Unerwartet schwaches US-Verbrauchervertrauen
Heute veröffentlichte das Conference Board die Daten zum US-Consumer Confidence Index für den Monat Januar 2012. Das Verbrauchervertrauen sank auf 61,1 Indexpunkte, nach 64,8 Indexpunkten im Vormonat. Dieser leichte Einbruch kam unerwartet, denn die 74 von Bloomberg im Vorfeld der Daten befragten Volkswirte sahen in der medianen Schätzung einen Anstieg auf 68,0 Indexpunkte beim Verbrauchervertrauen vorher. Vor allem die aktuelle Situation trübte sich deutlich ein, so sank der Present Situation Index auf 38,4 Punkte, nach 46,5 Punkten im Vormonat. Der Expectations Index, die Erwartungen für die nächsten 6 Monate fielen dagegen nur leicht von 77,0 Indexpunkte im Dezember 2011 auf 76,2 Punkte im Januar 2012.
Die Entwicklung des Verbrauchervertrauens des Conference Boards seit Januar 1978 bis Januar 2012 im Chart. Im Januar 2012 ging es auf 61,1 Indexpunkte abwärts.
Die Entwicklung der Present Situation beim Consumer Confidence seit Januar 1998 bis Januar 2012 im Chart. Im Januar 2012 ging es auf 38,4 Indexpunkte abwärts.
Für die aktuelle Situation wird nach den Business Conditions (konjunkturellen Bedingungen in der Gegend des Konsumenten) gefragt, ob sie gut bzw. schlecht sind und nach den verfügbaren Arbeitsplätzen, ob sie reichlich vorhanden sind, nicht so reichlich oder schwer zu bekommen sind.
Schlechter war die Meinung zum aktuellen Arbeitsmarkt, immerhin 43,5% der Befragten meint, dass Arbeitsplätze schwer zu bekommen sind, nach 41,6% im Vormonat. Nur noch 6,1% sind der Meinung, dass es ausreichend Arbeitsplätze gibt, nach 6,6% im Vormonat.
Die Entwicklung der Expectations beim Consumer Confidence seit Januar 1998 bis Januar 2012 im Chart. Im Januar 2012 sank der Subindex der Erwartungen leicht auf 76,2 Indexpunkte ab, nach 77,0 Indexpunkten im Vormonat.
Die Erwartungshaltung sank zwar, ist aber noch vergleichsweise hoch, immerhin erwarten noch 16,6% der Befragten das sich die konjunkturellen Bedingungen in den nächsten 6 Monaten verbessern, nach 16,8% im Vormonat. Die Einschätzung zu den Aussichten am Arbeitsmarkt verbesserte sich sogar, denn in den nächsten 6 Monaten erwarten 16,2% der Befragten mehr Arbeitsplätze, nach 14,0% im Vormonat. Auch erwarten nur 19,5% weniger Arbeitsplätze, nach 20,2% im Vormonat. Bei den Erwartungen wird zusätzlich auch nach den Einkommen gefragt, diese wiederum verschlechterten sich, nur noch 13,8% der Befragten erwarten in den nächsten 6 Monaten steigende Einkommen, im Vormonat waren es noch 16,3%.
Das Verbrauchervertrauen des Conference Boards zeigt das Vertrauen der privaten Haushalte in die Wirtschaft an und beruht auf landesweit 5’000 versendeten Fragebögen von denen ca. 3’500 beantwortete werden. Die Expectations (Erwartungen) sind im Consumer Confidence Index mit 60% gewichtet und die Present Situation (aktuelle Situation) mit 40%.
Quellen: Conference-board.org/Press Release Consumer Confidence Januar 2012, Bloomberg.com/US. Confidence Decline Punkte Cooling US Growth
Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

der-oekonomiker - 31. Januar 2012
Wer etwas über die Verbraucherbefindlichkeit in Amerika wissen will, der muss sich nur Detroit im Norden oder den Nordwesten Floridas ansehen. Außerdem mit den Menschen reden. Oder sich die Pläne von Wal Mart in den USA ansehen. Das reicht um die reale Wahrheit zu sehen. Die liegt ein Stück weit weg von den Statistiken und den Spezialisten-Befragungen. Der Amerikaner auf der Strasse hat Schiss, kein Vertrauen.
Johannes - 31. Januar 2012
Es sei mir gestatten einen OT- Kommentar zu schreiben.
Möchte mich nur bei Steffen und auch bei “der- oekonomiker” für die tollen Blogs, die ihr beide da betreibt bedanken.
Ich hoffe, dass ich mit meiner Spende Ende des vorigen Jahres an Steffen etwas beitragen konnte, dass dieser Blog noch lange bestehen bleibt.
Vielen Dank Euch und natürlich auch den “Gastschreibern”.
Querschuss - 31. Januar 2012
Hallo Johannes,
dir und den anderen Unterstützern ein herzliches Danke, ich weiß dies zu schätzen, aber es bedarf vor allem Einsatz und Motivation diesen Blog zu stemmen und das Bestehen bleiben hängt nicht mit finanzieller Unterstützung zusammen, um Motivation daraus schöpfen zu können sind es auch einfach zu wenige, die eine freiwillige Unterstützung tätigen, im Januar ist die “Krise” auch beim Spendeaufkommen angekommen. Aber immerhin, die Leserzahlen steigen weiter.
Gruß Steffen
der-oekonomiker - 1. Februar 2012
@ Johannes: Danke für die Blumen … liest man gerne!
georg - 31. Januar 2012
gut das hier alles viel besser ist, die amis können von uns viel lernen, nicht nur bei der manipulation der arbeitslosenzahlen ( griechenland, spanien , portugal und andere sowieso )
http://www.wn.de/Welt/Wirtschaft/Wirtschaft-Verbraucher-zum-Jahresauftakt-optimistisch
gruss georg
Lazarus09 - 31. Januar 2012
Jahaha..der Obama war ja auch nicht vorigen Leben für „Agitation und Propaganda“ zuständig gewesen. Da kann er IM Zweifelsfall noch von Erika lernen …. !
der-oekonomiker
d’accord
dank - 31. Januar 2012
Mir scheint die Zahl der 3500 antworteten Befragten, jedes Mal wenn ich sie lese, einfach lächerlich zu niedrig. Dazu stellt sich jedes Mal in welchem Gebiet die Fragebögen an die Haushalte gehen…
Im schlimmsten Fall sind ein Großteil der Non-Response, genau die, die keine Zeit für das Ausfüllen (nur Arbeiten, damit das Geld reicht), evtl. sogar zu wenig Bildung dafür haben oder einfach schlichtweg schon längst auf der Straße sitzen…
Klar – es ist sicher nicht möglich alle zu befragen, aber bei der hohen Bevölkerungszahl; dazu ist eine persönliche Befragung meist doch ergiebiger.
der Bauer vom Hunsrück - 1. Februar 2012
wenn ich mir deine (optisch) wunderschönen Datenreihen so ansehe, dann meine ich eine Funktion zu erkennen, die an einen fallenden Sägezahn erinnert. Das sieht nicht gut, denn das Frustrationspotenzial verläuft genau Konträr, als aufsteigernder Sägezahn. Mal gespannt, wann der Kulminationspunkt erreicht ist und der Graph eine ander Form annimmt.
der Bauer vom Hunsrück - 1. Februar 2012
Leute spendet für den Querschuss, wenn er euch was wert ist und wenn es pro Monat nur 1 € ist, umsonst ist der Tod und der kommt schleichend um die Ecke, aktuell auf dem Osten, von GR, über den Westen von P und S….mal abwarten wo er als nächstes zuschlägt. Wenn ihr auf dem laufenden bleiben und ihn kommen hören und sehen wollt, dann sorgt dafür, dass steffen uns weiterhin die Streichhölzer zur Verfügung stellt um unsere müden Augen offenhalten zu können.
1 € von jedem pro Monat. Um Fragen und möglichen Verdächtigungen zuvor zukommen: Ich zahle Monat für Monat per DA 50,–€ für Informationen, die kostenlos im www angeboten werden. Eine Tageszeitung habe ich nicht, macht 30,–€, die restlichen 20,– entsprciht in etwa den staatlichen Rundfunkgebühren na und wenn ich da die Qualität vergleiche, sind die 20,–€ für Steffen bestens ausgegeben. Danke Steffen, weitermachen!