Target2 Salden für März im Kurzüberblick

von am 12. Mai 2012 in Allgemein

Mit den Daten der französische Zentralbank (Banque de France) zum Target2 Saldo für März 2012 liegen nun die relevanten Salden aus dem grenzüberschreitenden Zahlungssytem Target2 für März vor. Die Entwicklungen der “statistischen Verrechnungsposten” ;) zwinkern (Neusprech) der DNLF- und PIIGSBF-Zentralbanken liefern wieder echte Highlights. Ein kurzer Überblick.

 

Die Target2 Salden von Deutschland, Portugal, Irland, Italien, Griechenland, Spanien und den PIIGS kumuliert seit Januar 2007 bis März 2012 im Chart. Während die BUBA im März 2012 Forderungen von +615,952 Mrd. Euro aus Target2 hielt, summierten sich die Verbindlichkeiten der PIIGS im Februar 2012 auf -824,581 Mrd. Euro, nach noch -679,989 Mrd. Euro im Vormonat Februar.

Die Target2 Salden seit Januar 2007 bis März 2012 im Chart. Im März 2012 lag der Target2 Saldo von Deutschland bei +615,952 Mrd. Euro, der Niederlande bei +154,905 Mrd. Euro, Luxemburgs bei +115,228 Mrd. Euro, Finnlands  bei +73,144 Mrd. Euro, Portugals bei -74,539 Mrd. Euro, Irlands bei -99,665 Mrd. Euro, Italiens bei -270,408 Mrd. Euro, Griechenlands bei -103,736 Mrd. Euro, Spaniens bei -276,233 Mrd. Euro, Belgiens bei -38,589 Mrd. Euro und Frankreichs bei -47,298 Mrd. Euro.

Die Target2 Salden der DNLF-Zentralbanken (Deutschland, Niederlande, Luxemburg, Finnland) im März 2012, mit Forderungen in Höhe von +959,229 Mrd. Euro, nach +834,691 Mrd. Euro im Vormonat, von Deutschland mit +615,952 Mrd. Euro, nach +547,047 Mrd. Euro im Vormonat, der PIIGS (Portugal, Irland, Italien, Griechenland und Spanien) mit Verbindlichkeiten in Höhe von -824,581 Mrd. Euro, nach -679,989 Mrd. Euro im Vormonat und der PIIGSBF (PIIGS inkl. Belgien und Frankreich) mit -871,879 Mrd. Euro, nach -828,787 Mrd. Euro im Vormonat. Im Chart die Daten von Januar 2007 bis März 2012.

Während sich durch Italien und Spanien die Verbindlichkeiten der PIIGS dynamisch weiter ausbauten, gab es einen festhaltenswerten, wenn vielleicht auch nur temporären Abbau der Target2 Verbindlichkeiten in Belgien (-38,589 Mrd. Euro im März, nach -52,482 Mrd. Euro im Februar) und Frankreich, was zeigt das dort der private Kapitalfluss wieder umgekehrt werden konnte und in einem Kapitalzufluss mündete. Fundamental hat sich in Frankreich nichts gebessert, das Leistungsbilanzdefizit ist ungebrochen hoch und mit dem Ausgang der Wahlen in Frankreich könnten die privaten Kapitalzuflüsse durchaus eine kurze temporäre Erscheinung gewesen sein und nun wieder kräftigere Abflüsse drohen:

Der Target2 Saldo aus den Jahresberichten der Banque de France von 2000 bis 2006, jeweils Dezember und die Daten auf Monatsbasis ebenfalls von der Banque de France, in Mrd. Euro, seit Januar 2007 im Chart. Zuletzt im März 2012 sank die Verbindlichkeit (negativer Target2 Saldo) um kräftige 49,018 Mrd. Euro zum Vormonat, auf -47,298 Mrd. Euro, nach -96,316 Mrd. Euro im Februar und nach -113,666 Mrd. Euro im Januar.

Zum Vergrößern bitte die Charts 1x anklicken.

Alle verfügbaren Target2 Salden der nationalen NZBs aktualisiert inklusive Charts unter: Querschuesse.de/Target2-Salden

Quelle Daten: Banque-france.fr/Balance sheet of the Banque de France

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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69 KommentareKommentieren

  • Bernd Rickert - 12. Mai 2012

    Jeder sieht über die vergangenen Jahre, wie verlogen das gesamtgesellschaftliche Zahlungsystem von einigen wenigen, privilegierten Privaten ausgenutzt wird. Die setzen genau wie die Politik auf Zeit in der Hoffnung, die Steuerzahler machen die regelmäßigen Aderlässe zu einer permanenten Einrichtung, Schmarotzer pur.
    Übrigens, den Vergleich des target2-Systems mit der Autofahrt aus einem vorigen Kommentar verstehe ich jetzt. Der Tank wird während der Autofahrt von den Banken ausgesaugt und der Steuerzahler soll nachtanken. In Berlin angekommen, weiß man genau wieviel das Auto verbraucht und wieviel die Banken gestohlen haben, aber während der Fahrt weiß niemand genau, wann die Banken absaugen.

  • Student - 12. Mai 2012

    Eine erneute Nebelkerze was Target2 angeht?

    “Warum Target2-Forderungen keine Kredite sind” : http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2012/05/03/warum-target2-forderungen-keine-kredite-sind/

    • Querschuss - 12. Mai 2012

      Hallo Student,
      richtig Nebelkerze, dass sie im engeren Sinne keine Kredite sind ist völlig irrelevant, Fakt ist Zentralbankgeld ersetzt den privaten Kapitalzufluss (vor allem Interbankenmarkt) in die PIIGS und Forderungen der Privaten (Banken) werden durch Zentralbankgeld (öffentlich) ersetzt und diesen Forderungen stehen keine erbringbare realwirtschaftliche Gegenleistungen der PIIGS gegenüber, im Gegenteil die Forderungen sind uneinbringbar, da die Leistungsfähigkeit sogar weiter rapide abnimmt. Unter diesen Umständen wird sich auch die Kapitalflucht aus den PIIGS nicht umdrehen.

      Letztlich in der Handelsblattblog auf demselben Trichter wie Herdentrieb und einige andere akademischen Veröffentlichungen, die eine Diskussion über Prof. Sinns Formulierungen und Interpretationen führen, aber am Kern des Problem zielsicher vorbeidiskutieren, was meine Vermutungen verstärkt, dass diese Medien Teil der Phalanx der Target2 Relativierer sind.

      Da aber früher oder später ein oder mehrere Länder die Eurozone verlassen werden, sogar freiwillig und dann spätestens sich die Frage der uneinbringbaren Forderungen stellt, kann man ganz entspannt abwarten und die dann an den harten Fakten zerbröselnden Argumente der Relativierer verfolgen! Man kann sich also eine stundenlange Arbeit/Auseinandersetzung mit diesen Leuten sparen, schade um die wertvolle Zeit.

      Gruß Steffen

      • Ashitaka - 12. Mai 2012

        Den deutschen Target2-Saldo sollte man nicht als Kreditgewährung betrachten, sondern als eingeräumte Haftungsgarantie. Die Haftung darf niemals mit einer Forderung gleich gesetzt werden. Die Haftung tritt nur im Haftungsfall ein.

        Im hier diskutierten Fall wird Zentralbankguthaben der deutschen Bundesbank den nationalen Zentralbanken der übrigen Mitgliedstaaten des EURO-Raumes zur Verfügung gestellt.

        Die Kredite an Nichtbanken werden nur auf Geschäftsbankebene vergeben. Das Zentralbankguthaben spielt dafür primär keine Rolle. Die Anforderung an Minimum-Zentralbankgeld-Reserven hat nämlich nichts mit der vorherigen Kreditvergabe an sich zu tun. Diese ist abhängig vom Rating, der Bonität und Sicherheitenstellung des potentiellen Kreditnehmers. Die Durchführung der Kreditvergabe stellt für die Geschäftsbank eine simple Bilanzerweiterung dar. Die Besicherung des Schuldverhältnisses erfolgt erst sekundär über Sicherheiten/Pfand/Bürgschaften. Diese Sicherheiten wandern in den Pfandpool der Geschäftsbanken und “können” bei der Zentralbank gegen Zentralbankguthaben hinterlegt werden. Die Zentralbank aktiviert die Rückübertragungsverpflichtung und passiviert das Zentralbankguthaben der Geschäftsbanken.

        Mit der Auszahlung des Kredites in Bargeld oder der Überweisung an andere Geschäftsbanken muss die Gläubiger-Geschäftsbank Zentralbankgeld auf das Konto der empfangenden Geschäftsbank überweisen (Clearing mal außen vor). Dies ist eine gesetzliche Notwendigkeit und macht den Kredit (die Schuld) erst umlauffähig/ für Zahlungen “geltend”. Hier wird die Funktion des Zentralbankgeldes überdeutlich!

        Wenn also nun die deutsche Bundesbank Zentralbankgeld an andere Nationalzentralbanken ausgibt, dann verspricht sie nicht mehr als Zentralbankguthaben “ohne die dafür hinterlegte Sicherheit”.

        Wo das ganze hinführt? Wir, und nicht die das Zentralbankguthaben empfangenden Nationalzentralbanken, “haften”!

        Das ganze ist positiv zu bewerten, denn die Kredite (Schulden) der europäischen Geschäftsbanken müssen umlauffähig gehalten werden. Zu dieser Umlauffähigkeit (Geld als Zahlungsmittel) kann nur die ZB ermächtigen.

        Ashitaka

        • Querschuss - 12. Mai 2012

          Hallo Ashitaka,
          “Den deutschen Target2-Saldo sollte man nicht als Kreditgewährung betrachten, sondern als eingeräumte Haftungsgarantie. Die Haftung darf niemals mit einer Forderung gleich gesetzt werden” ….. Im engen Sinne ist es weder eine Kreditgewährung und erst recht keine Haftung, sondern es eben genau eine Forderung. Sie ist als solche auf der Aktiva-Seite der BUBA verbucht! Diese Forderung ist der größte Posten im Auslandsvermögen der BUBA und diese Forderung aus Target2 ist Bestandteil des Vermögenstatus der Bundesrepublik Deutschland (NIIP) wo alle Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber dem Ausland saldiert werden und Deutschland mit fettem Nettoauslandsvermögen dasteht!

          “Im hier diskutierten Fall wird Zentralbankguthaben der deutschen Bundesbank den nationalen Zentralbanken der übrigen Mitgliedstaaten des EURO-Raumes zur Verfügung gestellt. ” … Im engen Sinne falsch, es wird nicht zur Verfügung gestellt, sondern ist Ergebnis der Zahlungsaufträge im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr, die BUBA hat im Prinzip keinen Einfluss darauf. Alle grenzüberschreitenden Überweisungen der PIIGSBF-Banken müssen von der BUBA den deutschen Geschäftsbanken gutgeschrieben werden, die BUBA erhält im Gegenzug nur eine Forderung gegen das Eurosystem. Zwischen der jeweiligen PIIGSBF Zentralbank und der BUBA selbst ist kein Geld geflossen, die PIIGSBF Zentralbank erhält nur eine Verbindlichkeit, hat aber aus dem Zenralbankguthaben der PIIGSBF Bank die Summe des Überweisungsauftrag abgezogen. Die PIIGSBF-Bank, wie jede andere auch, kann nur aus einem Zentralbankgeldguthaben den grenzüberschreitenden Zahlungsauftrag ausführen, hat sie kein Guthaben muss sie sich erst Zentralbankgeld bei ihrer heimischen Zentralbank ziehen. Normalerweise übernimmt die Funktion der Zentralbanken der Interbankenmarkt, also Banken der DNLF-Länder gewähren aus ihrem Zentralbankgeldguthaben Kredit an die jeweilige PIIGSBF Bank.

          “Die Kredite an Nichtbanken werden nur auf Geschäftsbankebene vergeben. Das Zentralbankguthaben spielt dafür primär keine Rolle.” ….Richtig.

          Gruß Steffen

      • Roland - 12. Mai 2012

        Interessante Stellungnahme des Bundesbankvorstandes Dr. Nagel kürzlich (28.4. 2012) auf dem ACI-Jahreskongress in München:
        “…ein Land mit negativem Saldo aus der Währungsunion ausscheidet und die NZB des betreffenden Landes nicht in der Lage ist, ihre Verbindlichkeiten gegenüber der EZB voll auszugleichen. In diesem Falle müsste für die verbliebene Differenz eine Regelung gefunden werden, beispielsweise ein Rückzahlungsplan.”

        Also:
        1. Die Sicherheiten der griechischen Zentralbank landen erstmal alle bei den Gläubigern.
        2. Für den Rest erhält die Bundesbank noch eine Insel. Wie wäre es mit Santorin ?

        • Roland - 12. Mai 2012

          Nachtrag noch zu Steffens überspitzter Formulierung:
          “..die Forderungen sind uneinbringbar”.

          Bislang hat die Bundesbank auch innerhalb target2 noch staatlich garantierte Bankschuldverschreibungen der Problem-Länder Griechenland, Portugal und Irland akzeptiert.

          Dies ist für diese drei seit dem 10. Mai 2012 Geschichte.

          (Die Rede von Dr. Nagel kann über http://www.bundesbank.de downgeloaded werden)

    • Roland - 13. Mai 2012

      @ Student

      Nein, keine “Nebelkerze”, sondern eine gute wissenschaftliche Arbeit.

      Interessant das Gedankenexperiment auf Seite 23:
      Eine Geschäftsbank eines Landes mit Leistungsbilanzdefizit schöpft ihren Kredit zum Zwecke eines Imports nicht im eigenen Lande, sondern über eine Tochtergesellschaft im Land des Exporteurs. Zahlungsabwicklung läuft dann direkt über eine dortige NZB, beispielsweise die Bundesbank.
      taget2 wäre außen vor – und das eigentliche Problem der Qualität der Sicherheiten bestände natürlich weiter.

      Nach wie vor halte ich für richtig:
      Das Problem ist nicht target2, sondern das Management von Sicherheiten.
      Ist dieses gut, geht es gut. Ist dieses schlecht, geht alles schief.

      • Querschuss - 13. Mai 2012

        Hallo Roland,
        wer hat hier je gesagt das Target2 das Problem ist, das Problem ist die Zahlungsbilanzkrise der Südperipherie und diese zeigen die Target2 Salden an, weder die LTROs sind hinreichend besichert, noch die Target2 Forderungen, die sind gar nicht besichert. Die Annahme das es im Volumen der ausgereichten LTROs adäquate Sicherheiten gibt ist absurd, gäbe es sie, wäre das Vertrauen sofort wiederhergestellt, der Interbankmarkt würde funktionieren und die Target2 Salden würden schmelzen.
        Auch du neigst dazu vom Kern der Problematik abzulenken, wie das zitierte Beispiel zeigt.

        Übrigens finde ich das eine wissenschaftliche Arbeit zu Target2, die bereits in der Einleitung den Fokus auf eine Auseiandersetzung mit Sinn zu seinen Formulierungen und Interpretationen richtet, sich in der Sache selbst bereits disqualifiziert. Falls wir von derselben reden: http://www.gfinm.de/images/stories/workingpaper29.pdf

        Gruß Steffen

        • Roland - 13. Mai 2012

          Hallo Steffen,
          ja von diesem “working paper” ist die Rede.

          Aber Widerspruch zu Deiner Aussage, target2-Forderungen seien überhaupt nicht besichert.
          Die target2-Forderungen sind natürlich besichert (auch wenn man über die Qualität der Sicherheiten diskutieren kann). Das läuft so:
          Die Geschäftsbanken geben ihre geschöpften Kredite nur gegen Sicherheiten aus.
          Beim Geldtransfer über ihre jeweilige NZB verpfänden sie diese Sicherheiten (im Pool) gegenüber dieser. Die EZB zieht, wenn erforderlich, wiederum die jeweiligen NZBs zur Begleichung ihrer Forderungen heran. Letztere müssen dafür dann die Sicherheiten ziehen.

          Dr. Nagel vom Bundesbank-Vorstand sagte nun:
          Sollten die an die NZBs verpfändeten Sicherheiten sich nachträglich als zu wenig werthaltig zur Begleichung der Forderungen der EZB heraus stellen, so müssen die NZBs nachschiessen entsprechend einem zu vereinbarendem Zahlungsplan.

          Ceterum Censeo:
          Über die wirtschaftliche Situation der Südperipherie, die durch die Unfähigkeit der Troika immer weiter verschlechtert wird, sind wir uns sicher einig.

          • Querschuss - 13. Mai 2012

            Hallo Roland,
            sehe ich anders, die Kreditgewährung z.B. LTROs der italienischen NZB im Eurosystem ist besichert, mit Assets der kreditziehenden italienischen Bank, die aber bereits äußerst zweifelhaft sind. Ist nun z.B. eine italienische Bank nicht in der Lage die LTROs zurückzuführen bei Laufzeitende, spich zahlungsunfähig, ist nur der LTRO besichert wenn auch mit zweifelhafter Qualität. Die italienische NZB hat also die Sicherheiten der italienischen Bank, bei einem Auseinanderbrechen der Eurozone resultiert daraus eben nicht, dass die Target2 Forderung der BUBA auf diese Sicherheiten Zugriff hat, das ist nicht geregelt, die Forderung der BUBA ist im Zweifel nackig und uneinbringbar, denn die Sicherheiten wurde mit den Target2 Transaktionen nicht an die BUBA übertragen.

            Gruß Steffen

          • Roland - 13. Mai 2012

            Hallo Steffen,

            die Buba hat natürlich keinen Zugriff auf die Sicherheiten, die die Italienische Zentralbank erworben hat. (Und die italienische Zentralbank nimmt nicht nur Sicherheiten der Geschäftbanken in den LTRO-Zuteilungen an, sondern bei JEDER Geldtransaktion, die ins Ausland geht. Unbesicherte Transaktionen kann es nicht geben)

            Zugriff auf die Sicherheiten der italienischen Zentralbank hat alleine die EZB – und diese gibt sie dann an die Buba weiter.

            Also: Dass die Buba auf uneinbringlichen Forderungen in dreistelliger Milliardenhöhe säße, ist eine unrealistische Vorstellung. So ins Messer zu laufen, so blöd sind die Kapitalisten nun auch wieder nicht.

            • Querschuss - 13. Mai 2012

              Hallo Roland,
              ich kann nicht folgen, ein grenzüberschreitender Überweisungsauftrag via Target2 kann nur aus einem Zentralbankgeldduthaben einer Bank über deren Konto bei der heimischen NZB erfolgen. Die Transaktion ist nicht besichert, muss auch nicht besichert sein, denn sie erfolgt aus Zentralbankgeldguthaben der Bank, besichert wird nur wenn das Zentralbankgeld der Bank aus der Kreditgewährung der NZBs, z.B. LTROs stammt, dann wird aber die Kreditgewährung besichert. Das gezogene Zentralbankgeld kann natürlich durchaus nur den Zweck haben, die grenzüberschreitenden Zahlungsaufträge der Kunden der Bank zu erfüllen oder gar das Zentralbankgeld durch die Bank selbst zu verbringen.

              “So ins Messer zu laufen, so blöd sind die Kapitalisten nun auch wieder nicht.” ….Meinst du, “……die Target2-Forderungen der Bundesbank stellen kein eigenständiges Risiko dar, weil ich ein Auseinanderbrechen der Währungsunion schlichtweg für absurd halte.” Dies meinte nicht irgendwer sondern noch vor kurzem der BUBA-Chef persönlich. Angesichts des Griechenlanddramas, was da schon absehbar war, eine selten blöde Äußerung!

              Letztlich geht es bei den Target2 Forderungen aber nur darum, um das Risiko der Forderung, bei einem Auseinanderbrechen der Eurozone.

              Gruß Steffen

          • Roland - 14. Mai 2012

            Hallo Steffen,

            ich muss mich korrigieren.
            Du hast recht, die target2- Forderungen sind nicht besichert.

            Schaun mer mal, wie die EZB letztlich das Problem lösen wird.

            • Querschuss - 14. Mai 2012

              Hallo Roland,
              das freut mich da mal jemand ein Sachargument eingesteht und sich korrigieren kann.

              Gruß Steffen

    • Wolfgang - 13. Mai 2012

      Natürlich sind Target-Salden Kredite. Die EZB selbst bezeichnet diese so.
      Vgl. Artikel 4 Abs. b)1 der folgenden Leitlinie.
      http://www.ecb.int/ecb/legal/pdf/l_14020010524en00720086.pdf

      • Querschuss - 13. Mai 2012

        Hallo Wolfgang,
        es ist letztlich irrelevat für die Problematik ob man Targt2 Forderungen im engeren Sinne oder nur im weitesten Sinne als Kredite betrachtet. Denn dies ändert an der Faktenlage nichts und solche Diskussionen vernebeln nur.

        Gruß Steffen

        • WOLFGANG - 14. Mai 2012

          Nach der entsprechenden Regelung räumen die NCB und die ECB sich gegenseitig unbegrenzten und unbesicherten Kredit ein. Eine Maßnahme, die es im wahren Leben wohl selten gibt.

  • ergo sum - 12. Mai 2012

    Die Charts sind erschreckend und bestätigen, was wir alle längst vermuteten, nämlich dass Deutschland jetzt die ganze Last allein zu schleppen hat.. Es hängt nun wohl von der Lage der Weltwirtschaft ab, ob die deutsche Lokomotive den ganzen Eurozug weiter bergauf ziehen kann, oder ob es langsam von den anderen 16 Wagen tiefer gezogen wird.

    • dank - 12. Mai 2012

      Die Lokomotive zieht solange der Eurokurs so niedrig bleibt, bzw, sogar vielleicht nochmals die 1,20 austestet. Evtl. wünscht sich die EZB ja auch ein QE3 der FED – was das Ganze noch ein wenig unterstützen würde. Dafür würde ein Kurs von 1,40 die Wirtschaft sauber abwürgen…
      Drahtseilakt. Intern ändert das in der Eurozone eh nichts…

      Das mit Target2 ist die größte Sch*einerei – 2fach: Erstens der Stand selbst & dass da nicht interveniert wird (alles TINA oder was) und zweitens die differenten Aussagen in den Medien bzw. die absichtlichen verbitterten Auslegungskriege von inhaltlichen Kleinigkeiten. Wieso wird über die Farbe einzelner Bildpunkte gestritten, anstatt das Gemälde Target2 gesamt anzusehen? Angst oder Dummheit, oder schlimmer: Pure Berechnung oder das Gefühl von Überlegenheit? *rein rethorisch*
      Die Rechnung wird kommen – schwarz auf weiß und ich schätze schwer, dass dann eher andere Blogs ihre Target2-Ideen löschen dürfen, nicht Du, Steffen.

      • Mark - 12. Mai 2012

        Die größte Sauerei bleibt, dass die Medien (bis auf wenige Ausnahmen) dieses Thema totschweigen.

        Die gleichgeschalteten Medien haben noch nicht verstanden, dass die Bürger beginnen zu verstehen. Die Medien leben immer noch in ihrer Welt, in der sie -und nur sie- die Deutungshoheit über die Vorgänge in der Politik haben. Wenn sie mal auf ihre Auflagenzahlen schauen würden, dann würden sie begreifen, dass genau das nicht mehr der Fall ist. Die Bürger wenden sich ab von dem ewig gleichen politsch-korrekten, pro-europäischen Ideologie-Gefasel.

        Die Textbausteine von früher taugen nicht mehr. Beispiele:
        - “Scheitert der Euro, scheitert Europa.” (Richtig ist vielmehr: Scheitert der Euro, scheitert die EU.)
        - “Der Euro bringt Frieden und Wohlstand nach Europa.” (Richtig ist vielmehr: Der Euro entfacht Zwietracht und Streit zwischen den Völkern und läßt große Teile ganzer Nationen verarmen.)
        - “Deutschland hat am meisten profitiert vom Euro.” (Richtig ist vielmehr: Bis zum Ausbruch der Krise hat Deutschland am wenigsten vom Euro profitiert.)

        Und so weiter, und so fort.

        Warum aber schwenken die Medien nicht um? Ganz einfach: Sie haben sich über Jahre und Jahrzehnte zum Büttel der Politik gemacht und die pro-europäische Propaganda aus Brüssel und Berlin nahezu kritiklos nachgebetet. Denen fällt es schwer, mal eben eine Merkel’schen 180-Grad-Wende zu machen, denn das erkennt auch der dümmste Leser. Leider ist es aber so, dass Zeitungen werktäglich und Magazine wöchentlich abgewählt werden können (und nicht wie in der Politik nur alle vier Jahre). Und genau das passiert im Moment. Der gesamte Print-Journalismus ist im Sturzflug. Auflagenverluste von 10% und mehr (im Vergleich zum Vorjahr) sind heute keine Seltenheit mehr.

        Ersetzt wird die Meinungsbildung nunmehr durch dezentrale, kritische Information im Netz. Blogs wie dieser hier sind unendlich wertvoll, weil sie die enorme Lücke auffüllen, die entstanden ist durch die Gleichschaltung der politisch-korrekten Massenmedien.

        Konkret Handelsblog und Herdentrieb versuchen immer wieder, die Target-Problematik zur verharmlosen. Allerdings erfahren ihre Beiträge immer weniger Aufmerksamkeit, zumindest angesichts der Anzahl der Kommentare. Die Kritik von Schieritz und Storbeck sind meist semantischer Natur; mir persönlich fehlt schlicht eine stringente, verständliche Gegenposition. Warum schreiben sie kein Paper -so wie Sinn-, in dem sie ihren Standpunkt darlegen und begründen?

  • 2_Tone - 12. Mai 2012

    Wie sieht das mit der Pflicht aus die Target 2 Salden zu veröffentlichen? Vielleicht täusche ich mich jetzt, aber von Österreich gab es schon länger keine neuen Daten. Würde mich nämlich interessieren, ob Östereich mittlerweile seine negativen Salden abbaut oder weiterhin als wirtschaftlich starkes Land bei den schwachen dabei ist. Die Seite der ÖNB ist so unübersichtlich, das ich die Suche abbrechen musste.

  • Raini - 12. Mai 2012

    @mark

    Interressant ist doch das man diesen Sinn immer wieder hier, im Gelben oder sonstwo zitiert
    Mit diesem Prof.Sinn diesem Wendehals würde ich mal sehr vorsichtig sein, er ist doch derjenige der mit Tietmeyer und Waigel einer der grössten Euroverfechter gewesen ist.
    Für mich ist er der Vordenker des Neoliberalismus.
    Im Jahr 2003 fragte er: “Ist Deutschland noch zu retten?” In diesem Buch schürt er die Angst der Deutschen vor einem wirtschaftlichen Niedergang, falls man nicht nach den Lehren des Neoliberalismus verführe. Er begründete dies mit dem sich damals angeblich abzeichnenden wirtschaftlichen Niedergang Deutschlands. Angeblich habe das Land seine Wettbewerbsfähigkeit verloren und nur eine absolute Radikalkur könne man den Untergang abwenden. 40 Stunden und mehr bei gleichem Lohn müsse gearbeitet werden, dann seien auch die Arbeitsplätze wieder international konkurrenzfähig, dann kämen die Arbeitslosen wieder in Lohn und Brot. Die Medien plapperten diesen „Un-Sinn“ auch noch nach, in diversen dumm-doofen Talkshows war ja der Chef des Ifo-Instituts Dauergast.

    Jetzt wo der Prof. feststellt ,dass ihm seine Felle davonschwimme, spielt er sich hier zum Eurokritiker auf.
    Er ist eben so wie viele Andere ein billiges Mietmaul,der eben seine Fahne in Wind hängt wie dieser bläst.Schade um die Zeit, seine Stuss zu lesen.

    • dank - 12. Mai 2012

      Die Vorgeschichte, besonders alten Thesen Sinns werden durch die aktuellen Ereignisse und Fakten negiert und stellen sich als falsch heraus. Ja, da war er absolut im falschen Fahrwasser unterwegs. JA – und ich entSINNe mich an einen (ersten-aufgezeichneten) kritischen Vortrag zu Target2 von ihm, in dem er auch frei zugibt, dass er falsch lag: http://www.youtube.com/watch?v=1NHVmOT2IwQ
      Aber müssen damit seine jetzigen Aussagen wegen seiner alten Irrungen falsch sein?
      Nein, sicher nicht.
      Aber natürlich ist es einfacher, wieder gleich über die Person als ganzes Kritik zu üben und damit die Aussagen schlecht aussehen zu lassen. Ist auch einfach als sich eingehend selbst mit der Materie rumzuschlagen und eigene Schlüsse zu ziehen.

      Grüße&
      dank

      • Mark - 13. Mai 2012

        @ dank

        Hier noch für Ihr Archiv das knackige EIngeständnis von Prof. Sinn, daß er falsch lag. Bei “Hart aber fair” im Frühjahr 2011:

        http://www.youtube.com/watch?v=0LzeB-QWgAU

        • dank - 13. Mai 2012

          Grüße&
          dank

    • Mark - 13. Mai 2012

      @Raini:

      Ich gestehe Menschen zu, dass Sie Fehler eingestehen, auch Professoren. Sinn hat -wie dank ja auch schon feststellt- früh in der Target-Debatte zugegeben, falsch gelegen zu haben, und wenn man ihn heute danach fragt, tut er es immer noch. Wie übrigens auch Hans-Olaf Henkel, ein weiterer ehemaliger Befürworter des Euro, der seine Fehler erkannt hat und offen eingesteht.

      Desweiteren schaue ich zunächst -ohne Ansehen der Person- auf Inhalte. Es interessiert mich nur am Rande, WER etwas sagt, sondern WAS er sagt und WIE. Und da erkenne ich bei den Arbeiten von Sinn zur Target-Krise eben eine große Logik und Klarheit, während seine Gegner nur wirre Wortklauberei betreiben und versuchen, Teilaspekte zu diskreditieren.

      Ich kann nur jedem raten, sich mal einen Euro-Vortrag von Sinn komplett anzusehen und das begleitende PDF zu lesen. Ich würde mir wünschen, in dieser bestechenden Klarheit von den Medien oder gar der Politik informiert zu werden. Die Information wäre ja da. Preisfrage: Warum tun sie es trotzdem nicht?

      Eben.:-)

    • dank - 12. Mai 2012

      “Auf weitere 28,1 Milliarden Euro beliefe sich Anteil der Bundesbank an den Verlusten aus den so genannten Target-Forderungen der EZB gegen Griechenland.” – ähm, wie jetzt?! Wieso wird D denn jetzt dieser “statistischer Verrechnungsposten” in Rechnung gestellt?! ;-) Langsam spricht die Presse wohl tacheless…
      Nice, but still bad.

  • querschuss - 12. Mai 2012

    Zerohedge berichtet, dass die Troika bereit sein soll 6 Vereinbarungen zu den Sparmaßnahmen für die Finanzhilfen aufzulockern, wenn eine pro europäische Regierung in Griechenland gebildet wird. Darunter mehr Zeit für die Senkung des Staatshaushaltsdefizits und bei der Umstrukturierung der Kredite. Die Versager von der Troika sind nun angeblich auch bereit die Außerkraftsetzung der Tarifverträge zu korrigieren, die Rentenkürzungen zu verringern bzw. bereits verringerte Renten auf das frühere Niveau wiederherzustellen und das Lohnniveau in der Privatwirtschaft zu halten.

    Wenn das stimmt, ist dies entweder ein Eingeständnis der bisherigen Versagerstrategie oder die Jungs sind durch die Höhe des im Raume stehenden Zahlungsausfalls bei einem Austritt der Griechen und den potentiellen Folgen daraus schlicht erpressbar, was die Thesen bei Querschuesse unterstützt, dass die bisherige Austerität, undifferenzierte Sparmaßnahmen für eine unterentwickelte Volkswirtschaft, zur permanenten Senkung der Leistungsfähigkeit der Wirtschaft führte (http://www.querschuesse.de/griechenland-industrieproduktion-mit-85-zum-vorjahresmonat/) und damit nur den potentiellen Zahlungsausfall Griechenlands sicherte und genau diesen fürchten nun diese ökonomischen Tiefflieger der Troika.

    http://www.zerohedge.com/news/europe-blinks-troika-willing-change-terms-greek-bailout-deal

    Gruß Steffen

    • dank - 13. Mai 2012

      “Finanzminister Schäuble bestätigt derweil, dass sich die Bundesregierung auf einen Austritt Griechenlands aus dem Euro vorbereitet.”

      http://www.n-tv.de/politik/Griechen-wollen-Euro-behalten-article6250031.html

      Eine offene Drohung oder bereits echte Vorbereitungen?

      Grüße&
      dank

      • Roland - 13. Mai 2012

        Natürlich muss sich die Regierung einen Plan B zurecht legen, falls Griechenland aussteigen sollte.
        Aber “Drohung” ? Gegen wen ?
        Mit dem ESM, der nichts anderes ist als ein Bail Out der privaten Gläubiger Griechenlands, hätte Merkel und Schäuble bei einem Austritt Griechenlands und Staatsbankrott nach Berechnungen der WiWo so schlappe 77 Milliarden EURO an deutschen Steuergeldern versenkt.
        Das wäre alleine im Falle Griechenlands schon mal ein Viertel des Bundeshaushaltes.

        Dieser ESM, in dem Risiken von den Privaten auf die Steuerzahler verlagert wurden, gilt aber nicht nur für das kleine Griechenland sondern auch für die großen Brocken.

        Zum Glück für die Regierung, schaffen es die Mainstream-Medien immer noch, dem deutschen “Michel” einzureden, der ESM sein eine “Hilfe” für Griechenland.
        Wenn die Leute die Wahrheit kennen würden, wäre hier vermutlich der Teufel los.

        • dank - 13. Mai 2012

          “Aber “Drohung” ? Gegen wen ?”

          Drohung gegen die griechischen Bürger nach ihrer Fehlwahl (Sicht der Politik in D und EU) – da wollen angeblich ja 75 % den Euro behalten –> also zückt Schäuble die gelbe Karte und sagt:
          Guckt, wir bereiten uns schon vor – so schnell seid Ihr weg.

          Drohung gegen die gewählten Parteien in GR –> also zückt Schäuble die gelbe Karte und sagt:
          Reißt Euch jetzt bloß am Riemen – Ihr seid ganz schnell raus, wenn Ihr nicht weiter sparen wollt und unsere Forderungen erfüllt – macht das jetzt auch weiterhin sonst pfeifen wir auf die ~80 Mrd. Euros. (Die Zahl halte ich trotz alledem für zu niedrig, nicht zuletzt wegen der Reaktionen am tollen Markt…)

          Scheint mir irgendwie eine Parallele zum Vorgehen in der Atompolitik zu werden: Der Ausstieg vom Ausstieg vom Ausstieg vom… Bis sich keiner mehr auskennt und am Schluss sich alle versteigen. Damit kann es dann keinem mehr angelastet, aber auch keinem mehr angerechnet werden. Weder Partei noch Land. Alle wechseln so lange die Seiten, bis keiner mehr weiß wo er steht und die Völker auch gar nicht mehr wissen wollen, wer zu Anfang wo stand – mit freundlicher Unterstützung der MainStreamMedien. Dummfug, aber die Masche ist interessant.

    • Bernd Rickert - 13. Mai 2012

      Länder wie Italien, Spanien, Frankreich, Irland,… verkraften den Austritt Griechenlands nicht ohne weiteres und werden Deutschland auf einen veränderten Anteilsschlüssel bei der EZB drängen. Deutschland tönt zwar groß rum, die Schulden betreffend sieht Deutschland jedoch auch nicht besonders gut aus. Die Minirenditen in Deutschland sind eine verführerische Bärenfalle. Erst mal drin, schnappt die Falle zu.

      Zu Frankreichs target2 vermute ich, dass einige Großbanken ihre Müllpapiere noch schnell in Spanien wegen der aktuellen Bankenrettungsaktion abgeladen haben.

  • Julian-Gabriel Konopka - 13. Mai 2012

    Hallo Steffen, liebe Leser,

    Ich habe die Bundesbank auf dem Tag der offenen Tür der Börse Düsseldorf mit den Target2-Statistiken, den Präsentationen des Ifo-Instituts, den Querschuessen, TimePatternAnalysis usw. konfrontiert und mir die Brisanz von Target2 sowie die rhetorischen Kehrtwenden von Jens Weidmann bestätigen lassen (auch von Baader AG und Deutsche Bank). Einer der Bundesbanker hat damals mit Prof. Dr. Max Otte in Köln Finanzwissenschaften studiert – auch Otte unterstützt die Argumentation von H.W.-Sinn. Highlight-Zitate auf dem Börsentag: “Für die Kosten dieser Krise werden noch unsere Kinder und Kindeskinder bluten”, “Ja was hätte die Bundesbank denn machen sollen? der Interbankenmarkt ist zusammengebrochen, da mussten wir den Retter in der Not spielen. Sicherlich nicht freiwillig.” und “Ich sage Ihnen das als Privatmensch, aber das ist nunmal so, so lange wir im Kapitalismus leben”.

    mein offener Brief an Karl-Josef Laumann
    Fraktionsvorsitzender der CDU im NRW-Landtag

    Offener Brief:
    http://www.fileuploadx.de/168990

    der erwähnte Artikel im Privatinvestor von Prof. Dr. Max Otte:
    http://www.fileuploadx.de/189564

    der Privatinvestor ist (bislang) von den erwähnten linken Akteuren “symbolisch” unterzeichnet worden, der offene Brief wird (bislang) von liberal-konservativen unterstützt. Hans-Olaf Henkel sicherte mir heute morgen seine Unterstützung zu und bestellte schöne Grüße aus China.

    tbc

    • Roland - 13. Mai 2012

      Henkel, dessen perverser Neoliberalismus ins Widerliche reicht, soll am besten in China bleiben – und nie wieder zurück kommen.

    • dank - 13. Mai 2012

      Danke für Infos und Links.

    • Bernd Rickert - 13. Mai 2012

      “Für die Kosten dieser Krise werden noch unsere Kinder und Kindeskinder bluten”, was anscheinend auch so gewollt ist.
      Besser man macht reinen Tisch, erlässt sich großzügig die gegenseitigen, verzinsten Schuldenberge, reformiert die Währung zurück zum ECU und schickt die Hochfinanz-Banker in die Wüste.

  • gagavogel - 13. Mai 2012

    Hallo Steffen,
    zu deinem Kommentar:
    “Man kann sich also eine stundenlange Arbeit/Auseinandersetzung mit diesen Leuten sparen, schade um die wertvolle Zeit.”
    erlaube ich mir folgendes zu ergänzen. Die schwedische Reichsbank ist dem Target2 System nicht beigetreten, da sie keinen Ausgleich der auflaufenden Forderungen als gewährleistet sieht.
    Umgangssprachlich bedeutet dies: Wir sollen einen unbesicherten Dispokredit in praktisch unbegrenzter Höhe einräumen. Nein danke.
    Zur Erinnerung Wolfgangs Link vom 30.04.2012 in diesem Blog
    http://www.ecb.int/paym/pdf/cons/t2s/t2s-2_RiksbankComments.pdf?8a86f4b953256582cca96316a00216e3
    Wer es jetzt noch nicht kapiert hat, dass das Geld weg ist, dem ist nicht mehr zu helfen.

    • micdinger - 13. Mai 2012

      Die Norweger begreifen es jedenfalls und deren Staatsfonds hat sich schon mal vorsorglich von allen irischen und portugiesischen Anleihen getrennt. Wer denen die Anleihen wohl abgekauft hat?
      http://www.wirtschaftsfacts.de/?p=16497

    • Alex Hummel - 13. Mai 2012

      Darf ich fragen, was dieser Unsinn, sorry, soll ? Schweden ist kein Mitglied der europäischen Währungsunion. Das ist es doch logisch, daß das Land Target2 nicht beitritt, was soll es auch dort.
      Ist man hingegen Mitglied, dann muß man wohl Target2 beitreten, oder wie soll man sonst am grenzüberschreitenden Euro-Zahlungsverkehr teilnehmen, mit Lastern voll Bargeld ?

      • Stefan Vogel - 13. Mai 2012

        Hallo Alex,

        wenn man jemanden Unsinn vorwirft dann sollte das mehr Substanz haben.

        Letten, Polen, Daenen …. sind drin. Sie duerfen aber nur positve Salden haben. (hat 1 Minute gedauert das bei wiki nachzuschlagen)

        Ob man Mittglied sein muss weiss ich nicht, aber es scheinen alle dabeizusein.

        Gruss

        Stefan

        • Alex Hummel - 13. Mai 2012

          Hallo Stefan!

          Dass nicht Euro-Länder dem TARGET2 -System beitreten dürfen (aber nicht müssen), ist mir schon bekannt.
          Mit “Unsinn” meinte ich aber was anderes – die Aussage, die ich kommentiert habe, suggeriert dass die klugen Schweden am Target2 nicht teilnehmen, anders als die dummen Deustchen.
          Die Deutschen MÜSSEN aber, anders als die Schweden,am TARGET2 teilnehmen, weil sie sonst die Grundbedingung der Währungsunion verletzen würden – den grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr in einer gemeinsamen Währung.
          Mit anderen Worten – “you cannot have your cake and eat it”.

          • dank - 13. Mai 2012

            Na ja – aber so dumm ists doch dann auch nicht, von den Schweden hier nicht mitzumachen, oder?
            Richtig D hatte keine Wahl, SE sehr wohl und hat diese auch richtig genutzt. Mir scheinen die Skandinavier insgesamt fiskalpolitisch und demokratisch mehr aufgeklärt zu sein, wenn sich jetzt noch die Norweger von allen irischen und portugiesischen Anleihen trennen. Vielleicht sind bei denen auch einfach nur die letzten Erfahrungen der Probleme mit Banken hängengeblieben.
            http://www.ftd.de/karriere-management/who-is-who/:bad-bank-diskussion-der-schwedische-bankenlotse/464755.html
            Dazu noch die Isländer, die sich die Raubzüge des Kapitals nicht länger gefallen lassen und Klage einreichen und schon sind mir noch mehr der Nordmänner richtig sympatisch.
            http://www.wallstreet-online.de/nachricht/4863536-island-sozialen-medien-krise
            http://www.zeit.de/wirtschaft/2012-03/island-finanzkrise-prozess

            Während wir in D uns wie die letzten Vollidioten am Nasenring weiter von den Politikern und NeoLibs und dem gierigen Rendite suchenden Großkapital durch die Manege führen lassen.

          • Alex Hummel - 13. Mai 2012

            Nun, ich denke, ob jemand klug oder dumm ist/war stellt sich immer erst viel später raus.
            Grundsätzlich ist jedes Land, dass ein Leistungsbilanzüberschuß fährt erst einmal “dumm”, weil es ja ganz reale Sachwerte gegen Forderungen eintauscht, von denen niemand sicher sein kann, ob diese irgendwann später gleichwertige Sachwerte reinbringen werden – es sein denn, man ist ein Hellseher. Und so gesehen sind sowohl Norweger als auch Schweden genauso “dumm” wie die Deutschen, denn alle drei Länder fahren Leistungsbilanzüberschüsse.

        • Alex Hummel - 13. Mai 2012

          Noch ein kleiner Nachtrag: habe gerade den Link oben zum Brief der schwedischen Reichsbank angeklickt, und was sehe ich da – es geht in dem Brief gar nicht und TARGET2 sondern um TARGET2 Securties (http://en.wikipedia.org/wiki/T2S) – ein Plattform für Wertpapierhandel, welches anscheinend erst 2015 startet. Wohl viel Wirbel um nichts :-)

  • Bernd Rickert - 13. Mai 2012

    Ich bin der Ansicht, dass Institute wie die Deutsche Bank große Posten fauler US-Immobilienkredite gegen europäischen Ramsch bei us-amerikanischen Instituten eingetauscht haben und nun über die EZB und periphere Euroländer entsorgt. Anders kann man weder den kurzfristigen, absurden Preisanstieg fauler US-Kreditpakete bei fallenden Immobilienpreisen noch die Entwicklung der target2-Salden erklären.

    • dank - 13. Mai 2012

      Da ich es nicht weiß, frag ich jetzt einfach dumm:
      Wie ist dieses Eintauschen/Umtauschen der Ramschkredite möglich? Einfach so? Ohne gleich ne VT draus zu machen – aber sowas muss doch dann von allen “Teilnehmern” im Privatsektor genau abgesprochen werden; samt dem genauen vorgehen in Form von Zeit und Menge, oder nicht? müsste das nicht in irgendeiner Bilanz auffallen?
      Gibts zu der Theorie auch konkrete Anhaltspunkte “außer” den Anstieg von Target2 und den US-Papieren?
      Finde den Gedanken verfolgenswert.

      • Bernd Rickert - 13. Mai 2012

        Die Einzelposten und genauen Abschreiber zum Beispiel in der Bilanz der Deutschen Bank, aber auch anderen “privaten” Großbanken würde ich auch gerne sehen.

        1. Die vorgesehene, aber nicht umgesetzte Umstrukturierung der Deutschen Bank weg vom Investmentbanking kann ebenso als Vorwand gedient haben einen Liquiditätsengpass zu vertuschen. Nun sprudelt das Investmentbanking wieder, die Vermögensverwaltung und traditionelles Kreditgeschäft sind vergessen. Ich beziehe mich auf die Deutsche Bank, da sie seinerzeit in der Öffentlichkeit stand.
        Herr Ackermanns Abgang und sein politischer Niedergang deuten auf ungeklärte Turbulenzen hin. Er hatte ja vordergründig alles richtig gemacht ohne je seine Karten zu zeigen, ganz anders als der öffentliche Bankensektor oder die Commerzbank.

        2. Es spricht für gesunden Geschäftssinn Produkte für die man hierzulande keinen Abnehmer findet an jemanden weiterzugeben, der das FED als Abnehmer hat.
        In der Eurozone akzeptiert die EZB Ramsch als Sicherheiten für Kredite. Ob solche Geschäfte legal sind, weiß ich nicht.

        3. Die target2-Salden sind nicht ausreichend mit Kapitalflucht und Leistungsbilanzdefiziten erklärbar.

      • Bernd Rickert - 13. Mai 2012

        Die Kommentarfunktion hatte auf meinem Mobiltelefon nicht funktioniert. Jetzt habe ich alles nochmal in einfache Worte gefasst.

        Trotzdem Verschwörungen und Intrigen in Europa historisch belegt spätetens seit der Antike übers Mittelalter bis in die Neuzeit  immensen Einfluss auf die Politik haben, gelten sie in Europa als unseriös. Dabei könnte man jedes bessere, geschlossene Netzwerk zur Durchsetzung politischer oder materieller  Interessen als eine Verschwörung bezeichnen.

        Belassen wir es bei der oben beschriebenen Annahme einfach mal bei gesundem Geschäftssinn.

        Europäische, privatwirtschaftliche Geldinstitute haben einen Haufen Schrott, den sie hier nicht los werden. US-Geldinstitute, mit denen die europäischen täglich zu tun haben, haben das gleiche Problem mit Euroschrott. In den USA nimmt das FED den Schrott ab, in der Eurozone tut’s die EZB. Problem gelöst und zwar ganz ohne Verschwörung.

        Anders als der staatliche Bankensektor oder die Commerzbank hat die Deutsche Bank hat ihre Karten nie auf den Tisch gelegt. Die Krisenimmunität der Deutschen Bank als eine der größten Investmentbanken weltweit nahm die Finanzwelt anfangs ungläubig und dann mit Bewunderung zur Kenntnis. Ackermanns Abgang, seine politische Degradierung und die politisch beeinflusste Nachfolgeregelung deuten dagegen auf Turbulenzen hin. 
        Dabei hatte er doch vordergründig alles richtig gemacht. Was das “alles” war ist unklar. Die geplante, nie umgesetzte Umstrukturierung weg vom Investmentbanking hin zur Vermögensverwaltung und traditionellem Kreditgeschäft könnte genauso dem übertünchen knapper Kassen gedient haben. Heute sprudelt das Investmentbanking wieder und die Vermögensverwaltung ist vergessen. Deutschland ist eben kein sicherer Hafen für Fluchtgelder.

        Die europäischen Bankenrettungen durch die Steuerzahler sind eine feste Einrichtung geworden. Als Geschäftsmann darf man eine derart solvente Einrichtung zur Entsorgung fauler Kredite nicht ignorieren. Im Gegenteil, die anstehende Subvention des spanischen Finanzsystems durch die Steuerzahler führt zu einer Wettbewerbsverzerrung, genauso wie die griechische. Da ist es doch aus unternehmerischer Sicht nur gerecht, dass mit Spanien verbändelte, europäische Partner ihren Anteil am Subventionskuchen abschneiden und ihren Schrott ebenfalls dort abladen, wo gerade entsorgt wird.

  • Bernd Klehn - 13. Mai 2012

    Traget2 Frankreich im März:

    Mein Erklärungsmuster:

    Der Nettokapitalzufluss für Frankreich im März via Teragt2 steht für mich in einem sehr engen Zusammenhang mit dem Kapitalabfluss aus Italien. Frankreich war besonders stark in Griechenland und Italien engagiert, Deutschland mehr in Spanien. Frankreich hat also sein Geld aus Italien zurückgeholt, während USA und UK , die wiederum sehr stark in Frankreich engagiert sind,Frankreich im Gegensatz zur Vorperiode, sieht man auch an der Dollarliquidität der EZB, erstmal in Ruhe gelassen haben.

  • Raini - 13. Mai 2012

    @dank
    @mark

    interressant ist für mich, dass ihr euch für diesen Neoliberalen Sinn auch noch einsetzt.
    Agenda2010, Rente mit 67, prekäre Beschäftigung, Zeitarbeit und Niedriglohn auf breiter Front.
    Hier war der Prof. maßgeblich beteiligt.

    Alles umgesetzt von Rot-Grün, aber der Mensch vergisst ja schnell.
    http://www.spiegelfechter.com/wordpress/496/das-macht-keinen-sinn.
    Bitte erst informieren, dann kommentieren.

    Hier war der Prof. maßgeblich beteiligt.

    • Querschuss - 13. Mai 2012

      @Raini,
      Differenzierung ist anscheinend nicht deine Stärke, auch wenn Sinn vielleicht das alles verkörpert, was du ihm zuschreibst, kann seine Target2 Sicht im Kern des Problems gesehen, richtig sein. Über Rente mit 67, prekäre Beschäftigung usw. im Kontext zu Sinn haben Mark und danks Kommentare keine Aussage getroffen.

      Gruß Steffen

  • Raini - 13. Mai 2012

    @Querschuss

    Differenzierungen hin oder her das sind alles Fakten, aber solange dies einen nicht selbst betrifft,
    kann man ja darüber diskutieren.
    Interessant wird es erst dann, wenn der Fahrstuhl für einen persönlich nur noch nach unten fährt.

    • Querschuss - 13. Mai 2012

      Hallo Raini,
      du kannst doch in einer Diskussion zu Target2, nicht Kommentatoren unterstellen, die den Kern des Problems beschrieben durch Sinn richtig finden, dass sie gleichzeitig automatisch Rente mit 67, prekäre Beschäftigung usw. richtig finden, zumal sie sich dazu gar nicht geäußert haben!

      Das was dich drückt ist im Blog umfangreich dokumentiert: http://www.querschuesse.de/prekares-wirtschaftswunder/

      Leider kann ich es nicht ändern.

      Gruß und alles Gute
      Steffen

  • Julian-Gabriel Konopka - 13. Mai 2012

    Der Spiegelfechter ist auch eine denkbar schlechte (linksdogmatische) Quelle. Das haben wir von Occupy Germany ebenfalls erleben dürfen. Angriffe auf die Person weichen oftmals dem Argument bezüglich seiner Substanz. Wenn ich die Nachdenkseiten lese, dann doch lieber die Beiträge von Albrecht Müller und Wolfgang Lieb.

  • Julian-Gabriel Konopka - 13. Mai 2012

    äh, umgekehrt natürlich. Verdammter Wahlabend-Multichat. :-)

  • Raini - 13. Mai 2012

    @ Julian-Gabriel Konopka

    hier nochmals zu Sinn.

    http://www.tagesschau.de/wirtschaft/sinn110.html

    für mich ist er einfach ein neoliberaler Neandertaler der in seinem akademischen Elfenbeinturm lebt.
    Die Target2 diskussionen wurden schon hier, oder im Gelben geführt da hat der Prof. noch im Nebel herumgestochert.

    • Querschuss - 13. Mai 2012

      Hallo Raini,
      stimmt nicht Sinn war der Erste, anscheinend mit Unterstützung von Ex-Buba Präsident Schlesinger, weit vor dem Gelben, Herdentrieb, Handelsblattblog und wie sie alle heißen und auch vor Querschuesse. Deine Aversion gegen Sinn, selbst wenn sie berechtigt ist, sollte nicht dazu führen Unwahrheiten und Tatsachen verfälschende Argumente zu verbreiten.

      Gruß Steffen

      • Christian Kurzer - 14. Mai 2012

        Vor Sinn waren natürlich noch Peter Garber und Klaus Reeh…

        • Querschuss - 14. Mai 2012

          Hallo Christian,
          ist richtig, Sinn war aber der Erste der dies Thema präsent in die Medien brachte bzw. über ihn gebracht wurde.

          Gruß Steffen

  • Raini - 13. Mai 2012

    Hallo Steffen,

    ich verstehe deine Argumente für Sinn nicht. Für Ihn bist du nichts, nur das Mittel zum Zweck , nur ein Teil einer annoymen Ma­nö­v­rier­mas­se die zur Gewinnmaximierung eingesetzt wird und sonst nichts.

    Denk mal darüber nach!
    Gruss
    Raini

    • Querschuss - 13. Mai 2012

      Hallo Raini,
      langsam nervst du, das war kein Argument für Sinn, sondern eines dafür bei der Wahrheit und den Fakten zu bleiben.

      Gruß Steffen

  • Raini - 13. Mai 2012

    ok,
    wenn die Fakten so sind hast du recht, ich bin davon ausgegangen das das Thema schon vor Herrn Prof. Veröffentlichung aktuell war.

    Gruss
    Raini

  • Bernd Rickert - 14. Mai 2012

    Bei Sinn handelt es sich m.E. um eine künstlich aufgebaute Integrationsfigur, die sebst nicht viel in ihre mehr oder weniger sinnhaltigen Beiträge einbringt. Wissenschaftliches Arbeiten, Präsentieren und Überzeugungsarbeit leisten kosten viel Zeit. Manchmal denke ich, er trägt seine Thesen vor ohne sie vorher gelesen zu haben.

  • Mark - 14. Mai 2012

    Ich finde es gar nicht so erstaunlich, dass bezüglich Prof. Sinn meist nur Ad-Hominem-Angriffe kommen oder semantische Spitzfindigkeiten. Es gibt aber nur ganz wenige, die seinen Thesen tatsächlich qualitativ hochwertige (also gut durchdachte, gut begründete und sauber formulierte) Gegenpositionen formulieren.

    Dies deutet darauf hin, dass er wohl im großen und ganzen richtig liegt.

    • Querschuss - 14. Mai 2012

      Hallo Mark,
      “Dies deutet darauf hin, dass er wohl im großen und ganzen richtig liegt.” ….das steht im Fall der Target2 Problematik für mich außer Frage.

      Gruß Steffen

  • Alex Hummel - 14. Mai 2012

    Nun ohne Herrn Sinn zu nahe zu treten – aber wenn ich jetzt in aller Öffentlichkeit behaupten würde, dass sich die Sonne um die Erde dreht, würden wahrscheinlich auch keine “gut durchdachte, gut begründete und sauber formulierte” Gegenpositionen kommen. Hieße es dann, ich läge im großen und ganzen richtig ?

  • Huthmann - 15. Mai 2012

    Und wie geht es weiter in Deutschland?

    Belassen wir es doch einmal mit den Target-Salden. Ob etwas mehr Kapitalflucht und etwas weniger Leistungsbilanzdefizite der Peripherie, evl. auch etwas anderes noch aus der Kapitalbilanz. Frage ist nun: Wie können die SINNVOLL abgebaut werden?

    Anders ausgedrückt. Wie wird sich Deutschland weiter entwickeln?
    Wird es zum Boom kommen in den nächsten 5-10 Jahren, so wie auch Sinn argumentiert, da das Kapital sich nicht mehr aus Deutschland heraustraut. Ein Boom wie er vor 5-10 Jahren in den Südländern war. D.h. höhere Löhne und Gehälter, mehr Investitionen (nicht nur in die Exportindustrie sondern auch in Infrastruktur Verkehr und Energiewende, etc. ), höherer Konsum, nachhaltiges Wachstum (nicht nur Exportgetrieben), geringere Leistungsbilanzüberschüsse, mehr Importe (auch aus den Südländern – hilft denen).

    Dabei nicht vergessen: die Produktivität in Deutschland kann weiterhin höher bleiben als in den Nachbarländern. War in den letzten 60 Jahren auch so, daß Aufwertungen egalisiert worden sind was ihren Verlust an Wettbewerbsfähigkeit anbetraf.

    Wenn das so läuft, verbunden mit etwas mehr Inflation als bisher und geringere Raten im Süden, dann kann sich die allgemeine Situation doch verbessern. Gleichzeitig kann der Druck auf die Südländer erhalten bleiben, so daß sie peu à peu ihre Angebotsseite anpassen und wettbewerbsfähiger werden. Bis dahin werden allerdings viele aus dem Süden in Deutschland arbeiten, weil hier die Arbeitsplätze geschaffen werden. Tut uns ja gut, wenn wir Fachkräfte bekommen. Und sicher wird es auch eine Form der Deindustrialisierung im Süden geben. Später wenn die Länder wettbewerbsfähiger sind, kann es dann wieder umgekehrt laufen, d.h. Niederlassungen von mitteleuropäischen Firmen werden im Süden gegründet, weil dort die Kostenstruktur niedriger ist.

    Dieser Weg ist meines Erachtens sehr wohl realistisch, würde aber bedeuten, daß Deutschland dem Druck der Vergemeinschaftung der Schulden standhält und das für bestimmt 10 Jahre. Ich denke, es wird ihm standhalten, weil die deutschen Steuerzahler sonst nicht mehr mitmachen.