USA: solide PKW-Verkäufe im März

von am 4. April 2012 in Allgemein

Die unbereinigten Autoverkäufe (Total Light Vehicle Sales) in den USA stiegen im März 2012 um +12,7% zum Vorjahresmonat, auf 1,404774 Millionen PKWs an und präsentieren damit sehr solide Daten. Allerdings ist der März grundsätzlich auch ein saisonal sehr starker Monat, zusammen mit dem August und dem Dezember.

Die unbereinigten US-Autoverkäufe seit Januar 1990 bis März 2012 im Chart. Die 1,404774 Millionen PKW-Verkäufe im März 2012 dokumentieren einen kräftigen Absatz. Der saisonal starke März, gerade der aus 2012, liegt auch deutlich über dem langfristigen monatlichen Durchschnitt von Januar 1990 bis Dezember 2007. In diesem breiten Zeitraum wurden im Schnitt betrug 1,294 Millionen PKWs verkauft.

Bereinigt um den saisonalen Faktor und auf das Jahr hochgerechnet (SAAR), stellen sich die Autoverkäufe nicht ganz so positiv dar, denn zum Vormonat ging es bereinigt auf SAAR-Basis leicht abwärts:

Die Entwicklung der PKW-Verkäufe saisonbereinigt und auf das Jahr hochgerechnet (SAAR) seit Januar 1976 bis März 2012 im Langfristchart. Im März 2012 betrug der Absatz auf SAAR-Basis saisonbereinigte 14,37 Millionen Fahrzeugeinheiten, nach 15,10 Millionen Einheiten im Vormonat. Die im März 2012 saisonbereinigten 14,37 Millionen verkauften Fahrzeugeinheiten, bewegen sich auch noch leicht unter dem langfristigen monatlichen Durchschnitt von 15,5 Millionen Fahrzeuge (-7,3%), die noch in den Jahren 1990 bis 2007 verkauft wurden! Das Verkaufshoch wurde im Oktober 2001 markiert, mit gewaltigen 21,7 Millionen Fahrzeugen (-32,3%)! Aber bei der Betrachtung des SAAR-Langfristcharts ergibt sich eine relevante Erholung.

Noch etwas negativer geraten die SAAR-US-Autoabsätze, wenn man sie in die Relation zum Bevölkerungsanstieg setzt:

Die saisonbereinigten und auf das Jahr hochgerechneten monatlichen Autoabsätze  (SAAR) je 100 US-Einwohner. Im März 2012 wurden auf das Jahr hochgerechnet je 100 Einwohnern 4,58 PKWs (SAAR) verkauft, beim Hoch im September 1986 waren es 8,79 Autos je 100 Einwohner und der Durchschnitt von 1990 bis 2007 lag bei 5,60 je 100 Einwohner. Der März 2012 lag um -18,2% unter dem Durchschnitt von Jan. 1990 bis Dez. 2007.

Die detaillierten unbereinigten Autoabsätze der diversen Hersteller im Januar 2012, im Vergleich zum Vorjahresmonat, sind hier bei Motor Intelligence.com einzusehen. Deutsche PKW-Hersteller konnten beim Absatz in den USA Punkten, so Audi um +18%, VW um +34,6%, BMW um +18,0% und  Mercedes um +8,7%, jeweils zum Vorjahresmonat. Nur Porsche musste leichte Einbußen von -4,9% zum Vorjahresmonat hinnehmen.

Von den 1,404774 Millionen im März 2012 in den USA verkauften Fahrzeugen (Total Light Vehicle Sales), waren 641’468 bzw. 45,66% Light Trucks, also Vans, Minivans, Sport Utility Vehicles (SUVs) und Pick Up’s.

Quellen Daten: Motorintelligence.com/XLS: SAAR DataMotorintelligence.com/XLS: New Vehicle Sales

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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30 KommentareKommentieren

  • georg - 4. April 2012

    hinzu kommt dass der winter dies jahr in den USA ausgefallen ist . gruss georg

  • M.E. - 4. April 2012

    Interessant wäre ja in dem Zusammenhang, wie sich die private Sparquote in den USA entwickelt hat.
    Nach einer gewissen Rückführung der Privatverschuldung 2009/2010 ist ja die Sparquote 2011 wieder gefallen. Aber aktuelle Zahlen liegen mir nicht vor.
    Hat jemand aktuelle Daten?

    • Querschuss - 4. April 2012

      Hallo M.E.,
      Sparquote sinkt auf 3,7% zuletzt im Februar 2012, siehe hier: http://research.stlouisfed.org/fred2/series/PSAVERT?cid=112
      dies entsprach 438,7 Mrd. Dollar auf SAAR-Basis: http://research.stlouisfed.org/fred2/series/PMSAVE?cid=112

      Gruß Steffen

      • Andres Müller - 4. April 2012

        ja, Kredite sind wieder leichter zu bekommen in den USA und auch der Zinssatz ist verhältnismässig niedrig. Somit steigt auch die Privatverschuldung wieder. Ausserdem soll es Quer -Subventionen zwecks US- Motorengebrüll geben.Das fehlt dann an einem anderen Ort, weshalb man am besten sämtliche Industriedaten beobachtet und nicht nur die Schlüsselindustrie.

  • M.E. - 4. April 2012

    Danke Steffen.
    Also im internationalen Vergleich eine weiter geringe Sparquote, aber wenigstens nicht negativ wie 2005 bis 2007.
    Eine Sparquote von 3,7% müsste nach meiner Ansicht aber trotzdem mit einem leichten Anstieg der privaten Gesamtverschuldung einhergehen. Ich vermute, erst über 5 bis 6% Sparquote stagniert die Verschuldung – darüber wird sie abgebaut.
    Denn überdurchschnittlich sparen können ja mittlerweile nur noch die Menschen mit deutlich überduchschnittlichen Einkommen. Die ziehen die durchschnittliche Sparquote hoch. Da sehr wenig neue Häuser verkauft werden, ist natürlich die Nachfrage nach neuen Hypothekendarlehen stark gesunken – trotz rekordniedriger Zinsen. Und die Hypothekendarlehen bilden ja den größten Teil der privaten Verschuldung, währen Kreditkarten-, Studenten- und sonstige Kredite weniger als 25% der privaten Verschuldung ausmachen. Und dieser Teil der Verschuldung steigt wohl gegenwärtig an. Diese sind allerdings in der Regel auch mit den höheren Zinsen belastet.

    Vor diesem Hintergrund der stark zurückgegangenen neuen Hypothekenkredite sind 3,7% Sparquote trotzdem ein extrem geringer Wert. Und zeigt, dass vielen US-Bürgern gerade der Mittelklasse oftmals nur die Verschuldung als Option bleibt, wenn die Kinder studieren sollen oder wenn ein Auto gekauft wird.
    Richtig spannend wird es für viele dann im Alter. Denn viele haben ihre 401k-Konten zur Altersvorsorge schon in Teilen konsumtiv verfrühstückt. In den nächsten 20 Jahren droht in den USA (und natürlich nicht nur dort, aber besonders dort) eine stark zunehmende Altersarmut bis hin zur Verelendung. Die ebenfalls unter wirtschaftlichem Druck befindlichen Kinder der Alten werden dann kaum noch materielle Unterstützung leisten können.
    Große Teile der Mittelklasse in den meisten OECD-Ländern stehen nach einer Zeit der Erosion vor einem Absturz.

  • M.E. - 4. April 2012

    Ach, ich sehe greade, dass nach der von Steffen verlinkten Sparquotenstatistik diese Quote auch 2005…2007 im positiven Terrain war.
    Das deckt sich nicht mit meinen Informationen, dass es damals eine negative Sparquote gab.

    • Querschuss - 4. April 2012

      Hallo M.E.,
      die wurde nachträglich nach oben korrigiert, sprich revidiert. Die Daten sind die einzigen offiziellen!

      Gruß Steffen

  • zweifler - 4. April 2012

    Wenn man mal wieder die Produktion auf Halde bei GM berücksichtigt, dann revidiert sich deren Absatzzahl um 20%, d.h. im Vergleich zum Vormonat eigentlich ein Rückgang der Verkaufszahlen. Aber so wird die Produktion ohne Nachfrage als “sale” bewertet, damit alle glücklich sind.

    Es wird munter weiterproduziert in der Hoffnung dass eines Tages Kunden die Händler stürmen. Für ein profitorientiertes Unternehmen ist das eine Menge an gebundenem Kapital und eigentlich ein völlig unvernünftiges Handeln über einen so langen Zeitraum.

    Hauptsache das US-GDP wird dadurch wieder ein wenig nach oben gedrückt und man kann weiter die Mär von der Recovery spinnen.

    The Latest Parabolic Chart – GM Channel Stuffing
    http://www.zerohedge.com/news/latest-parabolic-chart-gm-channel-stuffing

    Gruß

  • Ed Barner - 4. April 2012

    Denken wir mal 3 Jahre zurück, dann ist die Entwicklung auf dem US-Automarkt sensationell und wurde selbst von den größten Optimisten zu keinem Zeitpunkt so vorhergesehen.

    • Querschuss - 4. April 2012

      Hallo Ed,
      die Wirtschaftserholung so weit sie wirklich eine ist (?), basiert auf eine anhaltende Verschuldungsorgie und dies zeigt den Unterschied zur Südperipherie der Eurozone und das der “Erfolg” des Kapitalismus zuvorderst und eigentlich ausschließlich auf Kreditexpansion und billig verfügbare Energie beruht. Kapitalismus ist Kredit, entzieht man ihm die Droge, endet es wie in Griechenland oder ähnlich. Dies soll jetzt kein Plädoyer für Verschuldung sein, sondern zunächst nur eine Feststellung.

      Gruß Steffen

  • M.E. - 4. April 2012

    Die Auffüllung der Lager bis an die Deckenkante ist natürlich Produktions- und BIP-steigernd.
    Dummerweise mit dem sich zeitverzögert bemerkbar machenden Effekt, dass Preise und Gewinne sinken und die Produktion später um so mehr einbricht.

    Und die Lagerbestände steigen in den USA seit vielen Monaten. Auch eine Form der Blasenbildung.

    • Tom - 4. April 2012

      Wann, (ob) und wie müssen die Autobauer die auf Halde liegenden Produkte eigentl. abwerten…?

      Ich kenne da aus anderen Branchen diverse Probleme mit Wirtschaftsprüfern… die meinten das die Produkte abgewertet werden müssen… dann kommen da noch Entsorgungskosten usw.

      LG
      Tom

  • M.E. - 4. April 2012

    O.T.,
    die spanische Bondemission war nicht erfolgreich. Die beabsichtigte Erlössumme von 3,5 Milliarden Euro wurde um fast eine Milliarde verfehlt und die Zinsen für 3-jährige zogen um 0,5% und für 4-jährige um 1% gegenüber der Letzten Auktion an.

    Das LTRO-Strohfeuer neigt sich seinem Ende entgegen.

    http://www.onvista.de/news/politik-volkswirtschaft/artikel/04.04.2012-12:00:07-spanien-verfehlt-ziel-bei-anleihe-auktion?newshash=3b506d8cbc71fd7ce05826f145e81afa

  • M.E. - 4. April 2012

    Ich sehe gerade: nach der Auktion sind die Sekundärmarkt-Renditen der spanischen und italienischen Anleihen noch einmal kräftig nach oben gegangen.

    Turbulenzen voraus. Die EZB hat nun ihr Pulver weitgehend verschossen. Und selbst der erhöhte ESM-Rahmen wird sich bald erneut als wesentlich zu klein erweisen.

  • MagnaBavaria - 4. April 2012

    Ja ich weiß, schon wieder der BDI ;)

    Zweiter Rückggang in Folge:
    http://www.dryships.com/pages/report.asp

    • Bernd Rickert - 4. April 2012

      Der Anstieg im Dienstleistungsbereich will sagen, dass der Frühling eingekehrt ist. Es sind wieder hochqualifizierte Facharbeiter im facility management (altdeutsch: Putzfrauen) gefragt.

  • M.E. - 4. April 2012

    Ach so, hatte vergessen, meine Überschrift als ironisch zu kennzeichnen.

    Komme ja sonst noch in Teufelks Küche.

    • Appaloosa - 4. April 2012

      Es sind bald Wahlen in den USA!

      OT: Übrigens sieht das DIW aktuell auch rosa Wölkchen am Himmel von D.
      Link erspare ich mir, da es immer die gleiche abgenuddelte Leier ist.

  • georg - 4. April 2012

    DIW und rosa wölkchen..
    ja ja diese sogenannten forschungsinstitute !!
    Ob dies wohl eingeplant ist ?
    http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2012/04/41352/
    gruss georg

  • klaus - 4. April 2012

    Moin,Moin

    Bernanke hält nix von Quantitative Ease ( Gelddrucken )
    im Wahlkampf.Wegen der pösen Tea-Party.

    http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/marktberichte/boerse-frankfurt-kein-geld-von-bernanke-dax-knickt-ein/6474832.html

    Und da geht der Euro abwärts.

    UNION will zur Hilfssteuer Demografie-Abgabe von ab 25 Jährigen.

    http://de.nachrichten.yahoo.com/union-plant-demografie-abgabe-f%C3%BCr-sozialkassen-065812551.html

    Das fröhliche Geldverbrennen zur Euro-Rettung geht weiter.

    Strom und Energiepreise dienen wohl bereits zur Sekundärsteuer.
    Und es werden weiter “Steuerversuche” folgen.

    Wahlen sind was Lustiges, wenn der Euro hustet.
    Da hat jeder unser WOHL im Auge.

    ;)

  • ö.ä. - 4. April 2012

    “EZB-Präsident Draghi: Aktuelles europäisches Sozialmodell muss angepasst werden
    vor 41 Min (15:30) – Echtzeitnachricht”
    Quelle Jandaya.

    Naja und da der “Geldhahn” zu bleibt und die Börsen mal wieder tiefrot sind, wird es wohl mal wieder Zeit, dass die nächste Bombe platzt.

    Komisch hieß es nicht letzte Woche (zum gefühlten 1000mal), die Krise sei vorbei?

    Sorry für’s OT.

  • eulenspiegel - 4. April 2012

    Hm, steigen da alle auf Elektroautos um, oder bilden die mit den neuen Benzinautos eifrig Fahrgemeinschaften?

    Refiner Motor Gasoline Sales Volumes:
    http://www.eia.gov/dnav/pet/pet_cons_refmg_d_nus_VTR_mgalpd_m.htm

    und die dazugehörige Kurve der Verkäufe vom Januar 1983 bis zum Januar 2012:
    http://www.eia.gov/dnav/pet/hist/LeafHandler.ashx?n=PET&s=A103600001&f=M

    • dank - 5. April 2012

      Danke für die Links, eulenspiegel.

      Am auffallendsten finde ich den prompten Abbruch bei der Golfküste?!

      http://www.eia.gov/dnav/pet/hist/LeafHandler.ashx?n=PET&s=A103630001&f=M

      Haben die Endkunden Benzinquellen im Garten gefunden? Bauen die alle ihren Sprit selbst an den Bäumen an? Oder schöpfen die immer noch an der Küste Öl von der “Deepwater Horizon”
      ab, das sie zuhause verarbeiten? Das kanns wohl alles nicht sein. ;-)
      Datenfehler – in 4 aufeinanderfolgenden Monaten?

      Was ist da im Oktober 2011 passiert?

      • eulenspiegel - 5. April 2012

        Golfküste – da liegt die “Strategic Petroleum Reserve” der USA “begraben”. Ob die jemand angebohrt hat?

        Oder vielleicht halten Tankstellen und Zwischenlager weniger vor (dünnere Kapitaldecke)?

  • Andres Müller - 4. April 2012

    Es ist auffallend wie oft in letzter Zeit Draghi vom Ende der sozialen Marktwirtschaft spricht. Das kann man deuten als turbozündung zum american way of socialdarwinism. Jeder gegen Jeden, wer schneller und brutaler ist schafft die erste Million, der langsamste endet unter der Brücke.

  • niemand - 5. April 2012

    Tja, nur merkwürdig, er kann reden so viel er will. Denn die Worte “Sozial” sowie”Demokratie” stehen bei uns im Grundgesetz. Und da wir keine Verfassung haben, sondern das Grundgesetz diese ersetzt, soll er mal ruhig anfangen, die abzuschaffen. *gg*

    • ö.ä. - 5. April 2012

      “Denn die Worte “Sozial” sowie”Demokratie” stehen bei uns im Grundgesetz.”

      Ja aber “sozial” ist ein so unbestimmter Begriff, dass man auch vieles durchsetzen kann, was manch einer als asozial bezeichnen würde.

  • georg - 6. April 2012

    neuzulassungen up bezinverbrauch down klaro ..
    http://globaleconomicanalysis.blogspot.de/2012/04/another-plunge-in-3-month-rolling.html
    gruss georg