Kette. Unweigerlich.

      einen wirklich interessanten Diskussionstrang hier:

      http://www.um-bruch.net/uforum/index.php?topic=155.0

      lohnt sich zu lesen.

      Fazit:

      Die Blase platzt in einem engen Zeitfenster auf einmal. Verlieren werden alle. Selbst Gold- und Silberhalter. Alle. Dann ist die Zeit der dreckigen Weltenlenker und sie werden ihre Synthese den Menschen verkünden. Die Menschen werden akzeptieren.

      Noch ein Link welcher nun irgendwann auch mal den letzten Zweifler “erleuchten” sollte was hier abläuft:

      http://zeit-fragen.ch/index.php?id=1431

      ein “demokratischer” Staat macht sich gläsern, ein kommendes Diktat, ein Diktat macht seine Bürger gläsern.

      • Holly01 - 4. Mai 2013

        @ Ro :
        Bei Computer bin ich schon lange dabei. Nehmen Sie es als Tatsache oder nicht, aber wir haben noch nie Verschlüsselungen bekommen, die wirksam verschlüsselt haben.
        Es gab auch nie ein Betriebssystem, bei dem der Endnutzen “sicher” d.h. sicher vor Zugriff von aussen arbeiten konnte.
        Ich habe schon sehr nette Summen eingenommen, indem ich Festplatten, bei denen der Spindelmotor nicht mehr gedreht habe, für jemanden ausgelesen habe.
        Das ist in vielen Fällen null Problem, wenn man weiss wie.
        Bei der Verschlüsselung läuft immer -ein- Compi und rechnet vor sich hin, findet er den key, gilt die Verschlüsselung als unsicher.
        Nehmen sie 1000 Computer mit guter Leistung und teilen Sie den Wertebereich sauber statistisch auf, erhalten Sie eine Datenbank mit -allen- möglichen Varianten.
        Seit relationalen Datenbanken, halte ich verschlüsseln, für eine reine Kindersicherung.
        Die Mehrfachspeicherungen über Jeden und Alles sind bekannt.
        Googeln Sie Echelon.
        Ist ein alter Hut. Alle Daten werden durch die USA geroutet. Auch Daten von Hamburg nach Bremen routen via USA.
        Hart gesagt unterliegen wir alle online dem Patriot Act.
        Die Daten sind nur nicht so dicht wie man es gerne hätte.
        Wer “Punkte” sammelt”, immer schön seine “Karte” nutzt und sein GPS-Signal personifiziert, indem er z.B. einen Userstatus in “Sozial-Media” hat, der ist schon extrem transparent.
        In den Kopf gucken, können Sie dem aber auch nicht.
        Zumindest noch nicht.
        Das war schon immer so, eine Idee falsch angewendet, ist immer eine Waffe.

    • Holly01 - 4. Mai 2013

      Lieber Traumschau,
      Sie haben recht. Viel zu oft verkauft das Gold……

    • Frankenfurter - 4. Mai 2013

      Papiergold=Termingod. Das sind frei handelbare Optionen, die berechtigen zum Termin eine bestimmte Goldmenge (Unzen) zu einem bestimmten Preis zu kaufen. Sollte es möglich sein, dass Goldrechte und real lieferbare Goldmenge nicht mehr übereinstimmen? Ich kann’s nicht glauben.

      • Holly01 - 4. Mai 2013

        Wenn ich das richtig verstehe, dann wurden nicht nur die vorhandenen Goldmengen mehrfach verkauft, es wurden auch Reserven benutzt, um den Preis unten zu halten.
        Im Umlauf sind da Mengen von tausenden Tonnen. Auch die deutschen Reserven in den USA sollen verpulvert sein.

        ABER das schreiben goldbugs. Bei denen ist immer alles ganz akut und die wollen immer den preis hoch bringen und Gold an die Käufer bringen.

  • Martin - 4. Mai 2013

    wenn es bei Querschüsse bald mehr Kommentare gibt als bei den Propagandaposaunen der Tagesschau ist dies einerseits Anlass zur Hoffnung aber auch gleichzeitig Zeichen dafür, dass die Kacke wirklich am Dampfen ist und der Geruch der Masse in die Nase steigt… tough times ahead…!

  • Systemfrager - 4. Mai 2013

    >>> dass die Kacke wirklich am Dampfen ist und der Geruch der Masse in die Nase steigt
    eben,
    die neoliberalen Goebbelslügner, dei Jünger von Mises&Hayek sind am Ende,
    in solchen Situationen haben sie immer den Krieg angefangen, hoffen wir dass die Russen und Chinesen stark genug sind, dass sie unseren rrr-Eliten diese Pläne aus den Kopf schlagen

  • Frankenfurter - 4. Mai 2013

    viele Blogger=Kacke am Dampfen? Sehe ich nicht so. Viele Blogger bedeutet in erster Linie, dass die Informationselite in Medien und Politik heute nicht mehr das Wissen monopolisiert. Und weil das Internet im Gegensatz zum Fernsehen und den Printmedien einen Rückkanal hat….

    • Martin - 4. Mai 2013

      dass Leute Kommentare und blogs überlaufen und somit die neue Möglichkeit der rückgekoppelten Medien nutzten ist natürlich Ausdruck dessen dass sich Gedanken besser vernetzten, hinterfragen und just-in-time überprüfen können, keine Frage. Wäre aber die Kacke (emotional und de facto) nicht am dampfen, würde selbst der moderne Internet-Intellektuelle 2.0 sich lieber die Birne mit ein paar Bierchen unter Freunden zuschütten als sich dieselbe mit stressigen Gedanken um die Zukunft über die Welt wegzublasen. Gäbe es nämlich keine Probleme und würden sich nicht langsam aber stetig eine Erleuchtung durchsetzten, bräuchte es auch keine Querschüsse und somit auch keine Quer-Kommentatoren.

  • Systemfrager - 4. Mai 2013

    >>> dass die Informationselite in Medien und Politik heute nicht mehr das Wissen monopolisiert
    JA,
    ich glaube da liegt die HOFFNUNG,
    Der einziige Weg zum Bewusstsein
    Weil sonst drehen wir uns immer weiter im Orwellschen Kreis

    Die Proles werden sich nie auflehnen, solange sie sich nicht ihrer Macht bewusst sind, und erst nachdem sie sich aufgelehnt haben, können sie sich ihrer Macht bewusst werden.

    Was uns damals Kant vorgelabert hat war eine Kacke
    Die prominenten Denker, wie er selbst NATÜRLICH!, würden das Volk aufklären

    • SLE - 4. Mai 2013

      Hallo Systemfrager,

      apropos aufklären: Die Leute müssen auch aufgeklärt werden WOLLEN oder anders ausgedrückt, es muss eine Nachfrage dafür existieren. Da liegt das Problem. Es wir verstärkt dadurch, dass die meisten bei der Problemwahrnehmung nicht auf die paradigmatische Ebene vordringen (warum funktioniert die Wirtschaft, das Geldsystem nicht bzw. unter welchen Voraussetzungen funktionieren sie). Sie bleiben an der Oberfläche und stören sich nur an den für sie spürbaren Ergebnissen. Der Weg dahin ist egal. Darum haben in der Politik Populisten oder generell jene, die Gewünschtes in Aussicht stellen, prinzipiell leichtes Spiel. Denn es wird nicht hinterfragt, ob sie dies realistisch betrachtet überhaupt einlösen können oder was das gegebenenfalls kostet.

      Viele Grüße
      SLE

      • Traumschau - 4. Mai 2013

        Jau! So ist es wohl leider. Uns bzw. den Menschen wird ja immer erzählt, wie unglaublich komplex und schwierig das alles ist. Deshalb wenden die Menschen sich ab, wenn in einem Satz zwei Fachbegriffe vorkommen. Wohltuend dagegen ist, wenn Leute die Sachverhalte sehr nüchtern und klar auf den Punkt bringen können. Ein gutes Beispiel dafür sind die Vorträge von Heiner Flassbeck. Hier ein Beispiel dafür, wie simple gestrickt die Finanzmärkte tatsächlich funktionieren:

        http://www.tele-akademie.de/begleit/video_ta121111.php?xtmc=heiner%20flassbeck&xtcr=1

  • Huthmann - 4. Mai 2013

    Zu SLE:

    Wenn wir Märkte betrachten, auf denen signifikante Innovationen tendenziell unterbleiben – Sie nennen sie reife Märkte -, warum gehen da die Gewinne der Unternehmen nicht zurück?

    Nehmen Sie z.B. den Markt der Mobilfunkanbieter in Deutschland. Das ist für mich mittlererweile ein reifer Markt ohne große signifikante Innovationen. Da gibt es seit geraumer Zeit einen enormen Preisverfall. Ich kenne die Gewinne der am Markt operierenden Firmen nicht, gehe aber davon aus, daß die gegen 0 gehen.

    Wenn Ihrer Meinung nach nun – so meine Hypothese – der weitere Weg über die Verdrängung einzelner Wettbewerber zu konzentrierten Oligopolen führt, dann können da doch nur Gewinne entstehen, wenn die verbleibenden Anbieter im Oligopol sich “koordinieren” auf irgendeine Art und Weise.

    Das ist dann ein Ausschalten von Wettbewerb durch die Marktteilnehmer selbst, der hohe Gewinne ermöglichen kann über viele Jahre, wenn die Markteintrittsschranken für weitere Einsteiger hoch gehalten werden können und keine neuen Basisinnovationen kommen, die das Kartell zusammenbrechen lassen.

    Entspricht das Ihrem Bild von reifen Märkten und Vermögenskonzentrationen?

    MfG

    • Frankenfurter - 4. Mai 2013

      @Huthmann
      “Wenn Ihrer Meinung nach nun – so meine Hypothese – der weitere Weg über die Verdrängung einzelner Wettbewerber zu konzentrierten Oligopolen führt, dann können da doch nur Gewinne entstehen, wenn die verbleibenden Anbieter im Oligopol sich “koordinieren” auf irgendeine Art und Weise.”

      Richtig, die Preise verfallen im globalen Wettbewerb. Sie sind Ausdruck von steigender Produktivität UND steigender Produktion. Das geht soweit, dass zum Beispiel Handys heute so etwas wie Wegwerfprodukte geworden sind. Vielleicht ist eine spezielle Koordination der nur noch wenigen Handyhersteller gar nicht nötig. Sie müssen nur darauf achten, dass die Kunden immer das neueste Modell kaufen und das alte Handy wegwerfen. Der lateinische Aufdruck für den Verschleiß ist Osoleszenz.
      “…von lat. obsolescere‚ sich abnutzen, alt werden, aus der Mode kommen, an Ansehen, an Wert verlieren bezeichnet, dass ein Produkt auf natürliche oder künstlich beeinflusste Art veraltet ist oder altert. Das zugehörige Adjektiv obsolet im Sinne von nicht mehr gebräuchlich bzw. hinfällig bezeichnet generell Veraltetes, meist Normen, Therapien oder Gerätschaften….”

    • SLE - 4. Mai 2013

      Hallo Herr Huthmann,

      die Gewinne der großen Oligopolisten stehen doch mittlerweile massiv unter Druck und es ist ja auch so, dass bei der Ausweisung von Gewinnen recht erhebliche Bilanzierungsspielräume bestehen. IKB, Hypo Real Estate und Lehman Borthers sind dafür alles gute Beispiele.

      In engen Oligopolen wird ein Verdrängungswettebwerb meist rasch runinöse Züge tragen, der für alle von Nachteil ist. Deswegen gibt es natürlich eine Tendenz zu Absprachen bzw. einer Politik des “leben und leben lassen” und die steigende Zahl solcher Fälle bei den Kartellbehörden belegt das ja auch recht gut. Gegenwärtig kommen aber auch Oligopolisten in Schwierigekeiten – z.B. Opel, Peugeot u.a., so dass sich innerhalb des Oligopols Marktanteilsverschiebungen ergeben (z.B.: Apple, Samsung, Nokia)

      Aber in einem ruhigen, transparenten Marktumfeld (reife Märkte) ist schlicht auch Parallelverhalten sehr leicht möglich.

      Das Problem bei all dem ist, wie man misst, ob immer noch effektiver Wettbewerb existiert. Und soweit ich informiert bin, wird dabei der Entwicklung von Märkten nur unzureichend Beachtung geschenkt. Ausschlaggebend ist, ob intensiver Preiswettbewerb existiert. Wie ich aber oben dargelegt habe, ist intensiver Preis- und Kostenwettbewerb typisch für ausgereifte Märkte und kein Kennzeichen dynmaisch-innovativer Märkte, bei denen ökonomisch signifikante Innovationen getätigt werden.

      Der letzte Absatz vor der von Ihnen formulierten Frage entspricht weitestgehend dem, was ich zum Ausdruck bringen wollte, ja, mit einer Einschränkung: Der Wettbewerb braucht nicht notwendigerweise ganz zum Erliegen kommen oder per Absprachen ausgeschaltet sein. Es kann sogar durchaus sehr intensiven Preis- und Kostenwettbewerb geben – haben wir ja in der Tat auch oft. Der wird aber eben nicht mehr von Innovationen jener Art getragen wird, die der Marktentwicklung wesentliche Impulse verleihen und es ist somit eine Wettbewersform, die – aus volkswirtschaftlichen Perspektive betrachtet – nicht effktiv ist.

      Das ist jetzt allerdings, wie ich nochmals betonen möchte, nicht die herrschende Auffassung, so wie sie sich aus der klassischen liberalen und der neoklassischen Theorie ableitet.

      Viele Grüße
      SLE

      • Huthmann - 6. Mai 2013

        Hallo SLE,

        war aber nicht Ihre Argumentationslinie die, daß die Global Champions auf Oligopol-Märkten die Gewinne kanalisiert haben und zu den ungleichen Vermögensverhältnissen heute geführt haben?

        MfG

        • SLE - 6. Mai 2013

          Hallo Herr Huthmann,

          ja. Die Unternehmenskonzentration zieht Konzentrationsprozesse bei Einkommen und Vermögen nach sich. Eine zentrale Rolle spielen bei der Kanalisierung außerdem die starken Verflechtungen (Beteiligungen). Die tragen zum ineffektiven Wettbewerb bei sowie zur Verkrustung der Märkte und erhöhen – im Krisenfall – die Anfälligkeit des gesamten Systems.

          Wenn Sie darin einen Widerspruch zu meinen bisherigen Äußerungen sehen, müssen Sie mir jetzt helfen und sagen wo genau?

          Viele Grüße
          SLE

          • Huthmann - 8. Mai 2013

            Die Ausgangsfrage, von Ihnen formuliert, war ja, ob die krisenhafte Zuspitzung der letzten Jahre (mein Begriff Überschießen) etwas damit zu tun haben könnte, daß Wettbewerb fehlt; Wettbewerb, der Konkurrenten diszipliniert hinsichtlich Ihrer Marktmacht und Innovationen hervorbringt.

            Nun beschreiben Sie andererseits die WeltVW als ein System von reifen Märkten in Oligopolen, auf denen Produktinnovationen kaum stattfinden, allenfalls Preiswettbewerb zu finden ist, aber trotzdem Gewinne kanalisiert wurden über Jahre und Vermögen sich konzentrieren konnte.

            Diese Vorstellung von reifen Märkten in Oligopolen mit allenfalls Preiswettbewerb bringe ich nicht so zusammen mit Ihrer Aussage, daß das der Grund für nachhaltige Gewinne dort und Vermögenskonzentrationen sein könnte, es sei denn, daß der Wettbewerb von den beteiligten Unternehmen ausgeschaltet wurde.

            Evl. können Sie mir da weiterhelfen.

            Mfg

  • Systemfrager - 4. Mai 2013

    @SLE
    Richtig, ich unterschreibe jedes Wort. Ich ahbe darüber unendlich viel nachgedacht
    Mich trennen noch einige Jahre bis zur gesetzmäßiger Rente, aber das ist schon eine ordentliche Lebenserfahrung. Kurz zusammengefasst sage ich:
    Ökonomisch-politische Systeme sind sterblich. Ihre Lebenserwartung wird sogar immer kürzer.
    Eine ganz große Mehrheit der Menschen interessieren sich nicht, was morgen passiert. Überhaupt nicht. (Und wenn man sie daran erinnert werden sie sehr wütend bis aggressiv. Ich würde einige meiner besten Freunde für immer verlieren, wenn ich ihnen dies klar machen und hoch rechnen würde.)
    Ich weiß aber auch NOCH ETWAS, dass die Ideen die Geschichte geändert haben – udn nie etwas anderes. (Ist eigentlich unmöglich.)

    Ich bin überzeugt, dass die Macht erworbener Rechte im Vergleich zum allmählichen Durchdringen von Ideen übertrieben ist. Diese wirken aber nicht immer sofort … Aber früher oder später sind es Ideen, und nicht erworben Rechte, von denen die Gefahr kommt, sei es zum Guten oder zum Bösen. | Keynes

    Es gibt nur zwei Mächte in der Welt: das Schwert und den Geist. Auf die Dauer wird das Schwert immer durch den Geist besiegt. | Napolen Bonaparte

    Was tun?
    1:
    Man soll nach neuen Ideen suchen
    2:
    Die Masse, als man sie engültig ausplündert und versklavt hat, das haben die Eliten IMMER in der Geschichte geschaft – diese Phase steht uns unmittelber bevor -, wird sich irgendwan erheben, und dann, wenn die Ideen reif sind, wird man sie – beim guten Glück – durchsetzen können.

    PS
    Die “Masse” ist nicht an sich dumm, es geht einfach nur darum, dass der Mensch bequem ist, und dazu gehört auch, immer wenn es nur geht, NICHT ZU DENKEN. Natürlich, so wie eingie Menschen begeistert sind Briefmarken zu sammeln, gibt es auch Menschen, die mit Begeisterung denken.

    lG
    Der Ökonom mit dem Hammer
    .

    • SLE - 4. Mai 2013

      Hallo Systemfrager,

      ja, ich denke, dass mit den Ideen stimmt. Das Problem der Eliten und des Wirtschaftsparadigmas, auf das sie vertrauen, könnte man vielleicht auch so auf den Punkt bringen: Sie sägen sich letztlich selbst den Ast ab, auf dem sie sitzen. Ein Paradigmenwechsel setzt jedoch voraus, dass es andere, ausbaufähige Ideen gibt. Eigenlich ist das herrschende Paradigma schon gescheitert. Was wir seit der Finanzmarktkrise erleben, ist eine Phase des Experimentierens entlang der alten Ansätze.

      Grüße
      SLE

      • Basisdemokrat - 4. Mai 2013

        Der Kuhn`sche Unsinn des “Paradigmenwechsels”
        ….
        “Die 24 Satelliten, welche GPS ermöglichen, müssen eine Zeitgenauigkeit von 20-30 Nanosekunden (1 Nanosekunde = 1 Milliardstel Sekunde) einhalten. Die Allgemeine Relativitätstheorie sagt voraus, dass die Uhren in den Satelliten leicht schneller gehen (45 Mikrosekunden täglich, 1 Mikrosekunde = 1 Millionstel Sekunde) als die Uhren auf der Erde. Die Satellitenzeit muss entsprechend dieser geringen Abweichung korrigiert werden, sonst werden Fehler in der GPS-Positionierung sehr schnell auf Ausmaße von bis zu zehn Kilometern täglich anwachsen.
        Das GP-B-Projekt (http://einstein.stanford.edu/) sagt uns etwas Bedeutsames über die Wissenschaft als Ganzes. Es gibt den weit verbreiteten Glauben, dass Wissenschaft sich einzig auf Grundlage individuellen Genies weiterentwickelt. Die Arbeiten des Soziologen Thomas Kuhn förderten diese verzerrte Auffassung von wissenschaftlichem Fortschritt. Kuhn behauptete, dass infolge der Arbeit herausragender Individuen, die neue Theorien entwickeln, die Wissenschaft einem periodischen Paradigmenwechsel unterliege. Das GP-B-Projekt demonstriert hingegen, dass Wissenschaft ein gesellschaftliches Unterfangen ist und sich in enger Beziehung mit technologischem Fortschritt entwickelt. Zweifellos sind die Arbeit und der Beitrag individueller Genies wie Einstein unerlässlich. Dieser Beitrag hängt jedoch von einer umfassenden wissenschaftlichen Kultur ab, in der diese Genies ausgebildet wurden und gegen die sie ihre Ideen erproben. Die Erschaffung wissenschaftlicher Kultur ist das Werk von Generationen und nicht brillanter aber isolierter Erkenntnisse oder eigenbrötlerischer Versuchserfolge.
        Ausführlich:
        http://www.wsws.org/de/articles/2012/07/kuh1-j21.html

        Heute habe ich die halbe Nacht auf Querschuss und den Querverweisen verbracht, so stelle ich mir vor, dass Wissen in die kommenden neuen Eliten dringt. Eine ganze Kultur muss quasi neu entwickelt werden.
        Gruß BD

  • Systemfrager - 4. Mai 2013

    @SLE
    d’accord – kann ich gar nichts hinzufügen
    ODER DOCH
    Wo sind neue Think-tanks
    lG

  • Georg Trappe - 4. Mai 2013

    Hallo und einen freundlichen Gruss in die Runde! Ersteinmal meine Gratulationen an den Autor des Artikels und an den Betreiber des Blogs. Ueber 200 Kommentare, die es in sich haben! Die schwaebische Untertreibung dafuer heisst: Nicht schlecht!
    -
    Wenn ich richtig gezaehlt habe kommen die Worte konzentriert, Konzentration u.ae. 25 mal vor. Sogar der Konzentrationsprozess (Zebulon). Da kann ich es kurz machen und es bei einem Hinweis auf einen, wie ich finde, sehr lesenswerten Artikel belassen, der einige der hier diskutierten Punkte, wie z.B. Macht, Machtmissbrauch, Ungleichheit entstehend aus Konzentrationsprozessen etc. ebenfalls thematisiert:

    http://mondediplo.com/2013/05/01tyranny

    “Some revelations come as little surprise. It’s not really news that some politicians love money and like to spend time with those who have lots of it. Or that they sometimes behave like a caste that is above the law. Or that the tax system favours the affluent, and that the free circulation of capital enables them to stash their cash in tax havens.

    The disclosure of individual transgressions should lead to scrutiny of the system that created them. But in recent decades, the world has been changing at such a pace that it has outstripped our analytical capacity. With each new event — the fall of the Berlin Wall, the emergence of the Brics (Brazil, Russia, India, China, South Africa), technological advances, financial crises, Arab revolutions, European decline — experts have fallen over themselves to announce the end of history or the birth of a new world order.

    Beyond these premature birth and death notices, three main, more or less universal, tendencies have emerged which warrant initial exploration: the marked rise in social inequality, the disintegration of political democracy and the decline of national sovereignty. Every new scandal is like a pustule on a sickly body: it allows us to see each element of this trio re-emerge separately and operate together. The overall situation could be summed up thus: governments allow their political systems to drift towards oligarchy because they are so dependent on the mediation of an affluent minority (who invest, speculate, hire, fire and lend). If governments balk at this abandonment of the popular mandate, international pressure from concerted financial interest ensures they topple.”

    Viele Gruesse
    Georg Trappe

    • Holly01 - 4. Mai 2013

      Sie sind ja ein Wortklauber :-) …..

      • Georg Trappe - 5. Mai 2013

        So kann man das sehen.
        Interessant ist, dass es auch in der quantitativen Linguistik Zusammenhaenge gibt, die sich durch eine Pareto-Verteilung beschreiben lassen. Dort bekannt als Zipfsches Gesetz.
        http://de.wikipedia.org/wiki/Zipfsches_Gesetz
        Wenn man Geld nun als wirtschaftliches Kommunikationsmittel versteht, dann koennen solche Betrachtungen durchaus weiterhelfen ein tieferes Verstaendnis zu entwickeln. Das ist auch garnicht so exotisch, wie es auf den ersten Blick aussieht. Wenn die Kommunikation im wesentlichen aus einem Zahlenwerk besteht, z.B. bei Steuererklaerungen oder Bilanzen, dann kommt bei der Analyse oft das Bendfordsche Gesetz zur Anwendung, welches mit dem Zipfschengesetz nahe verwandt ist:
        http://de.wikipedia.org/wiki/Benfordsches_Gesetz
        “Das Benfordsche Gesetz findet Anwendung bei der Aufdeckung von Betrug bei der Bilanzerstellung, der Fälschung in Abrechnungen, generell zum raschen Auffinden eklatanter Unregelmäßigkeiten im Rechnungswesen. Mit Hilfe des Benfordschen Gesetzes wurde das bemerkenswert „kreative“ Rechnungswesen bei Enron und Worldcom aufgedeckt, durch welches das Management die Anleger um ihre Einlagen betrogen hatte (→ Wirtschaftskriminalität). Heute benutzen Wirtschaftsprüfer und Steuerfahnder Methoden, die auf dem Benfordschen Gesetz beruhen. Diese Methoden stellen einen wichtigen Teil der mathematisch-statistischen Methoden dar, die seit mehreren Jahren zur Aufdeckung von Bilanzfälschung, Steuer- und Investorenbetrug und allgemein Datenbetrug in Verwendung sind. Es konnte weiter gezeigt werden, dass auch die führenden Ziffern der Marktpreise dem Benfordschen Gesetz folgen (el Sehity, Hoelzl und Kirchler, 2005). Auch die Manipulation der Wirtschaftsdaten Griechenlands ließ sich mittels Benfordschen Gesetzes nachweisen.[1] Selbst ein zu regelmäßig auftretender Diebstahl aus der Registrierkasse einer Getränkehandlung konnte dadurch nachgewiesen werden.”

        Fortsetzung folgt>>>

      • Georg Trappe - 5. Mai 2013

        >>>Fortsetzung:
        “Eric Schmidt, der Aufsichtsratschef von Google, und Jared Cohen, einst Hillary Clintons Berater, haben ein Buch geschrieben, das man als Plan lesen muss……”
        http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/digitales-denken/das-ist-googles-wille-die-neue-digitale-planwirtschaft-12162503.html
        By the way, Jared Cohen war auch eins der Wunderkinder im Team von Condoleeza Rice.
        Aber zurueck zum Thema, wirtschaftliche Konzentrationsprozesse und die damit verbundene Entstehung von Macht und tiefen Abhaengigkeiten. Schirrmacher greift in dem oben verlinkten Artikel die aktuelle Diskussion ueber Google und Co auf. Und fragt:
        “Warum lässt die Politik die Informationsmonopolisten so ungehindert gewähren?”
        Ich finde es ja mehr als angebracht sich ueber stetig voranschreitende Konzentrationsprozesse und die daraus entstehenden Asymetrien / Machtverhaeltnisse Gedanken zu machen. Was mich allerdings immer wieder ueberrascht, ist die zum Teil schon grotesk anmutende Konsequenz, mit der in dieser Diskussion die seit langem bestehenden Prototypen, die diesen “Visionen” als Vorlage dienen, ausgeblendet werden. Denn welche traditionellen Grosskunden von IBM fuehren seit Jahrzehnten per Computer die Buecher? Wer weiss schon immer, wer, wann, wieviel, von wem am Monatsende ueberwiesen bekommt? Wer weiss wer, wann, wieviel im Laufe des Monats an wen und fuer was ueberweisst? Wer weiss dies nicht nur von Schirrmacher und mir sondern von Millionen von Menschen, Unternehmen und Grossunternehmen? Und wer protokolliert diese (Kommunikations-)Stroeme und die daraus entstehenden Bestaende (=oekonomische Potentiale) akribisch, auf den Cent genau seit Jahrzehnten mit Hilfe von Computern, die natuerlich auch auf einen Knopfdruck hin diese Datenbestaende/Zitreihen analysieren und auf moegliche zukuenftige Entwicklungen hin extrapolieren koennen? Die Antwort ist aber merkwuerdigerweise keinem eine Erwaehnung wert. Auch den Nachahmern nicht, die sich in einer nachholenden Entwicklung maechtig anstrengen auf Umwegen diesen traditionellen Informationsvorsprung der Banken, den Herren des wirtschaflichen Kommnikationsmittels Geld, noch um ein vielfaches zu uebertreffen.
        -
        Und damit moechte ich die von Traumschau gestellte Frage, ob diese Macht in privaten Haenden richtig aufgehoben ist, zehnmal unterstreichen. Insbesondere dann, wenn sich die Inhaber dieser Macht erklaerter Massen nicht fuer das Gemeinwohl verantwortlich fuehlen, wie es Herr Dibelius, Deutschland Chef von Goldman Sachs, es Anfang 2010 deutlich gemacht hat.

        http://www.focus.de/finanzen/banken/goldman-banker-dibelius-banken-muessen-nicht-das-gemeinwohl-foerdern_aid_470892.html

        “Auf einer Veranstaltung der Wirtschaftshochschule WHU in Vallendar bei Koblenz sagte Dibelius am Donnerstagabend: „Banken, besonders private und börsennotierte Institute, haben keine Verpflichtung, das Gemeinwohl zu fördern.“ Es sei „unrealistisch und unberechtigt zu erwarten, dass Banken eine selbstlose Beziehung zu ihren Kunden haben, besonders auch bezogen auf die Kreditvergabe“, betonte der Banker.”

        Und obwohl er damit oeffentlich dem GG Art 14 Abs. 2 widerspricht, wird er dadurch nicht zu einem Fall fuer den Verfassungsschutz oder Staatsanwalt. Auch dann nicht, wenn gerade von diesen Herrschaften die groesste Krise seit ueber 80 Jahren losgetreten wurde. Kein Schwein interessiert es. Das finde ich merkwuerdig, und beantwortet die von Traumschau gestellte Frage auf eine, wie ich finde, aeusserst interessante Art und Weise.

        Viele Gruesse
        Georg Trappe

  • Traumschau - 4. Mai 2013

    @Frankfurter
    Vielen Dank für das Zitat und den Link (sehr weit oben ….)!! Dem schließe ich mich an. Es gibt eine Reihe von Ökonomen die das ganz genau so sehen und es werden immer mehr. Das lässt hoffen!
    LG Traumschau

    • Frankenfurter - 4. Mai 2013

      Hallo Taumschau,
      was meinen Sie? Fiatmoney als Treibmittel, um regionale Ökonomien zu beleben? “Staatsgeld” mit dem die Menschen anfangen können ihre Ressourcen und Fähigkeiten untereinander auszutauschen statt, wie jetzt, in Lethargie oder Arbeitslosigkeit zu versinken? Gibt ja genug Beispiele dafür, dass Regionalgeld genau so segensreich funktioniert. Ich denke an das “Wunder von Wörgl”. In die Richtung denkt jetzt auch Lafontaine nicht ohne wie gewohnt auf massiven Widerstand zu stoßen. Der Zeit-Komentator zum Beispiel beeilte sich zu postululieren, Zweitwährungen kann es in einem Land nicht geben….

      • Traumschau - 4. Mai 2013

        Hallo Frankfurter,
        ich meine schon den Punkt, dass Geld ausschließlich ein MIttel sein darf, um das Gemeinwohl zu fördern. Davon sind wir sehr weit entfernt. Deshalb muss die Geldschöpfung in die öffentliche Hand übertragen werden. Es muss demokratisch – warum nicht auch auf regionaler Ebene – festgelegt werden, für was Geld überhaupt ausgegeben werden soll. Die Frage, wer für was aus welchem Grund Geld ausgibt, macht eine Volkswirtschaft, eine Gesellschaft erst zu dem was sie ist. Das meine ich. So habe ich den Text verstanden …
        LG Traumschau

    • Frankenfurter - 4. Mai 2013

      Nehmen wir mal Kuba, dort ist die Notenbank in sozial-staatlicher Hand, aber der Lebensstandard der Bevölkerung von außen betrachtet (ich kenne leider nur die einschlägigen Reportagen des öffentlichen Rundfunks über die Insel) ist nicht besonders hoch. Jetzt höre ich, dass die kubanische Regierung private Geschäftsmodelle unterstützt und viele öffentlich Beschäftigte aus ihren Diensten entlässt. Auf der Mikroebene des Handwerks, der Gastronomie oder im Tourismus lässt sich die Privatisierung gut an. Aber Geld, um landwirtschaftliche Maschinen im Ausland zu kaufen (Kuba importiert heute sehr viele Lebensmittel. Erstaunlich für eine tropische Insel) haben die Neubauern scheinbar nicht. Was tun. Der Kubanische Peso ist außerhalb des Landes so gut wie nix wert.

      • Traumschau - 4. Mai 2013

        Sie vergessen m.E., dass Kuba lange Zeit quasi von Handelsbeziehungen abgeschnitten und sanktioniert war (soweit ich das erinnere). Mit den “pöhsen” Kommunisten wollte keiner … Ich denke, dass ein Staat nicht überleben kann, wenn er nicht die Möglichkeit eines freien UND fairen Handels hat. Ich selbst kenne keinen Staat, der wirklich vollkommen autark ist. Wie es dann immer so ist: Man muss mehr importieren, sich dadurch verschulden, dadurch also mehr Geld drucken, etc. ein Teufelskreis. Die westlichen Staaten haben m.E. nach einen guten Anteil an dieser Misere. Ich stochere da aber auch nur im Nebel. Ich gebe jetzt auch nur das wieder, was bei mir peripher über die Jahre hängen geblieben ist. Oder anders: Ein staatliches, demokratisch kontrolliertes Geldmonopol ist noch kein Garant für eine prosperierende, nachhaltige Wirtschaft. Es ist aber eine m.E. notwendige Voraussetzung dazu – vorausgesetzt, dass es keine korrupte Elite gibt, die die Geldmaschine für eigennützige Zwecke missbraucht. Leider ist aber genau das in vielen Ländern der Fall (Korruption, etc.). Man kann aber den jeweiligen Bevölkerungen – siehe auch D. – diese Arbeit des Ausmistens nicht abnehmen. Da muss schon jeder selbst den Hintern hoch kriegen …
        LG Traumschau

  • Holly01 - 4. Mai 2013

    @ Ro :
    Zum Thema “Debitismus” :

    Für mich ist das ebenfalls Schuldgeld. Aus diesem Grund ist es eher nicht zielführend.
    .
    Es wäre Blogsprengend, aber ich fange einfach einmal an mit, “es werde Licht” :

    Geld soll es ermöglichen einen Wert sowohl zu konservieren, als auch diesen Wert beweglich zu machen.
    Beweglich heisst sowohl örtlich, wie auch inhaltlich oder rechtlich (Besitzstatus).
    Der Wert von Geld bezieht sich auf die Geldbasis.
    Eine umfassende Geldbasis ist wünschenswert, diese muss aber auch begrenzt sein, denn Geld interagiert mit anderem Geld (welches eine andere Wertbasis hat, oder haben kann).
    Geld sollte für jeden verfügbar sein.
    Geld sollte planbaren Grundlagen zu Grunde liegen.
    Geld sollte ein offenes, erweiterbares System sein, um es wirtschaftliche und sozialen Änderungen anpassen zu können.
    Geld sollte nie von seiner Basis (die Werte hinter dem Geld) getrennt werden. Das ist wichtig, weil die Basis einer ständigen Veränderung unterliegt und das Geld sich als Abbild, verzögert, aber automatisch analog mitverändert.
    Geld muss jederzeit in seine Werte (Grundlagen) zurückgetauscht werden können.
    Geld ist immer ein rechtlich verbindlicher Anspruch, an den Emittenten. daraus resultiert, der Emittent, muss immer nachvollziehbar bewertbar sein.
    Geld muss sowohl kleinste Werte abbilden können, wie auch globale.
    Geld muss in der Menge begrenzt sein, das heisst : Geld bildet ab, Geld wächst nicht eigenständig aus sich heraus.
    Geld muss Entwicklung ermöglichen, das heisst Geld muss “Verfügbar” sein.
    Alle natürliche Vorgänge bilden gemäß der eulschen Zahl einen Verlauf, welcher sich am Ende beschleunigt. Alle natürlichen Vorgänge können in Geld abgebildet werden. Geld wird also in der Tendenz immer das bestreben haben “mehr” zu werden.
    Zyklische Einbrüche vernichten reale Güter, werden Güter vernichtet, so muss Geld vernichtet werden, das ist nichts als die Akzeptanz der wirtschaftlichen Verhälnisse. Da es zyklisch vorkommt, kann das keine Krise sein, das Geldsystem folgt nur dem Wirtschaftsleben.
    Geld verursacht Kosten. Kosten müssen bezahlt werden.
    Zinsen auf Zinsen sind ausgeschlossen.
    Zinsen bilden den materiellen Zuwachs der Basis ab. Keine materielle “Vermehrung” keine Zinsen.
    Geld wird von -einer- Stelle geschöpft. Diese -Stelle- ist der Öffentlichkeit Rechenschaft schuldig und muss seine Entscheidungen öffentlich treffen und nachvollziehbar umsetzen.
    Geld ist das Abbild aller Güter, kann also nie privatisiert werden.
    Geld kann gehortet werden. Geld zu lagern -muss- Kosten verursachen. Es muss also negative Zinsen auf Einlagen geben, als Normalfall.
    Es gibt nur Geld. Die Teilung : Notenbankgeld, Giralgeld, Zinsen, Schulden ist Unsinn.
    Es gibt nur einen Geldkreislauf.
    Die “Ausgabestelle” speist Geld in den Kreislauf und entnimmt Geld aus dem Kreislauf, sowohl um sicher zu stellen, das immer der sachwert abgebildet wird, wei auch zur Steuerung der “Umlaufgeschwindigkeit”.

    Sie sehen, Geld ist komplex. Einige Ansprüche widersprechen sich. Wer immer Geld “plant” muss Festlegungen treffen und damit im Ausschlussverfahren die Möglichkeiten von Geld einschränken.
    Die Festlegungen für Geld müssen offen sein, also änderbar, dies darf andererseits nicht die Planbarkeit von Geld gefährden.

    Es gibt kein umfassendes und optimales Geldsystem. Geldkrisen sind normal. Diese bewußt alle 7 Jahre zu lösen und nachzujustieren ist durchaus überlegenswert. Das erzwingt aber auch, dass man Verträge auf diese Justierung auslegt, das heisst, mit der Neujustierung, ändern sich laufende Vertäge. Das ist eine fundamentale Änderung.

    So … nur so zum warm laufen …..

    • Ro - 5. Mai 2013

      Holly01 – Debistismus beschreibt kein neues Geldsystem.

      Es beschreibt eine neue Sicht einer Wirtschaftstheorie die viele blinden Flecken alter Theorien aufgreift und diese erklärt.

      Sie müssen sich intensiv damit beschäftigen, ansonsten bleiben sie in Ihrem Denkgefängnis stecken und dies bitte absolut konstruktiv UND auch subjektiv (die Sicht der Anhänger des Debitismus) verstehen.

      Meine einzige Kritik daran ist der Faktor Eigentum.

      Sprich, wer drin ist – gut. Wer nicht drin ist… was geschieht mit diesem Menschen…

      Kompliziert wurde die ganze Angelegenheit erst mit der Begründung von Eigentum, anstelle von Besitz. (Neolithische Revolution, Entwicklung der Staaten, Machtkonstrukt über den Staat, Tribut (Steuer). Dies ist heute nun Fakt. Wir verteidigen fortwährend über neue Modelle das Eigentum, den Grund und Boden, die Ressourcen. Wir kämpfen und schlagen uns darum. Runde um Runde. Aus diesem Grund wandert jegliche Demokratie schlussendlich in ein Diktat. Alles hängt damit zusammen. Was die einzelnen Systeme aber unterscheidet und dies für mich der wichtigste Grund – es geht nicht darum das Eigentum abzuschaffen, sonder zu erkennen, dass jegliche Wirtschaftstheorie seinen eigenen Zeitstrahl des bestehens inne hat.

      Jegliches System ist gescheitert. Auch dies ein Fakt. Aber es würde Systeme geben die zumindest einen wesentlich längeren Bestand hätte als dieser Irrsinn heute. Wir müssen uns entscheiden, wie viel genug ist genug. Eine humane Wirtschaftsordnung. Den besten Ansatz bis heute habe ich hier gefunden:

      http://www.deweles.de/

      auch dieses System hat nur seine Sonnenseite. Die gibt es nunmal nicht, wie bekannt. Nicht vorm Eigentum und nicht mit dessen.

      Jedoch es wäre eine Dezentralisierung welche den ZENTRALEN Machtmissbrauch zumindest verhindert, welcher gerade um uns herum weiter und weiter entsteht durch die Verwalter, die Zentralplaner. Der Weg heisst eine neue Ethik in uns definieren, diese Schritt um Schritt unseren Kinder zu lehren. Weg von den neoliberalen Irrungen, weg von den Sytemfragerirrungen. Es kann nicht gut gehen den Weg Kubas einzuschlagen und es kann ebenfalls nicht gut gehen weiter und weiter Eigentum anzuhäufen bis wir die finale Spitze sehen:

      http://blog.markusgaertner.com/2013/05/03/frisch-aus-dem-3d-drucker-der-liberator-fur-die-entscheidungs-schlacht/

      “Und ein paar höher aggregierte Zahlen nennt das Newsletter auch. Vor 30 Jahren war das Vermögen der Walton-Familie, der Wal-Mart gehört, 61.992 Mal so groß wie das offizielle Durchschnitts-Einkommen (das ja selbst schon durch dieses Vermögen angehoben wurde). Doch inzwischen haben die Waltons so viel Vermögen angehäuft, dass die Relation 1,157 Mio. beträgt. Die Waltons besitzen jetzt so viel wie die 48,8 Mio. ärmsten Familien der USA.”

      und hier da Gegenbeispiel der anderen Ideologie (einer von vielen Infos):

      http://www.spiegel.de/politik/ausland/korruption-in-china-a-897591.html

      Wie soll die Normalverteilung Mensch hier noch Verständnis aufbringen. UND auch hier die Fakten, historisch belegt, nicht angreifbar – jedes bisherige System von rechts nach links wanderte in die Zentralisierung UND dann entstanden diese Entwicklungen. Immer.

      Unser aktuelles Westmodell tarnt die Machtstrukturen nur anders als in Zentralchina. Wir haben hier unsere Netzwerker, Logen, Golfclubs, CFR, Bilderberger, Trilateralen, Lions, Rotarierer und und und… in den verschiedensten Stufen des wirkens. Das war und ist der Beginn.

      So… nur so zum warm laufen Holly01

      • Holly01 - 5. Mai 2013

        Hallo Ro,
        ja das ist nicht so einfach zu überblicken. Ich werde mich da etwas reinfuchsen. Das dauert natürlich.
        Frankfurter hat ja auch diese Animation verlinkt, auch eine gute Sache.
        Mir wären Vorschläge lieb. Abseits aller Bildungs- und Sprachhürden. Von jederman, für jedermann.
        An meiner Sprachhürde müsste ich auch einmal etwas arbeiten … es ist ja wirklich fast alles in Englisch oder Amerikanisch.
        Aber es gibt natürlich schon eine riesen Menge an Ansätzen, Ideen und Vorgeschichten.
        Es ist extrem unübersichtlich, soll wohl auch so sein.
        Mich stören an denTheorien 3 Dinge :
        Woher kommt das Geld, es ist immer einfach da.
        Wer keinen Besitz hat, der hat kein Geld, der bekommt kein Geld, der hat nur die Möglichkeit sich für Geld zu “prostituieren”, sprich seine Leistung einzubringen. Ganz schwerer Start zum Billionär.
        Wirtschaftlicher Rückgang wäre immer Krise. Das ist Quatsch, das ist der Zyklus. Es ist keine Welle und nicht gleichmäßig, aber es ist schon wiederkehrend. Es kann also nicht “Krise” sein, sondern muss als Normallfall eingestuft werden und vorgesehen sein.

        Mal sehen, wo das hingeht. Ich bin mit dem Thema jedenfalls noch lange nicht durch :-).

        Danke an alle für die vielen, guten Beiträge.

        • Ro - 5. Mai 2013

          JA, woher nur kommt das Geld – exakt hier liefert doch der Debitismus im Gegensatz vieler diverser Theorien ;-)

          lesen, lesen und sich ein Bild machen.

          Am besten in der Sammlung des Gelben:

          Hier: http://www.dasgelbeforum.de.org/sammlung/sammlungen.htm

          und in der Rubrik des Gelben “Wissen”

          PS: Wie beschrieben, es gibt kein perfektes System. Es gilt nur ein System zu finden, ohne die erhöhten Fallhöhen und wo ein feiner Kreis IMMER die Medaille in Händen trägt mit der linken und rechten Seite – politisch zu verstehen – und die Menschen von einer zur anderen Seite treibt. Es gilt ein System zu finden wo sich solche “normalen” Unfälle eben nicht fortwährend wiederholen. Zumindest die Erkenntnis: Wir sollten umkehren solange uns die Ressorucen, frei verfügbare, billige Energie, die Umwandlungsenergie, notwendig für das wirtschaftenm, unabdingbar noch zur Verfügung steht. Es ist hier Halbzeit. Die leicht erreichbare Hälfte.

  • Frankenfurter - 4. Mai 2013

    “Geld soll es ermöglichen einen Wert sowohl zu konservieren, als auch diesen Wert beweglich zu machen”.Ich würde sagen, nur letzteres ist mit Geld überhaupt möglic , Die einzige Aufgabe von Geld ist kooperatives Arbeiten zu erleichtern und zu ermöglichen!

    • Holly01 - 4. Mai 2013

      Gefällt mir auch, können Sie das weiter ausgestalten, ich würde gerne brainstorm spielen.

  • Frankenfurter - 4. Mai 2013

    Wie gut ist Ihr Englisch? Dieses illustrierte Tutorial will einen Einstieg in modern-money-theory (mmt) geben. Am liebsten wäre mir, wenn Sie es mal kurz durchackern und mir davon berichten könnten.
    http://econviz.org/how-the-economy-works-visual-tutorial/

    • Holly01 - 4. Mai 2013

      I´ve learnt english by Otto Waalkes, there were 4 lessons. I´m sure you are abel to say in german ( http://econviz.org/how-the-economy-works-visual-tutorial/ ).
      It´s a german blog in the german IP region. Let´s try to get so many ideas as possible, there are a lot of great ideas out there.
      In my oppinion, evere one has to talk about, not only english speaking. Here ist no study room.
      Mr Obama and Mrs Merkel won´t know, you are not in trouble.
      I want to get as many ideas about money and it had to be, no theories, no economic schools.

    • Georg Trappe - 5. Mai 2013

      Vielen Dank fuer dieses wirklich gute Tutorial! Leider zeigt die Darstellung ein Vollgeldsystem und nicht das aktuelle zweistufige Geldsystem. Damit koennen dann auch die Probleme, die aus dieser Zweistufigkeit entstehen nicht dargestellt und verstanden werden. Trotzdem halte ich das Tutorial fuer sehr hilfreich um ganz grundsaetzliche Dinge zu verstehen. Wenn man dann noch diese gut illustrierte Erklaerung des zweistufigen Geldsystems hinzu nimmt, hat man, was die Grundlagen betrifft alles, um zu verstehen, wo die Hunde begraben liegen und wo nicht.
      http://www.cashkurs.com/Detailansicht.83.0.html?&cHash=4f552381196035c5974ec314cec77da5&tx_t3blog_pi1daxBlogListshowUid=8349

  • Traumschau - 4. Mai 2013

    Mhh, ist zwar eigentlich OT, aber im Grunde zeigt dieser Beitrag, was eigentlich das Problem ist, was wir ja hier die ganze Zeit diskutieren: Die perversen Auswirkungen des Neoliberalismus.
    http://www.kontext-tv.de/
    Diese Ideologie zieht sich durch alles wie ein roter Faden, im Interesse des Finanz- und Wirtschaftskartells, mit unglaublichen Auswirkungen. Auch die anderen Beiträge sind sehr sehenswert.
    LG Traumschau

    • Holly01 - 5. Mai 2013

      Lieber Traumschau,
      das Video ist sehr gut und die Frau (Exministerin) erklärt es sehr schön.
      Medienkontrolle, Ignoranz, Ausbluten, Ausgrenzung sind die Mittel.
      Die EU ist Mali, wenn Sie das Verhältniss zu den USA sehen, die EU ist aber in der US-Position, wenn Sie von mali aus schauen.
      Googeln Sie veilleicht einmal TPP = trans pacific partnership
      Da können Sie erkennen, wie die Verhältnisse für Europa sind und sich entwickeln, denn der Pazifik ist nicht anderes als Europa, wenn es aus Sicht der USA geht.
      Die commands der USA in DE sind ein Ding, der Unmöglichkeit. Es gibt einige. Der Widerstand dagegen wird totgeschwiegen, das ist Teil der Medienkontrolle (nicht die Medien werden kontrolliert, die Medien sind das Kontrollorgan).
      Es ist eine weltweite Geschichte, bei der sich ein Paar bereichern und der Rest wird benutzt, getötet, verarmt, blutet aus, je nach Stand der Entwicklung.

      Das ist keine Frage der Wirtschafttheorie, das ist asoziale Machtpolitik. Neoliberalismus wird als Waffe eingesetzt.

    • Holly01 - 5. Mai 2013

      Ihr link gehört mehr zu diesem Bereich :
      http://www.heise.de/tp/artikel/39/39063/1.html
      Unsere Freunde verteidigen die deutsche Freiheit (selbstlos) in Sysrien.

    • Basisdemokrat - 5. Mai 2013

      Ergänzend zum kontext Video -über die kriminelle Systematik des zu Ende gedachten (Neo-) Liberalismus.
      http://www.youtube.com/watch?v=b-8LEso1-qM
      Gruß
      BD

      • Traumschau - 5. Mai 2013

        Hier noch eine weitere Sendung, die klar macht, wohin die Reise in Europa gehen soll bzw. schon geht:

        “Der Staatsstreich der Konzerne: Die USA auf dem Weg in eine neofeudale Gesellschaft” bei Kontext-TV:

        http://www.kontext-tv.de/sendung/210213/chris-hedges

        LG Traumschau

      • Traumschau - 5. Mai 2013

        Hallo BD, ich habe dazu das Buch gelesen (Perkins, Economic Hitman) … (Auch) Aus diesem Grund spreche bzw. schreibe ich bei jeder sich bietenden Gelegenheit, dass wir an das Finanz- und Wirtschaftskartell verkauft werden. Die Politik spielt da eine unsägliche Rolle. Wir leben nicht in einer Demokratie, alles ist nur Fassade. Alle vier Jahre darf man “sein Kreuz” wählen, aber ändern tut sich nichts. Es ist zum verzweifeln …
        LG Traumschau

  • Traumschau - 5. Mai 2013

    Hallo noch mal,
    kennt von Euch jemand das “Bandbreitenmodell”?
    http://www.youtube.com/watch?v=5HFead6Kzng

    LG Traumschau

  • Duke van Hudde - 6. Mai 2013

    Ein schöner Artikel den ich gerne noch etwas hinzufügen würde.

    Natürlich beruht unser “Erfolg” dadrauf das durch dne Euro verhindert wird das unsere WÄhrung aufwertet.Der Erfolg nach den WK2beruht zum grossen Teil auch auf diesne Punkt.Damals waren die Wechselkurse ziemlich fest und die DM war unterbewertet wenn man eine UInterbewertung an einen Leistungsbilanzüberschuss festmachen will.

    Wenn man heute Länder mit hohen Leistungsbilanzübershcuss ansieht dann kommt man shcnell zu dem Punkt das alle quasi das gleiche Problem haben(die aufwertugn zu vehrindern) und jeder seinen Weg versucht daraus zu finden.

    1.China und Japan haben z.b. sich riesige Dollarbestände in Staatsanleihen gekauft um die aufwertung zu vehrindern.
    2.Deutschland hat sich einfach die gleiche Währung gegeben und stützt die Währung über KRedite und Target 2.

    Am Ende ist aber klar das langfristig alle diese Länder ihr ganzes Auslandvermögen verlieren werden.China versucht daher mit ihren Dollars imm nicht USA Bereich Sachen zu kaufen.Das ist wohl die einzige Taktik die überhaupt funktiopnieren kann.
    Deutschland und Japan werden aber alles verlieren.

    Und damit wird es spannend Deutshcland hat damit Waren hergestellt für die es weder Geld noch andere Waren sehen wird.Das spannende ist aber das ide Unternehmer aber wirklich Geld bekommen haben und das der Betrag in gleicher Höhe der verloren gehen muss wird natürlich der Staat übernehmen.

    Die normalen Arbeiter haben daher Waren hergestellt für die sie keine Gegneleistung in Form von passenden Lohn bekommen haben und für dne Schadne der dadurch angerichtet wurde dürfen sie dann als Steuerzahler auch noch aufkommen.

    Normal hätte eine Lohnzurückhaltung wie wir sie betrieben haben den Arbeiter eine kleine Aufwertungsdividende gebracht.Genau darum wollte uns die Elite prellen da sie uns diese nicht gegönnt hat.Den auch wenn die Summe pro Nase eher klein ist wir reden hier von gut 15 % des lohnes der unteren 80 % der Lohnempfänger und das multipliziert mit der Anzahl aller in dieser Gruppe ist dann schon eine sehr nette Summe.

    Sonst noch etwas zur Politik und wir wir user Form deR wrtschaft beshcrieben können.

    Es ist mit Sichehreit keine freie Marktwirtshcaft was wir haben.
    1.Es gibt ein Monopol auf Geld durch dne Staat und daher gibt es hier keinen MArkt.
    2.Es gibt grosse Hürden in dne Bankbereich einzusteigen.
    3.Deutschland hat einen Staatsanteil von ca 45 % des BIP wer dann von einer freien Marktwirtschaft spricht muss blind sein.(1900 hatte Deutshcland einen Anteil von 15 % und das wo damals sehr viel Geld ins Millitär gesteckt wurde.
    4.Banken die ein nicht funktinierendes Geschäftsmodell haben werden einfach vom Staat rausgehauen.In einer freien Marktwirtschaft würde sowas sicher nicht passieren.
    Den das diese Versicherung des Staates die er für umsonst den Banken austellt falsche Anreize schafft sollte jeden klar sein.
    5.Wer sich Reden von Frank Schäffler anschaut stellt hin und wieder fest das teilweise nur eie Partei klatscht und das ist die Linke.

    Wenn man so will haben wir eine Wirtshcaftsordnung wo sich die absolute elite die Taschen vollsteckt aber nicht die Verantwortung übernimmt wenn es schief geht.Nur leider sorgt das für total flasche Anreize und daher zu immer wieder neuen Problemen.

    • SLE - 6. Mai 2013

      Hallo Duke van Hudde,

      ja, das ist gut beobachtet und gut auf den Punkt gebracht. Die Frage von Verantwortung und Haftung für Entscheidungen und für Handeln spielt im ganzen Geschehen praktisch kaum mehr eine Rolle. – bei den Bankern nicht, in der Politik auch nicht. Das ist definitiv ein zentrales Problem.

      Grüße
      SLE

    • Holly01 - 6. Mai 2013

      @ Dude von Hude :

      Die Geschichte mit dem Aussenwert einer Währung ist nicht so zweidimensional.
      Es gibt ein Interview mit Hr. Hankel (ehemaliger Mitarbeiter von Schiller, wenn ich das richtig in Erinnerung habe), wo dieser Beschreibt wie DE nach mehreren Aufwertunge jedes Mal ein höheres Bilanzplus zum Ausland ausgewiesen hat.
      Ursache war (und das musste erst geprüft werden, weil das den Herren vorher nicht klar war), daß DE seine Importvorteile höher einschätzen kann, als es die Exportnachteile fürchten müsste.

      Es ist offensichtlich eine Frage der Gesamtbetrachtung, ob es Vorteilhaft ist aufzuwerten oder nicht.

      Ich verlinke mit Vorbehalt, ich konnte das Vid jetzt nicht noch einmal checken, ob ich den richtigen Link habe, Entschuldigung.
      http://www.youtube.com/watch?NR=1&v=75mJQSD5mAU&feature=endscreen

      Ich denke weiter oben, hat Frankfurter gut gezeigt, daß man Bezüge immer auch belegen können -sollte/muss-.

  • Traumschau - 6. Mai 2013

    Hallo, hier noch einmal die eklatanten Gedankenfehler zu volkswirtschaftlichen Fragen und deren Folgen:
    http://www.youtube.com/watch?v=Eo9OkJ0BJRM

    und deren für mich persönlich völlig logischen Erklärung:

    http://www.youtube.com/watch?v=q3tp7uS6ezY

    http://www.youtube.com/watch?v=2AQxCKIuCHY

    hier noch einmal R. Werner mit seinen Analysen und Lösungen:
    http://www.youtube.com/watch?v=Gvbo7xJ-lvU (Interview)
    http://www.youtube.com/watch?v=cWfMINCVuKM (Vortrag)

    Für mich ist das die Quintessenz aller Diskussionen. Das betrifft einerseits die Ursachen und Lösung der Finanzkrise UND die Problematik des Geldsystems UND des Wachstums.
    Es gibt dort Überschneidungen und Entsprechungen. Vielleicht ist eine Synthese eine wirkliche Alternative.

    Die Mythen der (neo) klassischen Theorie:
    http://www.youtube.com/watch?v=X6-FItgst4Y (R. Werner)
    http://www.youtube.com/watch?v=wCGzYJ-ZloE (Bofinger)

    Für mich als Laien ist das die bisher beste Erklärung der Vorgänge – neben der Tatsache die ich mir nicht verkneifen muss (andere schon), dass wir an die Finanz- und Wirtschaftsoligarchie verkauft werden. (“VT´ler” wie ich und viele ander haben recht behalten …”wie schön” …)
    Es wird irgendwann nicht mehr ausreichen, die Dinge zu analysieren …
    LG Traumschau

    • Holly01 - 6. Mai 2013

      Hallo Traumschau,
      das meiste davon kenne ich bereits.

      Mich treibt ein Umstand um, den ich niergends finde und selbst nicht lösen kann :

      Eine Währung beschreibt den Besitz (möglichst den ganzen) Wirtschaftsraumes, in dem sie gilt.
      Die Briten sind daran gescheitert. Die Abspaltung der USA ist auch darauf zurückzuführen.
      Die Amis scheitern ebenfalls daran.
      Der Euro scheint die gleichen Probleme zu haben.

      Ich sehe das Problem wie folgt :
      Eine Währung, welche ausserhalb ihres Wirtschaftsraums benutzt wird und mengenmässig ausgedehnt wird, um dieser Aufgabe gerecht werden zu können, hat nicht mehr die Abdeckung, durch die Sicherheiten/Werte aus ihrem Ursprungsraum.
      Die Währung müsste verwässern, also weniger Wert ausweisen. Das ist aber (wohl auch politisch) nicht so gravierend wie ich es erwarten würde.
      Es scheint aber noch einen anderen Effekt zu geben, das dem Emmittentenland permanent Substanz entzieht.
      genau da ist mein Problem : woher kommt der permanente Substanzverlust weltweit tätiger Währungen, in bezug auf der emittierende Land?
      Ich würde es mit Zinsen und Abschreibungen erklären, aber es ist für mich nicht schlüssig genug.

      Leider finde ich es nirgends :(.

      Ansonsten sehr gute Links danke.

  • Traumschau - 7. Mai 2013

    Hallo Holly01,
    dieses Video von Bernd Senf dürfte einiges erklären. Insbesondere der Teil über das Bretton Woods – Abkommen ist sehr erhellend (die Rolle des Dollar in der Welt, etc). Das Video ist lang, aber es empfiehlt sich, das von vorne bis hinten zu sehen.

    http://www.youtube.com/watch?v=rAmBJj9RbwU

    LG Traumschau

    • Holly01 - 7. Mai 2013

      Lieber Traumschau,
      dieses Vid habe ich schon 2 mal komplett gesehen. Liegt ua auch in meinen Lesezeichen.
      Ja, es gibt einiges an Wissen, Ideen und Vorarbeit.
      Leider befindet sich die ganze “Wissenschaft” der Ökonomen in einem Elfenbeinturm. Die Sprache ist weitgehend Englisch, das Wissen abgehoben und Fachbegrifflastig, die wirken oft wie Idioten, weil die jede Fähihkeit verlorenhaben sich allgemeinverständlich auszudrücken.
      Ist jedenfalls ein großer Riss zwischen “denen” und dem “Souverän”, also der Bevlkerung. Auch eine Form der Emigration einer Klasse.

  • Ro - 7. Mai 2013

    Na, ihr seit ja immer noch dran ;-)

    Was die “gute” Ökonomenzunft allesamt vernachlässigt ist der Ursprung des Wohlstandes, wie schon mehrfach beschrieben:

    Ein Geldsystem ist die Umverteilungsmatrix der Macht und somit die Umverteilungsmatrix der Zuteilung und Nutzung von Energie, Umwandlungsenergie. Dies fehlt in quasi sämtlichen aktuellen Modellansätzen.

    http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=127501

  • Traumschau - 7. Mai 2013

    Hallo Holly01,
    das ist auch eine ziemlich logische Erklärung für das was passiert (deutsch :-) )…
    http://www.youtube.com/watch?v=cPFRivFCZtU

    LG Traumschau

    • Holly01 - 8. Mai 2013

      Hallo Traumschau,
      alles nicht falsch. Vielles auch auf heute übertragbar.
      Aber : wenn Sie den größten coup planen, den die Welt je erlebt hat, dann brauchen Sie jemanden der am Ende als Täter geopfert werden kann.
      Sehen die USA für Sie wie die Gewinner aus?
      Ich sehe da ganz andere Protagonisten.
      Ich möchte den Blogbetreiber aber nicht zum glühen bringen, lassen wir es bei der Wirtschaft.

      • Ro - 8. Mai 2013

        http://de.wikipedia.org/wiki/Neue_Weltordnung_(Verschwörungstheorie)

        “angeblich, vermutlich….. gesehen, verbreitet von esoterischen,christlich fundamentalen und rechtsextremen Autoren”

        hey, die spinnen wirklich, anzunehmen so etwas sei umsetzbar und gar möglich. Völlig verrückte Gedanken.

      • SLE - 8. Mai 2013

        Ich denke auch, dass das jetzt zu weit führt.

        Grüße
        SLE

        • Traumschau - 8. Mai 2013

          Alles klar! Manchmal kann ich es nur einfach nicht fassen, was in dieser Welt passiert und nicht glauben, dass das alles nur aus Dummheit passiert …
          LG Traumschau

          • Ro - 8. Mai 2013

            Traumschau – Dummheit in der Politik – mit Sicherheit nicht.

          • Holly01 - 8. Mai 2013

            @ Ro :
            Sie scheinen keine Talkshows mit Polit-Beteiligung zu schauen :-).

          • Ro - 8. Mai 2013

            Holly01 – ab und dann, um zu erkennen wie eine Show aufgebaut ist, zu was sie dienen soll. Hat aber mit der Realität nichts zu tun. Die Politik wird nicht im Bundestag gemacht. Sie wird dort verkündet. Die Shows um Illner und Co. sind die Ablenkung, um den Konsumenten zu suggerieren, man hätte immer eine Wahl und man würde sich um die Belange der Wähler kümmern. No. Darum heißt es ja TALK und SHOW. :-) Politik wird in Hinterzimmern gemacht. In Kommissionen, in Davos in “councils” und in Netzwerkvereinen jeglicher Couleur Politik hat sich wie das Fernsehen vollkommen entkoppelt von Demokratie. Das Parteibuch entscheidet, nicht die Leistung. Ideologie entscheidet. Nur damit kommt man in Position. Nein, dumm sind die Politiker mit Sicherheit nicht. Sind halt Machtmenschen. Manch einer mag zwar mit einer jugendlichen Ideologie starten, endet dann aber baldigst und reumütig im bekannte Fahrwasser. Das Los eines Berufspolitikers. Es dürfte wohl keinen Abgeordneten geben, welcher nicht mindesten 100 diverse Aufklärungsmails inkl. des Links hier “Querschüsse” in seinem Postfach hatte. Zig Anrufe, persönliche Gespräche und Besuche von Bürgersprechstunden. Und spätestens seit Frank Schäfflers letzter Rede (ESM, Zypern) kann sich auch keiner mehr rausreden bzgl. Geldsystem an sich… keiner. Aber ich erzähle ihnen da ja nichts neues. Die sind nicht dumm. Sie sind vieles andere was mir einfällt, aber nicht dumm und nicht unwissend.

          • Holly01 - 8. Mai 2013

            @ Ro :
            Jo, das stimmt, was Sie da schreiben.

            Man muss halt die Abhängigkeiten richtig sehen.

            Mag sein, dass 1913 auf einer Insel ein paar Großbanker das Konzept für die FED hingestellt haben.
            Mag auch sein, dass dieses Konzept zu Weihnachten 2013 verabschiedet wurde, als kaum Abgeordnete in Washington waren.
            Mag sein, dass der ESM verabschiedet wurde, als die Abgeordneten noch dachten ESM wäre das Essen , welches morgen in der Bundestagskantine kredenzt wird.

            Ich frage mich immer nur :

            Wie muss das Umfeld denn ausgesehen haben, damit das passiert?
            Wenn die alle so überrumpelt wurden, warum hat man das nicht kassiert und geändert?
            Warum hat das Ausland nicht “entsetzt” reagiert und warum sind dei Währungen nicht ebenso eingebrochen wie der Aussenhandel?
            Wo sind in diesen Momenten die Berater, Textgeber, Vordenker?

            Das sind Entscheidungen, welche einen Konsens ausdrücken. Entscheidungen die durch das Umfeld erzwungen werden.
            Die Entscheiden müssen keine Angst haben wegen Hochverrat in den Knast zu gehen, weil das Umfeld sie schützt.

            Man muss nicht die Entscheidung ansich betrachten, das ist nur der mediale Vermittlungsversuch. Man muss immer fragen : welches Umfeld bedingt diese Entscheidung und was hat sich (wird sich) daraus ergeben ?

            Politker sind selten klug, aber die wissen immer wann sie die Hand heben müssen.

  • Ro - 8. Mai 2013

    Darum:

    „Die Wenigen, die das System verstehen, werden so sehr an seinen Profiten interessiert oder so abhängig sein von der Gunst des Systems, dass aus deren Reihen nie eine Opposition hervorgehen wird. Die große Masse der Leute aber, mental unfähig zu begreifen, wird seine Last ohne Murren tragen, vielleicht sogar ohne zu mutmaßen, dass das System ihren Interessen feindlich ist.“

    Rothschild, 1863

    und der “Profit” war und ist pyramidal verteilt. Dieser “Profit” kann vieles sein, Materie, Anerkennung, Macht, gutes Leben, vieles. Darum. Funktionierte immer schon, wird es wohl immer und immer wieder. Darum.

  • Holly01 - 9. Mai 2013

    @ Ro :
    Dieses Zitat beinhaltet (für mich) die gesamte Ironie dieses Systems, bzw. des Umgangs mit dem System.
    Der Satz gibt nämlich weniger auf die weniger Reichen einen Sinn, sondern auf die Superreichen.
    Jeder Mensch kann nur das tun, was in ihm steckt.
    Gewalttätige Menschen werden auf jede Situation mit Gewalt reagieren.

    Leute wie Bernanke, Obama, Soros, Gross uva eint, dass in ihnen nur die Expandierung steckt.
    Die Expandierung zerstört aber das System. Der Sog zum Kaitalmarkt ist für jedwedes kaiptal inzwischen so groß, daß es nur noch den Kapitalmarkt gibt.
    Der Unterdruck zerstört das System.

    Hätte man 2006 gesagt :
    Wir machen eine einmalige Abgabe auf alle Amerikaner, dei mehr als 100 Mio haben und nehmen von der Summe darüber 50% und hätte man dazu alle Banken angewiesen ihre Bilanzen, um pauschale 50% zu verkürzen, dann hätte wir gar keine Krise.

    “.. dass das System ihren Interessen feindlich ist …”

    Das System wird die umbringen, denn ohne ihr Megakapital sind die innerlich tod. Das ist eine spezielle Art des Selbstmordes, begründet in der völligen Unfähigkeit das richtige zum richtigen Zeitpunkt zu tun.
    Der gesamte Repressionsapperat, die Zersetzung der Demokratie, die Gleichschaltung der Medien und der Menschen, das ist alles völlig sinnlos, weil der Feind in den Superreichen steckt, ihre Unfähigkeit zu verzichten, um daraus Vorteile zu ziehen.
    Undenkbar …… wie der Schimpanse der seine Faust um die Nuss nicht öffnen kann und darum die Hand nicht durch das Loch herausziehen kann, bis er gefangen ist.
    Am Ende wird alles gut, nur nicht für alle.

    • Ro - 9. Mai 2013

      aus meinem geschichtlichen Verständnis hat immer 99 % dafür bezahl, die welche auf den (Schlacht)Feldern stehen. Selbst der Mittelbau im Wohlstand. Die großen Feldherren waren und sind auch heute auf ihren Hügeln am Rand und dirigieren das Geschehen.

      Nur werter Holly01 was ist dieses mal anders!? Es ist der zigste debitistische Lauf im System, Aubau, Ausbau, Zerstörung. Aber heute haben wir die Informationsgesellschaft in vollen Zügen und die 1 % geht einen ganz anderen, neuen Weg. Elektronisches Welteinheitsgeld, Kontrolle von Wasser, Nahrung, der Zwischenschritt von 4 großen Machtblöcken in einer zentralistischen Einheit, hin zu einem Weltblock ohne demokratisch direkt legitimierte Wahlen. Warum geht das bis heute gut – und das tut es, trotz aller Risse im System… weil alle nach wie vor von diesem Illusionswohlstand profitieren und in ihren eigenen Themen zumeist nur verharren. Doch die Mühlen mahlen weiter wie der dümmliche Bildaufmacher die Tage: “Girokonto für alle als unabdingbares EU Recht”, dokumentiert… in erster Linie positiv und so wird das dann auch vermarktet. der Hintergrund ist ein anderer, wenn man sich dem dann öffnen mag… es ist die Grundlage der vollen Kontrolle, Abschaffung des Bargelds ultima. Wird dieser Schritt erreicht, ist es vorbei mit jeglicher Freiheit. Noch hoffe ich auf ein erkennen dieses Weges und dass die Masse aufwacht hier nicht weiter mitzumachen. Aber ich darf attestieren dass die Macher dieser Agenda nach wie vor oben an schwimmen. Leider. Dass dieser Zwang (sollte er sich durchsetzten) nicht ewig halten kann (dauerhafter Zwang scheitert immer) ist mir bewusst. Nur schade für die einzelnen Lebensspannen diese Zwischenzeit erleben zu müssen.

      • Holly01 - 9. Mai 2013

        Das System schafft es nicht.
        Das liegt nicht an einem Aufstand der Massen. Den wird es nicht geben.
        Das liegt auch nicht an der relativen Kontrolle, die empfinden die meisten garnicht als solche.
        Das liegt an den Fliehkräften der Akteure.
        Sie sehen eine homogene Masse an der Spitze, ich sehe lauter Autisten. Unfähig mit anderen zu kommunizieren oder die Interessen anderer zu erkennen.
        Die gehen sich gegenseitig an die Gurgel.
        Die Zinsrunden werden in der Tendenz immer kürzer. Die Summen immer größer. Der Wille nicht nur Geld sondern auch Macht zu haben, treibt die aufeinander zu.

        Im Übrigen ist es egal, es gibt eine alte Front, die Menge der verfügbaren Ressourccen. Die Vermögen sind nominal gewachsen, die Grundlagen auch, aber die Grundlagen sind endlich.
        Was sie heute sehen (Verwertungsrechte, Wasserrechte, copyright, Energiemarkt) hat seine Ursachen primär im Verdrängungswettbewerb der Megakonzerne und damit haben sich die Superreichen schon gegenseitig an der Gurgel.

        Es ist kein Geldproblem. Es ist nicht einmal ein Wirtschaftsproblem, es ist ein nicht lösbares Verteilungsproblem.
        Die Amis wollen nicht weniger als alles.
        We own the world.
        We own the weather.
        We own the peoples and the people.
        Da können die anderen Superreichen nicht mit, das ist wider ihre Natur.
        Der Streit kam nie durch den Aufstand von unten, sondern durch das squeeze out von oben.
        Der ESM ist vorhanden. Es wird nie möglich sein, den effektiv einzusetzen. Die Protagonistenhaben einfach viel zu unterschiedliche Interessen.
        Am Ende scheitert das System an innerer Kündigung der Protagonisten. Die wenden sich aus puren Eigeninteresse ab.
        Das System duldet aber keine Halbheiten, man muss immer 100% plus Zinsen akkumulieren, sonst : Krise.
        Die Krise wird der Dauerzustand. Sie ist es bereits, das äussere Zeichen des Zerfalls.

  • Holly01 - 9. Mai 2013

    @ Ro :
    Zypern hat etwas bewiesen :
    Es reicht nicht sehr reich zu sein. Geld ist kein Schutz. Die Machtapparate bedienen sich nach belieben an dem Geld, das keinen Machtapparat hat.
    Die macht, wird aber von Geld eingesetzt, bewaffnetes Geld.
    Griechenland war noch Spaß, Zypern war Gewalt.
    Nun wird sich “Geld” darauf einstellen und Machtallianzen benutzen, um sich zu schützen.
    Der nächste Schritt besteht darin, das bewaffnetes Geld, seine Verträge nicht einhält.
    Damit sind Sie bei monetärer Anachie.
    Wir nennen das Krieg.
    Die Zeitschiene verkürzt sich inhaltlich jeden Tag ……

    • Ro - 9. Mai 2013

      Holly01 – es ging nie um die Oligarchen, es ging und geht auch nicht um Geldeinheiten. Geld war nie Schutz sondern das Lockmittel als aktuelles Zwischentauschmittel in der Kurzfristbetrachtung, herabgebrochen auf den einzelnen in Verfügung.

      Und ja, es ist ein schweres, vielleicht nicht lösbares Verteilungsprobelm. Jedoch wir verheizen kostbare Energie, unwiederbringbar für ein wirtschaften UND die Macher der Agenda sind sich in einem einig – in ihrer Ideologie. Ihr Macht ist die Kontrolle über das Geldsystem und die Kontrolle der Waffengewalt. Selbstredend, WÜRDE die Masse hier ihr Veto einlegen, mit Gewalt oder via einem Weg Ghandis, wäre der Spuck vorbei. Jedoch das regelt bekanntlich das voran gebrachte Zitat doch recht eindeutig zu deren Gunsten. Dabei gilt das Versuchsprinzip, 3 Schritt vor, einer zurück. Das Ziel vor Augen.

      Gehen Sie mal einen Schritt zurück im Kontroll- und Systemwahn. Zwanzig Jahre in einem Tag und einen Tag später wachen Sie auf mit all den Veränderungen von diesen zwanzig Jahren, dann spüren sie die Auswirkungen dieser Zeitspanne recht deutlich- und diese sind erschreckend und man hört hier nicht auf.

      EU technisch Namens INDECT.

      Selbstredend alles zum Schutz vor Terror. Einfach nur krank und verrückt. Aus meiner Sicht sind wir in einem ideologischen Kampf verwickelt. Der Gegner gegen das Volk gut getarnt. Die Gründe sind die Verteilung der Sachwerte, den Ausbau und Erhalt des Anspruchs darauf. Die höchste Fluchtebene “one world” wird versucht zu erreichen. Noch sind wir nicht soweit.

      Soweit so gut, ich denke wir sind ziemlich nahe in der Betrachtung Holly 01. Besten Dank für die Aufmerksamkeit.

      • Holly01 - 9. Mai 2013

        An der Stelle müsste ich Ihnen nun ein Konzept darstellen. Es liefe aber unter Vt und gehört … nicht hierher.
        Ich sage daher nur, es geht nicht um das dreckige Geld. das Geld ist Mittel zum Zweck.

        • Ro - 9. Mai 2013

          Holly01 – mir klar. Das Konzept ist mir umfänglich in allen Nuancen bekannt. Es ist (leider) Fakt und Wahrheit. Aber es wird vornehmlich einfach kollektiv verdrängt, mit einem der klarsten Totschlagargumenten überhaupt – VT. Es schickt sich wenig so zu denken. Für eine gesellschaftliche Karriere ist es ein “no go”. Sie wäre mit dieser Sicht beendet. Obwohl es Praxis ist. Somit respektieren wir die Bloginhaber. Besten Dank.

          • Querschuss - 9. Mai 2013

            Hallo Rolf,
            “Somit respektieren wir die Bloginhaber” …Toll, dass du meine gesellschaftliche Karriere nicht ausbremsen möchtest :)
            Aber wie kommst du nur darauf, dass ich gesellschaftliche Karierre machen möchte. Wenn dies für mich wichtig wäre, würde ich vieles tun, aber bestimmt nicht diesen Blog schreiben.

            Gruß Steffen

          • Ro - 9. Mai 2013

            Steffen – bei allem Respekt. Du bist hier nicht im Fokus des geschriebenen. Soweit solltest Du mich ja in der Zwischenzeit kennen. Ich habe größten Respekt vor Deiner Arbeit und Leistung und dieses viele mal geäußert. Daran ändert sich nichts. Ja, wir haben eine andere Sichtweise wie und was in der Welt – in den Hinterzimmern – abläuft und über deren Ziele. Mehr eben nicht.

            • Querschuss - 9. Mai 2013

              Hallo Rolf,
              ok., ich fühlte mich bei Bloginhaber irgendwie angesprochen :)

              Gruß Steffen

          • Ro - 9. Mai 2013

            Musst Du nicht. Streiche das Wort Bloginhaber :-) Eine Editierfunktion (60 min oder so.) währe eine wirkliche Errungenschaft auch im Sinne der Rechtschreibung für Blogspot. Naja, kommt ja vielleicht mal irgendwann. Dir einen schönen Vatertag. Beste Grüße.

  • Holly01 - 10. Mai 2013

    Etwas Musik zur Entspannung, dazu ein paar sehr schöne Animationen. Ich sehe so etwas ja gerne, ihr vielleicht auch ?
    http://www.youtube.com/watch?v=-aESMZyrQ1Y