Spanien: reale Einzelhandelsumsätze mit kräftigen -11,3%

von am 29. Mai 2012 in Allgemein

Heute Morgen berichtete das spanische Statistikamt INE die Daten zu den realen Einzelhandelsumsätzen für den Monat April 2012. Auch im April 2012 ging es weiter kräftig abwärts, den 22. Monat in Folge im Vergleich zum Vorjahresmonat, um unbereinigte reale -11,3%. Die realen Einzelhandelsumsätze notieren in der saisonbereinigten Reihe auf einem Niveau von Mitte 1998. Der private Konsum gemessen an den Einzelhandelsumsätzen schwächelt ungebrochen weiter und wird wohl auch im Verlauf der nächsten Monate weitere neue Tiefs markieren.

 

Der Einbruch im April 2012 der unbereinigten spanischen realen Einzelhandelsumsätze von -11,3% zum Vorjahresmonat, nach -3,9% im März und nach -3,7% im Februar, laut den Daten des spanischen Statistikamtes INE.

Die Entwicklung der realen und unbereinigten Umsätze im spanischen Einzelhandel (Originaldaten von INE) jeweils im April seit 1998. Im April 2012 notierten die unbereinigten realen Einzelhandelsumsätze auf dem tiefsten Stand seit April 1998. Zum Hoch im April 2005 sank der reale Umsatz um -23,21%! Zu Bedenken gilt, hier handelt es sich um die realen Einzelhandelumsätze bereinigt nur um die offiziellen Preissteigerungen und damit um ein sogar noch positiv verzerrtes Bild!

Die Entwicklung der realen und saisonbereinigten Umsätze im spanischen Einzelhandel von Januar 1995 bis April 2012, laut den Daten von Eurostat. Im April 2012 sanken die realen und saisonbereinigten Einzelhandelsumsätze um kräftige -2,4% zum Vormonat, auf 80,53 Indexpunkte. Die realen Einzelhandelsumsätze notierten im April 2012 auf einem Niveau von Ende 1998. Mehr als ein Jahrzehnt reales Umsatzwachstum beim Einzelhandel wurde seit der Wirtschafts- und Finanzkrise und im Zuge der spanischen Austeritätsmaßnahmen komplett ausgelöscht! Seit dem Hoch im März 2007 mit 106,74 Indexpunkten ging es um reale -24,55% abwärts!

Ein klarer Fall von Griechenland-Style, nur diesmal geht es nicht um eine in der Relation kleine Volkswirtschaft, die bereits an den Fugen der Währungsunion kratzt, sondern um die viertgrößte Volkswirtschaft der Eurozone, die dem Euro-Experiment den Garaus machen kann. Wie in Griechenland so auch in Spanien, Einkommen, Konsum, Investitionen und Wertschöpfung schrumpfen Hand in Hand und zeigen das die Austeritätspolitik, wie sie in der Praxis vollzogen wird, als völligen wirtschafts- und finanzpolitischen Irrweg, als den direkten Weg in den Niedergang und mitnichten als Weg über Einkommens- und Konsumverzicht die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft wiederherzustellen. In einer Schuldenkrise sind Einkommen und deren Erhalt das A und O, alles andere führt in die Explosion der Kreditausfälle und in eine sich selbstverstärkende Abwärtsspirale.

Reloaded: Spanien: Doubtful Loans mit Rekord auf 147,968 Mrd. Euro, Spanien: detaillierte BIP Daten, Banco de España: negativer Target2 Saldo steigt weiter!, Banco de España: Feuer aus allen Rohren, Spanien: Immobilienpreise mit einer Rekordrate von -12,5% abwärts, Spanien: Industrieproduktion schrumpft mit -10,4%, Spanien: Land unter bei den PKW-Neuzulassungen

Quelle Daten: Ine.es/PDF reale Einzelhandelsumsätze in Spanien April 2012, Eurostat.ec.europa.eu/Datenbank Eurostat

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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82 KommentareKommentieren

  • MagnaBavaria - 29. Mai 2012

    Die Linie im Letzten Chart scheint in den freien Fall überzugehen…

  • Roland - 29. Mai 2012

    Und jetzt nehmen auch noch die Entlassungen im spanischen öffentlichen Dienst an Fahrt auf.

    Anekdotisch: In Katalonien z.B. sollen von den 500 Angestellten der Bodenagentur 203 entlassen werden.
    http://www.arena-info.com

    Brüning könnte es nicht besser machen.

    • Roland - 29. Mai 2012

      Und noch ein Zitat aus dieser Costa-Brava-Zeitung:

      “Die Wirtschaftskrise in ihrem vieretn Jahr und die hohe Arbeitslosigkeit haben bewirkt, dass in Spanien wieder mehr zu Grundnahrungsmitteln wie Reis, Nudeln und Gemüse gegriffen wird. (…) Omas, die in ihrer Jugend die Mangelernährung des Bürgerkrieges erlebten, verstehen sich nach Ansicht von Fachleuten besonders gut darauf, aus einfachen Zutaten ein schmackhaftes Gericht zuzubereiten. (..)”

      Der Kapitalismus in seinem Rückwärtsgang ist offensichtlich überreif und beginnt zu verfaulen.

  • Martin N. - 29. Mai 2012

    Wenn ein Land permanent über seine Verhältnisse gelebt hat, dann ist es doch positiv dass die Einzelhandelsumsätze sinken!

    • dank - 29. Mai 2012

      Na klar, genauso positiv wie arbeitslos, mittellos und obdachlos zu sein…

    • bronko - 29. Mai 2012

      über Verhältnisse gelebt, naja nachdem die Lohnzurückhaltung in Deutschland die Verhältnisse in den angeschlagenen europ. Volkswirtschaften zu stark gesenkt hat.

      hier werden permanent Ursache und Wirkung vertauscht, kommt mir auf jeden Fall so vor.

      analog:
      wenn ein Land permanent unter seinen Verhältnissen gelebt hat, dann wäre es doch positiv wenn die Einzelhandelsumsätze steigen.

    • Querschuss - 29. Mai 2012

      Hallo Martin N.
      wenn Einkommen, Konsum, Investitionen und Wertschöpfung Hand in Hand sinken steht das weder für wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, noch für Schuldentragfähigkeit, noch für Wettbewerbsfähigkeit, alles andere ist dummes neoliberales Geschwätz, bar jeder aktuellen Datenlage und durch 2 Jahre Austerität widerlegt. Noch schlimmer, diese Strategie führt in den Niedergang und es werden erst richtig Kreditausfälle und damit volkswirtschaftliche Schäden maximiert.

      Gruß Steffen

    • hunsrückbauer - 29. Mai 2012

      hallo Martin, diese Aussage ist wenig konstruktiv, es sei denn, sie sollte als satirische Randnotiz gelten.

    • Frank Bell - 29. Mai 2012

      “Ein Land” hat “permanent über seine Verhältnisse gelebt”?

      Wie geht denn so etwas?

      Da haben wohl eher einige Bonzen permanent über deren Verhältnisse gelebt…

  • bauagent - 29. Mai 2012

    Sicher stimmt es, dass die Austeritätspolitik einen beschleunigenden Charakter hat. Allerdings ist zu bedenken, dass Investitonsprogramme mit Aufschuldung auch nur aufschiebende Wirkung haben.

    Es gibt nur den Weg der Aufgabe des Währungskorsetts, egal ob man die eine oder die andere Seite der Medaille wählt.

    Ohne Korrektur der Umverteilungsfunktion unseres Systems von unten nach oben gibt es keinen Ausweg. Wir haben zuviel Geld angesammelt, das nicht mehr arbeiten will, sondern nur noch leistungslos noch nicht geschöpftes Geld ( Zinsen ) kassieren will, das von denen, die konsumieren sollen, erarbeitet werden muss.

    Ein solches Wachstum kann auf Dauer auch eine starke Volkswirtschaft wie Deutschland nicht
    mehr generieren, selbst wenn man die Löhne auf China Niveau treibt.

    Alles nur eine Frage der Zeit.

    Wir müssen uns langsam aber sicher damit beschäftigen, wie wir die systemische Schieflage aus Umverteilung über Urzins und Zineszins lösen wollen.

    • Querschuss - 29. Mai 2012

      Hallo Bauagent,
      es gibt wenig Grund anzunehmen, dass ich in Bezug auf das Währungskorsett anderer Meinung bin, die Konstruktion des Euro ist mit ursächlich, denn unter ihm verstärkten sich die Ungleichgewichte und die Unterschiede der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeiten zunehmend, alles hier im Blog ausführlich dokumentiert.

      Gruß Steffen

    • onepiece - 29. Mai 2012

      Volle Zustimmung.
      So zögern wir das unvermeidliche Ende nur hinaus und machen es noch schlimmer, als es so schon ist, weil wir die Fallhöhe noch erhöhen.

      Das Euro-Korsett hat aus meiner Sicht noch ein anderes, gleichermaßen großes Problem, das man schön analog zu dem “too big to fail” der Banken sehen kann.
      Bereits vor der Einführung des Euro gab es wirtschaftliche Schwierigkeiten. Diese waren aber meistens v.a. auf ein bestimmtes Land (klar, die “großen Krisen” haben viele betroffen, aber gemessen an der Zahl der Probleme, waren das ja nicht gar so viele, oder?) beschränkt, weil die Verzahnung nicht so stark war, wie sie es jetzt ist. Es konnte dann zu kleineren “Implosionen” kommen, weil das Gesamtsystem noch vorhanden war, aber eine “kleine Bereinigung” stattfand, was ja auch natürlich ist für eine Marktwirtschaft: Was nicht funktioniert, geht kaputt, so einfach, so natürlich.

      Mit dem Euro haben wir jetzt ein gewaltiges Geflecht an Abhängigkeit geschaffen, sodass eine “kleine Bereinigung” kaum noch möglich ist, weil wir ja eine Währung und einen immer stärker verzahnten Wirtschaftsraum teilen. Wir (bzw. genauer diese Clowns in Brüssel, Berlin, andere Hauptstädte) haben uns also bewusst der Möglichkeit dieser Bereinigungen beraubt. Wenn das nicht töricht ist, weiß ich auch nicht mehr…

  • hunsrückbauer - 29. Mai 2012

    verdammt Steffen, du machst das richtig gut, aber die Informationen werden immer schlechter; ginge es auch mal andersrum?

    Gruß und Grins

  • gustl - 29. Mai 2012

    Dem @hunsrückbauer stimme ich ohne Einschränkung zu und es folgt ein adäquater Scheck an Steffen von mir. Werden die Zahlen doch mal besser, dann kommt ein dicker Nachschlag – das soll aber keine Bestechung zur Verteilung guter Zahlen gegen die graue Realität sein …

  • Das Häschen - 29. Mai 2012

    Bedenkliche Entwicklung.

  • unglaublich - 29. Mai 2012

    Die Kurve, sowie die Jahreszahlen zeigen doch schön, ab wann Spaniens goldene Zeiten begonnen haben, bis zum Höhepunkt 07, als Spanien noch als die Mustervolkswirtschaft bezeichnet wurde.

    Interessant wäre noch ein Chart mit der Privatverschuldung gegenüber zu stellen.

    Vermutlich wäre dann – oh, Schreck, welch Überraschung – zu sehen welches Fundament die gegenüber der Pesoszeit das Wachstum der Einzelhandelsumsätze hatte.

    Mit “moral hazard” bezeichnet man ein Verhalten , das man nie gemacht hätte, wenn ein backup-System wie ein Nichtrauswurf aus der Eurozone nie vorhanden gewesen wäre.
    Genau wie die “systemrelevanten” Banken, gibt es “systemrelevante” Volkswirtschaften”, über dem thront der “obersystemrelevante” Euro.

    Ok, gut, alles systemrelevant und alternativlos – und prompt kommt die Klatsche.

    Systemrelevanz gilt für Organe für den menschlichen Körper – ansonsten wiederspricht Systemrelevanz und Alternativlosigkeit in keinster Weise einer natürlichen sozialen Ordnung.

    • Canpichurri - 29. Mai 2012

      @ unglaublich

      In Spanien wurde nie (!) mit Pesos bezahlt. Hier wird Spanien schon mit Mexiko (another failed state) in einen topf geworfen … unglaublich sowas hier zu verbreiten.
      Aber zu Ihrer Frage: Die Privatverschuldung stieg ungefähr bis 2010 exponentiell an (durch zu billige Kredite seitens der EZB befeuert). Erst im letzten jahr stagnierte sie bzw. fiel seitdem leicht. dennoch sprechen wir über ca. 100% BIP (nur Privatpersonen).

      Das wird nicht mehr gut ausgehen – aber in D sitzt man dabei nicht im Trockenen. Achtung! Madrid mag geographisch zwar mehr als 2.000 km entfernt liegen, aber nur ein klick auf dem Computer. Bei einem “bankrun” in Spanien wird auch D mit in die Tiefe gerissen.

  • unglaublich - 29. Mai 2012

    “entspricht Systemrelevanz und Alternativlosigkeit in keinster Weise einer natürlichen sozialen Ordnung” wollte ich schreiben..

    • Bernd Rickert - 30. Mai 2012

      In Tunesien ist ein scheinbar unscheinbarer Marthändler systemrelevanter gewesen als sämtliche Institutionen. In Griechenland mag es möglicherweise ein Apotheker gewesen sein. Systemrelevanz ist ein relativierbarer Begriff.

  • Frankenfurter - 29. Mai 2012

    Und wie stünde das Land da, könnte es seine Währung beliebig abwerten lassen ? Wie sähe es in den Einzelhandelsgeschäften heute aus, was wäre anders?

    • Querschuss - 29. Mai 2012

      Hallo Frankenfurter,
      frei floatende Währungen alleine sind natürlich keine Garantie für Erfolg, aber im Falle der Südperipherie der Eurozone ist eine Währungsunion mit Deutschland aberwitzig auf Grund der wirtschaftlichen Unterschiede.

      Abwertungen würden den Tourismus ankurbeln, steuernde Funktionen für mehr Binnenkonsum und Binnenwertschöpfung aber weniger Importe übernehmen, die Kostenstruktur durch eine Abwertung nach außen verbessern usw.

      Ansonsten hatte ich mal folgenden Vergleich, mag gelungen sein oder auch nicht, sieht natürlich jeder etwas anders:
      http://www.querschuesse.de/kern-des-problems-der-sudperipherie/

      Gruß Steffen

    • mitwisser - 29. Mai 2012

      Mit Sicherheit hätte es dann auch keine derartigen Übertreibungen gegeben, insbesondere bei den Immobilien und den nachgelagerten Boombranchen. Die Fallhöhe wurde dadurch immer höher. Zu allem Ungemach gibts auch noch Unmengen fertig gestellten Wohnungen die gar keiner braucht, so dass auf Jahre hinaus nur ein sehr geringer Bedarf an Neubauten vorhanden ist, was das Land weiter lähmen wird.
      Schuldlos sind die Spanier an diesem Desaster auch nicht, bzw haben sich halt leider verführen lassen.

  • hunsrückbauer - 29. Mai 2012

    ich will mich nochmals zu wort melden.
    Die EU ist die Tochter der EWG. Der € ist eine Tochter der EU bzw. ein Enkel der EWG, damit ist der Stammbaum klar – oder? Der Stammbaum ist Wirtschaft, nicht Demokratie; er ist kapitalistisch, betriebswirtschaftlich, vielleicht noch volkswirtschaftlich, doch nie und nimmer sozialstaatlich, völkerverständigend.
    Wer sich intensiv mit den EU-Richtlinien und VO beschäftigt, stellt immer wieder fest, dass es letztich um die Erleichterung oder Beeinflussung des Wirtschaftens geht.
    Mit Demokratisierung hat das Alles herzlich wenig zu tun, im Gegenteil. Jetzt ist diese Politik des Wirtschaftsdogmatismus offenbar an ihrem zenit angekommen und die Menschen sollen folgen. Folgen, ohne dass sie vorbereiet wurden, ohne sie zu locken, ihnen etwas erwartungsvolles zu verheißen, nachdem sie streben könnten, kurzum, ohne Vision und das schnell, damit das Wirtschaftsgefüge nicht zerbricht. So werden die Menschen im Namen Europas geknüppelt, geschlagen, verarmt, gedemütigt, doch die Forderung entlarvt sich selbst, alles im Namen des €, der nichts weiter ist als die Beseitigung eines der letzten Handels- ergo Wirtschaftshemmnisse innerhalb Europas, der Ksoten für den Währungstausch. Noch offensichtlicher und klarer hat es nur Merkel mit ihrer “marktkonformen Demokratie” formuliert. Spätestens da hätte jedem klar sein können, um was es geht. Es geht um die europäische Wirtschaft, nicht um die Menschen in Europa.

    • Bernd Rickert - 29. Mai 2012

      Der Euro erwuchs aus dem ecu, der zwar nicht so bekannt war, aber viel leichter auszusprechen ist. ü-ö-rhoo klingt nicht überlebensfähig.

  • Ronald - 29. Mai 2012

    Ob Austeritaet gut oder schlecht ist nach der Meinung von verschiedenen Leuten im Forum ist nicht worueber wir diskutieren sollten.

    Es ist einfach kein Geld da, nachdem die Leute in Spanien ueber ihre Verhaeltnisse gelebt haben.

    Klar kann man sagen, dann ueberweisen wir halt Geld von Deutschland, aber DE hat ja auch kein Geld. Der einzige Unterschied zwischen Spanien und Deutschland ist, das Deutschland sich “noch” Geld ueber Bundesschatzbriefe am Markt besorgen kann.

    Allerdings mit einer Staatsverschuldung von fast 90% ohne zukuenftige Pensionen mit eingerechnet, einer Bevoelkerung die nicht waechst und daher auch das reale Bruttosozialprodukt nur ueber Produktivitaetszuwaechse noch steigen kann, wird das Spiel auch nicht mehr lange gehen.

    Es gibt nur eine Loesung die keiner scheinbar will. Der Schuldenschnitt (und Austeritaet)

    Aber hier ist das Problem. Wenn wir uns Bankia in Spanien anschauen, da wird der Staat wohl um die 19 Milliarden Euro reinpumpen. Warum? Gute Frage!

    Bankia hat eine Bilanzsumme von ca 302 Milliarden Euro Ende 2011. Davon sind 129 Milliarden Spareinlagen. Weitere 56 Milliarden Euro sind langfristige Anleihen.

    Anstatt das Spanien sich noch schneller bankrott macht, haette so wie es im Gesetz vorgesehen, die Anleiheninhaber die 19 Milliarden Verlust tragen sollen und haetten im Gegenzug die Bank als Eigentuemer uebernommen.

    Das haette auch mit HypoRealestate und Dresdner Bank passieren sollen. Das System waere nicht zusammen gebrochen, denn der Debt/Equity Swap passiert uebers Wochenende und kein Sparer verliert einen Cent.

    Europa hat 2 Weltkriege mit zig Millionen Toten, der kompletten Zerstoerung der Produktionsstaetten in weiten Teilen, Hyperinflation, Spanische Grippe mit glaub ich 18 Millionen Toten, den Zerfall der UDSSR, die Russland Krise in 1998, die Asienkrise in 1997 in den letzten 100 Jahren ueberlebt.

    Was ich nicht verstehe ist warum Politiker und Leute so viel Angst davor haben wenn ein paar Banken pleite gehen und das in einen sooooooo schrecklichen Crash ausartet. Dies wird NICHT der Fall sein.
    Russland hat in einem Tag den Rubel um ca 70% abgewertet und das Bankensystem ging pleite.

    Kein einziger Mensch stirbt wie in den Weltkriegen, nicht eine Fabrik wird mit Bomben dem Erdboden gleich gemacht. Das heisst, alles Humankapital ueberlebt, alles an Produktivkapital ueberlebt, alles was in Forschung&Entwicklung gesteckt wurde ueberlebt. Das ist das Wichtige!

    Klar ein paar Tausend Banker verlieren ihren gut bezahlten Job. Aber ich bin sicher Europa kann das verkraften.

    • Querschuss - 29. Mai 2012

      Hallo Ronald,
      “Es ist einfach kein Geld da…” …Naja 18 Mrd. Euro flossen zur Rekapitalisierung der griechischen Banken, 19 Mrd. Euro an die spanische Bankia. Es ist Geld da, nur eben nicht zur Lösung der zu Grunde liegenden Probleme, für Jobs, Einkommen und einer wirtschaftlichen Entwicklung der Südperipherie, dem zentralen Faktor in einer Schuldenkrise um die Kreditausfälle nicht zu maximieren und die Schuldentragfähigkeit zu erhalten.

      Das Eurosystem flutete regelrecht das europäische Bankensystem, Bruchteile dieser Summen in den Aufbau einer industriellen Basis der Südperipherie mittels niedrigverzinster Kredite würden mehr bringen.

      Austerität lässt halt die Mitverursacher der Krise aussen vor und sozialisiert die Verluste beim kleinen Mann, der mit weniger Einkommen und Konsum die Zeche zahlen soll.

      Gruß Steffen

    • Lothar - 29. Mai 2012

      Sprech mal mit Russen ueber die 90iger Jahre. Viele zehntausende haben das nicht ueberlebt, verhungert, erfroren und die meisten gestorben weil Jelzin einfach gnadenlos die Krankenversicherungen privatisiert hat und die Leute das nicht finanzieren koennen.

      Das ist einer der Gruende warum Putin heute so beliebt ist wie Chavez bei den Armen.

    • Till - 29. Mai 2012

      Kein Geld da, das heist das Geld ist einfach weg?

      Zentralbankgeld ist in der Summe immer 0, das heist wenn überall nur Schulden zu sehen sind, muß es irgendwo riesiege Vermögen (in EXAKT gleicher Höhe) geben.

      Das ganze ist ein Umverteilungsproblem, das durch den Euro nur beschleunigt wurde. Zu lösen ist es nur durch eine entsprechende Besteuerung (an die Substanz gehende Vermögenssteuern, Erbschaftssteuern, stopfen von Steueroasen) oder Hyperinflation / deflationärer Crash / Krieg.

      Die ganze Sparerei ist auf den deflationären Crash ausgelegt (dem dann vor 80 Jahren Adolf folgte):
      Brüning/Merkel sparen -> Mehr Arbeitslose -> mehr notleidende Kredite/weniger Konsum -> Banken/Unternehmen gehen pleite-> weniger Steuereinnahmen -> Mehr sparen -> … -> Währungsreform (nach einem Krieg?).

      • Bernd Rickert - 29. Mai 2012

        Das kann man so nicht.verallgemeinern.
        Es wurden über günstige Kredite einige Werte geschaffen, deren Wertsteigerung als Sicherheit für weitere günstige Kredite genutzt wurde. Witzigereeise sind Kredite ebenfalls Werte, die im Wert steigen und fallen. Steigt der Wert wird der Wertzuwachs als Sicherheit für weitere Kredite genutzt. Fallen die Kredite im Wert ersetzen steigende Zinsen das fehlende Geld. Fält der Wert der Kredite weiter oder zu schnell, platzt die Blase. Dann fehlt das Geld.

      • Bernd Rickert - 29. Mai 2012

        Das kann man so nicht.verallgemeinern.
        Es wurden über günstige Kredite einige Werte geschaffen, deren Wertsteigerung als Sicherheit für weitere günstige Kredite genutzt wurde. Witzigereeise sind Kredite ebenfalls Werte, die im Wert steigen und fallen. Steigt der Wert wird der Wertzuwachs als Sicherheit für weitere Kredite genutzt. Fallen die Kredite im Wert ersetzen steigende Zinsen das fehlende Geld. Fält der Wert der Kredite weiter oder zu schnell, platzt die Blase, der Wertverlust aber bleibt bestehen. Nun fehlt das Geld. Man muss also zwischen Geld und Buchgeld trennen.

        • Bernd Rickert - 29. Mai 2012

          Sorry für das Doppel: Mobiltelefon, die Tasten sind so klein.

  • Erich - 29. Mai 2012

    Gibt es eigentlich auch Zahlen, welchen Umfang an der Wirtschaftsleistung die Bautätigkeiten insgesamt annahmen? Mich hat ein Kommentar in einem Krugmanblog stutzig gemacht, der meinte, dass in seinem Bereich (Telecom) in Spanien die Gehälter in den letzten 10 Jahren kaum nicht gestiegen wären. Klar gibt es noch andere Bereiche (eventuell SEAT), wo die Gewerkschaften höhere Löhne gut durchsetzen konnten, aber ich bin mir da nicht mehr so sicher.

    Wenn die Bautätigkeiten (mit allem was dazu gehört: Küche etc.) etwa ein Drittel oder gar die Hälfte des BSP ausgemacht hätten, dann wäre eine Lösung nur durch noch mehr leerstehende Bauten (so wie bisher) sicher nicht sinnvoll, und eine Umorientierung nicht so einfach.

    Ein weiterer interessanter Punkt wäre natürlich auch der Ersatz von steuerpflichtigen Tätigkeiten durch Schwarzarbeit. Wenn der familiäre Zusammenhalt in diesen Ländern tatsächlich grösser ist als bei uns, dann bietet sich so etwas natürlich sofort an (wäre ja auch nicht illegal, dem Onkel seine Waschmaschine zu reparieren, noch dazu, wenn der einen unterstützt). Arbeiten in Omas Garten können natürlich auch den offiziellen Gemüseabsatz verringern.

    Die Länder sind einfach sehr verschieden, und solche Zahlen sind da nur schwer zu interpretieren.

    • mitwisser - 29. Mai 2012

      Soweit ich mich erinnere war der Bausektor mindestens das dreifache von dem was in vergleichbaren Ländern gebaut wurde….und das über viele Jahre weg. Das erklärt dann auch die enorme Blasenbildung.

  • Steffen - 29. Mai 2012

    Wir Bürger werden für den Hochmut unserer/dieser Politiker teuer bezahlen!

    http://www.eurospethmann.de/pdf/p113_DS_Zurufe2012.pdf

    Banken UND Regionen wären vom Zentralstaat zu retten: “Die Wahrheit ist, Spanien kann es nicht alleine stemmen” http://www.format.at/articles/1222/521/329135/die-wahrheit-spanien

    Der spanische Staat hat offenbar kein Geld: Regierungsinsider: Spanien will Rettung der Bankia mit Hilfe der EZB. http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2012/05/29/regierungsinsider-spanien-will-rettung-der-bankia-mit-hilfe-der-ezb/

  • Ronald - 29. Mai 2012

    Hallo Steffen,

    die 18 Milliarden die an griechische Banken flossen, kommen natuerlich nicht von Griechenland genauso wenig die 19 Milliarden die an Bankia gehen.

    Hier ist der Ursprung des Geldes:

    The funds were transferred from the European Financial Stability Fund to the Hellenic Financial Stability Fund, a Greek body charged with releasing them to Greek banks.

    Mit freundlichem Gruss vom EFSF und dem deutschen Steuerzahler.

    So werden die Verluste in Spanien sozialisiert an den kleinen Mann in Deutschland.

    • Querschuss - 29. Mai 2012

      Hallo Ronald,
      “die 18 Milliarden die an griechische Banken flossen, kommen natuerlich nicht von Griechenland genauso wenig die 19 Milliarden die an Bankia gehen.”…. Ebend, deshalb wäre es ja auch sinnvoller, wenn schon auch der deutsche Steuerzahler im Boot sitzt, dass dieses Geld nicht ausschließlich verwendet wird um die U-Boote (Banken) zu fluten, sondern wenn dann um die zu Grunde liegenden Ursachen der Probleme zu beseitigen (Wiederherstellung von wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und damit auch Abbau der Ungleichgewichte), dass kann auch gerne beinhalten Zombiebanken den Hahn abzudrehen wenn es zweckmäßig ist. Eine steigende Arbeitslosigkeit, schwindende Einkommen, sinkender Konsum, kollabierende Investitionen und stark schrumpfende Wertschöpfung in der Südperipherie helfen den ungefragt ins Boot genommenen deutschen Steuerzahler nicht, sondern sichern nur den potentiellen Zahlungsausfall des Schuldners.

      Gruß Steffen

  • hunsrückbauer - 29. Mai 2012

    ich kann nicht anders!
    @ Ronald,
    natürlich ist Geld da!
    Die EZ hat rund 1 Billion € in das Banken-, als Geldsystemträger gepumpt, die es umgehend zu 80% wieder bei der EZB overnight hinterlegen.
    Dass ein Systemträger dem anderen nicht traut, ist ja eine Ente, denn die Systemträger bekämpfen sich ja untereinander. Eines der Welt größten Institute, die DB bspw., die rund 30% des weltweiten Devisenhandels abwickelt hat halt eben einen Infovorsprung. Den nicht zu nutzen, wäre zwar sozialstaatlich moralisch integer, aber shareholderfeindlich. Wie sonst ist zu erklären, dass der DB solche – mehr oder weniger – renomierten Banken wie ikb, WLB u. a. auf kurz vor Toresschluß noch auf den Leim gegangen sind. Wie sonst ist es zu erklären, dass der scharlachrote Peer die HRE einen Tag nach Ablauf der Gewährleistung durch die HVB mit viel Geld retten muß?
    Erkläre mir das mal bitte.
    Also, Geld ist da, massen weise, es gibt aber eben nur sehr wenig Angebot um eine Rendite von 25% u. m. zu erzielen, da muß man schon ins Risiko gehen. Und da angestellte Unternehmenslenker ja nichts zu verlieren haben, auch dann nicht, wenn sie das Unternehmen, das sie beschäftigt, in die Grütze fahren, gehen die natürlich volles Risiko und finanzieren auch schon mal Projekte auf Halde. So gibt´s auf der einen Seite Zinsen für die ausgeliehenen Kredite und gleichzeitig wird auf die Pleite mit PUTs spekuliert (s. JPM + GR). Die Bank geht u. U. über die Wupper, das Management gewinnt hingegen immer, denn es ist das Netzwerk das dafür sorgt, es sind die Leichen, die ein jeder im Keller hat, von denen der andere zwar weiß, es aber nicht an die Glocke hängt. Und damit das so bleibt, wird halt gepokert. Wer zuerst zuckt hat verloren.

  • Thomas - 29. Mai 2012

    Austeritätspolitik kann keine Schuldenkrise lösen, im Gegenteil, sie beschleunigt die Krise.

    Allerdings helfen auf lange Sicht auch keine Konjunkturprogramme oder sonstigen Massnahmen zur nachhaltigen Ankurbelung der Wirtschaft mehr, da der ganz überwiegende Teil Europas in eine völlige Überalterung reingleitet.

    Konjunkturprogramme greifen nur, wenn das Vertrauen der Akteure da ist (ist nicht mehr der Fall !) und wenn es Konsumenten gibt, die die langfristig angelegten Programme auch annehmen (dies ist auch nicht mehr der Fall, denn die Rentner werden jetzt sicherlich keine Familien mehr gründen bzw. sie werden sicherlich nicht mehr zu Existenzgründern). Das heisst insbesondere die deutsche oder die italienische Wirtschaft ist aufgrund des zu erwartenden immensen Umsatzausfalles der der demografischen Entwicklung der nächsten 10 Jahre geschuldet ist ohnehin zum Zusammenbruch verurteilt. Dies wäre der Fall auch ohne Schuldenkrise.

    Insofern ist jegliche Massnahme zum Scheitern verurteilt und jetzt geht es nur darum, dass diese historisch betrachtete beispiellose Schuldenorgie ein Ende nimmt, zusammenbricht und nicht noch mehr Menschen in Schulden getrieben werden. Deshalb bin ich für die Austeritätspolitik.

    In jedem Neuanfang liegen große Chancen. Nur muss dieser jetzt endlich herbeigeführt werden.

    Thomas

    • dank - 29. Mai 2012

      Interessanter Gedankengang. Das könnte auch ein Lösungsweg sein: Immer für das Konstrukt sein, dass den Zusammenbruch bzw. diesen beschleunigt und fördert, damit dieser schneller eintritt…
      Vielleicht denkt die Politik im Euroraum so? Bislang haben die Handlungen auch genau immer zu einer Beschleunigung geführt. Der Gedanke ist aber schon viel zu optimistisch. und weiß auch nicht wie der ESM da ins Bild passen soll.

    • Roland - 29. Mai 2012

      @ Thomas

      Jetzt wird mal wieder der alte Ladenhüter “Demographische Entwicklung” bemüht.

      Gäähn.

      Produktivität schlägt Demographie,
      d.h. auch wenn der Quotient Jüngerer zu Rentnern kleiner wird, gibt es statistisch weder ein Problem der Versorgung der Rentner noch eine gleichzeitige Erhöhung des Lebenstandards der Jüngeren. (Produktivitätssteigerung pro Jahr 2-3% ist normal, der Alterungsquotient hingegen sinkt nur um 0,3% pro Jahr – also völlige Phantomschmerzen der Demographie-Debattierer)

      Demographie-Debatte ist reines Ablenkungsmanöver derjenigen, die vom Kapitalismus nicht sprechen wollen.

  • Mickleel - 29. Mai 2012

    @ querschuss

    kann man den Ausdruck: “über die Verhältnisse gelebt”, der zum Grundtenor der Medien gehört, tatsächlich stehen lassen, wenn man sich überlegt, wie viele Produkte quasi überproduziert werden? Ich würde es ja verstehen, wenn es um Dinge geht, die für die Existenz nötig sind, wie Grundnahrungsmittel oder wichtige Rohstoffe, mit denen man verschwenderisch umgegangen ist. Aber bei Geld, welches elektronisch über eine Buchung im Computer generiert wird, tendiert dieser Spruch doch in Richtung Populismus, oder Steffen?

    lg

  • MagnaBavaria - 29. Mai 2012

    Der BDI Index gab heute schon wieder nach.
    http://www.dryships.com/pages/report.asp

  • Steffen - 29. Mai 2012

    Video: Violent protests erupt in Spain over government austerity measures via @Telegraph http://soc.li/A4oiCsF

    • Frank Bell - 29. Mai 2012

      Wer die Flagge der spanischen Republik schwenkt, ist jemand, der die Nonennvergewaltigungen zur Zeit der Republik gut findet. Mit solch abartigen Typen würde ich nicht demonstrieren wollen, auch wenn sie mit der Ablehnung des Katastrophen-Kapitalismus (Naomi Klein) in der Sache recht haben.

  • Mtaege - 29. Mai 2012

    Zum Demographie Märchen.
    Ich finde es ja witzig, dass es immer wieder benutzt wird, aber wenn man sich mal vorstellt, dass als der 2. Weltkrieg war, nicht mal i/3 er jetzigen Bevölkerung den Planeten besiedeltet, als ca 2 Mrd Menschen lebten, und da generationen auf den Schlatfeldern verblutet sind, bedenkt man auch, dass es um 1870 ca 1 Mrd Menschen lebten, und wir heute, mehr als 7 Mrd sind, sollte sich diese Debatte vielleicht erübrigen. Nur mal so zum Vergleich, im Historischen Durchschnitt lebten ca 500 Mio Menschen auf der Erde. Selsbt in Zeiten der Römer und Griechen, waren es ca 370 Mio, wobei alleine das Römische Reich ca 50 Mio umfasste. Also wo ist da nun die Katzastrophe, wenn sich die Bevlkerungsentwicklung etwas weniger rasant beschleunigt, und einige Regionen sich etwas mehr zusammen reißen?

    Und über die Verhältnise gelebt.
    Die Produktion ist darauf ausgelegt, dass soviel Konsumiert wird. Bricht die Nachfrage ein, haben wir entsprechend überkapazitäten. Bricht die Nachfrage in solchen Größenoordnungen ein, hat das also keine Folgen für die Produktion? Wo wird den wohl viel Produziert? Klingelt es? Dieser ganze Mist, wird uns noch dermassen auf die Füße fallen, dass “über die Verhältnise gelebt” bald zu unfloskel der Jahrzehnts gekürt werden wird…
    Ihr habt Angst vor Inflation?
    Gute Nacht Deutschland, bei soviel nicht Hirnschmalz, was uns Medien und Wirtschaftsexperten auftuschen..

  • Thomas - 29. Mai 2012

    @ Roland,

    “… Gäähn …”

    Ich hoffe Du bist nicht schon ganz eingeschlafen bei der Demografiediskussion….

    Schau Dir einfach mal die Entwicklung der Geburtsraten seit Ende der 50er und 60er Jahre an.

    Es ist recht simpel. Substanziell weniger Menschen in Deutschland bedeutet auch entsprechend weniger Nachfrage. Ein so hohes Schuldenniveau kann nicht mit einer stark nachlassenden Nachfrage abgetragen werden. Das versteht sich doch von selbst, oder ?

    Thomas

    • Roland - 29. Mai 2012

      @ Thomas

      Wieso soll weniger Bevölkerung weniger Nachfrage bedeuten ?

      Nehmen wir an, in 30 Jahren leben hier statt 80 Mio “nur” noch 70 Mio Menschen.
      Wenn die Nachfrage in den 30 Jahren pro Kopf nur um real 15% steigt (pro Jahr also deutlich unter 0,5% pro Kopf), ist die Summe der Nachfrage unverändert.

      Bitte erst nachdenken, anstatt nachgeplapperte Satzhülsen der Mainstream-Medien zu posten.

  • Baron von Tinne - 29. Mai 2012

    Mich stört ein wenig die Aussage dass die Probleme in der Südperipherie nur mit dem Sparkurs zusammenhängen:

    Erstens: wer spart denn eigentlich? Sparen heisst für mich dass wenn ich 100 einnehme dann eben nur 99 ausgebe, dann spare ich einen Euro. Die Südländer sparen ja nicht, die geben auch heute noch mehr aus als sie einnehmen, so wie in den letzten Jahren (bei Italien würde ich von Jahrzenten spechen). Also es wird nur ein bischen weniger Geld verfeuert, aber vom Sparen habe ich noch nichts gesehen.

    Wenn jemand eine Zauberformel bereit hat für die Sanierung der Südländer dann würde ich das gern in Erfahrung bringen, ich kenne keine Zauberformel, und einfach sagen dass man nicht sparen sollte weil das der Wirtschaft schadet würde ich schon fast als kindisch bezeichnen, es führt kein Weg vorbei an wirtschaftlichen Schmerzen, und dies deshalb weil man in der Vergangenheit schwer gesündigt hat, und wenn man sündigt kommt früher oder später die Rechnung präsentiert.

    Ich will mit meiner Aussage nur sagen dass auch mit einer anderen Politik die Probleme nicht kleiner wären.

    • Querschuss - 29. Mai 2012

      Hallo Baron von Tinne,
      “Mich stört ein wenig die Aussage dass die Probleme in der Südperipherie nur mit dem Sparkurs zusammenhängen” ….es steht ausser Zweifel das während einer Rezession, prozyklisches Sparen, bei den Ausgaben des Staates und aufoktroyierten Kürzungen bei Renten und Sozialleistungen und vor allem bei Löhnen bis hinein in die Privatwirtschaft eine Rezession verstärkt. Wenn dies auch noch unterentwickelte Volkswirtschaften betrifft und dies zusammen mit drastisch sinkenden Investitionen einhergeht ist dies de facto der Garantieschein für den Niedergang, zu dramatisch steigenden Kreditausfällen und zu einer sinkenden Schuldentragfähigkeit.

      Das dich solche Aussagen stören – bitte das hast du umsonst, die Entwicklung wird auf Einzelschicksale- und meinungen keine Rücksicht nehmen. ;)

      Griechenland geht bereits ganz klar den Weg in den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Kollaps innerhalb der Währungsunion oder wird den Euroraum verlassen, wenn Spanien folgt ist Schluss mit lustig und flotten Sprüchen, denn dann werden auch die Deutschen schmerzlich erfahren, dass wenn ihre Schuldner nicht die Schulden mit wirtschaftlicher Leistungskraft unterlegen, es eben zum Ausfall für die Gläubiger kommt, mit allen Konsequenzen.

      Gruß Steffen

  • Thomas - 29. Mai 2012

    @ Dank,

    Fakt ist, dass Merkel und Schäuble ein sehr genaues Bild von den derzeit dramatischen wirtschaftlichen Entwicklungen in Europa haben.

    Weshalb sie so reagieren, wie sie reagieren bleibt spekulativ.

    Die von Merkel getroffenen Massnahmen sind nicht schlüssig: Auf der einen Seite sparen, auf der anderen Seite wirft sie das Geld mit vollen Händen zum Fenster raus (ESM).

    Der ESM bleibt m.E. das größte Rätsel der letzten Jahrzehnte. Die dort getroffenen Bestimmungen werfen meine ganze Erziehung und bisheriges Weltbild komplett über den Haufen. Jegliche Rationalität ist ausgeblendet. Hat jemand in seinem Leben schon einmal einen solchen Blankoscheck in dieser Höhe ausgestellt bekommen ?

    Unabhängig davon, dass die Staaten finanziell gar nicht in der Lage sind völlig aus der Kontrolle geratene Finanzmärkte die Stirn zu bieten. Und die ganz überwiegende Mehrheit der Abgeordneten in Berlin bedient sich derzeit nur noch einem einzigen Rechtfertigungsargument für den ESM: “Brandschutzmauer errichten”.

    Gruß,

    Thomas

  • klaus - 29. Mai 2012

    Schicksalsjahre einer Kanzlerin !

    Es ist vorbei !

    Deutschland wird einen neuen Kanzler haben.

    http://www.handelsblatt.com/politik/international/allianz-gegen-merkels-rettungsschirm-politik-wutbuerger-sammeln-sich-zum-euro-angriff/6684206.html

    Es wurde auch Zeit !

    ;)

    • TrooperCooper - 29. Mai 2012

      APO des Grauens. Sinn, Henkel, Sarazin und Co. als Geistige Väter. Na dann gute Nacht, Deutschland.

  • Baron Von Tinne - 29. Mai 2012

    Hallo Steffen,

    das was du sagst hat schon eine gewiss Logik, bei den Südländern greift diese Keynesianische Theorie aber nicht.

    Erstens: sie sind schon zu hoch verschuldet um Nachfrage über neue Schulden zu finanzieren.

    Zweitens: das Euro Korsett lässt den Südländern keinen Spielraum, der Euro entwickelt sich zum Alptraum für die Südländer.

    Gibt es eine funktionierende Lösung? Mir fällt nichts vernünftiges ein, man wird früher oder später einen Reset machen müssen und wieder bei null anfangen. Traurig aber wahrscheinlich wahr, bin überzeugt dass Ausgabepolitik das Problem nicht löst, kurzfristig könnte es helfen, langfristig wäre es eine Katastrophe.

    • Querschuss - 29. Mai 2012

      Hallo Baron von Tinne,
      zweitens einer Meinung, erstens ist deine Interpretation, meine Meinung, aus wirtschaftlicher Leistungskraft entsteht auch Konsum, um unterentwickelte Volkswirtschaften fit zu machen muss investiert werden, am besten in die Schwachstellen, also in den Aufbau einer industriellen Basis, Kredite für Konsum helfen sicher kaum, sondern kurbeln nur den Import an.

      Gruß Steffen

  • klaus - 29. Mai 2012

    Du hast vielleicht bei Sarazin Recht.
    Und Henkel ist auch kein Menschenmagnet.

    Aber die Anderen ?

    Aber es geht uns doch so gut.
    Da kann doch nix passieren.

    Allvater KOHL hat doch nur das Beste für
    Deutschland gewollt.

    Ehrenwort.

  • hunsrückbauer - 29. Mai 2012

    hier noch einmal als kurze Zusammenfassung:
    € = 30% des Welthandels = Alternative zum $
    € = schnell umlaufende Welthandelswährung
    € = Handel = Wirtschaft = pol. EInfluß

    Wer an pol. EInfluß gegen die untote USA und die (noch) jugendlichen BRICS zurückstecken will, soll den € töten, dann aber mit allen Konsequenzen für Europa´s Kinder und Enkel. Für mich klingt das so, als würde der Überbringer der schlechten Nachrichten gehängt, dabei ist der € nur die Flagge, die die Windrichtung anzeigt. Europa ohne € ist und bleibt ein Vasall der USA mit Krieg, Krieg und nochmals Krieg. Wer Krieg will, dann bitte mit allen Konsequenzen.

    Der € zeigt den Murks, den Weigel und Kohl einfädelten um ein vereintes D zu erreichen. Er ist genauso ein Versprechen wie die blühenden Landschaften im Osten.

    Das Versprechen muß ausgefüllt werden und da haben unsere Volksvertreter viel zu viel der Wirtschaft (EWG, EG, EU) überlassen. 2008 als es eng wurde begannen eben die Nutznießer als zusätzliches Pfund die Menschen in die EU zu drücken, doch die wehren sich, also muß man sie gefügig machen mit Austerität, Sparfanatismus, Pleiten, Angst, damit nicht G. O.

    Die EU ist ein kapitalistischer Wirtschaftsraum, mehr nicht, d. h. aber auch, die EU ist keine Demokratie und so versuchen die Vasallen des Kapitals, allen voran das deutsche Murksel mit ihrer marktkonformen Demokratie, die Menschen als zusätzliche human ressources ins System zu pressen.

    Wir stehen mächtigen Henkern des mächtigen Feindes Kapital gegenüber. Sie haben alles, was zum Leben einer Gesellschaft wichtig ist, unterwandert, Informationen und Medien, sogar den Staat als Ordnungseinheit einer Nation.

    Die wenigsten haben es bisher begriffen, wir müssen da raus, unsere demokratie EU fordern und formen, doch das ist GR. Dafür brauchen wir den € und nicht Länder, Staaten, Völker, die wir da raus drängen. Der € ist unsere Waffe. Wenn wir Demokraten ihn erst freigeben, wenn der Preis mit dem Kapital dafür verhandelt wurde, ist das Kapital nur mehr Verhandlungspartner und nicht mehr Selbstzweck. Wir müssen unsere Mitbestimmung einfordern, auf der Strasse, in @ an Abgeordnete, im www.

  • unglaublich - 29. Mai 2012

    TrooperCooper – 29. Mai 2012 Antworten

    “APO des Grauens. Sinn, Henkel, Sarazin und Co. als Geistige Väter. Na dann gute Nacht, Deutschland.”

    Das Buch gelesen?

    Sarazin interessiert keine historische Schuld, ihn interessiert auch keine polemische Aussagen wie scheitert der Euro, scheitert Europa.

    Er belegt aufgrund von Zahlen, Daten, Diagramme dass

    a) weder Deutschland in dem Maße vom Euro profitiert hat wie es gern Glauben gemacht wird.
    Laut Sarazzin sind die höchsten Zunahme deutscher Exporte in den Nicht-EU Länder zu verzeichnen.
    Danach in die EU-Länder ohne Euro
    Dann in die Euro Länder.

    b) der Euro keinen signifikanten Wohlstand in die EU-Länder gebracht hat.
    Er meint, den “Netto” Wohlstand, damit den Wohlstand der nicht durch Kredit aufgebläht wurde, sondern durch reelle Exporte gegenfinanziert wurde, bzw der Wohlstand wenigstens durch innovative Entwicklungen der heimischen Industrie untermauert wird.

    c) durch den Wegfall der Abwertung einer eigenen Währung, das Regulativ fehlt einfach um die Verantwortlichen der einzelnen Länder zu geeigneten Gegenmaßnahmen greifen zu lassen.
    Und zwar früh genug um gegensteuern zu können.

    usw..

    • Roland - 29. Mai 2012

      @ unglaublich

      Sarrazin ist bekanntlich verantwortlich für die Festlegung des tödlichen Umtauschkurses von D-Mark zu DDR-Mark. Damit hatte er die DDR-Industrie in den Orkus geschossen.

      Jetzt behauptet er in seinem Buch, die Länder der Süd-Peripherie hätten kein Nachfrage-Problem, sondern nur ein Struktur-Problem.
      Der ganze neoliberale Quark also, dessen “Rezepte” in eine Große Depression münden können.

    • Querschuss - 29. Mai 2012

      Hallo unglaublich,
      zu a) und b), hast du zu solchen Erkenntnissen wirklich Sarrazin gebraucht?

      Gruß Steffen

  • Voltaire - 29. Mai 2012

    RESET

    Noch vor dem Staatsbankrott in Deutschland ist der Artikel 115 GG wie folgt abzuändern:

    „Artikel 115
    (1) Die Ausgaben der öffentlichen Hand dürfen die Einnahmen aus Steuern und Abgaben nicht übersteigen.

    (2) Schuldverschreibungen, (Zwangs)Anleihen, Aufnahme von Krediten, die Emission von (Bundes)Wertpapieren oder anderer Finanzierungsinstrumente und deren Handel seitens der öffentlichen Hand sind verboten.

    (3) Die Steuerbelastung der Bürger aus allen zu erzielenden Einkünften und dem EBIT nach den internationalen Rechnungslegungsvorschriften (IFRS) mit Stand „Datum“ bei Selbstständigen, juristischen Personen und Personengesellschaften ist gleich hoch und beträgt maximal 15 Prozent im Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember eines jeden Jahres.

    (4) Auf alle Waren und Dienstleistungen wird eine einheitliche Umsatzsteuer erhoben, die maximal 15 Prozent beträgt. Eine darüber hinausgehende Besteuerung von Waren und Dienstleistungen ist verboten.

    (5) Öffentlich-rechtliche Abgaben an Bund, Länder und Gemeinden sind zweckgebunden zu erheben und dürfen den Grenzabgabensatz von 20 Prozent vom Jahreseinkommen gem. Satz (3) nicht übersteigen. Bei Übeschreitung vom Grenzabgabensatz ist der darüber hinausgehende Betrag im ersten Quartal des Folgesjahres von der öffentlichen Hand (zzgl. 3 Prozent über dem Basiszinssatz nach BGB) zurück zu zahlen. Auf Rechnungen sind Steuern und Abgaben getrennt auszuweisen.

    (6) Zwangsabgaben und -steuern auf bereits versteuertes Privatvermögen sind verboten (Doppelbesteuerung, Entfall der Erbschafts- und Schenkungssteuer, Hauszinssteuer, Lastenausgleich, Zwangsanleihen, etc.). Weiterhin darf Privatvermögen nicht vergemeinschaftet werden (Art. 15 Grundgesetz wird ersatzlos gestrichen).

    (7) Die Legislative und Exekutive haften vollumfänglich bei Verletzung der Sätze (1) bis (6). Die Immunität der Abgeordneten ist bei Gesetzen zum Bundeshaushalt aufgehoben. Des Weiteren haben alle Abstimmungen zu Gesetzen betreffend des Bundeshaushaltes stets in namentlicher Abstimmung zu erfolgen.

    (8) Eine Änderung (Ergänzung, Wegfall oder im Inhalt) der Sätze (1) bis (7) bedarf einer 2/3 Zustimmung von mindestens 50 Prozent der wahlberechtigten deutschen Staatsbürger.

    Um zu verhindern, dass Banken nach der Währungsreform wieder zu „Zockerbuden“ verkommen, gilt es folgende Punkte – neben anderen – umzusetzen:

    1. Das Investmentbanking ist von dem der Geschäftsbanken nach dem s. g. Glass-Steagall Act zu trennen.

    2. Finanzmarktregulierung durch Verbot von Schattenbanken bzw. Schattenbanksystemen

    3. Rückführung der geld- und währungspolitischen Souveränität der Europäischen Zentralbank auf die Deutsche Bundesbank (GG Art. 88 ist auf die ursprüngliche Fassung vom 23. Mai 1949 abzuändern, Protokoll (Nr. 4) – Amtsblatt C115/230 über die Satzung des europäischen Systems der Zentralbanken und der Europäischen Zentralbank sowie weitere EG-Gesetze bzgl. „Nationaler Währungshoheiten“ sind außer Kraft zu setzen ). Der Deutschen Bundesbank obliegt die alleinige Verantwortung für die Geldpolitik sowie Sicherstellung der Währungsstabilität in der Bundesrepublik Deutschland.

    4. Von Weisungen Dritter (z. B. Exekutive – Bundesregierung) ist die Deutsche Bundesbank unabhängig. Die Bestellung des Präsidenten und des Vizepräsidenten sowie eines weiteren Mitglieds des Vorstandes auf Vorschlag der Bundesregierung entfällt ebenso wie das Vorschlagsrecht der übrigen drei Mitglieder seitens des Bundesrates im Einvernehmen mit der Bundesregierung. Weitere Anforderungskriterien sind unter Pkt. 7 gelistet.

    5. Die Eigenkapitalquote der Geschäftsbanken muss mindestens 20 Prozent bei Investmentbanken mindestens 35 Prozent betragen

    6. Haftung der operativen Geschäftsführung (CEO, CFO, etc.) der Deutschen Bundesbank, Geschäftsbanken als auch Investmentbanken bei grober Fahrlässigkeit mit bis zu 70 Prozent des gesamten Privatvermögens. Das Privatvermögen der Vorstandsmitglieder ist offenzulegen.

    7. Besetzung der operativen Geschäftsführung der Deutschen Bundesbank, Geschäftsbanken, Investmentbanken als auch deren Aufsichtsräte (Aktiengesellschaften) bzw. Verwaltungsrat (Landesbanken) mit Experten, welche Basel II/III als auch das KWG (Kreditwesengesetz) vom Inhalt her kennen und auch anzuwenden wissen. Darüber hinaus dürfen die Mitglieder der Verwaltungsgremien keiner Partei angehören, müssen mindestens 45 Jahre alt sein und nachweislich mehr als 10 Jahre in einer Führungsposition bei einer international aufgestellten Bank- oder Versicherungsgesellschaft gearbeitet haben. Ein Wechsel von der operativen Geschäftsführung in den Aufsichtsrat oder umgekehrt ist frühestens nach Ablauf von drei Jahren nach Ausscheiden innerhalb der Bank und/oder ihrer Tochtergesellschaften erlaubt. Wechselseitige Mandate, z.B. CEO einer Bank A sitzt im Aufsichtsrat der Bank B, sind ebenso verboten wie die Wahrnehmung von mehr als 2 Mandaten in Aufsichtsräten börsennotierter Aktiengesellschaften.

    8. Zulassung aller handelbaren Bankprodukte einschließlich deren Zertifizierung von einem staatlich unabhängigen Institut.

    9. In Anlehnung der Goldumlaufwährung der Deutschen Reichsbank zwischen 1876 und 1914 muss die M1 Geldmenge zu 100 Prozent und die M2 Geldmenge mindestens mit 20 Prozent durch Edelmetalle (Gold, Silber, Platin, Palladium) gedeckt sein. Edelmetalle dürfen nur physisch (zu einem von einer unabhängigen Notenbank – wie z. B. Deutsche Bundesbank – festgelegten Preis) erworben und veräußert werden, ein Derivatehandel bzw. – geschäfte mit Edelmetallen ist verboten.

    Weitere Maßnahmen (Liste unvollständig):

    - Verbot staatlicher Subventionen an das verarbeitende Gewerbe / Industrie, Land- und Forstwirtschaft sowie Handel

    - Einführung eines Mindestlohnes für alle abhängigen Beschäftigten (in Dtl.: mindestens 10 EUR/Std.)

    - Einführung von Kapitalverkehrskontrollen

    - Aufbau einer von Politik, Wirtschaft und Banken unabhängigen nationalen Ratinagentur

    • RB - 29. Mai 2012

      Soll das sowas wie der neoliberale Endsieg, in Gesetzesform gegossen, sein?
      Sie haben jedenfalls den Artikel vergessen, “jeder Bundesbürger hat das Recht, eine Waffe zu tragen”, denn ohne einen solchen kann man in Ihren zukünftigen Staatsfragmenten kaum lange überleben.

  • unglaublich - 29. Mai 2012

    @Thomas

    “Weshalb sie so reagieren, wie sie reagieren bleibt spekulativ.
    Die von Merkel getroffenen Massnahmen sind nicht schlüssig: Auf der einen Seite sparen, auf der anderen Seite wirft sie das Geld mit vollen Händen zum Fenster raus (ESM).”

    Das sind die Auswirkungen wenn eine Ideologie sich nicht mit der Realität vereinbaren lässt.
    Ich glaube das nennt sich kognitive Dissonanz, d.h. habe ich mich einmal festgelegt, muß jede von meiner Festlegung abweichende Entwicklung ausgeblendet werden, danach folgt die Übersprungshandlung, die wiederum insistiert, jede Fehleinschätzung ist um Gottes Willen nicht zu reflektieren, sondern mit noch größerer Anstrengung, sei es Irrsinn oder nicht, herbeizuführen.
    Aus diesem Grunde gibt es EsEF, ESM, Bail-Outs, usw..

    Kurz: Es darf nich sein, was nicht sein darf.

    Ich möchte nur noch SCHWESTER, die PILLEN bitte, rufen..

    • Thomas - 29. Mai 2012

      @ unglaublich

      Das ist doch eine interessante Erklärung – kognitive Dissonanz – Muchas gracias…

      Un saludo,

      Thomas

  • unglaublich - 29. Mai 2012

    Hallo Steffen,

    ich habe weder zu a) noch zu b) Sarrazin gebraucht.

    Aber Sarrazin hat es in nachvollziehbarer, unaufgeregter und für jeden Durchnittsbürger verständlichen Sprache geschrieben, mit Quellennachweise für jede seiner Schlußfolgerungen ohne den Anspruch zu haben allgemeingültig zu sein bzw. den geneigten Leser auf irgendwas lenken zu wollen.

    Es gibt nichts was er schlussfolgert, was nicht durch Zahlen, Diagramme und Statistiken unterlegt ist.

    Die üblichen populistischen Phrasen werden komplett, analytisch, fundiert bis in die kleinste Details auseinandergenommen und auf den Wahrheitsgehalt geprüft.

    Mehr macht Sarrazin tatsächlich nicht.

    • Querschuss - 29. Mai 2012

      Hallo unglaublich,
      Sarrazin ist Teil des Systems, hat nachdem er federführend als Finanzsenator die Berliner Steuerzahler geknebelt hat, mit dem Bailout der Berliner Bankgesellschaft und alle am Rande liegenden Pfründe in x Aufsichtsräten abgegrast hat und auch noch den Bundesbänker mitnahm, mit Gespür auf populistische Themen gesetzt und nun als Trendsetter, das Finale des Euro im Visier auch auf dieses Thema gesetzt und lässt sich dieses, mit seinen Büchern vergolden. Hätte er bei Einführung des Euro, oder wenigstens 2007/08/09 diesen kritischen Euro-Schwenk gemacht ok., so ist es für mich nur die Spürnase eines Populisten. Zahlen, Diagramme und Statistiken gibt es auch hier, konsistent dargelegt und über Jahre dokumentiert und seit langem kritisch zum Euro-Experiment und seinen inkludierten Verwerfungen. Um auf a) und b) zu kommen braucht man keinen Sarrazin.

      http://www.querschuesse.de/divide-et-impera/

      http://www.querschuesse.de/gefahr-fur-den-euro/

      Gruß Steffen

      • Bibliophilosoph - 29. Mai 2012

        Zu Sarrazin möchte ich auf die Bibel verweisen:

        “An ihren Früchten werdet Ihr sie erkennen!”

        Nicht an ihren Taten, oder gar Worten, sondern nur an den Ergebnissen!

        Jemand wie Sarrazin, dessen Lebensweise in vollkommenem Scheitern der eigenen Familie endete, dessen eigener Sohn von Hartz IV lebt, soll die Fresse halten. Selber zu blöd zum W..XX’n aber anderen erklären wollen wie das Kindermachen geht.

        Er ist der Paradetyp eines langjährigen hochgedienten Systemlings, dem angesichts des Ergebnisses seines Tuns im Großen der Arsch auf Grundeis geht und der um seinen Hals zu retten nicht nur einen Sündenbock sucht, sondern der auch noch die Chuzpe (sic!) besitzt, diesen Vorgang maximal zum eigenen Vorteil auszuschlachten.

        Der Mann ist eine Schande für Deutschland und ich hoffe dass das Schicksal ihm mit gleicher Münze für seine Taten vergilt.

      • Mark - 30. Mai 2012

        @ Steffen:

        > Sarrazin ist Teil des Systems

        Ja, das ist wohl so. Ich beurteile Leute ebenfalls kritisch, die jahrelang nicht nur eine bestimmte Politik nicht verhindert haben, sondern von ihr profitiert haben und dann einen 180-Grad-Schwenk vollziehen. Das ist bei Sarrazin offenbar klar der Fall.

        Andererseits gestehe ich Leuten auch zu, dass sie sich (bzw. ihre Meinung) ändern können. Und wenn es der öffentlichen Diskussion dienlich ist, warum nicht? Es ist ja nun mal leider ein Fakt, dass an einem Abend mehr Leute Günther Jauch sehen als sich hier die gut aufbereiteten Statistiken. Wenn es also einen Sarrazin braucht, damit die Debatte an Fahrt gewinnt, dann ist mir das Recht.

        Seine Schlußfolgerungen halte ich übrigens für absolut korrekt, insbesondere was die politische Interpretation angeht. Es stößt mir einzig übel auf, dass er eben sehr spät zu seiner Einsicht gekommen zu sein scheint.

  • Voltaire - 29. Mai 2012

    @ unglaublich
    @ Querschuss

    Kommentar von Dr. T. Sarrazin, Leiter der Treuhandliegenschaftsgesellschaft in Berlin zur Europäischen Währungsunion in der Sonderbeilage der Süddeutschen Zeitung vom 16. Oktober 1997

    „Illusion vom gleichen Lohn

    Lehren aus der deutsch-deutschen Währungsunion

    Die deutsche Währungsunion und der Übergang zur einheitlichen europäischen Währung sind von der Ausgangslage her völlig unvergleichbar: Im Fall der deutschen Währungsunion nahm das Währungsgebiet der D-Mark das Währungsgebiet der DDR auf. Im Fall der Europäischen Währungsunion werden alle Währungen durch eine neue abgelöst. Im Fall der deutschen Währungsunion bestand die Institution der Bundesbank mit unveränderten Rechnung und Pflichten fort, im Falle der europäischen wird eine neue, europäische Notenbank geschaffen, deren Verfassung allerdings der Verfassung der Bundesbank nachgebildet ist. Bei der deutschen Währungsunion war das aufnehmende Währungsgebiet mit 62 Millionen Einwohnern viermal so groß wie das aufgenommene Währungsgebiet. Wegen der pro Kopf deutlich geringeren Wirtschaftskraft der DDR stieg durch die deutsche Währungsunion der DM-Umlauf sogar nur um zehn Prozent. Bei der europäischen Währungsunion geht es um ein Währungsgebiet von 360 Millionen Menschen, an dessen Bevölkerung Deutschland nur einen Anteil von gut 20 Prozent hat.

    Die deutsche Währungsunion war wirtschaftlich vernünftig: Sie löste für die DDR den Zwang aus, in nur wenigen Monaten einen marktwirtschaftlichen Ordnungsrahmen zu schaffen. Sie setzte die Wirtschaft der DDR allerdings auch einem unerbittlichen Wettbewerb aus. In extrem kurzer Zeit wurde ein Strukturumbau durchgeführt, der sonst Jahrzehnte gekostet hätte. Dies war nur tragbar, weil die materiellen Folgen über die finanziellen Solidarität der deutschen Einheit aufgefangen wurden.

    Dies Transfers waren unvermeidlich, sie hätten jedoch niedriger ausfallen könne. Auch hätte sich die Wirtschaftliche Erholung in Ostdeutschland schneller vollziehen könne, wenn die Lohnkosten in den neuen Bundesländern weniger stark gestiegen wären. Erst nach der Währungsunion zeigte sich, daß die Produktivität in der DDR-Industrie in vielen Bereichen nur etwa 20 Prozent der Produktivität in der westdeutschen Industrie ausmachte. Damit waren die DDR-Löhne schon im Augenblick der Währungsumstellung, als sie 40 Prozent des ostdeutschen Lohnniveaus ausmachten, zu hoch. Die schnelle Angleichung auf bis heute 70 bis 80 Prozent des westdeutschen Lohnniveaus, teilweise auch mehr, gab vielen ohnehin schon hoch belasteten Betrieben den Rest.

    Diese Erfahrung ist auch die wichtigste Lehre für die Europäische Währungsunion: Eine einheitliche Währung kann Unterschiede im Produktivitäts- und Kostenniveau nicht beseitigen, sie mach sie aber transparenter. Deshalb ist die Konkurrenz im einheitlichen Währungsraum stets schärfer als zwischen unterschiedlichen Währungsgebieten. Wenn die Lohnpolitik darauf falsch reagiert und eine Politik der Lohnangleichung betreibt – nach dem Motto, weshalb soll ein portugiesischer oder italienischer Metallfacharbeiter weniger verdienen als sein deutscher Kollege -, dann kann in einer Währungsunion zusätzliche Arbeitslosigkeit entstehen. Dies ist jedoch kein Problem der einheitlichen Währung, sondern Ergebnis eines nicht kostengerechten lohnpolitischen Verhaltens.

    Die großen Wachstums- und Beschäftigungschancen eines einheitlichen europäischen Währungsgebietes kommen deshalb nur dann zum Tragen, wenn sich alle Beteiligten produktivitäts- und kostengerecht verhalten. Sie dürfen nicht der Illusion verfallen, gleiche Währung könne auch gleicher Lohn für gleiche Arbeit im gesamten Währungsgebiet bedeuten. Wenn dies nicht verstanden wird, kann die Europa-Währung für weniger klassenbewusste Produktionsstandorte zur großen Gefahr werden.

    Die zweite Lehre aus den Erfahrungen mit der deutschen Währungsunion bezieht sich auf die Fiskalpolitik: Die großen Transfers von Westdeutschland nach Ostdeutschland, die die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der öffentlichen Haushalte bis aufs äußerste strapazieren, haben nichts daran geändert, daß der Aufholprozeß lange dauert. In einer europäischen Währungsunion wird der Druck auf die reichen Länder, vor allem auf Deutschland, zunehmen, den ärmeren Ländern finanziell stärker unter die Arme zu greifen, um die wirtschaftliche Angleichung zu beschleunigen.

    Diesem Druck muß Deutschland widerstehen. Alle beteiligten Länder müssen von Anfang an wissen, daß sie für eigene Rechnungen selbst aufkommen müssen.“

    Immer wieder mal lese ich die Meinungen der damaligen Experten zur Europäischen Währungsunion von 1997 durch. Wäre interessant in Erfahrung zu bringen, wie sich 10 Jahre nach der Bargeldeinführung die damaligen EXPERTEN heute zur EU und dem Euro äußern würden (z. B. Winfied Münster: Der Euro – für Deutschland ein Abenteuer; Wim Duisenberg, dem mutmaßlichen Präsidenten der EZB: “Die Europäische Zentralbank sorgt für stabile Preise; Jacques Delors: Auf der Startrampe für ein geeintes Europa – Die Währungsunion verlangt nach einer gemeinsamen Strategie in der Wirtschaftspolitik; Wilhelm Hankel: Zurück in die Arbeitnehmer-Hölle Die Währungsunion amerikanisiert den Arbeitsmarkt und heizt die Globalisierung an; Peter Bofinger: Noch nicht reif für die Einheit – Weder Geld- noch Beschäftigungsplitik kämen mit einer politischen Union zurecht; usw.)

    Mein kurzes Fazit: Der EURO ist tot und die EU/EWU politisch am Ende!!!

    • Querschuss - 30. Mai 2012

      Hallo Voltaire,
      Naja, “Transfers waren unvermeidlich” in Bezug auf die Wiedervereinigung und genau diese Transfers sind in Bezug auf die Eurozone zu vermeiden, dies ist nicht konsistenter Unsinn. Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit von Portugal und Griechenland war wohl nicht weit weg von der Leistungsfähigkeit der DDR entfernt, wer meint diese Länder hätten ohne Transfers aufholen können, sollte sich ehrlicher Weise offen gegen so eine Fehlkonstruktion wenden. Ganz klar hat die Südperipherie unter dem Euro-Korsett weiter an Wettbewerbsfähigkeit verloren und dieser Wettbewerbsdruck der gemeinsamen Währung resultiert mitnichten nur von der Lohnfront, sondern Währungsunionen implizieren eine zügige Angleichung der allgemeinen Preise innerhalb der Mitgliedsländer und selbst die höheren Preise konnte die Produktivitätsentwicklung der Südperipherie nicht standhalten, dies ist ja auch ein Grund warum heute die Austerität, die Abwertung nach innen nicht funktioniert um die Leistungsfähigkeit wiederherzustellen, denn primär Lohnsenkungen führen kaum zum Ziel, wenn das allgemeine Preisniveau unverändert bleibt und in etwa dem in Deutschland entspricht.

      Wenn Deutschland dem fiskalischen Druck in Punkto Transfers hätte von Anfang an widerstehen sollen, hätte man dieses Experiment Euro von Anfang an scheuen sollen. Widerstanden wurde aber nicht und der deutsche Steuerzahler hängt bereits tief drin, insofern ist widerstehen keine sinnvolle Option mehr, denn de facto können die Länder aus eigener Kraft gar nicht ihre Probleme lösen, investieren, wettbewerbsfähig werden und den Schuldendienst leisten, sondern sie können ja nicht mal ihren bestehenden Verbindlichkeiten nachkommen. Widersteht man jetzt, heißt dies klipp und klar die Schuldner sind zügig zahlungsunfähig, mit allen Konsequenzen auch für die Gläubiger, zu nichts anderem führt im Kern auch die Austeritätspolitik. Nachdem Monat für Monat die Schäden maximiert wurden und die deutschen Forderungen mit Exponentialfunktion anstiegen, ist der Ausfall der Schuldner ein denkbar schlechtes Szenario. Wenn hätte man bereits vor vielen Monaten an einem kontrollierten Austieg, ob nun von Deutschland, oder den Südperipherie-Staaten mit den schlimmsten Problemen arbeiten müssen und vor allem zügig umsetzen müssen. Aber auf dem Eskalationspedal stehen und keine Schlußfolgerungen aus dem eingenen Handeln zu ziehen (Austritt) ist die denkbar dümmste Strategie.

      Nochmal kurz zu Sarrazin, dass die vollzogene deutsche Währungsunion, so wie sie vollzogen, völlig unnötige Kosten verursachte, so wie die Bankgesellschaft Berlin für die Berliner unnötige Milliardenkosten generierte, daran war Sarrazin federführend beteiligt, insofern hat er in der Praxis bereits bewiesen wem und wie er die Verwerfungen des Systems aufbürdet und wie ernst man sein Geschreibsel nehmen muss, wenn man ihn an seinen Taten misst.

      Gruß Steffen

    • Mark - 30. Mai 2012

      @ Voltaire:

      > Immer wieder mal lese ich die Meinungen der
      > damaligen Experten zur Europäischen
      > Währungsunion von 1997 durch.

      Ein Highlight bleibt dieser Artikel aus dem Focus 1/1997, der auf die Stimmung im Volk eingeht.

      http://www.focus.de/politik/deutschland/focus-umfrage-angst-vor-dem-euro_aid_162848.html

  • Bernd Rickert - 29. Mai 2012

    Heute habe ich wieder in der NZZ gelesen, dass kein Ökonom noch jemals mit einer griechischen Tilgung rechnet und zwei Zeilen weiter wird beschrieben, wie der Schuldenberg bei der Einführung der Drachme nochmals schrecklich steigt. Der gesunde Menschenverstand ist irgendwo auf dem glücklichen Gegluckse ob der Summen auf der Strecke geblieben

    Die ganzen Schulden kann doch sowieso niemand mehr bezahlen, nicht in 10 Jahren und auch nicht in 100 Jahren, weder die spanischen noch die deutschen noch die in den USA oder sonstwo. Was soll also das ganze Affengebrüll um uneinbringbare Forderungen? Es geht doch nur noch um Machtpolitik und darum politischen Druck durch die Zinseszinszahlungen zu erhalten bis diese ebenso so uneinbringar geworden sind.

    Jeder Mensch mit etwas vernünftigem Menschenverstand würde ob des fanatischen Streits um Computerklicks nur noch verständnislos mit dem Kopf schütteln und diese verblendeten Verrückten möglichst weit hinter sich lassen.
    .

    • Thorsten Eckau - 30. Mai 2012

      Hallo Bernd,

      dies ist mein Kommentar des Monats! Der letzte Absatz (besonders, nicht alleine) spricht mir derart aus dem Herzen….!
      DANKE!

  • Frankenfurter - 30. Mai 2012

    Steffen:(…)Ganz klar hat die Südperipherie unter dem Euro-Korsett weiter an Wettbewerbsfähigkeit verloren und dieser Wettbewerbsdruck der gemeinsamen Währung resultiert mitnichten nur von der Lohnfront, sondern Währungsunionen implizieren eine zügige Angleichung der allgemeinen Preise innerhalb der Mitgliedsländer und selbst die höheren Preise konnte die Produktivitätsentwicklung der Südperipherie nicht standhalten, dies ist ja auch ein Grund warum heute die Austerität, die Abwertung nach innen nicht funktioniert um die Leistungsfähigkeit wiederherzustellen, denn primär Lohnsenkungen führen kaum zum Ziel, wenn das allgemeine Preisniveau unverändert bleibt und in etwa dem in Deutschland entspricht.”

    Diesen Gedanken hatte ich auch schon, konnte ihn aber nicht so gut formulieren wie Steffen. Noch vor Einführung des Euros konnte ich als Tourist in GR beobachten, dass es in den kleinen griechischen Lebensmittelläden, weitab von den touristischen Ballungszentren, auch so Sachen wie Mirakuli zu kaufen gab. Ich hatte den Drachmenpreis dafür umgerechnet und mich damals gewundert, dass diese Nudeln nicht billiger als in Deutschland waren.

    Wenn heute immer wieder gesagt wird, die Griechen hätten sich zu hohe Lohnsteigerungen nach €-Einführung geleistet wird nie von den hohen Preisen geredet, die es zu bezahlen galt. Ich meine, das war keine reine Lohn-Preisspirale, die von den Hellelen mit dem Euro in Gang gesetzt worden ist, sondern eher eine Preis-Lohn-Spirale- Kann man das so sagen, Steffen?

    • Querschuss - 30. Mai 2012

      Hallo Frankenfurter,
      das die Lohnsteigerungen über den Produktivitätssteigerungen in der Südperipherie lagen, musste sich fast zwangsläufig ergeben, denn das die Preise in Richtung deutsches Niveau schossen, verschweigt man gerne. Ebenso das mit deutschen Preisen in Griechenland jede Austeritätsagenda, primär Lohnsenkungen, nur zur Verelendung der Bevölkerung führen, aber eben nicht zur Wiederherstellung von Wettbewerbsfähigkeit. Deshalb sind die Austeritätsagenda und deren Befürworter auch so verwerflich, sie schleudern ganze Teile der Bevölkerung in Armut und das in Turbogeschwindigkeit, ohne damit ein zu Grunde liegendes Problem zu lösen. SCHÄNDLICH!

      Gruß Steffen

      • FDominicus - 30. Mai 2012

        Es gibt keinen Möglichkeit einem Crash auf Dauer zu entkommen. Wenn es sich denn um einen Book durch Kreditexpansion handelt. Die Griechen werden noch weitaus mehr “aushalten” müssen. Die Partei ging 20 Jahre lang gut nun ist halt “Schluss” und wenn die Griechen schlauer als wir wären, behielten Sie den Euro und schickten Ihre Politiker zum Teufel. Aber Sie werden wohl an den “Messias” glauben und lieber wieder eine eigene Fiat-Drachme einführen. Und dann eben vom Messias durch Inflation abgezockt werden.

        Eine Schande ist, daß wir unst nicht an die Verträge halten. Kein Bailout für wen auch immer. Bailout sind halt “alternativlos”, wie man sieht bis es keine Alternative mehr gibt außer zu crashen und viel schlimmer dasselbe wird uns auch blühen.

        • Querschuss - 30. Mai 2012

          Hallo FDomenicus,
          “Es gibt keinen Möglichkeit einem Crash auf Dauer zu entkommen.” ……ich war bereits fast geneigt zu glauben das es doch möglich ist ;) , schließlich versucht die neoliberale Fraktion hier uns doch unterzujubeln Lohnkürzungen und Rezession könnten es?

          Gruß Steffen

  • FDominicus - 30. Mai 2012

    “Jeder Mensch mit etwas vernünftigem Menschenverstand würde ob des fanatischen Streits um Computerklicks nur noch verständnislos mit dem Kopf schütteln und diese verblendeten Verrückten möglichst weit hinter sich lassen.
    .

    Wenn man es mal könnte. Aber schauen Sie sich doch um es geht doch überall nur noch darum so schnell wie möglich in den Abgrund zu kommen. Sie haben doch keine Wahl. Es gibt nicht ein Land ohne Fiatwärhung und die einzige Bank in der man weltweit mit Gold handeln konnte wurde “stillgelegt”. Also wie wollen Sie die Verrückten hinter sich lassen?

    Verraten Sie es uns, ich wäre sehr interessiert.

  • Erich - 30. Mai 2012

    Die Summen die man bräuchte, um den Südlandern wirklich zu helfen, sind einfach zu gross. Solange unsere Banken den Südländern noch Kredit gaben, beliefen sie sich auf etwa 100 Mrd Euro jährlich (grob geschätzt, hat jemand genauere Zahlen?). Ich vermute mal, dass zusammen mit dem Erlass der bisherigen Kredite diese Summe in etwa ausrechen würde.

    Das heisst unser Bundeshaushalt müsste etwa 1 Billion zusätzliche Schulden übernehmen, und jährlich 100 Mrd Euro spendieren. Wenn man das mal so grob aufteilt, wären dafür Vermögensabgaben (für die zusätzlichen Schulden) und eine 15%-ige MWSt.-Erhöhung notwendig.

    Selbst da wäre ich mir nicht sicher, ob das reicht. Solche Transferzahlungen tendieren immer dazu, zu wachsen. Irgendwie nicht realistisch.

    • Querschuss - 30. Mai 2012

      Hallo Erich,
      wenn es denn so ist, Austritt, Ende des Experiments, es wird nicht besser davon, dass auch in Spanien griechische Verhältnisse unter dem Euro-Korsett entstehen.

      Gruß Steffen