Spanien: reale Einzelhandelsumsätze auf dem Niveau von Mitte 1999

von am 29. April 2012 in Allgemein

Das spanische Statistikamt INE berichtete am Freitag die realen Einzelhandelsumsätze für den Monat März 2012. Auch im März 2012 ging es weiter abwärts, den 21. Monat in Folge im Vergleich zum Vorjahresmonat, um unbereinigte reale -3,9% und um saisonbereinigte reale -0,6% zum Vormonat. Die realen Einzelhandelsumsätze notieren in der saisonbereinigten Reihe auf einem Niveau von 1999. Der private Konsum, gemessen an den Einzelhandelsumsätzen schwächelt ungebrochen weiter und wird im Verlauf der nächsten Monate neue Tiefs markieren.

Der Einbruch der unbereinigten spanischen realen Einzelhandelsumsätze von -3,9% zum Vorjahresmonat, nach den Daten des spanischen Statistikamtes INE.

Die Entwicklung der realen und unbereinigten Umsätze im spanischen Einzelhandel (Originaldaten von INE) jeweils im März seit 1999. Im März 2012 notierten die unbereinigten realen Einzelhandelsumsätze auf dem tiefsten Stand seit März 1999. Zum Hoch im März 2007 sank der reale Umsatz um -22,84%!

Die Entwicklung der realen und saisonbereinigten Umsätze im spanischen Einzelhandel von Januar 1995 bis März 2012, laut den Daten von Eurostat. Im März 2012 sanken die realen und saisonbereinigten Einzelhandelsumsätze um -0,6% zum Vormonat, auf 82,79 Indexpunkte. Die realen Einzelhandelsumsätze notierten im März 2012 auf einem Niveau von Mitte 1999. Mehr als ein Jahrzehnt reales Umsatzwachstum beim Einzelhandel wurde seit der Wirtschafts- und Finanzkrise und im Zuge der spanischen Austeritätsmaßnahmen komplett ausgelöscht! Seit dem Hoch im März 2007 mit 106,75 Indexpunkten ging es um reale -22,44% abwärts!

Quelle Daten: Ine.es/PDF reale Einzelhandelsumsätze in Spanien März 2012, Eurostat.ec.europa.eu/Datenbank Eurostat

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

Print article

8 KommentareKommentieren

  • Canpichurri - 29. April 2012

    Der Niedergang des Einzelhandels in Spanien ist schon erschreckend. In einigen Einkaufszentren mussten schon ganze Ladenzeilen aufgeben, da sich keine Käufer mehr fanden (nur noch welche die stehlen wollten). Kein Umsatz, Kosten steigen (Miete, Eletrizität etc.) – da gibt es kein Entrinnen. Da müssen viele den Laden dicht machen. Aber es trifft nicht nur Shops, sondern auch Bars, Restaurants und Eisdielen. Alle Leute machen den Geldbeutel zu – und nun wurden neue Belastungen angekündigt. Also geht´s weiter bergab. Gute Nacht Spanien – der letzte macht dann das Licht aus.

  • Ausser Rand und Band - 29. April 2012

    jA GENAUE :::…
    und der letzter macht die Tür zu !

    Gott befreit die Spanier aus der Klauen der Bankster !

    • topperhopper - 30. April 2012

      Irgendwer muss die “Bankster” ja machen lassen haben…

  • Klardenker - 30. April 2012

    Einbrechende Einzelhandelsumsätze, steigende Arbeitslosigkeit, sinkender Konsum, weiter fallende Immobilienpreise, Zunahme fauler Kredite… die Liste ließe sich sicherlich erweitern… ein deflationärer Schock! Das allgemeine Preisniveau, später Lohnniveau sinken. Warum? Weil dies die einzige Möglichkeit der Anpassung ist. Denn bei festen Wechselkursen, wie beim Euro der Fall, kann die Anpassung nicht über eine Abwertung/Aufwertung der Währung erfolgen. Die Abwertung in Spanien erfolgt also über das Preis- und Lohnniveau. Natürlich ist es zuvor auch stark gestiegen… Und in Deutschland? Dort der umgekehrte Weg: Aufwertung in Form von steigenden Preisen und Löhnen. In Spanien deflationäre und in Deutschland inflationäre Tendenzen. Stand das nicht eigentlich schon in Standardlehrbüchern der Volkswirtschaft?
    Ich hoffe inständig, dass Europa, nicht der Euro, stabil bleiben und es nicht zu Krieg und co. kommt. Der Euro ist leider auf dem besten Weg, die Saat dafür zu legen.

  • Martin Nussbaumer - 30. April 2012

    Endlich einmal eine positive Nachricht. Das heißt ja die Spanier haben erkannt, dass sie nicht mehr ausgeben können als sie erwirtschaften.

    • dank - 30. April 2012

      “…Das heißt ja die Spanier haben erkannt,…”
      Erkenntnis ist etwas anderes – es herrscht Zwang zurückzustecken.
      Aus dem Zwang heraus wird nur eine Sehnsucht erzeugt, wieder mehr auszugeben, für die ganzen schönen Dinge, die nach Wirtschaft, Medien und Marketing jeder braucht. Und wenn dann der neue Fiskalpakt/ESM für “Wachstum und Beschäftigung” (Floskel-Punching @ its best) installiert ist – dann werden diese Sehnsüchte wieder alle gestillt:
      http://www.n-tv.de/wirtschaft/EU-plant-Wachstumspaket-article6148386.html
      Erkenntnis wäre gut – sicher – aber Zwang wird genau das Gegenteil bewirken.
      Warum das ganze? Weil die Politik nicht ehrlich mit Ihrer Bevölkerung umgeht und alles verharmlost – klare Worte, wie es sie noch vor ~40 Jahren öfter zu hören gab, würden viel mehr bewirken. Verschaukeln sucks. Klare ehrliche Worte auch von Mutti! Wattebauschwerfen ist weder in Politik noch Wirtschaft sinnvoll. Verschleiert – verbirgt – betrügt. Erzeugt am Ende nur lange Gesichter; später Chaos und Schlimmeres. Politiker müssen wieder lernen, etwas zu sagen und nicht nur zu reden. Das ist doch kein zu hoher Anspruch, an jene, die nichts anderes zu tun haben.

      • Martin Nussbaumer - 1. Mai 2012

        Na dann ist die Erkenntnis, alles Geld aus der Eurozone abzuziehen.

  • Martin Kb. - 1. Mai 2012

    Das sind schon erschreckende Zahlen. Seit 2007 ist die Beschäftigung um 15% zurückgegangen, der Einzelhandel um 22%. Da ist es erstaunlich, dass sich das BIP so gut hält. Ist viel weniger eingebrochen. Man fragt sich, wie diese Zahlen zusammen passen…