Weltindustrieproduktion März 2014

von am 29. Mai 2014 in Allgemein

Das Netherlands Bureau for Economic Policy Analysis (CPB) liefert interessante Indizes zur Industrieproduktion, u.a. für die gesamte Weltproduktion. Weiterhin hinkt der Output der Industrie der Eurozone auch im März 2014 deutlich hinterher, selbst die Produktion in den USA, bleibt trotz neuer Allzeithochs hinter der Entwicklung des Weltoutputs zurück.

1aDie Entwicklung des Index der weltweiten Industrieproduktion 2005=100 seit Januar 1991 bis März 2014 im Chart. Im März 2014 stieg der saisonbereinigte Industrieoutput der Welt um +0,3% zum Vormonat.

Monat für Monat werden weltweit neue Allzeithochs bei der Industrieproduktion generiert. In diesem Kontext bleibt die Eurozone und ihr Output der Industrie ein echter Bremsfaktor:

1aDie Entwicklung der Industrieproduktion (Bergbau, Energieversorgung und Verarbeitendes Gewerbe) als Index 1995=100 der Welt (blau), der USA (rot), von Deutschland (grün), der Eurozone (lila), von Frankreich (türkis) und von Italien (orange) im Chart. Klar ersichtlich, wie die Eurozone, insbesondere Frankreich und Italien hinterherhinken und immer noch weit von den alten Hochs entfernt bleiben, während die USA und die Welt neue Hochs generieren. Deutschland sieht zwar gut aus, bleibt aber auch noch unter den alten Hochs.

Wo kommt das dynamische Wachstum beim Output der weltweiten Industrie her:

1aDie Entwicklung der Industrieproduktion (Bergbau, Energieversorgung und Verarbeitendes Gewerbe) als Index 1995=100 der asiatischen Schwellenländer inklusive China (blau), der Welt (rot), der USA (grün) und der Eurozone (lila) im Chart. Dies bleibt dann auch, in dieser Deutlichkeit der Daten, nicht zu übertreffen! Ohne Asien, insbesondere China, wäre die Weltwirtschaft in übler Agonie, denn wirkliches Wachstum findet nur dort statt. Die Frage bleibt wie lange diese Dynamik noch anhalten kann und wann sie kippt. Wenn sie kippt, wird sich das Weltwirtschaftswachstum zügig in Luft auflösen.

Quelle: Cpb.nl/Netherlands Bureau for Economic Policy Analysis/Portal

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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19 KommentareKommentieren

  • Kaeufer - 29. Mai 2014

    Ich habe gerade letzte Woche mit einem Unternehmer gesprochen, der ständig geschäftlich in China ist. Er sagt, der technologische Rückstand Chinas wird immer kleiner.

    Bald haben sie uns eingeholt .. was haben wir dann noch zu bieten? Rohstoffe? Patente? Arbeitskräfte? Alles Fehlanzeige …

    • Erino - 29. Mai 2014

      Das Lohnniveau in China ist aber auch im Steigen begriffen. Es wird das gleiche passieren wie mit Japan. Die Lohnniveaus werden sich angleichen, nur dass dieses Mal der chinesische Arbeitsmarkt wesentlich grösser ist, und damit die Anpassung nach unten bei uns deutlich spürbarer wird. Was passiert, wenn man diese Entwicklung ignoriert, und versucht unser Lohnniveau zu halten sieht man am deutlichsten in Frankreich. Der Euro verdeckt diese Problematik etwas. Wären die deutschen Löhne so wie in Frankreich gestiegen, hätte es natürlich eine deutliche Abwertung des Euro gegeben, und der Club MED würde ein wenig besser dastehen. Die Arbeitslosigkeit wäre europaweit ebenfalls gestiegen, aber eben verteilter. Im wesentlichen gilt halt für eine globalisierte Welt, gleicher (realer) Lohn für gleiche Arbeit – oder ebene Arbeitslosigkeit.
      Einzelne Länder oder Regionen alleine können das Verteilungsproblem nicht lösen – wie man in Frankreich sieht. Vielleicht geht das zusammen mit den USA, aber da ist bedauerlicherweise so schnell wohl nichts zu erwarten.

      • Eurelios - 29. Mai 2014

        Im wesentlichen gilt halt für eine globalisierte Welt, gleicher (realer) Lohn für gleiche Arbeit – oder ebene Arbeitslosigkeit.

        Nur das Problem ist wer bestimmt den wie hoch der Lohn ist. Das ist doch der Knackpunkt
        wo man als politische Kraft ran müsste. Da sagen uns die Verantwortliche der Markt
        würde das automatisch bestimmen. Klar macht er dies bis hin von damals in
        den 30 iger Jahren wo die Arbeitslosen vor den Werkstoren standen. Der eine schrie
        ich Arbeite für eine Reichsmark die Stunde dann ein andere ich arbeite wenn ich nur
        satt werde am Tag.

        Und von den USA ist nichts mehr zu erwarten ausser das diese vor dem Abkippen
        noch die anderen Nationen mit ins abstürzente Boot reinzerren.

        • Erino - 29. Mai 2014

          > Nur das Problem ist wer bestimmt den wie hoch der Lohn ist. Das ist doch der Knackpunkt

          tja, da haben Sie recht, aber solange wir auf der Globalisierungswelle schwimmen, wird das Kapital dorthin gehen, wo eben die Löhne im Verhältnis zur geleisteten Arbeit am günstigsten ist. Das ist die “Geiz ist geil”-Mentalität des Kapitals. Wenn wir selber sagen wir mal einen Fernseher kaufen, vergleichen wir ja auch die Leistung und den Preis, und entscheiden uns dann für das Produkt, das uns im Vergleich günstig erscheint. Und das wird nun einmal das sein, das auch mit niedrigen Löhnen gebaut wurde. Das gleiche gilt umso mehr für Autos, Maschinen, Fabrikausrüstungen etc. Da brauchen Sie schon Kapitalverkehrsbeschränkungen, um so etwas zu verhindern. Mit Umverteilungsmassnahmen wie Sie Holland zu Beginn versuchte, erreichen Sie nur Kapitalflucht in grossem Maßstab. Und den Weltmarkt können Sie dann sowieso vergessen, dort zählen immer nur Preis und Leistung. Am Ende können Sie dann nicht mal Ihre Ölrechnungen bezahlen.

          • Chotschen - 30. Mai 2014

            Sie machen sich das viel zu einfach. Es gibt sehr viele andere Kosten-/Produktionsfaktoren, die Löhne sind nur einer davon. Ganz zu schweigen davon, dass, sobald ein Land zur “Weltproduktionsbank” wird, es mit einer starken Aufwertung rechnen muss, insofern es nicht offensichtlich seinen Wchselkurs manipuliert. Es ist dann nur eine Frage der Zeit, bis das Land dann auch entsprechend viel importiert, so dass andere Länder wieder mehr exportieren können. In einem vernünftigen Wechselkurssystem bringt Löhne drücken gar nichts. Zudem unterstellen sie, dass man beim Löhne drücken Arbeitslosigkeit abbaut, weil der Export steigt. Sie müssen aber die Rechnung mit der Binnenkonjunktur machen.

            In der Weltindustrieproduktion sieht man zwar teilweise eine gewisse Exportschwäche, aber gesamtwirtschaftliche Beschäftigungssituation kann man damit nicht gleichsetzen. Hier auf Querschüsse wurden schon sehr oft Grafiken gezeigt, die verdeutlihen, dass hinter der vermeindlich schönen Arbeitslosenzahl (VielTeilzeitbeschäftigung) die Anzahl der geleisteten Arbeitsstunden schwach geblieben ist. Im Vergleich zum Ausland ist Deutschland ein Krüppel, obwohl der Export heftig positiv gegenangewirkt hat. Ich habe anhand der Exportabhängigkeit des BIP einmal geschätzt, wie stark das Arbeitsvolumen gestiegen wäre, wenn die deutschen Unternehmen nicht mehr in das Ausland hätten exportieren können. Seit 1995 wäre das export-un-abhängige Arbeitsvolumen um ca. 12% gefallen, in Frankreich dagegen um 5% gestiegen. Insgesamt ist das Arbeitsvolumen in Deutschland seit 1995 um 1% gestiegen, in Frankreich um 5%.

            In den USA, Japan und Kanada (letzteres hat seinen Bürgern sogar mehr gezahlt, als es die Produktivität ermöglichte) gab es einen sehr ähnlichen Zusammenhang. Kanada hat mit Abstand die stärkst Arbeitsvolumen Dynamik, die USA und Japan sehen äußerst schlecht aus, obwohl sie starke Lohnzurückhaltung gemacht haben. Das heißt sogar, wenn man als kaum exportabhängiges Land Lohnzurückhaltung macht, kann man mit Preisvorteilen viel weniger gewinnen, als man im durch fehlende eigene Anstöße im Binnenland schafft.

  • ert - 29. Mai 2014

    @Kaeufer

    Die wirklichen probleme, die wir haben bzw. die sich verstärken werden liegen ganz wo anders: http://derstandard.at/2000001576820/Oekonom-Die-Katastrophe-hat-begonnen

    Aktuell hat ‘uns’ der asiatische und insb,. Chinesische Boom noch einmal einen Aufschub beschert. Einerseits im Import von billigen Gütern für die (arbeitslosen bzw. lohngedrückten) maßen – andererseits im Absatz von High-Tech für unsere Exportindustrie.

    Aber auch diese Phase geht zu ende – und die strukturellen Probleme, die schon Keynes identifiziert hatte, drücken immer mehr durch. Zu dem ganzen bekommen wir nun auch noch Energie-, Polulations- und Klimakrise. Viel davon lässt sich zwar noch etwas aufschieben – aber alles davon nicht mehr ohne schmerzen lösen. Und da das so ist, ist der internationale politische und wirtschaftliche Konsens: Weiter schieben….

  • Asetzer - 29. Mai 2014

    Natürlich werden die Löhne in China steigen, aber nur im Tandem mit der Leistungsfähigkeit der Wirtschaft, die uns die Preise für unsere Autos, Maschinen etc. auf dem Weltpreis kaputtmachen werden. Unser relativer Wohstandsvorsprung basiert darauf, dass wir hohe Preise für unsere Produkte, vom Audi bis zum Stahlwerk, verlangen können. Sobald die Chinesen das selbst können, fällt auch die Begründung weg, warum wir pro Person mehr Energie verbrauchen dürfen, warum wir billige Textilien und Elektronik von fleissigen und bescheidenen Vhinesen produziert bekommen…warum wir höhere Löhne haben etc.
    Ich hab mal gestöbert, und diese Zahlen für einzelne Länder gefunden. https://www.destatis.de/EN/FactsFigures/CountriesRegions/InternationalStatistics/Topic/Tables/BasicData_IndustrialProduction.html;jsessionid=0D2E248CBEAB41C836BC1F8943D2B382.cae2
    Schon interessant, die Südperipherie mit Osteuropa, D, CH, den Asiaten zu vergleichen. Würde mich freuen ,falls jemand mit noch genaueren Statistiken (Industrieproduktion in absoluten Zahlen als langjährige Zahlenreihe)aufwarten kann.

    • Querschuss - 30. Mai 2014

      Hallo Assetzer,
      in absoluten Zahlen wird es keine Datenreihe geben. Für den Industrieproduktionsindex werden zunächst Subsektoren gemessen, die Stückzahl, in Einheiten, in Tonnen, in Barrel, in Kubikmeter, in kwh usw. Die einzelnen Datenreihen der Subsektoren werden für den Industrieproduktionsindex dann gewichtet und indiziert, z.B. auf 2010=100.

      Querschuesse zeigt so wie es möglich ist, einzelne Datenreihen, so zur PKW-Produktion in Einheiten, der Rohstahlproduktion in Tonnen usw.

      Gruß Steffen

  • Holly01 - 29. Mai 2014

    Ihr schreibt alle einen ziemlichen Unsinn, entschuldigt wenn ich das so platt sage.
    Der Markt wird immer von der Kaufkraft vorgegeben.
    Es ist völlig egal, ob jemand extrem billig ist oder extrem teuer, dei Frage lautet: verkauft es sich in ausreichender Menge?
    Wenn irgend jemand will, daß die europäischen Märkte aus dem Quark kommen, muss dieser jemand die kauffähigen und aktiven Einkommen erhöhen.
    Das was beim Händler an Geld ankommt, das ist die einizige relevante Größe.
    Darauf fußt die Frage ob jemand investiert.
    Darauf fußt die Frage, ob ein Produkt sinn macht.

    Ihr lauft seit 30 Jahren in die falsche Richtung. Ihr spart euch selbst kaputt und mästet die 500 die euch alle (und mich) auslachen.

    Wenn Ihr das nicht glauben wollt, dann schaut euch Insellagen an (also wirtschaftliche):
    - ein Kurort ist gepflegt und zahlt hohe Löhne, weil die kaufkraft dort vorhanden ist
    - die Schweiz hat ein ausgeglichenes Sozialsystem und läßt den Keuten genug in der Tasche
    - Singapur ist eine Sonderzone mit (im vergleich zur Umgebung) exorbitanten Einkommen und hohem Umsatz

    Ihr solltet endlich kapieren, das Wirtschaft immer auf dem beruht, was die Masse an Nachfrage generieren kann. Nur die Masse hat ausreichende bedürfnisse für einen Massenmarkt und nur die Masse arbeitet genug um das Masseneinkommen zu generieren.
    Wenn Ihr eine Zukunft wollt, dann dreht die Schraube um 35 Jahre zurück ….

    • Erino - 29. Mai 2014

      Die Nachfrage insgesamt würde natürlich bei höheren Löhnen steigen, aber doch nicht unbedingt für einheimische Produkte. Wenn dadurch die Preise für die selbst produzierten Produkte im Verhältnis zur Leistung wesentlich steigen, dann wird eben mehr importiert, die eigenen Produkte bleiben liegen, und wir haben mehr Arbeitslosigkeit. Selbstverständlich würde die Währung durch eine Abwertung dies wieder etwas abmildern (und die höheren Löhne dadurch real wieder senken), aber sicher nur zum Teil. Warum sollte denn jemand hier investieren, wenn er das auch in anderen Ländern mit günstigeren Kostenstrukturen kann. Die Handies werden doch alle nicht mehr hier produziert, und verkaufen sich prächtig. Warum sollte das gleiche nicht auch für Autos möglich sein? Wie gesagt, dies ist eben die Globalisierung.

      Ich habe selber schon mit chinesischen Softwareingenieuren zusammengearbeitet, und ich kann Ihnen versichern, die sind nicht doof. Bei der Organisation in China hapert es wohl noch ein wenig. Es dauert halt, bis sich das (Gesellschafts)-Team eingearbeitet hat. Da haben wir noch Pluspunkte. Aber langfristig gilt eben, “gleiches Geld für gleiche Leistung”.

      Das Zurückdrehen um 35 Jahre wird nicht so ohne weiteres klappen. Die Kolonialzeit ist vorbei. Und ob das Ende der Globalisierung für uns wirklich Vorteile bringt – das wird schwierig zu beantworten sein. Schliesslich kostet Autarkie auch etwas. Und die importierten Rohstoffen müssen mit realen Waren bezahlt werden.

      • Holly01 - 29. Mai 2014

        Hallo Erino,

        zum Ersten : Sie haben natürlich Recht.

        zum Zweiten: Man kann Globalisierung knacken. Die größte Schwäche liegt im immensen Zinsanteil der sich über die Diversifizierung und Verschachtelung ergibt.
        Die besten Mittel um zu kontern dürften sein:
        1- Deautomatisierung : Entlastet die Sozialsysteme. Entlastet bei Finanzierungskosten. Stabilisiert direkt das Sozialsystem. Grenzt nach aussen ab.
        2-Straffung : Durch die extreme Verkürzung der Ketten gewinnen Sie Tempo und Kontrolle.

        Globalisierung ruht auf nur 2 Säulen: Die Bankenmacht und Finanzkontrolle der Amis. Die kann man durchaus national ausblenden. Es gibt (auch in unserem Geldsystem) nichts, was man mit ein paar Banken und einer Zentralbank nicht regeln kann.
        Die institutionelle Macht der OECD Staaten auf allen Ebenen, die kann man nicht umgehen. Das ist ein Hammer der voll trifft.

        Die Globalisierung angehen kann nur die EU als Ganzes, weil man weitgehend finanziell autark sein muss und man benötigt einen weitgehend ausgeglichen Warenhandel.
        Es ist nicht unmöglich. Die Wahrscheinlichkeit ist aber in einem Staatenbund der nur aus Politikern bestückt wird, die ein Wettrennen in den US Dickdarm mitmacht weniger als gering.

  • JL - 29. Mai 2014

    Hier mal ein Link mit Gesamtdaten von 2000 bis 2013 (mit weiteren Links von 1980 bis 2000) einschließlich angedachter Entwicklungstrends.

    https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=1&cad=rja&uact=8&ved=0CC4QFjAA&url=http%3A%2F%2Fwww.quest-trendmagazin.de%2FPerspektiven-weltweite-Industr.219.0.html&ei=YSuHU6KJF6b14QTiwYHoCQ&usg=AFQjCNFmBrh4adsIzyWvTEwXhJH8jUawVw

    Wie man hier herauslesen kann wird die weitere Straffung der Industrieproduktion (Gewinnmaximierung) in der westlichen Welt das Problem stetig steigender Arbeitslosenzahlen weiter befeuern, was den Markt wiederum schwächen muß, da die Kaufkraft sinkt. Dies wiederum läßt die Investitionsbereitschaft einschlafen, da es sich nicht lohnt zu investieren- eine wohl typischer deflationäre Entwicklungstrend.

    Verschärft wird dieser Trend zunehmend auch durch Steuererhöhungsbestrebungen auf Grund der desolaten Staatsfinanzen. Gerade in Europa „brilliert“ man mit perfekt ausgeführten „Eigentoren“ um angeschlagene Volkswirtschaften vollends zu ruinieren.

    Die Chinesen haben frühzeitig zu ihren Exporterfolgen eine zweite Entwicklungsrichtung eingeschlagen- die Entwicklung der Binnenkonjunktur durch Ausbau der Infrastruktur. Das allein läßt natürlich noch nicht den Geldbeutel der Chinesen „klingeln“, schafft aber mittelfristig die Voraussetzungen dafür.
    Zusätzlich bemüht sich Peking vom internationalen Energiemarkt unabhängig zu werden, ob durch Kohlekraftwerke, neue Öl- Routen vom persischen Golf, langfristige Gaslieferverträge mit den Russen oder eigenen Kernkraftwerken.
    Auch im Exportbereich versucht man sich von den bestehenden Märkten unabhängiger zu machen, die Chinesen bauen dazu einfach neue Exportmärkte auf- nicht nur in Pakistan.

    http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/geostrategie/f-william-engdahl/china-und-pakistan-vereinbaren-wegweisendes-infrastrukturprojekt.html

    Die Chinesen denken also nicht nur an kurzfristige Renditen, sondern auch an die Zukunft selbst- und genau das fehlt dem Westen.

    Mit freundlichen Grüßen

    JL

  • Frank Bell - 30. Mai 2014

    Inzwischen ist hoffentlich JEDEM klar, dass die ach so schlimme Krise endgültig vorbei ist.

    Wie 1929 ist sie nun wirklich nicht verlaufen. Keine Massenarbeitslosigkeit, keine Hungersnot, etc.

    Deswegen auch ein DAX, der bald 10.000 überschreitet und ein Goldpreis, der sich mangels Inflation Richtung wertlos (= 0) bewegt.

    • Holly01 - 30. Mai 2014

      Ich denke das soll Ironie sein ………

  • Erino - 30. Mai 2014

    @Chotschen,

    nach Ihrer Rechnung müsste ja dann Griechenland optimal dastehen, die Löhne und Gehälter wurden schliesslich über die Jahre sehr deutlich erhöht. Aber geholfen hat das der Binnenkonjunktur offensichtlich nicht. Die eigene, ohnehin nur sehr spärliche Industrie wurde ersetzt durch Import- und Handelfirmen. Das ging so lange gut, bis die Geldgeber keine Lust mehr hatten, dies zu finanzieren. Natürlich sind die Löhne nicht die einzigen Kriterien, das Umfeld, die rechtlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen, das ganze Sozialumfeld spielen sicherlich genauso mit hinein. Und gerade da haben wir hier in Deutschland immer noch enorme Pluspunkte, trotz aller noch vorhandenen Mängel.

    So sicher stehen wir mit unserer Autoindustrie nicht da, als dass wir so ohne weiteres mal die Preise um 10 oder 20% erhöhen könnten. Hätten wir nicht den Euro, und damit um 20% höhere Exportpreise, so würden wir erst mal ganz schön auf die Nase fallen. Letzlich geht es beim Export um die realen Preise, die wir für die reale Leistung auf dem Weltmarkt erzielen, und da gilt eben, “gleicher Preis für gleiche Leistung”. Wer mehr will, verliert seine Kunden, und damit seinen Arbeitsplatz – so ist das nun mal.

    • Chotschen - 30. Mai 2014

      Ich habe nicht behauptet, dass man Löhne einfach nur heftig anheben muss, damit es Konjunktur gibt, ich habe nur herausgestellt, dass Senkungen die Lage deutlich verschlimmern und Erhöhungen auch zu einer besseren Konjunktur beitragen können. Zudem muss man anmerken, dass Griechenland, bevor es in die Krise geriet, eine recht kräftige Arbeitsmarktdynamik hatte.

      Sie haben natürlich Recht, dass mangelgs Wettbewerbsfähigkeit Länder (Südeuropa z.B.) mit zu hohen Preissteigerungen nicht wettbewerbsfähig werden und langfristig Probleme aufgrund einer steigenden Auslandsverschuldung haben. So lange man jedoch dieses Wettbewrbsfähigkeitsproblem in den Griff kriegen kann, sind Lohnzurückhaltungen eine Katstrophe.

      Und ich möchte sie noch einmal darauf hinweisen, dass das Wechseln das Standortes zwar anhand von niedrigen Lohnkosten erfolgen kann, jedoch eine flächendeckend starke Anziehung solcher Industrien, die ihre Güter dann von dort aus in das Ausland verkaufen, die Währung dieses Landes kräftig unter Aufwertungsdruck setzt. GEnau diesen Aufwertungsdruck (der absolut mit einer Lohnerhöhung vergleichbar ist) muss man als Investor auch berücksichtigen, was sie jedoch offenbar nicht tun. Wenn ein Land, wie China, für eine gewisse Zeit mal sehr Überschüsse erwirtschaftet, kann sich das in der Regel nicht über einen langen Zeitraum retten. Länder wie Schweden oder die Schweiz zeigen hingegen sehr gut, dass man sehr hohe Überschüsse trotz sehr hoher Einkommen erwirtschaften kann. verlagerungen finden teilweise auch gerade deswegen satt, wenn man irgendwie viele Güter absetzen kann.

      Hier noch einmal eine nicht ganz aktuelle Grafik der Welt, die zeigt, dass es keine Rolle spielt, ob man hohe oder niedrige Arbeitskosten hat, wenn es um die Frage der Leistungsbilanz geht. Auch Osteuropa ist nicht zu dem Niedrilohn un Exportparadies geworden, wie es damals behauptet wurde.http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/32/Cumulative_Current_Account_Balance.png

      Entscheidend ist im Fall der Auslandsverschuldung übrigens nicht nur das Hin- und HErverschieben von bereits entstandenen Arbeitsplätzen über relative Wetttbewerbsfähigkeit, sondern auch die Fähigkeit binnenkonjunkturelle Impulse zu setzen. Wenn jedoch einzelne Länder herausstechen, während andere munter Lohndrosselung betreiben und ihren heimischen Markt schwächen, entstehen natürlich auch Ungleichgewichte, die mit Lohnhöhen nichts zu tun haben. In diesem Zusammenhang muss man dann auch die Exportchancen eines LAndes sinnvoll bewerten. Es macht einen Unterschied, ob meine Marktanteile schrumpfen oder der gesamte Markt, der zuvor meine Güter gekauft hat. Im zweiten Fall wäre es für alle zusammen absurd, mit einer Lohn- und Währungsschlacht zu agieren. Auch Frankreich hat in dieser Hinsicht viele Federn gelassen, weil die Autoindustrie schon immer in Südeuropa sehr starke Absatzmärkte hatte, die nun eingebrochen sind.

      Was ich Ihnen damit sagen will, diese alte Standortdebatte darf nicht dazu führen, dass wir alle Handelskrieg spielen (wie wir es in Deutschland gemacht haben, weil schonbei der Agend 2010 Unternehmen diese Standortdebatte benutzt haben), weil man damit nur eine Spirale nach unten einleitet, die alles weiter verschlimmert. Kein Land kann langfristig von niedrigen Löhnen und kurzfristigen Schüben ausländischer Investoren profitieren, wenn es das damit einfließende Know-How nicht für eine Entwicklung der eigenen Binnenkonjunktur nutzt.

  • Holly01 - 31. Mai 2014

    Also ein versteh ich ja nicht:

    Wenn billig so Klasse ist, warum sind dann Rumänien und Bulgarien nicht die absoluten Senkrechtstarter.
    Billiger geht nun wirklich nicht ……. da ist eine gute Schulbildung, EU-Rechtssystem und Arbeitskräfte bis zum Abwinken.
    Nach der hier verfolgten Logik können die wahrscheinlich gar nicht schnell genug Flächen erschliessen.
    Ich nehme mal an, wir werden bald Massenmigration von deutschen Arbeitslosen in diese Länder erleben.
    Deutsche Arbeitslose will ja in Deutschland sowieso keiner mehr einstellen. Da holen wir dann lieber Leute aus dem Ausland.
    Au weier ……….

  • Erino - 31. Mai 2014

    Wie alles im Leben gibt es eben keine Standardlösungen. Es gibt genug Firmen, die auf billig gingen und viel (Lehr-)Geld in Ländern verloren haben, die am Ende eben doch nicht die erwarteten optimalen Bedingungen boten. Zu hohe Löhne sind genauso schlecht wie zu niedrige, und Löhne an sich sind bei Firmen mit Lohnkostenanteilen von 20% eh nur wenig relevant, bei anderen aber schon. Leider haben wir im Zuge der Globalisierung und des freien Kapitalverkehrs nicht mehr die Möglichkeiten wie zu Zeiten Keynes. Damals waren Kapitalverkehrskontrollen noch üblich, und die Kontrolle über unsere “Eliten” noch möglich. Heute würde man so etwas vermutlich mit dem Etikette Kolonialismus versehen, und die USA würden uns so etwas zur Zeit vermutlich erst gar nicht erlauben. Wenn überhaupt werden wir wohl nur von dort eine Änderung des Regelwerks erreichen können, welche die breite Mittelschicht immer mehr zerstört. Wie lange das dort noch gut geht – keine Ahnung. Aber die Kritik wird auch dort immer lauter. Auf ewig können selbst die Medien dort nicht alles unter den Teppich kehren.

    • Holly01 - 31. Mai 2014

      Hallo Erino,

      Sie beschreiben das System der willkürlichen Argumentation, welches ausschliesslich dazu dient Gesellschaften zu verändern.
      Das Alles hat keine ökonomischen Hintergründe.
      Es werden Argumente je nach Wunsch des argumentierenden herausgepickt und verwendet.
      Diese Argumente können sich je nach Kontext auch widersprechen, das ist völlig egal, Hauptsache sie verwirren und vernebeln den eigendlichen Sinn:
      Das Schleifen von Staaten und das ausbeuten vob Sozialsystemen.
      Es ist eine Bereicherungsargumentation der 1%, mehr nicht.
      Die was haben, den wird genommen.
      Wer nichts mehr hat der wird im Dreck liegen gelassen und kann verhungern.
      Die treibenden Kräfte sind auch immer die Gleichen und wir kennen die alle zu genüge.

      Wer produzieren will, benötigt Kunden. Kunden brauchen Kaufkraft. Kaufkraft wird über Einkommen und sinnvolle Abgaben bestimmt.
      Wer in einer Rezession steckt, der muss Arbeit schaffen. Arbeit ist die Basis auf der man Geschäftsideen umsetzt, Einkommen generiert und so Nachfrage erzeugt.

      Maschinen kaufen nichts, Maschinen sind der “best friend” der Banken.
      Arbeiter kaufen und sind der “best friend” der Unternehmer.