Rohstahlproduktion im Rückwärtsgang

von am 20. Januar 2012 in Allgemein

Noch einen Blick auf die Entwicklung des Outputs der Grundstoffe für die industrielle Produktion, am Beispiel von Rohstahl, um die Entwicklung der Konjunktur besser abzuschätzen. Die deutsche Rohstahlproduktion sank im Dezember 2011 um kräftige -12,44% zum Vormonat auf 3,025 Millionen Tonnen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank die Erzeugung von Rohstahl um -4,8%. Im Gesamtjahr 2011 ging es nur noch um +1,0% zum Vorjahr aufwärts, auf 44,288 Millionen Tonnen. Allerdings im letzten Quartal ging es um -6,28% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum abwärts.

Die Entwicklung der Rohstahlproduktion in Deutschland seit Januar 1990 bis Dezember 2011. Im Dezember 2011 sank der unbereinigte Output der deutschen Hüttenwerke auf 3,025 Millionen Tonnen, nach 3,455 Millionen Tonnen im Vormonat. Im Mai 2011 wurde mit 4,112 Millionen Tonnen ein Zwischenhoch markiert. Seit Mai 2011 ging es um signifikante -26,43% abwärts.

Nach Angaben der World Steel Association war Deutschland im November 2011, mit einem 2,99% Anteil an der Weltproduktion von Rohstahl, siebtgrößter Produzent in der Welt. China führt mit 43,19%, weit vor Japan mit einem Anteil von 7,53% und gefolgt von den USA mit 6,21%. Deshalb ein Blick auf die chinesische Rohstahlproduktion:

Die Entwicklung der chinesischen Rohstahlproduktion seit Januar 1990 bis Dezember 2011 im Chart. Zwar konnte die Rohstahlproduktion in China im Dezember 2011 auf 52,160 Millionen Tonnen ansteigen, aber auch in China weist der Trend beim Produktionsoutput nach unten. Das Allzeithoch wurde im Mai 2011 markiert mit 60,245 Millionen Tonnen. Im Dezember 2011 liegt China um -13,42% unter dem Hoch. In Deutschland lag der prozentuale Einbruch seit Mai 2011 bei -26,43%!

Die Entwicklung bei der weltweiten Rohstahlproduktion nach den vorliegenden Daten der World Steel Association seit Januar 1990 bis November 2011 im Chart. Im November 2011 sank der Output der weltweiten Rohstahlproduktion um -6,4% zum Vormonat und um -0,8% zum Vorjahresmonat, auf 115,506 Millionen Tonnen. Zum Allzeithoch im Mai 2011 mit 129,967 Millionen Tonnen ging es um -11,13% abwärts.

Ganz klar, die weltwirtschaftliche Aktivität lässt nach, dafür stehen die Daten zum Baltic Dry Index, der Preisindex für Frachtraten bei Massenfrachtgüter, wie Kohle, Eisenerze, Zement, Kupfer, Kies, Dünger, Kunststoff-Granulat und Getreide und auch der Output der Grundstoffe für die Produktion, anhand von Rohstahl.

Quelle Daten: Worldsteel.org/Crude Steel Production Data, Stahl-online.de/Pressemitteilung mit den Daten zur deutschen Rohstahlproduktion Dezember und Gesamtjahr 2011, Bloomberg.com/Tabelle mit dem Anteil der Länder an der Weltrohstahlproduktion für November 2011, Bloomberg.com/Daten zur chinesischen Rohstahlproduktion

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

Print article

8 KommentareKommentieren

  • Roland - 20. Januar 2012

    Die Stahlpreise sind seit ihrem Hoch vom August 2011 bis heute um ca. 25 % zurück gekommen.

    Die letzten Tage an der LME ( http://www.lme.com/steel/ ) weiter sichtbarer Abwärtstrend.

    Nachdem die Süd-Koreanischen Stahlwerke erklärt haben, ihre Produktion nicht zurückzufahren und mit ihrer Überkapazität aggressiv auf den Weltmarkt zu gehen, ist weiterer Preisrutsch wahrscheinlich.

  • klaus - 20. Januar 2012

    Commerzbanker in London bestehen auf Bonus-Zahlungen.

    http://uk.reuters.com/article/2012/01/20/uk-commerzbank-bonuses-trial-idUKTRE80J0PI20120120

    Na also, klar wo der Schuh drückt.

    Daher will man natürlich keine direkten Staatshilfen.

    Indirekt gibt es ja dann doch Bonus.

    Nur der Steuerzahler sollte Lohnverzicht zur
    Rettung der Firma üben.

    ;) ))

    • Catweazle - 21. Januar 2012

      Was soll da eigentlich 52 Millionen Euro wert sein? Die ca. 100 Kugeln die sich diese Finanzterroristen direkt zwischen die Augen verdient haben sicherlich nicht.

  • aquadraht - 20. Januar 2012

    Ich denke, dass ein grosser Teil des bisherigen Einbruchs der Rohstahlproduktion innerchinesische Ursachen hat, nämlich die gewollte Abkühlung der Immobilienkonjunktur. Die weltwirtschaftlichen Einflüsse kommen seit der zweiten Jahreshälfte verstärkt hinzu.

    Die chinesische Neubautätigkeit ist zu Anfang 2012 um 19% gegenüber Vorjahresniveau zurückgegangen. Schon seit Monaten sind Bestellungen von Kränen, Baumaschinen etc. rückläufig. Das kann nicht ohne Rückwirkungen auf die Stahlproduktion bleiben.

    a^2

  • Werner - 21. Januar 2012

    Ob die Rohstahl-Produktion ein geeigneter Masstab zur Beurteilung der Entwicklung der Konjunktur ist erscheint mir sehr sehr zweifelhaft ; eher ein Denkmodell des letzten Jahrhunderts.
    Heute, im 21ten Jahrhundert wäre da wohl MIPS (Million Instructions per Second) , Terrabytes oder ähnliches angebracht, nicht Stahl. Aber da sieht es in D oder Eurpoa genau so duster aus wie in Afrika. So hängt man halt am Masstab (der ersten Hälfte, vor der Petrochemie) des letzten Jahrhunderts. LOL.

    mfg. Werner

    • Querschuss - 21. Januar 2012

      Hallo Werner,
      bei der Vielzahl der hier präsentierten Wirtschaftsdaten bei Querschuesse bsteht wenig Grund anzunehmen, dass die Rohstahlproduktion hier als alleiniger Indikator zur Beurteilung der wirtschaftlichen Entwicklung dient. Sie ist ein Baustein von Vielen, nicht mehr und nicht weniger und wird hier nur alle paar Monate einmal bemüht. Trotzdem besteht eine enge Korrelation zwischen Rohstahloutput und Konjunkturphasen.

      Ob Rohstahl ein geeigneter Maßstab in Hinblick gerade auf Deutschland ist, sieht das RWI so: “Die stahlintensiven Industrien bilden mit 3,5 Millionen Beschäftigten den Kern der exportstarken Wirtschaft in Deutschland. Nur durch die enge Vernetzung der innovativen Stahlindustrie mit den deutschen Schlüsselbranchen wie Automobil- oder Maschinenbau kann die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes dauerhaft gesichert werden.”

      Aktuelle PDF, durchaus lesenswert bzw. zum durchscrollen und überfliegen: Die volkswirtschaftliche Bedeutung einer Grundstoffindustrie am Beispiel der Stahlindustrie

      http://www.stahl-online.de/Deutsch/Linke_Navigation/MedienLounge/_Dokumente/120118_RWI_Studie.pdf

      Gruß Steffen

  • lesefuch - 22. Januar 2012

    Siehe meinen Kommentar im nächsten Beitrag über Portugal.