Spanien: extrem kritische Lage des Bankensektors

von am 17. März 2012 in Allgemein

Die Daten der spanischen Zentralbank (Banco de Espana) für Februar 2012 Financing in the Eurosystem (February 2012) verbargen neben den Average of Daily Data des spanischen Target2 Saldos noch weitere brisante Daten. Bereits vor LTRO2 stiegen die Nettoforderungen der Banco de Espana gegenüber den spanischen Kreditinstituten auf ein neues Rekordhoch. Im Februar 2012 betrugen die Nettoforderungen durchschnittlich 152,432 Mrd. Euro. Die Nettoforderungen gegenüber den spanischen Kreditinstituten sind die Kreditgewährung aus den geldpolitischen Operationen der spanischen Zentralbank an heimische Kreditinstitute, abzüglich der Einlagefazilität spanischer Banken bei der spanischen Zentralbank. Die Explosion der Nettoforderung weist auf ordentlichen Stress im spanischen Bankensystem hin und auch auf Kapitalflucht aus ihm.

Die Entwicklung der Nettoforderungen der spanischen Zentralbank gegenüber den spanischen Kreditinstituten seit Januar 1999 bis Februar 2012 im Chart. Im Februar 2012 stiegen die Nettoforderungen auf 152,432 Mrd. Euro, nach 133,177 Mrd. Euro im Vormonat und nach 49,268 Mrd. Euro im Vorjahresmonat.

In Spanien werden von den Banken die im Eurosystem gezogenen Kredite fast vollständig “verwertet” und kaum der Einlagefazilität zugeführt. Von einer in Anspruch genommenen gesamten Kreditgewährung an die Banken in Höhe von durchschnittlich 172,097 Mrd. Euro landeten im Februar durchschnittlich nur 19,665 Mrd. Euro in der Einlagefazilität der Banco de Espana. Aber die Daten zeigen noch gravierenderes, denn festhaltenswerte 47,33% der gesamten Nettoforderungen des gesamten Eurosystems (Kreditgewährung aus den geldpolitischen Operationen minus Einlagefazilität) bestand im Februar 2012 nur gegenüber spanischen Banken und dies steht für die brisante Lage im spanischen Bankensystem!

Die Entwicklung der Nettoforderungen des Eurosystems gegenüber den spanischen Kreditinstituten in Prozent zu den gesamten Nettoforderungen des Eurosystems gegenüber allen Kreditinstituten der Eurozone seit Januar 1999 bis Februar 2012 im Chart. Im Februar 2012 explodierter der Anteil der Nettoforderungen gegenüber spanischen Banken auf 47,33%, nach 37,38% im Vormonat und nach 10,98% im Vorjahresmonat.

Die Nettoforderungen gegenüber den spanischen Kreditinstituten betrugen im Februar 2012 152,432 Mrd. Euro, während die gesamten Nettoforderungen des Eurosystems gegenüber allen Kreditinstituten der Eurozone 322,045 Mrd. Euro betrug! Dies entsprach einem Anteil der Nettoforderungen gegenüber spanischen Kreditinstituten von 47,33%. Beachtliche und vor allem bedenkliche Daten angesichts der Tatsache das 2011 der Anteil der spanischen Wirtschaftskraft (nominale BIP) an der Eurozone 11,5% ausmachte, aber die Nettoforderungen des Eurosystems (EZB) gegenüber spanischen Banken satte 47,33% betrugen!

Letztlich dürfte ein sehr relevanter Teil der Nettoforderungen (Zentralbankgeld für spanische Banken) nicht nur Refinanzierungen der Banken dienen sondern vor allem die Kapitalflucht aus Spanien anfeuern. Denn nicht rein zufällig entsprach die Zunahme der Nettoforderung der Banco de Espana von 19,254 Mrd. Euro zum Vormonat auf der Aktiva-Seite der Bilanz, fast dem Anstieg von 20,956 Mrd. Euro beim negativen Target2 Saldo zum Vormonat auf der Passive-Seite der Bilanz:

Die Entwicklung des Target2 Saldos der spanischen nationalen Zentralbank seit Januar 1999 bis Februar 2012 im Chart. Im Januar 2012 stieg der durchschnittliche Target2 Saldo um 20,956 Mrd. Euro auf -196,896 Mrd. Euro.

Somit schließt sich der Kreis, die unlimitierte Kreditvergabe der nationalen Zentralbanken der Südperipherie schon beim LTRO1 führte nicht zur Ankurbelung der Kreditvergabe an die Realwirtschaft, sondern ermöglichte primär Kapitalflucht, während die soliden Nordländer von Kapitalzuflüssen überrollt werden und die Einlagefazilität des Eurosystems bemühen! Dies zeigen sehr schön die Daten der spanischen Zentralbank, zuletzt im Februar 2012 betrug die durchschnittliche Nettoforderung des Eurosystems (Kreditgewährung aus den geldpolitischen Operationen minus Einlagefazilität) gegenüber allen Banken der Eurozone “nur” 322,045 Mrd. Euro, während die durchschnittliche Einlagefazilität auf 478,347 Mrd. Euro anschwoll. Großes Kino:

Die Entwicklung der Nettoforderungen des Eurosystems gegenüber den Kreditinstituten der Eurozone in Mrd. Euro seit Januar 1999 bis Februar 2012 im Chart. Wer hätte dies so eindeutig vermutet, trotz der LTRO1-Injektion gehen die Nettoforderungen aller nationalen Zentralbanken im Eurosystem gegenüber den Banken abwärts!

Damit wird schon vor dem LTRO2 Effekt klar, dass die Liquiditätsschwemme mit Zentralbankgeld, weder die Kreditvergabe an die Wirtschaft ankurbelt, noch den Interbankenmarkt, aber zur beschleunigten Umverteilung von Zentralbankgeld innerhalb des Eurosystems und damit der Risiken führt, welche letztlich vor allem die Kapitalflucht aus der Südperipherie reflektiert. Für Spanien ist der Befund eindeutig, eine veritable Zahlungsbilanzkrise beutelt das Land, das Vertrauen ins Bankensystem schwindet, neben den Leistungsbilanzdefiziten muss Zentralbankgeld auch eine explodierende Kapitalflucht puffern und genau dies zeigt der Target2 Saldo an.

Die Ungleichgewichte in der Eurozone steigen weiter an und gerade diese Daten aus Spanien stehen für eine anhaltende Zuspitzung, die in ihrer Schärfe weitgehend unbeachtet von der Öffentlichkeit  stattfindet. Zwar etabliert sich eine Diskussion, gerade unter dem Dach “Target2 Debatte”, aber diese ist zuvorderst Geschwätz mit Fokus um vermeintliche Wahrheiten, Halbwahrheiten, Irrtümer, Formulierungen, Interpretationen und Missverständnisse. Dies füllt etliche Artikel, aber meist werden die aktuellen Stände und Entwicklungen der Taget2 Salden dabei nicht mal erwähnt und es werden die Risiken mit allerlei akademischer Finesse relativiert.

Reloaded: Spanien: reale Einzelhandelsumsätze auf dem tiefsten Stand seit Mai 1999, Sehr schwache spanische PKW-Neuzulassungen, Target2 Saldo Spaniens bei -183,786 Mrd. Euro Ende Januar, Desaster-Arbeitsmarktdaten für Februar aus Spanien, 135,749 Mrd. Euro bei spanischen Kreditinstituten im Zahlungsverzug, Detaillierte spanische BIP-Daten

Quelle Daten: Bde.es/Financiación del Eurosistema (febrero de 2012)

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

 

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41 KommentareKommentieren

  • Georg Trappe: - 18. März 2012

    Fakten, Fakten, Fakten!
    Andere mach(t)en damit grossmaeulig Werbung. Bei Querschuesse bekommt man sie.
    Inkl. Erklaerungen, die in sich konsistent und logisch sind.
    Vielen Dank
    Georg Trappe

  • M.U. - 18. März 2012

    “Fakten, Fakten, Fakten!
    Andere mach(t)en damit grossmaeulig Werbung. Bei Querschuesse bekommt man sie.
    Inkl. Erklaerungen, die in sich konsistent und logisch sind.”

    Dem ist nichts hinzu zu fügen.

    Ebenfalls besten Dank!

  • M.U. - 18. März 2012

    “Es werden die Risiken mit allerlei akademischer Finesse relativiert.”

    Das kann Homo Clossus mit Abstand am besten.

  • dank - 18. März 2012

    Oha – mal anders – der späte Vögel fängt den Wurm.

    Danke Steffen!!

    Grafik 1 und Grafik 2 sind mehr als nur beunruhigend!!!

    Hier brennt das Dach – lichterloh!

    • Mark - 18. März 2012

      > Hier brennt das Dach – lichterloh!

      Na, ich würde sogar sagen, dass die ersten Einrichtungsgegenstände bereits Feuer gefangen haben. Es geht inzwischen an die Substanz.

      Ich finde die Grafik “Nettoforderungen des Eurosystems gegenüber den spanischen Kreditinstituten in Prozent” mehr als beunruhigend.

  • Georg Trappe: - 18. März 2012

    Die Grafik 3 ist wirklich grosses Kino! Sie zeigt klar und deutlich auf der obersten Ebene wo und was das Problem ist. LTRO1+2=Push On a String
    http://www.investopedia.com/terms/p/push_on_a_string.asp#axzz1pROHzzf2
    Zwar “beruhigt” die Liquiditaet die Banker, aber:
    Da wo Geld benoetigt wird, fliesst es im grossen Stil ab, da das Geld “weiss” welche Wirkung Austerity in einer solchen Situation entfaltet. Und dort wo man genuegend Geld hat oder ohne Ende erzeugt, sammelt es sich und liegt gefaehrlich nutzlos auf Konten und in Einlagefazilitaeten und wartet auf seine naechste “Opportunity”.
    Und es ist diese rapide Umkehr der Flussrichtung aka Debtdeflation die typisch und so verheerend ist.
    Asienkrise = sog. hot money aus uebertriebener Euphorie schnellst moeglich rein und dann aus schierer Angst schnellst moeglich wieder raus.
    Dotcom Krise dito
    US housing bubble dito
    Krise er europaeischen “Peripherie” dito
    Soros hat das mal mit einer Abrissbirne verglichen. Ich denke das Bild ist zutreffend. Man kann eine Firma, einen Industrie, eine Volkswirtschaft alleine dadurch stark beschaedigen oder zerstoren, in dem man ihr zuerst uebermaessigen Kredit gewaehrt und ihr dann diesen Kredit im Hamdumdrehen wieder entzieht. Wer glaubt in einer Waehrungsunion machten die verheerenden Folgen einer dadurch in Gang gesetzten Abwaertsspirale vor nationalen Grenzen, sog. Brandmauern oder vor der beruechtigten deutschen “Tuechtigkeit” halt, wird sich im Irrtum wiederfinden.

    • Tourist - 18. März 2012

      “Und dort wo man genuegend Geld hat oder ohne Ende erzeugt, sammelt es sich und liegt gefaehrlich nutzlos auf Konten und in Einlagefazilitaeten und wartet auf seine naechste “Opportunity”.”

      Eine hätte ich: Öl!! Das Embargo gegenüber dem Iran wird nicht nur verknappend wirken und Preissteigerungen auslösen, der windige Anleger wird das zu Nutzen wissen und so den Preis spekulativ weiter nach oben treiben!

      • Georg Trappe: - 19. März 2012

        Jede “Story” hat das Potential zur “Opportunity”. Man muss sie nur genuegend laut und oft genug wiederholen. Irgendwann trabt die Herde. Wenn der Wall Street dabei noch Rating Agenturen, Mainstream Medien, sog. “Experten” die wie die Karnikel aus dem Hut gezaubert werden, oder gar Regierungen mit hoch geruesteten Armeen zur Seite stehen, dann ist der Zug nicht mehr auf zu halten. Dann wird von den Banken Kredit rein gepumpt, bis es dem duemmsten Deppen auffaellt, dass das Ganze eine Luftnummer ist. Und dann sackt das Ding in sich zusammen wie ein nasser Sack (s.o.).
        Die “Stories” erkennt man an ihren tolle Ueberschriften und ihrem einfachen Strickmuster um einen “wahren” Kern, das dann auch jeder mononeuronale Investor versteht:
        z.B.: Tigerstaaten, New Economy, Rohstoff Hypercycle, Emerging Markets, PIGS
        Und wenn Goldman Sachs & Co auf beiden Seiten der Story die Finger drin haben, dann kann man sicher sein, diese “Opportunity” laeuft nach Drehbuch ab.

        By the way, die Oel “Story” hat einen sehr ernsten Kern, den jeder verstehen sollte. Aber warum einmal ein paar Hurikans im Golf von Mexico herhalten muessen um den Oelpreis hoch zu jubeln und dann viel ernstere Ereignisse vollkommen unerwaehnt bleiben und den Oelpreis vollkommen unberuehrt lassen, konnte ich mir bisher nur durch Interessen gesteuertes Ausschlachten des Wetterberichts erklaeren (s.o.).

  • micdinger - 18. März 2012

    Zum Thema passend hier ein wieder gut geschriebener Artikel von Heribert Genreith:

    http://tandemvipera.blogspot.de/2012/03/hurra-wir-leben-noch.html

  • Sitting-Bull - 18. März 2012

    OT für Griechenland (konnt dort nicht kommentieren) Statistikwunder:
    http://www.welt.de/wirtschaft/article13927984/Griechische-Verschwoerung-gegen-den-Chefstatistiker.html

    Und noch einen:
    Sicherheiten von Sicherungsgeber der nicht sicher ist:
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,821155,00.html

  • Thomas - 18. März 2012

    Danke Steffen!
    Man hält sich wirklich mit den bloßen Fingernägeln festgehackt über dem Abgrund.
    Erschreckend!

  • M.E. - 18. März 2012

    Ich wüsste nicht, wie sich diese ganzen extrem dynamischen Entwicklungen wieder drehen lassen in Richtung Normalität.
    Auch wenn die Bondzinsen und Aktienkurse etwa anderes zu signalisieren scheinen: der Trend zur immer dramatischeren Zuspitzung beschleunigt sich sogar.
    Und 99% der Bevölkerung haben keinen Schimmer davon. Die denken wirklich, das Schlimmste sei erst mal überstanden mit der “Rettung” Griechenlands.

  • Alexander - 18. März 2012

    Danke für die tolle Aufarbeitung (werde Paypal aktivieren).
    Die Zahlen belegen doch die derzeitige politische Strategie vom “Zeit kaufen”.
    Die Frage bleibt: Wem nutzt das “Zeit kaufen” und wer bezahlt für das “Zeit kaufen”?
    Nun beantwortet ist das schnell: Der europäische Steuerzahler muss bezahlen und der Spekulant hat sich zwischenzeitlich in eine Fremdwährung gerettet.
    Ich möchte mir nicht ausmalen welche politischen Konsequenzen dieses Desaster haben wird. Man bedenke die Alt-BRD hat nach 20 Jahren “Aufbau OST” oder besser die Alimentierung auf fast gleiche Lebensverhältnisse mit über 1000 Mrd.€ zahlen muessen. Die jetztigen sichtbaren und noch nicht absehbaren Forderungen werden Deutschland finanziell ausbluten lassen.
    Die Frage der politischen Verantwortung aller Akteure wird sich vor Gericht stellen muessen!

    • Georg Trappe: - 19. März 2012

      Das Sie in diesem Zusammenhang die Wiedervereingung Deutschlands erwaehnen, finde ich sehr passend. Denn man kann wirklich einige Dinge sehr gut an diesem Ereignis deutlich machen.
      Verkuerzt und sehr grob ausgedrueckt kann man sagen, dass die hohe Produktivitaet des Westens es ermoeglichte 20 Millionen Ost Buerger auf einen Schlag mit zu versorgen, obwohl deren Wirtschaft innerhalb kuerzester Zeit platt gemacht wurde. Und zwar ohne mit der Wimper zu zucken. Das groesste Problem, bei der gewaehlten Herangehensweise, die nicht alternativlos war, war die Finanzierung der Nachfrage. Die gewaehlte Loesung dieses Problems ist bekannt. Ihre Folgen sind es auch.
      Nun wurde die Wirtschaft in den suedeuropaeischen Laendern nicht platt gemacht. Aber man kann, wieder grob vereinfacht, sagen, die griechische Wirtschaft z.B. hatte zu keinem Zeitpunkt eine Chance mit der deutschen zu konkurrieren. Politisch war aber der Druck die Lebensverhaeltnisse anzugleichen sehr hoch. Und der Weg des geringsten Widerstandes, um dieses Ziel zu erreichen, ist massive Kreditexpansion. Das sieht dann zunaechst auch alles ganz gut aus, aber wenn die Realwirtschaft in den betroffenen Regionen nicht ueberproportional! mit waechst, weil z.B. der Kreditgeber gar kein Interesse hat, sich schlagkraeftige Konkurrenz zu zuechten sondern lieber seine “Ueberproduktion” an sich verschuldende Konsumenten verkauft, dann bedarf es nur eines “Stoepselziehers” an der Wall Street aka Ratingagenturen der von eigenen Problemen ablenken will oder gar gemeinsame Interessen mit den Kreditgebern verfolgt und schon laeuft die Geschichte so, wie sie z.Zt. laeuft.
      Die Vorstellung, diese Laender koennten sich aus den dabei bisher entstandenen Problemen heraus sparen, ist genau so absurd wie die Vorstellung die ostdeutschen Laender sollten, muessten, koennten die 1000 Mrd. ersparen und irgendwie zurueck zahlen. Das ist der groesste Nonsense.

  • Oliver - 18. März 2012

    @Alexander

    Nicht der Osten wurde aufgebaut, sondern der Westen vom Umfallen gerettet… den Osten hat man dafür mittels Treuhandgesellschaft geschlachtet … Die gesamte EU-Osterweiterung dient dem Erhalt des Status-Quo

  • hunsrückbauer - 18. März 2012

    @ alexander: paypal finde ich nicht gut. da war mal was mit paypal versus meinungsfrieheit im netz….das muß nicht sein, zumal steffen die kontdaten auf anfrage per @ die preisgibt.
    Deine Behauptung mit Plünderung durch die Treuhand und Zeitgewinn für den Kapitalsimus, teile ich.
    Spanien wird Europas Historie einleiten, Italien wird es dann gewesen sein lassen in Gänze.

  • Alexander - 18. März 2012

    @Oliver
    Ich wollte den Osten nicht schlecht machen, im Gegenteil.
    Man muss wissen dass der Westen vom Osten nicht nach 1990 sondern schon ab 1948 profitierte.
    Frankfurt wurde Bankenstadt +Bundesbank und hatte dadurch den Flughafen und die Internationalsierung mit zig Ansiedlungen die ökonomische Stellung vorangetrieben (wertfreie Feststellung). Die gesamten Anrainerstädte im Rhein-Main Gebiet profitieren mit exorbitanten Grundstückspreisen. Oder Glas-Schott in Mainz (Ceran Kochfelder) usw. Viele Mittelständler sind damals geflüchtet und den “Westen” massiv gestärkt. München hat mit Allianz und Siemens zwei Berliner Unternehmen “bekommen” etc. BMW hatte bis 1945 nur in Sachen Autos gebaut in München “nur” Motoren. Der Aufbau Ost war -und da gebe ich Dir Recht- von der Treuhand zerstörerisch organisiert. Man konnte billigst die Kundenlisten kaufen und den unliebsamen neuen Konkurrenten ausschalten.

  • Alexander - 18. März 2012

    Nachtrag:
    Ich wollte nur die Aufbau Ost Billion “fühlbar” machen: wieviel Geld das in Wirklichkeit ist und gleichzeitig die doppelte Summe im LTRO Jackpot der EZB steckt.
    Jeder kann sich ausmalen, welche Folgen diese ungeheuer hohe Menge an Geld haben wird.

  • midas - 18. März 2012

    endlich mal klartext, danke

  • klaus - 18. März 2012

    Erstmal Danke für
    den Klartext.

    Zusammen mit diesen Nachrichten
    wird wohl so langsam erkenntlich wohin es geht

    http://www.telegraph.co.uk/finance/financialcrisis/8658331/Angela-Merkel-faces-revolt-in-Germany-over-rescue-deal.html

    Naja, es sind ja noch ein paar Wahlen
    bis es dunkel in Deutschland wird.

    Gefährlich ist nur, das kein Bundespräsi nach
    Köhler Englisch kann.

    Wird die NRW-Wahl die letzte Rettung Deutschlands sein?
    Bevor TINA das unaussprechliche tun kann.
    Und der Bonds-Exchange die Riesenausmaße annimmt.

    Grüsse klaus

    P.S Schätze mal im Mai stirbt der EURO.

  • klaus - 18. März 2012

    Erstmal Danke für
    den Klartext.

    Zusammen mit diesen Nachrichten
    wird wohl so langsam erkenntlich wohin es geht

    http://www.telegraph.co.uk/finance/financialcrisis/8658331/Angela-Merkel-faces-revolt-in-Germany-over-rescue-deal.html

    Naja, es sind ja noch ein paar Wahlen
    bis es dunkel in Deutschland wird.

    Gefährlich ist nur, das kein Bundespräsi nach
    Köhler Englisch kann.

    Wird die NRW-Wahl die letzte Rettung Deutschlands sein?
    Bevor TINA das unaussprechliche tun kann.
    Und der Bonds-Exchange die Riesenausmaße annimmt.

    Grüsse klaus

    P.S Guess in May the EURO goes belly up.

  • Maxi - 18. März 2012

    Die Charts machen wirklich Angst!
    Was bedeutet das für unsere Ersparnisse?
    Alles vom Konto abheben und in Edelmetalle umschichten?
    Oder reicht abheben in bar in Euro und Franken?

    • Thatwasthepension - 19. März 2012

      Hallo Maxi,
      die Knete auf dem Giro- oder Sparkonto würde ich mal als ziemlich sicher bezeichnen. Das Ungemach droht eher von ganz anderer Seite. Da sind die (Kapital)Lebensversicherungen, private Renten- und Krankenversicherungen, Aktien- und Rentenfonds sowie natürlich auch alle eigenen Anlagen in Anleihen und sogar Aktien, die den Bach runter gehen werden wenn der große Knall kommt.

    • Andres Müller - 19. März 2012

      Falls der grosse Crah kommt nutzt ihnen auch Bargeld nichts, denn dieses würde egal ob auf dem Giro oder im Sparschwein innert Wochen entwertet. Bargeld hilft ihnen vielleicht in der Akutphase einige Wochen über die Runden, wenn die Bankschalter geschlossen sind.

      Während dieser Zeit wird aber auch Gold im Preis vorübergehend fallen, wegen dem Liquiditätsbedarf der Investoren und infolge des Zerfalls von Papiergold. Gold wird ihnen erst nutzen wenn der Sturm in die zweite Runde kommt, also Hyperinflation entsteht. Silber würde ich Gold vorziehen, da es schon vorgekommen ist dass der Staat Gold zum Handel verbietet, oder es sogar einzieht. Goldkäufe über einen gewissen Betrag wird bereits registriert wer es besitzt.

      Am Besten dürfte es sein einen Lebensmittelvorrat von ca. 3 Wochen permanent zu führen, einige Silbermünzen und Goldmünzen (klein gestückelt im eigenen Heim aufbewahrt). Bedenken sie, wenn Geld enwertet wird sind alle im selben Boot, da werden dann solche die noch Werte wie Gold besitzen sehr misstrauisch beobachtet.

      Das Leben wird auch mit inflationiertem Geld weiter gehen, aber mit etwas Vorräten dürfte der Übergang in die Normalität schneller vorangehen. Nicht einmal Immobilien sind sicher, da sind Bauernhöfe wohl eher die Ausnahme. Aber wer will sich schon zum Bauer machen bevor der Bauer letzter Rettungsanker einer gescheiterten Gesellschaft wird? Ein Blick nach Griechenland beweist aber -Olivenbäume in GR können selbst für einen Deutschen wertvoller werden als der Job auf dem Büro.
      http://www.amazon.de/dp/3940756520?tag=auswandernblog-21&camp=1410&creative=6378&linkCode=as1&creativeASIN=3940756520&adid=1ZHBHW9GJ8H8C1RQ5859&

      und hier noch ein aktueler Artikel des Autor Petros Rottwinkel
      http://www.tagesspiegel.de/politik/schuld-seid-ihr-weshalb-die-griechen-hilfe-verdienen/4323936.html

  • jo - 19. März 2012

    Die privaten Rentenfonds (LV usw) werden weg sein, damit haben die Manager gezockt und sich fette Boni ausgzahlt.
    Die staatlichen Rentenansprüche werden, pöhse demografie, durch ein immer höheres Renteneintrittsalter entwertet bzw allein durch administrative Preiserhöhungen (ein paar Gebühren hier, ein paar Steuern da) defacto gekürzt.

    nur eines bleibt sicher, dass da Geld bei immer weniger Reichen konzentriert wird, aber daran will die Politik nichts ändern, jeder der das machen würde wird rechtzeitig korrumpiert (legal durch ein Pöstchen hier und da) und dann bleiben nur die TINA Massnahmen.

    • Holly01 - 19. März 2012

      Man muss da mehr Verständniss zeigen. Die Gigareichen in Europa sind Filzläuse im Vergleich zu den Gigaliners der Amis. Das ist schmerzhaft, aber die Amis sind nun einmal Weltmacht und führen den Westen.
      Aber nun tauchen da Gigareiche aus Asien auf. Über die kann man nicht so lächeln, wie über die Banausen aus Russland.
      Da muss man sich positionieren. Da ist nicht mehr der Platz für 500 Milliardäre und eine Tellerwäscherstory. Da braucht es Billionäre. Der erste Billionär geht in die Geschichte ein, für immer. Das ist das blaue Band der Finanzwelt, nur für Ewig.
      Wenn das Gemeinwesen dafür Abstriche machen muss, nun ja, dann ist das so.
      Aber bedenken Sie doch, diese Ehre : wir haben einen Billionär.
      Da kann man Schulen, Gesundheitswesen und Sozialstandart schon mal hinter sich lassen.

  • Benedikt - 19. März 2012

    Das mit den Renten ist um einiges Kritischer als man so denkt. Aus dem Bundeshaushalt werden jährlich 126 Mrd an die Rentenkasse überwiesen. Wenn der Bund kein Geld mehr hat, wird auch der Zuschuss sinken.
    Das 2. große Risiko sind die zunahme der Prekären Beschäftigungsverhältnisse. Immer weniger Zahlen viel in die Rentenkasse ein. Ob das noch tragfähig ist, werden wir in den nächsten Abschwung sehen.
    Den Rentenbeitrag kann man sicher nicht mehr erhöhen.

    Bevor die Demographische Bombe hoch gehen kann, könnte das jetzige Rentensystem schon nicht mehr exestieren. Das könnte sehr bitter werden, für die Leute, die immer sehr viel in den System eingezahlt haben.

  • jo - 19. März 2012

    Der Bund hat ja politisch gewollt dass Millionen DDR und ex-UdSSR Rentner übernommen werden:

    126 Milliarden €/Jahr, d.h. pro Monat werden knapp über 10 Milliarden € zugeschoben.
    Mit 10 Milliarden können keine 10 Millionen Renten pro Monat überwiesen werden. Die DDR und ex-UdSSR Rentner haben ja, mangels Arbeitslosigkeit, angeblich immer voll in die dortigen Rentenkassen gezahlt und hohe Anwartschaften erworben.
    Auch finanziert der Bund die Trümmerfrauen, Erziehungszeiten und weitere gesellschaftliche Aufgaben. Es könnte durchaus rauskommen dass der BUND die Sozialkassen unterm Strich plündert, jede Menge Anwartschaften mit keinen bzw minimalen Einzhahlungen stehen Milliarden Entnahmen gegnüber.

    Hauptsache die Pensionen sind gesichtert…

    • Thatwasthepension - 19. März 2012

      Sorry jo aber das ist totaler Stuss den du da geschrieben hast. Es gibt in der gesetzlichen Rente keine “Einzahlungen” und auch die Leute aus der ehemaligen DDR und wer auch noch immer hier reingekommen ist bekommen ihre Rente nur, wenn sie entsprechende Arbeitszeiten vorzuweisen haben. Das wirkliche Dilemma ist, das man per Gesetz ein wirklich sehr viele Menschen aus der Beitragszahlung ausschließt obwohl sie sich die Beiträge wirklich leisten können. Außerdem werden nicht alle Einkünfte zur Beitragszahlung erhoben, Zinserträge werden nur mit pauschal versteuert und fertig ist. Die gesetzliche Rente hat eigentlich kein Ausgabenproblem sondern ein massives Einnahmeproblem das sich in den kommenden Jahrzehnte massiv verschärften wird.
      Die “Schuld” auf die DDR-Rentner zu schieben ist unterstes Springer-Niveau!

  • niekohle Hase - 19. März 2012

    NO Ilusions!
    Alles was mit Geld zu tun hat, wird bei einem Crash schlagartig und bei der folgenden Inflation latent ärmer. Ich wunder mich über einige Fragesteller hier. Steffen gibt sich alle Mühe, die Entwicklungen aufzuzeigen, dazustellen und zu interpretierte und trotzdem kappieren es einige nicht. Sorry für die harte Ausdrucksweise.
    Was gesetztliche Rente wert sind -> GR, S, P, Kürzungen, Kürzungen, Kürzungen. Einen Anspruch auf Rente in bestimmter Höhe gibt es nicht. Die Rente ist abhängig von sog. Entgeldpunkten und denen wird per Gesetzt ein monetäres Äquivalent zugeordnet, das war´s. Die PflegeV sieht nicht besser aus.

    Kapital-LV, nun es ist wie bei jedem Schneeballprinzip, der Erste macht den Reibach, den letzten beißen die Hunde. Alle Babyboomer haben eine Kapital-LV, 90 Mio. Stück in D, wenn vorne aber NIX mehr reinläuft, fängt es nach kruzer Zeit hinten nur mehr an zu tröpfeln….einen LV-Kollaps gab es vor einigen Jahren, da wurde eine LV vom “Verband” vor der Pleite gerettet. Das wird in Zukunft sicher nicht mehr funktionieren, weil zuviele. Alle LVges. sind AGs und daher ohne Probleme konkurs anmeldbar. Also, wer eine private Kap-LV hat, ruhend stellen, kündigen oder verkaufen, nur Bares ist Wahres! Steuer- bzw. sozialabgabenbefreite Direktversicherungen, die der AG als AV führt, lassen sich leider nicht ohne große Verluste und/oder Aufwendungen kündigen, da muß man durch. Allerdings sollte man genau darauf achten, wann sie zur Auszahlung kommen. Meine wird mit 60 fällig, viele andere erst mit Eintritt ins gesetztl. Rentenalter, also erst 5-7 Jahre später, das ist unkalkulierbar.

    Was von den ominösen Riesterprodukten zu erwarten ist, sollte inzwischen hinlänglich bekannt sein.

    Immobilien – s. GR; in D bestens archiviert, reglementiert, doikumentiert, sie Microzensus 2011. M. E. keine geeignete Vorsorge, es sei denn klein, fein, mein. Vermieteigentum – vergiß es, zu einfach konfiszierbar von den staatlichen Schergen.

    Ich habe einen monatlichen Plan fürs Sparen. Jeden Monat einen Betrag in EM, empfehle AG, persönlich abholen und bar bezahlen (otc = over the counter), nicht bestellen, keine Dokumente, keine Nachweise, keine Hinweise. Aufbewahrung im Bankschließfach, Achtung geringe Versicherungssumme, meist nur 10 k€, keinesfalls erhöhen, machte verdächtig; oder Zuhause aufbewahren, etc. Münzen kleiner Stückelung, der Rest in Barren, etc. weil ohne Agio.

    Es gehen auch kleine Brillis, gute Qualität, gängige Ware, Kauf nur gegen bar. Brillis sind sehr wertkonzentriert, gehen im Gepäck durch jeden Scanner und lassen sich weltweit liquidieren.

  • cesarjonas - 19. März 2012

    Klasse.

    Vielen Dank Steffen. Wieder 1A analysiert und die aus meiner Sicht richtigen Schlussfolgerungen gezogen.

    Grüße Jonas

  • schnauzevoll - 19. März 2012

    Diese Panikmache ist doch kindisch. Seit 2003 dümpelt das Bankensystem dahin, dank Gasgerd, der die Märkte entfesselte, in seiner unsäglichen Inkompetenz. Erst mal wech mit der Schuldenbremse (Ausbeutung der Massen) und dann frisches Geld drucken, den Mittelstand mit Knete versorgen und Wirtschaftswunder Nr. 2 kann beginnen. Und laut KFW gibt es nicht mal eine Kreditklemme. Also, silber und Gold schön denen überlassen, die keine Ahnung haben. ;-)
    Hallo, Herr Metzger. Ich hätte gerne 1 KG Rinderfilet.

    Haben Sie Brot?

    Nö, aber einen Goldbarren.

    Ja, und was ist der Wert?

    Puh, ähh…ich habe 1000€ bezahlt.

    Hm….1000€?….Hm…aber Euros gibt es doch nicht mehr!? Ich sage dir was. Ich kann mit dem Goldbarren nix anfangen, weil kein gültiges Zahlungsmittel und völlig unnütz, wenn man nix zu fressen hat. Zudem steht Goldbesitz unter Strafe! Aber wenn Du mich mit Brot belieferst, dann bekommste Wurst von mir.

    Na, dann werde ich meinem Finanzberater jetzt mal einen erzählen. Dieses A*******och!

  • Bernd Klehn - 19. März 2012

    Wer kann mir helfen ELAs besser zu verstehen. Ich sehe es bisher wie folgt:

    ELAs liegen ausschließlich in der Verantwortung der jeweiligen NZB und sind nicht Bestandteil der Eurosystem Bilanzen. Also sind nicht sie in den 3Billionen der Eurobilanzenthalten. Sie sind nicht in den Open market operations des Eurossytems enthalten. Ist dieses richtig oder falsch? Wie seiht es aber mit dem Bargeld aus, welches auf der Grunglage der ELAs gedruckt werden? Wie wird dieses genau verrechnet??? Auslandsüberweisugen werden über Target2 errechent richtig? Also wer kann bei ELAs weiterhelfen?

    • Querschuss - 19. März 2012

      Hallo Bernd,
      den beschriebenen Anfang sehe ich so, mit dem Bargeld drucken aus ELA, wie es verrechnet wird, keine Ahnung. Auslandsüberweisungen aus ELA müssen sich im Target2 Saldo abbilden.

      Gruß Steffen

  • Michael S - 20. März 2012

    “Die Nettoforderungen gegenüber den spanischen Kreditinstituten betrugen im Februar 2012 152,432 Mrd. Euro, während die gesamten Nettoforderungen des Eurosystems gegenüber allen Kreditinstituten der Eurozone 322,045 Mrd. Euro betrug! Dies entsprach einem Anteil der Nettoforderungen gegenüber spanischen Kreditinstituten von 47,33%.”

    47,33%!!!
    Wenn die EZB so weiter macht schaffen wir 110% (kein Witz)…
    Der reine Zentralbank Diebstahl

    Gruß Michael S.

  • Georg Trappe: - 20. März 2012

    Wenn Kunde A bei Bank A in Nation A einen Kredit mit Betrag X aufnimmt und damit den Kunden B bei Bank B in Nation B fuer eine Ware oder Leistung bezahlt, dann sind beide Bankbilanzen um den Betrag X unausgeglichen. Bank A hat eine Forderung von X ohne die entsprechende Einlage in den Buechern und Bank B hat eine Einlage von X ohne eine entsprechende Forderung in den Buechern. Bei einem funktionierenden Interbankenmarkt, in dem sich die Banken gegenseitig vertrauen, ist soetwas alltaeglich, ueberhaupt kein Problem und wird zwischen den Geschaeftsbanken durch kurzfristige gegenseitige Kredite ausgegleichen. Im Beispiel leiht sich Bank A bei Bank B ueber Nacht ohne Probleme den Betrag X, denn am naechsten Tag kann die Situation genau umgekehrt sein und Bank B klopft bei Bank A um den Betrag Y an.
    Wenn aber die Banker in B den Bankern in A nicht vertrauen und gleichzeitig massenhaft Guthaben von A Banken zu B Banken in “Sicherheit” gebracht werden, geschieht das, was Querschuesse hier regelmaessig unter der Ueberschrift Target2 dokumentiert und gebetsmuehlenartig mit den Saetzen:
    “Ein negativer Target2 Saldo ist die Differenz der Leistungsbilanzdefizite abzüglich der geringeren privaten Nettokapitalzuflüsse oder eben die Summe der Leistungsbilanzdefizite zuzüglich der privaten Nettokapitalabflüsse (Kapitalflucht), der positive Target2 Saldo ist das Pendant dazu, die Differenz der Leistungsbilanzüberschüsse abzüglich der geringeren privaten Nettokapitalabflüsse oder eben die Summe der Leistungsbilanzüberschüsse zuzüglich der privaten Nettokapitalzuflüsse. Bei einem Leistungsbilanzdefizit, das dem privaten Kapitalzufluss entspricht oder einem Leistungsbilanzüberschuss, dem ein adäquater privater Nettokapitalabfluss entgegensteht, gibt es keine Target2 Salden.” kommentiert.
    -
    Das hat mit Diebstahl nichts zu tun. Ohne einen solchen Mechanismus ist eine Waehrungsunion nicht moeglich.
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    Das Problem sind die stark unterschiedlich entwickelten Realwirtschaften. Wenn im Beispiel oben die Wirtschaft in A nur aus Banken besteht, die Kredite vergeben und Konsumenten die mit diesem Geld in B’s Realwirtschaft einkaufen, dann muss das schief gehen. Nur wird ein solches Problem durch Austerity nicht behoben sondern nur verschaerft. Das einzige was hilft ist eine Wirtschaftspolitik, die die Realwirtschaft in A auf die Beine und auf ein Leistungsniveau bringt, das B entspricht.
    Daran hat B aber gar kein Interesse, da B’s Realwirtschaft bereits so produktiv ist, das sie glaubt nur durch hohe Arbeitslosigkeit, Niedriglohnsektor und gleichzeitige Exportweltmeisterschaft = Importweltmeisterschaft in A & Co. ueber die Runden zu kommen.
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    By the way, dieses Problem existiert auch auf globaler Ebene trotz unterschiedlicher Waehrungen. Da heisst A = USA und B sind China, Japan und 86 weitere Staaten, die den USA
    auf Kredit seit Jahrzehnten mehr liefern als sie von den USA beziehen.
    Und auch auf nationaler Ebene existiert dieses Problem, sowohl innerhalb der USA wie auch in der BRD als auch in China und Japan. Nur kommt da keiner auf die gloreiche Idee die schwaecheren Regionen kaputt zu sparen oder per Rating Agenturen/ Medien so zu diskreditieren, das sie nur noch fuer 25% p.a. an ihre Kredite kommen.

  • Michael S. - 20. März 2012

    Lieber Herr Trappe,
    der springende Punkt ist Griechenland, Portugal und Spanien sind INSOLVENT und nicht ILLIQUIDE. Dies liegt an den permanent hohen Leistungsbilanzdefiziten dieser Länder innerhalb der letzten Dekade. Dadurch ist die Auslandsverschuldung dieser Länder in den Bereich von 100 % des BIPs gestiegen!!! So ein Niveau hat keines der Staaten welche Sie hier als Beispiel aufführen, die USA liegen zum Beispiel nur bei 20% Auslandsverschuldung!

    Also für Sie noch mal deutlich jeder WEITERE Kredit den diese Staaten von der EZB oder dem Ausland(BRD) bekommen, wird NIE mehr zurückgezahlt werden!

    Ich habe kein Problem damit wenn die BRD beispielsweise Griechenland mit Milliarden unterstützt wenn das von der Deutschen Bevölkerung in der Mehrheit auch so gewollt ist! Wenn die Griechen, Spanier und Andere sich die Milliarden still und heimlich über die EZB aus der GEIMSCHAFTSKASSE holen ist das für mich aber klassischer Diebstahl!!!

    “Ohne einen solchen Mechanismus ist eine Waehrungsunion nicht moeglich”

    Die europäische Währungsunion ist so wie der EURO konstruiert wurde nicht möglich. Es gibt Fundamentale unterschiede in der Konstruktion gegenüber den USA. Nur ein Beispiel die Fed akzeptiert keine Bundesstaatenanleihen als Sicherheit also ist sie auch nicht erpressbar bei Staaten default. Wenn der Dollar so aufgebaut wäre wie der Euro gäbe es den Greenback schon lange nicht mehr.

    By the way, glauben sie wirklich das die LTROs den Interbankenmarkt in Schung bringen sollten?
    Draghi ist doch nicht dumm… Ist doch klar dass wenn sich die Südbanken billig, ohne Sicherheiten über drei Jahre Milliarden bei der EZB besorgen können, dass der Interbankenmarkt dann implodiert. Wieso sollten sich die Südbanken dann noch Geld bei den Nordbanken leihen?
    Das mit dem Interbankenmarkt ist eine typische META-LÜGE für das gemeine Volk damit Draghi seine Politik durchsetzen konnte. Der Interbankenhandel NORD-SÜD Europa ist inzwischen Tod und das nach der tollen Bertha, soviel dazu. Aber immerhin liegen jetzt noch mehr Risiken auf der deutschen Bevölkerung…

    Gruß Michael S.

  • Georg Trappe: - 21. März 2012

    Sehr geehrter Herr Michael S.,

    Querschuesse hat dankenswerterweise den Fall Target2 nocheinmal aufgegriffen und erklaert ihn wiedereinmal ganz ausgezeichnet. Vielen Dank dafuer!

    http://www.querschuesse.de/target2-zeigt-die-zahlungsbilanzkrise-in-der-eurozone/

    Und er zitiert darin den BUBA Chef Weidmann so:
    “Es wird nicht mehr nur das erforderliche Minimum an Zentralbankgeld bereitgestellt, sondern das Eurosystem ersetzt in größerem Maße den Interbankenmarkt und andere grenzüberschreitende Kapitalströme.” ….
    Die Target2salden steigen seit Mitte/Ende 2007 rapide an, wie die Diagramme deutlichst zeigen. Nicht die dicke Bertha hat den Interbankenmarkt ge- bzw. zerstoert, sondern das geschah genau zu dem Zeitpunkt, an dem die US Hypothekenkrise sichtbar wurde. Seitdem trauen die Banken sich untereinander nicht mehr! Und seitdem muss das Target2 System zunehmend die Aufgabe des Interbankenmarktes uebernehmen. Und das verschaerft durch gezielte Panikmache per Ratingagenturen/Medien, eine vollkommen versagende Wirtschaftspolitik, die eine Debtdeflation per Austerity bekaempfen will, was der reine Irrsinn ist und jede Menge Nebelkerzenwerfer in deren Folge bzw. Schatten inzwischen Kapitalflucht in ungeahntem Ausmass statt findet.
    Die Risiken, die die Geschaeftsbanken bis 2007 unter sich hin und her geschoben haben, werden dadurch in Richtung Zentralbanken inkl EZB verlagert. Das sind oeffentliche Institutionen fuer die am Ende des Tages der Steuerzahler haftet.
    Gaebe es das target2 System nicht und haetten die Staaten ihre Schuldenaufnahme nich drastisch erhoeht, um damit Banken und Wirtschaft zu stuetzen, dann waeren seit 2008 in Folge des groessten Betruges aller Zeiten, der von der Wall Street ausging, reihenweise Banken in Europa zusammen gebrochen.
    Die ausloesende Ursache ist und bleibt die Tatsache, dass sich eurpaeische Baenker von ihren Wall Street Kollegen im grossen Stil Schrott andrehen liessen. Seitdem das offenbar ist, traut sich die boniverwoehnte Bande untereinander nicht mehr und die bis dahin aufgetuermten Risiken werden von ihnen Richtung Staat verschoben. Das was der Steuerzahler inzwischen an Risiken zu tragen hat, verdankt er also nicht ursaechlich den Griechen, den Portugiesen usw. usf sondern dem totalen Versagen der Baenker die sich von ihren Wall Street Kollegen einen ganze Ganitur von Muehlsteinen um den Hals haben haengen lassen.
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    Ein souveraener Staat kann nicht insolvent werden! Denn er hat die Hoheit ueber seine Waehrung und kann immer und jeder Zeit Geld schoepfen. Das Risiko dabei ist Inflation. In Euro Europa haben die Staaten diesen Teil der Souveraenitaet der EZB uebertragen. In Deutschland per Art. 88 GG. Damit ist in Euro Europa die EZB der lender of last resort. Man kann natuerlich darueber streiten, ob die Abwendung des Zusammenbruchs europaeischer Banken unter den Folgen des Wall Street Betrugs, auf den unfaehige europaeische allen voran deutsche Baenker im grossen Stil herein gefallen sind, durch das Mandat der EZB gedeckt ist. Und wenn schon das Wort Erpressung benutzt wird, dann doch wohl in Richtung Banken too big to fail, die die Staaten und ihre Institutionen genoetigt haben und immer noch noetigen die von ihnen aufgetuermten Risiken zu tragen.
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    Zu der unseligen Rolle die die USA in diesem Spiel spielen und den haarstareubenden wirtschaftlichen Zustaenden in den USA moechte ich nur auf den folgenden hervorragenden auf belastbaren Fakten basierenden Artikel von Querschuesse verweisen:

    http://www.querschuesse.de/abenteuerliches-us-handelsbilanzdefizit/

    Zitat: “Das chronische Handelsbilanzdefizit seit Januar 1987 kumuliert sich bis Januar 2012 auf ungeheure 9,627 Billionen Dollar (Originaldaten). Niemals wird die Welt ein realwirtschaftliches Äquivalent für den negativen Saldo aus gelieferten Waren und Gütern bekommen. Das US-Imperium zehrt von der Weltleitwährungsfunktion und vom ungebrochenen privaten Kapitalzufluss in die USA, der es ermöglicht diese absurden Defizite zu finanzieren. Gerade im Windschatten der Eurozonenkrise läuft die US-Defizitkonjunktur und deren Finanzierung wieder ausgesprochen gut, obwohl sich die US-Probleme keinen Deut besser darstellen.”

    Mit freundlichen Gruessen
    Georg Trappe

  • Georg Trappe: - 23. März 2012

    Hier gibt es noch ein paar interessante Daten, Diagramme, die zwar nicht unmittelbar mit dem Artikel zu tun haben, aber ganz gut zu Themen, die im Verlauf des Threads beruehrt wurden, passen:

    http://rwer.wordpress.com/2012/03/22/industrial-production-in-europa-1992-2011-5-graphs/

    Es gibt ein sehr aehnliche Grafik von Querschuesse in diesem Blog, der auch den Beginn dieser Divergenz in 2003 zeigt. Die Frage ist, was steckte dahinter ?
    Ich habe einen boesen Verdacht. Aber den hebe ich mir auf fuer den Tag, wenn ich ihn mit etwas mehr Fakten, Indizien untermauern kann.