UK im August mit starkem Förderabfall

von am 1. Dezember 2011 in Allgemein

In dieser Dimension wirklich überaschende Daten lieferte das britische Department of Energy and Climate Change (DECC) zur britischen Rohölförderung in der Nordsee. Der Förderabfall der britischen Rohölförderung in der Nordsee beschleunigt sich weiter und befindet sich bereits in einem sehr fortgeschrittenen Stadium. Gemäß den letzten Daten für den Monat August 2011 sank die britische Crude Oil-Förderung um brachiale -32,58% zum Vorjahresmonat auf ein neues Tief mit nur noch 3,542 Millionen Kubikmeter (0,719 Millionen Barrel pro Tag (mb/d)), nach 5,254 Millionen Kubikmeter (1,066 mb/d) im August 2010.

 Die Entwicklung der Rohölförderung in der britischen Nordsee seit Januar 1976 im Chart.

Der Decline (Förderabfall) der britischen Nordseefelder ist gnadenlos, zum Hoch im November 1999 mit 13,413 Millionen Kubikmeter (2,81 mb/d) beträgt der Förderabfall jetzt satte -73,59%! In Folge des Förderabfalls mutierte Großbritannien bereits seit 2005 vom Rohölexporteur zu einem dauerhaften Netto-Importeur! Diese Daten sind ein erneuter schwerer Malus für die Blasenökonomie der Insel, gekennzeichnet von virtueller Wertschöpfung im Finanzsektor, enormen Handelsbilanzdefiziten bei Waren und vor allem bei Nahrungsmitteln und einem weiter steigenden Defizit beim Rohöl.

Diese Daten und der dazugehörige Chart belegen aber auch die Hubbertkurve (Glockenkurve) nicht nur für ein einzelnes Ölfeld, sondern auch für eine komplette Förderregion, kleinere neuentdeckte Felder und bessere Fördertechnologien können bestenfalls den Decline verzögern, die Endlichkeit der Rohstoffe auf dem Planeten Erde können sie jedoch nicht aufheben. Diese Daten, an einem Extrembeispiel, werfen jenseits der signifikanten Verwerfungen im Finanzsystem auch den Fokus auf die zukünftig drohende Erschöpfung der Ressourcen, insbesondere bei der billigen fossilen Energie.

Quelle Daten: Decc.gov.uk

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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25 KommentareKommentieren

  • Catweazle - 1. Dezember 2011

    Um die Kurve wieder nach oben zu bekommen, wird man schon in Kürze ein paar neue, sehr ergiebige Ölfelder erschließen……..ähm rauben. Nebenbei wird den Iranern auch noch Freiheit und Demokratie gebracht und dazu noch die Welt vor einer nuklearen Katastrophe gerettet.
    All das, bevor es zu spät ist!
    (wem kommt das jetzt bekannt vor?)

  • hunsrückbäuerlein - 1. Dezember 2011

    es wird auch für die Nato keine leichte Aufgabe die Strasse von Hormus von tausenden Minen und abgesoffenen vollbeladenen Öltankern zu räumen. Bis dass das Öl dann wieder strömt, muß UK lange die Autos in der Garage lassen und auf Nahrung verzichten….

    • Holly01 - 1. Dezember 2011

      Vom Süden Afghanistans bis zur Straße von Hormus sind es gerade einmal 300km Strasse. Ausserdem kann man den Südenosten des Iran so sehr bequem in einen von See gut zu befeuernden Kessel verwandeln.
      Der Rest hätte dann ja etwas mehr Zeit. Wenn man schon einmal die Reise macht, kann man sich ja auch gleich einmal Pakistan genauer anschauen.
      Es wird China freuen, endlich die vorbildlichen Amerikaner als direkten Nachbarn zu haben. Schliesslich kommt der Ami und geht nie wieder, das nennt man solide.
      Freude und Anerkennung auf der ganzen Welt, werden dann auch sicher alle Finanzprobleme lösen.

      • Holly01 - 1. Dezember 2011

        Ups, sry. Rechnen ist Glückssache. Google sagt Route von :
        Char Borjak, Nimruz, Afghanistan – Bandar Abbas, Hormozgan, Iran sind 988km. Schade, doch einmal tanken unterwegs.

  • georg - 1. Dezember 2011

    gut das wir in deutschland ölreserven ohne ende haben , was gehen uns die krieglüsternden briten an.
    Bis das das öl wieder strömt fahren wir halt mit gas.

  • Lazarus09 - 1. Dezember 2011

    hunsrückbäuerlein

    Da kann ich nicht drüber lachen … ;-) wo ich hier in UK bin..

    Aber wo wird es besser sein ..Hmmm..gut natürlich in Besserdeutschland weil da alles immer besser ist im Land der Exportweltmeister die unter anderem einen Haufen ihrer Bürger exportiert haben… USA Irland bin ich auch öfters ( Gewerbe ) da ist’s auch beschissen,Kumpels in Norwegen Schweden Dänemark Spanien Italien Australien Neuseeland Dubai und jeder klagt … so Freunde … Global-Bullshit isn’t .. wenn du mit wertschöpfender Arbeit deinen Lebensunterhalt verdienst und die immer dünner werdende Mittelschicht deine Kunden sind … bist du Alternativlos gekniffen

    Für Leute die von Beruf Sohn Tochter Erbe Hedonist Depp etc sind ist alles überall noch bestens keine Frage

    666

    • hunsrückbäuerlein - 1. Dezember 2011

      hallo 666
      nein, lachen kann ich darüber auch nicht, es ist eher galgenhumor und ob es unter einem weltpolizisten, dessen name dann mit c oder r oder wie auch immer beginnt, humaner, moralischer, ethischer zugeht?

      wie haben das was wir verdienen, weil wird das verdienen was wir haben!

  • M.E. - 1. Dezember 2011

    Die Ölförderung im Meer folgt anderen wirtschaftlichen Gesetzmäßigkeiten gegenüber der onshore-Förderung – insbesondere, wenn in größeren Tiefen unter anspruchsvollen technologischen Bedingungen gefördert wird.
    An Land kann ein altes Ölfeld in der tertiären Förderphase noch lange bescheidene Restöl-Fördermengen liefern, wie gerade die alten Wells in Texas belegen, die pro Förderschacht mitunter kaum noch 10 Barrel pro Tag zutage fördern und trotzdem bei heutigen Preisen noch halbwegs profitabel genutzt werden.
    Anders im Meer in größeren Tiefen. Die Tagesmiete für eine größere Förderplattform (und fast alle Plattformen werden von den Förderfirmen gemietet) beträgt oft 500000 Dollar am Tag. Plus andere Kosten wie Personal, Energie, Transport, Versicherungen usw.
    Da kann man Fördermengen unter 6000 bis 8000 Barrel am Tag für eine Plattform vergessen. Die Kosten wären höher als der Verkaufspreis des Öls. Und eine Tagesförderung von 6000 Barrel und mehr ist im onshore-Bereich noch eine gewaltige Menge.
    Das heißt, eine Plattform gerät bereits ins betriebswirtschaftliche Minus, wenn noch längere Zeit durchaus nicht unbeträchtliche Ölmengen technisch zu fördern wären. Dann muss die Förderung beendet werden, wenn man nicht laufend immer größere Verluste machen will.

    Deshalb klingen Angaben über förderbare Ölmengen in der Tiefsee immer ganz toll, aber man sollte besser nach den wirtschaftlich förderbaren Ölmengen fragen. Die sind deutlich geringer, als die technisch förderbaren Mengen.

  • Hko - 1. Dezember 2011

    Was soll das negativ bashing?

    Realität ist:
    Erstmals nach 62 Jahren exportieren die USA mehr Ölprodukte als sie einführen

    http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ueberschuss-aus-dem-oelexport-vereinigte-emirate-von-amerika-1.1223443

    Und bald wird GB auch wieder exportieren,
    Weihnachten kommt ja auch alle Jahre wieder.

    • dank - 1. Dezember 2011

      Lautet die Frage nicht:
      Warum ist das so?
      Kann es eventuell sein, dass neben sparsameren Spritschleudern in den VSA einfach wegen der Geldnot der Unterschicht weniger Menschen Auto fahren?
      Ein Auto besitzen und so viel fahren wie vor 10 Jahren ist ein Unterschied.
      Kann es nicht auch sein, das die riesigen Maisfelder für den BioSprit (anstatt dem dringend benötigten Nahrungsmitteln auf der Fläche) den Großteil dazu beitragen? Möchte nicht wissen wie der genutzte Boden in 5 Jahren aussieht… G**gleEarthLive wäre da sehr interessant.
      Und zuletzt noch sicherlich Erdgas oder allgemein Gas und Biosprit in den VSA und da kann dann schon mal mehr übrig bleiben.
      Und Ölprodukte exportieren mag sich ja super anhören – aber der Import von Rohöl läuft doch weiter?!
      Dazu wird die Lobby des Öls schon dafür sorgen das da weiterhin eine gute Abhängigkeit bestehen bleibt, was wiederrum zu dauerhaftem und auch mehr Verbrauch führt.

      Zuletzt bleibt nur noch die Frage, ob nun UK oder die VSA mehr Interesse am Iran haben…

      Wer Öl trinkt und Geld (Gold) isst, darf sich nicht wundern, wenn es ihm den Magen umdreht (oder jemand anderes ihm den Kragen).

    • Catweazle - 2. Dezember 2011

      Eigentlich soltle man den Artikel auch mal richtig lesen wenn man den Link hier schon rein postet!
      Da steht es nämlich sehr genau drin um was es geht:
      “Dabei geht es nicht um Rohöl, sondern um verarbeitete Produkte von Schmieröl bis Flugbenzin.”

  • flo - 1. Dezember 2011

    @ME: sehr guter Kommentar, Bohr und Förderplattformen sind sehr sehr kostspielig. Aus dem Grund besteht mein Aktienportfolio auch zu einem guten Teil aus Seadrill Ltd. und Fred. Olsen ASA, beides Dienstleister für die Ölförderer. Die verdienen ein Heidengeld mit den Bohrinseln. Und schütten es recht grosszügig an ihre Aktionäre aus…

  • M.E. - 1. Dezember 2011

    Hallo Hko,
    das nutzt garnichts, so lange die USA etwas mehr12 Millionen Barrel Öl am Tag importieren müssen, also gut 60% ihres Verbrauchs.
    Nur etwa 42 Mio Barrel (all liquids) ist die Menge des gesamten Exportöls weltweit, das andere ist Binnenmarktöl, also nicht grenzüberschreitend.
    Damit sind die USA der bei Weitem größte Ölimporteur weltweit, mit einem Anteil von über 25% am gesamten weltweit gehandelten Exportöl.
    Deutschland importiert knapp 2,5 Millionen Barrel am Tag

  • hko - 1. Dezember 2011

    ist mir doch klar, dass der US Öl Export eine Zeitungsente ist,
    habe ich doch bloss erwähnt, um zu zeigen wie Meinung gemacht wird und der unendliche Ölstrom uns bald überschwemmt …

    • Holly01 - 2. Dezember 2011

      Die Zeitungen sagen uns ja auch nur : Der Krieg geht nicht um Öl, das brauchen die USA garnicht. Es geht um höhere Ziele. Da sind die Amis ganz selbstlos und folgen ihren Isealen.

      • Holly01 - 2. Dezember 2011

        öhm Idealen natürlich …..

  • M.E. - 1. Dezember 2011

    Ja, ist mir nach meinem Kommentar auch aufgefallen. dass Du die Zeitungsente auch als solche betrachtet hast.

  • moritz - 2. Dezember 2011

    Dazu passend auch: 1/4 aller Haushalte in England und Wales gibt mehr als 10% des Einkommens für Energie aus (Stichwort fuel poverty)

    http://www.guardian.co.uk/society/2011/dec/01/fuel-poverty-affects-quarter-households

  • philipp johannes - 2. Dezember 2011

    die amis sind immer selbstlos und edel.
    das ist ja der witz daran.
    das wird verbreitet und soviele glauben es.
    warum ?
    weil sie es glauben wollen.

    ölförderung in der tiefsee hat nun neben den bereits genannten faktoren noch einen erheblichen problemkreis.
    die verschmutzung der weltmeere ( von allen anderen problemkreisen abgesehen ) birgt hier immense gefahren. so ein leck in 8.000 m tiefe oder tiefer ist nicht einfach mal so abzudichten.
    der verlust an natur, an fördermenge ist schon gewaltig.

    auch in dem sektor werden die preise drastisch nach oben gehen.
    wo eigentlich nicht :(

    • alt-shift-x - 2. Dezember 2011

      “die amis sind immer selbstlos und edel” jetzt seid doch nicht so böse ;) zu den Amis. Wenn man Morgens aufsteht und nichts weiss, ausser, dass man, egal was man tut, immer zu den Guten gehört, dann hat der Tag wenigstens Struktur. :)

  • CrisisMaven - 2. Dezember 2011

    Vielleicht findet sich ja rund um die Falkland-Inseln (Malvinas) noch ein Troepfchen?

  • Michael - 2. Dezember 2011

    Irak und Libyen wurden doch gerade “demokratisiert” oder ? Das sollte die Rückgänge Nordseefelder mehr als ausgleichen. Nur am schon lange nicht mehr bereitstehenden Brent hängen die deutschen Treibstoff- und Energiekosten, somit Steuereinnahmen…. Normalerweise ist es so, dass gerade bei hohen Preisen gering ergiebige Abbaufelder ausgebeutet werden. Wer da den Schwarzen Peter hat, bleibt doch recht übersichtlich.

  • M.E. - 2. Dezember 2011

    Hallo Michael,
    natürlich darf man nicht vergessen, dass mit steigenden Öl- und Energiepreisen auch rückkoppelnd die Ausbeutung aufwändig und energieintensiv zu erschließender Ölfelder teurer wird.
    Und zwar rasant.
    Wurde z.B. bei neuen Ölsandprojekten vor 10 Jahren noch mit Barrelpreisen von ca. 30 Dollar kalkuliert, um break even zu erreichen, sind es heute schon 70 bis 80 Dollar.

  • Maddin - 6. Dezember 2011

    Nur zur Info: Die Quelle der Förderdaten sitmmt zwar, aber dort sind noch nicht alle Bohrinseln mit der jeweiligen Förderung erfasst, also ist der Wert noch nicht aussagekraftig. Der Wert für August lag höher. Eine bessere aktuellere Quelle ist die international energy agency dort sind auch schon die Werte für September und Oktober einsehbar….
    Dies alles ändert aber natürlich den Abwärtstrend nicht. Gleichzeitig ist die Ölnachfrage eher gedämpft worden. Das heißt, wenn erstmal die Nachfrage irgendwann wieder richtig anzieht, geht das am Rohstoffmarkt bestimmt nicht spurlos vorrüber!

    (Hinweis speziell Saudi Arabien: Netto immer weniger Öl zum Export verfügbar durch wachsende Bevölkerung mit gleichzeitig wachsenden Ansprüchen…na dann mal Prost!)

  • M.E. - 6. Dezember 2011

    “(Hinweis speziell Saudi Arabien: Netto immer weniger Öl zum Export verfügbar durch wachsende Bevölkerung mit gleichzeitig wachsenden Ansprüchen…na dann mal Prost!)”

    Das gilt für alle Ölförder-/Exportländer mit stark wachsender Bevölkerung und billigen Binnenölpreisen.
    Saudi-Arabiens Eigenbedarf hat sich in nur 18 Jahren verdoppelt auf mittlerweile 2,5 mb/d.
    De Iran beispielsweise hat innerhalb von 35 Jahren seinen Eigenbedarf vervierfacht.
    Ähnliches gilt für Venezuela, Indonesien, die Emirate, Kuwait und viele andere Ölförderländer.
    Einzige Ausnahme: Russland. Deren Eigenverbrauch war in den 1980er Jahren höher als heute. Es ist allerdings auch das einzige wichtige Ölförderland, dessen Bevölkerungszahl sinkt.

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