U.S. Staatsschulden Ende 2011

von am 7. April 2012 in Allgemein

Gastbeitrag von Hajo

Die Finanzdaten des Bundes werden vom Financial Management Service des U.S. Schatzamtes (Department of the Treasury) erhoben. Zu den Schulden des Bundes veröffentlicht FRED (research.stlouisfed.org) drei zentrale Datenreihen, die ich nachfolgend vorstelle:

Q4/2011 wurde mit einem Schuldenstand von 15223 Mrd. USD abgeschlossen; Ende 2010 hatten die Schulden bei 14025 Mrd. USD gelegen – ein satter Anstieg um 8,6 % innerhalb eines Jahres.

Ausländische Investoren (primär Zentralbanken und Staatsfonds) sowie internationale Investoren (hauptsächlich global tätige Vermögensverwalter, Fonds, Großbanken und Versicherungen) hielten in Q4/2012 rund 5000 Mrd. USD der Bundesschulden.

In den Portfolios des inländischen (Finanz)-”Publikums” steckten Ende 2011 10452 Mrd. USD an Schuldtiteln der U.S. Treasury.

Eigenartigerweise scheint der Financial Management Service bzgl. der Halter von Schuldtiteln zwei verschiedene “Bücher” zu führen: a) mit den aus den beiden letzten Charts ersichtlichen Rubriken und b) mit den Rubriken “Intragovernmental Holdings” und “Debt Held by the Public”. Im zweiten “Buch” sind von Ausländern gehaltene Schuldtitel der Rubrik “Debt Held by the Public” zugeordnet. In den “Treasury Bulletins” werden zwar die einzelnen Posten der “Intragovernmental Holdings” (zu deutsch etwa: regierungsamtliche Halter) veröffentlicht, doch existiert zur Entwicklung aller in dieser Rubrik gehaltenen Schuldtitel keine Datenreihe.

Was hat es mit diesen “Intragovernmental Holdings” auf sich? Rund 230 “Federal Agencies”
(Bundesagenturen) halten mehr oder minder große Beträge an staatlichen Schuldtiteln. Im März 2011 waren die größten Halter unter diesen Agenturen der Social Security Fund mit 2400 Mrd. USD und das Office of Personnel Management (Amt für Personalangelegenheiten des Bundes, das u.a. für die Pensionen, Lebensversicherungen und Klinikversicherungen der Bundesbediensteten einschließlich der Postbediensteten zuständig ist) mit 1090 Mrd. USD. Interessanterweise entsprach der Gesamtbetrag in dieser Rubrik fast exakt dem Betrag der von ausländischen und internationalen Investoren gehaltenen Schuldtiteln.

Näheres hier: Useconomy.about.com/od/monetarypolicy/f/Who-Owns-US-National-Debt.htm

Sehr aufschlussreich ist auch der Artikel unter Useconomy.about.com/od/fiscalpolicy/p/US_Debt.htm

Der folgende Chart reflektiert die Netto-Kapitalflüsse pro Quartal aus dem Ausland in U.S. Vermögenswerte (ohne Finanzderivate), hauptsächlich in U.S. Schuldtitel.

Die heftige Aufwärtsentwicklung seit Anfang 2009 kulminierte in Q1/2011 mit einem Nettokapitalzufluss von 487 Mrd. USD, doch seither lässt die Wachstumsdynamik deutlich nach.

Quelle der Charts und diesbezüglichen Daten: Research.stlouisfed.org/Fred2

Ein Gastbeitrag von Hajo

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35 KommentareKommentieren

  • Eurelios - 7. April 2012

    Tja was soll man dazu noch sagen.

    Die Veschuldung geht in die Finaleschlußphase und es kommt wie es kommen muß.
    Das der derzeitige “künstliche Geldregen“ in einer Inflation endet und damit das
    Ende einläuten.

    Was danach kommt? Keine Ahnung. Leider :-(

    Bin mir nur sicher das die “kleinen Leute“ die Verlierer sein werden und sie sich nicht dagegenstellen werden.

    Warum?

    Da diese Massen der Menschen so mit ihrer Alltagsüberlebensdenkens beschäftigt sind
    das sie nicht darüber nachdenken können warum dies so ist.

    Das unser derzeitiges Geldsystem nur dazu dient das “Geld“`von der Masse der Menschen,
    die zwar als einzelne wenig besitzen, aber in der Masse halt doch sehr viel, zu den wenigen
    der Geldeliten zu scheffelen begreifen nur ganz wenige.

  • Roland - 8. April 2012

    Hallo Hajo,

    wo tauchen die Staatsschulden auf, die die FED mittlerweile in ihren Büchern hat ?
    Durch das sog, “quantitative easing” müssten doch schon so an die 600 Mrd. USD die dortige Bilanz verlängert haben.

    @ Eurelios

    Staatsschulden sind nicht erhobene Steuern und wären bei einer vernünftigen Besteuerung der Reichen nicht vorhanden.

  • 0177translator - 8. April 2012

    Eurelios und Hajo, schaut Euch mal unter http://www.usdebtclock.org die Position “Defense/Wars” an – ich meine das, was das Pentagon jahrein, jahraus so frißt. Da hilft die Besteuerung der Reichen, die natürlich erfolgen sollte, langfristig auch nicht mehr. Da hilft nur ein radikaler Politikwechsel, den ich dort aber nicht erwarte. Und weil der nicht kommt, müßten unsere “Atlantiker” in der Regierung allmählich damit anfangen, sich auf den Zusammenbruch dort (wie Ende 1991 in der UdSSR) einzustellen und Konsequenzen zu ziehen.

    • Appaloosa - 8. April 2012

      Defense/Wars läuft aber rückwärts. IMHO hat Obama die MIlitärausgaben gekürzt – aber nur wenig.

  • Aber - 8. April 2012

    Kann die Kurve eigentlich auch wieder nach vorne umkippen nachdem sie senkrecht nach oben gegangen ist?
    So Looping-mäßig? Salto mortale nur rückwärts?

  • Hansi - 8. April 2012

    Was mir dabei am meisten Kopfzerbrechen bereitet ist, daß die Amerikaner es nicht mehr verdauen könnten, würden die Zinsen auf 5% steigen.
    Einerseits wäre die normale Hypothek dann bei ca. 8% p.a., schon das würden sie nicht aushalten (wir hier genausowenig), aber andererseits wäre bei 5% average cost of capital der Schuldendienst bei über 35% vom Staatshaushalt – und der Staat leiht sich ja jetzt schon 42 Cent von jedem Dollar, den er ausgibt. Mehr als die Hälfte der Steuereinnahmen ginge dann in den Schuldendienst – willkommen in den Vereinigten Staaten von Griechenland.
    Die Zinsen können also eigentlich gar nicht mehr steigen, dann sind die stehenden Fusses bankrott? Oder mache ich hier einen Denkfehler?

  • Hajo - 8. April 2012

    @roland

    Die von der Federal Reserve gehaltenen Schuldtitel werden unter der Rubrik “Debt Held by the Public” ausgewiesen. Per Ende 2010 standen dort rund 1400 Mrd. USD zu Buche. Der aktuelle Bericht zum Fed System Open Market Account (SOMA) vom 04.04.12 weist einen Treasuries-Bestand von 1656 Mrd. USD aus. Nach QE2 müsste dieser Bestand eigentlich deutlich höher liegen. Ich gehe davon aus, dass ein Großteil der Aufkäufe der Fed außerbilanziell über ihre Eigentümerbanken erfolgt ist. Die “Schaltzentrale” dürfte bei BlackRock Inc., der “Hausbank” der New York Fed, liegen, die ihrerseits als “Kassenwartin” der Federal Reserve fungiert. BlackRock ist einer der global größten Vermögensverwalter, quasi ein riesiger Hedgefonds.

    MfG
    Hajo

    • Roland - 8. April 2012

      @ Hajo

      Danke.

      Wenn man sich die Deficit-Planung für den US-Haushalt 2013 ansieht, wird die Finanzierung der Staatsschulden durch die FED weitergehen müsssen. Einige hunderte Milliarden USD werden in nächster Zeit wohl noch drauf gepackt werden.
      “Kreative” Maßnahmen, um die einzig sinnvolle Lösung zu umgehen, die da heisst:
      Besteuert endlich die Reichen mal ordentlich.

    • Roland - 9. April 2012

      Hallo Hajo,

      Deine Vermutung, dass der Bestand an Schuldtiteln in der FED-Bilanz höher liegen muss, wird durch eine heutige Meldung von bloomberg bestätigt.
      Danach hat die FED in zwei Runden des “quantitative easing” Staatsschulden von insgesamt 2.300 Mrd. USD (2,3 trillion USD) aufgekauft.

  • M.E. - 8. April 2012

    Du machst absolut keinen Denkfehler, Hansi.
    Je höher die Verschuldung, desto geringer die Zinstoleranzschwelle.
    Und diese Schwelle dürfte z.B. bei Japan mittlerweile bei 3% angkommen sein (bei einer Staatsverschuldung von 220% des BIP bzw. über 600% der jährlichen Staatseinahmen)
    Im Falle der USA ist die gegwärtige Zinstoleranzschwelle bei 5% anzunehmen.
    Denn die USA haben eine Staatsverschuldung von 103% des BIP, alle 6 Wochen um einen weiteren Prozentpunkt steigend. Und selbst das bei völlig überzogener BIP-Berechnung.
    Bei z.B. 6% müssten die USA also gut 6% für die Zinsen auf die Staatsschuld abdrücken. Da die USA aber nur eine Steuerquote von 24% haben hieße das, dass ca. 25% der Staatseinnahmen schon für Zinsen draufgehen würden bei einem durchschnittlichen Zinssatz auf die Staatsschuldden von 6%. Völlig untragbar.
    Und jedes Jahr sinkt die Zinstoleranzschwelle weiter ab. In ca. 3 Jahren wird sie nur noch bei 4% liegen, am Ende des Jahrzehnts bei 3% usw.
    Durch die jetzt beginnende Kostenexplosion bei den Pensionen wird sich die Situation schnell weiter verschärfen. Ich sehe keinen Ausweg aus dem Marsch in die Masseninsolvenz der wchtigsten westlichen Staaten und damit fast aller Banken, Versicherungen, Pensionsfonds usw. Selbst ein Ausweg über die Inflationierung ist nicht mehr gangbar, weil die sofort die Zinsbombe zünden würde.
    Nur über das “Wann” einer flächendeckenden Insolvenzwelle kann noch diskutiert weren, nicht über das “Ob”.

    • Holly01 - 8. April 2012

      Das ist wie mit der “Hausfrauenhause”, wenn alle das gleiche erwarten und sich darauf einstellen, dann kommt es anders.
      Inflation war immer mein persönlicher Favorit, aber in Griechenland kam der Schuldenschnitt. Das macht nur Sinn, wenn sich der Staat über Sondersteuern entschuldet.

      Für Sondersteuern braucht man eine “Revolution”, die ihre Kinder “fressen” kann. Also neue politische Kräfte, die sich über die Lösung und den damit verbundenen Unmut selbst entsorgen.
      Das Zurüchschwappen der enttäuschten Wähler zu den Altparteien, kann man steuern.

      Wer alles richtig macht, muß politisch keinen Sieg erringen oder populärer werden. Medizin ist bitter, finanzpolitische Medizin hinterläßt viele Opfer.
      Der gekappte Sozialtransfer wird ebensowenig wiederhergestellt, wie die gekappten Rentenansprüche.
      Das Ende kommt erst, nachdem alle EU Staaten den cut vollzogen haben.

    • Georg Trappe: - 9. April 2012

      Vielen Dank fuer den Hinweis auf die “Zinstoleranzschwelle”! Ein gut gewaehlter Begriff.
      Um zu verdeutlichen, wie diese Schwelle wirkt, braucht man sich nur an die juengere Geschichte zu erinnern, die leider vollkommen aus der Diskussion heraus gehalten wird.
      Ich meine damit den letzten Zinserhoehungszyklus durch Bernanke und die FED.
      Da lag der Leitzins 2006/2007 auf knapp ueber 5%.
      Die Folgen die daraus resultierten sind bekannt.
      -
      Wenn man das im Auge behaelt und dann die Behauptung der Notenbaenker, sie koennten die zur Verfuegung gestellten tausende von Milliarden jederzeit wieder einsammeln, unter die Lupe nimmt, erkennt man, da passt was nicht zusammen.
      Die Frage ist: Was ist es nun, was da nicht zusammen passt?
      Die Antwort ist so einfach wie erschuetternd.
      Das neoklassische Verstaendnis der Funktionsweise von Maerkten ist falsch!
      Sie erzeugt bei den Notenbaenkern die Illusion, eine Preiserhoehung fuers Geld = Zinserhoehung reduziere die Nachfrage.
      Das ist aber nicht immer der Fall!
      Und das waere dem einen oder anderen auch schon aufgefallen, wenn er seinen Verstand benutzt haette und die neoklassischen Theorien an der beobachtbaren Realitaet ueberprueft haette. Hat man aber nicht. Man hat unkritisch falsche Lehrbuchinhalte auswendig gelernt.
      Und nun schlagen alle die Haende ueber dem Kopf zusammen und wundern sich, dass sie sich in ein Eck gepinselt haben, aus dem es kein einfaches Entrinnen mehr gibt. Insbesondere dann nicht, wenn man diese falschen Lehren nicht als solche erkennt und endlich anfaengt anstatt dieser realitaetsfernen Phantasien die beobachtbaren Realitaeten zum Ausgangspunkt fuer tragfaehige Theorien und Loesungskonzepte zu waehlen.
      Die Fundamente der sog. Wirtschaftswissenschaften sind keine Fundamente sondern absurde realitaetsferne Phantasien, die bisher, soweit erkennbar, nur einem Zweck dienen.
      Der neoliberale Marktfundamentalismus ist ein totalitaerer Irrweg.
      Das wird seit fuenf Jahren zunehmend deutlich.
      Siehe auch:
      http://georgtsapereaude.blogspot.com/2012/04/warum-maerkte-nicht-funktionieren-fazit.html

  • Hajo - 8. April 2012

    Hier zwei Passagen aus dem Artikel hinter dem zweiten Link in meinem Gastbeitrag:

    “Interest on the debt was $454 billion in Fiscal Year 2011, the highest ever. That’s despite lower interest rates. The interest on the debt in the FY 2103 budget is $248 billion, the sixth largest budget item. (Source: U.S. Treasury, Interest)”

    zu deutsch:

    Trotz niedriger Zinssätze betrugen die Sollzinsen auf die Staatsschuld im Fiskaljahr 2011 (Oktober 2010 – September 2011) 454 Mrd. USD – die höchste je aufgelaufene Zinsschuld. Im laufenden Haushaltsjahr belaufen sich die Zinszahlungen auf 248 Mrd. USD, der sechstgrößte Haushaltsposten.

    “The U.S. has been the beneficiary of two unusual factors. First, the Social Security Trust Fund took in more revenue through payroll taxes leveraged on Baby Boomers than it needed. Ideally, this money should have been invested to be available when the Boomers retire. In reality, the Fund was “loaned” to the government to finance increased deficit spending. This interest-free loan helped keep Treasury Bond interest rates low, allowing more debt financing. However, it’s not really a loan, since it can only be repaid by increased taxes when the Boomers do retire. …”

    frei übersetzt mit ein paar Ergänzungen von mir:

    Die USA sind zum Nutznießer zweier außergewöhnlicher Situationen geworden. Erstens nahm der Social Security Fund (Hajo: Arbeitslosenversicherung, Krankenversicherung und Pensionsversicherung für Staatsbedienstete), “befeuert” durch die Baby Boomers, über viele Jahre mehr Geld aus den Sozialversicherungsbeiträgen ein, als er benötigte. Eigentlich hätte dieses Geld investiert werden müssen, damit der Kapitalstock und die Zinserträge aus den Investionen zu dem Zeitpunkt verfügbar sind, wenn die Baby Boomers in Pension gehen.
    (Hajo: Die große Pensionierungswelle der Baby Boomers begann in 2010 und dürfte ihren Höhepunkt zwischen 2017 und 2020 erreichen.) Die Realität ist jedoch, dass sich die Regierung aus dem Topf des Social Security Fund immer mal wieder zinslose “Darlehen” genehmigt hat, um Haushaltslöcher zu stopfen. (Hajo: In dieser Hinsicht tat sich insbesondere die Regierung G.W. Bush hervor.) Diese “Entleihungen” trugen dazu bei, dass die Zinssätze auf Staatsanleihen niedrig gehalten werden konnten, was eine höhere Schuldenfinanzierung ermöglichte. Der durch die “Pseudo-Darlehen” an die Regierung in erheblichem Ausmaß geleerte Topf der Social Security (Hajo: Unterdeckung von etwa 50 % laut unabhängigen US-Schätzungen) kann mit Fortschreiten der Pensionierungswelle nur durch Steuererhöhungen wieder gefüllt werden. …

    Die USA stehen vor einem erheblichen Dilemma!

    MfG
    Hajo

    • Georg Trappe: - 9. April 2012

      Hallo Hajo, ersteinmal vielen Dank fuer diesen wieder einmal sehr gut gelungenen Artikel.
      Zum “Nachschlag” moechte ich etwas bemerken. Sie schrieben:
      “Eigentlich hätte dieses Geld investiert werden müssen, damit der Kapitalstock und die Zinserträge aus den Investionen zu dem Zeitpunkt verfügbar sind, wenn die Baby Boomers in Pension gehen.”
      Geld arbeitet nicht!
      Jedes reale Wirtschaftsgut wird erst durch Arbeit zu einem solchen.
      Eine Wirtschaft / Gesellschaft steht damit auch immer vor der Frage, wie sie die Arbeitsergebnisse unter sich und zwischen den prinzipiellen Optionen Konsum oder Investition in produktivitaetserhoehendes Realkapital aufteilen moechte.
      Altersvorsorge zielt auf arbeitsfreien Konsum ab. Das kann ich im Prinzip auf zwei Wegen erreichen. Zum einen durch einen Generationenvertrag, indem die nachwachsende Generation verpflichtet wird den nicht mehr arbeitenden Aelteren einen Anteil ihrer Arbeitsergebnisse zukommen zu lassen. Zum anderen durch Erwerb von Eigentum an produktivitaetssteigerndem Realkapital, das ich im Alter zur Deckung meiner Konsumausgaben wieder veraeussere und so an die nachfolgende Generation weiterreiche. Das letztere birgt eine Reihe von Gefahren.
      Eine wird z.Zt. ueberdeutlich sichtbar. Da die sog. Wirtschaftswissenschaften nur mit einer Inflationsrate rechnen, die sich aus der Preiserhoehung eines Warenkorbs bestimmt, in dem im wesentlichen Konsumgueter enthalten sind, ist der Blick auf Asset Price Inflation verstellt. Vielmehr wird der Eindruck erzeugt es gaebe eine ueber der Inflation liegende “Wertsteigerung”, die sich aber frueher oder spaeter als Illusion entlarven muss. Beispiel US Assets, seien es nun Immobilien oder Aktien, deren Preise durch massive Kreditexpansion in unhaltbare Hoehen getrieben wurden. Aber kein Asset steigt in seinem Wert wirlich. Die Wertermittlung ausschliesslich ueber den Markt ist hoch gefaehrlich, denn ein Haus wird aelter, muss durch Einsatz von Arbeit! von Zeit zu Zeit renoviert werden oder verfaellt. Das gleiche gilt fuer Produktionsmittel in noch viel staerkerem Mass. Die US Babyboomer stehen zusammen mit den auslaendischen Investoren, die die Ertraege fuer ihre Warenlieferungen ebenfalls in US Assets angelegt haben vor der Erkenntnis, das die Preise fuer selbige durch Kreditexpansion massiv inflationiert wurden und so in nicht haltbare Hoehen getrieben wurden.
      Dieses Desaster war nur moeglich durch eine sog. Wirtschaftswissenschaft, die den Finanzsektor ausklammert bzw. nicht versteht, die kein zutreffendes Verstaendnis von der Funkktionsweise von Maerkten hat und die Inflation nahezu ausschliesslich ueber die Preisentwicklung bei Konsumguetern ermittelt.
      Ob diese Sammlung von blinden Flecken, die man auch Dummheiten nennen koennte, nun zufaellig entstanden ist oder im Interesse derjenigen, die davon ueber alle Massen profitiert haben zusammen gestellt wurde, moege jeder selber entscheiden. Mir erscheint aleine die Zahl der “Zufaelle” und die Vehemenz mit der sie bestritten werden, eine eindeutige Sprache zu sprechen.

      Frohe Ostern
      Georg Trappe

  • Andres Müller - 8. April 2012

    “Der folgende Chart reflektiert die Netto-Kapitalflüsse pro Quartal aus dem Ausland in U.S. Vermögenswerte (ohne Finanzderivate), hauptsächlich in U.S. Schuldtitel.”

    Da ist sicher auch meine Pensionskasse daran beteiligt (ich bin Schweizer), ein Grund mehr um mit aller Kraft zu versuchen das Geld vorzeitig den Rentenverwaltern wieder zu entreissen. Aber einfacher gesagt als getan ;)

  • Traumschau - 8. April 2012

    Da sieht man es wieder: ein exponentieller Kurvenverlauf. Was meint ihr, wie lange das noch weitergeht? Diese Beschleunigung ist echt unheimlich.

  • MMT-Fan - 8. April 2012

    Die Schulden der USA haben sich in den 40 Jahren seit dem Ende des Goldstandards um den Faktor 35 vergrößert. Das ist ein jährlicher Anstieg um ca 9% oder eine Verdopplung alle 8 Jahre. Auch die obigen Diagramme zeigen in etwa diesen Anstieg. Bisher hat das nicht zu einer überbordenden Inflation in den USA geführt. Wieso soll das jetzt plötzlich eine massive Inflation auslösen?
    In linearer Darstellung sehen alle exponentiellen Verläufe furchtbar aus. Es wäre gut, wenn Steffen exponentielles Wachstum logarithmisch darstellen würde.

    • Georg Trappe: - 9. April 2012

      Es gibt viele Moeglichkeiten den Kopf in den Sand zu stecken. Die log Darstellung ist eine davon.

  • Toni - 8. April 2012

    OT

    Hallo M.E.,

    der Link könnte Dich interessieren, denn das ist ja Dein Gebiet.

    http://econo-matrix.blogspot.de/2012/04/das-schwarze-gold-die-deppen-sind-wir.html

    oder für Steffen: http://econo-matrix.blogspot.de/2012/04/griechenland-pkw-markt-tot.html

    Kommt einem alles so bekannt vor!

    Gruß Toni

  • Haunebu - 8. April 2012

    Hallo @ all,

    vergesst nicht, die zinseinnahmen die auf die durch die FED gehaltenen Staatsanleihen der Regierung nach abzug von ca. 3-4 Mrd. Dollar kosten zurücküberwiesen werden. Dass wahren im jahr 2010 immerhin über 70 Mrd. Dollar. Und jedes weitere QE programm senkt so die Zinslast, zumindest für das volgejahr. (damit will ich die situation nicht herunterspielen)

    Weiss eigentlich wer wo die einnahmen der EZB bleiben? Sie hält ja mittlerweile immense berge an anleihen die immense summen an zinsen abwerfen… Die Bundesbank hatte ja kaum gewinn im letzten Jahr!

    Was mich nach dieser entwicklung nochmal interessieren würde währe bei den zweistellig wachsenden Automobilverkäufen in den USA der dortige Automobilproduktionsindex.
    Kann diesen jemand Aktuel im Chart darstellen, der letzte den ich sah war vom September 2011.
    Währe mal spannend ob diese steigende nachfrage die eigene industrie ankurbelt.

    Hab übrigends Kürzlich ein Automobillager in Google Earth endeckt (Florida). Hecktarweise weiss Lackierter SUV. Sach nach Chevrolet Modellen aus (Grob geschätzt 10000 exemplare).
    Könnte aber auch für den Export sein?!

  • TrooperCooper - 9. April 2012

    “Die heftige Aufwärtsentwicklung seit Anfang 2009 kulminierte in Q1/2011 mit einem Nettokapitalzufluss von 487 Mrd. USD, doch seither lässt die Wachstumsdynamik deutlich nach.”

    Das ist der wirklich interessante Part. Die Entwicklung der Staatsverschuldung mag zwar ins Auge springen, gibt aber zunächst nur Auskunft über die interne Verteilung der Schulden.

    Der tendenzielle Rückgang der Nettokapitalzuflüsse zeigt aber, dass die Volkswirtschaft insgesamt zu sparen beginnt – nämlich dann wenn spiegelbildlich die Leistungsbilanz in den positiven Bereich kommt.

    Spätestens dann fällt die große Volkswirtschaft der USA als nachfrageseitiger Wachstumsinitiator aus. Und damit gesellt sie sich zu den anderen Sparschweinen der Erde: der EWU und Japan.

    Stinkt verdammt nach Deflation für die Weltwirtschaft…

  • Rossi - 9. April 2012

    @Toni: Unglaublich welch Blödsinn da nach wie vor mit den Geländewagen veranstaltet wird. Ich hatte hier in Düsseldorf ein wenig den Eindruck, dass die Entwicklung rückläufig ist, aber vielleicht habe ich mich auch einfach nur daran gewöhnt.
    Wieviele davon wohl als Firmenwagen laufen? 90%?

    • Ert - 9. April 2012

      @Toni

      Sind in Düsseldorf die Strassen so schlecht, das man für die einen Geländewagen braucht? ;-)

      Ich verstehe es nicht… also für Feld & Acker reicht auch ein Golf 2 oder noch besser ein alter Caddy. Das sind die Arbeitspferde für die Feldwege und das Stoppelfeld hier bei uns. Mit Anhängerkupplung und bei noch recht geringem Gesamtgewicht bewegen die ziemlich viel.

      Ich verstehe den SUV Wahn nicht – und dann bieten die meisten Hersteller diese nicht mal höher gelegt, mit Stollenreifen und mit “Kärcherresistenter” Kunstlederausstattung an. AHK kostet dann auch noch Aufpreis – was soll man mit einem SUV ohne Anhängerkopplung oder Seilwinde? Wie soll ich damit Last ziehen oder einen Baumstumpf raus ziehen?

      Alles Irrsinn…..

      • Rossi - 9. April 2012

        Nein, in Düsseldorf nicht, aber wenn man mal in die Nachbarstädte wie Duisburg fährt, dann könnten die schon durchaus Sinn ergeben! ;)

        Allerdings sind die üblichen Geländewagen hier eh eher Porsche Cayennes und der ganze andere Protzmüll, der sowieso nie ins Gelände kommt.

      • Bernd Rickert - 9. April 2012

        @Ert

        Die SUV sind die Wagen für die, die könnten, wenn sie möchten, aber wenn sie möchten, nicht können.
        Ich fahre auch einen Caddy (mit Anhängerkupplung). :)

  • Systemfrager - 9. April 2012

    Hallo
    OT
    :(
    China (ich hoffe, es kommt was von Querschuss)

    Sorgen bereitet manchen Ökonomen derzeit die Entwicklung der Erzeugerpreise, die im März um 0,3 Prozent zurückgingen. Dies könne ein Hinweis auf eine Abschwächung der Nachfrage sein.

    spon >>>

  • der Bauer vom Hunsrück - 9. April 2012

    steiler wie senkrecht geht nicht. Mich wundert allerdings, dass wer immer noch soviel Geld nach US trägt, obwohl da doch nix mehr zu holen ist. Ich bin mir ebenfalls nicht im klaren darüber, ob wir die Epoche der Kolonialisierung schon hinter uns gelassen haben. Vom 16. – 20. Jh. haben sich Pleitestaaten immer wieder dank Plünderungen anderer Staaten, ihr Überleben gesichert. Das war doch eine erfolgreiche Strategie. Heute müssen Staaten dazu nicht mal mehr klassisch Krieg führen, es reicht, Ratingagenturen, Medien dafür einzusetzen. Lybien ist böse weil es Ölquellen hat, die “uns” nicht gehören; IRAN ist böse, weil er Ölquellen hat, die uns nicht gehören usw.

  • Andres Müller - 9. April 2012

    Ich habe eine vielleicht dumme Frage, aber ehrlich gesagt blicke ich da nicht durch, betrifft die Tabelle
    “Die heftige Aufwärtsentwicklung seit Anfang 2009 kulminierte in Q1/2011 mit einem Nettokapitalzufluss von 487 Mrd. USD”

    Kann mir jemand sagen welchen Einfluss die Euro currency basis swap Geschäfte zwischen den Notenbanken diese Geldströme beeinflussen könnten? Ich denke da an die US$ Liquidität in der Eurozone die sich möglicherweise als Rückgang beim Zufluss in den US$ auswirkt.

    Wenn ich nämlich die Entwicklung der Basispunkte im Euro/US$ basis swap Geschäft betrachte, so erscheint es als ob Die Zuflüssen in den US$ abnehmen wenn die Basispunkte gerade negativ ansteigen.

    http://fingfx.thomsonreuters.com/2011/11/21/09451597d2.htm

    Das würde heissen, im Moment haben sich die Basispunkte seit den Notenbank Interventionen im November 2011 positiv bis zu -40 abgesenkt, sind nun aber von dieser Marke gerade abgeprallt.
    Wie auch immer, dieser Abprall von -40 Basispunkten könnte zu erneuten Interventionen der Notenbanken führen, falls sich die Richtung nach oben nun weiter fortsetzt, und ohne Versprechen zu QW3 sicher ungünstig für die Aktienmärkte. Ein Ansteigen deutet auf eine wieder zunehmende systemische Krise hin.

  • Andres Müller - 9. April 2012

    Hallo Hajo, die Zunahme der Staatsschulden der USA auf über 14 Billionen ist eine Sache, die Zunahme der Privatschulden ist allerdings noch brisanter, da dort mehr Zinsen pro Schulden-Dollar zu begleichen sind. Alleine die Verschuldung infolge der Ausbildung beläuft sich derzeit auf 1 Billion US$ -das ist Unvorstellbar!

    http://www.thebestcolleges.org/higher_education_bubble/

    Die Verschuldung ist hier grösser als bei Autos und Immobilien oder anderer Kredite. Es wird bereits von einer Sklavenklasse geschrieben, dass sind solche Menschen die trotz Hochschulabschluss ihr Leben lang wegen ihrer Ausbildung in der Jugend hohe Schulden haben. Bereits gibt es über 60 Jahre alte Menschen die noch immer Schulden ihrer Ausbildung abtragen müssen (37 Milliarden US$ in dieser Altersklasse)

  • M.E. - 9. April 2012

    Hallo Andreas,
    nein, die bei weitem größte private Verschuldungsklasse sind die Hypotheken. Die machen alleine schon etwa 75% er gesamten privaten Verschudlung der Bürger aus.

    Und was die Gesamt-Privatverschuldung angeht: die explodierte bis 2007 geradezu auf gut 14 Billionen Dollar. Ab 2009 kam es zu einer gewissen Verringerung der Privatverschuldung. Wie der letzte Stand ist, weiß ich nicht. Vermutlich wird es bei den Hypotheken weiter eine geringe Reduzierung geben, ebenso wie bei den Kreditkartenschulden. Bei den Studentenkrediten gibt es eine kräftige Erhöhung, und wahrscheinlich steigen erzeit auch die Kreite für Autokäufe.
    Nach dem letzten Angaben über die private Sparquote in den USA ist anzunehmen, dass die Gesamt-Privatverschuldung wieder leicht anwächst. Sie dürfte irgendwo bei 13,5 Billionen Dollar liegen.

  • ö.ä. - 9. April 2012

    Entschuldigung für’s OT aber da dieser Aspekt hier scheinbar auf großes Interesse stößt:

    “In ganz Italien haben die Selbstmorde aus wirtschaftlichen Gründen zwischen 2008 und 2010 um 24,6 Prozent zugenommen (von 150 auf 187), so La Repubblica.”

    Den ganzen Artikel kann man hier lesen:

    http://www.presseurop.eu/de/content/article/1752241-krise-toetet-kleinunternehmer

  • Jürgen E. - 10. April 2012

    Moin Moin!
    Hier mal ein saugutes(!) Video zu den Grundproblemen des Geldsystems:
    http://www.youtube.com/watch?v=4CVkQUAp1q0

    Ein insgesamt 13-minütiges Video bestehend aus Mitschnitten aus dem Mainstream
    LG

  • dank - 11. April 2012

    http://www.n-tv.de/wirtschaft/AIG-kehrt-zurueck-article5993896.html

    Unbegreiflich!? Wird gerade so publiziert als würden die Immos in USA wieder weggehen wie warme Semmeln… Versteh grad nichts mehr.