USA: Baubeginne im März auf Fünfmonatstief

von am 17. April 2012 in Allgemein

Weiterhin bleibt der US-Immobilienmarkt schwach, die US-Baubeginne fielen im März 2012 schwächer als erwartet aus. Die von Bloomberg befragten 82 Volkswirte hatten in der medianen Schätzung mit 705’000 Baubeginnen für März gerechnet. Es wurden nur 654’000 Baubeginne, saisonbereinigt und auf das Jahr hochgerechnet (SAAR), vom US-Census Bureau berichtet, ein Einbruch von -5,8% zum Vormonat und der schwächste Monat seit Oktober 2011.

Die US-Baubeginne (rot) mit 654’000 neuen Wohneinheiten im März 2012, saisonbereinigt und auf das Jahr hochgerechnet (SAAR). Die Baugenehmigungen (blau) mit 747‘000 Einheiten. Beide Indikatoren bewegen sich weiterhin in der Nähe der historischen Tiefs!

Die Baubeginne gelten als ein Indikator für die aktuelle Bautätigkeit. Sie verfolgen die Bauanfänge von neuen Einfamilien-, Stadt- und Apartmenthäusern, jede einzelne Wohnung wird als Baubeginn gezählt. Zum letzten Monatshoch im Januar 2006 mit 2,273 Millionen Wohneinheiten brachen die Baubeginne bis März 2012 immer noch um -71,23% ein.

Die Baugenehmigungen hingegen beschreiben die Bauaussichten. Im März 2011 stiegen die Baugenehmigungen um +4,5% zum Vormonat auf 747’000 Wohneinheiten (SAAR)! Das letzte Hoch bei den Baugenehmigungen lag allerdings bei 2,263 Millionen Einheiten im September 2005, immer noch ein Einbruch bis März 2012 von -66,99%!

Vor allem in der Relation zur steigenden Bevölkerung in den USA wird der epochale Einbruch deutlich bzw. das Ausmaß der vorangegangenen Immobilienblase.

Quelle Daten: Census.gov/Datenportal Baubeginne und Baugenehmigungen

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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19 KommentareKommentieren

  • schnauzevoll - 17. April 2012

    Verkehrte Welt! Auf Telebörse wird gerade der Häusermarkt als Begründung für die aktuelle Hausse angeführt. :D Hahaha, die Medien sind sich offenbar für nichts zu dämlich.

    Lieber Steffen, wenn ich Deine Ausarbeitungen genieße, auch wenn ich nicht alles davon verstehe, dann kommt mir mir der Satz in den Sinn: Je aussichtsloser die Lage an der Front, desto positiver die Berichterstattung. Siehe “Wochenschau”.

    • Frank Bell - 17. April 2012

      Der BDI steigt seit Februar, und heute hatte der NASDAQ den stärksten Tagesgewinn innerhalb der letzen 4 Monate. Scheint so, als ob einige optimistischer sind als wir.

      • MagnaBavaria - 18. April 2012

        Trotzdem ist der BDI auf lange Sicht gesehen immer noch sehr, sehr niedrig…

  • Holly01 - 17. April 2012

    Die Amis haben zumindest eine solide Seitwärtsbewegung mit leichter Tendenz nach oben hinbekommen.
    Das ist schon ganz gut.
    Bleibt nur die Frage was aus den freddys wird. Die Lösung ist überfällig.

  • Alsterpirat - 17. April 2012

    Tja, und das Argument “schlechtes Wetter, verlängerter Winter, keine Baukonjunktur” läuft hierbei wirklich komplett ins Leere: der März 2012 war in Nordamerika einer der wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen…:

    http://www.wetteronline.de/wotexte/redaktion/topthemen/2012/03/0327_us_USA-erlebt-Sommer-im-Maerz.htm

  • Andres Müller - 18. April 2012

    Die USA haben ja infolge des Platzen des Bubble noch eine Menge leerstehender Immobilien zu verkaufen, da kann es sein dass nun die Neubauten hinter her tingeln. Das kann der Grund sein warum sich etwa Goldman Sachs trotzdem bereits jetzt für steigende Immobilienpreise positioniert.
    http://boerse.ard.de/content.jsp?key=dokument_605004

    “Anders als im Case-Shiller-Index angegeben, hätten sich die Immobilienpreise viel positiver entwickelt. Der Aufschwung bei den Eigenheimen scheint für die amerikanische Bank zum Greifen nah”

    Könnte natürlich auch anders kommen…

    • Frank Bell - 18. April 2012

      Warum? Das es schlimmer werden würde, haben man vor drei Jahren viele gedacht. Warum jetzt?

  • klaus - 18. April 2012

    Immobilien ?

    2 ganz dicke offene Immofonds könnten im Mai dichtmachen.

    http://www.handelsblatt.com/finanzen/immobilien/nachrichten/kriselnde-immobilienfonds-hoffnung-auf-ein-gutes-ende-schwindet/6502260.html

    Dann heißt es Rest-Geld einsammeln.

    Von wegen ZEW-Index ist positiv.
    Nix is.

    Man hofft das was positiv wird !
    Sonst nix.

    Genauso wie die Krankenkassen hoffen die Beiträge von
    Leuten unter der Pfändungsgrenze eintreiben zu können – 1,5 Mrd übrigens.

    Und plötzlich vor der Wahl erkennt der oberste Verräter der
    Arbeiterklasse, das Seine Agenda, geboren im Hannoverschen Sumpf,
    für die Niedriglöhner ein Nachteil war und die Wahl mit
    Mindestlohnforderung für die SPD günstiger sein könnte.

    http://www.n-tv.de/politik/Schroeder-fuer-Mindestlohn-article6045721.html

    Basta.

    Offensichtlich ist die große Koalition schon beschlossen und
    hat leider keine

    2/3tel Mehrheit für den Fiskalpakt.

    Aber Pfadfinderliedchen singen und positiv Denken ist
    in aller deutscher Munde.
    Mit den großen Parolen naht das Ende der Betriebe !
    Vorher laufen die Chef-Choleriker durch die Räume.

    So wird das auch in Deutschland weitergehen.

    Das ist Alternativlos.

    Man hat keine Wahl.
    So etwa wie manche Banken Risikopapiere an
    nichtsahnende Rentner vertickert haben mit
    Enddaten zum 130 Lebensjahr. Oder so.

    Jeden morgen steht einer auf und den muß
    man finden !
    Blöd nur, wenn wirklich der letzte einfach nur
    noch NEIN sagt.
    Risiko macht keinen Spass, wenn man weiß
    WER verlieren soll.

    ;)

  • SLGramann - 18. April 2012

    Es sieht dennoch nach einer Bodenbildung aus. Bevor es wieder aufwärts gehen kann, müssen die Exzesse der letzten Blase verarbeitet werden. Wenn es hier bis, sagen wir mal, 2015 einen Seitwärtstrend gäbe und danach wieder eine sanfte Aufwärtsentwicklung, wäre eigentlich alles in Ordnung, wenn man die extremen Umstände berücksichtigt.

    • Till - 18. April 2012

      Von den alten Krediten wurden aber noch keine abbezahlt (in Summe). Also muß die nächste “Erhohlung” der Immobilienmärkte auf die alten Kredite aufgesattelt werden. Und das bei Löhnen, die bei Neueinstellungen unter den alten liegen. Also sind noch mehr Kredite nötig, und das bei bröselnder Bonität.

      Das wird hart, hier einen neuen Immobilienboom zu zünden. Natürlich kann es in 1A Toplagen aufwärtsgehen(wo die 10% leben für die es jetzt schon einen starken Aufschwung), aber einen landesweiten Boom wie bis 2007 sehe ich nicht.

  • die Simpsons - 18. April 2012

    @klaus: guter Kommentar! Und einen setze ich noch oben drauf. Unsere Ökonomen beschützen dieses System. Sie wurden als Wächter ausgebildet (hat nichts mit Bildung zu tun). Unglücklicherweise merken sie nicht mal wie sie benutzt werden. Und unser neuer …..(Bundespräsident) verkündet schon mal die Vereinigten Staaten von Europa. Da fällt mir nur noch ein: Good Morning Vietnam!

    • Querschuss - 18. April 2012

      Hallo die Simpsons,
      ich habe ein Wort durch ….. ersetzt und die Funktion des Gemeinten in Klammern angegeben. Im Zweifel bin ich inhaltlich verantwortlich zu machen, unabhängig davon war der implizierte Vergleich überzogen.

      Gruß Steffen

  • klaus - 18. April 2012

    @Simpsons

    Natürlich sind unsere führenden Volkswirte
    gehalten “positiv” zu Denken und zu Lenken.

    Problematisch wird es nur, wenn es soo durchschaubar
    wie bei Franz wird.
    Wenn im Retro-Denken dann noch Milchmann-Beispiele
    kommen, wirds unerträglich.

    Fakt ist, nichts was im Moment passiert, hat einen
    volkswirtschaftlich begründbaren Hintergrund.

    Das heißt jegliches Handeln sucht erstmal ein Fundament.
    Bis dahin wird Geld im Süden gedruckt, in Deutschland
    in der Gegenbuchung zwangsversteigert in Immofonds
    und ein Liedchen gesungen bis es durch Zufall klappt.

    Vor der Wahl erzählt man von den empfindlichen
    Märkten.
    Dann macht man schärfere Regeln für Ratingagenturen
    und schließlich bettelt man in China,Japan um
    “Konsumkredite” .
    Und bevor der europäische Konsum einbricht,
    gibt China halt ein paar Münzen.

    • Tourist - 18. April 2012

      Klingt BEINAHE nach einer Ehrenrettung der Volkswirtschaften!

      “Natürlich sind unsere führenden Volkswirte
      gehalten “positiv” zu Denken und zu Lenken.”

      Nun zum Denken benötigt man einen brauchbaren Ansatz, den geben die volksswirtschaftlichen “falschen” Modelle nicht her. UND zum Lenken, muss man das Gefährt kennen. Nur wenn man keine Ahnung erahnen kann, wie Gesellschaft abläuft, wirds mit dem Lenken sowieso nix.

      “Fakt ist, nichts was im Moment passiert, hat einen
      volkswirtschaftlich begründbaren Hintergrund.”

      Eben aus dem Grund. Die Volkswirtschaft incl. der Betriebswirtschaft hat keinen Hintergrund. Diese Hintergründe (Modelle) haben sich in den letzten Jahren ziemlich selbst ad absurdum geführt. Das taten sie schon vorher, aber es braucht halt mal ein paar ordentliche historische Ereignisse und KRacher, bis da mal ein Groschen anfängt zu fallen.

      Die Volkswirte sollten mal lieber das tun, was der Sinn von Wissenschaft ist. Forschung betreiben, wenn man eine Sache nicht versteht. Und sie sollten nicht klugscheissen, weil man eine jahrelange Expertise hat, auf der Grundlage fehlerhafter Prämissen.

      Nichts ist ekelerregender als überhebliche Wissensfürze aus dem Obrigkeitsgesäusel.

  • pertuberanz - 18. April 2012

    John Paulson goes short on German Bunds businessinsider.com
    Würde ich auch machen wenn ich cds kaufen könnte. Bei John Paulson hat das Dank der Medien das Potential eine “self-fulllfilling prophecy” zu werden.

    gruss pertuberanz

  • peterb - 18. April 2012

    “John Paulson goes short on German Bunds” ??

    Na klar. Denn D soll jetzt den Zahlmeister via ESFS und ESM für marode Banken spielen. Verlangen die Spanier:
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,828196,00.html

    Explodierende Kreditabfrage bei der EZB und implodierende Einlagen der spanischen Banken sorgen für ein ganz neues “Feeling” :
    http://blog.markusgaertner.com/2012/04/17/der-grosangriff-auf-spanien/

    “In diesen Fällen sollte der EFSF direkt Gelder an die angeschlagenen Institute überweisen können und die nationalen Regierungen umgehen, heißt es. …. Zudem müsse das Land keine strengen Spar- und Reformauflagen erfüllen, die bei den bisherigen Hilfspaketen aufgelegt wurden. ” schreibt der Spiegel im obigen Artikel dazu.

    Na prima! Unsere HRE haben wir selbst gerettet. Die Spanier sehen das gar nicht ein – sie müssten sich ja dann vorschreiben lassen, wie stark sie zu sparen hätten.

    Tja, sowas passiert, wenn man eine ökonomische Fehlkonstruktion mit aller Macht erhalten will. Und derweil schwadroniert unser aller BuPrä von den vereinigten Staaten von Europa. In denen dann genau solche Pleiteländer die Mehrheit und damit das Sagen hätten. Wir haben schon die ehemalige DDR unter wesentlich günstigeren Bedingungen auch nach 20 Jahren nicht auf unser Niveau hiefen können, und jetzt 250 Millionen Menschen auch noch … ?

  • hunsrückbauer - 18. April 2012

    @ Andreas Müller
    da gibt´s nicht mehr viel zu verkaufen. die hütten, die seit 2 oder noch mehr Jahren zwangsgeräumt sind und leer stehen, kannst du nur noch abreißen oder weil aus Holz, abbrennen. Einziehen geht da nicht mehr.

    • Frank Bell - 18. April 2012

      @hunsrückbauer: Ja, ich habe mal gelesen, dass dort sämtliche Stromkabel (Kupfer) aus der Wand gerissen wurden und alles brennbare Material (Holz) zu Heizzwecken entwendet wurde.

  • HaPennyBacon - 18. April 2012

    Bei satten 50.000 Baubeginnen weniger als erwartet, saßen bestimmt auch ein paar 100.000 Bauarbeiter auf dem Trockenen. Sollte man nicht vernachlässigen diese Zahl denn es sind letztendlich wieder Einkommen die hier NICHT erzielt werden konnten.