Skandalöse Arbeitslosenquoten

von am 1. März 2012 in Allgemein

Heute veröffentlichte Eurostat die saisonbereinigten Arbeitslosenquoten für die EU17 und die EU27. In der Eurozone und in der EU27 stieg die saisonbereinigte Arbeitslosenquote im Januar 2012 auf 10,7% bzw. auf 10,1%. Die 10,7% Arbeitslosenquote im Januar 2012 in der Eurozone ist die höchste Quote seit Bestehen der Gemeinschaft. Gravierend stellen sich weiter vor allem die hohen Arbeitslosenquoten in den Südperipherie-Staaten dar. So stieg die offizielle saisonbereinigte Arbeitslosenquote in Portugal im Januar auf 14,8% (+0,2 Prozentpunkte), in Italien auf 9,2% (+0,3 Prozentpunkte) und in Griechenland, die mit ihrer monatlichen Datenerhebung immer hinterherhinken, stieg die saisonbereinigte Quote für November auf 19,9% (+0,5 Prozentpunkte, jeweils im Vergleich zum Vormonat)! Die höchste Quote in der gesamten EU erzielte Spanien mit 23,3% (+0,2 Prozentpunkte zum Vormonat).

Die Arbeitslosenquoten in der Südperipherie der Eurozone steigen unaufhörlich weiter und sind ein klares Zeichen der Abwärtsbewegung der wirtschaftlichen Aktivität. Noch schlimmer stellen sich die Daten zur Jugendarbeitslosigkeit (unter 25 Jahre) dar. Die durch die Jugendarbeitslosigkeit generierte Perspektivlosigkeit für die Jugend der Südperipherie delegitimiert das ganze Wirtschaftssystem und den gemeinsamen Währungsraum. Das Korsett des Euro stranguliert die schwachen Volkswirtschaften und die Austeritätsmaßnahmen führen zu einer sich selbstverstärkenden Abwärtsspirale, welche sich eben auch in einer Perspektivlosigkeit für die Jugend dokumentiert:

Die Entwicklung der offiziellen saisonbereinigten Quote der Jugendarbeitslosigkeit in Portugal von Januar 2000 bis Januar 2012 im Chart. Im Januar 2012 stieg die Jugendarbeitslosigkeit um +0,1 Prozentpunkte zum Vormonat auf 35,1%. Dies markiert ein neues Allzeithoch!

Die Entwicklung der offiziellen saisonbereinigten Quote der Jugendarbeitslosigkeit in Italien von Januar 2000 bis Januar 2012 im Chart. Im Januar 2012 stieg die Jugendarbeitslosigkeit um +0,1 Prozentpunkte zum Vormonat auf 31,1%. Solche Niveaus wie in den letzten drei Monaten wurden zuletzt Mitte 1997 markiert.

Die Entwicklung der offiziellen saisonbereinigten Quote der Jugendarbeitslosigkeit in Griechenland von Januar 2000 bis November 2011 im Chart. Im November 2011 stieg die Jugendarbeitslosigkeit um +0,8 Prozentpunkte zum Vormonat auf 48,1%. Dies markiert ein neues Allzeithoch.

Die Entwicklung der offiziellen saisonbereinigten Quote der Jugendarbeitslosigkeit in Spanien von Januar 2000 bis Januar 2012 im Chart. Im Januar 2012 stieg die Jugendarbeitslosigkeit um +0,6 Prozentpunkte zum Vormonat, auf  49,9% und markiert damit ebenfalls ein neues Allzeithoch.

Dies sind Daten aus einer Versagerzone, statt Wertschöpfung, Jobs, Einkommen, Wohlstand und Frieden, generiert man den sozialen Abstieg, hohe Arbeitslosigkeit, Einkommensschwund, Armut, eine Erosion der Wertschöpfung und sät mit den gewählten Mitteln zur “Bewältigung” der Krise Zwietracht zwischen den Völkern. Eine Jugend der Südperipherie der Eurozone ohne jegliche Perspektive ist eine Schande für Europa.

Quelle Daten: Eurostat.ec.europa.eu/PDF: saisonbereinigte Arbeitslosenquoten Januar 2011 für die EU17 und die EU27, Eurostat.ec.europa.eu/Datenbank

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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37 KommentareKommentieren

  • underground - 1. März 2012

    Ich meine, durch den Euro, den ich schon mit Einführung im Jahr 2002 erleben durfte, ging ein Stück Leben aus dem Hause Europa verloren.

    Was mich zutiefst betrübt, das meine ich auch so, ist die immer weiter ausufernde Perspektivlosigkeit und die gestohlenen Zukuftspläne vieler junger Menschen, die selbst mit Hochschulstudium Probleme bekommen, eine solide Beschäftigung zu ergattern.

    Wohin führt uns diese Elitenmischpoke? Das Ziel der Einheit ist es sicherlich nicht, auch nicht der Wohlstand. Gauck hatte doch kürzlich verkündet, das wir ein Luxusproblem haben ( dieser Spinner ) und den Armen vorgeworfen ( indirekt ) sie hätten zu viele Ansprüche, denn in den 30ern des 20. Jahrhunderts wären mehr Menschen von Armut betroffen gewesen…naja, NeoCons geben sich gerne was drauf.

    Ich wundere mich schon nicht mehr, warum weltweit gegen die Missstände nicht konsequent vorgegangen wird. Vielleicht muss erst ein großer Knall kommen, um auch die letzten Gehirne mit der Wahrheit zu befüllen. Aber bis dahin wird noch einiges an Wasser den Rhein entlangfließen.

    Meine Solidarität gehört den Griechen und Spaniern ( und allen anderen EU-Bürgern ), die mutig und auch wenn es noch zuwenige Bürger sind, sich wehren; aber sie tun etwas. Das ist hier in Germania nicht der Fall und wird, wie auch der Streik in FFM belegt, gezielt unterdrückt ( ich fand keine Kommentare der Belegschaft, bzw. ein Interview mit denen wegen des Urteils ).

    • Lazarus09 - 1. März 2012

      Die Realitaet hat Orwells 1984 ueberholt … Rien ne va plus ;-)

      • Weltenbrand - 2. März 2012

        @ Lazarus09

        “Riens ne va plus” – Von wegen! Baumeln und Taumeln wie Sand am Meer!

  • underground - 1. März 2012

    Hallo Lazarus,

    da ist was dran. Wie ist denn die Stimmung in England? Nach den Riots scheint ja alles ruhig zu sein.

    • Lazarus09 - 2. März 2012

      Die Stimmung ist gereizt ..

      http://www.bbc.co.uk/news/uk-17188325

      Die Riots hatten nicht direkt mit der Politik zu tun sie waren eher die Antwort auf die asozialen Sparmaßnahmen der Regierung ..oder einfacher in den Problemvierteln haben die Leute die Schnauze voll..

  • M.U. - 1. März 2012

    “Die gestohlenen Zukunftspläne vieler junger Menschen, die selbst mit Hochschulstudium Probleme bekommen, eine solide Beschäftigung zu ergattern.”

    Meine Tochter kam letztens ganz betrübt mit einer 4 in Mathematik nach Haus. Ich sagte ihr mach dir nichts draus, die Zukunft gehört den einfachen Leuten und nicht den geistigen Selbstbefriedigern und Luftschlößchenerbauern.

    Berufe mit Zukunft:
    - Agrar
    - Pietät
    - Medizinische Pflege
    - einfachstes Handwerk

    Die Studierten von heute sind die Hunegrtoten der Zukunft. Die werden Schlange stehen um Spargel stechen gehen zu dürfen auf dem hungrigsten aller Planeten.

    • Weltenbrand - 2. März 2012

      @ M.U.

      “Ich sagte ihr mach dir nichts draus, die Zukunft gehört den einfachen Leuten…” – Nein, die “Zukunft” “gehört” Polio, Diphterie, Tetanus, Thypus, Ruhr ….

      • M.U. - 2. März 2012

        Deshalb die medizinische Pflege

      • Lothar - 2. März 2012

        Die Zukunft gehoert Leuten mit Dr. Titel in Marxismus-Leninismus denn das wird wiederkommen wenn der Kapitalismus zu brutal fuer die Menschen wird.

  • 2_Tone - 2. März 2012

    Diese Zahlen sind schon so hoch, dass man sich gar nicht mehr vorstellen kann, wie extrem die Verhältnisse am Arbeitsmarkt für die Jugendlichen in diesen Ländern sind. In Spanien und Griechenland ist das jeder Zweite, jeder Zweite einfach unfassbar. Man muss auf die Straße gehen und das mal durchzählen oder sich denken; Arbeit, keine Arbeit, Arbeit, keine Arbeit…. dann wird einem erst bewusst was das heißt. Zum Glück haben die Eltern dieser Leute “noch” genug Geld damit sie überhaupt noch ein Dach über ihren Kopf haben. Fragt sich nur
    wie lange noch.

    Hoff der Link funktioniert. Einige Bilder von der Demo am Mittwoch in Spanien. Die Medien berichten bei uns gar nicht darüber, das kann nur Absicht sein. Wir hören von Krawallen in Homs aber von diesen Demos in Europa kommt nichts!

    http://politica.elpais.com/politica/2012/02/29/album/1330525684_730439.html#1330525684_730439_1330538096

    • Lothar - 2. März 2012

      Naja wenn die unsere Studenquote haetten wuerde es fast auf deutsche Zahlen sinken, denn hier ist doch ein Studium haeufig auch erstmal nichts anderes als Flucht vor der Arbeitslosigkeit (bzw. Auszeit bis man weiss was man machen will). Erst mit ueber 25 wird dann langsam jeder Job genommen der ankommt da man das Geld braucht fuer den Start einer Familie etc.

  • underground - 2. März 2012

    Die Bilder der BBC Webseite sagen so einiges…unsere Zensurpresse hat dazu – wie auch zu den Protesten in Spanien und Portugal – nichts zu berichten. Move along – nothing to see here….verdammte Zensur.

    Oder wie unser Hosenanzug sagen würde – von China lernen….da keimt richtig Wut auf. Das Bild des Bärtigen mit dem Laptop hat was. Get of my land ( orf ? ). Solche Bilder bringt hier k e i n Senderchen. Die Berichterstattung über die Olympiade wird sicherlich spannend. Nur keine Kritik.

  • Roland - 2. März 2012

    Was kommt denn da auf leisen Sohlen:

    Auftragseingänge im deutschen Maschinenbau im Januar 2012 liegen 6% unter Vorjahresmonat.

  • Beobachter - 2. März 2012

    Mal was anderes, diese Geschichte hier könnte aussicht auf Erfolg haben: http://ddpberlin.wordpress.com/2012/02/29/srafanzeige-gegen-jeden-abgeordneten-der-fur-den-esm-vertrag-stimmt-jurg-jurgens/

    • ö.ä. - 2. März 2012

      Selbst wenn der ESM nicht ratifiziert wird und es dann woanders knallt, kommt es doch aufs Gleiche raus. Und wenn nicht ESM, dann überlegen sich die Strippenzieher etwas anderes oder denken Sie da anders?
      Ich glaube, der Karren fährt schon mit Vollgas an die Wand, wie soll das jemand aufhalten?

  • Weltenbrand - 2. März 2012

    “Eine Jugend der Südperipherie der Eurozone ohne jegliche Perspektive ist eine Schande für Europa.” – Ohne radikale Wertkritik und der damit untrennbar verbundenen Kritik der politischen Ökonomie hat niemand mehr weltweit eine Perspektive, sondern alle enden im Gattungsharakiri. Die “Herausgefallenen” sind weiter Warensubjekte – bloß ohne Waren.
    Sicherlich ist es richtig, die Funktionseliten anzugreifen – aber eben nicht mehr mit der Fixierung auf “immanente Partizipation” (auch wenn gesicherte Versorgung eine unabdingbare und vollkommen berechtigte Forderung ist), sondern nur im Rahmen einer diese Matrix eben hinter sich lassenden globalen Emanzipation von dem alles durchdringenden Verwertungszwang.

    Das größte Hindernis dabei ist jedoch nicht nur die zweifelsfrei zu erwartende brutale Gegenwehr der Funktionseliten, sondern die Ungleichzeitigkeit in den Köpfen, d.h, ein Mangel sowohl an Wissen als auch an “Akzeptanz”, dass Zwei plus Zwei Vier ergibt.

    http://www.exit-online.org/textanz1.php?tabelle=autoren&index=21&posnr=83&backtext1=text1.php

    http://www.math.uni-hamburg.de/home/ortlieb/WiderspruchStoffFormPreprint.pdf

    • Querschuss - 2. März 2012

      Hallo Weltenbrand,
      dies ist ein Wirtschaftsblog, der sehr kritisch aber seriös alle relevanten verfügbaren offiziellen Wirtschaftsdaten darstellt und somit einen Gegenpart zur teilweise oberflächlichen, verkürzten oder auf positive Headlines beschränkte Berichterstattung im Mainstream darstellt. Dies wird keine Plattform für radikale Wertkritik, auch nicht ein Marx-Forum, schon gar keine Plattform für Neoliberale, auch nicht für dogmatische Peak Oiler oder Pseudoanarchisten mit der Ausfahrt zu den Jägern und Sammlern fest im Visier. Wer Wirtschaftsdaten, Langfristdaten in Charts und meine unmaßgebliche Meinung dazu lesen möchte ist hier richtig, alle anderen stecken Erwartungen in Querschuesse hinein, die der Blog nicht erfüllen wird.

      Gruß Steffen

      • Weltenbrand - 2. März 2012

        @ Querschuss

        Natürlich sind empirische Daten wichtig – aber doch nur um das Mantra der “besten aller möglichen Welten” als das zu outen, was es ist: Pure Ideologie und totale Verdrängung.
        Ich habe bereits schon vor Jahren einige Projekte mit unzähligen micro- und macroökonomischen Empiriedaten verfasst – doch macht das bloße Herunterschreiben von Daten an sich keinen Sinn, wenn mensch es nicht in einen analytisch-logischen Zusammenhang stellt.
        Und da Du ja auch wertest, ist es doch wohl nur folgerichtig, dass Deine Wertung ebenso kritisiert wird.
        Wenn mensch sich die global-historische Entwicklung ansieht, so kann es doch wohl nicht darum gehen, denjenigen, die seit Jahr und Tag einen Stein mit der immer wiederkehrenden Aussage “Er fällt nicht” fallen lassen, in ihrem idotischen Treiben zu bestärken.
        Das wäre reiner “Wirtschafts-Journalismus” und Pseudo-Kritik à la FT, FTD, Handelsblatt etc..

        Also: Daten ohne deren Kritik sind Nullaussagen.

        http://www.opentheory.org/totentanz/

        • dank - 2. März 2012

          “Also: Daten ohne deren Kritik sind Nullaussagen.”

          Kann die Kritik von Steffen immer durchaus lesen, wenn eine angebracht ist. Denke, eine sogenannte Wert(e)kritik kann sich jeder selbst daraus ableiten.

        • Weltenbrand - 2. März 2012

          @ Querschuss

          P.P.S: Sind die Arbeiten von Claus Peter Ortlieb und Robert Kurz also nicht “seriös”?

          • Querschuss - 2. März 2012

            Hallo Weltenbrand,
            habe ich das behauptet? Nee, nur darauf hingewiesen das deine Erwartung an radikale Wertkritik von mir nicht erfüllt werden, denn mein Fokus liegt auf das Darstellen der Wirtschaftsdaten.

            Gruß Steffen

        • Querschuss - 2. März 2012

          Hallo Weltenbrand,
          wo ist das Problem, kannst doch gerne über meine Pseudo-Kritik hinausgehen und einen eigenen Blog schreiben.

          Gruß Steffen

        • dank - 2. März 2012

          “Dies sind Daten aus einer Versagerzone, statt Wertschöpfung, Jobs, Einkommen, Wohlstand und Frieden, generiert man den sozialen Abstieg, hohe Arbeitslosigkeit, Einkommensschwund, Armut, eine Erosion der Wertschöpfung und sät mit den gewählten Mitteln zur “Bewältigung” der Krise Zwietracht zwischen den Völkern. Eine Jugend der Südperipherie der Eurozone ohne jegliche Perspektive ist eine Schande für Europa.”

          Keine Kritik?!

          • Weltenbrand - 2. März 2012

            @ dank

            Kritik ist ihrem Wesen nach immer radikal – ansonsten ist es eine verkürzte Kritik, die eben ihren Gegenstand nicht vollständig erfasst und somit ihr Ziel verfehlen muss. Wer heute noch Wertschöpfung beschwört, hat das Wesen der kapitalistischen Produktionsweise offensichtlich nicht begriffen und öffnet den liberalen Konkurrenzpriestern Tür und Tor.

            • Querschuss - 2. März 2012

              Hallo Weltenbrand,
              wie sieht denn ganz konkret dein Gegenentwurf aus, so ganz ohne Wertschöpfung, Warenproduktion, Kapitalismus oder selbst einer akzeptablen Form einer sozialen Marktwirtschaft, die wir zugegeben momentan nicht haben?

              Gruß Steffen

  • M.E. - 2. März 2012

    Der Exodus insbesondere junger Menschen mit hoher beruflicher Bildung aus deisen Ländern wird sich weiter beschleunigen und die Problemländer unfähig machen, einen qualifizierten realwirtschaftlichen Aufstieg zu bewerkstelligen.
    Diese Länder sind die ersten Betroffenen des Epochenwechsels, der immer mehr Länder erfassen wird.
    In 20 Jahren (mal sehr reichlich gerechnet) ist dann die Schwäche der einen nicht mehr die Stärke der anderen. Die Südstaaten bieten uns einen Blick in unsere Zukunft der 20er und 30er Jahre.
    Dann allerdings nicht mehr mit diesen enormen Arbeitslosenquoten, weil z.B. die Landwirtschaft viele Millionen Arbeitkräfte benötigen wird.
    Nach den Löhnen fragt lieber nicht…

    • dank - 2. März 2012

      Der Lohn ist Freie Kost und Logis. Motto: “Wer nichts mehr hat, der braucht nicht mehr.”
      Für GR, P und S könnte das viel schneller zur Realität werden – einhergehend mit Rückfluss des Menschenmaterials (ManagNeuSprech 7.8) von Stadt zu Land. Der ist wahrscheinlich eh schon im Gange (FirstStep: Kinder zu Eltern) – hat sicher jemand mehr Wissen als ich.
      Allerdings würden sich alle Zahlen (BIP, Arbeitslose, etc pp) dann nicht mehr groß bewegen, da das dann nicht groß an den Staat gemeldet würde – das läuft nebenher und geht einher mit einem Einflussverlust des Staates, desto weiter die Ländereien von “Rom” weg sind.

    • Lothar - 2. März 2012

      Dann sag mir mal wo die alle hin sollen die jungen Menshen mit hoher beruflicher Bildung?
      Aus Spanien kamen gerade mal etwas unter 8000 Menschen im letzten Jahr. Das ist nicht die Hugenottische Voelkerwanderung ueber die wir reden.

  • dank - 2. März 2012

    Danke für die Links.

    @ 2_Tone & underground:
    Kommt immer drauf an auf welcher Seite der Glasscheibe wir stehen. Nach Meinung der unkritischen Medien regiert in Homs das (offensichtlich) Böse, in Spanien und Portugal ist doch alles in Ordnung…

    @Lazarus09
    “Die Riots hatten nicht direkt mit der Politik zu tun sie waren eher die Antwort auf die asozialen Sparmaßnahmen der Regierung ..oder einfacher in den Problemvierteln haben die Leute die Schnauze voll..”

    Weiß nicht, ob ich das so trennen kann. Unruhen in dem Ausmaß sind ein fundamentales Zeichen, dass etwas im Staate (und damit auch der Politik) nicht in Ordnung ist. “Asozialen Sparmaßnahmen” finden auch anderswo statt, mit ähnlichen Ergebnissen. Für mich erschließt sich ein Zusammenhang. Und wenn arab. Diktatoren mit dem Finger darauf zeigen, es verurteilen und sagen: Ihr seid auch nicht besser, liegt da auch ein Körnchen Wahrheit. Nur eine andere (und augenblicklich noch sanftere) Wahl der Mittel zur Beseitigung der Proteste, ist keine Verneinung des Missstandes. Und ebenso keine Rechtfertigung.
    Nur gehts nicht um einzelne Köpfe eines Systems, sondern in der westlichen Welt um die ganze Hydra.

    • Lazarus09 - 2. März 2012

      dank

      Darum sagte ich ja ” nicht direkt ” das war jetzt kein Aufstand gezielt gegen ein politisches Ereignis oder Handeln da gab es kein Programm oder Ziel …

      Auslöser war ein von den Bullen erschossener Drogen Dealer in einem Problemviertel bei einer Razzia .. nicht die teuflische Krise auch wenn es für uns verständlicher/angenehmer oder uns besser passen würde . Die Leute pfeifen auf den ganzen Scheiß die sind mit blankem Überleben beschäftigt ..so schaut’s Freunde

      * falls der Kommentar gelöscht werden soll,weil die Form nicht gefällt etc. Ich bin kein Freund von geschwollenem Scheinkompetenz suggerierenden Geschwätz bei dem normale Leute nach dem 3 Wort auf Durchzug schalten,nicht das ich das nicht auch könnte , bitte kurz Bescheid geben .. ich muss ja hier nicht schreiben ;.-)

      • dank - 2. März 2012

        Das mit der Polizei, Erschießen war soweit auf dem Schirm, an so ein mediales Großablenkereignis kommt ja kaum einer vorbei. ;-)
        Wie gesagt, hatte Dich schon soweit verstanden, aber sozialen Sparmaßnahmen lassen vielleicht auch den ein oder anderen Finger am Abzug schneller durchziehen und Exempel statuieren, ob dem ganzen Stress & Frustration der Polizeibeamten/-menschen wg. Kürzungen im persönlichen oder beruflichen Bereich. Schwer die Kausalität da zurechtzurücken.

        Wobei die Auslöser für Unruhen so ja meist “nicht direkt” mit der Entstehung eines Druckkessels zu tun haben. Siehe ehemals USA, Südafrika, …
        Meistens hats in irgendeiner Form mit Arbeit (-sverhältnisse/-slosigkeit/-sbedingungen/-sbenachteiligungen/-smöglichkeiten) zu tun.
        Nicht zuletzt auch deswegen wurde der Billiglohnsektor geschaffen. Arbeit heißt nicht umsonst acuh “Beschäftigung”. Machts einfach schwieriger sind in marodierende Banden zusammenzurotten oder einfach zu organisieren, wenn die Bevölkerung am besten 10 h am Tag (zu teils schlechten Konditionen) beschäftigt ist. In GR, P und S gehts eben jetzt schneller, da ist zur viel Zeit da… (Sicht der Politclowns)

        Von die Regierungen wäre ein hie und da heftiges Aufflammen von Unruhen eigentlich ja anzustreben – der Druck kommt aus dem Kessel – dann hartes entschlossenes Einschreiten und es kann wieder neuer Druck aufgebaut werden. Alternativ gibts so etwas wie EM, WM, Olympiade (Sportereignisse) oder medialen Schwachsinn zum Hochhypen (Bild macht Bl.d … Blind?) Das ists dann umgekehrt wie die momentane Politik uns suggerieren will: TATA-Prinzip (There Are Thousands of Alternatives!) frei nach Susan George.

        • Lazarus09 - 2. März 2012

          Eine gerechte Einkommensverteilung ist der Garant für sozialen Frieden …. an dem ist aber heuer nicht mehr interessiert ..

          • dank - 3. März 2012

            Doppelplusleider!

    • Weltenbrand - 2. März 2012

      @ henne

      Der Artikel ist wieder einmal das, was ich oben schon kritisiert habe: ein kritikloses Marktwirtschaftsmantra. Die für alle sichtbaren Phänomene werden wiedergekaut – um dann schlußendlich in die übliche Therapielitanei zu münden: Deregulierung und ein ‘Noch mehr’ an Konkurrenz bzw. die “Wiederherstellung der Konkurrenzfähigkeit”. Doch diese Forderungen sind im Kern nichts anderes als ein Fordern nach mehr Krieg und Vernichtung, da die “Konkurrenz” dem Wesen nach nichts als Krieg und Vernichtung ist. Nicht umsonst wird z.B. in Hinblick auf die Automobilindustrie schon seit geraumer Zeit von “Vernichtungskonkurrenz” geredet. Das ist zwar somit eine Tautologie, zeigt aber deutlich, wo und wie das Highlander-Programm endet.

      In den von mir verfassten Projekten habe ich abertausende Artikel der FT, FTD, Bloomberg, Handelsblatt etc. verarbeitet, immer blieb die “Kritik” in diesen Artikeln immanent , wie z.B. in der FTD vom 15.12.2004, wo es heißt (“Die Fed wird ihre Sprache bald ändern müssen“): „Ohne Vermögenspreisinflation und Kreditexpansion geht in den USA kurzum gar nichts.“ Es wird zwar die Tatsache festgestellt – die Ursache wird jedoch nicht hinterfragt, geschweige denn Konsequenzen gefordert. Dem Wesen nach ist dieses Verhalten das orwell’sche ‘Crimestop’ – die Verweigerung und Leugnung des Weiterdenkens.
      Mit solch einer “Wirtschaftsberichterstattung” wird die Menschheit ihrem blinden Amoklauf durch die Geschichte nie entwachsen.

  • titoslavija - 2. März 2012

    die jugendarbeitslosigkeit führt dazu, dass spanier nach lateinamerika auswandern, wie vor 100 jahren, die wandern sogar in länder wie bolivien oder peru aus, weil es dort arbeitsplätze für sie gibt und in spanien nicht.
    die portuguiesen wandern nach angola aus! auch nach brasilien, das geht ja noch, kann man verstehen. die griechen wandern nach australien genau wie die iren, die auch nach kanada und usa gehen.
    die jungen schlauen köpfe gehen weg genau wie aus meiner heimat dem balkan. ich hab schon wozu, dass in meiner heimat geführt hat, nicht fähige un sehr ungebildete(kriminelle) leute übernehmen hohe positionen und mit dem land geht es steil abwärts. die länder werden von der troika und dem IWF mit viel negativer energie aufgeladen, dass nur den unmoralischen menschen zu gute kommen wird und die werden die länder in noch größere tiefen führen.