Silber mit -28,7% in 5 Tagen

von am 5. Mai 2011 in Allgemein

Nach einem immensen Anstieg, der in eine Fahnenstange mündete und bei knapp 50 Dollar endete, korrigiert nun die Feinunze Silber noch steiler abwärts und dies reißt den gesamten Rohstoffsektor in eine erwähnenswerte Korrektur. Mehrere Margin-Erhöhungen für Future-Kontrakte an der Terminbörse Comex scheinen oberflächlich betrachtet die Kurskorrektur bei Silber ausgelöst zu haben.

Der Silberpreis (Daily) seit Januar 2008 im Chart. Um -28,7% bzw. um -13,91 Dollar sank Silber in 5 Tagen. Von 1985 bis 2007 lag der durchschnittliche Silberpreis bei 5,98 Dollar und die maximale Schwankungsbreite betrug in 22 Jahren 11,70 Dollar. Aktuell sank Silber in 5 Tagen um 13,91 Dollar.

Der Spotpreis vollzog 1:1 die Bewegung des Futures am Terminmarkt. Diese absurden Preiskapriolen von +14,51 Dollar in 8 Wochen bis zum Hoch am 28.04.2011 und der Einbruch in 5 Tagen von -13,91 Dollar belegen wieviel spekulatives Potential in den Preisen steckt. Mitnichten sind solche Preisschwankungen das Resultat von Angebot und Nachfrage, gar der Hortung und Enthortung (in 5 Handelstagen) von Rohstoffen.

Der Silber-Spotpreis (Daily) seit Januar 1985 im Chart.

Ähnlich rabiat sah die Preisentwicklung bei der Baumwolle aus:

Der Future-Endloskontrakt für Baumwolle im Daily-Chart seit Januar 2011. Einer unglaublichen Fahnenstange bis 214,78 Cent je Pfund Baumwolle, folgte eine scharfe Korrektur bis heute auf 147,51 Euro. Baumwolle sank um -31,3% bzw. um -67,27 Cent. Der durchschnittliche Preis von 1960 bis 2007 lag bei nur 54,07 Cent.

Die immense Liquidität im System geschaffen durch die Geldpolitik in Folge der Wirtschafts- und Finanzkrise war eine der Ursachen für die Preisanstiege bei Aktien und Rohstoffen, ebenso eine erhöhte Nachfrage durch die boomenden Schwellenländer. Über die zahlreichen spekulativen Hedgefonds und über den Eigenhandel der Banken wurden Aktien und Rohstoffe hochgetrieben. Spekulative Wut kann sich auch in die andere Richtung entfalten, in sinkende Kurse, zumal wenn es immer offensichtlicher wird, dass die Wachstumskräfte der Weltwirtschaft sich abschwächen. Trotzdem kann es sich auch nur um eine Korrektur bzw. einen Abbau des spekulativen Überhangs handeln, denn letztlich werden die Notenbanken und Staaten bei schwächelnder Wirtschaft und schwachen Arbeitsmärkten dazu neigen bzw. gezwungen sein, mit laxer Geldpolitik und weiterer Verschuldung gegenzusteuern, die in eine weitere Geldentwertungsrunde münden wird. 

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de 

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