USA: Arbeitsmarktbericht Dezember 2016

von am 7. Januar 2017 in Allgemein

USA“Obama hinterlässt Trump kräftiges Job-Plus”, so die Headline bei SpiegelOnline gestern, in Bezug auf den US-Arbeitsmarkt 2016. …Ja, aber dies ist nur die halbe Wahrheit, denn die Erwerbsquote verharrt auf historisch niedrigem Niveau. Die Qualität vieler neuer Jobs bleibt schlecht und die Deindustriealisierung wurde auch 2016 nicht gestoppt. Unter Obama machte der Staat nahezu 9,5 Billionen Dollar neue Staatsschulden, die Leistungsbilanzdefizite blieben ungeheuer hoch, die ungleiche Einkommens- und Vermögensverteilung nahm weiter zu, die US-Notenbank weitete aggressiv die Bilanz aus, usw.

Aber nun zuerst zum Arbeitsmarkt, im Dezember 2016 wurden zwar +156’000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft (Nonfarm Payroll Employment)  geschaffen, nur die Zahl der erwerbsfähigen Bevölkerung nahm um +202’000 zu. Die Arbeitslosenquote (U3) stieg im Dezember 2016 marginal auf 4,7%, nur diese ist eben massiv geschönt, denn Millionen ohne Arbeit und Erwerbseinkommen werden schlicht nicht mitgezählt. Von den +156’000 neuen Stellen wurden +132’000 im privaten Dienstleistungssektor geschaffen und +12’000 beim Staat. In der breit gefassten Industrie (Goods Producing) wurden  +12’000 Stellen geschaffen und im Verarbeitenden Gewerbe (Manufacturing) +17’000.

Offenbaren tut den wahren Zustand am US-Arbeitsmarkt die Erwerbsquote (Household Data). Die saisonbereinigte Erwerbsquote stieg im Dezember 2016 um +0,1 Prozentpunkte zum Vormonat, auf historisch betrachtet lausige 62,7%. Die unbereinigte Erwerbsquote lag mit 62,4% nur marginal über dem bisherigen Tief aus September 2015 mit 62,3%:

s1352Die Entwicklung der unbereinigten (blau) und saisonbereinigten (rot) Erwerbsquote (Civilian Participation Rate) aus Civilian Labor Force Level (Erwerbsfähige, die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen) und dem Civilian Noninstitutional Population Level (erwerbsfähige Gesamtbevölkerung ab 16 Jahre, ohne US-Armee und Inhaftierte in den Gefängnissen) im Chart seit Januar 1975. 

Während die Erwerbsquote also so niedrig bleibt, wie Ende der 70er, wo Millionen Frauen nicht arbeiteten bzw. deren Männer noch einen Lohn erzielten, von dem eine Familie noch leben konnte, mehren Wenige mit Hilfe der FED über Vermögenswertsteigerungen (hier am Bsp. Aktienmarkt) ihre Pfründe, völlig losgelöst vom Geschehen im realen Leben:

s1353Die Entwicklung der Erwerbsquote (rot) und stellvertretend für Vermögenswerte der breite Aktienindex S&P 500 von Januar 1975 bis Dezember 2016 im Chart.

Die Exzesse bei den Vermögenswertsteigerungen zeichnen sich nicht nur am Aktienmarkt, auch insgesamt ist es unglaublich, denn die 20 reichsten US-Amerikaner besitzen mehr Vermögen, als die unter Hälfte der US-Bürger (152 Millionen!) und die reichsten 400 in den USA mehr, als die untersten 61%, immerhin 194 Millionen US-Bürger! …Nur Produktion schafft Einkommen, Staatsschulden, Konsumentenschulden, Leistungsbilanzdefizite und eine aggressive Geldpolitik, so eine Ausweitung der Geldmenge, schafft zwar auf der anderen Seite Geldvermögen, aber eben extrem ungleich verteilt, da so addressiert und dies ersetzt eben keinen nachhaltigen Wirtschaftsprozess, sondern destabilisiert auf lange Sicht die Volkswirtschaft.

Aber zurück, die Erwerbsquote noch anders betrachtet:

s1354Die Entwicklung des Civilian Noninstitutional Population Level (erwerbsfähige Gesamtbevölkerung ab 16 Jahre (blau)) und des saisonbereinigten Civilian Labor Force Level (Erwerbsfähige, die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, rot)) in Millionen seit Januar 1990. Schön zu sehen wie im Trend des Charts die Divergenz stetig zunimmt. 159,640 Millionen Erwerbsfähige standen im Dezember 2016 dem Arbeitsmarkt zur Verfügung (Beschäftigte + Arbeitslose) bei 254,742 Millionen Erwerbsfähigen ab 16 Jahre, dies entspricht einer saisonbereinigten Erwerbsquote von 62,7%.

Die Betrachtung der Erwerbsquote ist bei der Einschätzung der Arbeitsmarktdaten zentral, denn je niedriger die Erwerbsquote, umso höher die Zahl derer, die als potentielle Erwerbsfähige ab 16 Jahre dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen (Not in Labor Force).

Praktischer Weise spielen aber alle potentiellen Erwerbsfähigen ab 16 Jahren, die dem Arbeitsmarkt angeblich nicht mehr zur Verfügung stehen, bei der Ermittlung der offiziellen Arbeitslosenzahl und Arbeitslosenquote keine Rolle. Denn relevant für die Ermittlung der Arbeitslosenquote und der Arbeitslosenzahl sind nur die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehenden Arbeitskräfte (Civilian Labor Force Level) und die Beschäftigungszahlen (Employment Level) aus der Haushaltsbefragung!

Civilian Labor Force Level – Employment Level = Unemployment Level (Anzahl der Arbeitslosen)

Verhältnis aus Unemployment Level und Civilian Labor Force Level = Unemployment Rate (Arbeitslosenquote)

Mittels Not in Labor Force konnte man im Trend die offizielle Arbeitslosenzahl und -quote trimmen, wie die Realität in der Statistik auch offenbart.

Zu Not in Labor Force:

s1355Die unbereinigte (blau) und die saisonbereinigte (rot) Zahl der dem Arbeitsmarkt angeblich nicht zu Verfügung stehenden Erwerbsfähigen, Erwachsene ab 16 Jahre (Not in Labor Force) seit Januar 1975 im Chart! Im Dezember 2016 stieg die saisonbereinigte Anzahl der Erwerbsfähigen in Not in Labor Force um +18’000 zum Vormonat, auf 95,102 Millionen. Unbereinigt lag die Zahl der Erwerbsfähigen, die dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen, bei 95,774 Millionen, ein Anstieg von +1,083 Millionen zum Vorjahresmonat. Das Niveau und der bisherige Anstieg waren gewaltig und zentral für die offiziell ausgewiesene niedrige Arbeitslosenquote.

Keine echten Fortschritte, sondern anhaltendes massenhaftes Erwerbseinkommen-Elend dokumentiert auch dieser Chart:

s1356Im US-”Paradies” ohne Erwerbseinkommen (unbereinigte Originaldaten) tummeln sich weiter 102,944 Millionen Erwerbsfähige ab 16 Jahre im Oktober 2016 (unbereinigte Originaldaten). Es gälte noch viele Millionen an Arbeitskräftepotenzial auszuschöpfen, mehr als in den letzten 39 Jahren zuvor!

Der Anteil der Erwerbsfähigen ohne Erwerbseinkommen (aus Not in Labor Force + Unemployment Level) an der erwerbsfähigen Bevölkerung betrug 40,3%! Nur 59,7% der Erwerbsfähigen gingen im Dezember 2016 einer Beschäftigung nach.

Konsistent zum aberwitzigen US-Handelsbilanzdefizit zeigt folgender Chart das ganze Elend der US-Ökonomie:

s1357Die Entwicklung der Beschäftigtenzahlen in der breit gefassten Industrie (blau) und im privaten und staatlichen Dienstleistungssektor (rot) von Januar 1941 bis Dezember 2016 im Chart. Im Dezember 2016 lagen die Beschäftigtenzahlen in der breit gefassten Industrie bei 19,665 Millionen. Im Dienstleistungssektor zog die Beschäftigtenzahl im Dezember 2016 auf 125,648 Millionen.

Isoliert das Verarbeitende Gewerbe:

s1358Die Entwicklung der saisonbereinigten Beschäftigtenzahlen im Verarbeitenden Gewerbe von Januar 1939 bis Dezember 2016 im Chart, laut den Establishment Data. Im Dezember 2016 arbeiteten im Manufacturing nur noch 12,275 Millionen Arbeiter, +17’000 zum Vormonat, aber immer noch um -4,990 Millionen bzw. -28,9% unter dem Niveau aus dem Jahr 2000!

Dort wo handelbare Waren und Güter produziert werden geht nichts, was eine steigende Beschäftigung angeht, der Anteil der industriellen Jobs, an allen Jobs außerhalb der Landwirtschaft sinkt immer weiter:

s1359Die Entwicklung der saisonbereinigten Beschäftigtenzahlen im Verarbeitenden Gewerbe im Verhältnis zur Gesamtbeschäftigung außerhalb der Landwirtschaft in Prozent von Januar 1939 bis Dezember 2016 im Chart. Im Dezember 2016 wurde ein neues Tief generiert, mit einem Anteil von nur 8,44%!!

s48Die Entwicklung der Bruttowertschöpfung des Verarbeitenden Gewerbes im Verhältnis zum nominalen BIP von 1947 bis 2015 im Chart. Zuletzt im Jahr 2015 lag die Bruttowertschöpfung des Verarbeitenden Gewerbes unverändert zum Vorjahr, bei schlappen 12,1% des nominalen BIPs.

Dies bei einem solchen Handelsbilanzdefizit bei Waren und Güter, hier in seiner ganzen “Pracht” kumuliert:

s1360Die Entwicklung der kumulierten Handelsbilanz seit Januar 1987 im Chart. Zuletzt im November 2016 zeichnet sich ein akkumuliertes Handelsbilanzdefizit von -13112 Mrd. Dollar!! Nur im November 2016 waren es -67,873 Mrd. Dollar und in den ersten 11 Monaten 2016 -677,090 Mrd. Dollar.

Daran gemessen hat Obamas Wirtschaftspolitik versagt, seine Strategie bzw. er hatte gar keine! Es gab keine sinnvolle volkswirtschaftliche Steuerung. Höhergestellt war die Gewinnmaximierung von US-Konzernen, die billig im Ausland produzieren, Produkte welche im Umkehrschluss in den USA primär auf Kredit gekauft werden. In einer funktionierenden Marktwirtschaft hätte der Dollar längst massiv abgewertet bzw. niemand würde die USA mehr finanzieren. Aber als Hegemon und mit einer Weltleitwährung und der eigenen Druckerpresse wird dies umgangen. Nicht umgangen werden die dabei aufgebauten Ungleichgewichte, sie werden immer noch höher aufgetürmt. Auch die Staatsschulden, beim “guten” Obama ganz besonders, obwohl messbar nicht viel dabei rüber kam und die USA in einer maroden Infrastruktur aus den 30er Jahren verharrt:

s1361Die Entwicklung der Staatsschulden, nur der US-Zentralregierung in Washington, von Q1 1966 bis Q4 2016 im Chart. Ende 2016 stehen 19,976827 Billionen Dollar auf der Uhr, ein Anstieg von +1,054648 Billionen Dollar zum Vorjahr. Seit Obamas Amtsantritt haben sich fast 9,5 Billionen Dollar neue Staatsschulden angehäuft, in 8 Jahren fast soviel, wie unter allen anderen Präsidenten in der Geschichte der USA zusammen!

Obama ist einer der wohl medial völlig überbewerteten Präsidenten in der Geschichte der USA, dieser Präsident hält keinem simplen Faktencheck stand, er ist nicht nur ein wirtschaftspolitischer Versager! Von Change verblieb die pure Illusion!

In der Realität zeichnet sich in den USA eine Brot und Spiele Ökonomie, mit dem Fokus auf Konsum und “Spaß” auf Pump, ergo zeichnen sich auch in gewissen Dienstleistungssektoren stetige Zuwächse. So kennt scheinbar auch der Bedarf an Barkeepern, Kellnern und Zimmermädchen keine Grenzen:

s1362Die Entwicklung der Beschäftigten im Dienstleistungssubsektor “Leisure and Hospitality”, saisonbereinigte Daten, dies sind Kellner, Barkeeper, Hotelboys, Zimmermädchen usw. von Januar 1939 bis Dezember 2016 im Chart. Im Dezember 2016 wurde erneut ein neues Hoch markiert mit 15,637 Millionen.

Mehr Kellner und Barkeeper als Industriearbeiter im Verarbeitenden Gewerbe (12,275 Millionen)!

s1363Die Entwicklung der Anzahl der Beschäftigten seit Dezember 2007 bis Dezember 2016 im Manufacturing (blau) und im Leisure and Hospitality (rot). Im Verarbeitenden Gewerbe gingen seit Dezember 2007 und damit dem Beginn der Wirtschafts- und Finanzkrise (Rezession in den USA) bis heute -1,468 Millionen Jobs verloren, bei Barkeeper und Kellner kamen +2,087 Millionen dazu.

Die “Massen” an neuen Beschäftigten enstehen also primär bzw. fast ausschließlich im Dienstleistungssektor, viele Jobs davon sind prekär und schlecht bezahlt und auch wenig produktiv.

Grundsätzlich ist die Entwicklung ungebrochen, weg von Jobs der industriellen Wertschöpfung, hin zum Dienstleistungssektor, primär prekäre Jobs, womit sich ja auch der Zirkelschluss zu dem immensen US-Handelsbilanzdefizit herstellt. Zum Ausmaß der schwachen Löhne gab auch die US-Wage Statistik 2015 eindeutig Auskunft, denn 50,0% aller Arbeitnehmer hatten 2015 einen nominalen Jahreslohn von unter 29’930 Dollar! Die 3‘215 US-Arbeitnehmer (Angestellte Führungskräfte in den Konzernen) mit den höchsten Löhnen, verdienten im Jahr 2015 kumuliert unglaubliche 71,415 Mrd. Dollar und damit deutlich mehr, als die 21,999 Millionen US-Amerikaner am unteren Ende der Einkommensskala mit einer kumulierten Lohnsumme von insgesamt 45,948 Mrd. Dollar.

Noch ein Stück Realität, wie sie auch in der Datenbank des BLS zu finden ist:

s751Die Entwicklung der medianen, realen Wochenlöhne in den USA seit Q1 1979 bis Q3 2016 im Chart. In Q3 2016 lag der mediane und reale Wochenlohn bei 347 Dollar (preisbereinigt um den CPI 1982-1984), in Q1 1979 waren es 335 Dollar. Plus 12 Dollar in dreieinhalb Jahrzehnten!!

Der Median ist genau der Punkt, wo 50% der realen Wochenlöhne darunter oder darüber liegen.

s1367Die Entwicklung des Anteils am Einkommen der obersten 10% von 1917 bis 2015 im Chart. Zuletzt im Jahr 2015 lag der Anteil der obersten 10% bei 50,5%, inklusive den Kapitaleinkommen, nur bei den Erwerbseinkommen waren es 48,8%. Die obersten 1,0% akkumulierten mit Kapitaleinkommen 22,0% und die obersten 0,1% noch 9,3% aller Einkommen.

Ungleiche Einkommen befeuern auch ungleiche Vermögen:

s1364Die Entwicklung des Anteils am Gesamtvermögen der “untersten” 90% der privaten Haushalte in den USA (blau) und der obersten 0,1% der privaten Haushalte (rot) seit 1917 im Chart. Am äußeren Rand, im Jahr 2012 (zuletzt aktualisierte Daten aus August 2015, die Daten sind immer auf Grund der Breite der auszuwertenden Daten nachlaufend), besitzen die obersten 0,1% nun 22,0% des Gesamtvermögens und die untersten 90% der privaten Haushalte 22,8%. Der Trend ist deutlich, die Vermutung liegt nahe, dass 2016 die obersten 0,1% die untersten 90% der privaten Haushalte längst überholt haben.

Die Top 10% der privaten Haushalte akkumulierten 77,2% des Vermögens, die obersten 5% noch satte 64,6% und das oberste 1% “ordentliche” 41,8%.

In den letzten Daten liegt u.a. auch der Ausgang der Wahl in den USA begründet, Millionen Abgehängte, auch jene die an der Schwelle dazu stehen, wählten Trump, schlicht weil nichts bessere zur Wahl stand und die Demokraten abgewirtschaftet haben bzw. eng mit den Fehlentwicklungen in Zusammenhang gebracht werden.

Quelle Daten: Bls.gov/Portal

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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19 KommentareKommentieren

  • M.E. - 7. Januar 2017 Antworten

    Herrlich! Die Wirklichkeit 2.0, wie man heute so schön sagt. Man fühlt sich an den Superchip erinnert, der Erich Honnecker auf der Leipziger Messe 1987 übergeben wurde und der niemals existierte.
    Sehr interressant übrigens der letzte Chart. Hier nochmal deutlich nachgewiesen, dass die USA über Jahrzehnte ein deutlich gerechteres Land waren als heute. Genau deshalb haben immer mehr Menschen berechtigterweise den Eindruck, dass der amerikanische Traum für sie endgültig ausgeträumt ist. Wer arm geboren ist, bleibt arm, wer reich geboren wurde bleibt in der Regel reich und wird noch reicher. Das, was man als Refeudalisierung bezeichnet. Die lebenslange soziale Situation wird einem wieder in die Wiege gelegt. Das galt in der Regel zwar auch in den “gerechteren Jahrzehnten”, aber immerhin gab es eine relle Chance zum Aufstieg.
    Wenn sich Obama diesen letzten Chart anschaut, muss er sein Scheitern auf diesem Gebiet eingestehen.
    Dummerweise hat er wohl kein Log-In für die Querschüsse, stimmt´s Steffen?
    Schade.

    Da ja nun alle kommerziellen Medien das ungeprüft nachbeten, was aus den wahrheitsverzerrenden Statistikämtern abgesondert wird, ist dann die Überraschung um so größer, wenn man mit den Folgen der Wirklichkeit 1.0 konfrontiert wird: nur noch 50% Wahlbeteiligung in den USA und ein Präsident Trump. Der Frust sucht sich Ventile. In Zukunft in noch stärkerem Maße als heute.

    Lieber Steffen,
    schicke doch mal diesen Querschuss an die Mailadresssen von Spiegel, Stern, den wichtigsten Tageszeitungen, “Heute” und “Tagesschau”.
    Vielleicht keimt ja in der einen oder anderen Redaktion doch die Erkenntnis auf, dass die mediale Wirklichkeit in wichtigen Teilen der realen Wirklichkeit nicht entspricht.

  • Eisenhaendler - 7. Januar 2017 Antworten

    Gibt es so etwas wie die Civilian Participations Rate auch für D
    und hast Du die parat ?

  • Gundermann - 7. Januar 2017 Antworten

    “schicke doch mal diesen Querschuss an die Mailadresssen von Spiegel, Stern, den wichtigsten Tageszeitungen, “Heute” und “Tagesschau”.”

    Höhöhö, besonders bei den Medien des Propagandaministeriums würde das ganz bestimmt helfen. ;-)

    “Journalismus ist etwas zu veröffentlichen was andere nicht wollen, dass es veröffentlicht wird. Alles andere ist Propaganda.” George Orwell.

  • Georg Trappe - 8. Januar 2017 Antworten

    “Nur Produktion schafft Einkommen”
    Nun in einer Verwendungsbetrachtung ist das richtigich wuerde sagen nur Arbeit schafft Einkommen, aber in einer Entstehungsbetrachtung ist es deutlich falsch:
    Dort entsteht Einkommen nicht nur aus Arbeit sondern im steigenden Umfang aus Rendite auf Eigentum. Und der absolute Witz an der Geschichte ist, es gibt Leute die haben die Lizenz Einkommen aus der Zinsdifferez fuer Geld, das sie aus dem Nichts geschoepft haben, zu generieren. Wenn man das versteht, dann wundert einen nicht was in diesem Artikel wiedereinmal auf denkbar beste weise dargestellt wird.
    -
    Im letzten Chart ist der Zeitpunkt des Knicks nach unten, der Wende, bemerkenswert. Volcker hat Anfang der 80er brutal die US Leitzinsen erhoeht und damit ein US Geschaeftsmodell ermoeglicht, was auf dem Export von triple A rated “Wertpapier” basiert. Damit beginnt der realwirtschaftliche Niedergang der USA und die eine beschleunigte Aufblaehung des Finanzsektors.
    In den USA lebt man seitdem auf Kosten der Welt in einer Verwendungsbetrachtung. Das Ausland produziert/arbeitet immer mehr und die USA finanzieren/konsumieren. In einer Entstehungsbetrachtung heisst dies immer mehr wird per frisch geschoepftem Geld = Kredit nachgefragt.
    -
    By the way, auch in einer stagnierenden Wirtschaft, die einen ausgeglichenenen Handel mit der Welt unterhaelt, also finanziell als geschlossen betrachtet werden kann, weil Geldzu- und Abfluesse sich ausgleichen finktioniert die Sache im gegeben setup nur bei staendig steigender Geldmengenausweitung=Aufschuldung. Warum?
    http://georgtsapereaude.blogspot.com/2016/01/the-root-cause-or-disequilibrium.html
    Wenn die Geldquellen=Banken=Verschuldungsgeneratoren, nicht sprudeln, dann kommt es zur Ueberproduktion=Unternachfrage, da Endpreise immer hoeher sind als Kosten=Loehne um Profit zu erzielen. Die Geschichte der Oekonomen Gewinne=Investitionen, die sugeriert, dass das Geld der Profiteure wieder in die Wirtschaft zurueck fliesst, ist falsch, weil sie die Funktionsweise des Bankensystems faelschlicherweise als Durchreichestation fuer Ersparnisse an Kreditnehmer beschreibt. Das ist nicht so. Geld=Kredit wirden von den Banken aus dem Nichts geschoepft und landet als Profit dank Fettaugensyndrom im hoeher konzentriet auf den Konten extrem Reicher Eigentuemer bzw Firmen denen Cash dank Preis- und Lohnsetzungsmacht aus den Ohren kommt.
    -
    Toll! Und in “Expertekreisen” diskutiert man seit Jahrzehnten lieber im Kreis ueber die absurde Frage ob Sparen oder mehr Schuldenmachen die Loesung des Problems ist. Dabei geht, dank Bankensystem, das eine oder das andere nicht. Stoert aber keinen, sondern jedes Jahr gibt es gefaelschte Nobelpreise einer schwedischen Bank fuer diesen Schrott, der nur das Publikum dumm halten soll.

    Noch Fragen?

    • Georg Trappe - 8. Januar 2017 Antworten

      Es muss heissen: Dabei geht, dank Bankensystem, das eine ohne das andere nicht.

    • Sbend - 8. Januar 2017 Antworten

      >Und der absolute Witz an der Geschichte ist, es gibt Leute die haben die Lizenz Einkommen aus der Zinsdifferez fuer Geld, das sie aus dem Nichts geschoepft haben, zu generieren.

      Das kann aber jeder machen.

    • Querschuss - 8. Januar 2017 Antworten

      Hallo Georg,
      nur ein kleiner Einwand, streng in der VGR-Betrachtung zeigt die Entstehungsrechnung die erzielte Bruttowertschöpfung an (Produktionswert-Vorleistungen), das Fettaugensyndrom zeigt sich dann in der Verteilungsrechnung.

      Ansonsten klar, ein Geldsystem, wie das bestehende, bei dem Geld aus Kredit entsteht braucht steigende Kredit- und Geldmengen, ohne die geht nichts, nicht mal Stagnation, ohne gibt es nur Rezession und Deflation.

      Gruß Steffen

      • Georg Trappe - 9. Januar 2017 Antworten

        Hallo Steffen,

        Danke fuer die Richtigstellung.

        Viele Gruesse

        Georg

    • Georg Trappe - 9. Januar 2017 Antworten

      Das Chart “Beschäftigtenzahlen im Verarbeitenden Gewerbe” zeigt eine andere deutliche Entwicklung auf. Obwohl das US BIP waechst stagniert zu naechst die Zahl der real arbeitenden um dann Ende der 90er abzu stuerzen. Letzteres deckt sich mit meinen Erfahrungen waehrend meiner Zeit in USA (97/99). In jeder Bilanzpressekonferenz sassn die Analalysten der Banken und fragten jeden CEO/CFO nach ihrer “China Story”. Damit war gemeint ob das Management schon Plaene implementiert um die Profitabilitaet per Jobverlagerung zur “Werkbank der Welt” zu steigern. Die gleichen Banken, die dies nicht nur Ende der 90er gefordert haben sondern weit ins neue Jahrttausend hinein, zum Teil bis heute, haben denen deren Jobs da gemeint waren, Hypotheken fuer Hausbau oder Kredite als sog.Home Equity Lines fuer bestehendes Immobilieneigentum, das im Wert gestiegen war, verkauft. Wohlwissend, dass die CEOs/CFO auf ihr Geheiss die Jobs und damit die Zahlungsfaehigkeit der Kreditnehmer nach China verlegen werden. Das alleine beschreibt, wodurch das Land der unbgrenzten Moeglichkeiten in fatalerweise gekennzeichnet ist. Idiotische Gier und absolut gewissenlose fehlsteuernde Bankster. Auch die CEO/CFOs, die ohne gross nachzudenken diesem Irrsinn im grossen Umfang entsprochen haben, sind nur als verantwortungslose Idioten zu bezeichnen. Ein Land was so eine Fuehrungsmannschaft hat braucht sich nicht zu wundern, das es in einem vollkommen ausichtsosen Eck landet aus dem es kein gewaltfreies Entkommen mehr gibt.
      Das man hierzulande in Nibelungentreue diesem gigantischen und offensichtlichen Versagen, was ja ohne Not sondern nur aus dummer Gier entstanden ist, blind folgt, ist einfach unglaublich.

  • Georg Trappe - 8. Januar 2017 Antworten

    OT: Miss Piggy versteht auch nicht warum unsere Wirtschaftsweise, die Dank Banken- und Geldsystem nur durch bubble up for ever funktioniert, auf Buergerkriege im Inland und Kriege mit dem Ausland hinauslaeuft, wenn man Stuetzels volkswirtchaftliche Saldenmechanik ignoriert, und wundert sich, das die EU auseinanderbricht. Miss Piggy begreift auch nicht, dass nur die korrupten deutschen Scheichs aka 1% wie irre davon profitieren, die ueberschuessigen deutschen Arbeitsergebnisse an ein sich staendig weiter verschuldendes Ausland zu verkaufen. Das ist im uebrigen Gesetzesbruch in Deutschland (Stabilitaetsgesetz das ausdruecklich eine Wirtschaftspolitik einfordet die enen ausgeglichen Aussenhandel anstrebt).
    Aber das interessiert ja auch keinen mehr in diesem Irrenhaus.
    Endsieg der Buchhaltermentalitaet. Hauptsache die Rendite stimmt und das eigene Vermoegen, auch wenn es nur Papiervermoegen ist, das durch amerikanische Willkuer jederzeit entwertet werden kann, waechst schneller als das aller anderen.

    http://www.reuters.com/article/us-germany-europe-idUSKBN14R0G8?feedType=RSS&feedName=topNews&utm_source=twitter&utm_medium=Social

  • JL - 8. Januar 2017 Antworten

    Man muß eine Lüge nur oft genug wiederholen damit ihr geglaubt wird, so Sinngemäß Goebbels.

    Die Amerikaner sind einer Lebenslüge aufgesessen die sie nun erst erkennen und erkannt haben. Da zieht man voller Elan in irgendwelche Kriege um irgendwelche böse Buben zu besiegen, Mustert irgendwann ab und endet als Kistenträger auf irgendeinen Obstmarkt oder irgendwo im Nirwana statistischer Filter. Die rosige Zukunft sieht wohl anders aus als dies Obama einst verkündete und statistische Verrenkungen sollen eine Welt zaubern die im krassen Widerspruch zur Realität steht. Vor allem dies hat wohl die meisten Amerikaner bewogen Trump zum nächsten Präsidenten zu küren.

    Die amerikanischen Eliten haben sich schon längst aus dem dortigen Wirtschaftsraum zurückgezogen, woanders gibt es weniger Auflagen, höhere Renditen und bessere Möglichkeiten Gewinne in irgendwelchen Steueroasen zu parken. Geblieben ist die Liebe zum amerikanischen Markt der sich gern auch überschulden darf- verkauft ist verkauft und zur Not zahlt letztlich der Staat- also der Steuerzahler- die Rechnungen wenn irgendetwas schief läuft, zum Beispiel in der Banken- und Immobilienwelt.

    Geblieben ist auch die Liebe zur amerikanischen Rüstungsindustrie, sicher nicht ohne Grund. Und sicher nicht ohne Grund hat Trump schonmal vorsorglich das Kosten/ Nutzenverhältnis für verschiedene Rüstungsprojekte (zum Beispiel F35) infrage gestellt. Damit ergibt sich natürlich auch die Frage, wieviel Prozent der amerikanischen industriellen Wirtschafts- und Dienstleistungsbranche dem militärischen Komplex zugeordnet werden kann. Das ist sicher eine kaum lösbare Herausforderung. Schließlich gibt es nicht nur den Rüstungsetat von rund einer halben Billion Dollar für die Truppe sondern auch noch über 62 Milliarden für die 17 Geheimdienste des Landes, zusätzlich noch die Kosten für den Heimatschutz und diverse militärische Projekte der NASA und Küstenwache.

    Wenn von diesen geschätzten 600 Milliarden Dollar nur angenommene 60% für Versorgung, Anschaffung, Wartung und Unterhaltung von Anlagen und Technik. Dienstleistungen, Reparaturen und Entsorgung innerhalb der USA zum BIP beitragen, reden wir hier grob über den Daumen von einem Anteil des militärischen Komplexes von 1/3 der jährlichen Wirtschaftsleistung der Amerikaner.

    Ein Bombengeschäft bisher- im wahrsten Sinne des Wortes.

    Mit freundlichen Grüßen

    JL

    • Querschuss - 8. Januar 2017 Antworten

      so ist es JL, im orwellschen Style, “Krieg ist Frieden” hat der Friedensnobelpreisträger Obama auch 2016 massiv Bomben einsetzen lassen. 26171 Bomben haben US-Flugzeuge 2016 über 7 Länder abgeworfen, 3027 mehr als noch 2015:

      http://blogs.cfr.org/zenko/2017/01/05/bombs-dropped-in-2016/

      Der militärisch industrielle Komplex braucht Feinde, als “bester” Feind wird Russland instrumentalisiert, bei Terror und Terroristen mischt man verdeckt mit, man muss Argumente für Nachfrage militärischer Güter generieren (War on Terror) und für maßlos aufgeblasene Dienste. Und diese Milliarden Dollar fressenden Dienste liefern dann so ein armseliges Pamphlet ab, was sie selbst und ihre Arbeit maximal diskreditiert:
      https://www.dni.gov/files/documents/ICA_2017_01.pdf

      Gruß Steffen

  • Georg Trappe - 9. Januar 2017 Antworten

    http://evonomics.com/americans-get-rich-stay-rich/

    How do Americans get rich?

  • Jeha - 9. Januar 2017 Antworten

    Noch kurz zu dem Vorwurf, “die Russen” hätten in den Wahlkampf eingegriffen.

    Bezeichnenderweise behauptet NIEMAND, dass die veröffentlichten emails falsch sind oder die Wahrheit falsch wieder geben.

    Durch die Behauptung, das es die Russen waren berichtet niemand (mehr), dass die Demokraten ihre eigene Kandiadten Kür manipuliert haben und Clinton völlig fahrlässig mit ihren emails umgeht.

    Es wird über einen Skandal berichtet, der keiner ist und damit völlig vom eigentlichen Skandal abgelenkt. Das ist Volksverdummung aus dem Lehrbuch.

  • Georg Trappe - 9. Januar 2017 Antworten

    *****

    https://youtu.be/8dGNDUdtNh8

    When you’re lovers in a dangerous time
    Sometimes you’re made to feel as if your love’s a crime –
    But nothing worth having comes without some kind of fight –
    Got to kick at the darkness ’til it bleeds daylight

    ~Bruce Cockburn “Lovers In A Dangerous Time”~

    Don’t believe in the 60′s
    The golden age of pop
    You glorify the past
    When the future dries up
    Heard a singer on the radio late last night
    He says he’s gonna kick the darkness
    ’til it bleeds daylight
    I…I believe in love

    ~U2 “God Part II”~

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