Tag der Abrechnung rückt unaufhaltsam näher

von am 27. Mai 2012 in Allgemein

Da schlägt sie zu, die IWF-Chefin Largarde, „zahlt Steuern“ ruft sie den Griechen entgegen, wohlwissend das auch eine bessere Zahlungsmoral bei den Steuern das Problem Griechenlands nicht lösen würde. Auch mit nahezu optimaler Steuermoral würden die Steuereinahmen des Staates sinken, in Anbetracht von knapp -20% realem BIP-Schwund, einem Einbruch von -33,2% bei der Industrieproduktion, bei einer offiziellen Arbeitslosenquote von 22,6% und bei hunderttausenden Mittelständlern und Selbstständigen die mittels sinnentleerter, undifferenzierter und aufoktroyierter Sparmaßnahmen für Griechenland in den Ruin getrieben wurden. Auch die Schrumpfung der Lohn- und Mehrwertsteuereinnahmen wurde maximiert, durch einen Einbruch der Summe der realen Arbeitnehmerentgelte von nahezu -30% und von einem Einbruch der realen Einzelhandelsumsätze von -35% zum Hoch. Die um ein Drittel geschrumpften Steuereinnahmen des griechischen Staates im Mai 2012 von ca. -1,4 Mrd. Euro zum Vorjahresmonat sind Zeichen eines wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und damit einhergehenden moralischen Kollapses, von ansatzweise Weimarer Verhältnissen in Griechenland im 21. Jahrhundert.

Der IWF als Teil der Troika ist ursächlich mit seiner Strategie des prozyklischen und undifferenzierten Sparens, während einer Rezession, für dieses Desaster in Griechenland verantwortlich. Nach der dargebotenen Logik Lagardes wären aber auch die Portugiesen, Spanier und Italiener selber an den Problemen Schuld. Aber spätestens wenn Spanien dem Fehlkonstrukt der Eurozone den Todesstoß versetzen wird, muss sogar die Welle der “Schuldigen” erweitert werden. Denn dann wird sich offenbaren dass nicht nur die Schuldner jahrelang über ihre Verhältnisse lebten sondern auch die Gläubiger, die wohlwissend erst per privaten Kapitalfluss, dann später über die öffentlichen Hände die Defizite der Südperipherie finanzierten und Waren und Güter, also Exporterfolge gegen uneinbringbare Forderungen eintauschten. Lagarde betätigt sich mit ihrem armseligen Vergleich von griechischen und afrikanischen Schülern als übelste Populistin und versucht über die systemische Krise per Griechen-Bashing hinweg zu täuschen, dem Sumpf aus einer Fehlkonstruktion des Euro, einer ungeeigneten Geldpolitik die Fehlentwicklungen beförderte, deregulierten Banken und deren Kreditexzesse, unhaltbaren wirtschaftlichen Ungleichgewichten und unfähigen und korrupten Politikern gerade in Griechenland.

Aber dieses blinde Geschrei von Madame IWF wird nichts nutzen, denn Monat für Monat wurden die Schäden bereits maximiert und statt Reißleinen Rettungsschirme installiert, attestiert von einer unlimitierten Liquiditätsinfusion durch das Eurosystem, was Banken und private Gläubiger nutzten um ihre Risikopositionen gegenüber der Südperipherie abzubauen bzw. simpel ihr Kapital in Sicherheit zu bringen (Kapitalflucht). Gerade Spanien wird die gesamte bisherige Strategie als kompletten Ausfall entlarven, die expansiven geldpolitischen Maßnahmen um das Bankensystem zu stabilisieren und die verordnete Austerität um den Gläubigern ihre Forderungen zu sichern. Beides war ein Versagerplan, die Liquiditätsflutung produzierte primär nur Kapitalflucht und die Austerität das Abgleiten der Volkswirtschaft in die Rezession. Beides zusammen hat das System per Saldo eher destabilisiert und keine zu Grunde liegenden Probleme gelöst. Auch in Spanien spitzt sich die Situation weiter zu. Nach Börsenschluss am Freitag korrigierte das spanische Finanzministerium zum dritten Mal die Defizitzahlen des Staatshaushalts für 2011, diesmal von -8,5% auf nun -8,9% des nominalen BIPs. Ursprünglich war mal das Ziel für 2011 gewesen, die -6% des BIPs  beim Defizit nicht zu überschreiten.

Die Entwicklung des Staatshaushaltsdefizits nach Maastricht seit 1995 bis 2011 im Chart. Für 2011 wurde das Defizit auf -8,9% des nominalen BIPs korrigiert, dies entsprach einem Defizit von -95,530 Mrd. Euro.

Die Spanier haben sich verpflichtet im Jahr 2012 das Defizit auf -5,3% des nominalen BIPs zu drücken, mit dem Versuch werden sie zwar weiter ihre Wirtschaft abwürgen, aber trotzdem dieses Ziel fulminant verfehlen. Noch am Donnerstag hatte das spanische Abgeordnetenhaus Einsparungen im Bildungs- und Gesundheitssystem im Umfang von zehn Milliarden Euro durchgewunken, mit der Mehrheit der Stimmen der regierenden konservativen Volkspartei (PP). Am nächsten Tag (Freitag) wurde bereits zu Börsenbeginn der Handel mit der Aktie der viertgrößten spanischen Bank, der Bankia, ausgesetzt. Im Tagesverlauf wurde dann bekannt, dass die bereits teilverstaatlichte Bank um weitere 19 Mrd. Euro an Rettungsgeldern vom Staat bitten wird, bereits vor zwei Jahren erhielt die Bankia, eine Fusion der Caja Madrid und weiteren 6 kleineren Sparkassen 4,5 Mrd. Euro vom staatlichen Bankenrettungsfonds FROB. Sollte diese Rettung durchgehen, wovon auszugehen ist, sind die brachialen Einsparungen im Gesundheits- und Bildungswesen mehr als nur eliminiert und dies deutet den völlig unmöglichen Aberwitz an, dieses völlig kaputte System gesundsparen zu wollen. Spanien hat ein virulentes Bankenproblem in einer Dimension, welches dem Euro-Experiment ein Ende setzen könnte. Mit jeder neuen Sparrunde und einem weiter schrumpfenden BIP und damit einhergehenden Kreditausfällen rückt der Kollaps des spanischen Bankensystems unaufhaltsam näher.

Und das spanische Bankensystem ist nicht irgendetwas, sondern ein ziemlicher Gigant, zuletzt im März 2012 betrug die Bilanzsumme der Monetary Financial Institutions (MFIs) inkl. der Banco de Espana (spanische Zentralbank) gewaltige 4231,739 Mrd. Euro :

Die Entwicklung der Bilanzsumme der Monetary Financial Institution (MFIs) seit Januar 1999 bis März 2012 im Chart. Der Chart zeigt einen völlig desperaten Anstieg der Bilanzsumme, der Massen an faulen Assets impliziert. Zuletzt im März 2012 stieg die Bilanzsumme auf 4231,739 Mrd. Euro. Im Januar 1999 waren es “nur” 1083,839 Mrd. Euro!

Während die gesamte Bilanzsumme noch kräftig anzieht, geht die Kreditvergabe an den spanischen Privatsektor (Unternehmen und private Haushalte) bereits zurück, zuletzt im März 2012 auf noch ein ausstehendes Volumen von 1768,454 Mrd. Euro:

Die Entwicklung des ausstehenden Kreditvolumens an spanische Unternehmen und private Haushalte seit Januar 1970 bis März 2012 im Chart. Innerhalb dieses Volumens befinden sich 975,144 Mrd. Euro an vergebenen Hypothekendarlehen. In Folge der Rezession in Spanien und der geplatzten Immobilienblase steigen die Kreditausfälle und damit steigt auch der Abschreibungsbedarf in den Bilanzen und gleichzeitig kollabiert die Kreditvergabe, was in der Summe zum leichten Schrumpfen des ausstehenden Kreditvolumens führt. BIP- und Kreditkontraktion verlaufen Hand in Hand.

Die Banco de España ist bereits stark engagiert um das spanische Bankensystem zu stützen, zuletzt im April 2012 stiegen die Nettoforderungen der spanischen Zentralbank gegenüber den spanischen Banken auf 263,535 Mrd. Euro. Die Nettoforderungen sind die Forderungen aus geldpolitischen Operationen gegenüber den Banken abzüglich der Einlagefazilität der Banken bei den nationalen Zentralbanken im Eurosystem:

Die Entwicklung der Nettoforderungen der spanischen Zentralbank gegenüber den spanischen Kreditinstituten seit Januar 1999 bis April 2012 im Chart. Im April 2012 stiegen die Nettoforderungen auf 263,535 Mrd. Euro, nach 227,600 Mrd. Euro im Vormonat und nach 42,227 Mrd. Euro im Vorjahresmonat.

Hinter den Daten verbirgt sich bereits eine enorme Brisanz, denn unglaubliche 68,9% der gesamten Nettoforderungen des gesamten Eurosystems (Kreditgewährung aus den geldpolitischen Operationen minus Einlagefazilität) bestanden im April 2012 nur gegenüber spanischen Banken und dies steht für eine explosive Lage im spanischen Bankensystem:

Die Entwicklung der Nettoforderungen des Eurosystems gegenüber den spanischen Kreditinstituten in Prozent zu den gesamten Nettoforderungen des Eurosystems gegenüber allen Kreditinstituten der Eurozone seit Januar 1999 bis April 2012 im Chart. Im April 2012 explodierter der Anteil der Nettoforderungen gegenüber spanischen Banken auf 68,9%, nach 62,9% im Vormonat und nach 10,6% im Vorjahresmonat.

Während der Anteil der spanischen Wirtschaftskraft (nominales BIP) an der Eurozone 11,5% ausmacht, betrugen die Nettoforderungen des Eurosystems (EZB) gegenüber spanischen Banken satte 68,9%!

Besonders kritisch ist die hohe Nettoauslandsverschuldung (NIIP), aller Bereiche der Volkswirtschaft Spaniens, welche Spanien auch extrem verletzlich gegenüber spekulativen Attacken an den Finanzmärkten und auch anfällig für externe Schocks macht:

Die Nettoauslandsverschuldung aller Sektoren der spanischen Volkswirtschaft seit Q4 1992 bis Q4 2011 in Mrd. Euro im Chart. In Q4 2011 stieg das NIIP auf  -989,100 Mrd. Euro und damit -92,2% des nominalen BIPs.

Die Nettoauslandsverschuldung reflektiert den Saldo der Auslandsforderungen und Auslandsverbindlichkeiten und damit die Vermögensstatus eines Landes. Die Veränderungen des Saldos resultieren aus der Leistungsbilanz, aber auch aus der Entwicklung bzw. Veränderung der finanziellen Vermögenswerte und der finanziellen Verbindlichkeiten. Die Bruttoauslandsschulden aller Bereiche der spanischen Volkswirtschaft stiegen in Q4 2011 sogar auf -1,775 Billionen Euro.

Die Entwicklung der Rendite 10-jähriger spanischer Staatsanleihen seit Januar 1998 im Dailychart. Stand der Rendite am 25.05.2012 bei 6,311%. Die spekulativen Attacken gegen spanische Staatsanleihen dürften weiter zunehmen, denn kaum ein Marktakteur schenkt einer Neuverschuldung des Staates von 5,3% des nominalen BIPs für 2012 noch Glauben. Die massenhaft faulen Kredite im spanischen Bankensystem werden weitere Bankenrettungen zu Lasten der Staatskasse erfordern und niemand zweifelt das die Verantwortlichen dies auch tun werden (Too Big to Fail)!

Sollte sich die Lage in Spanien in einem Griechenland-Style weiter zuspitzen, dürfte die Dimension der im Raume stehenden Summen und die von Spanien ausgehenden Dominoeffekte zu einer unkontrollierbaren Krise eskalieren und damit letztlich auch die Eurozone zerreißen.

Quelle Daten: Bde.es/spanische Zentralbank/Datenbank

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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76 KommentareKommentieren

  • ergo sum - 27. Mai 2012

    Merkels neuester Geistesblitz, eine “Sonderwirtschaftszone” mit reduzierten Sparauflagen bedeutet im Klartext nur, dass die Griechen nicht mehr zu sparen brauchen, was sie sowieso nicht tun.

  • Systemfrager - 27. Mai 2012

    Die falschen Liberalen stammen alle von den Psychopaten namens Hayek und Popper ab

    Wie unsere Machteliten ihre Kritiker als Verschwörungstheoretiker diffamieren
    Die „wissenschaftliche“ Immunisierung des Neoliberalismus gegen Tatsachen
    weiter >>>

    • Holzbrecher Michael - 27. Mai 2012

      Hallo Systemfrager !
      Ich bin mit Ihrem Kommentar fast 100 % einverstanden.
      Karl Popper ist ein A…………
      Übrigens ist interressant daß Theodor Waigel diesen Popper schon sehr oft Zitiert hat, bzw. sich auf diesen Popper berufen hat.
      mfg.

    • topperhopper - 27. Mai 2012

      In der Erklärung der jetzigen Krise finde ich eigentlich Hajek und seine Österreichische Schule ganz gut. Mir fällt keine aktuelle ökonomische Theorie ein, die es besser kann. Über die Vorstellungen der Zukunft von denen kann man sicherlich streiten (keine Zentralbank etc.).

      Hajek & Co. können auch nicht gleichgesetzt werden mit dem Kampfbegriff “Neoliberalismus”. Den verbindet doch jeder mit Großbanken, Großkonzernen gierigen Bankern etc. pp… Aber genau das wird ja auch von der Österreichischen Schule kritisiert. Wir befinden uns ja gerade auch kaum noch in einer “richtigen” Marktwirtschaft, sondern mehr und mehr in einer Art Staatskapitalismus.

      Die “falschen” Liberalen haben also alle eher Hayek und Popper vergessen.

      • Systemfrager - 27. Mai 2012

        Ja, alles was du da aufgezählt hast, behaupten die ratlosen gestrigen Liberalen, die geistigen Huren der Reichen, die nicht wissen wie weiter. Jetzt müssen sie ind en uralten Ausreden sich retten und erzählen, wie man die wahren Propheten verlassen hat usw. So zynisch und verlogen sind sie.

        Nach drei Jahrzehten der Hayekianischen Zerschlagung des “bösen” und den “uneffizienten” Staates muss wieder der Staat den Kapitalismus retten. Die wahren Verbrecher gegen die Menschlichkeit sind Hayek, Friedman und Co. Die damaligen Faschisten und Nazis waren nur die Bauernopfer, die Schreibtischtäter waren Mises, Hayek, Röpke usw. Der Nürbernger Prozess hat nicht die größten Verbrecher erwischt

        • topperhopper - 27. Mai 2012

          ja, genau
          Gut gegen Böse, wie immer in unserer Schwarz-Weiß-Welt. Grautöne sind was für Idioten.

          Der Staat ist heute nicht schwach und auch nicht zerschlagen – das ist ein Märchen.

          “…die geistigen Huren der Reichen” und “Die damaligen Faschisten und Nazis waren nur die Bauernopfer, die Schreibtischtäter waren Mises, Hayek, Röpke usw.”

          Glückwunsch für Deine differenzierte Weltsicht. Sowas brauchen wir in der jetzigen Lage.

          Diskussion Ende.

          • Systemfrager - 27. Mai 2012

            Und was wolltest du jetzt damit sagen?
            Der Begriff “Verbrechen gegen die Menschlichkeit” gibt es im westlichen juristischen System erst seit dem 2. WK – nicht früher -, um das Verbrechen der Menschen zu erfassen, die in ihrem Leben nicht einmal einer Flige was zuleid getan haben, aber für Hunger, Krankheiten und Tod von Millionen verantwortlich sind.
            Das Verbrechen gegen die Menschlichkeit gibt es und deine Idole sind eben solche Verbrecher.
            Da kannst du “differenzieren”, über die unglückliche Kindheit usw. unendlich lange sinnieren, an der Tatsache ändert dies nichts

        • Das Häschen - 27. Mai 2012

          Tuns mir bitte den Herrn Ludwig nicht schimpfen. Neoliberale sind nicht liberal … alles Variationen des Sozialismus und in Deutschland ist der Sozialismus der schlimmste. Ist egal.

          Es gibt keine Lösung auf der akademischen Ebene … insbesondere in Pseudowissenschaften. Sowohl Keynes als auch Friedman haben für eine Relation zwischen verfügbaren Geldmittel und realwirtschaftlichen Output ganz spannende Modelle erarbeitet. Sowohl Keynes als auch Friedman haben zu einer Zeit publiziert zu der Geld noch Mangel war …

          Austrians funktionieren ganz gut für Realwirtschaft in Metropolen wie Österreich, ich gebe recht alles darüber hinausgehende zu erklären in jeder Form ist anmaßend, selbst eine hierarchische Verdichtung wie in den U.S. ginge gerade noch, hätten wir nicht die bekannten Konstruktionsfehler im Geldsystem – differenzierten nach Zentralbankensystemen usw … braucht man hier nicht weiter zu erläutern.

          Ich denke wir benötigen eine totale Reorganisation, aber außerhalb des Einflusses der Politik. Unter einem Kulturwandel wird es keine Lösung geben… ich kann wohl bezeugen, dass die neoliberalen Tendenzen besser gesagt deren konsequente Umsetzung hirnlos durch Anwendung von Mustern das Raubtier im Mann/Frau weckt, bei den meisten funktioniert es …

  • Roland - 27. Mai 2012

    Mit der Kaputtspar-Politik für Griechenland schiebt die Französin Lagarde auch das französische Bankensystem an den Abgrund.
    http://www.wirtschaftsfacts.de

    Sollte der EURO krachen, hat der US$ wieder ein paar Jährchen gewonnen, um Welt-Reservewährung zu spielen. Die USA kann sich dann mit ihren Scheinchen weiter hemmungslos am Welt-Sozialprodukt bedienen.
    Brzesinsky, ein Ziehvater von Lagarde (wikipedia), wird es freuen, was seine Schülerin da anrichtet.

    • SLE - 27. Mai 2012

      Hallo Roland,

      ich denke, bei Lagarde liegen einfach die Nerven blank. Der Washington Consensus, dass liberale Sanierungskonzept für Staaten, mit dem der IWF schon diverse Entwicklungsländer in eine auswegslose finanzielle Abhängigkeit manövriert hat, ist nicht mehr durchzuhalten.

      Erinnere dich: Strauss-Kahn hatte im März in Washington gesagt, für den IWF sei der Washington Consensus Geschichte. Im Zuge der Finanzmarktkrise sei deutlich geworden, dass er das faslche Konzept sei.

      Vor einem Jahr und damit zu einer Zeit, in der sich das Griechenlanddesaster gerade wieder zuspitzte, wollte er von NY aus nach Berlin fliegen und wurde aus dem Flugzeug heraus mit – wie sich später herausstellte – rechtlich nicht haltbaren Anschuldigungen nach Rikers Island in Isolationshaft verfrachtet, von wo aus er kurze Zeit später verkündete, als IWF-Chef zurückzutreten.

      Danach wurde in Griechenland und den europäischen Schuldenstaaten knallhart weiter der Washington Consensus angewendet.

      Jetzt ist mit Hollande ein Sozialist und Parteikollege von Strauss-Kahn in Frankreich Präsident geworden und fordert – was für eine Überraschung! – eine Abkehr von der strikten Austeritätspolitik.

      Genau das wird kommen. Das Kaputtsparen, bei dem nur der Finanzsektor großartig verdiente, während Europa immer tiefer in die Krise rutschte, wird in der bisherigen Form nicht mehr fortgesetzt werden. Frau Lagarde weiß das. Damit geschieht möglicherweise jetzt doch das, was Strauss-Kahn vor einem Jahr im Sinn hatte. Und der hat erst jüngst gesagt, er habe damals einen Vorschlag gehabt, wie die Euro-Krise rasch beendet werden könnte.

      In Frankreich sind die Wahlen für die Nationalversammlung am 17.Juni angesetzt. An diesem Tag wählen auch die Griechen erneut und ich würde beinahe wetten wollen, dass die linksradikale Syriza diese Wahle deutlich gewinnt. Auch das weiß Frau Lagarde. Doch wie auch immer, vor diesem Termin wird nichts geschehen.

      Es ist nur schon ein sehr vielsagendes Zeichen, dass die Bundesregierung schon jetzt für den 13. Juni ein Wachstumskonzept für Europa ankündigt, bei dem Sonderwirtschaftszonen eine zentrale Rolle spielen. Denn genau das heißt nichts anderes, als eine Abkehr vom Sanierungskonzept à la Wshington Consensus.

      Grüße
      SLE

      • Roland - 27. Mai 2012

        @ SLE

        Kann sein.

        p.s.
        Was hast Du für eine Definition von “linksradikal” ?
        Syriza ist es im herkömmlichen Sinne nicht. Ihr Programm ist vergleichbar mit dem der deutschen LINKEN oder der Parti de Gauche in Frankreich.

        Deutlich links von Syriza steht in GR als revolutionäre Partei die kommunistische KKE.

      • topperhopper - 27. Mai 2012

        Ja, aber im Endeffekt sieht man hier nur, dass allen DIE Lösung fehlt. Mal wird gesagt, dass Austeritätspolitik nicht mehr greife, was ja bei Staaten, die in der Krise stecken richtig sein mag. Dann wird wieder auf Wachstumsprogramme ausgewichen, die wir aber auch schon 1000x hatten.

        Die sind alle ratlos. Wir sind alle ratlos, wenn wir ehrlich sind.

        Nicht, dass ich eine Lösung hätte – aber unser System der staatlichen Wirtschaftslenkung ist bei dem Schuldenstand an seine Grenze gekommen.

        • Lothar - 27. Mai 2012

          Ich bin nicht ratlos. Gib mir die Vollmacht ueber die Bundeswehr und wir setzen das um.

          Es ist nicht ratlosigkeit sondern politische Blockade. Denn auch Hollande wird seine 75% Steuer sicher nicht umsetzen.

          • topperhopper - 29. Mai 2012

            Ich verstehe Dich so, Lothar:
            Im Moment sind die Falschen am Ruder und wollen dort nicht weg. Nur mit Gewalt können die Richtigen die Macht übernehmen und endlich die richtige Politik durchführen.

            Mit diese totalen Weltansichten kann ich absolut nichts anfangen. Falsch-richtig, gut-böse, schwarz-weiß…

            Vielleicht sind die Menschen irgendwann so weit, dass sie wieder auf diesen Blödsinn reinfallen – spätestens nach ein paar Jahren werden sie dann aber merken, dass die glorreichen Vereinfacher in Wahrheit auch nicht DIE Lösung hatten – die gibt es nämlich nicht.

  • SLGramann - 27. Mai 2012

    Lagarde will mit solch zynischen Sprüchen wohl die neue Marie Antoinette werden?

    Berlin, Brüssel, IWF, die griechische “Elite” – sind sind allesamt schuldig daran, dass das griechische Volk auf dem Altar einer Wahnidee und kurzsichtiger Finanzinteressen geopfert wird.

    Die Verelendung der dortigen Bevölkerung hat erst begonnen und schon gibt es in Deutschland und anderswo genug fette Maden, die es für den größten Spaß halten, denen, die am Boden liegen, noch ins Gesicht zu treten.

    Lagarde und andere sollten sich vorsehen. Wer gar nichts mehr hat, der hat auch keine Angst mehr. Eines Tages werden sich deshalb Menschen finden, die zurück schlagen.

    • Petra Zitzl-Dumont - 27. Mai 2012

      “Lagarde und andere sollten sich vorsehen. Wer gar nichts mehr hat, der hat auch keine Angst mehr. Eines Tages werden sich deshalb Menschen finden, die zurück schlagen.”

      Solange die Menschen in den freien kapitalistischen Staaten Glasperlen (Konsum von z.B. Fernseher, Handy, Auto usw.) als Entschädigung für ihre Seele, ihre Gesundheit, ihren Stolz, ihr Sein, zerstörte Welt usw. akzeptieren, nein nicht nur akeptieren sondern sogar FORDERN, ist mit so etwas nicht zu rechnen -> also NIEMALS.

      Deshalb -> Gib die Hoffnung auf und Du bist frei

      • SLGramann - 27. Mai 2012

        Petra, richtig ist, dass für die Menschen Konsum immer an erster Stelle steht. Es war nie anders und wird nie anders sein.
        Deshalb entstehen Revolutionen auch nur aus dem Zusammenbruch der materiellen Existenzgrundlagen.
        Eine revolutionäre Situation zeichnet sich dadurch aus, dass die Oben nicht mehr so weiter machen können und die Unten nicht mehr so weiter machen wollen.
        Entscheidend sind da immer die materiellen, ökonomischen Fragen. Denn erst kommt das Fressen und dann die Moral, wie Brecht wusste.

        Der Punkt ist nun aber, dass Griechenland nicht mehr weit von einer revolutionären Situation weg ist, WEIL die materiellen Lebensgrundlagen weiter Bevölkerungsschichten gefährdet sind.
        Portugal und Spanien sind auf dem Weg…
        Deutschland ist zufrieden, keine Frage.
        Nein, wenn es eines Tages Gegenwehr gibt, dann aus dem Süden.

        • lottchen - 27. Mai 2012

          Die von Petra angesprochenen “Glasperlen” haben nichts mit materiellen Existenzgrundlagen zu tun. Das ist reiner Luxus-Tinneff, der keineswegs für jedermann an oberster Stelle steht. Es gibt genug Leute, denen das nächste Smartphone und der nächste IPad sonstwo vorbeigehen. Reine Erziehungssache.

      • Lothar - 27. Mai 2012

        Du solltest dir mal die Facebook Gruppe “World Riots 24/h” geben.

        Du wirst sehr ueberrascht sein, das es fast ueberall gerade abgeht. Mittelamerika explodiert (Panama, Honduras, Nicaragua, Mexico), in Chile sind immer noch hundertausende Studenten auf den Strassen. In Montreal/Kanada sind es 250,000 die seit 102 Tagen jeden Tag Demonstrationen machen (das sind jetzt keine Studenten mehr). In Nordspanien bricht das Verkehssystem zusammen weil die Minenarbeiter seit Tagen die Autobahnen blockieren, im Madrid und Barcelona gehen 500,000 bzw. 800,000 auf die Strasse. In Casablanca sind es gestern 100,000 gewesen. Italien, Griechland, Ungarn, Bulgarien, Rumaenien …

        Nein der Deckel ist schon laengst nicht mehr auf dem Topf. Die Leute sind sauer und wollen eine Veraenderung. Aber das Medien Blackout funktioniert bis auf Griechenland immer noch perfekt.

        Erst wenn es in richtige Gewalt umschlaegt wird sich wohl was aendern.

    • leslie - 27. Mai 2012

      ´´Wer gar nichts mehr hat, der hat auch keine Angst mehr.´´

      Erst wenn du alles verloren hast,hast du die Freiheit alles zu tun. ;-)

      Mfg

  • T.o.J. - 27. Mai 2012

    Wieso stell hier keiner die Fragen:

    ….Wer hätte den , den grössten Vorteil wenn der Euro zusammenkracht???

    Welche Banken haben auf ein Scheitern des Euros und wieviel gewettet???

    Die Antworten auf diese Fragen würden mehr Klarheit schaffen !!!

  • dasklo - 27. Mai 2012

    [[Wer gar nichts mehr hat, der hat auch keine Angst mehr. Eines Tages werden sich deshalb Menschen finden, die zurück schlagen]]

    Das ist die größte Gefahr!!

  • querschuss - 27. Mai 2012

    Hallo T.o.J.,
    das sind zweitrangige Fragen, weil sie die zu Grunde liegenden Ursachen nicht tangieren und weil bei einem wirklichen Zusammenbruch des Euro, auch Finanzwetten des Derivatecasinos auf den Zusammenbruch des Euro sich in Luft auflösen, da die Derivate-Schreiber wohl kaum ihren Part als Wettkontrahent in einem solchen Szenario erfüllen werden können. Wer also glaubt die Eurozone bricht nur zusammen, weil Spekulanten darauf wetten und ein Interesse daran haben, liegt meiner Meinung nach falsch, denn diese Denke setzt funktionierende Finanzmärkte voraus, die wird es aber bei einem Zusammenbruch des Euro nicht geben.

    Gruß Steffen

  • steffen - 27. Mai 2012

    Kleiner Tipp für Brüssel und Berlin:
    Wenn einem das Wasser bis zum Hals steht, sollte man den Kopf nicht hängen lassen.

    Bleibt nur noch zu ergänzen, daß die heutigen Demokratien die bislang am besten versteckten Diktaturen sind!

    Die Bandbreite: Was ist los in diesem Land?
    http://kaltaquise.blogspot.com/2012/05/die-bandbreite-was-ist-los-in-diesem.html

    Gysi: Man hört und sieht die blanke Panik!
    http://kaltaquise.blogspot.com/2010/05/gysi-man-hort-und-sieht-die-blanke.html

  • ibracadabra - 27. Mai 2012

    Welche Banken haben auf ein Scheitern des Euros und wieviel gewettet???

    Laut dem COT-Report vom vergangenen Dienstag haben die Spekulanten ihre Euro-Shorts massiv ausgebaut.Die Commercials,sprich die Banken,haben diese Verkäufe aufgenommen und sind Long im Euro.So stark wie seit Ewigkeiten nicht mehr.In der Verganganheit waren die Commercials meist auf der Gewinnerseite.Nach einem Absaufen des EUR/USD sieht es ganz und gar nicht aus.

    • Petra Zitzl-Dumont - 27. Mai 2012

      Auf den COT Report würde ich nicht zuviel geben. Wird immer gerne herangenommen um eine bestimmte Meinung zu unterstützen, und die Nicht-Insider in eine Richtung zu lenken um sie besser ausnehmen zu können.
      Die Positionen können nächste Woche schon komplett anders aussehen.
      Oder es kann Monate dauern, bis sich die Ausrichtung bemerkbar macht.

      Die Stimmung ist derzeit sehr negativ für den Euro, deshalb kann es sein, daß es zu einer Bewegung nach oben kommt.
      Genausogut kann es aber richtig abkacken und eine 1000 Pip Bewegung nach unten geben.
      Die monatliche Kerze ist unter das Low von der Kerze letzten Monat gefallen, der Euro ist ins Negative auf das Jahr gerutscht, hat also die Richtung im Jahr nach unten gewechselt.
      Bestimmte monatliche und wöchentliche Stochastik und RSI sind noch nicht überverkauft und haben noch viel Platz nach unten. Bestimmte Bollinger Bands zeigen ein neues Verkaufssignal an (falls der Mai nicht noch stark nach oben schießt, eher unwahrscheinlich).
      Die Monatskerze ist lang und zeigt einen Ausbruch nach unten an.
      Die Jahreskerze bricht nach unten unter die vorherige Kerze aus…
      Und und und…
      Alles sehr negativ für den Euro, auch wenn es kurzfristig nach oben drehen kann.

  • Bernd Rickert - 27. Mai 2012

    So blind ist das Geschrei Lagardes nicht. Sie stellt den schlechten Griechen afrikanische Hungerländer als beispielhaft zur Schau. As Hoffnungsträger für die vielen Menschen, die an sie glauben, wird sie, sich ihrer Verantwortung bewusst, sicher ganz persönlich dem mitgeteilteten Ideal einer neuen, leidensfähigen Gesellschaftsordnung opfern.

  • bauagent - 27. Mai 2012

    @T.o.J.

    “Warum stellt keiner die Frage nach den größten Gewinnern, wenn der Euro zusammenbricht?”

    Seit dem Interview Schäubles im Nov. 2011 in der NYT und seiner Rede vor dem Bankenkongress kurz vorher, hat sich diese Frage eigentlich für mich erledigt.

    Dass der Dollar dann ein etwas verlängertes Leben hat ergibt sich aus der Automatik des Ablaufs, wohl weniger aus Spekulationen der großen Marktteilnehmer.

    MEINE THESE VERDICHTET SICH, DASS DIE POLITIKER, DIE EIN HISTORISCH MONUMENTALES ZIEL VERFOLGEN, GANZ BEWUSST DIE LAUFENDEN VERWERFUNGEN IN KAUF NEHMEN, JA WIE ES SCHÄUBLE IN DER NYT FORMULIERTE.

    Wolfgang Schäuble sees the long-awaited urgency to finish the half-complete job of unifying Europe. As Germany’s finance minister and a close confidant of Chancellor Angela Merkel, he is in a uniquely powerful position to shape the outcome.

    EINE SOLCHE VERWERFUNG ÜBERHAUPT ERST BRAUCHEN.

    DIES PASST AUCH ZU DER LAUFENDEN EUROBOND-KAMPAGNE, VON DER JEDER WEIß; DASS SIE DERZEIT GAR NICHT DURCHSETZBAR WÄREN, WEDER IN DEUTSCHLAND
    ( BVERFG ) NOCH IN DEN NIEDERLANDEN ÖSTERREICH ODER FINLAND.

    SIE DIENT AUSSCHLIEßLICH ALS ABLENKUNGSMANÖVER VOM ERMÄCHTIGUNGSGESETZ, –DEM ESM–, DER SOZUSAGEN DURCH DIE HINTERTÜR, DIE VERFASSUNGEN DER EUROLÄNDER UNTERGRÄBT BZW. AUSHEBELT:

    DABEI WIRD DER MENSCHENVERACHTENDE VERLAUF, WIE ER OBEN BESCHRIEBEN WURDE, ALS KOLLATERALSCHADEN IN KAUF GENOMMEN.

    JE GRÖßER DAS CHAOS, DESTO EHER SIND DIE MENSCHEN DES KONTINENTS BEREIT -SOGAR IN VOLKSABSTIMMUNGEN – ALLES ABZUNICKEN.

    http://www.nytimes.com/2011/11/19/world/europe/for-wolfgang-schauble-seeing-opportunity-in-europes-crisis.html?pagewanted=all

  • Frankenfurter - 27. Mai 2012

    Ist der Europapolitik (die ihre Kompetenzen an die EZB scheinbar freiwillig abgegeben hat) nicht klar gewesen, was die undifferenzierte Flutung des Finanzsektors mit Kapital und die anderen Bankenrettungsschirme bewirken, nähmlich Kapitalflucht und prozyklische Krisenverstärkung?

    Ich frage mich, wie die Situation heute in Europa aussehen würde, hätte man diese Mittel dafür eingesetzt keine rein monetäre, sondern eine Wirtschaftspolitik zu betreiben, die den Namen verdient. Zum Beispiel, um die Energiewende in ganz Europa anzuschieben mit sagen wir mal 200 Mrd. Euro pro Jahr, oder die Kreislaufwirtschaft zu stärken, dito die ökologische Landwirtschaft, die E-Mobilität, von mehr Bildung und sinnvoller Forschung, die uns etwa von nicht recyclebaren Material befreit..und, und, und.

    Ps. Hollande will Autobahnen bauen, tsss.

    • Freiberufler - 27. Mai 2012

      Mit Themen wie Energiewende und ökologische Landwirtschaft wirst du in Frankreich ausgelacht.

      Auch mit ein Grund, weshalb sich die Volkswirtschaften auseinander entwickeln.

  • Creator - 27. Mai 2012

    Erstmal vielen Dank für diese guten Artiekl hier!

    Ich lese erst seit kurzem hier und muss zugeben, dass ich nicht immer alles verstehe, es ist einfach nicht mein Gebiet.
    Aber die Grundlagen kenne ich auch und die sagen mir eigentlich immer das gleiche.

    Wer schlecht Wirtschaftet bekommt auf kurz oder lang Probleme.

    Warum wird das nicht endlich geändert?
    Kein Interesse in der Politik, weil es schwer ist so Wahlen zu gewinnen?
    Kein Interesse im Volk, weil jeder in erster Linie an sich denkt und das mitnehmen möchte was geht?

    Irgendwie befürchte ich, dass es garkein Interesse gibt schulden abzubauen was ich Persönlich mittlerweile z.b. in Deutschland oder auch anderen Ländern für absolut unmöglich halte, da es einfach zuviele sind und über Jahrzente hinweg disziplien erwarten würde.

    Was wird also in den nächsten 10-20 Jahren passieren?
    Warum wurden so viele Steuergelder nach Grichenland überhaupt gereicht, obwohl man weiß das man es wohl nie wieder bekommen kann?
    Warum reden Politker immer wieder davon das wir ein einnahme Problem haben, was aus meiner sicht nur ein schlechter Witz ist?
    Und warum zum teufel und wann zum teufel wacht das Volk endlich auf und wehrt sich dagegen?

    Manchmal komme ich mir vor als ob die Politik gegen jeglich Art von Vernunft handelt und das würde dann ja bedeuten dass diese zu 100% eigene Interessen verfolgen.

    Entschuldigt meine Unwissenheit aber vieleicht hat ja jemand für mich einfache und klare Antworten parat.

    • Lothar - 28. Mai 2012

      Wenn du neu bist lerne erstmal etwas ueber das Geldsystem. Das ist wichtig im Kopf zu haben. Denn dann eruebrigt sich die Frage ob wir es zurueckzahlen koennen. Das koennen wir naemlich natuerlich nicht, das ist so einfach das es unglaublich ist warum Politiker das immer noch nicht wissen.

  • Hansi - 27. Mai 2012

    Ich fahre in einigen Monaten ein paar Tage nach China.
    Werde die Tage einen Bank Run light durchführen und meine Reisebörse von ein paar hundert Euro schon jetzt umtauschen in Renmimbi – schlechter Kurs in Deutschland hin oder her, ich traue dieser Katastrophenwährung Euro durchaus eine 20-30%-Abwertung über den Sommer zu.

  • anonym - 27. Mai 2012

    Etwas off topic: Gab ‘s am Freitag nicht neue Target2-Zahlen der Bundesbank?

    • Querschuss - 27. Mai 2012

      Nein, die gibt es immer um den 10./11. des Monats.
      Also noch ein wenig Geduld.

      Gruß Steffen

  • KingBalance - 27. Mai 2012

    Wir nähern uns allmählig Verhältnissen wie in der Weimarer Republik 1919 – 1933. Das völlig realitätsferne abgehobene, dekadente und volksfremde Politikergesocks kann plötzlich nicht mehr. Alles ist heillos zerstritten, Fakten werden zerredet und totdiskutiert und man ist letztlich nur auf Machterhalt (Dienstwagen) aus. Die Bürger wollen diesen Irrsinn nicht mehr ertragen und haben jegliches Vertrauen in diese Schmarotzer (Volkszertrettttter) verloren. So langsam aber sicher kocht der Topf dann bald über.

    Jeder Wette, zur Fußball EM wird die MehrWertSteuer auf 23% erhöht !!!

    Wirkungslosigkeit der Politik untergräbt die Legitimation der Demokratie.
    http://kingbalance.blogspot.de/2007/05/wirkungslosigkeit-der-politik-untergrbt.html

  • Frankenfurter - 27. Mai 2012

    @SLE
    Bestimmte Zusammenhänge, wie die von Ihnen aufgezeigten, rund um DS-Kahns Ideen zur Eurokrise und seiner Inhaftierung in NY sind so offensichtlich. So offensichtlich, dass sie von der Mainstream-Publizistik glatt unter den Tisch gekehrt werden. Werden mussten?

  • unglaublich - 27. Mai 2012

    ..interessant, die immer zu majestätischh hinschreitende oberste Dame des IWFs bedient sich ganz und gar eines unaristokratischen Vokabulars das in normalen Zeiten eines Stammtisches in Kleinklüngelbach würdig ist.

    Wie ein in die (politische) Enge getriebenes angeschlagenes Tier.

    Abgesehen daß der Vergleich zwischen afrikanischen Kindern und griechischen Kindern absolut unangemessen und unangebracht ist – Kinder sind die letzten die irgendwas zu verantworten haben – stelle man sich vor, Herr Sarrazin hätte nur ansatzweise! eine ähnliche Aussage getroffen.
    Nicht auszudenken.

    Vielleicht hat ja der Linkenchef recht, wenn er sagt, wir zahlen nicht – und rausschmeißen können die uns auch nicht.
    Es läuft darauf hinaus – wer kann mit den Folgen besser leben ?

    Griechenland, das womöglich keine Kredite mehr bekommt, aber ohne Schuldzinsen oder gar Tilgung künftig wirtschaften wird und sicherlich auch dann immer noch subventioniert wird.

    Oder die EU-Granden, die sowieso schon nach und nach fallen? Dessen Volkeszorn sie im Nacken haben, weil sie einer Ideologie eiferten, die sie bei einer privaten persönichen Haftung niemals zugestimmt hätten.

    Fragen über Fragen..

  • Roland - 27. Mai 2012

    Oder das:

    “Nähert sich ein Gewitter vom Berg, pfeifft der Wind durch die Burg.”
    (Mao Tse Tung)

  • thomas - 27. Mai 2012

    @king balance “Wir nähern uns allmählig Verhältnissen wie in der Weimarer Republik 1919 – 1933″
    wäre schön,wenn wir so entspannt ala weimar durch die nächsten jahre kommen würden,bis
    es wieder wie gewohnt mit dem konsumrausch auf pump weitergeht.
    damals war ein sehr grosser teil der arbeitsplätze in der landwirtschaft und regional direkt in der handwerklichen versorgung der bevölkerung tätig.familien haben zusammengelebt.
    häuser htten fast alle kmine zum heizen.heute gaszentraheizung,die auf gazproms gnaden angewiesen sind.wenn zb.früher bei fa.messerschmitt 2000 mann flugzeuge(völlig egal ob zivil oder militär) zusammenschraubten,waren nur ein kleiner teil im büro.wenn ich bei airbus hamburg,wo ca.10000 leute beschäftigt sind rüberblicke,sehe ich nur noch schlipsträger,die in teuren leasingautos nach hause fahren,wärend ein kleiner teil im blaumann(leiharbeiter)mit dem bus nach hause fährt.dort sitzen tausende in büros und pupsen die sitze warm.
    heute sind die masse der arbeitsplätze abhängig vom kreditfinanzierten konsumrausch.
    menschen leben heute mehr gegeneinander als miteinander.
    für 10 euro wird man am geldautomaten abgestochen.
    massenarbeitslosigkeit wird dann eine ganz neue bedeutung haben.
    ach ja,dank der europäischen einwanderungspolitik,die so viele fachkräfte nach europa brachten,werden auch garantiert die ehtnischen konflikte wieder hochkochen.konflikte,die wir dank eines sozialstaates BISHER gut kaschiert haben.
    warum wohl versuchen alle(politiker,finanzbosse) ständig zu retten,was nicht zu retten ist.
    wenn wir dann feststellen,das man nur zeit gewinnt,muss man doch fragen wofür?
    die fallhöhe ist doch schon lange jenseits von gut und böse.
    ich denke die haben nur noch nackte panik vor den was dann kommt.
    aber vielleicht sehe ich alles nur zu schwarz.
    gruß vom norden

  • Martin - 27. Mai 2012

    bei den ganzen Diskussionen um Ursache und Lösungen zur Krise sollte man nie vergessen, dass der Fisch immer zuerst am Kopf stinkt !

    “Gib mir die Kontrolle über das Geld einer Nation und es interessiert mich nicht, wer dessen Gesetze macht.” – Mayer Amschel Rothschild (1744-1812).

    Das wir nach knapp 250 Jahren immer noch am anderen Ende des Fisches rumstochern lässt nichts Gutes erwarten…

  • andreas - 27. Mai 2012

    es gibt nur eine lösung: bescheidenheit, freiheit und ethik

  • klaus - 27. Mai 2012

    Shit-Storm gegen Lagarde.

    http://www.telegraph.co.uk/finance/financialcrisis/9293550/Greek-Facebook-users-start-war-against-Lagarde.html

    Ein von der Finanzlobby verzogenes Gör bekommt seinen Lohn.

    ;)

  • Benedikt - 27. Mai 2012

    Das Problem der PIGS ist nicht das Sparen, sondern deren Wirtschaftsmodell funktioniert nicht mehr. Wenn einen seine Einkomensquelle wegfällt, hilft auch nicht einfach mehr ausgeben.

    Die Spanier haben zu hochzeiten mehr Häuser gebaut, als Deutschland und Frankreich zusammen. Jetzt liegt der Bau auf sehr viele Jahre brach. Deren Einnahmen aus dem Bauwahn sind jetzt weg, nur die Schulden sind geblieben. Jetzt mit Subventionen Industrie anzulocken ist auch nicht so einfach. Wenn jetzt massenweise Betriebe von anderen EU Länder dort übersiedeln, beschweren sich die anderen EU Länder.

  • Zeile - 28. Mai 2012

    @Creator
    Auf dem Wissensstand auf dem ich jetzt bin (durch langes lesen und auch nachdenken) ist es gar nicht möglich die Schulden abzutragen ! Im Gegenteil müßen diese sogar wachsen ansonsten funktioniert unser Wirtschaftsmodell nicht. Und jetzt ist eben der Punkt wo es nicht mehr weitergeht erreicht. Sicher könnte es vereinzelt funktionieren aber nicht bei allen gleichzeitig – gesamt müßen die Schulden steigen. Schulden sind btw immer auch Guthaben von anderen und die wollen durch Zinsen etc. wachsen. Da können nicht mal die Politiker im Prinzip was dafür – es ist das System.
    Ganz aktuelles Video von Mr. DAX (Dirk Müller) vom 17.05. indem er dies in den ersten 10min sehr sehr gut erklärt.
    http://www.youtube.com/watch?v=WTW49tr-mNE
    MfG

  • Andreas Heil - 28. Mai 2012

    Wem zu “Systemfrager” der Hintergrund fehlt, dem sei ein bißchen komprimierter Lesestoff empfohlen:

    Nordmann, S. 105 ff bringt schon mal die Grundkoordinaten und die Zusammenhänge auf wenigen Seiten wissenschaftlich haltbar auf den Punkt:

    http://www.scribd.com/doc/78780615/Neoliberalismus-Analysen-Und-Alternativen

    Das kann man dann natürlich ergänzen und u.U. auch sehr viel krasser werten.

    Sonnige Grüße
    Andreas

  • FDominicus - 28. Mai 2012

    Sie können von Sparen solange schreiben wie sie wollen. Es wird nicht gespart. Sondern weiter auf Pump konsumiert. Bitter, daß die wirtschaftliche Realität sich nicht an Wolkenkuckusheime hälte nicht wahr?

    Ein Staat der mehr als ein Viertel der Erwerbsfährigen beschäftig hat sicherliche kein Problem mit zu wenig Bürokratie und zuwenig Hindernissen.

    Der IWF ist aus andern Gründen eine Katatrophe als das er derartige Anpassungen fordert.

    Und das die Zentralbank sowieso als Letzer verleiher immer noch Geld erzeugt, kann wohl kaum positive sein.

    Entweder es wird gespart oder es wird gespart werden. Etwas anderes gibt es nicht.

  • FDominicus - 28. Mai 2012

    Zu den Kommentaren des Systmfragers kann man nur sagen. Wer keine Ahnung hat was liberal bedeutet soltle sich mit Kommentaren zu Liberalen eher zurückhalten. Was helfen könne, wäre mal etwas von den Liberalen zu lesen. Die Einzigen die das derzeiteige System haben kommen sehen waren Liberale. Ist schon bitter wenn sozial-faschistiche-öko-Fanatisten Ihre Wiederlegung so krass vorgesetzt bekommen. Dem Systemfrage gönne ich einen schönen langen Aufenthalt in der Welt die er sich so wünscht. Ich selber bevorzuget eine Mögllichkeit so zu leben wie es Liberale ausmalten. Aber das bekomme ich ja von so Herren wie de Systemfrager nicht zugestanden.

  • paernu - 28. Mai 2012

    @fdominicus
    recht hast Du. Habe an anderer Stelle auch schon Position bezogen.

    Nichts hassen so Leute mehr Als freie und denkende Menschen.

    • Systemfrager - 28. Mai 2012

      Richtig ist:
      Nichts hassen so Leute mehr als die geistigen Huren der Reichen: Mises, Hayek, usw.

  • Ronald - 28. Mai 2012

    Kaputtsparen???

    Nachdem ich erst einmal lange gelacht habe, muss ich doch mal alle im Forum fragen inklusive Stefan, welche Laender denn genau sparen? Und ich meine nicht die offiziellen Zahlen aus Griechenland, Spanien, Italien, wo Bilanztricks vorgenommen werden. Die PIGS Staaten zahlen schon seit ueber einem Jahr viele ihrer Rechnungen nicht mehr, darum gehen viele kleine Firmen im Privatsektor zugrunde. Ob es der Handwerker ist, die Tankstelle die die Polizeiautos auffuellt. Ich war vor zwei Wochen in Italien und habe mit Firmen dort gesprochen. Diese sagen, dass sie mehr als ein Jahr darauf warten, dass der Staat seine Rechnungen bezahlt, und was noch schlimmer ist, man kann den Staat nicht wegen Zahlungsverzug vor Gericht bringen. Ist in dem italienischen System juristisch nicht moeglich.

    Die Wahrheit ist Folgende: Es ist kein Geld da! Es sei denn man macht Deutschland bankrott und ueberweist die deutschen Sparguthaben and faule und korrupte Leute in den PIIGS Staaten.

    Wer das von euch im Forum gerne moechte, der solle das gerne mit seinem eigenen Geld machen aber nicht mit meinem. Wer so bloed ist und glaubt, dass die PIIGS Staaten wieder gesund werden wenn man nur genug deutsches Vermoegen reinpumpt, der hat zumindestens die folgende These bewiesen: Es gibt Zombies! Denn nur hirntote Deppen koennen wirklich so einen sozialistischen Umverteilungs-Schwachsinn glauben.

    Sozialismus funktioniert nur solange, bis man alles Geld durch Umverteilung verschwendet hat, dann bricht das System zusammen wie die UDSSR.

    Hier noch links zu zwei weiteren Artikeln in englisch das das Thema Austeritaet aufgreift:

    http://www.zerohedge.com/news/europes-phantom-austerity-spending-cuts

    http://www.zerohedge.com/news/guest-post-what-austerity

    Damit ist auch der ganze Unfug von “Systemfrager” wiederlegt, der es so aussehen laesst, dass der Staat eingeschraenkt wurde und dadurch den Banken geholfen wurde.
    Der Staatsapparat ist kontinuierlich in den letzten Jahrzehnten immer groesser geworden und dann kam noch Bruessel oben drauf.

    Hayek und die Austrians sind strikt gegen Gelddrucken und strikt gegen die Einmischung vom Staat in den Privatsektor durch z.B. subventionen da sie die wirtschaft verzerren und Kapital unwirtschaftlich eingesetzt wird, denn sie wissen, das nur Sparen und Investieren zu Wachstum fuehrt.

    Die ECB hat die Geldmenge seit Einfuehrung um ueber 120% erhoeht. Dadurch kam die Haeuserblase in Irland und Spanien zustande. Wenn es nach Hayek ginge, waere nicht ein extra Euro gedruckt worden.

    Bitte “Systemfrager” nimm mal ein Geschichtsbuch zuer Hand und lese ueber den Zerfall der UDSSR nach und ueber die “bluehenden Landschaften” in Ostdeutschland. Ich hoffe, dass ueberzeugt Dich, dass Sozialismus nicht funktioniert.

    Wenn Du mir immer noch nicht glaubst, dann ueberweise bitte Deine ganzen Ersparnisse nach Griechenland damit dort “bluehende sozialistische Landschaften” durch Umverteilung entstehen.

    • Systemfrager - 28. Mai 2012

      >>> Bitte “Systemfrager” nimm mal ein Geschichtsbuch
      Wie ich euch kenne, ich habe mehr Geschichtsbücher gelesen, als du dir vorstellen kannst, dass es sie gibt

      Das mit der “liberalen Kompetenz” kannst du dir abschminken, zieht nicht mehr … das was die liberalen in den letzten Jahrzehnten erzählen sind nur Lügen, Lügen, Lügen, … nichts mehr..

      Machen wir aber eine Probe. Da sind Bücher:
      http://www.forum-systemfrage.de/Aufbau/verschiedenes/Literatur.html

      1) Wie viele hast du davon gelesen?
      2) Abgesehen von denen, die von den neoliberalen Schurken und Ganoven stammen (Mises, Hayek, … aber sicher, dass ich sie gut kenne) welches Buch sollte deine “Wahrheiten” bestätigen

      Also:

      Der Neoliberalismus hat eben nicht hie und da ein paar Flunkereien oder Lügen verwandt: Er war eine einzige Lüge über die Welt, die Lüge, wir alle müssten “unser Leben als Unternehmen begreifen”, die Lüge vom vollständig rationalen Markt, die Lüge vom “Kostenfaktor Mensch”, die Lüge von der Rendite, die “immer gut für alle” sei. Und er war der Versuch, die reale, diffuse, widersprüchliche, aber auch bunte Welt dieser Abstraktion mit aller Gewalt anzupassen. Sie inaugurieren ein weiteres Mal eine längst gescheiterte Schein-Welt, eine Lügen-Welt.

      Thurow, L. C.: Wirtschaft – Das sollte man wissen, Campus Verlag , Frankfurt, 2002

      • Oliver - 28. Mai 2012

        Du solltest nicht soviel Zeug lesen und dann glauben…. dann würdest du nicht soooo viel Entäuschung erfahren….

        Mit der Infomation ist es wie mit dem Essen… das meiste sollte uns (wieder) am A.sch vorbei gehen.

    • Querschuss - 28. Mai 2012

      Hallo Ronald,
      schlecht gefrühstückt? “…..und ueberweist die deutschen Sparguthaben and faule und korrupte Leute in den PIIGS Staaten.” Ist doch schon lange geschehen und vor allem äußerst umfangreich, der deutsche Steuerzahler wurde in Haftung genommen per Target2, ESM, EFSF und der Kreditgewährung an das Bankensystem durch das Eurosystem. Alles verpasst oder nur noch zu abstrakt, da nicht persönlich spürbar um dies zu registrieren und entsprechend einzuordnen?

      Wenn du Sozialismus interpretierst als Gewinne privatisieren und Verluste sozialisieren, bin ich bei dir, ist ein Sauerei! Da bin ich ganz Kapitalist und meine, diejenigen welche die Risiken eingehen müssen diese auch Tragen, ansonsten pervertiert das System zum Sozialismus für Gläubiger und Banken.

      Gegen die Geldpolitik, welche Fehlentwicklungen verstärkt und die zu Grunde liegenden Ursachen nicht beseitigt, habe ich mich hunderte Male gewendet, bei wenigen Webseiten ist die Bilanzausweitung, der Aufkauf von Staatsanleihen, die Einlagefazilität, Target2 usw. so dokumentiert wie hier.

      Wenn PIGS-Staaten ihre Rechnungen an Unternehmen und Handwerker nicht bezahlen ist dies Ausdruck von Sparen, man schindet auf der Ausgabenseite damit Zeit und schönt damit die Defizitquote mittels nicht nachgekommenen Zahlungen für die erbrachte Leistung Anderer und verstärkt damit die wirtschaftliche Abwärtspirale, ebenfalls eine Sauerei.

      Der real existierende Soziallismus ist nicht an seiner Kreditexpansion zu Grunde gegangen, das was die DDR an Nettoauslandschulden in Valutamark von 19 Mrd. DM nach 40 Jahren hinterlassen haben, machen die Amis in 3 Tage und die Europäer haben ein Vielfaches davon in ihre Banken in kurzer Zeit reingepumpt ohne damit ein Problem zu lösen.

      Das zu viel und zu billiges Geld durch die Zentralbanken Spekulationsblasen erzeugen kann, da sind wir dezidiert einer Meinung. Allerdings wurde dieses Geld per Kreditexzesse, die u.a. zu Immobilienblasen führten, von überwiegend privaten Banken an den Mann gebracht und der Markt verhinderte diese Exzesse nicht sondern der deregulierte Markt trieb sie auf die Spitze. Wären während der Finanzkrise 2008/2009 nicht die Notenbanken und Staaten eingesprungen und hätten die Zombiebanken gestützt, hätte der Markt dieses System bereits komplett an die Wand, gefahren. Ob danach nur auf Basis von Marktkräften etwas Neues und Besseres entstanden wäre oder nach dem Kollaps des Finanzkapitalismus, jahrzehntelang die Wirtschaften am Boden liegen würden, ist reichlich spekulativ.

      “Und ich meine nicht die offiziellen Zahlen aus Griechenland, Spanien, Italien, wo Bilanztricks vorgenommen werden.” ….Da habe ich jetzt herzlich gelacht, könntest du das konkretisieren, gibt es keine Rezession weil die BIP-Daten mittels Tricks negativ überzeichnet sind? Oder gibt es keine Ausgabenkürzungen des Staates bzw. nur mittels Bilanztricks, warum schmiert dann die Wirtschaft so ab, wenn der Staat nicht spart. Du meinst wohl die Wirtschaft schmiert ab weil der Staat nicht spart. Dumm nur das die Ausgaben der einen Wirtschaftteilnehmer immer die Einnahmen der Anderen sind und damit deine Aussage wenig konsistent ist.

      Gruß Steffen (querschuss)

  • gelegentlich - 28. Mai 2012

    @fdominicus
    Was Hayek angeht sollte man einfach mal seine Biographie anschauen. Wer Freiheit posaunt und dann, wenn er die Angebote hat, stattdessen den deutschen Beamtenstatus wählt, vermittelt eine gebrochene Botschaft. Das ist natürlich kein inhaltliches Argument. Man muss aber stets den ganzen Menschen sehen. Und wenn er hohl ist spricht Vieles dafür, dass auch seine Botschaft hohl ist. Vor langer Zeit sympathisierte ich intellektuell mal mit Dahrendorf. Bis ich erfuhr, dass er als ehrgeiziger Student bei Asta-Wahlen den Mitbewerber Röhl beim Verfassungsschutz denunzierte. So sind sie halt, die deutschen ,,Liberalen”. In einem Land, in welchem sich das Bürgertum 1848 gegen die Freiheit entschieden und auf dieser Basis eine eigene lokale ,,Kultur” aufgebaut hat sind eben die liberalen Bürger ebenso. Im Zweifelsfrei gegen die Freiheit. Soll der Staat ihr Vermögen vor dem Pöbel beschützen. Das ist der Kern der demagogogischen Rede von den faulen, korrupten Südeuropäern – die natürlich wirklich teilweise korrupt und, was die Oberschichten angeht, wirklich faul sind.

  • Andreas Heil - 28. Mai 2012

    Solange solche simple minds wie Ronald mit ihren gefühlten Geschichtchen wirksam sämtliche Kausalzusammenhänge umdeuten können, wird nicht zu verhindern sein, dass das ganze System an die Wand gefahren wird.

    Monetarismus ist eine nach dem Wissenschafts-Haus-”Filosofen” des Neoliberalismus – Popper – eine nicht falsifizierbare also gegen Widerlegung immunisierte Robinsonade. Dessen eigene induktive Schlüsse wurden allerdings theoretisch u.a. von Joan Robinson schon vernichtend kritisiert. Trotzdem produziert die Ideologie nunmehr seit über drei Jahrzehnten im popperschen “try-and-error”-Paradigma immer verheerendere, offensichtlichere und kostpieligere Schäden, was aber die gläubigen in keiner Weise zum Nachdenken veranlasst, sondern immer nur ihr Mantra nach mehr vom gleichen wiederholen lässt.
    Selbst die Zentralbanken haben die idiotischen Behauptungen von Friedman inzwischen offiziell als falsifiziert festgestellt, weil sich empirisch einfach kein Zusammenhang zwischen Geldmenge und Inflation feststellen lässt. Da Friedman aber mit prinzipiell nicht messbaren Komponenten auf der Mikroebene und nicht näher spezifizierten Begriffen zu seinem Untersuchungsgegensatnd hantiert hat, lässt sich das streng genommen natürlich nicht widerlegen. Eine Theorie als gültig anzusehen, die noch nie gültige Vorhersagen getroffen hat, ist allerdings völlig lächerlich und kann nur deswegen funktionieren, weil deren Anhänger von vorneherein schon die sachgerechte Beschäftigung mit Makrokonstellationen rundheraus ablehnen.

    Gleiches gilt für die Effizienzmarkt-Hypothese, die im wesentlichen auf einem definitorischen Zirkelschluss beruht und als solche auch weder be- noch widerlegbar ist. Man muss einfach daran glauben.

    Und wenn alles nicht hilft, kann man auch auf die Österreicher zurückgehen, die die Chikago-Boys schon mal als Sozialisten beschimpft haben, weil die immerhin so ehrlich waren, den Staat wenigstens dort auch offiziell zu instrumentalisieren, wo er zur Durchsetzung ihrer Ideologie nützlich ist.

    Nun ja, das Paradigma muss unter diesen Umständen zusammenbrechen, die offene Frage ist eigentlich nur die nach dem Kollateralschaden.

    Sonnige Grüße
    Andreas

    • Systemfrager - 28. Mai 2012

      War ein Vergnügen zu lesen.
      Danke!

  • Ronald - 28. Mai 2012

    Ich denke hier im Forum wird Einiges verwechselt. Was die Austrians nach Ludwig von Mises fordern ist das der Staat sich aus der Wirtschaft heraushaelt. Das heisst ganz einfach, dass auch Zockerbanken wie die Deutsche Bank, Dresdner, Commerzbank und HypoRealestate nicht mit Steuergeldern gerettet werden, sondern mit Kapitalerhoehungen durch Aktionaere und wenn das nicht reicht dann mit Debt/Equity swap indem die Anleihen-Eigentuemer in Aktionaere umgewandelt werden. Es gab keinen Grund, dass HypoRealEstate oder Dresdner oder Commerzbank vom Staat Geld bekommen haben ausser dass Josef Ackermann dadurch seinen Bonus behalten konnte indem er Abschreibungen in seiner Bilanz verhindert hat.

    Diese ganzen “Bailouts” haben nichts mit Austrian School of Economics zu tun.
    Wenn der Staat sich aus Griechenland herausgehalten haette, gaebe es auch keinen ESM und ESFS und auch die ECB haette nicht die ganzen Schrottpapiere aus den PIIGS in ihrer Bilanz.

    Damit ist das Problem auch ganz klar: Es ist die Planwirtschaft die uns diese ganzen Probleme geschaffen hat!

    Darum brauchen wir weniger davon.

    Schaut euch doch nurmal Basel 2 Regeln an. Die Bankregulierung (von den Regierungen beschlossen und abgesegnet) hat es den Banken ermoeglicht so viele Kredite zu vergeben. Klar Steffen kannst Du sagen dass die privaten Banken die Immobilienblase angetrieben haben, aber das konnten sie nur durch Basel 2 Bilanzierung. Ohne diese “risk weighted assets” mit denen man schoen tricksen kann, haetten die Banken garnicht so viel wachsen koennen, wenn es war garnicht genug Eigenkapital vorhanden.

    Wir wissen doch genau was passiert wenn der Staat sich zu viel in die Privatwirtschaft einmischt. Schaut euch Japan an. Gelddrucken, Zombiebanken, null Wachstum, mega Staatsverschuldung. Wir sind in Europa auf dem gleichen Weg.

    Steffen, die Welt haette sich nicht aufgehoert zu drehen wenn noch mehr Banken in der Krise an die Wand gefahren waeren. Im Gegenteil, die faulen Kredite und Verluste in den Bilanzen waeren abgeschrieben worden und die Wirtschaft haette endlich ein solides Fundament das auf Eigenkapital aufgebaut ist und nicht auf gedrucktem Geld.

    Wenn ihr ein bisschen ueber Austrian Economics wissen moechtet dann schaut euch den unten angegeben Link an (in englisch).
    Austrians haben nix mit Equilibriumstheorie oder Efficient Market Theorie und den ganzen Neo-classical Unfug zu tun.

    Und noch spannender ist der erste Artikel in dem Dokumente zur Euro Einfuehrung unter Helmut Kohl journalistisch erforscht wurden. Da zeigt sich klar das zu viel Staat nur Korruption und Faulheit hervorruft.

    http://www.zerohedge.com/news/once-liar-always-liar-incredible-untruth-about-italy-greece-and-birth-euro

    http://www.zerohedge.com/news/mark-spitznagel-austrians-and-swan-birds-different-feather

  • Ronald - 28. Mai 2012

    Steffen, zu Deinem letzten Teil Deiner Antwort an meinen Post “Du meinst wohl die Wirtschaft schmiert ab weil der Staat nicht spart. Dumm nur das die Ausgaben der einen Wirtschaftteilnehmer immer die Einnahmen der Anderen sind und damit deine Aussage wenig konsistent ist”

    Die Wirtschaft und die Angebotseite der Volkswirtschaft besteht nicht nur aus dem Staat. Zum groessten Teil ist es Privatwirtschaft. Wenn z.B. in Spanien wesentlich weniger Haeuser gebaut werden, dann braucht man weniger Zement, Steine, Handwerker usw. Dadurch werden dann auch weniger Autos, Fernseher, Kleidung gekauft als Sekundaereffekt.

    Zudem sind die Ausgaben des Staates nur reine Umverteilung. Der Staat selbst erwirtschaftet nichts. Der Staat holt sich das Geld ueber Steuern und Neuschulden (was nix anderes ist als Steuererhoehungen in der Zukunft) und verteilt es dann an andere.

    Was Irland sehr gut gezeigt hat (und die baltischen Staaten wie Estland) dass Austeritaet funktioniert wenn man Transferleistungen wie Arbeitslosengeld herunterschraubt, Rentenalter nach oben setzt und Staatsangestellten die Loehne kuerzt. Irland und Estland haben im Gegensatz zu Italien, Spanien und Griechenland immer ihre Rechnungen and Handwerker usw bezahlt, dadurch seht das Land jetzt besser da. Allerdings waren die irischen Politiker so dumm die faulen Kredite der Banken zu uebernehmen damit die deutschen und britischen Banken keine Verluste erleiden. Wiederum ein Beispiel dass hier Sozialismus am Werk ist und nicht freie Marktwirtschaft.

    In der freien Marktwirtschaft haette Ackermann seinen Bonus nicht bekommen und Abschreibungen vornehmen muessen.

    Das bekommt man, wenn man nach mehr Staat und Sozialismus schreit. Korruption und Seilschaftenzwischen Politik und Banken und Industrie.

    • Querschuss - 28. Mai 2012

      Hallo Systemfrager, hallo Ronald,
      ich habe die jetzt gefolgten Kommentare gelöscht, einen Dialog von Euch beiden über Kapitalismus und Sozialismus, primär rückwärtsgewand finde ich nicht zielführend bzw. in der Form unerwünscht.

      Gruß Steffen

    • Querschuss - 28. Mai 2012

      Hallo Ronald,
      “In der freien Marktwirtschaft haette Ackermann seinen Bonus nicht bekommen und Abschreibungen vornehmen muessen.” … Zur Wahrheit gehört dann aber auch, in einer freien Marktwirtschaft wäre bereits 2008/09 während der Wirtschafts und Finanzkrise das Bankensystem zusammengebrochen ohne die Hilfen von Staat und Notenbanken.

      “Die Bankregulierung (von den Regierungen beschlossen und abgesegnet) hat es den Banken ermoeglicht so viele Kredite zu vergeben.” … Da habe ich was verpasst, die Deregulierung hat Kreditexzesse, Kreditverbriefungen, Zweckgesellschaften und das Derivatecasino ermöglicht.

      “Steffen, die Welt haette sich nicht aufgehoert zu drehen wenn noch mehr Banken in der Krise an die Wand gefahren waeren. Im Gegenteil, die faulen Kredite und Verluste in den Bilanzen waeren abgeschrieben worden und die Wirtschaft haette endlich ein solides Fundament das auf Eigenkapital aufgebaut ist und nicht auf gedrucktem Geld.” ….Du träumst, wie oben bereits festgestellt, der Markt hätte das Bankensystem in die Hölle gefahren, dort hätte aber mitnichten ein auf Eigenkapital aufgebautes solides Fundament gewartet, sondern der deflationäre Crash.

      Gruß Steffen

  • Systemfrager - 28. Mai 2012

    Du kannst es so gefasst, präzise, fachlich … sagen. Es ist gut, wenn es so geht, solange es geht …

    Da sind aber Leute unterwegs, oberflächliche Bildungsbürger, eingebildete …., über deren Zynismus und Heuchelei man sich kaum eine Vorstellung machen kann, mit moralischer Ausrüstung ………

  • Gelber - 28. Mai 2012

    Danke Steffen für diese klare Darstellung

    Der ESM kommt! Und es ist auch richtig, dass wir diesen installieren. Wie “Zeile” schon beschrieben hat: Der Kapitalismus ist durch Schulden finanziert, zu 100%. Jedem Euro steht irgendwo im Euro-Raum auch ein Kredit gegenüber. Die Schatztruhe mit den Euros steht in keinem Keller rum. Und da nun niemand eine ausgeglichene Zahlungsbilanz, sondern einen positiven Cash-Flow erwirtschaften will, entstehen zwangsläufig Nachschuldnerproblematiken, welche zu Ungleichgewichten in der Verteilung von Schulden und Guthaben/Geld führen, wodurch wiederrum der Nachschuldnerdruck steigt. Es ist wie ein Krebsgeschwür, welches wir in allen Staaten seit der Antike beobachten konnten. Die gegenwärtige Fallhöhe können wir gar nicht ohne existenzielle Folgen für jeden Einzelnen überstehen. Die EU kann weitere Defaults wie in Griechenland, aufgrund der Sparvermögen, welche über Versicherungen und Banken EU-weit investiert wurden, nicht in Kauf nehmen. Die Probleme müssen durch einen neuen Nachschuldner (ESM) aufgeschoben werden. Eine Loslösung von diesem Druck war seit Gründung des Währungsraumes nie vorgesehen, ein supranationales Europa hingegen bis heute auf der Wunschliste der euroäischen Politclique und Lobbyisten.

    Die von Steffen aufgearbeiteten Daten werden uns die Notwendigkeit weiterhin aufzeigen.
    Danke dafür,

    Gelber

    Was in Spanien, Italien, Griechenland los ist, dass wird auch hier noch eintreten. Und zwar schneller als alle erwarten. 8 Billionen Bruttostaatsverschuldung lässt sich bei 2-3% Zinssteiegrung nicht mehr finanzieren. Die europäischen Staaten können systembedingt niemals ihre Schulden zurückzahlen. Mr. DAX, Fritz Glunk oder auch Herr Trittin bei Illner wissen dies.

  • Andreas Heil - 28. Mai 2012

    Danke für die klaren Worte, Steffen.

    Gruß
    Andreas

  • Querschuss - 28. Mai 2012

    Ein Spiegel-Interview mit Alexis Tsipras: http://www.spiegel.de/international/europe/greek-leftist-leader-tsipras-decries-austerity-diktat-a-835369.html

    Köstlich dieses Frage vom investigativen Journalismus im Format eines Nachrichtenmagazins an Tsipras:
    “Würden Sie ernsthaft behaupten, dass die Reformen, die Europa als Voraussetzung für die gewährten Darlehen fordert, der Grund für die miserable Situation in Griechenland sind?”

    Großes Kino und echtes Kompetenz in Sachen Wirtschaft. “Spiegel-Leser wissen mehr”

  • Ronald - 28. Mai 2012

    Zwei kurze Sachen:
    Die Bankenregulierung die man kurz BASEL 2 nannte, hat es den Banken ermoeglich quasi ohne Eigenkapital aufzubauen ihre Bilanzen aufzublaehen. Ob Du es Regulierung oder Deregulierung nennst ist egal, es ist ein neues Gesetz vom Gesetzgeber abgesegnet und nicht von den Banken selbst. Deregulierung heisst, dass Gesetze wegfallen, dies ist in den USA mit Glass-Seagal Act passiert, aber nicht in Europa. Die Regierungen haben den Banken das Zocken moeglich gemacht. Das ist so als wenn die Regierung geladene Pistolen an alle verteilt und dann sagt aber nicht damit schiessen. Natuerlich wird dann rumgeballert. Die Regierung muss Gesetze schaffen damit genug Eigenkapital im Banksektor vorhanden ist, Die neue Basel 3 Regulierung ist genauso nutzlos wie Basel 2, denn es wird immer noch mit risk weighted assets gerechnet.

    Zweite Sache: Du sagst, der deflationaere Crash waere gekommen wenn so wie ich vorgeschlagen haette, mehr Banken untergegangen waeren in 2008/2009 oder jetzt. Schauen wir uns doch mal an was passiert wenn man Zombiebanken mit Steuergelder schafft: siehe Japan => deflationaerer Crash seit 20 Jahren, Staatsverschuldung ueber 200% und null Wachstum.

    Steffen, da probiere ich doch lieber meine Methode aus, denn was auf bailouts folgt wissen wir schon, naemlich wenig oder null Wachstum und deflation. Meinen Methode ist auch gerechter, denn nicht der Steuerzahler sondern diejenigen die das Risikokapital zur Verfuegung gestellt haben verlieren ihr Geld so wie es sich gehoert. Dies sind Aktionaere und Anleiheninhaber und Bankenvorstaende mit ihren Aktienoptionen.

    Ich dachte immer Herr Ackermann hat es seiner engen Freundin Angela Merkel zu verdanken, dass es jetzt stinkreich in Rente geht. Scheinbar gibt es hier viele Fans von Ackermann im Forum die ihn gerne reich machen durch Bailouts anstatt dass er wegen Bilanzfaelschung vor Gericht kommt.

    Dann aber bitte nicht beschweren, dass unser jetziges Wirtschaftssystem den kleinen Mann ausbeutelt und die Bonzen belohnt.

    Lest Euch mal durch, was Herr Weidmann diese Woche zu sagen hatte im Interview mit einer franzoesischen Zeitung:

    http://www.zerohedge.com/contributed/2012-05-28/president-bundesbank-lashes-out

    • Querschuss - 28. Mai 2012

      Hallo Ronald,
      “Steffen, da probiere ich doch lieber meine Methode aus,…..” …Das ist die Crux aller, die die Entwicklung von welcher Perspektive auch immer betrachten, auch du wirst keine Gelegenheit bekommen deine Methode auszuprobieren.
      Das Beispiel Japans hinkt, es dürfte einen Unterschied machen, latente deflationäre Tendenzen seit 20 Jahren zu verkraften, bei einem über viele Jahre “boomenden” Umfeld oder eben einen heutigen deflationäeren Crash nahezu weltweit wegzustecken. Denn bei wirklich realer Bewertung der Bankbilanzen wäre nicht nur das europäische Bankensystem hinüber.

      “Die Regierung muss Gesetze schaffen damit genug Eigenkapital im Banksektor vorhanden ist.” …Da sind wir einer Meinung, es ist wohl nur eine Frage der Begrifflichkeiten, ich meine Deregulierungen waren Teil der Ursache, wie eben die Aufhebeung von Glass Steagall u.a. Erleichterungen für das spekulative Bankensystem, du falsche bzw. unsachgerechte Regulierungen, soweit liegt das nun nicht auseinander, im Ergebnis ist das gleiche bzw. ein ähnliches.

      Gruß Steffen

  • Ronald - 28. Mai 2012

    Da gebe ich Dir voellig recht Steffen, das europaeische Bankensystem ist bankrott wenn man die Vermoegenswerte zu Marktwerten darstellt.
    Ausnahme ist Schweden, hier hat die Regierung mal auf den Tisch gehauen und die Banken gezwungen Abschreibungen vorzunehmen und Kapitalerhoehungen durchzufuehren. Schweden hat auch von den Banken verlangt, dass sie wesentlich mehr Kapital halten muessen als selbst im neuen Basel 3 vorgesehen.
    Das Resultat: Schwedische Banken koennen sich zu extrem guenstigen Zinsen am Anleihenmarkt Geld beschaffen und auch die Marktkapitalisierung der Banken liegt ueber deren Buchwert.
    Und Schweden waechst.
    Somit haben wir ein Paradebeispiel wie man es macht.
    Das heisst die Bafin muss die Deutsche Bank und Commerzbank/Dresdner und die Landesbanken per Gesetz zwingen sich zu rekapitalisieren. Nur so ist der deflationaere Trend zu aendern. Denn bankrotte Banken vergeben nicht mehr Kredite sondern schrumpfen ihre Bilanzen.
    Schau Dir mal die Bilanz der Deutschen Bank an. Um die 50 Milliarden Euro in Level 3 Assets die nur ein Bruchteil der Summe Wert sind, und deren Bewertung in einer Excel Tabelle zusammengelogen wurde.
    Wie heisst es doch im Volksmund: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

    Ich habe lieber einen Crash und Rekapitalisierung des maroden Bankensystems und dann eine wirtschaftliche Erholung als 20 Jahre latente deflationaere Tendenzen wie in Japan. Dafuer ist das Leben zu kurz um den Rest von meinem in einem Japan Szenario zu Leben nur weil die Politiker keine Eier in der Hose haben und endlich das marode Bankensystem mit Aktionaers- und Anleihengeldern sanieren anstatt ganze Staaten wie Irland mit in den Abgrund zu ziehen.

  • Systemfrager - 29. Mai 2012

    @Ronald
    was ist das jezt
    also noch einmal

    Wo du Ronald Recht hast, hast du Recht
    Mit Basel 2, 3, 4, 17 wird nix
    Was nicht funktioniert ist die die Freiheit, die freie Marktwirtschaft
    Freiheit ist immer die Freiheit des Stärkeren
    Freiheit ist Sklaverei
    Freiheit ist Krieg aller gegen alle
    Das wusste schon der erste ökonomische Liberal Hobbes
    Die Marktwirtschat kann nur unter dem übermächtigen Staat richtig funktionieren.
    Wir brauchen einen demokratischen Leviathan
    Alles andere ist Unsinn a la Mises-Hayek

    • Ronald - 29. Mai 2012

      @Systemfrager:

      Freiheit ist das was uns als Menschen innerhalb bestehender Gesetze erlaubt ist zu machen.

      Was Du als Freiheit bescheibst wird im Duden “Anarchie” genannt naemlich die Macht des Staerkeren.

      Freiheit in der Marktwirtschaft heisst, dass jeder seinen Beruf selbst waehlen darf, entscheiden kann wieviel er arbeiten moechte, sich jederzeit mit neuen Ideen selbstaendig machen kann usw. Staerke hat damit nix zu tun. Wenn Volkswagen bessere Autos zu besseren Preisen als Peugeot herstellt, dann hat das nix mit Staerke zu tun, sondern mit Investieren in Forschung&Entwicklung und Fabriken und Design und Ausbildung von qualifizierten Arbeitnehmern.

      Freiheit als Sklaverei zu beschreiben hast Du wohl von George Orwell abgeguckt der in seinem Buch ueber einen totalitaeren Ueberwachungsstaat genau solche Sachen wie “Krieg ist Frieden”, “Freiheit ist Sklaverei” und “Unwissenheit ist Stärke” gesagt hat.

      Das Buch beschreibt einen Polizeistaat wie die Nazis mit der Gestapo, Die UDSSR mit dem KGB und die DDR mit der Stasi hatte.

      Deine Traumvorstellung von einem uebermaechtigen demokratischen Staat ist inhaltlich schon falsch. Wenn der Staat uebermaechtig ist, dann ist er per Definition nicht mehr demokratisch.

      Was Du Dir ertraeumst haben wir zum Teil schon in Bruessel. Ein korrupter Haufen von Politikern die uns vorschreiben wie gross eine Gurke oder ein Apfel innerhalb der EU zu sein hat. So korrukt, dass die Wirtschaftspruefer sich weigern die Bilanzen der EU in Bruessel zu unterschreiben, denn sie koennen nicht nachvollziehen wo die Milliarden an Gelder jedes Jahr versickern.

      Gott schuetze uns davor!

  • Michael S. - 29. Mai 2012

    “warum geht es nicht bei mir”

    Wahrscheinlich ein österreichisches Komplott…

  • FDominicus - 29. Mai 2012

    @gelegentlich. Wenn es so ist wie Sie schreiben, verstehe ich den Unfug der heute gemacht. wird, die Leute sind Beamte und finden offenbar den Staat das Beste seit geschnitten Brot. Soviel zur “Unabhängigkeit” der Forschung. Sie kritisieren Hayek also das er an einer Uni gelehrt hat. Ok wo sonst hätte er es tun können? Ja, ich weiß von Mises hat sich nicht verbogen bei Rothbard weiß ich es nicht. Ich jedenfalls bin ein Fan von allen Dreien und zwar in dieser Reihenfolge
    1) Rothbard
    2) von Mises
    3) Hayek.

  • Systemfrager - 29. Mai 2012

    @Querschuss
    Nur meine Meinung:
    Ich finde es ziemlich problematisch, wenn ein Blog politisch “korrekter” sein will, als namhafte Autoren der Bücher.
    :(
    Solche allzu “korrekte” Blogs sterben einen langsamen Tod, aber es ist auch gut so

    • Querschuss - 29. Mai 2012

      Hallo Systemfrager,
      im letzten Kommentar, den ich gelöscht habe, hast du einen Vergleich angstellt der unangemessen ist und für sowas ist hier kein Platz, ich bin inhaltlich verantwortlich und du bist hier Gast, auf deiner Webseite ist es andersherum.

      Mache dir mal um meinen “politisch korrekten” Blog keine Sorgen, der stirbt nicht wegen ein paar Kommentaren weniger, sondern wenn mir die Lust vergeht den Blog mit Inhalten zu füllen. Kleiner aber feiner Unterschied. Ansonsten entwickeln sich die Leserzahlen bei Querschuesse prächtig, wenn so der langsame Tod aussieht ist er mir recht.

      Gruß Steffen