Spanien: 1004,464 Mrd. Euro Nettoauslandsschulden!

von am 31. März 2014 in Allgemein

Wie die spanische Zentralbank (Banco de Espana) heute mitteilte, stiegen die Nettoauslandsschulden aller Sektoren der Volkswirtschaft (NIIP) in Spanien in Q4 2013 auf -1004,464 Mrd. Euro, nach -994,475 Mrd. Euro im Vorquartal und nach -954,503 Mrd. Euro im Vorjahresquartal. Dies entspricht einem neuen Rekord-Nettoauslandsschuldenstand. Im Verhältnis zum nominalen BIP dokumentieren sich nun -98,2% Nettoauslandsschulden, ebenfalls ein Rekordniveau. Mit -98,2% Nettoauslandschulden, gemessen am nominalen BIP, dokumentiert sich weiter eine de facto insolvente Volkswirtschaft. Es gibt eigentlich kein realistisches Szenario, wie Spanien unter dem Status Quo, mittels realwirtschaftlicher Leistungskraft diese enormen Nettoauslandsschulden abbauen könnte.

1aDie Entwicklung des Vermögensstatus (Net International Investment Position (NIIP)) aller Sektoren der spanischen Volkswirtschaft seit Q4 1992 bis Q4 2013 auf Quartalsbasis in Mrd. Euro im Chart. In Q4 2013 stieg die Nettoauslandsverschuldung auf -1004,464 Mrd. Euro und damit auf -98,2% des nominalen BIPs. Damit verschlechterte sich gemessen am BIP die Nettoauslandsverschuldung weiter und damit auch die Schuldentragfähigkeit aller Sektoren der Volkswirtschaft.

Das NIIP setzt sich zusammen aus dem Vermögensstatus aller Sektoren der Volkswirtschaft, so der öffentlichen Haushalte, von Privaten Haushalten und nichtfinanziellen Unternehmen, den Monetary Financial Institutions (MFIs – Bankensystem) und der spanischen Zentralbank. Das NIIP reflektiert den Saldo der  Auslandsforderungen und Auslandsverbindlichkeiten und damit die Vermögenssituation aller Sektoren einer Volkswirtschaft eines Landes und weist ein Nettoauslandvermögen oder eben auch Nettoauslandsschulden aus. Die Veränderungen des Saldos resultieren aus der Leistungsbilanz, respektive der Kapitalbilanz (als Stromgröße), aber auch aus der Entwicklung der finanziellen Vermögenswerte und der finanziellen Verbindlichkeiten (im Bestand).

Trotz aller vermeintlichen “Reformen”, Sparanstrengungen, interner Abwertung usw., …noch nie war die Schuldentragfähigkeit so mies wie jetzt! Querschuesse dokumentiert und begleitet seit vielen Monaten und Quartalen diese miese Entwicklung kritisch und entblößt anhand von vielen detaillierten Wirtschaftsdaten, die plumpe Propaganda vermeintlicher Fortschritte in Spanien, u.a. hier:
Spanien: ungebrochen im Krisenmodus
Spanien: Verbraucherpreise mit -0,2% zum Vorjahresmonat[L]
Spanien: Staatschulden der Zentralregierung Februar 2014[L]
Spanien: reale Einzelhandelsumsätze Februar[L]
Spanien: Anzahl der Hypothekenkredite mit -32,2%[L]
Spanien: Baugenehmigungen Januar 2014[L]
Spanien: Außenhandelsdaten für Januar 2014[L]
Spanien: Industrieproduktion unverändert schwach[L]
Spanien: Arbeitsmarktbericht Februar[L]
Spanien: Doubtful Loans bei 197,045 Mrd. Euro[L]
Spanien: Immobilienpreise mit -40,0%[L]

Wie man es auch dreht und wendet, von Fortschritten ist in der Summe der analysierten Daten wenig zu sehen, da ist das neue Rekordniveau bei den Nettoauslandsschulden nur ein passender Mosaikbaustein.

Zwar erzielte im Jahr 2013 die Leistungsbilanz einen Überschuss von +7,131 Mrd. Euro, nach einem Defizit von -11,519 Mrd. Euro 2012 und nach -37,766 Mrd. Euro im Jahr 2011 und dies ist sicher ein Fortschritt in einem Teilaspekt, nur entwickelte sich 2013 der Vermögensstatus als Bestand, als Saldo der Auslandsforderungen und Auslandsverbindlichkeiten (Nettoauslandsschulden) viel mieser, als es die Stromgrößen nahelegen würden.

1aDie Entwicklung der kumulierten Leistungsbilanz seit Januar 1990 bis Dezember 2013 in Mrd. Euro im Chart. In Punkto Leistungsbilanz gibt es zwar einen Fortschritt, nur dies ist ein ganz zartes Pflänzchen, immer noch beträgt das aggregierte Leistungsbilanzdefizit -726,169 Mrd. Euro seit Januar 1990 (-602,195 Mrd. Euro nur seit 2002)!

Den akkumulierten Leistungsbilanzdefiziten stehen entsprechende Nettokapitalimporte entgegen, welche die Nettoauslandsverschuldung Spaniens als Stromgröße bilden:

1aDie Entwicklung der kumulierten spanischen Leistungsbilanz (blau) und der kumulierten Kapitalbilanz (rot) seit Januar 1990 bis Dezember 2013 im Chart. Bis Dezember 2013 kumulierte sich ein Leistungsbilanzdefizit von -726,169 Mrd. Euro! Dieser Überschuss ging einher mit einem kumulierten Nettokapitalimport (Kapitalzufluss) von +603,209 Mrd. Euro!

Im Jahr 2013 wurde immerhin ein Leistungsbilanzüberschuss erzielt, in Höhe von +7,131 Mrd. Euro. Gleichzeitig kam es 2013 sogar zu einem Nettokapitalexport in Höhe von +25,509 Mrd. Euro, was als Stromgröße per Saldo die Nettoauslandsschulden hätte sinken lassen müssen, aber zugleich wies der Bestand an finanziellen Forderungen an das Ausland zum Ende 2013 einen Verlust von -102,245 Mrd. Euro, im Vergleich zum Vorjahr aus, während die Verbindlichkeiten gegenüber dem Ausland um -52,284 Mrd. Euro sanken, jeweils zum Vorjahr. Damit verzeichneten die Nettoauslandschulden per Saldo einen Anstieg von 49,961 Mrd. Euro zum Vorjahr.

1aDie Entwicklung der Auslandsforderungen (blau), der Auslandsverbindlichkeiten (rot) und der Nettoposition (grün) aller spanischen volkswirtschaftlichen Sektoren seit Q4 1992 bis Q4 2013 in Mrd. Euro im Chart.

Die Verluste im Bestand der Auslandsforderungen machten 2013, trotz zufließenden Strom (Nettokapitalexporte), die mühsam errungenen Fortschritte in der Leistungsbilanz mehr als nur zunichte!

Wie bereits in den letzten Jahren verzeichnete Spanien also Verluste im Saldo der Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber dem Ausland und ist damit einer der Verlierer an den Kapital- und Finanzmärkten.

In der Summe bleibt der Drops bei einer nüchternen Betrachtung der Fakten in Spanien gelutscht, das Korsett der gemeinsamen Währung dürfte Exporterfolge limitieren, fehlende Investitionen, interne Abwertung, das Desaster am Immobilienmarkt und im Bankensektor, dass hohe und immer noch steigende Volumen der faulen Kredite, die hohe Arbeitslosigkeit, die vielen in die Pleite getriebenen Selbstständigen und Unternehmen, überwiegen in der Gewichtung zu einer verbesserten Leistungsbilanz, welche bisher nicht mal dazu führte – die Nettoauslandsverschuldung abzubauen.

Quelle Daten: Bde.es/spanische Zentralbank/Portal

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

Querschuesse.de: Fakten, Daten und Analysen

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26 KommentareKommentieren

  • Dietmar - 31. März 2014

    Die müssen die Schulden gar nicht abbauen solange diese von Deutschland und später von der Druckerpresse finanziert werden. Das Thema Schulden abbauen steckt so “konservativ denkend” in den Köpfen, ist aber real gar nicht gewollt, da nirgends möglich.

    • Querschuss - 31. März 2014

      Auslandsschulden haben ein ganz anderes Gewicht als Schulden aus einer Innenfinanzierung. Ich würde bezweifeln, soweit es sich um Auslandsschulden außerhalb der Eurozone handelt, dass diese via Druckerpresse finanziert und refinanziert werden können :)

      Gruß Steffen

      • SoundMoney - 1. April 2014

        Die Schulden Spaniens sind aber großteils innerhalb der Eurozone. Das Geld wurde vom dummen Deutschen Michel zur Verfügung gestellt oder die Spanier haben es sich via Target2 einfach genommen,

        • Querschuss - 1. April 2014

          Hallo Sound Money,
          “Die Schulden Spaniens sind aber großteils innerhalb der Eurozone.” …Dies ist anzunehmen, detaillierte Daten dazu finde ich nicht, aber auch hier kann man sich nicht via Druckerpresse der Schulden entledigen, sogar die “Refinanzierung” aus dieser nimmt ab, die Target2 Verbindlichkeit ist rückläufig, “nur” noch 208,9 Mrd. Euro der spanischen Nettoauslandsschulden (1004,5 Mrd. Euro) waren Targetschulden. Die Bilanzsumme des Eurosystems ist seit vielen Monaten stark rückläufig, darunter auch die der spanischen Zentralbank, da wird nichts aus der Druckerpresse finanziert, überhaupt kein Vergleich zu den USA oder Japan.
          Quelle Targetanteil: http://www.bde.es/webbde/es/estadis/infoest/a1721e.pdf

          Konsum- und Importschrumpfung sind ja Teil der Strategie um die Leistungsbilanzen auszugleichen und natürlich schlägt diese Strategie auch in dem Teilaspekt fehl, wenn die Leistungsbilanzüberschüsse nicht zu sinkenden Nettoauslandsschulden führen wie bisher, sondern zu steigenden.

          Nicht zu vergessen, selbst die historisch niedrigen Zinsen helfen zwar die Schuldentragfähigkeit zu erhalten, aber Spanien finanziert sich primär über die Kapital- und Finanzmärkte und dies tut bei einem so gewaltigen ausstehenden Volumen weh. Nur für die Schulden der Zentralregierung in Madrid wurde 2013 ein Rekordzinsdienst von knapp 29 Mrd. Euro geleistet.

          Das sieht alles nicht gut aus und natürlich sind Nettoauslandsschulden einer Volkswirtschaft in Höhe von 100% des nominalen BIPs alles andere als KEIN Problem.

          Gruß Steffen

  • Hexer - 31. März 2014

    Schulden sind doch egal. Die EZB finanziert diese über die Geschäftsbanken zum “Nulltarif”. 10 jährige Spanienbonds liegen bei 3,22%. Ein historisches “Minimum”. Die Statistikämter errechnen üble Deflationsscenarien, somit werden die Zinsen der PIGS bis zum Erbrechen an oder unter die Nulllinie gedrückt. Fehlt nur noch Schäuble der sich auf die Schulter klopft und die Eurokrise zur Geschichte (v)erklärt. Die Rechnung wird dem Michl in 20 Jahren oder bei der nächsten Krise präsentiert.

  • M.E. - 31. März 2014

    In 20 Jahren werden noch ganz andere Rechnungen präsentiert.

  • Kaeufer - 31. März 2014

    Tja, was wird dem Michl denn wann präsentiert werden?

    Der Plan lautet offensichtlich, den Schuldenstaaten die Schulden durch eine Nullzinspolitik erträglich zu gestalten und die damit in der Regel einhergehenden inflationären Impulse durch restriktive Kreditvergabe (Bankenregulierung) zu beherrschen. Im Moment funktioniert das …

  • Dieter Schmitz - 1. April 2014

    Wieso hat man, bei all diesen miesen Fakten, das Gefühl, dass die Krise längst Geschichte ist, also vorbei ist?

    In Deutschland jedenfalls boomt die Wirtschaft.

    Die Automobilhersteller z.B. feiern Absatzrekorde, die teuren Mercedes-Modelle sind auf Jahre verkauft.

    An jeder Ecke und auf jedem kleinen Feld werden wie verrückt Häuser und Wohnungen gebaut, jedenfalls in NRW.
    Unvorstellbar, dass sich in einer wirklichen Krise junge Familien so etwas würden leisten können!

    • Markt - 1. April 2014

      “Unvorstellbar, dass sich in einer wirklichen Krise junge Familien so etwas würden leisten können!”
      Die “Leute/Jungen Familien” wissen nicht was sie tun und hoffen die Medienpropaganda von der “Besten aller Welten” wird bald real.

      Diese jungen Familien ordnen sich komplett den äußeren Einflüssen unter, lassen sich dabei sagen was Sie zu tun und zu lassen haben.
      Und ihre Ahnungslosigkeit, Obrigkeitshörigkeit und die mangelnde eigenständige Handlungsfähigkeit wird gerne genutzt um diesen Menschen zu sagen, wie man sie weiterhin zuverlässig im Hamsterrad hält.
      Verschulden im derzeitigen Umfeld wird dabei als ultimative Chance verkauft.
      Wehe, wenn diese Menschen die Erfahrung machen, dass Immobiliepreise auch fallen können.
      Was werden dann hochverschuldete Eltern tun, die 19-jährige Erzieherinnen fragen, was sie zu den eigenen Kindern sagen dürfen?
      Wer wird diesen Menschen dann die ultimativ richtige Lösung einflüstern?

    • Delta120 - 1. April 2014

      Es ist anzunehmen, dass in anderen Teilen der Eurozone dies anderes gesehen wird. Der “Boom” in Deutschland ist viel zu schwach (im besonderen mit Bezug auf den Arbeitsmarkt und Bezug auf die Gehälter der unteren 50%) um hier den anderen Ländern eine Hilfe zu sein.

      Die EU Wahlen im Mai werden daher die jetzige Führung, auf Grund ihres wirtschaftlichen Versagens, weg spülen.

    • Querschuss - 1. April 2014

      Hallo Dieter Schmitz,
      “An jeder Ecke und auf jedem kleinen Feld werden wie verrückt Häuser und Wohnungen gebaut, jedenfalls in NRW.”

      …Ein Blick auf die Langfrist-Datenreihe der Baugenehmigungen oder des Produktionsindex des Baugewerbes zeigt, von “verrückt” kann keine Rede sein. Nicht einmal wirklich von einer Bautätigkeit auf dem Niveau des langfristigen Durchschnitts.

      Aus dem frei zugänglichen Bereich:
      http://www.querschuesse.de/deutschland-baugenehmigungen-und-produktionsindex-baugewerbe/

      “In Deutschland jedenfalls boomt die Wirtschaft.” ….Aber sicher:
      http://www.querschuesse.de/deutschland-phanomenaler-boom/

      Hier noch zum deutschen BIP-Boom, detailliert:
      http://www.querschuesse.de/deutschland-bip-daten-q4-2013/

      Oder meinst du den Boom bei den Reallohnsteigerungen, von -0,1% im Jahr 2013 und damit immer noch unter dem Niveau der durchschnittlichen Reallöhne von 1992, ….TOLL!
      Hier als lange Datenreihe, direkt von Destatis:
      https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/VerdiensteArbeitskosten/ReallohnNetto/ReallohnindexXLS_5623209.xls?__blob=publicationFile

      Also immer schön an den Fakten orientieren und nicht am Wunschdenken :) ….falls du wirklich Interesse an realistischen Einschätzungen hast, orientiert an den Wirtschaftsdaten im langfristigen Kontext und mittels dieser eingeordnet, dann ein Querschuesse-Login erwerben und der Propaganda-Flut der Mainstreammedien ein Stückchen Realität entgegenstellen!

      Gruß Steffen

      • Dieter Schmitz - 1. April 2014

        @ Steffen

        Ich bin zur Zeit einfach viel zu knapp bei Kasse. Aber es ist Fakt, dass in meiner Umgebung wie wild gebaut wird.

        In meiner Nachbarschaft werden jetzt 121 neue Wohneinheiten gebaut. (Auf den Lärm und Dreck in den nächsten Jahren “freue” ich mich bereits.)

        • Querschuss - 1. April 2014

          Hallo Dietmar Schmitz,
          von betrachteten Aktivitäten in der Nachbarschaft lässt es sich nur bedingt auf gesamtvolkwirtschaftliche Entwicklungen rückschließen. Ich gehe davon aus, dass die 121 neuen Wohneinheiten in deiner Nachbarschaft ihren Weg über die Baugenehmigungen gegangen sind und sich der Baufortschritt im Produktionsindex des Baugewerbes für Deutschland widerspiegelt. In beiden Parametern lässt sich in Gänze nichts verrücktes oder wildes ablesen, sondern bestenfalls eine durchschnittliche Bauaktivität im Kontext der langen Datenreihe, einer Aktivität die genau genommen sogar unter dem Niveau in der alten Bundesrepublik der 70er Jahre liegt, siehe verlinkter Artikel mit den Charts.

          PS: “Ich bin zur Zeit einfach viel zu knapp bei Kasse.”…was soll das übrigens für ein merkwürdiger Wirtschaftsboom sein, wo selbst tendenziell Interessierte nicht Mal 5 Euro im Monat für Querschuesse übrig haben? :)

          Gruß Steffen

          • Dieter Schmitz - 1. April 2014

            @ Steffen

            Der Wirtschaftsboom ist an mir vorübergegangen. Kein Witz. Deshalb ärgere ich mich ja so.

            • Querschuss - 1. April 2014

              du bist nicht allein :) …es sind in Wirklichkeit Millionen und der “Boom” ist darauf ausgelegt, dass er an Millionen vorbei geht. Exportboom und Überschussboom implizieren, das Millionen in Deutschland nicht partizipieren. Wäre es anders wären die Überschüsse dahin und die Nettoexportwut gebändigt.

              Gruß Steffen

  • Dietmar - 1. April 2014

    Das EU Parlament hat nichts zu sagen. Die wissen nicht einmal was genau mit dem Freihandelsabkommen verhandelt wird. Alles geheim. Von daher sind die EU Wahlen nicht relevant.

    Die Ukraine Krise hat schön gezeigt wie sehr die USA Europa brauchen. Nicht ökonomisch, da ist es eher lästig, sondern rein militärisch. Europa wird benötigt und finanziert um die NATO strategisch auszuweiten. Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass die BRIC sich hier hinter Russland stellen.

    Und die 100 MRD, die druckt die FED in ein, zwei Monaten. Lächerlicher Betrag!

    http://research.stlouisfed.org/fred2/series/BASE/ Seit Januar geht es trotz tapering weiter steil bergauf.

    Es kann gar nicht mehr gebremst (oder gar Schulden abbauen) werden. Wir sind bereits in der letzten Phase der Hyperinflation. Es gibt für den Westen nichts mehr zu retten und zu sparen. Es fehlt nur noch der Auslöser, das Kind welches den Kaiser nackt erklärt.

    • Querschuss - 1. April 2014

      Hallo Dietmar,
      “Wir sind bereits in der letzten Phase der Hyperinflation.” …Na ja, die können die Notenbankgeldmenge aufblasen, wie sie wollen, zählen tut nur was am Ausgang der Geschäftsbanken für Kredite herausgereicht werden. Das sieht zwar in den USA besser aus, als in der Eurozone, wo sinkende Preise konform mit einem schrumpfenden Kreditvolumen an den Privatsektor gehen, aber auch in die USA ist von einer Hyperinflation weit entfernt.

      Bisher wirkt die Geldpolitik nur an den Märkten für Vermögenswerte inflationär, aber dies ist ja genau so gewollt, den Wealth Effect zu steigern, die Sinnhaftigkeit und Nachhaltigkeit dieser Geldpolitik sei mal dahingestellt.

      Gruß Steffen

      • Dietmar - 1. April 2014

        Die Hyperinflation wird alleine durch den Vertrauensverlust in die Währung entstehen, da braucht es keinen Boom bei den Krediten.

        • Querschuss - 1. April 2014

          Hallo Dietmar,
          das mag ja alles sein, war aber nicht mein Punkt, aktuell gibt es keine Hyperinflation, auch nicht in den USA, auf Grund von stockender Kreditvergabe in relevanten Teilen der Eurozone sogar eher leicht deflationäre Tendenzen, die mit schwachen nominalen BIP-Wachstum bzw. Schrumpfung einhergehen, flankiert von sinkenden Löhnen, sinkenden Konsum und Importen, alles abseits potentieller Inflationsgefahren.

          Die Produktionskapazitäten sind weltweit unausgelastet, das Arbeitskräftepotential ebenso. Eine Hyperinflation abseits dieser Fakten, nur ausgelöst durch den Abverkauf des Dollar sehe ich aktuell nicht, aber man muss ja nicht einer Meinung sein.

          Gruß Steffen

        • Dieter Schmitz - 1. April 2014

          @ Dietmar

          Es wird keine Hyperinflation geben. Warum auch?

          Aktuell brechen z.B. die Gold- und Silber-Preise sowie die Rohstoffpreise (Kupfer) ein. Wie soll das zu einer Hyperinflation führen???

  • Rolmag - 1. April 2014

    “An jeder Ecke und auf jedem kleinen Feld werden wie verrückt Häuser und Wohnungen gebaut, jedenfalls in NRW.”

    Nö! Jedenfalls weniger als vor ein paar Jahren und vor den Euro.

    Und wenn gebaut wird, dann weil Kapital da ist aber keine guten Anlageformen mehr.

    Die Welt geht aus den Fugen und diese idiotische Zonenregierung samt ihres Deutschlandchapters tut alles um den Vorgang zu beschleunigen.

    Weil sie ihren Schuldenvölkern keine allzu großen Abstriche zumuten wollten, geht die ganze Eurozone nun nach und nach vor die Hunde. Das Prinzip Deutschland zahlt für alle und alles macht die Sache schlimmer, da die Sorglosstaaten so nicht zur nötigen Einsicht ihres Fehlverhaltens gelangen, sondern dafür belohnt werden. So tun die erst recht nichts.

  • Holly01 - 1. April 2014

    Vielleicht ist noch nicht alles verloren. Wenn das Kabarret anfängt die Politik und ihre Strippenzieher tatsächlich inhaltlich vorzuführen und das geht über den Sender, dann könnte sich auch etwas bewegen:

    http://www.youtube.com/watch?v=R-16AZmdtW0

    • Dieter Schmitz - 1. April 2014

      Schon vergessen, dass sie bei der Wahl fast 50 % der Stimmen bekommen hat???

  • M.E. - 1. April 2014

    Soo´n Quatsch!
    Muttis kann man doch nicht absetzen. Die bleiben Muttis, so lange sie leben.

  • Kaeufer - 1. April 2014

    Ökonomie ist schon etwas Faszinierendes: Derzeit können gute Gründe sowohl für eine anstehende Deflation als auch für das krasse Gegenteil, eine (Hyper-)inflation, benannt werden.

    Was sagt uns das?

    Wir wissen zu wenig ..

    Der Ansatz von Steffen, die vielen eintreffenden Daten zeitnah und intelligent aufzubereiten, wirft dabei ein wenig Licht ins Dunkel.

    Sie zeigen, dass sich das System im Moment gerade wieder ein wenig stabilisiert. Dies kommt gerade recht, kann so doch das klägliche und teure Versagen bei der Entwicklung der ökonomisch nicht gerade unbedeutenden deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen ein wenig kaschiert werden.