U.S. Recovery – eine große Lüge? – Teil 2

von am 17. Februar 2012 in Allgemein

Gastbeitrag von Hajo

Am 12. 02.2012 wurde mein Gastbeitrag U.S. Recovery – eine große Lüge? online  gestellt. Am 14.02. hat das Bureau of Census des U.S. Handelsministeriums (BEA) die Daten zu den Einzelhandelsverkäufen (“Retail and Food Services Sales”) des Monats Januar veröffentlicht: plus 0,4 % gg. Dezember 2011 und plus 5,8 % gg. dem Vergleichsmonat Januar 2011. In meinen Gastbeiträgen habe ich schon wiederholt darauf hin gewiesen, dass in den Bilanzen der Produzenten alle Auslieferungen von Gütern an Großhändler und alle Auslieferungen von Groß- an Einzelhändler als “Verkäufe” verbucht werden. Die “Verkaufszahlen” von BEA reflektieren keineswegs die realen Käufe der Endverbraucher!

 
 Für Januar wurden die saisonbereinigten “Retail and Food Services Sales” mit rund 400 Mrd. USD berichtet – ein neues ATH. Nahrungsmittel lassen sich naturgemäß nicht für längere Zeit lagern, wohl aber andere Gütergruppen (z.B. Autos). Seit dem Zwischentief von Mitte 2009 stiegen die Lagerbestände in allen Sektoren von rund 1310 Mrd. USD auf rund 1580 Mrd. USD in 12/2011 – ebenfalls ein neues ATH!
 
Per 12/2011 beliefen sich allerdings die “Real Retail and Food Service Sales” (= reale Verkäufe in allen Einzelhandelssparten) auf lediglich rund 176 Mrd. USD!
 
Das Hauptaugenmerk möchte ich heute auf die Verkaufsmengen von Benzin und Dieselöl richten.
 
Bereits seit Anfang 2007 bewegt sich die Verkaufsmenge von Benzin terrassiert deutlich nach unten. 
 
Quelle: http://www.ritholtz.com/blog/2012/02/what-does-declining-gasoline-consumption-mean/print/
 
Einen sehr interessanten Wirtschaftsindikator hat das US-Unternehmen Ceridian Corporation in Zusammenarbeit mit der Anderson School of Management an der University of California in Los Angeles
Einen sehr interessanten Wirtschaftsindikator hat das US-Unternehmen Ceridian Corporation in Zusammenarbeit mit der Anderson School of Management an der University of California in Los Angeles (UCLA) und mit Charles River Associates entwickelt: den “Ceridian- UCLA Pulse of Commerce Index (PCI)”. Dieser basiert auf der analytisch belegten Feststellung, dass die Warenströme in den USA und der reale Verbrauch von Dieselöl im Truck-Transport, der in den USA eine zentrale Rolle spielt, in hohem Maße korrelieren.
 
 
 Aus charttechnischer Sicht entwickelt sich bei der Index-Kurve seit Q4/2010 ein potenzielles Top vom Typ “Rounding Top” resp. vom Typ “Schulter-Kopf-Schulter” (SKS), das man auch als “Erschöpfungstop” bezeichnen könnte. Die Spitze dieses Tops blieb deutlich unter dem Top von Anfang 2008. Sollte sich diese Top-Annahme in den kommenden Monaten bestätigen, könnte die US-Wirtschaft vor einer neuen Rezession stehen.  Quelle Chart: http://www.calculatedriskblog.com/2012/02/ceridian-ucla-diesel-fuel-index.html
 
Wie stark Lagerbestände der Produzenten aus dem Ruder laufen, zeigt u.a. der folgende Chart.
 
Dieser reflektiert den saisonal bereinigten Wert der Lagerbestände an Transportausrüstungen (u.a. LKWs, Eisenbahnloks, -waggons, Flugzeuge, Frachtschiffe, Container). 116 Mrd. Dollar auf Halde (per 12/2011) sind schon ein erheblicher Batzen. So was nennt sich nun “Economic Recovery”!   

 
 
Ein Gastbeitrag von Hajo
 

 

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20 KommentareKommentieren

  • Roland - 17. Februar 2012 Antworten

    Danke, sehr interessant.

    Im Verhältnis zum BIP ist der Aufbau der Lagerbestände nicht dramatisch.
    Er zeigt aber, unter welchem “Erfolgs”druck das Management der börsennotierten Unternehmen nach wie vor stehen, Wachstum und “Ergebnis” zu produzieren.

    Die Versuchung des bilanziellen Selbstbetruges und des schönen Scheins gegenüber den “Shareholdern” wächst scheinbar wieder.

  • HAJO - 17. Februar 2012 Antworten

    Zur Abrundung meines Gastbeitrag noch folgender Chart, der den Wert der Lagerbestände der US-Autoproduzenten reflektiert:

    http://research.stlouisfed.org/fred2/series/A36ATI?cid=32432

    Per 12/2011 beliefen sich diese auf fast 3,4 Mrd. USD. Hinzu rechnen müsste man noch die US weit allenthalben augenfälligen enormen Halden beim Groß- und Einzelhandel, über deren Wert es jedoch keine Statistik gibt.

    Die Verbrauchsmengen an Dieselöl, die der “Ceridian-UCLA Index” zwischen Mitte 2009 und Mitte 2010 indirekt widerspiegelt, und die Entwicklung der Lagerbestände an Transportausrüstungen und Autos seit 2009 lassen nur einen Schluss zu:

    Seit 2009 wurde zwar auf Teufel komm raus produziert und viel hin und her transportiert, doch an Endnutzer verkauft wurde – zumindest in diesen beiden Sektoren – seither offensichtlich relativ wenig. Zwischen Schein und Sein klaffen Welten!

    MfG
    Hajo

    • gilga - 17. Februar 2012 Antworten

      Sind die Angaben zum Wert der Lagerbestände nominell oder inflationsbereinigt? Wenn “nur” nominell müssten die Lager bei gleichbleibendem Bestand im Wert steigen und zwar in dem Maße wie auch die Preise für diese Güter (und hier messen wir mal echte Teuerung und nicht so einen tollen Warenkorb) steigen, oder? Die Frage ist nun, wie groß dieser Effekt ist und ob dieser zu einer Revidierung oder zumindest Abschwächung der oben dargestellten Faktoren führt.

      Zur Korrelation Dieselverbrauch usw… interessant, aber auch hier muss man sich die Frage gefallen lassen, ob die Zahlen nicht auch durch andere Effekte verzerrt sind. Auch Dieselmotoren und die Organisation von Warenströmen werden ggf. immer effizienter. Solche effekte rauszurechnen dürfte selbstverständlich beliebig komplex werden.

      Bitte nicht falsch verstehen: Die Fülle dieser Zahlen weisst schon darauf hin, dass an der aufgestellten These sicher etwas drann ist. Zumindest sind diese Zahlen aussagekräftiger als irgendwelche Komsumklimaumfragen…

  • HAJO - 17. Februar 2012 Antworten

    @Roland

    “Im Verhältnis zum BIP ist der Aufbau der Lagerbestände nicht dramatisch.”

    Nun ja, wie man´s nimmt: Die Erstschätzung der annualisierten Wachstumsrate des GDP für Q4/2011 liegt bei plus 2,8 %. Über zwei Drittel dieser Wachstumsrate gehen jedoch auf das Konto der Lagerbestände (1,9 %)!

    MfG
    Hajo

  • der-oekonomiker - 17. Februar 2012 Antworten

    Wer wissen will, wie es im Einzelhandel aussieht, der muss nur 1 Woche lang ein gewöhnliches US-Einkaufszentrum besuchen, außerdem sich beispielsweise die Pläne von Wal Mart oder GAP für die nächsten Jahre ansehen und man weiss Bescheid. Die Tricksereien der Autohersteller sind ja schon lange hinlänglich bekannt. Die offiziellen Statistiken bilden eine andere (Schein-)Welt ab. Trotzdem bin ich davon überzeugt: Noch einmal sind es die Amerikaner, die den Karren für die Weltwirtschaft noch einmal aus dem Dreck ziehen müssen. Wir Europäer zerfleischen uns lieber und die Chinesen haben mit ihren eigenen Problemen alle Hände voll zu tun. (Ich weiss, die kürzlich hier veröffentlichen Daten zeigen eine bessere chinesische Welt …)

  • HAJO - 17. Februar 2012 Antworten

    @gilga

    Dies sind nominelle Daten. Ein Bekannter in den USA, der in leitender Position bei einem Speditionsunternehmen arbeitet und dem ich die Frage effizienterer Dieselmotoren in Trucks bereits in 2011 einmal gestellt habe: “Der durchschnittliche Verbrauch dieser Kraftpakete hat sich seit 2009 nur marginal reduziert. Trucker lieben leistungsstarke Maschinen, selbst wenn sie mit verbrauchseffizienteren niedrigere Treibstoffkosten hätten.” In den USA arbeitet im Gegensatz zu Europa mehr als die Hälfte der Trucker auf eigene Rechnung; sie werden je nach Bedarf von Produzenten oder Speditionen geheuert. Ein harter Job!

  • doesntmatter.atall - 17. Februar 2012 Antworten

    Tja, die “Lager” sind nun weltweit aufgefüllt… Nur hat das Proletariat leider kein Geld mehr, um dies auch zu kaufen…

  • HAJO - 17. Februar 2012 Antworten

    @der-oekonomiker

    “Trotzdem bin ich davon überzeugt: Noch einmal sind es die Amerikaner, die den Karren für die Weltwirtschaft noch einmal aus dem Dreck ziehen müssen.”

    Was heißt hier “müssen”? Die Frage ist, ob sie dazu überhaupt nur annähernd in der Lage wären, ohne ihre Statistiken gewaltig zu schönen:

    Die Amis müssen zurzeit für 1 Dollar Wachstum 5 Dollar Neuverschuldung aufnehmen. Wenn man das wirkliche Wachstum basierend auf 3 % Real-Inflation ansetzt, ist die gesamte Neuverschuldung verpufft. Man kann sich ausrechnen, was geschehen wird, wenn die Neuverschuldung nicht mehr – wie seit 2008 – mit 10-BIP-Prozent pro Jahr weiterlaufen kann, z. B. wegen Schuldenobergrenze, Rep-Widerstand, Rohstoff-Inflation usw.

    • der-oekonomiker - 17. Februar 2012 Antworten

      Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Meine sowieso. Irgendwann ist, egal wie, aus allen Blasen der Welt die Luft raus. Sehr wahrscheinlich müssen dazu auch noch einmal die Rezepte des “New Deal” aus der Mottenkiste geholt werden. Ab 1933, bei einem völlig desolaten Schuldenstand, wurden bspw. die Einkommen der Reichen in den USA mit über 90% besteuert. Heute sind es irgendwo zw. 10 – 15%. Da ist also noch viel Platz nach oben. Damals war die Staatsschuldenquote um die 260%, heute um die 100 – 110%. Washington sieht bei dieser Höhe offensichtlich noch keinen Handlungsbedarf. Die Richtung wird aber schon seit Monaten, wenn auch zaghaft, eingeschlagen: Siehe die “Heimholung” des US-Vermögens aus der Schweiz. Das ist der Einstieg. In diese Richtung gibt es weitere Pläne. Die USA sind Meister der Repression … und nicht sehr zimperlich.

      • Roland - 18. Februar 2012 Antworten

        Das keynesianische Deficit spending wird nur noch bis zu den Wahlen im Herbst betrieben.
        Daraufhin deutet, dass die Reduktion von Sozialabgaben für die Mittelschicht jetzt nochmals für nur 10 Monate verlängert wurde.

        Weder die Republikaner noch der Wallstreet-Hampelmann Obama werden dann den Roosevelt-Weg des “New Deal” und das Zur-Brust-Nehmen der Reichen einschlagen.

        Im Gegenteil: Dann gibt es richtig Klassenkampf von oben.

        • der-oekonomiker - 18. Februar 2012 Antworten

          Doch werden/müssen sie. Sonst gibt es Druck von unten. Zeltstädte sind nämlich keine Lösung. Natürlich können Kapital und Politik erst noch einen anderen (Irr-)Weg versuchen und die Amerikaner noch weiter in die Armut drücken. Nur irgendwann ist Schluss mit Lust und das Volk wird sich wehren. 100%ig. Da hilft auch keine Nationalgarde oder – zwischendurch – noch schnell irgendein Krieg auf der Welt, mit dem die Amerikaner, FOX sei Dank, noch einmal auf einen neuen Feind eingeschworen werden. Viele Amerikaner haben längst einen “dicken Hals” auf die Unfähigen beider Parteien. Da fehlt nur noch wenig, und den Typen in Washington und der Wall Street fliegt der Laden um die Ohren. Deshalb hoffe ich, dass Churchill recht behält, dass die Amerikaner dann die richtige Entscheidung treffen, wenn sie alle anderen, falschen ausprobiert haben. Momentan wird wohl (noch) der Österreicher Erich Streissler recht haben, der schon 2004 feststellte: „Heute sind die internationalen Finanzmärkte wohl die erste Weltmacht, mächtiger als selbst die USA“

  • Achim Hase - 18. Februar 2012 Antworten

    Man sollte nicht vergessen, dass die US-Bevölkerung kräftig wächst und dass es eine starke Zuwanderung bei gleichzeitiger sozialer Selektion gibt. Das allein lässt nachhaltiges Wachstum erwarten. Die USA sind in einer ganz anderen Lage als wir Alteuropäer, die immer weniger werden, frühverrentet werden und dann auch noch immer länger leben. Unsere Zuwanderung ist vermutlich von geringerer “Qualität” was BIP-Wachstum angeht.

    • Roland - 18. Februar 2012 Antworten

      Offensichtlich sitzen Sie noch dem längst widerlegten Demographie-Märchen auf.

      Entscheidend ist die Produktivitäts-Entwicklung.
      2% Produktivitäts-Steigerung pro Jahr schlägt JEDE Alterung der Gesellschaft.

      • wonko - 18. Februar 2012 Antworten

        für das Wirtschaftswachstum kommt es wohl eher auf die Einkommensentwicklung der Bevölkerung an.
        Ein stetig wachsendes Heer arbeitsloser Tagelöhner bringt genausowenig,
        wie eine enorme Ungleichverteilung der Erträge aus dem Produktivitätsfortschritt.

        Wenn kein ausgebildetes Fachpersonal vorhanden ist, ist dies natürlich weniger leicht zu ändern als eine nachfragesteigernde Umverteilung vorhandener Erträge…

  • Andres Müller - 18. Februar 2012 Antworten

    Wirklich gefährllich für die Amis wird es, das wird ihnen Nixon aus dem Grabe flüstern, wenn das Spielchen mit den CDS -Versicherungen nicht mehr weiter dreht. Sollten die Griechen nämlich trotz technischem default diese Papiere nicht auslösen, so wäre das Vertrauen in europäische Bonds wohl weg. Die Zinsen für Staatsanleihen müssten steigen um den Vertrauensverlust in die Versicherung zu kompensieren.
    Das dürfte dann die LCFIs -Netzwerke durcheinanderschütteln, die sich seit der Abkoppelung des US$ von Gold aufgebaut haben (um die reale Geldmenge des US$) zu vertuschen.
    http://www.imf.org/external/np/pp/eng/2010/100410.pdf

    “Nach den Überlegungen von David McNally führte das Ende des Bretton Woods Systems mit den frei konvertierbaren Währungen zur Notwendigkeit von Absicherungsmechanismen, in deren Rahmen auch Credit Default Swaps eine wesentliche Rolle spielten. Dieses Instrument der Finanzwirtschaft sowie der stark steigende Einfluss der Finanzwirtschaft wären danach Hauptursachen für die Weltfinanzkrise 2007.”
    http://de.wikipedia.org/wiki/Nixon-Schock

    Ich bin den Überlegungen von David McNally gefolgt, die logische Folge ….und nun die erschreckende Querverbindung vom Nixon Schock zu ihrem Artikel Hajo

    -nach der von Edelmetall ungedeckten Geldmengenausweitung ist es durchaus möglich dass die USA nun eine Produkteausweitung auf Halde durchführen. Wenn nämlich keine Konsumenten mehr Produkte kaufen, dann kann man so künstlich Deflation verhindern und einen Zusammenbruch des last ressort of Money -die Derivate. Auch die Arbeitslosigkeit kann man so reduzieren -zumindest im absoluten Niedriglohnbereich. Im Prinzip müsste noch ein Krieg her, um die Halde bei Flugzeugen, Bomben, Raketen und Fresspaketen wieder abzubauen.

    Nochmals zurück zu den CDS, wenn die nicht mehr lohnen sie zu kaufen, dann erfolgt eine Flucht aus Staatsanleihen. Der permanente Vorteil der die USA seit dem Nixon-Schock hatte, sind niedrige CDS-Versicherungsgebühren, kein Land wird durch die CDS weniger belastet als die USA. Mit dem Platzen der CDS wäre dieser Vorteil aber plötzlich weg und gleichzeitig die fünf grössten CDS-Makler in den USA am taumeln.

    Niemand scheint zu bemerken was hier seit dem Nixon Schock abläuft, die durch militärische Macht der USA aufgebaute weltweite US$ -Geldmengendominanz “auf Halde” zerstörte sukzessive den Wohlstand der Mittelschicht im Westen. Den Menschen ist dies zuerst nicht aufgefallen -da früher aufwändig produzierte Produkte durch Automatisierung und Rationalisierung stark verbilligt werden konnten. Aber ich glaube es leuchtet jedem in diesem Blog ein, dass zum Beispiel die Möbel der Grossmutter unvergleichlich besser waren als die IKEA-Substanz von heute. Im Warenkorb zur Inflationsberechung ist meines Wissens die Qualität von Produkten nicht einkalkuliert, ebensowenig deren Nachhaltigkeit.

    Ich bin überzeugt davon dass wir 1968 die Möglichkeit gehabt hätten für die ganze Menschheit einen viel grösseren Wohlstand aufzubauen als so wie das nun herausgekommen ist. Ich bin davon überzeugt dass die Überproduktion von US$ -gekoppelt mit der militärischen Aktivität der USA einen möglichen Reichtum der Menschheit verhindert hat, nämlich die Möglichkeit dass niemand mehr hungern müsste und das uns die Vorteile massiv höherer Produktivität zu einem unvorstellbaren Reichtum verholfen hätte -und zwar für alle. Wenn nun auf Halde produziert wird entgeht uns ein weiterer möglicher Wohlstand.

    • der-oekonomiker - 18. Februar 2012 Antworten

      Was heißt “weltweite US$-Geldmengendominanz? Der USD ist DIE Weltwährung, über die 70% des intern. Handels abgewickelt werden. Der größte Teil davon kommt nicht in die Welt, weil die USA Waren kaufen, sondern der muss extra gedruckt werden, um bei den Öl-Staaten, China, Indien, und wo auch immer, einzukaufen. Deshalb gibt es keine “Überproduktion von US$”. Bevor es den Euro gab, war der Anteil des USD sogar noch höher. Die restl. 30% des Welthandels werden mit Euro bezahlt. Wenn Europa mit seiner Krise fertig ist, wird der Euro möglicherweise keine große Rolle mehr spielen. Dann wird dessen Platz vielleicht schon der chin. Yuan einnehmen.

      • Andres Müller - 18. Februar 2012 Antworten

        “Was heißt “weltweite US$-Geldmengendominanz?” Der USD ist DIE Weltwährung”

        Der US$ hatte im System Bretton Woods einen mit Gold besicherten Wert um diese Aufgabe erfüllen zu können. Man hatte sich nach dem WK II auf diese Währung geeinigt -alle IMF -Länder besassen deshalb bereits grosse Dollarreserven.

        Sie scheinen nicht zu verstehen was das bedeutete als Nixon über Nacht den US$ zur unbesicherten reinen Fiat -Money -Währung erklärte, nachdem die FED zur Kriegsfinanzierung wie verrückt US$ gedruckt hatte. Mit einem Schlag erhielt der US$ eine völlig andere Bedeutung -nämlich die Versklavung aller Nationen durch das Trojanische Pferd US$. Es folgte deshalb eine jahrzehnte dauernde Inflationierung des Westens, denn die Reserven in US$ (welche nicht mehr zum Kaufpreis in Gold zurückgelöst werden können) veroren seither massiv an Wert und verlieren wohl weiter…

  • Vivlos - 18. Februar 2012 Antworten

    Die gesamten Griechenlandanleihen sind mit 4.6Mrd. $ CDS besichert, das ist überhaupt kein Thema.
    Staatsanleihen werden selten durch CDS versichert, weil Staatsanleihen generell als sicher galten.
    Diejenigen, die es nun für nötig halten (Banken), hedgen nun Staatsanleihen, also Meidung der CDS.

    • Andres Müller - 18. Februar 2012 Antworten

      Meine Autoversicherung kostet auch nicht soviel wie das ganze Auto pro Jahr.

  • Gregor - 18. Februar 2012 Antworten

    @Andreas Müller

    Bin Ihrer Meinung, bezüglich des möglichen Reichtums… Ich nennen “den Dollar” auch Weltinflationssteuer… (damit man weiss, wo letztlich die “ungeschöpften” Zinsen landen..)

    Solange faktisch der Dollar auch durch Staatsverträge (IWF… ) Weltmarktpreise (Rohstoffe) definieren und der Handel damit monopolisiert ist, entspricht das “etwa” einer Golddeckung.

    Zudem ist es makrtverzerrend und unlauter, wenn es “Bilanzregeln” gibt, die man durch die Kredite beliebig aushelbeln kann. Anders ist die FED Druckerpresse nicht zu bezeichnen.

    Da hilft keine bessere Innovation / Produkt oder ähnliches. Am Schluss gibt es etwas “Rotes” unter dem Strich und dann lässt sich die Sache aufkaufen oder untergehen… Beim Wiederverkauf sind dann Vertragklauseln drin, welche die “US- Machtposition” erhalten. Bsp.

    “Im Würgegriff der USA

    Von Hawranek, Dietmar

    Bei Daimler regiert ein Ex-FBI-Chef mit. Er sitzt weder im Vorstand noch im Aufsichtsrat, überwacht aber im Auftrag der US-Börsenaufsicht den deutschen Autokonzern – und behindert nach Ansicht vieler Manager das Geschäft. ”

    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-82995582.html

    Bei Steueroasen…. ” Die Schweiz ist ein einfaches Ziel”…

    http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/Die-Schweiz-ist-ein-einfaches-Ziel/story/26695048

    => Wer Zahlt hat Recht… ansonsten

    dazu ein Passendes Bild, welches ich leider nicht weiss, wie einzufügen…

    http://klabautercast.de/2010/09/14/folge-39-grundeinkommen/

    genügend polterisiert…
    -> letztlich würde mich interessieren, ob es möglich wäre, “die Kapitalmärkte” genauer zu definieren… (Zahlen, Namen, Fakten)

    Herzlichen Dank an Hajo für die super Aufbereitung der Daten.
    Es ist ein “Seelenschmaus” der Mainstream vorgelegten Realität etwas zu entfliehen. Es tut gut, “Menschen” zu begegnen, die sich an dieser “Verblödungszeit” stören, selber denken, und mit Fakten belegen.

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