Spanien: 24,44% Arbeitslosenquote in Q1 2012

von am 27. April 2012 in Allgemein

Spaniens wirtschaftliche Lage ist absolut brisant. Im Zuge der wirtschaftlichen Schwäche und der Sparmaßnahmen des Staates erschreckt der spanische Arbeitsmarkt weiter mit sehr schlechten Daten. Wie das spanische Statistikamt INE heute mitteilte, stieg im 1. Quartal 2012 die Zahl der Arbeitslosen um +365’900 zum Vorquartal und um +729’300 zum Vorjahresquartal auf 5,6395 Millionen und damit auf den höchsten Stand seit Beginn der Datenreihe mit vergleichbarer Methodik seit dem 2. Quartal 1987. Die Arbeitslosenquote zog auf unglaubliche 24,44% an, dies war der höchste Stand seit Q1 1994.

Die Entwicklung der Zahl der Arbeitslosen je Quartal seit Q2 1987 bis Q1 2012 im Chart. In Q1 2012 stieg die Arbeitslosenzahl auf 5,6395 Millionen an.

Die Entwicklung der Arbeitslosenquote seit Q2 1987 bis Q1 2012 im Chart. In Q1 2012 stieg die Arbeitslosenquote um +1,59 Prozentpunkte zum Vorquartal und um +3,15 Prozentpunkte zum Vorjahresquartal an, auf 24,44%.

Der spanische Arbeitsmarktbericht (Economically Active Population Survey (EAPS)) des Statistikamtes INE ist nicht mit den monatlichen Arbeitslosenzahlen des spanischen Arbeitsministeriums zu vergleichen, die nur die offiziell registrierten Arbeitslosenzahlen veröffentlichen. Die Daten des EAPS sind breiter gefasst und entsprechen in etwa der Haushaltsbefragung (Household Data) beim US-Arbeitsmarktbericht. Es werden 65’000 Spanier mit ständigem Wohnsitz ab 16 Jahre in einer Umfrage zu ihrem Arbeitsmarkt-Status befragt. Alle Arbeitnehmer über 16 Jahre gelten als beschäftigt, wenn sie in der Berichtswoche mindestens 1 Stunde gegen Entgelt gearbeitet haben, auch die in der Landwirtschaft, bezahlte mithelfende Familienangehörige, Arbeitnehmer in privaten Haushalten, Unterbeschäftigte, ebenso Arbeitnehmer bei Abwesenheit durch Krankheit, Unfälle, Urlaub oder Mutterschutz . Selbst bei Abwesenheit eines Arbeitnehmers durch ein Sabbatical, zur Pflege eines neugeborenen Kindes, bei Saisonarbeit, Arbeitsausfällen bei schlechten Wetter (Bau), Teilabschaltung aus technischen oder wirtschaftlichen Gründen in den Betrieben, Streik oder Arbeitskampf, bei Aus- und Weiterbildung außerhalb des Betriebes, bei Abwesenheit aus persönlichen Gründen oder familiären Verpflichtungen gelten Arbeitnehmer als beschäftigt, wenn der Arbeitgeber ihnen mindestens 50% ihres Gehalts zahlt oder innerhalb von 3 Monaten wieder die Arbeit aufgenommen wird.

So weich diese Erhebung auch ist und damit auch noch kräftiges Beschönigungspotential beinhaltet, die erfasste Arbeitslosenzahl greift trotzdem höher, als die der rein Registrierten bei spanischen Arbeitsämtern. Diese Erhebungsmethodik wirft auch einen Blick auf die Qualität der Jobs, denn neben den 5,6395 Millionen Arbeitslosen galten in Q1 2012 weitere 2,506 Millionen als Teilzeitbeschäftigte und 3,425 Millionen als temporär Beschäftigte (Saisonarbeiter)!

Die erwerbsfähige Bevölkerung ab 16 Jahre mit 38,497 Millionen in Q1 2012, die Erwerbsfähigen ab 16 Jahre – die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen mit 23,073 Millionen, die Zahl der Beschäftigten mit 17,433 Millionen, die Zahl der Arbeitslosen mit 5,639 Millionen, die Zahl derjenigen, die dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen mit 15,421 Millionen, die Erwerbsquote mit 59,94% und die Arbeitslosenquote mit 24,44% in der Tabelle und die dazugehörige prozentuale Veränderung zum Vorquartal.

Die Arbeitslosenzahl wird nur aus den Erwerbsfähigen ab 16 Jahren, die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen und den Beschäftigungszahlen errechnet (Active Population – Employed) und damit die Arbeitslosenquote aus dem Verhältnis von Unemployed zur Active Population. All diejenigen, die in der Rubrik Inactive (Erwerbsfähige ab 16 Jahre, die dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen) verbucht werden, spielen bei der Ermittlung von Arbeitslosenzahl und -quote keine Rolle.

Es besteht eine Ähnlichkeit der Art der Erhebung der Daten durch INE in Spanien, zur Haushaltsbefragung des Bureau of Labor Statistics in den USA. Die spanischen Arbeitsmarktdaten sind aus statistischer Sicht vergleichsweise ehrliche Daten, denn Spanien kaschiert seine desaströsen Arbeitsmarktdaten nicht wie die USA mit Hilfe von Not in Labor Force, sondern die Entwicklung der spanischen Version Inactive verläuft erstaunlich stabil:

Die Entwicklung der Erwerbsfähigen ab 16 Jahre, die dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen, aus der Rubrik Inactive seit Q2 1987 im Chart. In Q1 2012 standen 15,421 Millionen erwerbsfähige Spanier dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung, relativ stabil seit vielen Jahren. 

Die Entwicklung der spanischen Beschäftigtenzahlen seit Q2 1987 bis Q1 2012. In Q1 2012 sank der Stand der Beschäftigung um -374’300 zum Vorquartal und um -718’715 zum Vorjahresquartal, auf 17,433 Millionen.

Gemessen am Employment Population Ratio, dem Verhältnis der Beschäftigten zur erwerbsfähigen Bevölkerung ab 16 Jahren, sieht die Lage in Spanien dramatisch aus. Nur noch 45,3% betrug der Anteil der Beschäftigten an der gesamten erwerbsfähigen Bevölkerung ab 16 Jahren in Q1 2012 :

Die Entwicklung des spanischen Employment-Population Ratio, im Chart seit Q2 1987, also das Verhältnis der Beschäftigten zur Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter ab 16 Jahren sank in Q1 2012 auf 45,3%, nach 46,3% im Vorquartal und nach 47,1% im Vorjahresquartal.

Die Erwerbsquote in Spanien verläuft stabil und betrug in Q1 2012 59,94%. Die Civilian Participation Rate (Erwerbsquote) dokumentiert die Zahl der Erwerbsfähigen, die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, im Verhältnis zur gesamten Erwerbsfähigen Bevölkerung ab 16 Jahren und zeigt, dass es zumindest nicht wie in den USA zu einer gravierenden Verzerrung von Arbeitslosenquote und -zahl kommt, durch eine angebliche Explosion derer, die angeblich dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen, siehe Rubrik Inactive in Spanien und Rubrik Not in Labor Force in den USA :

Die Erwerbsquote (Civilian Participation Rate) aus der Active Population (Arbeitskräfte, die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen) und der erwerbsfähigen Gesamtbevölkerung ab 16 Jahre) lag in Q1 2012  unverändert bei 59,94%! Im Vorjahresquartal waren es 59,88%. Im Chart die Daten von Q2 1987 bis Q1 2012.

Die offiziellen spanischen Arbeitsmarktdaten sind desaströs! Ohne Jobs und den Einkommen daraus, bleibt der Ausgang aus der Schuldenkrise versperrt, gerade weil in Spanien auch die sehr hohe private Verschuldung drückt.

Quelle Daten: Ine.es/PDF spanischer Arbeitsmarktbericht Q1 2012, Ine.es/Datenbank

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27 KommentareKommentieren

  • Novosibirsk - 27. April 2012

    >Die offiziellen spanischen Arbeitsmarktdaten sind desaströs! Ohne Jobs und den Einkommen >daraus bleibt der Ausgang aus der Schuldenkrise versperrt, gerade weil in Spanien auch die sehr >hohe private Verschuldung drückt.

    Von Spaniern weiss ich, das etwa die Hälfte dieser ‘Arbeitslosen’ illegal beschäftigt ist um Steuern zu sparen. Ob dies eine überzogene Behauptung ist, kann ich nicht bewerten.

  • Mark - 28. April 2012

    @Novosibirisk

    ich kenne das aus Kroatien offizielle Arbeitslosenquote 20.1 % rechnet man jedoch all die Leute ab die der Schwarzarbeit nachgehen kommt man auf +/- 10 % Arbeitslosen.Ich war in Spanien Barcelona dort wird die reale Arbeitslosenquote auch um die 10 % liegen wenn man all die Beschäftigten abzieht die schwarz arbeiten.

    • Querschuss - 28. April 2012

      Hallo Mark,
      “……rechnet man jedoch all die Leute ab die der Schwarzarbeit nachgehen kommt man auf +/- 10 % Arbeitslosen.” ….Wie rechnet man das und anhand welcher Datenbasis, das ist pure Interpretation, Meinung, Stimmung usw. Der steile Anstieg der Arbeitslosigkeit ist mit Sicherheit nicht auf kollektives Selbstkündigen zurückzuführen, weil diese Arbeitnehmer plötzlich diesen Weg erkennen um Steuern zu sparen.

      Gruß Steffen

      • mitwisser - 28. April 2012

        sehe ich ähnlich. denn diese schwarzarbeit wird in den meisten fällen dazu dienen sich noch was dazu zu verdienen um die elementarsten bedürfnisse befriedigen zu können. aber ein freiwilliges modell wird das in den wenigsten fällen sein. der normalo bevorzugt dann doch das regelmässige einkommen. und soviel schwarzarbeit wie angeboten, wird auch in spanien kaum nachgefragt.

    • Canpichurri - 28. April 2012

      @ Mark + Novosibirsk

      Natürlich gibt es einen Anteil an Schwarzarbeit untern den sog. Arbeitslosen in Spanien. Andernfalls hätten wir hier auch schon eine derbe Hungersnot im Lande. Nur 24 Monate währt das Arbeitslosengeld, danach gibt es noch 6 Monate eine Art Arbeitslosenstütze i.H.v. ca 400 Euro, danach ist “zero”. Da der Anteil an Langzeitsrbeitslosen konstant steigt, muss also davon ausgegangen werden dass diese – wenn sie nicht verhungern sollten –
      (a) nicht deklarierte Einkommen haben (aus An- und Verkauf von Waren z.B. oder einer Schwarzarbeit nachgehen
      (b) die Famile die Stütze darstellt (kenne selbst mehrere Fälle)
      (c) auf Erspartes lebt (das gilt aber nur für die Wohlhabenden)

      Die Situation ist sehr angespannt – das merkt man jeden Tag. Und jeden Moment kann ein Funke einen Flächenbrand aulösen.
      Jetzt wurde angekündigt die MwSt (z.St. bei 18%) zu erhöhen und weitere Steuern zu erheben. Das alles wird in weiter fallenden BIP und steigende Arbeitslosenzahlen enden. Spanien ist heute ein Zombie, der nu noch von der EZB künstlich ernährt wird und so überlebt.

      • Querschuss - 28. April 2012

        Hallo Canpichurri,
        na sicher gibt es Schwarzarbeit, wie überall, aber das dürfte nicht ein dominierender Faktor sein und in einer Rezession sinken auch die Möglichkeiten der Schwarzarbeit und erst recht die dabei erzielten Einkommen.

        Schwarzarbeit ist eines von hunderten untergeordneten Problemfeldern, wie öfters mal im Kommentarbereich imlizieren die Statements, in dem Fall von Mark + Novosibirsk, dass diese untergeordneten Probleme ein vordergründiges Problem wären und dies ist ganz klar nicht der Fall.

        Gruß Steffen

  • bauagent - 28. April 2012

    @Novosibirsk

    Dass die Hälfte der Arbeitslosen in Spanien illegal beschäftigt sein sollen, halte ich für ein Gerücht.

    Ich habe in Zaragoza ein paar Verwandte ( u.a. Bruder ) die sagen, dass sie schon seit Jahren eine Art Doppelarbeitsplatz-Effekt haben. Weil beispielhaft der Friseur von seinem Hauptarbeitsplatz nicht mehr leben kann, schneidet er am Abend im Altenheim gegen Cash.

    Illegal Beschäftigte gibt es in Spanien genauso viel, wie in den anderen Krisenländern. Sie beeinflussen die obigen Zahlen wohl nur marginal.

  • SLGramann - 28. April 2012

    Ich halte die These von Novosibirsk für glaubhaft. Denn bei einer realen Arbeitslosigkeit von 25% wäre der soziale Frieden wahrscheinlich nicht mehr aufrecht zu erhalten.

    Dennoch dürfte es richtig bleiben, dass 1.) die reale Arbeitslosigkeit steigt – Schwarzarbeit hin oder her, 2.) die Schwarzwirtschaft im Schnitt keine sonderlich guten Einkommen und insbesondere keine Sozialleistungen bieten kann, 3.) die Schwarzwirtschaft dem Staatshaushalt Mittel entzieht, 4.) bei einer Kontraktion der gesamten Wirtschaft auch die Schwarzwirtschaft schrumpfen wird, 5.) Einkommen aus der Schwarzwirtschaft kaum beleihungsfähig sein dürften und einiges mehr.

    Die Situation in Spanien ist ein Desaster und die Immobilienblase ist noch lange nicht wirklich geplatzt. Die Preise sind bisher nur wenig zurück gekommen.
    Würde man hier mal ehrlich rechnen und dann die spanischen Banken rekapitalisieren, müsste der spanische Staat ganz bestimmt einen Schuldenstand von weit über 100% des BIP ausweisen.

    Das alles wird nur aufgeschoben. Die Wahrheit wird aber demnächst sichtbar werden und dann muss Spanien in die Pleite oder wir bekommen über den ESM die Eurobonds und gehen bei der realen Aufschuldung der Eurozone in die nächste Runde des Wahnsinns.

    • georg - 28. April 2012

      und was machen die schwarzarbeiter ? Häuser, Strassen, Brücken bauen ??
      gruss georg

      • Querschuss - 28. April 2012

        Hallo Georg,
        nee, “steigern” die realen Einzelhandelsumsätze, auch im März 2012 den 21. Monat in Folge im Vergleich zum Vorjahresmonat im Minus, diesmal mit -3,9%. Immerhin real -22,4% zum Allzeitoch im März 2007. Und kaufen PKWs, im März 2012 mit -48,48% untem Allzeithoch von März 2006.

        Gruß Steffen

      • mitwisser - 28. April 2012

        der klassische spanische schwarzarbeiter ist hilfshandwerker rund ums haus rum oder in der gastronomie. aber die nachfrage hat auch hier ihre grenzen, so dass viele spanier nun wirklich richtig nackig dastehen.

    • Canpichurri - 28. April 2012

      >>Würde man hier mal ehrlich rechnen und dann die spanischen Banken rekapitalisieren, müsste der spanische Staat ganz bestimmt einen Schuldenstand von weit über 100% des BIP ausweisen.<<

      Der wahre Schuldenstand von Spanien liegt ohne diese genannten Massnahmen schon bei ca. 95 %, nur wird das immer schöngerechnet.

  • M.E. - 28. April 2012

    Wenn sich die Arbeitslosenquote innerhalb von 4 Jahren verdreifacht – von 8% auf fast 25% – ist wohl kaum damit zu rechnen, dass im Gegenzug die Schwarzarbeit ebenfalls explodiert ist.
    Es ist eher damit zu rechnen, dass das nachgefragte Schwarzarbeitsvolumen im Rahmen der realwirtschaftlcihen Krise kaum gestiegen ist. Denn nur eine prosperierende Wirtschaft schafft auch zusätzliche Nachfrage nach Schwarzarbeit.
    Noch helfen in Spanien die meist realtiv intakten Familienstrukturen, den aus der stark steigenden Arbeitslosigkeit entstehenden Armutseffekt etwas abzuschwächen, jedenfalls in vielen Fällen.
    Aber dieser im Sinne gesellschaftlicher Stabilität positive Effekt wird wohl geringer werden, wenn dieses extreme Niveau der Arbeitslosigkeit längere Zeit bestehen bleibt oder sich gar weiter erhöht.
    Ich denke schon, dass es auch in Spanien zu stärkeren Revolten kommen wird in den nächsten Jahren, zumal ja hauptsächlich die junge Generation betroffen ist von der Perspektivlosigkeit.

  • unaufgeregt - 28. April 2012

    Selber schuld – nach der Überzeugung von Merkel/Schäuble hätten alle Spanier genügend Arbeit wenn sie nur nicht so überzogene Ansprüche stellen würden. Bei einem Stundenlohn von 2 bis 4 Euro wären alle beschäftigt und die Wirtschaft würde “brummen”, d. h. die Unternehmen würden wieder ordentlich Gewinne machen und das nützt bekanntlich doch allen!

    • JH - 28. April 2012

      Naja 4 Euro Stundenlohn ist aber auch ein bißchen viel – bei 4 Euro Stundenlohn würden die Konzernstrategen die Arbeitsplätze von Spanien wieder nach Deutschland verlagern – hier sind 1,80 Euro Stundenlohn problemlos möglich.
      Mir ist ein Unternehmen bekannt, das Menschen im Rahmen einer üblichen “Geringfügigen Beschäftigung” anstellt, dann nur Löhne in Höhe der Zuverdienstmöglichkeit neben der Arbeitslosengeld II Regelleistung zahlt und dadurch, daß die “Geringfügig Beschäftigten” häufig mehr Arbeitsstunden leisten als vereinbart und erlaubt, in der Hoffnung sie bekommen irgendeine bessere berufliche Perspektive, ergibt sich ein Stundenlohn von 1 bis 2 Euro.

      • leslie - 28. April 2012

        ´´hier sind 1,80 Euro Stundenlohn problemlos möglich.´´

        Sag mal wo?

        Brennt bestimmt gut.

        Mfg

        • Lothar - 28. April 2012

          Auch in der Hotelreinigung ist es schon mal auf 2 Euro gekommen, war dann auch in den Massenmedien. Stichwort: Kein Stundenlohn sondern pro Zimmer Bezahlung.

      • Aber - 28. April 2012

        Also in der Landwirtschaft/Gemüsebau sind 2 Euro Stundenlöhne auch üblich.
        Und man darf noch Miete an die netten Arbeitgeber zahlen für einen Metallcontainer, der wenn man Glück hat nicht mal ein Fenster hat. Herrliches Wohnklima v.a. im Sommer bei voller Sonne.
        Aber das weiß natürlich niemand. Ist total unbekannt was da passiert.
        Ja, Deutschland ist spitze!

        • klaus - 29. April 2012

          Landwirtschaft / Hotelreinigung 2 Euro die Stunde?
          Und beim Winzer.

          Wie reagieren die, wenn die Berufsgenossenschaft Gaststätten
          /Landwirtschaft erfährt, das Sie Leute beschäftigen?

          Es ist immer interessant, wie manch Choleriker explodiert.

          Die Berufsgenossenschaft mag solche Hinweise.
          Auch beim Bau.
          Das gibt fette Nachzahlungen.

          ;)

    • Canpichurri - 28. April 2012

      Falsch! Der Stundenlohn hat nur marginal Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit – denn sonst müsste Norwegen und die Schweiz die höchsten Arbeitslosenzahlen der Welt haben. Es geht auch darum, was für Produkte erzeugt werden. Spanien erzeugt vornehmlich landwirtschaftliche Produkte für den Export. (neben Autos), der Rest ist inlandsbezogen. Somit kann die reine Verringerung der Stundenlöhne keine Wettbewerbsfähigkeit bringen – man muss auch entsprechende Produkte erzeugen, die im Ausland entsprechenden Absatz finden. Aber diese ist ein langer Weg, der noch nicht einmal im Ansatz beschritten wurde.

  • ZY51 - 28. April 2012

    Ja, deswegen gehen Polen und Rumänen zwischenzeitlich lieber in die Niederlande und nach Frankreich zum Spargelstechen und Gemüsepflücken und in Deutschland herrscht Fachkräftemangel allerorten….

    • aquadraht - 29. April 2012

      Der Fachkräftemangel existiert nur in der Phantasie der Mietmäuler der Unternehmer. Dabei geht es darum, die Löhne der Fachkräfte, die jetzt schon unter Druck sind, mit Billigimporten weiter zu senken.

      a^2

  • Tourist - 29. April 2012

    Dieser lächerliche Joker der “Schwarzarbeit” zur Behauptung, dass ja alles ga rnicht so schlimm sei!

    “und was machen die schwarzarbeiter ? Häuser, Strassen, Brücken bauen ??

    Hallo …,
    nee, “steigern” die realen Einzelhandelsumsätze, auch im März 2012 den 21. Monat in Folge im Vergleich zum Vorjahresmonat im Minus, diesmal mit -3,9%. Immerhin real -22,4% zum Allzeitoch im März 2007. Und kaufen PKWs, im März 2012 mit -48,48% untem Allzeithoch von März 2006.”

    Damit ist wohl zu dem Thema alles gesagt!

  • Tourist - 29. April 2012

    “Der steile Anstieg der Arbeitslosigkeit ist mit Sicherheit nicht auf kollektives Selbstkündigen zurückzuführen,”

    So is es!

    Davon abgesehen gibt es gewisse Vorzüge eben nicht schwarz zu arbeiten aus Arbeitnehmerseite. Bspw. Arbeitsschutzgesetze, auch versicherungsstechnische Gründe sprechen dagegen! Weiterhin sind in den meisten Ländern Niedriglohnsektoren durchaus ne Option keine amtlichen Abgaben machen zu müssen, bspw. steuerfreie Mindesteinkommen. Wozu also schwarz arbeiten? Wenn überhaupt Schwarzarbeit befördert wird, dann von so mancher Arbeitgeberseite; weil entweder keine anständigen Lohnformen gezahlt werden können bzw. wollen – oder, weil sie zu doof sind ne ordentlich Buchführung aufzubauen!

  • dank - 29. April 2012

    Klar – Schwarzarbeiter aus Madagaskar überfluten Europa und auch alle Einheimischen wollen nur noch eins: Schwarzarbeiten ohne Sozial- und Altersvorsorge. Das ist die Lösung – gleich morgen werd ich am Marktplatz vor dem Brunnen stehen und meine Schwarztagelöhnerstelle antreten – endlich ganz offiziell wieder Knecht und Magd – ja es geht eben doch nichts über die guten alten Zeiten. Was wohl die Schwarzafrikaner dazu sagen und jetzt: Europa schafft sich ab – oder wie? Oder “schafft an” – oder was kommt als nächstes?! Logo – eigentlich stehen die alle in SP voll in Brot und Lohn und verdienen 175 % eines durchschnittlichen Deutschen Michels. So und jetzt alle auf die Barrikaden und die Flieger schnell auf Spanien geschickt zum Abholen des Wohlstands, weil es denen ja so glänzend geht… Und wenn schon, dann arbeiten da einige schwarz – hab aber noch nirgends mitbekommen, das der Maurer Luftschlösser baut, wenn er zur Arbeitszeit stempelt und er mit 20 anderen Kollegen im Kaff arbeitslos ist. Auftraggeber wäre hier übrigens der schwarzarbeitende Einzelhändler… ?!

    Nur zur Erinnerung – Ratings S&P Spanien ~ 3 Jahre
    10.01.2009 – AAA –> AA+
    28.04.2010 – AA+ –> AA
    14.06.2011 – AA –> AA-
    13.01.2012 – AA- –> A
    26.04.2012 – A –> BBB+

    11.11.2011 Frankreich wird versehentlich von der Bestnote herabgestuft, nach zwei Stunden wird der Fehler berichtigt. Blöd, wenn Praktikanten den Jobs der Koksnasen machen…
    13.01.2012 AAA –> AA+
    Wie wäre es am FR 11.05.2012 (oder MO 11.06.2012) mit AA+ –> A (Das eMail der Abstufung liegt bereits seit 6 Monaten vor und wurde auch damals gleich verschickt) Und es hieß, dass bis zu den Wahlen der Burgfrieden herrscht… Mehr nicht.

    Wenn Ehrlichkeit zum Klumpfuß wird
    Die Ratings sind bereits lange zuvor berechnet. Allerdings sind diese auch nicht unberechtigt. Den Regierungen kommt nur nicht gelegen, was in der Antike gang und gäbe war: Der Überbringer schlechter Nachrichten wurde getötet. Versucht wurde es im Fall der Ratingagenturen, aber da hängt den Stars von Europa der A*sch zu weit unten. 300 Mio für das Gründen einer europäischen Agentur halt ich für pure Schwachsinnigkeit vor dem Herrn. Danke RB, für die selbstlose Hilfe – das ist doch mal eine tolle Idee – nur was macht Ihr, wenn Ihr zum gleichen Ergebnis kommt?! Dazu wird hier nicht nur ein Unternehmen “beraten” sondern ganze Unternehmensländer – prima.
    http://www.welt.de/wirtschaft/article106233121/Europaeische-Ratingagentur-steht-vor-der-Gruendung.html
    Praktisch diesmal: Kleine Wirkung, großer Schaden. Alles aus einer Hand.
    Dabei wäre es doch so einfach eben Egan-Jones aus den Klauen der SEC zu befreien und zu europäisieren – doch leider sind die eben anscheinend wirklich ehrlich, wenn denen die SEC so auf die Eisen steigt – Hut ab vor so viel Mut und Leicht(sinn/füßig)keit von Egan-Jones – egal was danach durch den Mainstream verbreitet wird. Wie konnte Egan-Jones überhaupt mit seinen 15 Analysten zu so genauen Ergebnissen kommen, wie die großen Agenturen – noch dazu Monate vorher?! Hex-hex!!! Bibi Blocksberg lässt grüßen oder ist das einfach gar keine Zauberei und könnten das auch vier Lehrlinge mit Rechenschieber machen, was Millionen kostet?
    http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-dienstleister/ratingagentur-sec-nimmt-egan-jones-unter-lupe/6533064.html

    Die amerik. Agenturen haben Recht, aber lassen sich als Machtinstument zur Rettung der Weltlei(d/t)währung Dollars (eigennützig) missbrauchen, anstatt selbst zu agieren. –>
    USA und GB etc pp…