Voodoo-Handel

von am 15. Oktober 2010 in Allgemein

Wie immer man die weltwirtschaftliche Erholung beurteilen mag, sie geht einher mit dem Ausbau der Ungleichgewichte im Welthandel. Das Hauptungleichgewicht ist schnell lokalisiert, die USA importieren und konsumieren und China exportiert und produziert. Manchmal sagt ein Chart mehr als tausend Worte:

Die USA exportierte im August 2010 Waren und Güter nach China im Wert von unbereinigten 7,2535 Mrd. Dollar, nach 7,3447 Mrd. Dollar im Juli. Dagegen importierte die USA Waren und Güter aus China im Wert von unbereinigten 35,2885 Mrd. Dollar, ein Allzeithoch, nach 33,260 Mrd. Dollar im Juli.

Das Handelsbilanzdefizit zu China weitete sich im August ebenfalls auf ein Allzeithoch aus:

Das monatliche Handelsbilanzdefizit der USA im Handel mit China seit Januar 1995. Im August 2010 stieg das Defizit auf unbereinigte -28,035 Mrd. Dollar. Von Januar bis August 2010, kumulierten die USA bereits -173,402 Mrd. Dollar an Defizit im Handel von Waren und Güter mit China. Von Januar 1985 bis August 2010 erreicht das chronische Defizit im Handel mit China insgesamt -2,306 Billionen Dollar.

Im gesamten Außenhandel bei Waren und Gütern mit der Welt, fuhr die USA im August 2010 ein Handelsbilanzdefizit von unbereinigten -63,808 Mrd. Dollar ein. Satte 43,9% davon gingen auf das Konto des Handels mit China.

Die Wirtschafts- und Finanzpolitik der USA nimmt langsam lächerliche Züge an. Statt konsequent die industrielle Wertschöpfung anzukurbeln und damit Jobs und Einkommen zu generieren, verfällt man in den Vorkrisenmodus und konsumiert auf Pump die Waren der Welt, insbesondere die aus China. Ein Rezept für ein Desaster, ein steigendes Handelsbilanzdefizit bei Waren und Gütern bei einer industriellen Bruttowertschöpfung der US-Industrie von historisch niedrigen 11% des BIPs. China ist dagegen ein Wertschöpfungsmoloch und generiert mit seiner Industrie 49,7% des BIPs

Unglaubliche 41,836330 Millionen Amerikaner beziehen staatliche Lebensmittelhilfen, von Dezember 2007 bis September 2010 gingen 7,75 Millionen Jobs in den USA verloren, die offizielle Arbeitslosenquote U-3 lag zuletzt bei 9,6% bzw. saisonbereinigten 14,767 Millionen Arbeitslosen, die breiter gefasste saisonbereinigte Arbeitslosenquote U-6, mit der Unterbeschäftigung, stieg im September 2010 auf 17,1%, dies waren unbereinigte 26,525 Millionen ohne adäquaten Job und mit den entmutigten Arbeitnehmern, die länger als 1 Jahr aufgegeben haben einen Job zu suchen, betrug die breit gefasste saisonbereinigte Arbeitslosenquote laut Shadow Government Statistics (SGS)

22,5% bzw. 33,915 Millionen ohne adäquaten Job.

Angesichts solcher desaströser Daten geht die Gesamtheit der Wirtschaftsubjekte in den USA auf fröhliche Shoppingtour in der Welt und genehmigt sich ein Defizit bei Waren und Güter von unbereinigten -63,808 Mrd. Dollar im August, darunter -28,035 Mrd. Dollar Defizit mit China und erhöht um diese Summe seine Schuldnerposition gegenüber dem Ausland!

Chapeau, dies ist “weitsichtig wirtschaften”!

 Quelle Daten: Census.gov/foreign-trade/balance/world, Census.gov/foreign-trade/balance/china, Research.stlouisfed.org/fred2

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