Staatsdefizit Griechenlands steigt weiter

von am 13. September 2011 in Allgemein

Wie das griechische Finanzministerium gestern mitteilte, sanken die Steuereinnahmen in den ersten 8 Monaten des Jahres 2011 um -5,3% und die Ausgaben kletterten um +8,1%, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das Staatshaushaltsdefizit kletterte um beachtliche +22,2% in den ersten 8 Monaten auf 18,101 Mrd. Euro, nach 14,813 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum!

Die Tabelle des griechischen Finanzministeriums mit dem Staatshaushalt in den ersten 8 Monaten 2011. Das Staatshaushaltsdefizit weitete sich zum Vergleichszeitraum des Vorjahres um +22,2% aus, auf 18,101 Mrd. Euro. Damit verfehlt man das anvisierte Ziel beim Defizit deutlich.

Die sinkenden Staatseinnahmen sind vor allem auf ein Schrumpfen der Wirtschaftsaktivität zurückzuführen, im Umkehrschluss die gestiegenen Ausgaben ebenfalls. So auf erhöhte Staatszuschüsse für die Sozialversicherungen (1,701 Mrd. Euro) in Folge reduzierter Einnahmen aus den Sozialbeiträgen, auf die erhöhten Zuschüsse an die Arbeitsämter (322 Millionen Euro), auf erhöhte Zuschüsse an Krankenhäuser in Höhe von 649 Millionen Euro und auf erhöhte Zuschüsse an diverse Fonds der sozialen Sicherheit in Höhe von 1,852 Mrd. Euro. Auch die erhöhten Zinszahlungen schlugen zu Buche mit +2,067 Mrd. Euro auf 12,749 Mrd. Euro.

Zieht man noch die geleisteten Verbindlichkeiten für die Anleihen der Sozialversicherungen und die hohen Rückzahlungen für die Verbindlichkeiten der griechischen Krankenhäuser hinzu, wird das Staatsdefizit noch deutlich größer:

Mit den Zahlungen aus den Verbindlichkeiten der Sozialversicherungen und den Krankenhäusern wuchs der gesamte staatliche Kreditbedarf in den ersten 8 Monaten auf 23,077 Mrd. Euro, nach 15,492 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum, ein satter Anstieg von +48,96%. Besonders pikant, für das Gesamtjahr 2011 wurde eine Neuverschuldung von 23,328 Mrd. Euro veranschlagt, dies dürfte bei weitem übertroffen werden, angesichts der Tatsache, dass jetzt bereits 23,077 Mrd. Euro erreicht wurden.

Laut der griechischen Zentralbank betrug im 1. Halbjahr 2011 das Leistungsbilanzdefizit Griechenlands 13,267 Mrd. Euro. Hochgerechnet auf das Jahr 2011, als grobe Schätzung, dürfte das zu finanzierende Zwillingsdefizit aus Staatshaushalt und Leistungsbilanz ca. 60 Mrd. Euro betragen. Bei einem zu erwartenden nominalen BIP Griechenlands 2011 von ca. 218 Mrd. Euro (geschätzt -5,35% zum Vorjahr), sprechen wir hier weiter von einem Finanzierungsbedarf von unglaublichen 27,5% des nominalen BIPs! Wohlbemerkt, das sind nur die neu auflaufenden Defizite aus 2011, die Refinanzierungen der fälligen Staatsschulden, aus dem Berg des Bruttoschuldenstandes des Staates von 353,693 Mrd. Euro, Stand Ende Juni 2011, und der Refinanzierungsbedarf der griechischen Banken kommen noch hinzu. Dies alles gilt es abseits des Kapitalmarktes zu finanzieren, über Rettungspakete, EZB, Target2 und mit Haftung der Steuerzahler der Eurozone. Zusätzlich gilt es noch die Kapitalflucht aus dem griechischen Bankensystem abzufedern, im Juli 2011 sanken die Einlagen bereits den 7. Monat in Folge, seit Januar 2010 sind 20% aller Einlagen aus Griechenlands Banken abgezogen worden. Die Deposits der privaten griechischen Haushalte und der Unternehmen bei den griechischen Banken sanken in diesem Zeitraum von 233 Mrd. Euro auf 187 Mrd. Euro.

Quelle Daten: Minfin.gr/Press release on the State Budget execution January-August 2011

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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56 KommentareKommentieren

  • M.E. - 13. September 2011 Antworten

    Das griechische Volk muss nun die Suppe auslöffeln, die ihnen 3 Familienclans mit einer Mischung aus Korruptheit, Unfähigkeit und asozialer Politik eingebrockt haben.
    Die Griechen kennen die Namen dieser Clans sehr gut, die über Jahrzehnte pausenloser Herrschaft die heutige Situation herbeigeführt haben: Papandreou, Karamanlis und Mitsotakis.
    Den Griechen kann man lediglich vorwerfen, dass sie die Vetreter dieser Clans ständig wieder im Wechsel gewählt haben, insbesondere die beiden erstgenannten. Seit dem Ende der Militärdiktatur, ja sogar beginnend vor der Zeit der Diktatur.

    Das Volk, das einst die Demokratie erfand, ist Opfer einer Karikatur von Demokratie geworden, in der nahezu feudalistsiche Verhältnisse herrschten.
    Und die Familienclans der greichischen Wirtschaft, die bestens von den korrupten 3 Polit-Clans profitierten, werden nicht die Zeche für die selbstverschuldete Krise bezahlen müssen.
    Das interessiert die Troika nicht. Gerechtigkeit steht nicht auf ihrer Agenda. So werden die Hauptverursacher der Krise unbehelligt bleiben und sich weiter ihrer märchenhaften Reichtümer erfreuen können.

    Plattes Griechen-Bashing hat Konjunktur. Die Analyse der Ursachen der Krise und daraus zu ziehende Schlüsse für eine gerechte Lastenverteilung zwischen Krisenverursachern und Krisenopfern sind nicht Gegenstand der Diskussion in Politik und Öffentlichkeit.
    Wie soll bei solcher Oberflächlichkeit und Ungerechtigkeit die Zukunft Europas gemeistert werden, die ohnehin von vielen objektiven Problemen gekennzeichnet sein wird?

  • bauagent - 14. September 2011 Antworten

    @M.E.

    “Den Griechen kann man lediglich vorwerfen, dass sie die Vetreter dieser Clans ständig wieder im Wechsel gewählt haben, insbesondere die beiden erstgenannten. Seit dem Ende der Militärdiktatur, ja sogar beginnend vor der Zeit der Diktatur”.

    Selbst das kann man den Griechen m.E. kaum vorwerfen bedenkt man, dass selbst Länder mit demokratischer Tradition ihre Schlächter im Wechsel freiwillig wählen, wobei man konstatieren muss, dass die 4.Macht im Staate, die Presse, auch in Griechenland natlos nach der Diktatur die Meinungsbildung übernommen hat.

    Stellvertretend hierfür steht mein Freund Tasoo, Physiotherapeuth und 60 Jahre alt. Ein Freund, den es bereits zu DM-Zeiten gab und dessen Kinder mit meinen spielten.

    Er glaubt seit kurzem, dass die Entwicklung ausschliesslich durch die deutsche Industrie lanciert wird, die Griechenland billig aufkaufen wolle. Ich kann hier keine Statistik aufgrund einer Erhebung vorweisen. Allerdings dürfte die öffentliche Meinung in Griechenland und zukünftig in den anderen gefährdeten Ländern diese Position verfestigen, weil die Medien in diesen Ländern ihre eigenen Interessen verfolgen.

    Ob unsere Einheitsparteien die Tragweite ihres Tuns überblicken ? Wohl kaum!

    Wir werden bald wieder den häßlichen Deutschen in den ausländischen Medien sehen.

  • martin - 14. September 2011 Antworten

    Mittlerweile bin ich der Meinung, der gesamten Gesellschaft kann nicht mehr geholfen werden! Damit meine ich vorrangig die westl. Gesellschaften.

    Die westl. Eliten haben sich komplett abgenutzt. (fast) alle Positionen (Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Kunst und Kultur, Intellektuelle) wurden von einer Elite besetzt, die nicht das Wohlergehen der Gesellschaft im Sinn hat. Viele sind sich ihres Handelns überhaupt nicht bewusst – sie denken ihre Position ist gottgegeben und sie handeln im Sinne der Gesellschaft. jedoch das gegenteil ist der fall. das wirklich schlimme daran ist,

    a) es gibt keine alternativen dazu – keine ersatzelite wurde ausgebildet, etc.
    b) keine macht kann oder könnte diese ersatzelite einführen (nach dem weltkrieg war dies durch usa / udssr möglich) – jetzt nicht mehr

    dieses system wird kollabieren. dies sollte ja auch den meisten menschen klar sein – die zeichen sprechen eine deutliche sprache.

    nur frage ich mich was wird folgen? diese eliten bestimmt nicht mehr und wenn, wir ein neues System mit ihnen auch scheitern. Alternativen gibt es keine. daher meine Frage – kann es sein, dass kein richtiges System mehr nachfolgt, ja die ganze westl. Welt zu einem failed state wird (mittelfristig)?

    Im übrigen sehe ich auch für Deutschland mehr als Rabenschwarz! Durch die einseitige Auslegung der Wirtschaft aus Export von Hochtechnologie mag es ja keine Konkurrenz geben, jedoch auch kaum noch Käufer, mag die Technologie auch noch so gut sein. Vielmehr werden “arbeitsintensive” Wirtschaften gewollt und gefördert in den anderen Ländern, so dass niemand mehr dt. Importe benötigt, im gegenzug dafür in den anderen Ländern Arbeitsplätze entstehen.

    Wie gesagt, mittelfristig evtl. ein failes state für die ges. westl. Welt?

  • MagnaBavaria - 14. September 2011 Antworten

    Wieder ein Ökonom der von Tagen spricht:
    http://www.wirtschaftsfacts.de/?p=13318

  • MagnaBavaria - 14. September 2011 Antworten

    Jeder Sechste in den USA lebt in Armut:
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,786089,00.html

  • Hko - 14. September 2011 Antworten

    Das Volk, das einst die Demokratie erfand ….

    Nun, damals war aber in Griechenland die Demokratie die verpönte Staatsform, als schlechteste Staatsform verschrien, sie haben sie erfunden, jedoch nicht praktiziert, denn in der Demokratie hatte auch der Pöbel mitzureden, da war eine starke Monarchie oder Diktatur anerkannter.

    Ebenso empfinde ich die Demokratie nicht als eine ideale Staatsform, solange der Rentner kurz vor der Demenz das gleiche Stimmrecht hat wie eine junge Mutter. Eine Demokratie mit nach Alter gewichteter Wählerstimme könnte ich mir als gerechtere Form vorstellen.

  • MagnaBavaria - 14. September 2011 Antworten

    So viel zur Rettung Italiens durch China:
    http://blog.markusgaertner.com/2011/09/14/yu-yongding-spielt-den-party-pooper/

  • Romeo - 14. September 2011 Antworten

    Wie lange kann GR angesichts dieser Zahlen noch gestützt werden?
    Ich schätze mal, dass es *maximal* noch 5 Monate sind, bis die offizielle Pleite unvermeidbar wird.
    GR ist ja schon lange pleite und der Crash wurde von einigen Leuten vorrausgesagt und hätte nach deren Prophezeihungen schon längst eintreten müssen.
    Nur betreiben ja die Politiker eine permanente Insolvenzverschleppung und können das noch ein Weilchen durchhalten.
    Aber irgendwann sprechen nur noch die harten Zahlen!
    Wie z.B. auch diese
    Zins für 2-jährige griechische Anleihen: 84,4 %, 1-jährige Anleihen: 138,6 %
    — Wahnsinn

  • SLGramann - 14. September 2011 Antworten

    “Hochgerechnet auf das Jahr 2011, als grobe Schätzung, dürfte das zu finanzierende Zwillingsdefizit aus Staatshaushalt und Leistungsbilanz ca. 60 Mrd. Euro betragen.”

    Nicht schlecht. “Realfinanziell” (dieses dämliche Wort habe ich gerade erfunden; es meint echte Geldtransfers statt nur Bürgschaften) muss in absehbarer Zukunft im wesentlichen Deutschland diese Lücke finanzieren, wenn alles so bleibt wie es ist. Das ist selbst für die deutsche Volkswirtschaft ein heftiger Brocken. Und das ist nur das kleine Griechenland. Und alles nur, um Banken und große Geldvermögen zu retten.

    In dem Zusammenhang ein Dank an Steffen, dass er gestern auch die SPD, Grüne und Linke der TINA-Fraktion zugeordnet hat. Denn deren einzige Kritik an der Regierung ist ja, dass die Rettungspakete nicht groß genug sind und nicht bedingungslos genug aus dem Fenster geworfen werden. Cui bono? Jedenfalls nicht den kleinen Leuten – weder in Deutschland noch in Griechenland. Die “linken Parteien” frönen einem naiven Internationalismus und begreifen nicht, dass die einzige wirklich internationale Kraft die von diesem Mist profitiert das Finanzkapital ist.

    Ein Wort zur FDP: Rösler kann gern Sprüche machen. Die Frage ist, wie die FDP Ende September im Bundestag abstimmen wird, wenn es um das nächste “Rettungspaket” geht. Jede Wette, dass die frechen Sprüche dann wieder eingemottet werden.

  • M.E. - 14. September 2011 Antworten

    Richtig, Martin,
    die westlichen Gesellschaften befinden sich in einem Niedergang, der sich weiter fortsetzen und vermutlich beschleunigen wird. Aus etlichen Gründen.
    1. sie sind nicht bereit und nicht fähig, offensichtliche zukünftige Entwicklungen zu antizipieren (generelle Auswegslosigkeit der ständigen systembedingten Aufschuldungsnotwendigkeit, Peak anything usw.)
    2. demographische Marginalisierung insbeondere der europäischen Bevölkerung (was langfristig allerdings keineswegs nur negative Konsequenzen hat !)
    3. Unfähigkeit der trägen Strukturen und der in der breiten Mehrheit trägen Bürger, notwendige schmerzhafte gesellschaftliche sowie wirtschaftlische Transformationsprozesse rechtzeitig und freiwillig zu realisieren,
    4. immer tiefere soziale Spaltung der Bevölkerungen durch den bestehenden Automatismus des herrschenden Finanz- und Wirtschaftssystems,
    5. eine breite Tendenz der kulturellen Verflachung, der Banalisierung und Trivialisierung,
    6. Verharren im nicht aufrecht zu erhaltenden Ressourcen-Hochverbrauchsmodus und eine starke mentale Abhängigkeit des sich daraus speisenden Wohlfühlzwanges. Unbequemlichkeiten und ein notwendiger Abschied von manchem Gewohnten werden als “Weltuntergang” empfunden, indem Menschen, die dies thematisieren, als Weltuntergangspropheten gebrandmarkt werden.
    7. Emanzipation von immer mehr Menschen speziell in den Schwellenländern von der westlichen Dominanz und neokolonialistischen Praktiken (allerdings in der Regel mit der Konsequenz neuer Knechtschaften)

  • M.E. - 14. September 2011 Antworten

    Ergänzung:
    8. fortschreitende Kommerzialisierung fast aller Lebensbereiche.

  • killing fields - 14. September 2011 Antworten

    hallo SL Graham,
    die Story mit der FDP hat einen triftigen Hintergrund. Frank Schäffler und andere wollen einen Mitgliedsentscheid herbeiführen. Der würde bei einer positiven Entscheidung zu Gunsten des Anliegen des Herrn Schäffler als Bundesentscheidung gelten.

    Denn in der Bundesordnung steht unter anderem dieser Satz.

    “Wenn mindestens ein Drittel der Parteimitglieder abgestimmt hat, ist das Ergebnis des Mitgliederentscheids gültige Beschlusslage der Partei und entspricht damit einem Bundesparteitagsbeschluss.”
    Bei gerademal 68000 Mitglieder können ein paar zehntausend Menschen gehörig Dampf in den Kessel bringen!
    Noch amüsanter ist der Umstand, das man jederzeit und sofort in diese Partei eintreten kann und somit stimmberechtigt ist. So ist die Info! Da kommen einem richtig ketzerische Gedanken auf.

  • M.E. - 14. September 2011 Antworten

    In die Partei der konsquentesten Wachstumsideologie einzutreten, um an einer Abstimmung im Rahmen einer populistischen, wahlkampforientierten Kampagne teilzunehmen, wäre eine Tat, die ich mir nie verzeihen würde.

  • kranich05 - 14. September 2011 Antworten

    Zwar kann man in Griechenland tatsächlich Familienclans namhaft machen, die direkt eine quasi feudalistische Herrschaft ausüben und kann dies in Deutschland nicht.
    In der Machtlosigkeit des Volkes, den Produktions- und Umverteilungsprozess zu Gunsten der Ausbeuter (diese scheinbar antiquierte Terminologie!) zu stoppen, gibt es keinen Unterschied. Dieser Prozeß der Produktion von Maximalprofit läuft täglich ungebremst und allseitig politisch abgesichert. Seine augenblickliche Daseinsweise ist die Finanzkrise/Schuldenkrise/Eurokrise usw..
    Die Entwicklung insgesamt verläuft im “peak-Modus”. Auch dieser führt nicht zu einem automatischen Zusammenbruch. (Die Vorstellung, eines Tages sei Game over ist Unsinn.) Er führt dazu, daß die Widersprüche in der Gesellschaft – d. i -die Opferzahlen! – über alle Maße wachsen. Irgendwann (Und das ist ein später Zeitpunkt. Historische Vergleiche hinken immer, doch mag man sich an den dreißigjährigen Krieg erinnern.) zerreißt es die Gesellschaft, in der Form, in der wir sie heute kennen.
    Es gibt keine neuen Eliten, die uns diesen grausamen Weg ersparen oder wenigstens abkürzen könnten. Der letzte derartige Versuch war der Realsozialismus, der meiner Ansicht nach vollständig gescheitert ist. Ich bin für den Versuch, zu denken, daß aus der heranreifenden Katastrophe am Ende eine Gesellschaft ohne jede Elite hervorgeht.

  • Russe - 14. September 2011 Antworten

    @M.E
    Das Volk, das einst die Demokratie erfand,

    _

    Platon hat zu Demokratie doch alles gesagt. :-)

  • hunsrückbäuerlein - 14. September 2011 Antworten

    m.e. – drei Fam-Clans, die von den GR immer wieder gewählt wurden…
    marti – der ges. Ges. kann nicht mehr geholfen werden…
    hko – beschränktheits-wahlrecht
    m.e. – beeinflussung ist kollaboration

    hallo werte mitleser, komentarverfasser usw.
    ich freue mich jedes mal über die von steffen anschaulich dargestellten und fundiert kommentierten sachverhalte. ich freue mich in letzter zeit weniger über die tendenziell dem politischen rechten rand hinstrebenden kommentare – das gefällt mir garnicht, daher habe ich o. g.

    lieber m. e. haben wir in D nicht auch seit 6 Jahrzehnten die wahl zwischen pest und cholera? was bitte unterscheidet uns D bei den wahlalternativen von GR? Selbst nahezu 50% wahlverweigerer/Nichtwähler interessieren das deutsche Parteivolk nicht!

    martin – deine behauptung, der Ges. kann nicht mehr geholfen werden ist wohl eher ausdruck von fatalismus! wenn du konstruktiv sein willst, helfe mit nach wegen zu suchen, wie der ges. trotz scheinbar auswegloser situation geholfen werden kann, zu suchen. allerdings, da greife ich gerne auf den agent prov. rössler zurück, bitte keine denkverbote, auch keine morlaischen, ethischen

    hko – naja, das ist wohl eher daneben! wir leben in D in einer alternden, konservierenden gesellschaft. selbst wenn den alten wahlgrenzen auferlegt werden, werden es immer mehr, übriges, ich gehöre auch bald zu den alten. schau dich um, D ist ein Land des Konservatismus, was eher von Konserve und erhalt traditioneller Dinge zu tun hat als mit traditionellen Werten wie Moral, Ethik, Solidarität, Gemeinwesen……

    nochmal m.e. – lieber vermeintlich moralisch integer untergehen als ebenso moralisch integer, weil legitim und legal, eine asoziale partei zu unterwandern und damit zu eliminieren. du bist einer von den guten deutschen, aber auch du bist demnächst einer von den bösen deutschen, weil du ein grundanständiger aber untätiger mensch bist – so kann man es nämlich auch sehen.

    mein kommentar zielt nicht darauf ab, jemanden zu kränken, er soll lediglich auch mal die ungereimtheiten eurer kommentare darstellen – nobody hat die weisheit gepachtet, aber warum nicht mal das etablierte parteiregierungssystem auf demokratische art aus den angeln heben, bspw. wie killing fields es schreibt oder gar mal parteipolitisch engagieren, aus meiner sicht gäbe es genug möglichlichkeiten, dem establishment einen pflock zu setzen, der nicht mehr übersehbar, überfahrbar, ignorierbar wäre. 20% Linke im Bundestag, Ein steiler Aufstieg der piraten in den Ländern, die Partei der Nichtwähler, usw.

    es reicht doch, wenn wird dem parteiengeklüngel ein wenig druck durch angst die pfründe zu verlieren, machen….bevor vielleicht weitere veränderungen geschehen.

  • M.E. - 14. September 2011 Antworten

    Hallo unsrückbäuerlein,
    mit der Bemerkung “dem rechten politischen Rand hinstrebenden Kommentare” fühle ich mich in keinster Weise angesprochen.

  • titoslavija - 14. September 2011 Antworten

    ich glaube ich mach jetzt mal kurz eine griechische geschicht nachhilfestunde für die, die hier das heutige griechenland mit der erfindung der demokratie in verbindung bringen..
    das sind nicht mehr die griechen aus der antike, zuerst haben sie den orthodoxen glauben, das hat die griechen enorm verändert. Dann war da die 400 jahre türkenherrschaft, in der sie sich mit türken, slawen oder albanern vermischt haben. Ich glaube in dieser zeit als griechenland mehr oder weniger abgekapselt war vom WESTEN und der dortigen Entwicklung (aufklärung) haben sich zu einem typischen Volk der balkanhabinsel entwickelt, korrupt usw…
    die griechen wissen nicht wie eine demokratie funktioniert und wollen auch nicht in so einer genauso wie jedes andere volk auf dem balkan (ich bin übrigens kroate),
    das die eu überhaupt griechenland in die eurozone aufgenommen hat, ist ganz klar ein fehler der westlichen politik und der dortigen elite, ich meine insbesondere helmut schmidt, der im gegensatz zu vielen anderen wenigstens ahnung hat von der materie und deswegen auch schlauere tun könnte als seine kollegen, hat er aber nicht und deswegen sehe ich ihn als den hauptschuldigen an dieser entwicklung!!!

  • M.E. - 14. September 2011 Antworten

    Keine Nachhilfestunde erforderlich, titoslavija.
    Wie gut zu lesen hatte ich ja von “Karikatur einer Demokratie” geschrieben, und nicht von “Demokratie”.

  • killing fields - 14. September 2011 Antworten

    Hallo M.E.
    mein Kommentar war kein Aufruf um in eine Partei einzutreten.
    Aber auf der anderen Seite habe ich irgendwann beschlossen alle Optionen in Erwägung zu ziehen um diesen elenden Spuk wenigstens ein wenig ans Bein zu pinkeln.
    Alles natürlich im Rahmen der Legalität, da lege ich besonderen Wert darauf.
    Zur Sache, politische Parteien und ihre Wertvorstellungen sind mir mittlerweile total fremd geworden.
    In einer Welt groß geworden die F.J. Strauß als gottähnlich angesehen hat war ich mit meinen Hinterfragungen der Dinge dieser Welt schlichtweg ein Außenseiter.
    Da war meine Heimat eher Grün.
    Wie war das wieder? Damals in den 90ern? Wer zog in den Krieg?
    Noch einmal wurde mein Sinn für politische Ideologie empfindlich durcheinander gewirbelt!
    Agenda 2010! Ein Betrug ohnegleichen findet hinter diesen Pseudonym statt.
    Fazit: Poltische Parteien sind Huren und tun alles um an der Macht zu bleiben oder zu kommen, sowie gehen sie immer den Weg des geringsten Wiederstands!
    Wenn die FDP mit dieser Aktion Wahlkampfwerbung betreibt entspricht das nur dem Naturell einer Partei, ob dabei der gewünschte Effekt eintritt kann man nicht sagen, aber es tut sich was.

    Hier nochmal der Link
    http://www.frank-schaeffler.de/weblog/1729

  • martin - 14. September 2011 Antworten

    @ hunsrückbäuerlein

    “ich freue mich in letzter zeit weniger über die tendenziell dem politischen rechten rand hinstrebenden kommentare”

    “bitte keine denkverbote, auch keine morlaischen, ethischen”

    Widersprichst du dir da nicht selbst?

    Ich kann für mich sagen, in meinen Aussagen sind keine rechten Tendenzen enthalten. Auch bin ich von solchen Tendenzen wirklich weit entfernt.

    Bzgl. konstruktiv sein. Das tue ich schon genug in meinem Umfeld. Es kostet viel viel Zeit und Nerven andere davon zu überzeugen, bzw. zu informieren wie die aktuelle Entwicklung ist und was man evtl. persönlich machen und tun kann. Nicht jeder kennt die “alternativen medien”.

    Aber einen Vorschlag hätte ich doch (ich selber kann ihn leider nicht ausführen, da mit die Ausrüstung fehlt – aber vll. hat oder kennt ja jemand einen, der so etwas machen könnte). Zum Problem: unsere Landwirtschaft ist ja extrem Maschinen und Ölabhängig. Die heutigen Landwirte kennen nichts anderes mehr. Viele viele alte Techniken in einer manuelen, händischen Landwirtscahft (gilt auch für Privatgartenanbau) sind fast! vollkommen verloren gegangen (die notwendigen Maschinen eevtl. in einem Museum – zum Glück, so kann man sie nachbauen).

    Wie gesagt fast! Den noch gibt es viele alte Menschen, die die Techniken noch kennen. Wie wäre es quasi ein Videoarchiv zu machen? Indem die alten Leute aus der Landwirtschaft erklären, wie man wo welche Technik und Tricks nutzen muß? Das ganze auf Youtube und Co. sollte im Ernstfal vll. doch ein wenig behilflich sein.

  • titoslavija - 14. September 2011 Antworten

    Hey M. E. wollts nur erwähnen, vielleicht wussten es ja ein paar andere nicht, weil ich ich immer das gefühl habe, wenn über griechenland gerdet wird, das das wissen zwischen der 2000 jahre vor unserer zeit und heute ziemlich dürftig ist, ist aber ziemlich wichtig um die griechen und ihr heutiges handeln zu verstehen, dient ja zur aufklärung.
    ähm hab noch ne frage wie hoch wird das defizit von griechenland dieses jahr dann wahrscheinlich sein, 15%? es wird immer von 8% in den mainstreammedien erzählt, aber ich glaube das wird um längen verfehlt.

  • Russe - 14. September 2011 Antworten

    Was du “frühere Zivilisationen” nennst, wurde designt. Deswegen gibt es in zB Ägypten auch keine Zivilisation mehr, da auch diese “Zivilisation” kreiert wurde. Was aber nicht heißt, dass die Erfinder nicht weiter ihre wahre Zivilisation fortführen.

  • Querschuss - 14. September 2011 Antworten

    Hallo titoslavija,
    wenn man den gesamtstaatlichen Finanzierungsbedarf von 23,077 Mrd. Euro in den ersten 8 Monaten ansetzt, was nicht ganz deckungsgleich mit den Defizitkriterien lt. Maasticht sein muss, aus Zentralstaat, lokalen Regierungen und Sozialversicherungen und auf das Jahr hochrechnet, erhält man ein Defizit von 34,615 Mrd. Euro, bei geschätzten 218 Mrd. an nominalen BIP 2011, wäre dies eine Defizitquote von 15,88%!

    Ich habe es noch verglichen, die Abweichungen der vom griechischen Finanzministerium berichteten Daten und der, die letztlich Eurostat als offizielle Defizitquote berichtet wird, ist vernachlässigbar, die Daten des gesamtstaatlichen Finanzierungsbedarf von 23,077 Mrd. Euro bis August weisen den Weg für 2011 in Richtung Defizitquote von 15%.

    Gruß Steffen

  • mitwisser - 14. September 2011 Antworten

    @hunsrückbäuerlein….das mit dem rechten Rand würde ich jetzt auch mal auf meine Aussagen bezogen sehen. Ich oute mich hier aber als Wechselwähler, aller im Parlament vertretenen ohne die SED-Nachfolger. Aber ich tue mir schwer die richtige PArtei für mich zu finden, so wie auch viele andere und ein erheblicher Teil der Nichtwähler, weil die Politkaste das Volk in weiten Teilen nicht mehr repräsentiert. Ich habe mich in meiner Not mehr drauf verlegt, die Etablierten abzuwählen, so wie in Ba-Wü neulich. Quasi als Schadensbegrenzung bevor der Filz zu dick wird.
    Aber zurück zum eigentlichen Problem: Wie kann man denn den Griechen noch helfen? Eine Transferunion wäre wohl dei einzige Möglichkeit den aktuellen Zustand( bzw. den der Wirtschaft vor ca. 2 Jahren) aufrecht zu erhalten, mit all seinen Absurditäten die es früher dort gab und den Auswüchsen die noch dazu kamen. Mir fällt da nur noch eine tiefgreifende Restrukturierung des Landes ein, einschliesslich zurück zur Drachme und Haircut von mind. 50%. Das würde dann auch die Agonie des Grossteisl der Bevölkerung endlich beenden. Von mir aus käme auch noch ne Anschubfinazierung in Betracht, aber als Gegenleistung sollten bitteschön mal diverse Schwarzgeldschätze der Eliten gehoben werden und die grössten Schmiergeldbeteiligten endlich in den Knast wandern. Letzeres ist leider aber ein naiver Traum von mir.

  • hunsrückbäuerlein - 14. September 2011 Antworten

    hallo m.e., martin, mitwisser

    ich habe euch nicht dem rechten politischen rand zugeordnet, ich habe lediglich passagen eurer Kommentare zit. und meine Meinung dazu geäußert. Es besteht also überhaupt keine Veranlassung, mich dessen zu bezichtigen, da das so nicht stimmt.

    An den von mir zit. Sätzen aus euren Kom. müßt ihr euch sehrwohl festmachen lassen und da gibt es Einiges, was ich doch noch anregen möchte, zu bedenken. @ Mitwisser, du schreibts, und die Frage stelle ich mir auch, wie kann man den GR noch helfen, doch ist diese Frage 1-rangig? Muß die Frage nicht vielmehr lauten: “Wollen wir an einem vereinten Europa festhalten, sein zutage geförderten Schwächen akzeptieren und es weiterhin gestalten, dank der aktuellen Krise velleicht sogar besser, demokratischer, schneller als bisher? Was braucht es dazu? Was darf dann auf keinen Fall passieren? Und gerade die Antwort auf die letzte Frage ist doch evident! Es gibt kein hühott, es gibt nur hü oder hott. Wenn wir an einem vereinten Europa festhalten wollen, gilt es, Alles auf dieses Fokus hin auszurichten und allen Widerstände von Innen und Außen zu trotzen. Niemand hat je behauptet es würde schmerzlos! Doch jetzt wo es schmerzhaft wird, wo es gilt, fangen die Ratten an wild um sich zu beißen und der Rest geht demütigst in die Ecke, statt die Ratten zu erschlagen. Hier gibt´s ´ne Menge Patriotismus im eigendlichen Sinn des Wortes, also keine Volkstümelei, Kompliment an alle die hier fundiert kommentieren, aber was hält uns davon ab, diesen Patriotismus auf Europa zu übertragen? Europa ist unsere Gegenwart in der wir bisher gut gelebt haben, soll Europa nicht auch die Zukunft unserer Kinder sein, nur weil wir unserer Vergangenheit retten wollten?
    Darum geht es mir!

    • Querschuss - 14. September 2011 Antworten

      Hallo hunsrückbäuerlein,
      die Frage suggeriert etwas, was wir kaum beeinflussen können! Wir gestalten nicht! Wir können zwar am vereinten Europa festhalten, dies bedeutet aber, dass wir praktisch akzeptieren müssen, unter der herrschenden TINA-Fraktion, die Verwerfungen aus der Fehlkonstruktion des Euro, der Ungleichgewichte im Handel und der Exzesse an den Finanzmärkten nicht nur mitzutragen, sondern zu ertragen, dass diese Verluste sozialisiert werden. Und dies wird den Lebensstandard nicht nur in Griechenland senken, sondern mit Zeitverzug auch in Deutschland. Nicht zu vergessen, dass die deutschen Arbeitnehmer bereits zur einseitigen Erzielung der Wettbewerbsfähigkeit ihren Preis gezahlt haben, mit der Nichtteilhabe am Produktivitätsfortschritt. Links sein und gegen den Euro bzw. das Europa der Banken, Spekulanten und Großkonzerne ist kein Widerspruch sondern Pflicht, wenn man die hier präsentierte Faktenlage anerkennt. Sich an den Realitäten zu orientieren und von diesen abzuleiten, was überhaupt noch Handlungsoptionen sind, gehört ebenso dazu.

      Solidarität mit Griechenland bedeutet nicht Eurobonds, sondern dieses Land von der Knute der Troika zu entledigen und endlich wieder Wachstum, Jobs und Einkommen zu organisieren. Genau dies würde ohne den Euro eine realistischere Chance haben.

      Gruß Steffen

  • M.E. - 14. September 2011 Antworten

    Hallo hunsrückbäuerlein,
    ich bin überzeugter Europäer, mehr noch: überzeugter Weltbürger. Ein bescheidener, friedfertiger Nepali ist mir wesentlich näher als ein agressiver Deutscher.
    Ich habe ein großes Volksmusikarchiv, das Folklore auch weit mehr als einem dutzend Ländern umfasst und beherrsche einigermaßen Volkstänze aus Griechanland, Israel, Frankreich und noch einigen anderen Ländern. Mal als Beispiel.
    Aber das sehr lobenswerte Projekt der europäischen Intergration ist in dieser Weise der wirtschaftichen und wirtschaftlichen Verflechtung langfristig auf Sand, besser: auf Öl gebaut.
    Genau so, wie die Globalisierung heutiger Art in den nächsten Jahrzehnten keine Überlebenschance hat, hat auch die komplexitätssteiegernde finanzpolitische Integration Europas keine Zukunftschance.
    Ganz unabhängig von den aktuellen Entwicklungen in Griechenland und den Geburtsfehlern des Euro..

    Um so wichtiger ist, dass wir uns nach dem Platzen der Ölblase und damit der Komplexitätsblase als völlig gleichwertige Gäste auf unserem schönen Kontinent und unserem schönen Planeten begriefen. Mit vorrangig nationalen Sichtweisen habe ich nichts am Hut.

  • titoslavija - 14. September 2011 Antworten

    hier nochmal der beweis vom in den medien hochgejubelten weisen mann, er steckt dahinter (mitglied der bilderberger). wenns nach ihm geht muss die eurozone eine schuldenunion werden!!!

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,769881,00.html

    er ist die politische elite deutschlands und niemand anderes, wenn einen schuldigen sucht für das desaster, müsst ihr euch bei ihm beschweren

    • Querschuss - 14. September 2011 Antworten

      Hallo titoslavija,
      auch wenn ich die Meinung, der Verteidigung bis zum Letzten überhaupt nicht teile, sondern ablehne, in einem hat er Recht: Ein derartiges Leitprogramm “muss orientiert sein an Leitideen wie Beschäftigung, Produktivität und Volkseinkommen”. Nur genau daran fehlte es, Anfang 2010 hätte man über eine Ankurbelung der Wertschöpfung noch eventuell das Ruder rumwerfen können, jedoch in der Realität gibt es seit dem unzählige Arbeitlose mehr, einen Industrieproduktionsoutput von unter 1995, weitere über 100 Mrd. Euro an neu aufgebauten Staatshaushalts- und Leistungsbilanzdefiziten und so weiter. Die Leitideen von Schmidt sind richtig, entbehren aber jeder Grundlage, da nicht Bestandteil der Ideen der handelnden Akteure.

      Gruß Steffen

  • M.E. - 14. September 2011 Antworten

    Die Annahme eines gesteuerten Designprozesses hyperkomplexer Strukturen hat schon eine quasi religiöse Komponente.

  • Russe - 14. September 2011 Antworten

    Ja M.E. die Banken tuen Gottes Werk schon vergessen? Und was für dich lächerlich klingt ist für die voller Ernst. Ausserdem brauchst du nur die Karte von Europa nach 1. und 2. Weltkrieg anzusehen, um zu verstehen, dass man die Nachkriegseuropa eben “designt” hat.

  • M.E. - 14. September 2011 Antworten

    Klar, Grenzverläufe werden nicht selten designt. Beispielsweise 1944 in Jalta. Oder die Grenzen des Irak, Afghanistans, Libyens und vieler anderer Länder, völlig unbeeinflusst von gewachsenen ethnischen und Stammesstrukturen.
    Nun sind ja Grenzverläufe auch keine hyperkomplexen Gesamtsysteme.

  • Russe - 14. September 2011 Antworten

    Grenzverläufe werden nicht selten designt.
    __

    Es werden Pufferzonen, bestehend aus Staaten designt. Die Meinung, dass chaotische Systeme sich selbst organisieren lasse ich nicht gelten, denn dafür braucht man immer externe Energiezufuhr.

  • durchgangsposten - 14. September 2011 Antworten

    @Russe

    Zitat (Frage):
    “Wieviele Machtinstrumenten braucht man denn, um das Westliche System zu steuern?”

    Antwort:
    Genau zwei!
    Geld (materielle Ebene) und Medien incl. Führer/Priester (geistige Ebene; Bewusstseinsebene). So hat man die Menschen sowohl existenziell bei den Eiern, wie auch im Mentalen (geistige Entwicklung). So steuert man “Hardware” (Körper) und “Software” (Geist).

    DESHALB sind wir unfrei.

  • Cangrande - 14. September 2011 Antworten

    Zunächst einmal Dank an Steffen Bogs dafür, dass er wieder einmal “ad fontes” gegangen ist (und uns auch den Link dorthin liefert, was die Medien ja meistens vermeiden).

    Einige unsystematische Anmerkungen:

    FDP-Mitgliederbefragung “zu Wahlkampfzwecken”:
    Ich bin kein FDP-Sympathisant, aber eine solche Behauptung kann nur aufstellen, wer sich in völliger Verblendung leichthin über die Fakten hinwegsetzt. Frank Schäffler wird ja von seiner Parteiführung behindert, keineswegs unterstützt. (Bei den flotten Sprüchen von Philipp Rössler und Rainer Brüderle liegt die Sache natürlich anders: Das ist tatsächlich nur Theaterdonner zum Zwecke der Wählertäuschung).

    ‘Die armen unschuldigen Griechen’:
    “Wir zahlen nicht für eure Schulden”: Dieser griechische Demonstranten-Slogan ist mir außerordentlich sympathisch; genau das sollte unsere Regierung den Griechen sagen: “Wir bezahlen weder eure Schulden, noch den Sprit für eure Sportwagen”.
    “Europa muss uns doch helfen”: Die Griechen wollen keine Hilfe zur Selbsthilfe (in Gestalt von Auflagen und vernünftigen Ratschlägen zur Restrukturierung der dortigen Wirtschaft), sondern Daueralimentation von den blöden Barbaren im Norden: “Rückt den Zaster raus und im Übrigen haltet die Fresse”.
    Dass sich die Dankbarkeit der Menschen sehr in Grenzen hält, sieht man zwar auch bei uns in den Neuen Bundesländern. Griechenland ist aber nicht nur undankbar, sondern als Dreingabe noch ausgesprochen unverschämt.
    Eine intelligente Politik der anderen Europäer würde diese Kuckucksvögel aus dem Nest schmeißen, bevor sie die eigene Brut schädigen.

    Warum demonstrieren die Griechen nicht ganz konkret gegen die eigene Fettschicht (sondern nur abstrakt gegen die Politik)? Statt auf dem Freiheitsplatz Randale zu machen, könnten sie doch mal bei ihren Nachbarn die unversteuerten Schwimmbecken besichtigen?
    Aber dem steht die gleiche geistige Kumpanei entgegen, welche (mutatis mutandis) z. B. auch die Italiener Berlusconi wählen lässt: Sie alle sind, oder möchten alle gerne sein, “furbo”, schlau: den unmittelbaren eigenen Vorteil fördern, skrupellos den Staat betrügen usw. Bedenken dagegen sind allenfalls taktischer, aber nicht grundsätzlicher Art.

    Es ist natürlich keine statistische Wahrheit, dass nun “alle Griechen” so wären. Es waren ja auch keineswegs alle Deutschen Nazis, aber in beiden Fällen war bzw. ist es diese Ideologie bzw. Mentalität, welche die gesellschaftliche die Entwicklung (und das Außenbild) bestimmt haben/bestimmen.
    “Außer die falschen Leute zu wählen, haben die Griechen ja nichts getan”: Richtig, so war das 1933 in Deutschland ja auch. Wir haben damals halt die falschen Leute gewählt, aber den Krieg usw. wollte keiner, und folglich können wir doch nichts dafür?

    Ich habe sogar den Eindruck, dass sich in Griechenland (genau wie m. E. in der Tea-Party-Bewegung in den USA) gerade die Ärmsten von den Parasiten instrumentalisieren lassen: in den USA mit Slogans gegen den Big State, in Griechenland wohl mit nationalistischen Parolen (“kein Ausverkauf unserer Wirtschaft an die Ausländer” – d. h.: unsere Juwelen wollen wir behalten, unseren Lebensunterhalt sollen die anderen finanzieren – usw.).
    Klar dürften auch die griechischen Medien daran Schuld haben, und ebenso die griechische Politik, die nicht nur von den eigenen Fehlern ablenken möchte, sondern (genau wie anderswo) auch kaum den Mut haben wird, den Griechen eine ungeschminkte Diagnose ihrer anarchistischen, egoistischen und partikularistischen Mentalität auf den Kopf zu zu sagen.
    Zwar kann man alle gemeinschaftszerstörenden Eigenschaften, welche die griechische Misere derzeit auf die Spitze treiben, auch bei uns finden. [Wenn ich etwa an die Verkäuflichkeit von Kassenarzt"sitzen" in Deutschland denke, dann ist das genau so ein empörender Missbrauch wie in Griechenland der Verkauf von Taxifahrerlizenzen usw.!] Nur erreichen bei uns die Missbräuche in der Summe halt (noch?) keine griechischen Ausmaße. Außerdem herrscht bei uns ein Grundvertrauen in den Staat (welches im Moment von den Berliner Eurobonditen schamlos mit Füßen getreten wird!), wie es in den mediterranen Kulturen wohl fehlt.

    Eine der griechischen ähnliche Mentalitätsstruktur sehe ich übrigens in Süditalien (“Mezzogiorno”). Charakteristisch dafür ist das Sprichtwort (und die entsprechenden Verhaltensweisen): “Roba dello stato è roba di governo. Chi non la mangia, va nell’inferno” – “Staatsgut ist Regierungsgut, zur Hölle fährt, wer’s nicht nehmen tut”).
    Der Umstand, dass der italienische Staat nicht einmal das eigene Volk in diesen Gebieten in 150 Jahren gesellschaftlich in die Moderne führen konnte lässt mich folgern, dass dann Griechenland erst Recht ein völlig hoffnungsloser Fall ist.

    In Summa: Gutes Zureden hilft da nicht; das griechische Volk braucht den harten Realitätskontakt, damit es in seiner Gesamtheit endlich begreift, dass es derzeit – trotz aller Sparauflagen – noch immer fremde Steuerzahler sind, die ihnen den Lebensstandard finanzieren. Also ganz einfach: eine Auflagen mehr – aber auch kein Geld. Dann müssen Volk und Politik dort unten halt sehen, wie sie selbst aus der Sch. rauskommen.

    @ Steffen zur Kumulierung des “Doppeldefizits” aus Leistungsbilanzdefizit und Haushaltsdefizit:
    Ich bin kein Wirtschaftswissenschaftler, aber ich glaube nicht, dass diese Betrachtungsweise richtig ist. Wenn der (griechische) Staat Geld ausgibt, dass er nicht hat, und das er sich nicht im Inland, sondern im Ausland leiht (wie in G. ja der Fall), würde das Leistungsbilanzdefizit doch wohl (mehr oder weniger) exakt durch diese Kreditaufnahme im Ausland finanziert:
    - Staat leiht Geld im Ausland und leitet dies an die Bürger weiter
    - Bürger kaufen entsprechend mehr Waren im Ausland, als sie selbst produzieren.
    (Bei unterschiedlichen Währungen wäre der Sachverhalt deutlicher:
    - Griechische Regierung leiht sich in Dtld. DM, reicht diese an die Bürger weiter, die geben die DM für Porsche-Sportwagen aus Deutschland aus.)
    Aber selbst wenn die Steuerzahler fremder Länder dann “nur” 14% des BIPs für die griechischen Steuerhinterzieher finanzieren “müssten”, ist das natürlich gleichfalls absolut inakzeptabel.

    Inhaltlich zum Zahlenwerk:
    Als Laie kann man daraus natürlich kaum Rückschlüsse ziehen, und selbst Fachleute hätten ohne ergänzende Informationen wohl ihre Schwierigkeiten, aus diesen nackten Daten Rückschlüsse auf das Ausgabenverhalten der Regierung, die Wirksamkeit oder Wirkungslosigkeit von Steuererhöhungen und (theoretischen) Sparmaßnahmen usw. abzuleiten. Und ohnehin warnt ja das Finanzministerium, dass es sich hier nicht um die relevanten Zahlen handelt, wie sie die Troika ihren Beurteilungen zu Grunde legt (“It should be noted that the above data correspond to the execution only of the State Budget and thus do not reflect all fiscal data that are taken into account when measuring the General Government deficit according to the ESA95 (Eurostat’s) classification, which is the benchmark for the assessment of the Economic Policy Programme of Greece”).

    Trotzdem konstatiere ich einige Auffälligkeiten (Zahlen nachfolgend von mir sehr grob gerundet, weil es ja nur um Tendenzen geht):
    Die tax refunds waren in der Planung für das Gesamtjahr lediglich mit 3,8 Mrd. € angesetzt. In 2010 betrugen sie 5 Mrd. €. Bereits jetzt liegen sie um 13% höher als in den ersten 8 Monaten 2010. Eine schlichte Hochrechnung auf das Gesamtjahr mag fragwürdig sein. Da es aber unwahrscheinlich ist, dass in den Folgemonaten keine Steuererstattungsansprüche mehr entstehen, kann sie auch nicht völlig in die Irre führen. Man wäre dann etwa bei 5,5 Mrd. €: 10% mehr als in 2010 und sogar 50% mehr als veranschlagt. Meine Arbeitshypothese als Troika-Prüfer (bzw. als bundesdeutscher Steuerzahler!) wäre bei solchen Zahlen, dass entweder die griechische Regierung die Position bewusst zu niedrig angesetzt hat, und/oder dass die Griechen ihren Staat kräftig besch. haben.

    Völlig unverständlich ist, im Vergleich zur Budgetplanung, auch die Höhe der bis August angefallenen Schuldzinsen. Hochgerechnet aus 12,7 Mrd. € für 8 Monate ergeben sich 19 Mrd. € für 12 Monate. Das ist unverständlich, weil sich Griechenland ja nicht mehr am Markt finanziert (die steigenden Anleiherenditen also keinen Einfluss auf den griechischen Staatshaushalt haben), und weil der Zinssatz für Kredite aus dem Rettungsschirm in diesem Jahr (Juni?) gegenüber dem Stand bei Ausarbeitung des Haushaltsplans sogar reduziert wurden. Möglich, dass sich dieser Umstand bislang noch nicht ausgewirkt hat; die Abweichung vom Plan bleibt aber unverständlich.
    Auch insoweit wäre Täuschung der Troika bei der Budgetaufstellung denkbar (um deren Forderungen scheinbar zu erfüllen).
    Stutzig macht in diesem Zusammenhang allerdings eine Mitteilung von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, wonach sich Griechenland noch kürzlich Mittel “am Markt” besorgt habe (vgl. dazu näher meinen einschlägigen Blog-Eintrag “” – http://beltwild.blogspot.com/2011/09/ins-grundrauschen-der.html).
    Wenn sich Griechenland (bei den eigenen Banken, refinanziert von der EZB?) sozusagen “hintenrum” noch Geld beschafft, und mutmaßlich zu einem recht hohen Zinssatz, verstößt es zweifellos gegen die objektiv bestehenden Sparzwänge. Dass dies der Hintergrund für die gegenüber der Planung überhöhten Zinsausgaben ist, würde ich als Troika-Prüfer sicherlich erwägen.

    Wieso Griechenland angesichts der angeblichen Sparhaushalte eine “more favourable tax treatment of personal income as a result of the new tax law” beschließen konnte, ist mir ebenfalls schleierhaft.

    Zusammenfassend:
    Unsereiner kann nicht allzu viel aus dem Zahlenwerk erkennen. Aber selbst das wenige, was ein Laie dort herausdestillieren kann, reicht schon aus um die griechische Behauptung “The revenue shortfall can be mainly attributed to the larger than projected recession” bestenfalls mit der Kneifzange zu berühren.
    Zwar schlägt sich eine Rezession auch z. B. in Deutschland überproportional im Steuereingang nieder. Dennoch hätte angesichts der versprochenen bzw. beschlossenen Sparmaßnahmen und Effizienzsteigerungen bei der Steuereintreibung keine derartige Haushaltslücke entstehen können, wenn die Maßnahmen konsequent umgesetzt worden wären. Die Prüfer der “Troika” [en passant: kennt jemand die Namen der Mitglieder???] werden gute Gründe gehabt haben, um der griechischen Regierung die Brocken vor die Füße zu werfen.
    Da haben einige wohl auch aus ihrem Herzen keine Mördergrube gemacht: Wenn man in der WELT liest “Beobachter sprechen von einer regelrechten Bockigkeit und Keckheit der Athener gegenüber IWF und EU-Kommission. Die Griechen, denen auf dem Krisengipfel vom 21. Juli Rettungsschirm-Darlehen mit Laufzeiten von bis zu 30 Jahren, Tilgungs-Auszeiten und niedrige Zinsen versprochen wurden, lehnen sich offenbar zurück” (http://www.welt.de/debatte/kommentare/article13582560/Europa-wird-zur-Haftungsanstalt-fuer-bockige-Griechen.html) dann müssen in Athen ziemlich die Fetzen geflogen sein und die Troika-Mitarbeiter die Schnauze aber ganz gehörig voll gehabt haben!

  • M.E. - 14. September 2011 Antworten

    Hallo Cangrande,
    weitestgehend d´accord !
    Auch was die Glaubwürdigkeit von Schäffler angeht und die nicht dementsprechende Glaubwürdigkeit der meisten FDP-Vostandsmitglieder.
    Letztere hatte ich auch im Sinn, als ich von Wahlkampfmanöver sprach.

  • mitwisser - 14. September 2011 Antworten

    @cangrande…..in ähnlicher aber schlichterer Weise habe ich den Kollegen hier auch schon meine Zweifel an den steigenden Ausgaben und fallenden Einnahmen vorgebracht, aber das wurde gerne mit dem Hinweis auf die Austeritätsmassnahmen vom Tisch gefegt. Klar, es gibt deutliche Effekte durch die Rezession. Aber die zugesagten Massnahmen sollten dann doch auch zu spüren sein und endlich Steuerschulden und -hinterziehung spürbar werden. Immerhin sind wir im 16. Monat seit der Schwindel definitiv aufflog. Aber der Levantiner wills ums verrecken nicht einsehen. Die Medien scheinen mir dort aber auch eine mehr als dubiose Rolle in der öffentlichen Meinungsbildung zu spielen. Und wenn ich die Verschwörungstheorien meines griechischen Kollegen Titos höre, dann wird mir ganz seltsam. Immerhin hat der bei uns Maschinenabau studiert und länger gearbeitet. Ich ahne, dass es dort noch ganze andere Kaliber an “Verwirrten” gibt. Die überall die Schuld sehen, aber ganz weit weg von eigenen Umfeld.

  • Cangrande - 14. September 2011 Antworten

    @ mitwisser
    Nach weiterem Überdenken denke ich, dass man die Schwierigkeiten der Menschen (auch von anderweitig intelligenten Menschen, und nicht nur der Griechen) mit dem Erkennen ökonomischer Realitäten auch so formulieren kann:

    Wenn die finanzielle Wirklichkeit der leeren Kassen den Menschen lediglich in Gestalt von erhobenen Zeigefingern begegnet, werden viele glauben, der Zeigefinger sei das Problem: wenn man den wegschaffe, werde alles wieder gut. Daher ist es zwingend erforderlich, die Leute unmittelbar mit der Realität ihrer leeren Schatztruhen zu konfrontieren. Eine solche Erfahrung wird verdammt schmerzlich sein, und sie kann in Griechenland durchaus zu Mord und Totschlag führen, darüber mache ich mir überhaupt keine Illusionen.
    Da würde ich dann freilich nur mit verschränkten Armen daneben stehen und sagen: Hoffentlich schlagen die die Richtigen tot!

    Und was die Solidaritätsträumer angeht, können das Sentimentalsozialisten sein – oder auch Einflussagenten der Finanzinteressen. Objektiv helfen unsere Zahlungen jedenfalls den Kapitalinteressen ebenso wie den Griechen.

    Wahre Sozialisten würden sich freuen, wenn die Banken pleite gehen, vom Staat übernommen werden (müssen) und dann mit Gewinn wieder an die Kapitalbesitzer verkauft. Schweden hat es vorgemacht; uns hindern wahrscheinlich die angelsächsischen (und französischen) Finanzinteressen, in kollusivem Zusammenwirken mit unseren rosafarbenen und blutroten Pseudosozialisten (wie natürlich auch der andersfarbigen Blockparteien), an der einzig richtigen Form der Krisenbekämpfung.

    ceterum censeo

    DER WUNDBRAND ZERFRISST DAS ALTE EUROPA,
    WEIL ES ZU FEIGE IST EIN KRANKES GLIED ZU AMPUTIEREN!

    POPULISTISCHES MANIFEST
    (für die Rettung von zwei Billionen Steuereuronen!):
    Ein Gespenst geht um in Deutschland – das Gespenst einer europäischen Transferunion und Haftungsunion.
    Im Herzland des alten Europa haben sich die Finanzinteressen mit sämtlichen Parteien des Bundestages zu einer unheiligen Hatz auf die Geldbörsen des Volkes verbündet:
    • Die Schwarzen Wendehälse (die unserem Bundesadler den Hals zum Pleitegeier wenden werden),
    • Die Roten Schafsnasen (vertrauensvoll-gutgläubig, wie wir Proletarier halt sind),
    • Die Grünen Postmaterialisten (Entmaterialisierer unserer Steuergelder wie unserer Wirtschaftskraft),
    • Die machtbesoffenen Blauen (gelb vor Feigheit und griechisch vor Klientelismus), und selbstverständlich auch
    • Die Blutroten (welch letztere die Steuergroschen unserer Witwen, Waisen und Arbeiter gerne auflagenlos, also in noch größerer Menge, gen Süden senden möchten).
    Wo ist die Opposition im Volke, die nicht von unseren Regierenden wie von deren scheinoppositionellen Komplizen als Stammtischschwätzer verschrien worden wäre, wo die Oppositionspartei, welche sich der Verschleuderung der dem Volke abgepressten Tribute an die europäischen Verschwendungsbrüder wie an die unersättlichen Finanzmärkte widersetzt hätte?
    Zweierlei geht aus dieser Tatsache hervor:
    Das Volk wird von fast keinem einzigen Politiker als Macht anerkannt.
    Es ist hohe Zeit, dass wir, das Volk, unsere Anschauungsweise, den Zweck unserer Besteuerung und unsere Tendenzen gegen die fortgesetzte Ausplünderung durch das Finanzkapital bzw. durch die Bewohner anderer Länder und durch seine/deren politische Helfershelfer vor der ganzen Welt offen darlegen und dem Märchen von dem grenzenlosen Langmut der Deutschen den Zorn des Volkes selbst entgegenstellen.

  • M.E. - 14. September 2011 Antworten

    Naja, Cangrande,
    jetzt wird es mir doch eine Spur zu national angehaucht, was Du schreibst.
    Die “Ausplünderung durch die Bewohner anderer Länder” ist ein ziemlich nationalistisches Klischee.
    Was ist mit der Ausplünderung anderer Länder durch den Westen, unter anderem durch Deutschland? Wir können nur unseren Lebensstil realisieren, weil wir anderen mit recht subtilen Mitteln wie Niedrigstlohnslaverei und Schuldknechtschaft genau diesen Lebensstil verwehren.
    Die Grenzen verlaufen nicht zwischen den Völkern, sondern zwischen den Opfern und Profiteueren der globalen Umverteilung. Und in Deutschland leben relativ viele Profiteure.

    Und was Pro und Kontra einer Griechenland-Rettung angeht, über die man mit jeweils plausiblen Argumenten auf beiden Seiten diskutieren kann, will ich Dich beruhigen: egal ob wir Griechenland unterstützen oder nicht – das gesamte Finanzsystem wird uns so oder so um die Ohren fliegen. Und das wird nur zu einem relativ kleinen Teil an Griechenland liegen.
    Und sogar unsere gesamte Lebensweise steht in den nächsten 3 Jahrzehnten komplett zur Disposition.

  • mitwisser - 14. September 2011 Antworten

    @cangrande…….mein persönliches erwachen, was die wertschätzung unserer politischen in bezug auf ihren angeblichen souverän angeht, hatte ich letztlich bei der diskussion um S21 und dem entsprechenden schriftwechsel……mein lieber freund, die haben mich ganz schon runtergeputzt, da wurde kein argument nicht mal ansatzweise diskutiert, man kam sich vor wie der schuljungeund nicht leitender mitarbeiter in einem mittelständischen unternehmen, welches letztlich den wohlstand dieser kaste am weltmarkt erwirtschaftet….eine arroganz, die kaum noch auszuhalten war. ich tue mich so schwer wie noch nie, eine wählbare partei zu identifizieren

    Übrigens bin ich fron, einen Mitstreiter zu haben. Aber ich schätze die anderen meinungen hier trotzdem ausserordentlich, auch wenn ich sie teils nur bedingt teile. Aus meiner Sicht eine auskömmliche Mischung aus Realos/Pragmatikern/Leute mit vor Ort Erfahrung und fundierten Denkern denen ich hin und wieder etwas mehr praktische Erfahrung wünsche würde. Kann mich in letzerem natürlich täuschen.
    Was mich auch ärgert ist die Tatsache kein griechsich zu verstehen, was mich daran hindert näher dran zu sein am Geschehen, den Medien, etc. Gewisse Parallelen ziehe ich aus Spanien, deren Sprache ich bestens verstehe. Allerdings habe die es zwar auch recht schlimm getrieben, die Griechen sind aber nach all dem was man mittlerweile so mitbekommt eine Dimension für sich. Auch wenn häufig sehr selektiv berichtet wird, selbst in überwiegend seriösen Medien.
    Wenn es nicht so dramatisch wäre, könnte man sich fast schon amüsieren, über dieses unglaubliche Schauspiel. Mein bereits erwähnter Kollege Titos (lebt seit einigen Jahren wieder in der Heimat) erzählte mir neulich in vollster Überzeugung der scheinbar im Bau befindliiche Graben der die Flüchtlinge aus der Türkei abhalten soll, wäre in Wirklichkeit eine Panzersperre gegen die türkische Invasion, die ernsthaft in Planung wäre. Aber vielelicht haben Murcksel und Napozy mit dem Erdogan ausgemacht das Problem auf diese Weise zu erledigen? nein, natürlich nicht, aber etwas spass darf auch mal sein. Und wenn der titos schon sein fett abkriegt: letzten november, also 6 monate nachdem die bekannten beteiligten es nicht mehr schafften den deckel drauf zu halten, wurde mir noch in vollster überzeugung erklärt, dass alles nur daran läge, dass manche schlecht über GR reden würden, sonst wäre dieses problem überhaupt nie aufgetreten……man frägt sich dann schon, ob dort noch andere dort ähnlich ticken……OK, ich gebs zu, ich kenne sonst nicht allzu viele griechen, aber ich krieg das gefühl nicht los, dass er ein guter repräsentant zu sein scheint

  • Cangrande - 14. September 2011 Antworten

    @ M. E. Was ist daran klischeehaft, wenn ich die Finanzierung des griechischen Primärdefizits (d. h. der Differenz zwischen Staatseinnahmen einerseits und laufenden Ausgaben, ohne Zins und Tilgung, andererseits) durch den (u. a.) deutschen Steuerzahler als eine Ausplünderung durch die Bewohner fremder Länder bezeichne? Sie können das natürlich gern “brüderliche Hilfe an unsere griechischen Steuerhinterzieherfreunde” nennen; die Fakten stehen: Deutschland zahlt einerseits an die Finanzintermediäre (Banken, Versicherungen) , welche die griechischen Anleihen gekauft haben, und finanziert andererseits das fortbestehende (riesige) griechische Haushaltsdefizit. Das stinkt mir gewaltig – nicht als deutscher Patriot (der ich zwar auch bin), sondern als deutscher Steuerzahler!

    Ob wir selbst andere ausbeuten, kann hier dahingestellt bleiben. Selbst wenn das zutreffen sollte wüssten ich nicht, warum wir uns mit dieser Begründung von anderen wie die Weihnachtsgänse ausnehmen lassen müssten.

    Dass uns allerdings das Finanzsystem um die Ohren fliegen wird, fürchte auch ich. Aber gerade deshalb sollte Deutschland sein Pulver beisammen halten!

    Deine Befürchtung, dass wir auch unabhängig von der Finanzkrise voll gegen die Wand fahren, teile ich als dezidierter Ressourcenpessimist ebenfalls.

    Nur: das Wissen, dass eines Tages der Jüngste Tag anbrechen wird, soll uns nicht daran hindern, bis dahin möglichst gut zu leben, und nicht unser hart erarbeitetes Gut an fremde Völker zu verschleudern. Aber gut, wenn Sie darauf bestehen, zahlen Sie halt die Pkw-Maut für Griechenland: ich bin kein Autofahrer!

  • Benedikt - 14. September 2011 Antworten

    Die Slovaken bekommen finden keine Mehrheit für den EFSF, da eine Regierungspartei dagegen stimmen will. In Österreich muss das mit 2/3 Mehrheit beschlossen werden. Die sind auch noch auf die Such nach einer Mehrheit.

    Und Baroso hat angekündigt einen Eurobondentwurf im Oktober zu Präsentieren. Die EU Lobbykraten verlieren immer mehr den Bezug zur Wirklichkeit.

  • M.E. - 14. September 2011 Antworten

    Es wird nicht viel nutzen, Griechenland in die Insolvenz gehen zu lassen, Cangrande. Obwohl es für diese Forderung natürlich gute Gründe gibt. Ich bin ja selbst gegen das permanente Rauskaufen der Banken und anderen Finanzmarktakteure.
    Bei einer Insolvenz Griechenlands mit einem Schuldenschnitt jedenfalls größer als 50% straucheln etliche europäische Großbanken und insbesondere Italien und sogar Frankreich werden ins Schussfeld geraten.
    Griechenland für sich gesehen mag noch nicht groß genug für die Auslösung des Finanzmarkt-Blackouts sein, aber es wird die nächsten, größeren Dominosteine anstoßen und nachfolgen zu Fall bringen.
    Ich gebe zu: bezüglich einer Griechenland-”rettung” oder Nichtrettung bin ich recht wenig emotional engagiert. Eben weil mir die recht zeitnahe Auslösung des Finanzmarktkollapses (Prognose: in den nächsten 2 Jahren) als unausweichlich erscheint. Egal wie jetzt im Falle Griechenland verfahren wird. Deswegen sehe ich Griechenland eher als eine Randnotiz an, über die aufzuregen sich nicht lohnt.

  • Cangrande - 15. September 2011 Antworten

    Welche Konsequenzen ein Zusammenbruch “des” Finanzmarktes für mich / für Deutschland / für Europa / für die Welt hat, kann ich nicht beurteilen; ich kann mir darunter auch nicht wirklich etwas Genaueres vorstellen.

    Dass von meinen Steuergeldern -zig Milliarden Euro pro Jahr für Griechenland verschwendet werden, ist konkreter Fakt. Dass wir das Geld nicht zurück bekommen, steht für mich ebenfalls fest. Selbst wenn (bzw. auch: gerade weil!) ich als Ressourcenpessimist ohnehin einen Crash erwarte, ist das für mich kein Grund, mir jetzt das Geld aus der Tasche ziehen zu lassen.

    Italien, Spanien und auch Frankreich müssen halt sehen, wie sie ihren Laden auf Vordermann bringen. Das hätten die auch schon längst gemacht, wenn sie nicht die heimliche Hoffnung auf die europäische Hängematte hätten.

    Auch wenn ich selbst kein Autofahrer bin, lässt es mich z. B. nicht gleichgültig, dass in Deutschland die Pkw-Fahrer jetzt eine Maut bezahlen sollen (letztendlich zu allen anderen Auto-Steuern mehr oder weniger obendrauf!), während andererseits gigantische Summen von unserem Geld in der Ägäis versenkt werden.

    Oder dass wir kein Geld haben, unsere Schiffahrt vor den Piraten vor Somalia wirksam zu schützen, aber den griechischen Pfründenbesitzern und Steuerhinterzieher gigantische Summen hinterher werfen: das erweckt einen zunehmend stärkeren Hass (auf unsere eigene Politik) in mir.

    Hass ist nicht in jedem Falle etwas negatives; ich denke, manchmal braucht eine Gesellschaft die Energie des Hassens, um aus einem (verkehrten) System – dem Griechen- und Finanzmarkt-Helfersyndrom – auszubrechen.

    Im Übrigen hier ein “must read”: Der Artikel “EU-Superstaatsgründung aus Angst vor Crash?” des FDP-Abgeordneten Frank Schäffler in der FAZ (http://www.faz.net/artikel/C30638/standpunkt-eu-superstaatsgruendung-aus-angst-vor-crash-30686321.html).,

    Dazu mein (von der FAZ nicht veröffentlichter) Leserkommentar:
    Titel: Gelb vor Neid …..
    ….. müssten die Hilfe-blauen roten und blutroten Arbeiterverräter werden (von den grünen und schwarzen Söldlingen der Kapitalinteressen erwartet man eh’ nichts Besseres), wenn Sie Ihren Essay lesen, sehr verehrter Herr Schäffler.
    Dass hier ein Mitglied aus der Partei der Besserverdienenden gegen die parasitären Kapitalinteressen kämpft: das kann man nicht hoch genug veranschlagen.

    Aus Bünde bei Kalkriese kommt unser neuer Arminius: Varus, Varus, gib mir meine Billionen wieder, werden dann dereinst die Hintermänner von Timothy Geithner und Konsorten klagen!

    ceterum censeo

    DER WUNDBRAND ZERFRISST DAS ALTE EUROPA,
    WEIL ES ZU FEIGE IST EIN KRANKES GLIED ZU AMPUTIEREN!

  • Benedikt - 15. September 2011 Antworten

    Man sollte beim Griechen Bashing nicht vergessen, Deutschlands Finanzen sind genauso Marode, wie die von Italien. Unser Sozialsystem können wir in Hochphasen mit viel Glück finanzieren. Ich rechne fest damit, das den Auto- und Maschinenexport in den Schwellenländer ab Dezember 2011 implodiert. Der Export wird sich auch nicht, wie nach Lehmann, nach einen Jahr wieder spürbar erholen. Kein Land der Welt kann sich jetzt noch ein China 08 Kredit Konjunkturpaket leisten. Die BRD ist dummerweise auf Bomben Gewinne, und damit Steuereinnahmen der Exportunternehmen angewiesen. Ansonsten ist der Sozialstaat hier nicht zu finanzieren. Wenn Kerneuropa Anfang 2012 ebenfalls abstürzt, wird die Krise erst richtig losgehen.

  • Catweazle - 15. September 2011 Antworten

    @Cangrande
    Bitte den ehemaligen Finanz-Drücker der Firma MLP aus dem Spiel lassen. Der will sich selber derzeit nur profilieren. Man sollte ihn lieber an seinen Taten messen. Als es an die Bankenrettung in Deutschland auf Kosten der tatsächlich Werktätigen ging hat man von diesem Marktwirtschaftsfuzzi keinen Pieps gehört. Selbstverständlich hat er auch für die letzte ziemlich freche Diätenerhöhung gestimmt. Leistung muss sich ja schließlich lohnen. Wenn er es wirklich wollte und tatsächlich drauf hätte, dann würde er garantiert nicht in der FDP sein. Ich halte ihn persönlich für einen Klugscheißer und Menschenverdummer der sich seine Chance mit populistischen Geschwätz sucht(und hoffentlich nicht findet). Das jetzt die sogenannten Finanzexperten viel gegen das (Finanz)System reden aber kaum einer bereit ist nach seinem eigenen Geschwätz zu leben nervt mich besonders. Noch mehr nervt aber, das denen so viele Menschen folgen ohne überhaupt einmal das Gehirn einzuschalten. Diese “Experten” sind die neuzeitlichen Rattenfänger ……………aber wollt ihr wirklich alle Ratten sein?

  • kranich05 - 15. September 2011 Antworten

    “Die Griechen”
    “Die Deutschen”
    “Die Spanier”
    usw
    Cangrande läßt die nationalistischen Fiktionen tanzen.

  • mitwisser - 15. September 2011 Antworten

    Übrigens…..man sollte das Defizit nicht immer nur im Vergleich zum BIP sehen, denn das relativiert nach unten. Kann wohl bloss ein Schuldenmacher erfunden haben.
    Sondern auch mal die Neuverschuldungsquote in Relation zu den Staatseinahmen. Das würde manchem mal eher die Augen öffnen. Iin GR sind das derzeit knapp 60% anstatt der angestrebten knapp 8% aus denen wohl 15% werden.
    Wie man das schaffen will, erschliesst sich mir nicht. Zumal sich noch erst das Vorzeichen ändern müsste. Also mal anfangen mit tilgen und zwar aus dem Überschuss. Also noch mal ca. 20% in die andere Richtung, damit es überhaupt spürbar wird (beim Schuldenabbau)

  • Cangrande - 15. September 2011 Antworten

    @kranich05:
    Das Finanzamt differenziert leider auch nicht, ob ich für die Griechen zahlen will oder nicht.

    Im Übrigen: haben Sie außer formalistischen Kriteleien auch eine inhaltliche Position zur vorliegenden Debatte?

    @mitwisser: Ein notwendiger und wertvoller Hinweis; danke!

  • Cangrande - 15. September 2011 Antworten

    @Catweazle:
    Okay, Sie mögen den Schäffler nicht. Aber was genau SIE wolllen, erschließt sich mir aus Ihrem Text auch nicht.
    Blechen bis der Arzt kommt?

  • Mal was anderes - 16. September 2011 Antworten

    Was die BRIC angeht, ich lebe in Brasilien, kann ich nur sagen: jedenfalls in B liegt die Zukunft nicht. Die Kinder in den public Schulen bekommen schon seit 100 Tagen keinen Unterricht in Minas Gerais. In Rio lernen die Kinder in den öffentl. Schulen nichts und werden trotzdem versetzt, in den preiswerteren Privatschulen wenig und nur in den Schulen >1000 EUR/Monat wird gut gelernt… Gerade hat die Regierung neue Schutzzölle auf Autoimporte erlassen, weil man die heimische Produktion aufrechterhalten müsse… – aber man sei konkurrenzfähig, jawohl!!! (Komisch, daß die Autokäufer das einfach nicht erkennen wollen)
    Die Kinder und Jugendlichen hängen am Glotzofon bzw. PC, ganztags und fressen Junkfood. Prozentsatz von Diabetiker-Kindern rapide steigend, von Übergewicht ganz zu schweigen. Von Kriminalität und Korruption will ich gar nicht erst anfangen. Wenigstens ist das Wetter besser als in Europa, Geschmacksfrage natürlich.
    Ok, aber ich kann kaum glauben, daß ich keinen einzigen Hinweis finde, auf den unzähligen Blogs und Forenbeiträgen zur aktuellen Wirtschaftsentwicklung – keinen einzigen Hinweis auf den sog. “3. Weg” (eingeleitet von Silvio Gesell) – das IST der Ausweg, wenn man unvoreingenommen denkt. Natürlich wird es diesen Weg nie vor einem völligen Zusammenbruch des bestehenden “Systems” geben, das ist klar. Aber so wie Gesell und andere es beschreiben, so wird es dann weitergehen. Vielleicht schon ab 2016. Hoffentlich.
    Im Unterscheid zum Zusammenbruch früherer Weltreiche wird es diesmal keine Völkerschaften geben, die als Sieger hervorgehen. Weil, siehe BRIC, diese exakt die gleichen Fehler machen, wie die alten Nationen, die jetzt zusammenbrechen. Die BRIC sind halt nur noch nicht so lange im Geschäft, daß sie schon so große Probleme haben könnten, hängen aber zu 80% am Tropf der Schuldenmacher – oder anders gesagt: sie stehen nur deshalb scheinbar besser da, weil die alten Nationen Schulden machen (und in BRIC kaufen). BRIC rudert fleissig auf einen Katarakt zu und weiß es nur noch nicht, daß es schon kein Zurück mehr gibt.

  • Joe - 18. September 2011 Antworten

    Hey Griechen, das könnt ihr auch!

    Trotz boomender Wirtschaft verarmen die Iren

    http://www.welt.de/wirtschaft/article13610752/Trotz-boomender-Wirtschaft-verarmen-die-Iren.html

  • Cangrande - 19. September 2011 Antworten

    Wie die Griechen trotz Krise munter den Geldhahn ihres Staatshaushaltes aufgedreht haben (d. h. wie sich die PASOK weitere Anhänger erkauft hat, was ihr bei der nächsten Wahl freilich nichts nützen wird, weil dann die mindestens ebenso nichtsnutzigen Konservativen an die Macht kommen werden), erfährt man ganz beiläufig in dem Artikel “Greece Eyes Fresh Cuts as Default Fears Grow ” (http://online.wsj.com/article/SB10001424053111904194604576580323685414778.html?mod=WSJEurope_hpp_LEFTTopStories) des Wall Street Journal von heute, 19.09.11:
    “Greece might also have to consider retroactively—and with immediate effect—rescinding all public-sector hiring that took place in 2010 and 2011, Greek officials said. That could affect 25,000 or more workers, one official said. ”

    Also: auf unsere Kosten 25.000 (oder noch mehr) neue Staatsbedienstete eingestellt!

    DAS ist einer der Hintergründe für den Zorn der Troika-Inspektoren, die man in unserer Presse nirgends (oder täusche ich mich?) liest.
    Belogenes Deutschland!
    Und derweil belügt Genosse Evangelos Venizelos schamlos seine Landsleute (http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2011/09/25216/): Kein Problem mit der Troika, eigentlich alles im Plan, nur ‘gewisse Entwicklungen’ (lies: die bockigen Deutschen, die nicht mit dem Zaster rausrücken wollen!) zwingen uns leider, eine neue Immobiliensteuer einzuführen (nachdem wir freilich die in 2009 und 2010 beschlossenen Steuern noch gar nicht eingezogen haben, und die neue Steuer erst bis Februar 2012 einziehen wollen). Wieder einmal leere Versprechungen!

  • Cangrande - 19. September 2011 Antworten

    Noch ein “tidbit” an Information, diesmal aus dem AFP-Bericht “Greece in creditor talks after default warning” bei Google (http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5gDvaHkp0lnOmOeIQ8NH3aorld9mA?docId=CNG.77cd4bd8c06dc74456f79fd61ebb1bf6.2c1):
    “the IMF’s representative to Greece, Bob Traa, [spoke to] a business symposium near Athens. ….. he warned that Greece would default without a sweeping sale of state assets that is a condition of a new 159-billion-euro ($219-billion) EU bailout set up last month. “The privatisation is behind schedule because politicians can’t agree how to do it. If you wait … the country will go to a default,” he argued.”
    Und ansonsten? Wie immer:
    “Civil servants on Monday finalised plans for a nationwide strike on October 6, and are in talks with the country’s main union GSEE for a full general strike against the austerity measures.”

    Liest man irgend etwas von diesen Informationen bei den Hofberichterstattern der bundesrepublikanischen Penner-Presse?

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