US-Verbrauchervertrauen auf 31-Monatstief
Heute veröffentlichte das Conference Board die Daten zum US-Consumer Confidence Index für Oktober 2011. Das US-Verbrauchervertrauen fiel schwächer aus als erwartet und sank auf den tiefsten Stand seit März 2009. Im Oktober 2011 sank der Consumer Confidence Index auf 39,8 Indexpunkte, nach 46,4 Punkten im Vormonat. In der medianen Schätzung der von Bloomberg befragten 76 Volkswirte wurde ein Verbrauchervertrauen von 46,0 Indexpunkte erwartet. Dabei lag die Spanne der Schätzungen bei 42,5 bis 52,0 Indexpunkten.
Die Entwicklung des Verbrauchervertrauens des Conference Boards seit Januar 1978 bis Oktober 2011 im Chart. Im Oktober 2011 ging es beschleunigt, auf 39,8 Indexpunkte abwärts. Das erbärmliche Niveau des Konsumentenvertrauens macht der Chart klar deutlich.
Der Subindex, welcher die aktuelle Situation beschreibt sank im Oktober 2011 auf 26,3 Punkte, nach 33,3 Punkten im Vormonat:
Die Entwicklung der Present Situation beim Consumer Confidence seit Januar 1998 bis Oktober 2011 im Chart. Im Oktober 2011 ging es auf 26,3 Indexpunkte abwärts. Dieser Chart dokumentiert auch, dass die Verbraucher nach dem vermeintlichen Ende der Wirtschafts- und Finanzkrise nie wieder richtig Vertrauen gefasst haben, warum auch, die Bailouts des Banken- und Finanzsystems haben ihre Lebenssituation in der Summe nicht verbessert.
Für die aktuelle Situation wird nach den Business Conditions (konjunkturellen Bedingungen in der Gegend des Konsumenten) gefragt, ob sie gut bzw. schlecht sind und nach den verfügbaren Arbeitsplätzen, ob sie reichlich vorhanden sind, nicht so reichlich oder schwer zu bekommen sind.
Schlecht fiel die Meinung zum aktuellen Arbeitsmarkt aus, nur noch 3,4% der Befragten meinten, dass es ausreichend Arbeitsplätze gibt, nach noch 5,6% im Vormonat.
Die Entwicklung der Expectations beim Consumer Confidence seit Januar 1998 bis Oktober 2011 im Chart. Im Oktober 2011 sank der Subindex der Erwartungen auf 48,7 Indexpunkte, nach 55,1 Indexpunkten im Vormonat.
Das Verbrauchervertrauen des Conference Boards zeigt das Vertrauen der privaten Haushalte in die Wirtschaft an und beruht auf landesweit 5’000 versendeten Fragebögen von denen ca. 3’500 beantwortete werden. Die Expectations (Erwartungen) sind im Consumer Confidence Index mit 60% gewichtet und die Present Situation (aktuelle Situation) mit 40%.
In den USA betrugen zuletzt in Q2 2011 die Konsumausgaben der privaten Haushalte satte 70,77% des realen BIPs. Dementsprechend relevant ist der massive Rückgang beim Verbrauchervertrauen zu bewerten.
Quelle Daten: Conference-board.org/The Conference Board Consumer Confidence Index Oktoberber 2011
Kontakt: info.querschuss@yahoo.de
1 Trackback
- Schlagzeilen vom 25.10.2011 | Krise-News - [...] Querschüsse: US-Verbrauchervertrauen auf 31-Monatstief (Auch da geht es weiter bergab. Einzig die Euro-Krise kann die Welt noch von den ...

Andreas Moser - 25. Oktober 2011
Ich vertraue den US-Verbrauchern auch nicht! Die kaufen doch nur Fast Food und protzige Karren.
Kistrof - 25. Oktober 2011
@Moser: Wenn das ein Scherz war – O.K. Wenn das Dein Ernst ist, bist Du auf die falsche Website geraten.
In Amerika kämpfen Millionen von Menschen um genug zu Essen, ein Dach über dem Kopf und ein Minimum an Gesundsheitsfürsorge. Lies mal die Berichte hier im Blog über Foodstamps!
Natürlich kann man sagen, “die sind selbst schuld”. Man kann aber auch bemerken, dass die Bevölkerung dort dem schrankenklosen Kapitalismus viel stärker ausgeliefert ist als hier. Man denke nur an “Liar-Loans”, die Chancenungleichheit im Bildungssystem etc.
M.U. - 25. Oktober 2011
http://tandemvipera.blogspot.com/2011/10/auer-atem-die-lkws-von-de-la-rue.html
Was haltet ihr davon?
langlode44 - 26. Oktober 2011
Was soll ich davon halten? Freundlich gesagt nicht viel. Die Dame scheint mir nicht richtig informiert. Es gibt in D zwei Druckereien die Banknoten drucken, die Artikel genannte und, nicht zu vergessen, die Bundesdruckerei. Beide drucken tatsächlich keine Euro-Noten mehr, dies aber aus dem Grunde dass sie die letzten Aufträge (aus Kostengründen selbstverständlich, Qualität
spielt ja bekanntlich keine Rolle) an hölländische und französische (m.Wissens nach) Druckereien verloren haben.
Auch ansonsten, sozusagen im allgemeinen, sollte man mit derartigen “Infos” vorsichtig sein.
Das meiste ist einfach Humbug.
John Fystikis - 25. Oktober 2011
Die Zahlen passen gut zu diesen deprimierten und deprimierenden Eindrücken:
http://wearethe99percent.tumblr.com/
Kürzlich gab es irgendwo die Zahl, dass die Summe der offenen student loans die Marke von 1000 Mrd. Dollar geknackt hat. Weiß da jemand was genaueres? Schuldenspirale oder rennen mehr in die Colleges, weil sie sonst keinen Job finden?
M.E. - 26. Oktober 2011
Hallo John,
ja, diesen Artikel über die Studentenkredite hatte ich von Wirtschaftsfacts.de verlinkt.
Die Studiengebühren in den USA haben sich innerhalb von 20 Jahren im Durchschnitt um 430% erhöht, weit mehr als 3 mal so schnell wie die allgemeine Teuerungsrate.
Und diese Entwicklung wird sogar weiter gehen, weil sich Privatunis meist über Finanzmarktanlagen finanzieren, die in den nächsten Jahren immer mehr an Wert verlieren werden. Und staatliche Unis, die früher mesit keine Studiengebühren erhoben aber jetzt auch immer höhere Gebühren erheben müssen, sind auf die Zuschüsse zunehmend quasi-bankrotter Bundesstaaten angewiesen.
Selbst auf dem Gebiet der Elitebildung, in dem die USA bisher fürhrend waren, deutet sich also ein regelrechter Crash an. Immer mehr junge US-Bürger werden also eine universitäre Ausbildung garnicht mehr leisten können oder sich brutalst verschulden müssen, um nach dem Studium für sehr lange Zeit in der Zinsknechtschaft ihrer enormen Kredite zu leben. Wenn sie denn überhaupt ordentliche Jobs bekommen. Ansoonsten sind sie pleite.
Nebenbei: die Unterdeckung der staatlichen Pensionssysteme für zig Millionen US-Bürger haben eine unterdeckung weit über 2 Billionen Dollar. Diese Fehlmenge bildet sich noch nicht im aktuellen Stand der Staatsschulden ab, ebenso wenig wie der Investitionsrückstau bei der Infrastruktur, der ebenfalls nicht weit von der 2-Billionen-Grenze entfernt sein wird. Vor 3 Jahren wurde der mit 1,6 Billionen beziffert.
Hier noch einmal der link:
http://www.wirtschaftsfacts.de/?p=13663
John Fystikis - 26. Oktober 2011
Danke M.E. Die Studentenkredite waren damals, als ich da war, kein Thema.
Hier noch aus einem anderer Beitrag zu diesem Thema:
“Übrigens verhält es sich rechtlich mit Studentenkrediten wie mit Schulden, die aus kriminellen Handlungen entstanden. Sie verfallen nicht mit einer Privatinsolvenz. Das ist seit 1998 der Fall und galt ursprünglich nur für die öffentlichen Finanzierer. Als die Kosten der Ausbildung weiter stiegen wurden dann im Jahre 2005 auch die privaten Banken, die Studentenkredite vergeben, unter Schutz gestellt. Ausgerechnet möchte man sagen. Ganz groß im Geschäft sind Citi, Wells Fargo und JP Morgan.”
http://www.cashkurs.com/Detailansicht.80.0.html?&cHash=d141b2e11c&tx_t3blog_pi1%5BdaxBlogList%5D%5BshowUid%5D=9602
Lazarus09 - 26. Oktober 2011
Was meint da Consumer Confidence.. Die Mittelschicht in USA der seit 2000 mit mindestens 3 Jobs und mit allem was sie aufbieten kann versucht das abgleiten in die Food stamps und den Eigenheimverlust zu vermeiden hat trotz strengstem “sparens” ( Konsumverzicht ) den Kampf verloren … und fallen ins Bodenlose
Wo soll da Inlandsnachfrage herkommen,haben die Reichsten des Landes doch alle Luxusartikel mehrfach und keinen Konsumbedarf mehr …. darum hat es ja die teuflische Krise™ .. es ist die gierige Überschussliquidität die dem Markt entzogen ist und im Nullsummenspiel Schaden anrichtet ..die einen gewinnen, der Staat,die Bevölkerung und das Land verlieren auf breiter Front …that’s it
Surprised …?
Ert - 26. Oktober 2011
@langlode44
Malmgren ist nicht irgendwer dahergelaufenes – hatte von Ihr mal einen 1,5 Stündigen Vertrag zu diesen Themen gesehen. Also sowas sagt die nicht ohne Agenda oder Information.
Ich tippe aber auch eher auf Agenda – in Übereinstimmung mit den US Ratingagenturen… die ja Europa Kritisch sehen, aber für US Risiken ein blindes Auge haben.