Schwache Reallohnentwicklung in Deutschland

von am 6. Februar 2012 in Allgemein

Heute berichtete das Statistische Bundesamt (Destatis) von gesunkenen Reallöhnen in Deutschland. In Q4 2011 sank der Reallohnindex um -0,2% zum Vorjahresquartal und damit um die erste negative Rate seit Q4 2009. Selbst die negative Rate ist noch eine Beschönigung, denn der Reallohnindex basiert auf der vierteljährlichen Verdiensterhebung und diese spiegelt nur die Bruttomonatsverdienste einschließlich der Sonderzahlungen nach Abzug des Anstiegs beim Verbraucherpreisindex (VPI) von Vollzeitbeschäftigten wider. Alle relevanten Problemfelder des Arbeitsmarktes bleiben bei der Verdiensterhebung und damit beim Reallohnindex ausgespart und damit relativiert sich auch die Aussagekraft des Reallohnindex.

Denn nicht einbezogen bei der Verdiensterhebung werden alle Teilzeitbeschäftigten, geringfügig Beschäftigen, Auszubildende, Praktikanten, Personen, die keinen Verdienst für ihre Leistung erhalten, tätige Inhaber, Mitinhaber und Familienangehörige ohne Arbeitsvertrag, ausschließlich auf Honorarbasis bezahlte Personen und Personen in so genannten 1-Euro-Jobs.

Die Entwicklung des Reallohnindex seit Q1 2008 im Vergleich zum Vorjahresquartal im Chart. In Q4 2011 sanken die Reallöhne vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer im Produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich um -0,2%. Die Datenreihe des Reallohnindex von Destatis reicht nur bis Q1 2007 zurück, denn seit dem gilt erst das neue Verdienststatistikgesetz vom 1. Januar 2007, was die Basis der vierteljährlichen Verdiensterhebung für Destatis darstellt.

Die Nominallöhne stiegen in Q4 2011 um +2,1% zum Vorjahresquartal und die offiziellen Verbraucherpreise erhöhten sich um +2,3%. Der Reallohnindex ist zweierlei geschönt, einmal da Teilzeitbeschäftigte, geringfügig Beschäftigte und damit der gesamte Niedriglohnsektor ausgeblendet werden und zweitens, weil der Anstieg der Verbraucherpreise nicht nur durch die ständige Veränderung des Warenkorbes, sondern vor allem durch hedonische Leistungs- und Qualitätsbereinigung relevant getunt wird.

Auch sonst ist der Reallohnindex basierend auf der Verdiensterhebung sehr “realitätsnah”, denn er zeigt die durchschnittliche Verdienstentwicklung bei konstanter Zusammensetzung der Arbeitnehmerschaft an. Der Index zeigt also nur den durchschnittlichen Bruttoverdienste der Arbeitnehmer an, wie er sich verändert hätte, wenn im jeweiligen Vergleichszeitraum die gleiche Struktur der Arbeitnehmerschaft bestanden hätte, wie im Basiszeitraum. Ein zutiefst unrealistische Vorgabe, denn die Struktur der Beschäftigung auf dem Arbeitsmarkt ist einem kräftigen Strukturwandel unterzogen.

Für das Gesamtjahr 2011 berichtet Destatis einen voraussichtlichen Anstieg des Reallohnindex von schlappen +1%, nach +1,5% 2010, nach -0,5% 2009 und nach +0,5% 2008.

Auch diese Daten zeigen Deutschland hat eine Chance verspielt sein schiefes, einseitig exportlastiges Wirtschaftsmodell zu korrigieren und dies ist fatal aus zwei Gründen. Zunächst hätte Deutschland mit substantiellen Lohnanstiegen in der Breite einen Beitrag zum Abbau der Ungleichgewichte in der Eurozone beitragen können und man hätte sich nun vom Sog der nachlassenden weltwirtschaftlichen Aktivität etwas lösen können durch initiierte Binnennachfrage.

Noch ein Blick auf die Daten aus der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR) zuletzt aus Q3 2011 zu den Arbeitnehmerentgelten. Sie spiegeln die Gesamtbruttosumme aller Löhne und Gehälter der Arbeitnehmer, Angestellten, Beamten, aller in einem Arbeits- oder Dienstverhältnis stehenden, inklusive der Sozialbeiträge der Arbeitgeber in Deutschland wider. Zieht man dann die Sozialbeiträge der Arbeitgeber ab, erhält man die Bruttolöhne und -gehälter. Zieht man weiter den Arbeitnehmeranteil für die Sozialbeiträge und die Lohnsteuer ab, erhält man dann die durchschnittlichen Nettolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer und je Monat. Preisbereinigt, nach offizieller Lesart um den Anstieg der Verbraucherpreise, offenbaren die Nettolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer und je Monat nach Steuern und Abgaben die miese Partizipation der Arbeitnehmer am “Erfolgsmodell” Deutschland. Der Beschäftigungsaufbau ist vor allem durch mies bezahlte Jobs gekennzeichnet:

Die realen (preis-, saison- und kalenderbereinigten) durchschnittlichen Nettolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer und je Monat seit Q1 1991 bis Q3 2011 (preisbereinigt 2005=100). In Q3 2011 ging es bereits das dritte Quartal in Folge abwärts, diesmal um -7,52 Euro, auf preisbereinigte durchschnittliche 1’461 Euro. Im 3. Quartal 2011 liegen die durchschnittlichen Nettolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer und je Monat sogar noch -5,5% unter dem Niveau des Jahres 1991 und -4,07% unter dem Niveau des Jahres 2000! Und in Q4 2011 dürfte es saisonbereinigt weiter abwärts gegangen sein.

Wie schief das deutsche Wirtschaftsmodell grundsätzlich aufgestellt ist, zeigt die lange Datenreihe aus der VGR in diesem Chart:

Die Entwicklung der realen Arbeitnehmerentgelte (grün), des realen Exportvolumens (rot) und der realen privaten Konsumausgaben der privaten Haushalte (blau) von Q1 2000 bis Q3 2011, alle Daten saisonbereinigt (Jahr 2000=100). Während die realen Exporte (Waren, Güter und Dienstleistungen) seit 2000 bis Q2 2011 um +83,92% stiegen, gab es bei den realen privaten Konsumausgaben einen lauen Anstieg von +5,40% und die realen Arbeitnehmerentgelten lagen sogar immer noch um -1,03% unter dem Niveau von 2000!

Einen gewichtigen Anteil Deutschlands an den wirtschaftlichen Ungleichgewichten und damit den Verwerfungen in der Eurozone dokumentiert auch die Entwicklung der Lohnstückkosten:

Die prozentuale Entwicklung der saisonbereinigten nominalen Lohnstückkosten Deutschlands gegenüber den wichtigsten Volkswirtschaften aus dem gemeinsamen Währungsraum von dem Jahr 2000=100 bis Q3 2011. Für Griechenland* liegen bei Eurostat leider nur Daten bis Q1 2011 vor. Die nominalen Lohnstückkosten reflektieren die Entwicklung der Arbeitsproduktivität aus dem realen BIP je Erwerbstätigen und errechnen sich aus den durchschnittlichen Arbeitnehmerentgelten je Arbeitnehmer im Verhältnis zur Arbeitsproduktivität je Erwerbstätigen (Personenkonzept).

Deutschland hat sich entscheidende Wettbewerbsvorteile durch den zu niedrigen Anstieg der Lohnstückkosten verschafft, was sich im Exporterfolg Deutschlands manifestierte und damit auch in den Ungleichgewichten beim Handel innerhalb der Eurozone.

Quellen Daten: Destatis.de/Pressemitteilung Reallöhne im 4. Quartal 2011 und für das Gesamtjahr 2011, Genesis.destatis.de/Datenbank VGR, Eurostat.ec.europa.eu/Datenbank

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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35 KommentareKommentieren

  • flo - 6. Februar 2012

    Lieber Querschuss, hast du nicht gelesen: In Deutschland herrscht der Mega-Über-Superboom, wirtschaftlich steht Deutschland in der “besten aller Welten”!!!!!!

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,813534,00.html

    Der Artikel belegt eindeutig, das das negativ-Geschreibsel hier im Blog bloß miese Stimmungsmache ist, die auf Fakten und realen Daten basiert. Schäm dich!!

    • Serbokrat - 6. Februar 2012

      Nicht doch — nicht doch! So bescheiden…

      Deutschland geht es gut! Das haben Merkeline und Rösi vor nicht allzu langer Zeit propagandiert. Die Wirtschaftswundertütensuperdeutschlandblase kann nie platzen! Garantiert.

      Die Zuwächse an Nettoeinkommen explodieren förmlich: http://www.welt.de/wirtschaft/article12108662/Loehne-steigen-so-stark-wie-seit-17-Jahren-nicht.html

      Wenn sich mal die Lottozahlen vorhersagen lassen würden, dann wäre ich jetzt Millionär.

      Wann merke(l)n die Bürger eigentlich, was hier falsch läuft? So viel Schmierensosse und Gedeutschtümel kann doch echt keiner mehr ertragen….widerlich das.

      Hoffe, diese Webseite bleibt einem kritischen User noch lange erhalten- zur Meinungsbildung und persönlichen Analyse. Go ahead..

    • Russe - 7. Februar 2012

      “Der Artikel belegt eindeutig, das das negativ-Geschreibsel hier im Blog bloß miese Stimmungsmache ist, die auf Fakten und realen Daten basiert. Schäm dich!!”

      Bald kommt auch noch das FBI vorbei. :-)

      FBI warns of threat from anti-government extremists.
      The extremists may refuse to pay taxes, defy government environmental regulations and believe the United States went bankrupt by going off the gold standard.
      http://www.reuters.com/article/2012/02/07/us-usa-fbi-extremists-idUSTRE81600V20120207

  • Klaus - 6. Februar 2012

    Boah Steffen, überströmst du uns wieder mit deinen negativen Energien. ;)

    Hier die “Hurra”-Variante zur Meldung:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,813534,00.html

    Lesen und lächeln.

    Wie war noch das Motto von denen? Spiegeleser wissen mehr! Harharhar…

    • Lazarus09 - 6. Februar 2012

      Ja die Meldungen der regierungsamtlichen Zentalorgane … ;-)

      Seinen sie auch nächste Woche dabei wenn wir das Merkel sagen hören ” Der Aufschwung ist da ” !!!

      ” Bitte beachten sie die weiteren Meldungen des Ministeriums für Wahrheit ” Muhahahahahaa

      • Serbokrat - 6. Februar 2012

        lol……ich mach mich ****. sorry. Das Merkel…sehr schön. Ich mag Aufheiterungen.

  • Andres Müller - 6. Februar 2012

    Wie es aussieht produzieren die Deutschen (ich meine aus Sicht der Angestellten) kostenlos immer mehr Produkte fürs Ausland. Mich erinnert das an die Werbeausgaben von Mac Donalds, Gratis -Burger und Spielplätze für die Kleinen -um Marktdominanz zu erreichen. Bezahlt wird der Spass durch die Niedriglohnarbeiter, die so immerhin angeben können Erwerbstätg zu sein -auch wenn der Erwerb aus Brosamen besteht und die Nachbarn mit Deutscher Exportware totgeschlagen werden.

  • Lazarus09 - 6. Februar 2012

    Erst einmal “Danke” für die objektive Aufbereitung aussagekräftiger Zahlen …

    Traurig zu sehen wie lethargisch bequeme Opportunisten es den korrupten Volksverwesern ermöglichten die Sklaverei wieder zu Wohle der Besitzenden zu installieren.

    Alles andere ist schon x-fach gesagt ……

  • Roland - 6. Februar 2012

    @ flo
    @ Klaus

    Der SPIEGEL ist nicht nur hinsichtlich seiner Wirtschaftsredaktion reaktionär geworden – er ist über seine Politikredaktion auch der übelste Kriegshetzer Deutschlands.

    Der SPIEGEL ist gewendet zum “Sturmgeschütz der Bourgeoisie”.

    Vorsicht vor dem Gift-Blatt !

  • jo - 6. Februar 2012

    Spiegel ist seit 20 Jahren schleichend schlechter geworden, inzwischen ist es ein Regierungspropaganda-Blatt.
    Wir passen uns russischen Verhätlnissen an, gesteuerte Demokratie.

    • Lazarus09 - 6. Februar 2012

      Der Speichel war schon immer regierungsfreundlich …. ;-) wer da was anderes glaubte zeitweilig herauslesen muss unter temporärer Bewustseinstrübung gelitten haben…

      666

  • Hank paulson - 6. Februar 2012

    Wie kann man bei der vorletzten Grafik eigentlich das 2005=100 verstehen? Ich lese dort ab, 2008=100. Wer erklärts?

    • Querschuss - 6. Februar 2012

      Hallo Hank,
      kann das Problem nicht nachvollziehen, gehts etwas konkreter?

      Gruß Steffen

      • renée - 6. Februar 2012

        Es war die drittletzte Grafik, Untertext beginnt mit “Die realen (preis-, saison- und kalenderbereinigten) durchschnittlichen Nettolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer und je Monat seit Q1 1991 bis Q3 2011 (preisbereinigt 2005=100).” Die horizontale Linie liegt jedoch nicht bei 2005 sondern bei 2008. Hatte mich auch irritiert.

        cu
        renée

        • Querschuss - 7. Februar 2012

          Hallo Renee,
          die drittletzte Grafik ist kein Index, sondern zeigt die realen Nettolöhne und -gehälter an, deshalb stehen an der y-Achse ja auch Angaben in Euro unzwar von 1300 Euro bis 1650 Euro. 2005=100 bedeutet nur das die Nettolöhne und -gehälter preisbereinigt wurden, deshalb ja dann real, um den VPI Verbraucherpreisindex 2005=100. Aus meiner Sicht ist alles korrekt, was du siehst kann ich nicht nachvollziehen. Die dicke schwarze horizontale Linie zeigt das letzte Niveau (Q3 2011) von preisbereinigte durchschnittliche 1’461 Euro und erleichtert die Einordnung in die Datenhistorie, so sieht man das das Niveau in Q3 2011 unter dem des Jahres 2000, des Jahres 1991 und der meisten anderen Quartale liegt.

          Gruß Steffen

  • Appaloosa - 6. Februar 2012

    Oja, dieser Spiegelartikel erinnert mich an dunkelste DDR-Zeiten:
    LVZ von 1986:
    Planplus bei Modegürteln aus Groitzsch

    Mit 101,1% haben die Werktätigen im VEB Modische Gürtel ihre Planaufgaben des Jahres erfüllt…

    Ich würde lachen, wenn es nicht so traurig eäre.

  • niffnaff - 6. Februar 2012

    Der Beitrag bringt die Lage wieder mal auf den Punkt. Die goldenen Zeiten für Arbeitnehmer sind immer noch nicht in Sicht. Das ist irgendwie Schade.

    Trotzdem muss ich aber Henrik Müller vom Spiegel/Manager Magazin in Schutz nehmen. Dieser arme Mensch hat in den letzten Jahren ja nun weiss Gott oft genug daneben gelegen. Nicht zuletzt mit der von ihm angekündigten und dann erstaunlicherweise doch nicht eingetretenen Hyperinflation. Es soll Leute geben, die behaupten, er sei dumm wie Brot. Dies ist jedoch vermutlich böswillig und unzutreffend.

    Jetzt scheint er aber nach langer Zeit endlich mal wieder Recht zu haben. Denn zu seiner Ehrenrettung muss ich sagen, dass von steigenden Arbeitnehmereinkommen in seinem Beitrag auch garnicht die Rede ist.

    Er redet von den niedrigen Zinsen, die es jedem aber auch wiklich jedem ermöglichen, seine persönlichen Konsumwünsche zu befriedigen. Denn die Verschuldung der privaten Haushalte ist in Deutschland noch niedrig, die Zinsen sind es auch und die Banken drängen einem das Geld förmlich auf, am liebsten ohne jede Verpflichtung zur Tilgung. Außerdem sind die Läden voller Krempel, bei den Autohändlern stehen blitzblanke SUVs herum. Und dann die Immobilien, das begehrte “Betongold”: hier spricht der Fachmann allerdings bereits von einer “Investition”, da man das Ding dann für den Rest seines Lebens am Bein hat. An Möglichkeiten das Geld auszugeben fehlt es somit nicht. Das Einzige, was jetzt fehlt ist gute Stimmung und der Wunsch zu kaufen.

    Ich denke es wird sich also nicht vermeiden lassen den Straftatbestand der “Konsumkraftzersetzung” einzuführen, um allen Bestrebungen die allgemeine Stimmung durch simples Berichten von Fakten zu trüben, einen wirksamen Riegel vorzuschieben. Damit kann dann sichergestellt werden, dass aufrechte Menschen wie Henrik Müller ungestört von faktenhubernden Bloggern ihrem Tagwerk nachgehen und ihren Beitrag zur Rettung der Weltwirtschaft leisten können.

    • Querschuss - 7. Februar 2012

      Hallo niffnaff,
      Deutschland wird im 4. Quartal 2011 eine BIP-Schrumpfung zum Vorquartal ausweisen, weltweit lässt die wirtschaftliche Aktivität nach, nicht gerade ein glücklich gewählter Zeitpunkt von Hendrik Müller um goldene Zeiten auszurufen.

      Gruß Steffen

  • niemand - 7. Februar 2012

    @ Serbo @ Querschüsse

    “Hoffe, diese Webseite bleibt einem kritischen User noch lange erhalten- zur Meinungsbildung und persönlichen Analyse. Go ahead..”

    Wo ist neuerdings eigentlich der “Spendenbutton” unter dem Artikel? Oder Spenden wegen übermässigem Lohnzuwachs neuerdings nicht mehr erwünscht?

    • Querschuss - 7. Februar 2012

      Hallo Niemand,
      “Oder Spenden wegen übermässigem Lohnzuwachs neuerdings nicht mehr erwünscht?” ….Du meinst als proaktive Bremse beim überhitzen des Wachstums der Spenden? Nein sicher nicht, ich habe schon immer nur hin und wieder den Spendebutton eingestellt, er soll nicht unter jedem Artikel prangen, wenn es primär um Einnahmen aus meinen Artikel gehen würde, hätte ich eine andere Form als diesen freizugänglichen Blog gewählt bzw. längst aufgegeben. Du kannst natürlich gerne spenden, ich freue mich sehr über jede Unterstützung. Hier am Ende des Artikels ist ein Spendbutton zu finden:
      http://www.querschuesse.de/munchhausen-report/

      Danke und Gruß
      Steffen

  • Steffen - 7. Februar 2012

    Hallo Steffen,

    erstmal Glückwunsch zu Deinem Namen! …

    Also auch an dieser Stelle mal wieder ein Großes Dankeschön für die Mühe und die Kleinarbeit die Du hier reinsteckst!
    Es ist nicht stelbstverständlich, dass wir im Netz solch gut aufbereitete Statisiken und Daten bekommen und dazu noch sauber interpretiert werden!

    Ich werde diese Seite nur weiterempfehlen und werde mein Dankeschön per Paypal sicher öfters wiederholen!

    Danke+Gruß
    Steffen

  • JH - 7. Februar 2012

    Ohne Zweifel ist der “Spiegel” und auch “Spiegel-Online” ein Mainstream-Propaganda-Medium,
    dessen Aufgabe es ist den gedanklichen Status Quo der Bevölkerung im Sinne der selbst ernannten Oberschicht solange wie möglich aufrechtzuerhalten. Allerdings darf man auch die diversen anderen Mainstream-Propaganda-Organe, wie bespielsweise “Die Welt” “ARD”, “ZDF” etc., etc. nicht vergessen.

    Ich vermute, daß die kontinuierliche Verbreitung von Regierungs-, Verbands- und Konzernpropaganda mit den Themen “Deutschland geht es gut”, “Deutschland hat die besten Produkte” eben einfach ein Geschäftsmodell der Mainstream-Medien ist.
    Es wird eine Arbeitsgruppe geben, die zusammengesetzt ist aus sehr eng an die jeweilige Führung gebundenen Mitarbeitern der Bundesregierung, der Verbände und Konzerne, die die Propaganda-Inhalte ausarbeiten – Die Mainstream-Medien erhalten dann für die Verbreitung direkt eine Zahlung bzw. indirekte Zuwendungen mittels Online- und Print-Werbung der Konzerne.

  • jmg - 7. Februar 2012

    Wirtschaftsweiser Franz: “Die fetten Jahre sind erst einmal vorbei”
    “Der Chef der Wirtschaftsweisen fordert, in den Lohnverhandlungen den bevorstehenden Konjunkturabschwung im Auge zu behalten.”
    Franz:”die Arbeitnehmer haben vom Aufschwung in Form von zahlreichen neuen Arbeitsplätzen profitiert.”
    Welt: “Insgesamt ja, aber der einzelne Metaller guckt ja auf seinen Lohnzettel, er hat ja einen Job.”
    Franz: “Ihm kommt eine höhere Arbeitsplatzsicherheit zugute.”
    Welt: “Manche Ökonomen sagen, wir bräuchten höhere Löhne, um die Konjunktur anzukurbeln.”
    Franz: “Anders herum wird ein Schuh daraus. Der Konsum ist derzeit und war im letzten Jahr die tragende Säule unseres Wachstums, weil die Arbeitnehmer weniger Angst um ihren Arbeitsplatz zu haben brauchen.”
    Welt: “Empfinden Sie es auch nicht als problematisch, dass viele der neu geschaffenen Jobs Niedriglohnjobs sind?”
    Franz: “Das ist die Konsequenz eines erwünschten Effektes, nämlich gering Qualifizierte in Arbeit zu bringen.”
    Welt: “In der Europäischen Union werden immer wieder Stimmen laut, die Deutschland empfehlen, die Löhne stärker ansteigen zu lassen, um Ungleichgewichte zu reduzieren.”
    Franz: “Das Argument überzeugt mich nicht.”
    Welt: “Angela Merkel und die CDU feilen an einem Konzept zu einem gesetzlichen Mindestlohn, der möglicherweise noch in dieser Legislaturperiode eingeführt werden soll.”
    Franz: “Da bin ich strikt dagegen.”

    LINK: http://www.welt.de/wirtschaft/article13853591/Die-fetten-Jahre-sind-erst-einmal-vorbei.html

    • Querschuss - 7. Februar 2012

      Hallo jmg,
      das wundert uns aber nicht wirklich, dass Wirtschaftweiser Franz es nicht überzeugt, dass in Deutschland die Löhne stärker steigen sollten, oder?

      “Die fetten Jahre sind erst einmal vorbei” Für wen waren sie denn fett? Etwa für Arbeitnehmer, gar Leiharbeiter, prekär Beschäftigte, wie Mini und Midijobber und andere mies bezahlte Erwebsformen?

      Gruß Steffen

    • Catweazle - 7. Februar 2012

      Aua Herr Franz, fällt mir dazu nur ein. Mal ganz zynisch gefragt, ……….

      • Querschuss - 7. Februar 2012

        Hallo Catweazle,
        ich habe den Rest mal mit ……ersetzt. Wir wollen doch keinen Anlaß liefern den Blog gezielt mißzuverstehen, also die eigentliche Absicht des Blogs Information und Beitrag zur Aufklärung wirtschaftlicher Daten und Entwicklungen zu liefern, mit Hilfe solcher Kommentare ins Gegenteil zu verkehren.

        Gruß Steffen

  • jmg - 7. Februar 2012

    Gegeben, die in diesem Blog zusammengetragenen Fakten, lebt Franz offensichtlich in einem anderen Universum. Offensichtlich schaut sich der Herr Professor die tatsächliche Lohnentwicklung gar nicht mehr an.
    Bar jeder ökonomischen Logik ist sein Argument, dass die Arbeitsplatzsicherheit durch Lohnzurückhaltung den Konsum zur “tragenden Säule” der Konjunktur gemacht hat. Wir müssen also nur die Löhne aller Arbeitnehmer in Deutschland um die Hälfte kürzen, dann werden sie billiger für die Unternehmer und ihr Arbeitsplatz ist dann sicher. Die Frage ist nur: wer kauft dann zu den alten Preisen noch die Produkte die sie herstellen. Wir exportieren ja nicht alles ins Ausland.
    Das die im Vergleich zum Rest Europas in Deutschland zurückgebliebenen Lohnstückkosten, eine der Hauptursachen der Eurokrise sind, ist international ein Gemeinplatz. Auch gegen diese Einsicht ist der “Weise Franz” immun. Genau das gleiche verknöcherte alte Denken findet sich auch bei den Themen Mindestlohm und Niedriglohnsektor.
    Er hat im Laufe der Krise nichts, aber auch gar nichts dazu gelernt. Ein Fossil, das hoffentlich bald abtritt.

  • jmg - 7. Februar 2012

    @Catweazle
    Die Frage ist nicht zynisch, sondern einfach nur total daneben.

  • leslie - 7. Februar 2012

    ´´Denn nicht einbezogen bei der Verdiensterhebung werden alle Teilzeitbeschäftigten, geringfügig Beschäftigen, Auszubildende, Praktikanten, Personen, die keinen Verdienst für ihre Leistung erhalten, tätige Inhaber, Mitinhaber und Familienangehörige ohne Arbeitsvertrag, ausschließlich auf Honorarbasis bezahlte Personen und Personen in so genannten 1-Euro-Jobs.´´

    Haha…

    Wärn die mit drin,wärn wir wohl mit -20% dabei.

    Ähnliche Vorgehensweise wie bei den Arbeitslosenzahlen.

    Mfg

  • leslie - 7. Februar 2012

    Harzer tauchen da in der Lohnentwicklung doch bestimmt auch nicht auf.^^

    ´´> Alg II Empfänger werden zu Menschen 2ter Klasse degradiert
    > … für die gelten Bürgerrechte eben nur eingeschränkt.´´

    http://www.heise.de/tp/blogs/foren/S-Re-Alg-II-Empfaenger-werden-zu-Menschen-2ter-Klasse-degradiert/forum-221263/msg-21391772/read/

    Wann wehren die sich endlich mal?

    Achja,sind in Deutschland.
    Die schauen nur hin,
    wenn irgendwo einer kifft.

    Mfg

  • Bernd Klehn - 7. Februar 2012

    Lieber Steffen. lieber jmg,

    Ist es möglich etwas mehr Licht in die ELAs der NZBs zu bringen?

    In der Anlage auf Seite 4

    findet man so einen Graf für Irland und Griechenland

    cib.natixis.com/flushdoc.aspx?id=62252

    wie weit kann man National central banks’ “other assets” dazu wirklich verwenden?

    Mit freundlichen Grüßen

    Bernd

  • jmg - 7. Februar 2012

    @ Bernd Klehn

    “Ist es möglich etwas mehr Licht in die ELAs der NZBs zu bringen?”

    Bei der griechischen Zentralbank werden die ELA Kredite wohl unter “Other assets – sundry” verbucht . Bei der irischen unter “Other Assets”. Wie hoch die tatsächlich sind, wissen nur Insider (oder diejenigen mit entsprechenden Kontakten, zu denen ich nicht zähle). Ich hab da wenig Hoffnung auf mehr Transparenz, außer die Financial Times oder das Wall Street Journal interessieren sich mal für die ELAs.

  • Adrian Cares - 7. Februar 2012

    Mmmh…
    ich gucke mir gerade die Daten aus Destatis aus der VGR an.
    Dabei habe ich mir jetzt die mtl. Nettolöhne der Arbeitnehmer anzeigen lassen, preisbereinigt…gemäß der drittletzten Abbildung von Steffen.
    Die Werte stimmen aber nicht überein, voran liegt’s?

    LG
    Adrian

  • dank - 7. Februar 2012

    @niffnaff
    Konsumkraftzersetzung – prima, sehr schön – ja, da wäre doch noch eine Idee:
    Stichwort: Bernard London (http://www.youtube.com/watch?v=tI798T2tRrQ) – amtliche Obsoleszenz nach einem MHD sind die gekauften Produkte als tot anzusehen und in der Behörde für Zerstörung (ministry of consumption – Newspeak: minicom) abzugeben bzw. anzumelden, falls es sich um nicht transportable Güter handelt. Der Konsumartikel wird hier (vermeintlich) zerstört oder die Abrissbirne kommt dann behördlich automatisch vorbei (bzw. kann das bereits bei der Kreditnahme eingesteuert werden) und schon ist wieder Konsumboom angesagt…
    Und schon klappt das wieder mit dem Konsum “made in Germany”.
    Btw: Auf inländisch produzierte Produkte gibts dann Prozente, na?

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