Zu Gold, Geld, Kreditschöpfung

von am 23. Februar 2015 in Allgemein

von Christoph

Können Kreditinstitute selbst „Geld“ schöpfen oder nicht und wenn doch, werden dann  überhaupt „Spareinlagen“ zu Kreditvergaben benötigt? Nur aus Perspektive einer einzelnen Bank scheint es, als ob bei Kreditgewährung bloß „Spareinlagen“ verliehen würden, Banken als klassische Finanzintermediäre [1] vermittelnd aufträten. Bei einer erweiterten Perspektive auf alle Kreditinstitute gemeinsam (weltweit) erscheint es im Aufschwung, als ob die Kreditinstitute selbst Geld schöpfen und bestehende Einlagen von Sparern zu Kreditgewährung nicht notwendigerweise zuvor benötigen. Claus Köhler stellt unter der Bedingung einer Phase der Kreditausweitung wie folgt fest: „Die Zunahme der Geldströme infolge Kreditgewährung, also die Giralgeldschöpfung der Kreditinstitute, wird erst bei einer zusammenfassenden Betrachtung aller Banken deutlich.“ [2]

Köhlers Aussage ist gültig, im Kontext zunehmender Nettoneuverschuldung (positive Nettokreditaufnahme) aller volkswirtschaftlichen Sektoren gemeinsam (woraus freilich inter- sowie intrasektorale Spreizeffekte zu entstehen tendieren). Das gesamte Geldvermögen der Welt ist gleich null (monetäre Forderungen/Verbindlichkeiten gegensaldiert). Der Ausweitung weltweiter Verschuldungszuwächse steht grundsätzlich die Ausweitung weltweiter (monetärer) Vermögenszuwächse gegenüber (falls nicht, war „Finanzalchemie“ im Spiel – wie von Querschuss z.B. hier hinweisend).

Aus der Nettoneuverschuldung der Debitoren (Schuldner) entstehen monetäre Zuwächse der Nettosparer (Kreditoren), womit diese theoretisch wiederum ihre (neuen) „Einlagen“ (oder auch Goldbarren) an (weitere) Schuldner verleihen können. Geben Schuldner die gewährten Kreditsummen (oder die Barren) nun wiederum einzig bei den Kreditoren aus, erhöht sich freilich das gesamtwirtschaftliche Ungleichgewicht [3] und (selbst unter Goldstandard) verlängern sich die Bilanzen der Debitoren (Schuldner), deren Verbindlichkeiten steigen, andererseits die Forderungen der Kreditoren („positive“ Spreizwirkung [4]).

Cyle Ungleichgewichte

In einem modernen (Kredit-)Geldsystem dient Zentralbankgeld (das von den Geschäftsbanken nicht selbst geschaffen werden kann, nur bilanztechnisch vermögensneutrale Forderungen/Verbindlichkeiten darauf) als Verrechnungseinheit(en) in jeweiliger Währung. In einem Geldsystem (auch exkl. Banken) können Nettogläubiger (Kreditoren) nur monetären Vermögenszuwachs bilden, wenn an komplementäre Gruppen oder Sektoren Kredit gewährt wird, letztere  damit zu komplementären Nettoschuldnern (Debitoren) werden. Damit sich sektorale bzw. staatliche Überschuss-/Defizit-Ungleichgewichte verringern bzw. umkehren, müssten die Kreditoren bei den Debitoren nachfragen („negative“ Spreizwirkung [5]).

Fragen Nettoschuldner bei anderen Nettoschuldnern (die daraus tilgen) nach, verringern sich die Verbindlichkeiten der letzteren (die sogenannte „Geldmenge“ bleibt gleich). Fragen Nettogläubiger bei Nettoschuldnern (die daraus tilgen) nach, verringert sich die „Geldmenge“ [6] – aufgrund von sektoraler Nettokredittilgung wird „Geld“ (Forderungen/Verbindlichkeiten) buchhalterisch (in den Bankbilanzen) vernichtet  – typisches Kennzeichen sowie Deflationstendenz am Ende des Aufschwunges.

Zwar ist es richtig, dass sich bei Kreditgewährung die Bilanzen der Kreditinstitute im ersten Schritt (oder letztlich in einer konsolidierten Bankbilanz) bei genereller Kreditausweitung verlängern (Aktiv-Passiv-Mehrung in den Bankbilanzen) – das gilt aber nicht für das einzelne Kreditinstitut, wenn diesem aus seiner eigenen Kreditgewährung (mehr) Gelder an andere Kreditinstitute abfließen (als aus der Kreditgewährung anderer Institute diesem zufließen).

Der Schlüssel zum Verstehen der Kredit- und Geldschöpfung der Geschäftsbanken liegt in der Kreditgewährung im Gleichschritt bzw. etwaigen Abweichungen vom Gleichschritt unter Kenntnis des „Clearings“, der Gegenverrechnung der Forderungen/Verbindlichkeiten, der Banken untereinander (siehe Chart A).

Bilanzbild_Kreditgewährung_im _Gleichschritt_(Gestrich)Bilanzbild(er): Hans Gestrich (1936) in: Neue Kreditpolitik (PDF; 652 kB), S. 23 ff –  adaptiert durch Christoph (CGB). 

„So muß z. B. eine kleine Bank damit rechnen, dass die Überweisungen ihrer Kreditnehmer aus den ihnen eingeräumten Krediten vollständig bei anderen Banken landen, Kreditgewährung also zu einem gleichgroßen Liquiditätsverlust führt [...]. Eine größere Bank mit weit verstreutem Filialnetz kann bereits damit rechnen, dass ein Teil der Überweisungen ihrer Kreditnehmer auf den Konten von anderen eigenen Kunden landet, deren Einlagen erhöhen oder deren Kreditinanspruchnahme verringern. [...] Infolgedessen führt nahezu jede Schmälerung der flüssigen Mittel bei einer einzelnen Bank zu einer Vermehrung der flüssigen Mittel anderer Banken dieser Gesamtheit (Größenmechanik).“ (Wolfgang Stützel) [7]

clearing ABC

Schaubild: EZB in: The Payment System (PDF;  2,8 MB), S. 50. Dieses Schaubild bildet die entstandenen Nettoverbindlichkeiten und Nettoforderungen der Banken untereinander aus einem täglichen (Netto-)Clearing am Ende des Tages ab (blauer Kreis bezeichnet die jeweilige Clearingstelle – z. B. nationale Zentralbank). Netto muss Bank B einem Transfer in Höhe von 30 Einheiten Zentralbankgeld gegenüber den Banken A und C nachkommen – aus der Belastung von Bank B (30) werden 10 Einheiten Zentralbankgeld und Bank C 20 Einheiten Zentralbankgeld gutgebucht. Damit sind die offenen Salden der Banken untereinander „gecleart“. 

Sofern einem Kreditinstitut aus seinen Kreditgewährungen (Buchung Forderungen auf der Aktivseite/Verbindlichkeiten auf Zentralbankgeld auf der Passivseite – Bilanzverlängerung) nicht Gelder an andere Banken (netto) abfließen, kann es weiterhin Kreditgeld schöpfen [8] – falls nicht, benötigt es „auffüllende“ Liquidität – üblicherweise entweder Kredit von anderen Banken (Interbankenmarkt) oder von der jeweiligen (nationalen) Zentralbank (bzw. QE). Im Kontext der aktuellen  Griechenlandkrise und der vorhaltenden Kapitalflucht, könnten die griechischen Banken also keinerlei Kredite vergeben, wenn die den Banken abfließenden Gelder durch die ELA-Kredite (PDF; 51 kB) der Bank of Greece (griechische Zentralbank) nicht kompensiert würden (spätestens seit der Lehmann-Pleite im September 2008 zeigt sich der Interbankenmarkt ausgetrocknet, worauf ein maßgeblicher Teil der unausgeglichenen Target2-Salden basiert).

A1730Schaubild: Steffen (Querschuss): Ausstehendes Kreditvolumen des Privatsektors von Januar 2000 bis Dezember 2014 (als Index: Jahr 2000=100). Die Minderung ausstehender Kreditvolumina an den Privatsektor zeigt die negative Nettokreditaufnahme (Nettokredittilgung) der Privaten, was, wenn kein anderer Sektor kompensierend einspringt, typischerweise Deflationstendenz zum/im Abschwung provoziert. 

Ob aus Kreditgewährungen in den Volkswirtschaften (insgesamt) also zusätzliches „Geld“ (Forderungen/Verbindlichkeiten) entsteht, ist abhängig von der Relation Neuausleihungen zu Tilgungen (positive/negative Nettokreditaufnahme). [9] Nettotilgung der Sektoren innerhalb eines Staates verlangt entweder „Entsparen“ oder realisierte Einnahmeüberschüsse auf Kosten von Ausgabenüberschüssen (Defiziten) des Auslands. Auch gilt: Jedes entsparende oder kreditfinanzierte Defizit hilft, sofern an andere Schuldner verausgabt, deren offene Verbindlichkeiten (Verschuldung) abzubauen.

Alt_Neuschuldner

Per Saldo ermöglicht jedes Defizit einem Anderen einen Einnahmeüberschuss bzw. die Reduktion von offenen Verbindlichkeiten (Tilgungen) in insgesamt gleicher Höhe. [10]

[1] Manfred Borchert trifft in Geld und Kredit (2003) die Unterscheidung zwischen primären und sekundären Finanzintermediären und weist darauf hin (S. 341): „Aus funktionaler Sicht sind die Möglichkeiten der Geld- und Kreditschöpfung für eine Abgrenzung der Finanzintermediäre von den Kreditinstituten entscheidend.“

[2]Claus Köhler (1962): Der Geldkreislauf, S. 39.

[3] Eine Anspielung auf sich fortwährend zu verstärken tendierende Leistungsbilanzsalden – Leistungsbilanzdefizit = Leistungsbilanzüberschuss. So lässt sich beispielsweise mittels Finanzierungsrechnung (VGR) auch gut verschleiern, dass realiter die kausale Wirkungskette von Ausgabenüberschüssen (Defiziten) zu Einnahmeüberschüssen geht (I ->S), nicht umgekehrt.

[4] Vgl. Wolfgang Stützel (1958/78): Volkswirtschaftliche Saldenmechanik, S. 208 ff.

[5] Ebenda.

[6] Wolfgang Stützel (Hrsg. 1952), Wilhelm Lautenbach: Zins, Kredit und Produktion (PDF; 1,5 MB), S. 48: „Leistet ein Kreditor an einen Debitor, so schrumpft die Kreditsumme, leistet ein Debitor oder einer, der durch die Zahlung Debitor wird, an einen, der nicht Debitor ist, so erhöht sich die Kreditsumme. Sie bleibt aber gleich, wenn ein Debitor an einen anderen Debitor oder ein Kreditor an einen anderen Kreditor leistet.“

[7]Wolfgang Stützel (1958/78): Volkswirtschaftliche Saldenmechanik, S. 27.

[8] Unberücksichtigt einer derzeit vernachlässigbaren Mindestreservehöhe und im Euroraum bei Ankauf Staatsanleihe in eigener Währung (Basel-III-Übergangsregelung bis Ende 2016) bei null Eigenkapitalreservierung (Risikogewicht = 0 %). Vgl. Leonhard Gleske (1954): Die Liquidität in der Kreditwirtschaft, S. 41: „Der Bankkreditbegriff hat in diesem Zusammenhang einen weiteren Inhalt. Er umfaßt nicht allein kurzfristige Wechsel- und Kontokorrentkredite, sondern auch die langfristigen Ausleihungen und Anlagen jeder Art in den den Bankbilanzen, soweit ihnen Depositen und nicht aus der Emission von Wertpapieren entstandene Verpflichtungen der Banken gegenüberstehen. In diesem Sinne zählen also zu den Bankkrediten auch die auf der Aktivseite der Bankbilanz aufgeführten Hypotheken und Wertpapiere, im besonderen Pfandbriefe, Industrie- und Kommunalobligationen, Staatsanleihen und Aktien. Es ist zwar nicht üblich Wertpapiere in das Bankkreditvolumen mit einzuordnen, aber sofern sie sich im Besitz des Banksystems befinden, läßt ihr wirtschaftlicher Charakter eine solche Interpretation zu.“ Vgl. Hans Gestrich (1944): Kredit und Sparen (PDF; 67 MB), S. 4: „Die grundlegende Erkenntnis der modernen Kredittheorie besteht darin, daß in der modernen Geld- und Kreditwirtschaft Bankkredite nicht mit von dritter Seite zur Verfügung gestelltem Geld, sondern durch Schaffung von Bankguthaben, die zu Zahlungen benutzt werden können (Giralgeld) entstehen. Auch die Sparguthaben gehen indirekt auf diese Geldschöpfung zurück …“

[9] Vgl. Wolfgang Stützel (1958/78): Volkswirtschaftliche Saldenmechanik, S. 216: „Für das Verhältnis zwischen Neuausleihungen pro Periode und den Veränderungen des Bankkreditvolumens kommt es nun ausschließlich darauf an, wie sich der [...] Strom von Neuausleihungen in die [...] beiden Ströme „Kreditrückzahlung“ und „Neueinlagen“ aufteilt.“

[10] Die Behauptung der BIZ (Bank für Internationalen Zahlungsausgleich), dass „Easy Money Policy“ (Lockerung der Geldpolitik) durch die Zentralbank(en) Solvenzprobleme (Anderer) grundsätzlich nicht lösen könne („By itself, extraordinarily easy monetary policy, whether through interest rates or the active use of central bank balance sheets, cannot be expected to solve underlying solvency problems.“ Generalmanger Caruana, BIZ (2012) in: Central Banking in a Balance Sheet Recession, p. 4), ist insbesondere aus kreditmechanischer Perspektive als kritisch zu bewerten. Ferner die Empfehlung der BIZ, dass sowohl der private als auch der staatliche Sektor in den Krisenstaaten seine Bilanzen (gleichzeitig[!]) sanieren solle (als Vorbedingung zu einem konjunkturellen Aufschwung), erscheint in diesem Zusammenhang nur paradox, ex post zu realisieren kaum möglich (insbesondere nicht, wenn innerhalb aller einzelnen EU-Staaten gleichzeitig[!] diesbezügliche Anstrengungen unternommen werden). Vgl. BIZ (2014): 84. Jahresbericht, S. 15 und auf S. 8 auffordernd: „Und geborgtes Geld darf nicht länger der wichtigste Wachstumsmotor sein.“[!]

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

 

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68 KommentareKommentieren

  • Christoph - 23. Februar 2015

    @Bubblegum: Ihre (noch offene) Frage hinsichtlich Kreditverbriefungen (ABS, etc.) findet sich indirekt beantwortet durch Fußnote 8, ab Gleske (1954): „Der Bankkreditbegriff hat in diesem Zusammenhang einen weiteren Inhalt … “ (buchungstechnisch hat sich da auch nichts geändert). Als Einstieg in die (Giral-)Geldschöpfungsthematik, weil gut verständlich formuliert, empfiehlt sich übrigens Gestrich, insbesondere “Kredit und Sparen” (1944). Gruß Christoph

  • Pregetter Otmar - 23. Februar 2015

    Nun – wieso so kompliziert, wenn es auch fiel einfacher geht. denn
    1.) wir leben in einem 100%igen Schuldgeldsystem, weil a l l es Geld (nämlich auch das gesetzl Zahlungsmittel = Münzen,Scheine, o r i g i n ä r von den Geschäftsbanken (GB) von der Zentralbank (ZB) n u r auf Kredit (die GB haben ja noch kein Geld …) als Schuld entsteht. Im 2. Schritt entsteht eben, wie Sie korrekt anführen, Buchgeld – ausschließlich – als Kredit, das diese an die Sektoren
    Haushalte/Nichtbanken und den Staat weiterreichen.
    2.) der Zins ist – originär – nicht in der Geldmenge enhalten und wird, auf Makroebene, immer wieder nur als Kredit erzeugt
    – d.h. unser Schuldgeldsystem ist ein klassisches Pyramidenspiel!
    Dies führt zu permanentem – und expontentiellem – Anstieg der Kredit_geld_menge, zumal es auf vwl. Ebene weben n i e zu einer Tilgung kommt, weil dann ja (durch das Storno der urspürnglichen Buchung : Forderung Kunde X / Verbindlichkeiten Kunde X) kein Geld mehr vorhanden wäre.
    3.) Unser Geldsystem kann man anhand von 3-4 Buchungen (egal ob von Banken- oder Nichtbankenseite) erklären – und dass der Zins eben nicht mit den Kreditbeträgen von den Gb mitgeliefert wird, kann man
    a) anhand jedes Kreditvertrages nachvollziehen und
    b) auch daran erkennen, dass ja nur von der aggregierten Bankbilanz-PASSIV-Seite (Bilanzsumme in DE ca. 7.600 Mrd. Euro) das Geld in die Wirtschaft fliesst – was ja umgekehrt der Aktivseite bei Nichtbanken entspricht und dies können ja nur Bankguthaben auch verwenden.

    Ergo dessen …, ist es nicht korrekt,
    - dass Banken “Liquidität” brauchen – weil sie ja jederzeit (sie bezahlen ja auch mit “Geld aus dem Nichts” ihre Bürotürme, wie jenen der EZB z.B.) und (fast) unbegrenzt selbst Buchgeld erzeugen können – zumal, wie Sie korrekt anführen, die 1%ige Mindestreserve kein Hindernis ist. Die Eigenkapitalvorschriften von ca. 3% (s. Basel III) über die gesamte Bilanzsumme – was eine Leverage-Ratio von 33 ergibt – stehen einer Kreditausgabe auch kaum entgegen, zumal die GB ja jederzeit Assets/Kredite in “ausserbilanziellen Gesellschaften” auslagern und damit diese Eigenkapitalvorschriften umlaufen können.
    - dass die uferlose Buchgeldschöpfung durch Liquiditätsengpässe bei ZB-Geld (die, wie Sie auch korrekt anführen, ja nur aus den Salden durch Überweisungen ihrer Kreditnehmer entstanden sind) irgendwie begrenzt wäre.

    Korrekt ist, dass jede GB bei der ZB Konten führen muss und über diese eben die zig-Überweisungen und die daraus resultierenden Salden (Forderungen/Verbindlichkeiten der GB untereinander) mit ZB-Geld (weil ja keine GB das selbst erzeugte “Geld aus dem Nichts” der anderen Gb anerkennt!) ausgleichen müssen – aber wie zuvor erklärt. schränkt dies doch die völlig freie Kreditvergabe an Konsumenten und Nichtbanken in keister Weise ein.

    Dies gilt selbstverständlich auch für die griechische ZB, die zwar an die “Order” und den Befehl der EZB durch die ELA- und andere Programme gebunden ist, aber dies hat mit einer Kreditvergabe an die Privatwirtschaft nichts zu tun – sehr wohl aber mit der Finanzierung und dem Aufkauf von griechischen Staatsanleihen.

    Leider vermisse ich wichtige Quellen, wie z.B. die Korrektur des seit Jahrhunderten verbreiteten Lüge, dass Banken n u r Intermediäre wären, die das Geld der Sparer (das ja auch originär als Kredit entsteht – weil ja Sparer kein Geld drucken können) als Kredit an die Wirtschaft weitergeben!

    Für weitere Infos – auch zur Tatsache, dass Volkswirte (fast) nichts von der Gelderzeugung verstehen (siehe Ökonomenstimme, die “Kommentare” des Stephan Schulmeister oder auch von Heiner Flassbeck usw.) verweise ich Sie auf meine Kommentar im FREITAG.
    Die wichtigsten Links , wie z.B. zur Ökonomenstimme usw., finden Sie auch dort.

    Bitte keine Nebelgrantaten rund um die Geldschöpfung “aus dem Nichts” erzeugen, wenn man die elementaren Zusammenhänge locker anhand von 3-4 Buchung festzurren kann.

    https://www.freitag.de/autoren/pregetterotmar/2-banken-erzeugen-das-geld-aus-dem-nichts

    • Roland - 23. Februar 2015

      Die Kreditschöpfung pauschal als “Ponzi-System” oder auch als “Pyramidensystem” zu bezeichnen ist natürlich Unsinn.
      Ohne Kreditschöpfung gibt es kein Geld, sie ist also unabdingbare Voraussetzung für das Funktionieren einer Realwirtschaft, deren Tauschmittel Geld ist.

      Gute Frage allerdings:
      Was passiert, wenn alle Wirtschaftssubjekte ihre Schulden zurückzahlen ? Geht das überhaupt ?
      Dann wäre das Geld ja verschwunden.

      • Sbend - 23. Februar 2015

        Ja, wenn alle ihre Schulden zurückzahlen, dann ist das ganze Geld weg. Da einige Leute ihr Geld aber vermutlich den Schuldern nicht für das was sie an Waren oder Dienstleistungen anzubieten haben geben wollen, gehen ein grosser Teil der Schuldner vermutlich pleite. Aber auch dann ist das Geld/Schulden (bei GmbH Pleite oder nach 7 Jahren bei Privatinsolvenz) Paar weg. Aber das ist halt das klassische Deflationsszenario, was die Zentralbanken verhindern wollen.
        Nur Aufkaufen von Staatsanleihen, die bei Banken eh sehr nah an echtem Geld verbucht werden, macht dann auch keinen Unterschied. Swapt nur eine Bilanzposition gegen eine andere, die aber eh fast äquivalent benutzt werden.

        • thewisemansfear - 23. Februar 2015

          Nicht das ganze Geld wäre verschwunden. Es bleibt der Teil bestehen, wofür Banken Vermögenstitel erworben haben. Wertpapiere, Immobilen, wasauchimmer.

      • Stepe - 23. Februar 2015

        Hallo,
        ich meine das es wirklich sehr theoretische ist, weil es müsste ja absolut Stillstand herrschen außer beim zurückzahlen.Wo hat der “Zurückzahler” das Geld her ohne sich zu verschulden? ich meine auch das es ohne Papiergeld noch wert haltiges Geld gibt, in Form von Gold. Eagle,Rand usw.

        Dazu noch der Hinweis: http://www.heise.de/tp/artikel/44/44220/1.html

        Es sind zuviel Akteure mit unterschiedlichen, in jedem Fall egoistischen Intensionen, am Werk.

        Gruß

        • thewisemansfear - 23. Februar 2015

          Danke für den Hinweis. Der wichtigste Satz ist wohl: “Ein Abwertungswettlauf schädigt alle” Denn das gilt auf globaler Ebene zwischen Ländern genauso zwischen Unternehmen, Städten und Gemeinden, usw. Unterbieten über Preis führt zu Nichts außer einem temporären Vorsprung an Wettbewerbsfähigkeit™ bis der Rest nachgezogen hat.
          Das kranke daran ist, dass man sich allein dieser Spirale kaum entziehen kann… Man sieht sich genötigt, an diesem Zirkus mitzumachen, sonst ist man “raus”.

    • Dave - 23. Februar 2015

      Ich habe Ihren Beitrag im Freitag gelesen und kann auch weitgehend zustimmen. Was mir allerdings nicht klar wird – was ist Ihre Lösung oder Ihr Alternativkonzept?

    • thewisemansfear - 23. Februar 2015

      @O. Pregetter
      “2.) der Zins ist – originär – nicht in der Geldmenge enhalten und wird, auf Makroebene, immer wieder nur als Kredit erzeugt”
      Den Zins als Einkommensbestandteil der Geldmenge zuzuschreiben ist der berühmte Vergleich von Äpfeln und Birnen. Um die Diskussion gleich im Keim zu ersticken nehmen wir das berühmte Beispiel mit 2 Leuten auf einer Insel wo einer dem anderen 100 “Goldmünzen” (wahlweise auch 100 Rollen Klopapier) leiht und dafür 102 Stück zurückverlangt. Als potentieller Schuldner denke ich bei so einem Angebot einen Moment nach, frage dann vielleicht noch nach, wie sich derjenige das denn vorstellt und lehne im Endeffekt dankend ab. So ein Deal würde niemals zustande kommen, ausgeschlossen. Die Story ist konstruiert und fern der Realität, soll aber als DIE Rechtfertigung der Zinskritiker gelten?!
      Ohne dass der Gläubiger dem Schuldner ermöglicht, wenigstens den Zins bei ihm zu verdienen, kommt kein Deal zustande. Wird er dann noch zusätzlich in der Geldmenge benötigt? NEIN. Viel Spaß beim Widerlegen.
      Keine Frage, dass die Geldvermögen bei einigen Wenigen eine zeitlang exponentiell anwuchsen. Aber die *Ursache* ist weniger der Zins (der ist nur das Werkzeug), sondern der ewig schwelende Verteilungskonflikt. Wenn ein schlauer Politiker mit ökonomischem Sachverstand weiß, dass Zins und Zinseszins zu Vermögenskonzentration und letztlich zum Zusammenbruch des Systems führen, dann besteuert der doch so erhaltene Erträge einfach weg. Aber hups, mit 25% Kapitalertragssteuer sind Kapitaleinkommen sogar teilweise besser gestellt als Arbeitseinkommen! Es ist aber zu simpel, einfach nur Unwissenheit zu unterstellen.

      Da nach Quellen gefragt wurde, dass Banken nicht nur die Intermediär seien: Hier wird nicht nur das widerlegt, sondern auch noch der Geldmultiplikator (“loanable funds”) als Scheininstrument enttarnt. Richard Werner hat sogar den geschichtlichen Kontext der Geldentstehung bemüht (leider? englisch):
      http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1057521914001070

      • Dave - 24. Februar 2015

        @thewisemansfear
        “Aber hups, mit 25% Kapitalertragssteuer sind Kapitaleinkommen sogar teilweise besser gestellt als Arbeitseinkommen”
        Hier wird oft vergessen, dass ein Teil dieses Geld doppelt versteuert wird. Einmal als Gewinn beim entsprechenden Unternehme und dann nochmal vom Kapitalgeber, der das Risiko trägt! Da Zinsen (auf Anleihen usw.) meines Wissens nach als Ausgaben ertragsmindernd sind, werden diese allerdings nicht doppelt versteuert oder irre ich mich da?
        Auf jeden Fall bleibt die Besteuerung von Kapitaleinkünften technisch schlecht gelöst und letzlich bevorzugt es dann Fremdkapital über Eigenkapital (gewollt?). Undifferenziert auf die Kapitalertragssteuer hinzuweisen finde ich allerdings auch zu einfach.

        • thewisemansfear - 24. Februar 2015

          Danke für den Hinweis. Zahlt die Bank auf Guthabenzinsen Steuern? Bei Dividenden leuchtet mir die Argumentation ein, wobei der Sinn und Zweck eines Unternehmens vom Grunde her nicht dem einer Melkmaschine der Bevölkerung darstellt. D.h. wenn es nur Gewinn erwirtschaftet, um die Anteilseigner “reich” zu machen, läuft irgendetwas verkehrt. Niemand zwingt das Unternehmen dazu, Gewinne auszuschütten. Aber überschüssiges Geld zu Investieren (oder Rücklagen bilden) ist nicht mehr so richtig mode…

    • Vogel - 28. Februar 2015

      @Otmar Pregetter
      Zu gegeben, ich versteh’ nix davon – so wie ich den o.g. Kommentar verstehe, spielen auch die Sicherheiten keine Rolle?? Die Bänkster geben also jedem der aufzeigt – auch ohne Sicherheiten – Kredit weil Sie das können? Sie tun dies in vollem Bewusstsein, dass eine Bedienung des Kredits – von Tilgung will ich gar nicht reden – sein kann, aber nicht sein muss?

      Wenn sie – die Banken – jederzeit mit “Geld aus dem nichts” bezahlen können, dann können sie ja auch nicht pleite gehen, dann braucht ja auch keine Bank gerettet zu werden – sie rettet sich einfach selbst; Münchhausen läßt grüßen!

      Auf die Gefahr hin, dass ich alles mis(t)verstanden habe, möchte ich doch hierauf verweisen.

  • Bubblegum - 23. Februar 2015

    Hallo Christoph,

    „@Bubblegum: Ihre (noch offene) Frage hinsichtlich Kreditverbriefungen (ABS, etc.) findet sich indirekt beantwortet durch Fußnote 8, ab Gleske (1954): „Der Bankkreditbegriff hat in diesem Zusammenhang einen weiteren Inhalt … “ (buchungstechnisch hat sich da auch nichts geändert).“
    Vielen Dank für diese prompte Antwort. Da bin ich schon ein ganzes Stückchen weiter. Und doch bleibt ein riesiges Unbehagen. Und das ist die Wertzuordnung der Vermögenswerte und Schulden.
    Stichwort: beizulegender Stichtagswert( so weist die Commerzbank für 2014 nach HGB einen Bilanzverlust von über 700 Mio. Euro aus, während nach anderen, angelsächsischen Rechnungs-legungsvorschriften ein respektabler Gewinn zu Buche stehen soll.) Das gleiche gilt für Darkpools etc., bei denen noch nicht einmal mehr der Marktpreis für ein Wertpapier offiziell bekannt werden kann. Damit ist der notwendige Ab- bzw. Zuschreibungsbedarf des Rechtinhabers nicht mehr korrekt zu ermitteln.
    Typisch für meine Zweifel auch das Verhalten der Regierung Monti, die faule Papiere im Portefeuille italienischer Kreditinstitute und sonstiger Kapitalsammelstellen mit einer Garantie- bzw. Patronatser-klärung des italienischen Staates versah und sie so EZB- fähig machte.
    Wenn aber die Basisdaten nicht korrekt sind, was taugen dann noch die Aussagen der Saldenme-chanik?
    Damit bin ich bei meiner nächsten Frage. Zitat aus den Anmerkungen:
    „„Die grundlegende Erkenntnis der modernen Kredittheorie besteht darin, daß in der modernen Geld- und Kreditwirtschaft Bankkredite nicht mit von dritter Seite zur Verfügung gestelltem Geld, sondern durch Schaffung von Bankguthaben, die zu Zahlungen benutzt werden können (Giralgeld) entstehen. Auch die Sparguthaben gehen indirekt auf diese Geldschöpfung zurück …“
    Wenn diese Behauptung allgemeingültig ist, dann stellt sich die Frage, kennen die Mitglieder der Troika diese Regel nicht oder wollen sie diese nicht kennen. Wenn sie sie nicht kennen wollen, muss die logische Schlussfolgerung lauten, sie wollen über das Hilfsmittel Griechenland bewusst einen Zusammenbruch der Eurozone über Bankpleiten herbeiführen. Damit wäre die Wallstreet-Mafia die eine wirtschaftliche Zangenbacke, die sie zu erdrücken droht, los und könnte sich ungestört an die Zerschlagung des Seidenstraßenprojektes und der BRICS-Alternative zu IWF und Weltbank machen.
    Viele Grüße und vielen Dank Bubblegum

  • Christoph - 23. Februar 2015

    @Pregetter Otmar: Erstmal zu ihrem Vorwurf der “Nebelgranaten” muss ich ihnen zugestehen, dass die ZBG-Schöpfung durch die nationalen Zentralbanken innerhalb dieses Artikels nicht dezidiert behandelt werde (und der Artikel für Unbedarfte wohl nicht so einfach zu verstehen sein dürfte – so tendenziös zu vereinfachen liegt mir eben nicht) – Hinweis gibt einzig der für “schwache” Banken notwendige Refinanzierungskredit – siehe: “… benötigt es „auffüllende“ Liquidität – üblicherweise entweder Kredit von anderen Banken (Interbankenmarkt) oder von der jeweiligen (nationalen) Zentralbank (bzw. QE) …” Dass sie diesen Artikel zu schmälern sich bemühen, enttäuscht mich zwar, wundert mich aber auch nicht (aus ihrer langjährig etablierten Position ist das für mich sogar verständlich) – mit Kontroversen hatte ich außerdem gerechnet. :-)
    Zu 1.): Ja.
    Zu 2.) “Dies führt zu permanentem – und expontentiellem – Anstieg der Kredit_geld_menge, zumal es auf vwl. Ebene weben n i e zu einer Tilgung kommt, weil dann ja (durch das Storno der urspürnglichen Buchung : Forderung Kunde X / Verbindlichkeiten Kunde X) kein Geld mehr vorhanden wäre …” AW: Damit kein Geld mehr vorhanden wäre, müssten alle Schuldner (a) gleichzetig tilgen (b) alle Gläubiger freiwillig und gleichzeitig entsparen. Hmh?
    Zu 3.) “… dass der Zins eben nicht mit den Kreditbeträgen von den Gb mitgeliefert wird …” AW: Was genau ist da jetzt ihr Problem? Weil dann die Kreditzinsen von den Schuldnern überhaupt nicht bedient werden könnten, meinen sie diese Geschichte? Und dass, deshalb das derzeitige Banken- und Geldsystem systemimmanent zum Scheitern verurteilt wäre?
    Zu 3.b.) Fließt die gesamte Höhe der Passivseite in der konsolidierten Bankbilanz tatsächlich in den realwirtschaftlichen “Wirtschaftskreislauf”?
    Zum Rest: Dass die meisten Volkswirte die Kreditmechanik nicht verstehen (können oder wollen), pflichte ich ihnen bei – die neoklassische “Loanable Funds Theory” wird eben weiter hochgehalten, anderenfalls breche das darauf basierende Theoriegebäude ja ein.
    Dass sie ausgerechnet Flassbeck und Schulmeister der Unkenntnis bezichtigen, wundert mich, wo ausgerechnet diese beiden die Lautenbachsche Kreditmechanik im Schlaf beherrschen. Sorry, aber die Mühe jenes Kommentar zu suchen (wo es irgendwo darum gehe) tue ich mir nicht an.
    Mit “pöses Schuldgeldsystem”, Pyramidenspiel, “Zins fehlt”, etc. blasen sie in das “Acker-Weidmannsche Horn” (http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Reden/2012/2012_09_18_weidmann_begruessungsrede.html) – machen sie das eigentlich bewusst?
    “Banken in die Schranken!” (sie verstehen die Anspielung) – ja, aber nicht derart polemisch vereinfachend/verzerrend und nicht (von was weiß ich) getrieben am eigentlichen Problem vorbei! Sorry, das halte ich für nur kontraproduktiv. Grüße Christoph

  • gosid - 24. Februar 2015

    @thewisemansfear:

    “Ohne dass der Gläubiger dem Schuldner ermöglicht, wenigstens den Zins bei ihm zu verdienen, kommt kein Deal zustande. Wird er dann noch zusätzlich in der Geldmenge benötigt? NEIN. Viel Spaß beim Widerlegen.”

    Jetzt extrapolieren wir auf die Weltwirtschaft. Ist die wirtschaftliche Tätigkeit der meisten Akteure auf Profit ausgelegt? Geld wird nur verliehen, wenn Aussicht besteht, mehr Geld zurück zu erhalten. Angesichts der massenhaft fehlenden Verdienstmöglichkeiten weltweit, scheint es unmöglich, den nötigen Zins zu erarbeiten. Wäre es anders, wenn die Konzentration des Geldes bei Wenigen vermieden, dem entgegen gesteuert werden würde? Wäre Wachstum garantiert, wenn der Masse der ( zumindest in den sogenannten reichen Industrieländern) Konsumwilligen Subjekten Geld zur Verfügung stünde? Ist diese Wirtschaftsweise erhaltenswert, in der der Profit als zu verwirklichendes Ziel über allem steht, über einer nachhaltigen, umweltschonenden Wirtschaftsweise, in der Ethik und Menschenrechte nur insoweit zur Geltung kommen, soweit sie dem Profit förderlich sind?

    Eine nette Dokumentation zu den Grenzen des Wachstums:
    Weniger ist mehr! Die Grenzen des Wachstums und das bessere Leben
    http://youtu.be/hr9dTAI75cc

    • thewisemansfear - 24. Februar 2015

      @gosid
      Von den Banken (außer Spezialinstituten) wird ja eben nichts verliehen. Das ist ein überbordener Mythos aus der Warengeld-Zeit.
      Dadurch, dass so viele Akteure auf der Welt herumlaufen, kann man die Funktionsweise recht lange verschleiern. Nur im Endeffekt läuft es auf dasselbe heraus. Wenn der Gläubiger es dem Schuldner nicht ermöglicht, seine Schuld abzutragen, ist Ende im Gelände. Dann kommen die Mistgabeln wieder hoch… Aber die Eliten lernen ja auch dazu, mit repressiven Mitteln wird Widerstand unterdrückt. Der Überwachungsstaat ist nur EIN Beispiel. Dazu kommt noch ein ökonomischer “Wissenschafts”betrieb, der einzig zur Rechtfertigung des status-quo gut zu sein scheint. Meinungspluralität und Kritikfähigkeit? Weitestgehend Fehlanzeige.

      Nachhaltigkeit bedeutet dass Gewinne nach und nach gen Null tendieren müssen, dann ist am Ende ein (halbwegs) stabiles Gleichgewicht gefunden. Es gibt natürlich Wachstumsbefürworter, die sich für qualitatives Wachstum aussprechen. Ist nicht ganz von der Hand zu weisen, aber findet eben nicht mehr auf der materiellen Ebene statt.
      Das Thema Energie wird viel zu oft vernachlässigt. Alle Welt redet davon, dass der Erhalt von Infrastruktur Unsummen an Geld verschlinge. Dabei ist das nur oberflächlich betrachtet so. In der Realität müssen stets neue Ressourcen zur Ausbesserung verwendet werden. Irgendwo sind auf einem endlichen Planeten immer Grenzen gesetzt.

  • Huthmann - 24. Februar 2015

    In Diskussionen auf dem Blog Herdentrieb, den Sie ja kennen, sind wir auf folgendes gekommen:

    - Banken schaffen Geld aus dem Nichts
    - begrenzt ist dies durch die Sparneigung der Wirtschaftssubjekte, d.h. dadurch, daß neu geschaffene Depositen durch Kreditausreichung nicht mehr im Wirtschaftskreislauf gehalten werden (kann auch am angebotenen Zins für das Deposit liegen (In der Folge müßte dann durch die Bank der Zinssatz erhöht werden) oder daß Depositen an die Bank wieder zurückgegeben werden (Schulden getilgt werden, um das gewünschte Vermögensportfolio zu halten)
    - im Gegensatz zur Auffassung von Tobin (bankers as creators of money) ist diese Begrenzung durch die Sparneigung aber wohl nicht so klar ziehbar: nämlich dann, wenn die neu ausgereichten Depositen an die sogenannten cash-rich fließen (z.B. über erhöhte Wirtschaftsleistung und davon “übergebührlich” profitierende Einkommensschichten (ist ja das allgemeine Problem der sich vertiefenden Unterschiede in Einkommen und dann Vermögen heute) . Diese cash-rich haben oft keine Kredite, die sie tilgen können, und somit im Großen und Ganzen nur die Möglichkeit durch Kauf von Assets (gibt in der Folge Assetpreisinflation) ihre Depositen wieder an andere cash-rich loszuwerden

    MfG

    • Christoph - 25. Februar 2015

      Danke Herr Huthmann, damit sind sie im Gegensatz zu Pregetter nah am Punkt. Können sie zustimmen, wenn ich wie folgt verdichte: Um die Konjunktur im Gleichgewicht zu halten, resultiert der Kreditbedarf einer Volkswirtschaft pro Periode aus genau jener Höhe der Depositenschaffung, die dem realwirtschaftlichen Wirtschaftskeislauf pro Periode vorenthalten wird (Abweichung vom Ausgabengleichschritt)? Respekt und Gruß Christoph

      • Huthmann - 26. Februar 2015

        Input in den Wirtschaftskreislauf für gegebene Periode. Deposit aus:

        - Geldschöpfung durch Geschäftsbank
        - Entsparen (Bestandsminderung im Vergleich zum Anfang der Periode)

        Output aus dem Wirtschaftskreislauf für gegebene Periode: Deposit aus:

        - Tilgung (Geldvernichtung)
        - Sparen (Bestandserhöhung zum Ende der Periode)

        Ausgabengleichschritt (gleiche Ausgaben über Perioden) bedingt somit: Kreditbedarf für die Periode = Tilgung + Sparen – Entsparen.

        Sicher ist es hilfreich diesen Kreditbedarf zu ermitteln. Problem ist aber, daß nicht der Kredit entscheidend ist sondern dessen Verwendung (Rückfluß?, Mehrwertschaffung?.

        Desweiteren erfolgen die Entscheidungen der Wirtschaftssubjekte unter Unsicherheit. D.h. es kann zu optimistische Einschätzungen geben und zu pessimistische mit der Folge von Boom und Bust. Hier gilt es die Rolle des Sparens im Bust noch zu verstehen. Pauschal wird sehr oft gesagt, daß Sparen im Bust kontraproduktiv sei. Das halte ich ehrlich gesagt im Kontext für noch nicht durchdrungen.

        MfG

  • JL - 24. Februar 2015

    Hallo Christoph

    Danke für Ihren Artikel.

    Was hier vielleicht zu wenig beleuchtet wurde ist die Geldschöpfung seitens der Notenbanken. Das ist wohlgemerkt kein Vorwurf, schließlich kann man in einen Artikel nicht alles „hineinstöpseln“- es soll ja nicht gleich zu einer Dissertationsarbeit ausarten.

    Es zeigt aber auf, daß das heutige Geldsystem grundsätzlich manipulierbar ist. Entweder durch Zentralbanken, Ratingagenturen oder auch Hedgefonds (Stichwort George Soros/ Pfund/ 1992). Damit spiegelt das gegenwärtige Geldsystem eben auch nicht die Wirtschaftskraft irgendeines Landes (oder Währungsraumes) wieder. Auch die Geldmenge ist nicht mehr ausschließlich von der Kreditname von Konsumenten und/ oder Unternehmen abhängig. Längst entscheiden andere wieviel Geldmenge man mittels QE so braucht.

    Dies alles hätte es bei einem Goldstandart nie geben können- kein Wunder also, daß er abgeschafft wurde.

    Mit freundlichen Grüßen

    JL

    • Christoph - 24. Februar 2015

      @JL: Stimmt, dass die ZBG-Geschöpfung durch die nationalen Zentralbanken zu kurz gekommen ist, habe ich bereits (weiter oben) gegenüber Herrn Pregetter bereits zugestanden. Ob ein Goldstandard tatsächlich nicht manipulierbar ist? Gruß Christoph

      • JL - 25. Februar 2015

        Hallo Christoph

        Meine Meinung hierzu:

        Alles was nicht finanztechnisch manipulierbar ist, wurde abgeschafft. Wäre es finanztechnisch manipulierbar gewesen, hätte man es schlicht nicht abschaffen müssen.

        Mit freundlichen Grüßen

        JL

        • Christoph - 25. Februar 2015

          Hallo JL, schon, aber bitte vergessen sie nicht die Konferenz in Genua 1922, die Einführung des Golddevisenstandards 1924, die Abhängigkeit der Deutschen von Auslandskredit und die schwere Zeit ab 1928. “Die Waffe zur Verteidigung des Goldstandards ist die Kreditrestriktion” (Hawtrey 1919) – das kann (immer nur für manche) auch schlimm ausgehen. Es ist freilich immer nur eine Frage der jeweiligen Interessen. Gruß Christoph

          • JL - 25. Februar 2015

            Hallo Christoph

            Zuerst ein Zitat:

            „Wenn es keinen Goldstandard gibt, so gibt es auch keine Möglichkeit, seine Ersparnisse vor der Konfiszierung durch Inflation zu schützen. Es gibt keinen sicheren Wertspeicher. Gäbe es einen, müsste die Regierung diesen verbieten, so wie es bei Gold getan wurde.
            Würde sich beispielsweise ein jeder dazu entschließen, all seine Bankeinlagen in Silber oder Kupfer oder irgendeine andere Ware umzutauschen, und im Anschluss daran nicht mehr bereit sein, Schecks als Zahlungsmittel für Waren zu akzeptieren, würden die Bankeinlagen ihre Kaufkraft verlieren und der seitens der Regierung geschaffene Bankenkredit wäre als Forderung auf Waren nichts weiter als ein wertloser Anspruch.
            Die Aufgabe des Goldstandards machte es den Wohlfahrts-Etatisten möglich, das Bankensystem als ein Mittel zur unbegrenzten Kreditausdehnung zu nutzen …
            Die Finanzpolitik des Wohlfahrtsstaats verlangt es, dass es für die Halter von Vermögen keine Möglichkeit gibt, wie sie sich schützen können. Das ist das schäbige Geheimnis der Tiraden gegen Gold seitens der Wohlfahrts-Etatisten. Defizitäre Ausgaben sind nichts weiter als ein Plan, Vermögen zu konfiszieren. Und Gold steht diesem hinterhältigen Prozess im Wege. Es fungiert als Beschützer der Vermögenswerte. Hat man dies erst einmal verstanden, dann bereitet es einem auch keine Schwierigkeiten mehr, die Feindseligkeit der Etatisten gegenüber Gold zu begreifen.“

            Der Verfasser ist übrigens Alan Greenspan in seiner Abhandlung „Gold und wirtschaftliche Freiheit“, veröffentlicht 1966.

            Davide Hume hat einmal die Wechselwirkung zwischen wertgedeckten Geld und realen Wirtschaftsleistungen dargestellt.

            http://de.wikipedia.org/wiki/Goldautomatismus

            Die Aussage „Die Waffe zur Verteidigung des Goldstandards ist die Kreditrestriktion“ von Hawtrey 1919 ist meines Erachtens falsch, da der Goldstandart Kreditrestriktionen erzwingt und grundsätzlich keine Kreditexpansionen ermöglicht.

            Das der Goldstandart 1914 aufgegeben wurde ist vor dem Hintergrund der (monetären) Kriegserfordernisse zu sehen.

            Auch der gescheiterte Versuch der dauerhaften Einführung des Goldstandards nach Kriegsende 1918 ist letztlich das Resultat dieser Kriegsergebnisse.

            Der Begriff „Goldstandart“ ist übrigens relativ. Genauso gut könnte es sich dabei beispielhaft um einen „Warenkorb“ von Gold, Silber und Kupfer handeln (in Anlehnung an dem Bimetall- Standard).

            Mit freundlichen Grüßen

            JL

            • thewisemansfear - 25. Februar 2015

              Da hat sich Greenspan in seinen jungen Jahren aber ganz schön vergaloppiert (in späteren Jahren erst recht…).
              Geldbesitzer haben immer die Möglichkeit, ihr Geld der Bank zu entziehen. Es ist viel zu eng gedacht, dass nur Gold oder irgendwelches Edelmetall real “angespart” werden kann. Das kann man mit so vielen anderen Dingen auch: Immobilien, Land, Aktien, usw. usf. Das Einzige, wovor die “Vermögenden” zurückschrecken, ist das Risiko eines Wertverlustes. Die hätten also gern das Rundum-Sorglospaket (wer nicht) :)

              Ein vernünftig reguliertes Finanzsystem, z.B. mit Transaktionssteuer als “Dämpfer” ist um Längen besser als eine fixe Grenze an Gold oder was auch immer zu haben. Daran ist der Goldstandard schon mehrere Male gescheitert. Wir würden jetzt genauso über die Abschaffung diskutieren, wenn das “goldgedeckte” Geld gerade knapp würde. Verwerfungen entstehen damit genauso.

  • Rainer_D - 24. Februar 2015

    Das in Westeuropa und den USA aufgebaute Notenbank- Geschäftsbank- und Schuldsystem basiert auf

    (i) den Eigenmitteln [Eigenkapital in Form von Gold, Wertschriften, etc., ausgedrückt in der Gebietswährung] und Risikovorschriften für die Notenbanken,
    (ii) den Eigenmitteln [Notengeld oder Notenbankbuthaben, Wertschriften, etc.] und Liquiditäts/Risikovorschriften für die Geschäftsbanken (GB),
    (iii) den Eigenmitteln [grundpfändbare Immobilien, pfändbare Wertgüter/ Forderungen/Wertschriften, etc] oder Drittpfandbestellungen der nachfragenden Schuldnern (Kreditnehmern),
    (iv) Bewertungsregeln zu “unrealisierten Marktpreisen” und
    (v) dem Willen des nachfragenden Schuldners sich zu verschulden, in der Absicht, mit dem nachgefragten Kredit eine für sich positiv eingeschätzte Geschäftstransaktion abzuwickeln. Wobei der sich daraus entstehende Gewinn nicht linear auf Aktionäre, Vorstand, GL und Mitarbeitende verteilt wird.

    Wenn niemand sich verschuldet der sich verschulden kann, dann haben diejenigen welche über kein Eigentum/Vermögen verfügen auch keine Möglichkeit ihre pure Arbeitskraft anzubieten, weil ja kein Unternehmen danach fragt. Und wenn sich der Staat gleichzeitig auch nicht noch mehr verschulden kann?

    Schulden und Guthaben gehen ebenfalls auf zu Null. Der nachgefragte Kredit des Schuldners ist eine Forderung der GB. Die GB kann aber auch nach Einhaltung der oben genannte Punkte nur soviel Kredit vergeben wie sie tatsächlich über Liquidität im Bankensystem verfügt, sonst könnte sie ja der vom Schuldner verlangten Kreditauszahlung nicht nachkommen. All dies ist eigentlich ziemlich gut geregelt und birgt kaum Risiko im System, a u s s e r (i) das Vertrauen der Bankgläubiger fängt an zu schwinden und die gemäss Bankengesetz vorgesehene Liquiditätsquote reicht für die Rückzüge nicht mehr aus u n d (ii) jetzt kommt es, die “guten” Regeln werden bewusst ausgehebelt indem immer abstrusere Finanzkonstrukte, inklusive
    D e r i v a te konstruiert werden. Diese folgen eher Grundsätzen von finanzmathematischen Berechnungen (vorgenommen von Mathematikern, Physikern) und werden a u s s e r h a l b der GB Bilanz verbucht (entweder als Eventualverpflichtung oder in einem Offshorevehikel [mit Garantie/Bürgschaft der Mutterbank], ausgetüftelt von Rechnungslegungsexperten, Steuerexperten, Anwälten und Finanzspezialisten). In diesen Konstruktionen sind die GB ziemlich frei, so frei wie jeder Privatmann oder Privatunternehmer ebenfalls abstruse Finanzkonstruktionen mit seinen Geschäftspartnern eingehen kann. Diese “Geldsummen” der GB sind in keiner Geld”menge” 1, Geld”menge” 2 oder Geld”menge” 3 sichtbar, allerdings im Anhang des Geschäftsberichtes.

    Das in den USA und in Europa geltendene Notenbank- und Geschäftsbankensystem (geregelt von den Staaten in entsprechenden Gesetzen und Verordnungen) sieht eigentlich vor, dass die Notenbank nicht direkt den Staat oder die Wirtschaft mit “Geld” versorgt, sondern dass das ganze indirekt via das GB-System erfolgt(e).

    Die QE Aktivitäten und andere d i r e k t e n Marktaktivitäten der Notenbanken umgehen die früher geltenden Eigenmittelanforderungen an die GB. Sie bringen aufgrund von nunmehr Sekundärmarkttransaktionen tatsächlich benötigte Liquidität in die GB u n d stützen die Marktpreise, was bei den GB (und natürlich auch bei Privatinvestoren) dazu führt, keine Wertberichtigungen vornehmen zu müssen, denn der Immobilienmarkt in der USA ist gescheitert, ebenfalls ja auch die USA und einige andere Länder, sonst müssten ja FED, EZB, BoE und BoJ nicht so massiv d i r e k t in den Markt eingreifen. Diese Transaktionen kurbeln die Wirtschaft aber nicht an, können sie auch nicht, weil es keine Privatschuldner sind die “Geld” für Investitionen/Vorfinanzierungen/Konsum bei den GB nachfragen. Dies ist auch der Grund warum bei dieser “Geldschwemme” keine Inflation entsteht. In Tat und Wahrheit ist es nach meiner Meinung eine Verschleierung der stattfindenden Deflation.

    Noch zur Vervollständigung: Die Notenbanken realisisieren einen Zinsgewinn aus der Ausgabe von Notengeld und Notenbank-Guthaben, denn die “Ausgabe” dieses Geldes “kostet” die Notenbank n i c h t s wenn wir von den Druckkosten und den Betriebskosten für eine Notenbank einmal absehen. Weil man ursprünglich von der Politik “unabhängige” Notenbanken wollte, sind z.B. die Notenbanken der USA, GB und CH ganz oder teilweise im Privatbesitz. Das heisst nun aber nicht, dass die Aktionäre den “vollen Zinsgewinn” einkassieren können. Die einzelnen Notenbankgesetze legen fest, wie der Gewinn ermittelt wird und wieviel davon wem zusteht.

    Der Staat ist der Regulator des Geldsystems und ist der einzige Schuldner der keine Pfänder für die Kreditaufnahme hinterlegen muss, weil er jederzeit mittels seiner Steuerhoheit die eigene Verschuldung regulieren kann. Doch solange der Staat von den Reichsten nicht d i e Steuern erhebt welche nötig sind um seine Schulden zu reduzieren, solange wird dies mittels Senkung der Ausgaben versucht. Diese Senkungen führen aber erstens zu einer Schrumpfung der Überschüsse der Privaten (siehe oben) und zweitens zu einer Zunahme der Zahl der Armen und somit zu nur noch weiteren Bedrängnissen.

    Wirtschaftswachstum passiert dadurch als dass Privatschuldner Zuversicht in die wirtschaftliche und politische Zukunft haben und sich deswegen für eine Investition, für ein kommerzielles Geschäft oder eine Konsumation im Voraus verschulden.

    Defizite und Überschüsse von Staat A und Privaten in Staat A (Individuen/Unternehmen) ergänzen sich zu Null. Wenn also der Staat weniger Defizite (Schulden) machen soll, müssen die Privaten weniger Überschüsse erzielen, oder anders herum ausgedrückt, wenn der Staat mehr Überschüsse machen soll, müssen die Private mehr Defizite machen (entweder als Steuerzahler oder als Grosskonsument) und zwar nicht linear! Denn von den Privaten können nur diejenigen mehr Defizite machen die Eigentum besitzen, weil alle privaten Defizite ohne Besitz von Eigentum der verpfändet werden kann, zu einer weiteren Verschuldung des Staates führen(Privatkonkurs und Sozialhilfeempfänger): Aber alle Privaten mit viel Eigentum haben in der Regel eine tiefere Bedürfnisquote für Defizite (höhere Steuerbelastung/oder als Konsument um die Wirtschat anzukurbeln) als sie gemäss ihrer Gewichtung haben müssten (z.B. privates Defizitbedürfnis für Multimillionär, Milliardär). So wird also ein System weitergeführt in welchem die Privaten Überschüsse nicht linear verteilt werden, sondern Wenigen viel und Vielen wenig zusteht. Man vergleiche die Lohneinkommensverhältnisse in D zwischen den Jahren 2000 und 2013 und wundere sich nicht mehr, warum die Wirtschaft in der Breite nicht mehr wächst? Nominell gesehen sieht es im BIP ja noch gar nicht mal so schlecht aus, aber dieser BIP Erfolg landet eben bei Wenigen (zB Boni) und landauf landab wirkt alles immer düsterer.

    Die Defizite und Überschüsse aller Länder addieren sich zu null. Wenn Länder mit grossen Defiziten weniger Defizite machen sollen, müssen Länder mit hohen Überschüssen ihre Überschüsse reduzieren, oder Defizite machen, was heisst, Länder mit hohen Überschüssen müssten entweder zu tieferen Preisen, oder weniger Produkte/DL liefern oder aber gleichzeitig zu viel höheren Preisen oder viel mehr Produkten/DL von den Defizitländern kaufen.

    Wenn innerhalb eines Jahres die Produktivität ausgedrückt zum „Marktpreis“ um 1.5% und die Nachfrage ausgedrückt zu demselben „Marktpreis“ um 1% steigt, geht die Arbeitszeit pro Kopf um 0.5% zurück. Solange die Produktivität steigt, kann also nicht gleichzeitig weniger nachgefragt (ausgeben) und mehr gearbeitet werden, ausgenommen die Produktivitäts-steigerung kann exportiert werden. Und dafür wiederum bräuchte es einen international konkurrenzfähigen Industrie- und Dienstleistung Sektor oder neue Grossinvestoren u n d eine Klärung der Frage, wie die exportierte Produktivitätssteigerung innerhalb des Privatsektors verteilt wird (siehe oben).

    Wirtschaften im „Markt“ suggeriert, es würden immer alle Teilnehmer über das gleiche Wissen verfügen. Es erfolgt aber immer unter Unsicherheit, ungleich verteiltem Wissen u n d ungleichen menschlichen Charakteren.

    Wirtschaften bedeutet auch, dass dauernd Eigentumswechsel stattfinden ob aufgrund der Einlösung oder Nichteinlösung einer Kontrakt-Schuld, weil ja immer belastetes Eigentum mit im Spiel ist und immer das Eigentum vom anteiligen Zins, Gewinn oder Verlust der zweiseitigen Kontrakt-SCHULD die Hand wechseln.

    Es gelten die folgenden wirtschaftlichen Faktoren:

    - Je weniger Rücksicht auf die Gegenpartei, die Mitarbeitenden, den Staat, das Leben, die Erde und je grösser die Notlage umso grösser der mögliche Gewinn (z.B. Zinssatz, Kaufpreis, etc.);
    - Je mehr (An)Schein kreiiert werden kann, umso grösser der zu erzielende Gewinn;
    - Je mehr Notlagen kreiiert werden können, umso grösser der zu erzielende Gewinn;
    - Je grösser das vorhandene Eigentum, umso stärker kann dieses zum persönlichen Gewinn eingesetzt werden, und je kleiner das persönliche Eigentum umso schwieriger ist es, dieses wirtschaftlich einzusetzen. Es bleibt nur der Eintausch bei der Bank gegen Anrechte auf Geld, welche die Bank den grossen Eigentümern wiederum zur Verfügung stellt
    - Je mehr Unsicherheit durch Zerstörung und Krieg besteht, umso höher der Preis
    - Je mehr eine Leistung der Allgemeinheit dient, umso tiefer ist deren Preis

    Die folgenden persönlichen und sozialen Faktoren haben wirtschaftlich keine Geltung:

    - Fürsorge für Kinder, Eltern, Freunde, Nachbarn
    - Gastfreundschaft und offene Ohren (Zeit und Material) für Menschen ob in Not, oder nicht
    - Verantwortung und Vertrauen ausüben für Mitmenschen, Lebewesen und Erde
    - Ehrenamtliche, gemeinnützige Aktivitäten für Alle

    Es wird also nichts aus der Luft geschöpft, aber vieles kann sich in Luft auflösen.

  • Duke van Hudde - 25. Februar 2015

    Auf jeden Fall ist es gut das über dieses Thema gesprochen wird.

    Bei der Geldschöpfung aus den nichts läuft es nach meinen wissen so.

    Das gleichzeitig zwei Buchungen in der Bilanz der Bank gemacht wird. Zum einen auf der Aktivseite die Forderung gegenüber den Kunden und auf der Passivseite die Verbindlichkeit der Bank gegenüber den Kunden.

    Damit ist die Bilanz ausgeglichen und man hat Geld aus den Nichts erschaffen. Das heißt indem Moment der Kreditvergabe bleibt die Bank die Kreditsummen den Kreditnehmer schuldig.

    Erst wenn der das Geld in Bar haben will oder auf einen Konto einer andere Bank bucht muss die Bank irgendwie schauen wie sie es hinbekommt das die Zentralbank ihr das Bargeld gibt oder das eine andere Bank ihr das am Interbankmarkt das Geld leiht.

    Die Frage die sich aber da stellt was bedeutet das eigentlich. Man kann sicher da drüber nachdenken ob es Probleme gibt das die Zinsen nicht dabei sind und ja es ist zu vermuten das daher immer eine bestimmte Menge an Krediten ausfallen müssen. Mein Punkt ist aber ein anderer.

    Laut der Quantinitätsgleichung ist Geldmenge * Umlaufgeschwindigkeit = Gütermenge * Preise

    Das heißt wenn man die Geldmenge erhöht und die Umlaufgeschwindigkeit und die Gütermenge nicht steigen müssen die Preise steigen.

    Das heißt alle Altbesitzer von Geld werden in den Moment der Kreditvergabe schlechter gestellt.
    Die Profiteure dieses System sind die Banken die Geld ohne Kosten schöpfen können und dazu noch Zinsen dafür kassieren und die Gruppen die die Kredite aufnehmen. Hier gibt es nur zwei Gruppen und das ist der Staat oder Leute/Unternehmen die schon ein gewisses Vermögen haben allen anderen gibt man keinen Kredit.

    ,Das heißt der Staat, die Banken und Menschen und Untenrehmen die ihr Eigenkapital hebeln profitieren vom System die anderen stehen sich schlechter.

    Deswegen werden der Staat und die Banken alles versuchen dieses System zu verteidigen.

    Jetzt wird es aber richtig lustig ein Teil deR Linken glaubt immer noch das mit Geldmengenausweitung man Wohlstand schaffen kann.
    Gut man könnte sagen das Simbawe das reichste Land der Welt zur Zeit sein müssten wenn das stimmen würde aber das ist dann doch schon böse.

    Wohlstand kann ich nur real erzeugen indem ich auf Konsum verzichten und mit diesen Mittel ich Produktionsmittel kaufe oder baue die mir eine höheren Wert erzeugen wie den Wert den ich beim Konsumverzicht reingesteckt habe.

    Ich darf also nicht alle Kartoffeln konsumieren sondern muss ein paar dazu nutzen im nächsten Jahr wieder eine Ernte zu haben.

    Griechenland hat sein Leistungsbilanzdefizit nicht gehabt weil es neue Fabriken gebaut hat sondern um Konsumgüter zu kaufen. Beides kann man über Kredit finanzieren aber nur eins könnte überhaupt Wohlstand schaffen.

    Also dieses Geldsystem bevorteilt eine kleine Gruppe und dazu schafft es keinen Wohlstand eher sorgt es für Boom und Busts. Das nur mit diesen Geldsystem Kriege wie der 1 und 2 Weltkrieg so zu führen waren kann man hier auch noch anmerken.

    Aber die entscheidene Frage würde irgendjemand hier freiwillig dieses Geldsystem wählen wenn er frei wählen könnte.

    Ich zu mindestens würde das nicht machen und ich vermute 99 % aller die das Geldsystem verstehen und nicht zu den Gruppen gehören die daraus ihre Vorteile ziehen das genauso sehen.

    Und auch hier gilt gute Ideen brauchen keinen Zwang.

    Ach so die Inflation die es nach meiner Meinung dann geben müsste haben wir vielleicht nicht bei den Verbraucherpreisen aber wir haben eine riesige Assetpreisinflation und es müssen nicht alle Preise steigen wenn die Assetpreise nur stark genug steigen dank der Geldmengenausweitung.

    Wie schön und friedlicher wer eine Welt wo jeder das Geldsystem benutzen könnte was er für das beste hält. Genauso wie er den Schokoriegel kauft der ihn am besten schmeckt.

    • thewisemansfear - 25. Februar 2015

      @Duke van Hudde
      Aus der Quantitätsgleichung Kausalitäten abzuleiten ist nicht möglich. Man kann da vieles versuchen reinzuinterpretieren, aber die Annahme einer Wirkrichtung muss fehlschlagen.

      Bei der Gleichung handelt es sich ursprünglich um eine Identität, sie von links nach rechts zu lesen oder anders herum, macht einfach keinen Sinn. Die Aussage ist schlicht und ergreifend, dass beide Seiten zu jedem Zeitpunkt gleich (hoch) sind. Alles, was zusätzlich da reingedeutet wird, ist ideologische Soße. Die Geldumlaufgeschwindigkeit ist etwas, was man gar nicht messen kann. Die anderen 3 Terme schon, die Umlaufgeschwindigkeit ergibt sich immer.

      Alles Gerede von wegen “wenn die Geldmenge steigt, dann muss ja auch die Inflation angeheizt werden” ist Quark. Möglich: ja – Ursache: nein. Nie war so viel Geld in Umlauf wie jetzt und trotzdem bewegen wir uns in ein deflationäres Umfeld? Das sind die Widersprüche, an denen das Ganze dann krankt. Am Ende kommt man nicht drum herum in eine Richtung zu denken, dass es doch etwas mit der (Ungleich-)Verteilung von Einkommen und Vermögen zu tun haben könnte. Die einen schwelgen im monetären Überfluss und geben nicht genug aus, die anderen (große Masse) sind auf dem Abstellgleis, da ihnen das Spielgeld fehlt und die Quelle (Banken) keins zur Verfügung stellt.

  • Holly01 - 25. Februar 2015

    Ich vermisse ja nach wie vor die frage, wie sich unendliche Geldschöpfung mit endlichem Eigentum verträgt.
    Will sagen, ein System das durch Zins und Zinseszins einerseits einem Wachstumszwang unterliegt und bei der Besicherung der Kredite andererseits einer Plausibilitätsprüfung als zwingende Voraussetzung eine natürliche Grenze hat, muss sich irgendwann entscheiden:
    - Plausibilitätsprüfung
    oder
    - unberenztes Wachstum.
    Beide Entscheidungen führen aber zur Selbstzerstörung.
    - Geldmengenwachstum ohne Eigentumsverankerung = Vertrauensverlust
    - Eigentumsbegrenzung bedeutet negative Zinsen und Reduktion an der Eigentumsgröße entlang, das heisst aber kein Kredit und das heisst kein Wachstum.

    Wie sie es auch wortreich drehen und wenden, Sie stehen immer zwischen Baum und Borke …

  • Rainer_D - 26. Februar 2015

    @holly01

    “Eigentumsbegrenzung bedeutet negative Zinsen und Reduktion an der Eigentumsgrösse entlang, das heisst aber kein Kredit und das heisst kein Wachstum”

    Ja und Nein.
    Eigentum wird in unserem “Geldsystem” quasi immer zu unrealiserten oder beim Verkauf zu realisierten Preisen in der Gebietswährung ausgedrückt und ermöglicht, gemäss den geltenden Belehnungs- und Liquiditätsvorschriften der GB, einen nachfragenden Kredit zu erhalten.

    Ja, Eigentumsbegrenzung kann heissen, dass kein Kredit und dadurch kein Wachstum entstehen kann.

    Nein, wenn Private über ein dermassen grosses Eigentum besitzen welches sie zwar belehnen könnten, dies aber aus ihren Bedürfnissen heraus nicht wollen, weil ihr Konsum- oder Investitionsbedürfnis ganz beträchtlich tiefer liegt, entsteht eben auch kein Wachstum. Es entstehen “Marktblasen”, im Sinne, dass in Werte/Güter investiert wird die in ihrem Preis, ausgedrückt in der Gebietswährung, einfach steigen und somit wiederum ermöglich(t)en, Kredit zu erhalten, der aber höchstens dafür benützt wird, wiederum in Werte/Güter zu investieren.

    Würde Eigentum in einem solchen Fall wieder auf mehrere Marktteilnehmer verteilt, dann könnte eben neues Wachstum entstehen. Es kämen so ganz viele neue Marktteilnehmer dazu !

    Das heutige “Geldsystem” von Notenbanken und Geschäftsbanken ist ja eigentlich eine “Weiterentwicklung” des im 18. und 19. Jahrhundert entwickelten Systems, wo Noten/Scheine nur die Hinterlage von “Gold” ausgedrückt haben. Die damalige industrielle Entwicklung war im “alten” System gar nicht möglich. Die ersten Notenbanken Anfang des 20. Jahrhunderts haben sich aber noch ziemlich an das “alte” System angelehnt, dann aber schon bald immer mehr Mühe damit bekommen. Denn die einen Länder verfügten über ihre Kolonialländer über genügend Goldnachschub, die anderen kamen in die Bredouille. Weil aber der stattfindende Handel zwischen den einzelnen Ländern nicht aufgegeben werden sollte, mussten neue Lösungen gefunden werden. Ein guter Fundus wie es damals ablief, ist, “Schweizerische Nationalbank 1907 bis 1957″.

    Noch eine Überlegung zum Zins. Oft wird dieser im ganzen System analysiert und geschrieben, dass dieser bei der ursprünglichen Geldschöpfung gar nicht mitgeschöpft werde. Ich kann das so nicht nachvollziehen, denn meine Analysen gehen dahin, dass dies nicht der Punkt ist. Der Zins wird dadurch geschöpft, als dass ein neuer Schuldner sich wieder verschuldet und damit muss er pfändbares Eigentum, bewertet zu einem unrealisierten Martwert ausgedrückt in der Gebietswährung, entsprechend den Belehungs- und Liquiditätsvorschriften der GB beibringen. Dieser Neuschuldner muss dazu ein Motiv haben dies zu tun, wie oben bereits beschrieben.

    Wenn ich hier das Thema von Eigentumsbegrenzung aufgreife, dann denke ich an Dimensionen von vielleicht 500 Millionen oder 1 Milliarde. Beinahe für alles gibt es in unserem Alltag Limiten, interessanterweise für die Anhäuffung von Vermögen nicht. Was nützt es einem Menschen wenn er über ein Nettovermögen von 30, 50, 100 oder 200 Milliarden verfügt?

    Um Wachstum oder eine Leistungsgesellschaft weiter zu führen, ist es nach meiner Meinung absolut möglich, dass immer einzelne Teilnehmer über mehr Eigentum verfügen als andere. Es sogar nötig ! Was aber heute fehlt, sind philosophische Auseinandersetzungen darüber, was Menschsein, Entwicklung, Gesellschaft, Erde, Tiere in einer globalen Welt “Wert” sind und wie eine Entwicklung möglich ist, wo einzelne zwar voraus sind, aber der ganze Rest
    a n s c h l i e s s e n kann. Heute wird ein ganz grosser Teil der Weltbevölkerung einfach abgesägt.

    Da versagen meiner Meinung nach nicht nur die Regierungen sondern auch sämtliche Universitäten. Denn diese Institutionen, unterhalten vom Staat, hätten eigentlich die Aufgabe unser Menschsein weiter zu entwickeln. Heute sind deren Protagonisten sehr, sehr oft nur noch “gekaufte” Mitläufer.

    • Christoph - 26. Februar 2015

      Hallo Rainer, zur ihren Überlegungen hinsichtlich Kreditzins – der Zins muss überhaupt nicht mitgeschöpft werden, schließlich wird dieser bei Tilgung auch nicht vernichtet. Eine gelungene Darstellung zB hier: http://www.petersdurchblick.com/2012/03/der-zins-fehlt-nicht.html.
      Als nächstes kommt dann üblicherweise so oder so ähnlich der Einwand: “Ja, aber die Banken geben eben den Zinsgewinn an die Realwirtschaft nicht aus.” Stimmt, da sind sie aber nicht die Einzigen (denn dann hätten wir ja Einnahmen-/Ausgabengleichschritt – und der periodische Kreditbedarf der Volkswirtschaft tendiere nahe null) und dort liegt auch der Hund begraben – vielmehr prekär im heutigen Kontext: http://www.querschuesse.de/zu-nachlassenden-unternehmensinvestitionen-teil-4/ Gruß Christoph

    • Holly01 - 26. Februar 2015

      Hallo Rainer_D
      “Eigentum wird in unserem “Geldsystem” quasi immer zu unrealiserten oder beim Verkauf zu realisierten Preisen in der Gebietswährung ausgedrückt und ermöglicht, gemäss den geltenden Belehnungs- und Liquiditätsvorschriften der GB, einen nachfragenden Kredit zu erhalten.”

      Schauen wir einmal.
      Ein Kunde nimmt eine Hypothek für einen Hauskauf auf.
      Summe 100% des Marktpreises.
      Rückzahlung incl. Zinsen 200% des Marktpreises innerhalb von 30 Jahren.
      Die Werte sind nicht so wichtig, es geht mir eher um das Prinzip.

      Die bank prüft den Vorgang und gewährt die Hypothek.
      Ausgezahlt werden 100% des Marktwertes besichert durch das Haus.

      Wer ist Eigentümer?
      Eigentümer ist, wer über den Gebrauch, Verbleib und Zustand des Objektes in uneingeschränkter Art verfügen darf.
      Das ist der Staat.
      Der Staat führt das Grundbuch und schreibt da hinein was er für richtig hält (auch Zwangshypotheken, wie den Lastenausgleich nach dem WKII), zugleich bestimmt das Baurecht über wie andere Gesetze den Gebrauch und den Zustand der verlangt wird.
      Der Käufer ist also nicht Eigentümer, sondern Besitzer, mit dem Eigentumsvorbehalt das Gemeinnutz vor Eigennutz geht.
      Die Absicherung durch das Haus deckt den Marktpreis zum Kaufzeitpunkt.
      Die AfA beträgt für ein Haus 99 Jahre, die mittlere Inflation beträgt (angenommene) 2%, das Heisst das Haus hätte nach 30 jahren einen Wert von :
      100 x 1,02^30 – ( 100 x 0,99^30) = 107,2
      Das entspricht einem etwa gleichbleibendem Wert und entspricht der Sicherheit.

      Nun sind aber auch 100% Zinsen angefallen. Sie beschreiben Zinsen als Umlauf, die Zahlungen entspringen der Kettennutzung von Geld.

      Bei einer Verzinsung von 3% (Inflation plus 1) bedeutet dies der Käufer muss 33 Mal den Hauspreis bewegen und dabei 3% Zinsgewinn erwirtschaften, um den Zins der Geldsumme entnehmen zu können.

      Wie werden Zinsen weiter gereicht?

      Der Produzent finanziert Arbeit und Material genauso vor, wie den Ort und die Logistik drum herum.
      Der Produzent verkauft die Ware zum vorfinanzierten Preis plus Gewinn.
      Die Zwischenhandel finanziert vor und reicht die Ware weiter (plus Gewinn).
      Der Endkunde kauft beim Endhandel und zahlt den Verkaufspreis der alle vorfinanzierten Gelder plus Zinsen plus Steuern enthält.
      Der Endkunde bezahlt mit Geld, welches er von einem Arbeitgeber bekommen hat, der diesen Verdienst vorfinanziert hat, er bezahlt also mit bereits zinsbelastetem Geld.

      Der Käufer muss also, um den Zins aus dem Umlauf entnehmen zu können, nicht nur Geld benutzen, welches über die Waren- und verdienstkette Zinsen unterliegt, er muss auch noch das vielfache der Kreditsumme bewegen und dabei Zinsgewinne machen.

      Zinsgewinne erzielen kann man aber nur, wenn man mehr Zinsen einnimmt, als man ausgiebt.

      Schauen wir doch einmal was Zinsen so sind:
      Steuern sind gebühren für staatliche Leistungen, die der Staat vorfinanziert.
      Steuern sind also auch nur Zinsen bzw. eine Mischung aus Leistung und Zinsen.
      Waren aller Art sind eine Mischung aus Leistung und Zinsen.

      Geld ist eine Bankschuld. Die bank gibt ein Schuldgeld heraus. Geld das Sie nicht hat. Geld das nur einem Buchungssatz entspricht und dieser Buchungssatz wird durch die Notenbank monetarisiert.
      Jedwedes Geld ist ein Schuldschein einer Bank.

      Jedewedes Geld ist damit zinsbelastet, denn die Schuld wird ja immer mit Gebühren und Zinsen belegt.

      Der Kunde muss also, um den Zins bezahlen zu können ein Zahlungsmittel verwenden welches es nirgends zinsfrei gibt.

      Und nun das Beste:
      Der Zins kann nicht nur nicht bezahlt werden, nein er verzinst sich auch noch selbst.

      DAS ist ein PONZISYSTEM erster Güte.

      Zinsen kann niemand niemals zu keinem Zeitpunkt begleichen. never ever

  • Ferdinand Peters - 26. Februar 2015

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    vielen Dank für die aufschlussreichen Kommentare und natürlich auch für den gut gemachten Bericht von Christoph.

    Für einen unbedarften Leser, der zufällig in dieses Forum geraten ist, sind mir jetzt viele offene Fragen relativ kurzfristig beantwortet.

    Kredite sind nach meiner Meinung sinnvoll, wenn eine notwendige oder sinnvolle Geschäftsidee, die reale Güter vorfinanziert, dahintersteht.
    Die Aufgabe der Banken wäre eine qualitativ hochwertige Prüfung.Das wird heute nicht mehr gemacht.

    Wenn die Zinserträge nicht in die Realwirtschaft in Form von Konsum oder Schaffung neuer reale Werte zurückfliessen, funktioniert dieses System langfristig nicht.

    In der Vergangenheit fiel das nicht auf, wegen der großen Kriege innerhalb Europas.

    Nach 70 Jahren Frieden wird es jetzt problematisch den berühmten Aderlass zu machen.
    Es bleibt aber keine andere Wahl.

    Man sucht ständig nach neuen Ideen, um Wachstum zu generieren.Mehr als konsumieren geht aber nicht.
    Die einen in Luxusgütern, die anderen mit Gegenständen des täglichen Bedarfs.

    Es gab im Frühmittelalter die Zeit der Brakteaten.
    Das hatte das Geld eine Wirkung von einem Jahr.
    Es musste umgetauscht werden mit einem angemessenen Wertverlust.
    In dieser Zeit entstanden die schönsten Städte im heute deutschsprachigen Raum.
    Und schon damals ging dieses System vor die Hunde, weil die Mächtigen dieses System für Ihre Zwecke missbraucht haben.

    Drücken wir den Griechen die Daumen, die europäische Finanzwelt zur Vernunft zu bringen.
    Wer weiß , wann diese Chance wiederkommt???

    • thewisemansfear - 26. Februar 2015

      Bei “mehr konsumieren geht nicht” muss man schon etwas differenzieren. Da ist es verfehlt, von sich selbst auf andere zu schließen ;-)
      Große Teile der Bevölkerung (gilt für Deutschland aber auch für die Welt an sich) haben sicherlich genug Nachholbadarf, da orientiert man sich immer nach oben.
      Allein auf materieller Ebene funktioniert es nicht, dass die gesamte Welt ins Industriezeitalter “aufsteigt”. Dafür bräuchte es Ressourcen mehrerer Planeten, das zum Thema Nachhaltigkeit.

      Das Argument, es wäre ja “kein Geld da”, lässt sich aus Sicht der Eliten wunderbar dafür nutzen, den Rest der Gesellschaft auf Abstand zu halten. Mit jeder Revolution lernen auch die dazu…

  • Rainer_D - 26. Februar 2015

    @Christoph

    Hallo Christoph, herzlichen Dank für Ihren Artikel und obigen Kommentar.

    Bezüglich Zins habe ich mich offenbar etwas unverständlich ausgedrückt. Er kann gleich bei der Ausgabe mitgeschöpft werden, oder aber später im Nachgang gegen neue Besicherung entweder des Kreditnehmers oder seinen Abnehmer/Kunden. Ich wollte mit meiner Formulierung nur ausdrücken, dass dieser “nicht fehlt” im System.

    Ich glaube sehr wohl, dass die Banken den “normalen Zinsgewinn” aus dem Kreditgeschäft an die Realwirtschaft zurück geben. Jede Sparkasse oder Raiffeisenbank erziehlt aus dem Kredit- und Refinanzierungsgeschäft einen Zinsgewinn. Dieser wird unter anderem für den Betrieb der Bank, hauptsächlich für Löhne eingesetzt. Vielleicht haben Sie aber in Ihrer Aussage einen anderen “Zinsgewinn” gemeint.

    Unser Schlussresultat ist wohl dasselbe, einfach etwas anders ausgedrückt.

    Querschüsse macht übrigens einen absolut bewundernswerten Job.

    • thewisemansfear - 26. Februar 2015

      Hallo Rainer,

      der Zins “fehlt” natürlich nicht, schon allein die Argumentationsrichtung führt auf den falschen Dampfer. Zins ist Einkommensbestandteil (flow), der sich aus den Beständen (stock) der vorhandenen Geldmenge speist und umverteilt wird. Oben in meiner Antwort an Otmar Pregetter habe ich das versucht an dem vielzitierten Inselbeispiel zu zeigen. Auch sein Kollege Hörmann geht ja nach wie vor auf Tour mit dem Quatsch.
      Es existiert auch kein Automatismus, der fremde Leute sich neu verschulden lässt, damit ich meine Kreditzinsen bezahlen kann. Genauso wenig wie eine Gewinnfortschreibung der Unternehmen bis in alle Ewigkeit weiter funktioniert, da existiert genau dasselbe Problem. Ohne Neuverschuldung keine Gewinne.

      Vom Grundprinzip her kassiert die Bank bei Kreditzinsen und verwendet die Gelder für Gehälter, Guthabenzinsen, ihre Immobilien, Risikopuffer. Über den Höhe</em lässt sich streiten, da viel zu viel in Boni und Glaspaläste fließt (also in die eigene Tasche). Die Kreditkosten könnten eigentlich viel niedriger liegen, aber wir als Gesellschaft lassen es ja nach wie vor zu…

      So lange auch die reich beschänkten Banker ihr Geld wieder unter die Leute bringen und es ausgeben, geschieht zunächst einmal nichts schlimmes. Erst wenn angefangen wird, in Geld zu sparen, fehlt plötzlich an irgendeiner Stelle ein Einkommensbestandteil. Und jetzt muss man sich diesen Zusammenhang mal mit der massenhaften "Privatvorsorge" vorstellen. Ein ökonomischer Wahnsinn. Man entzieht Geld der Realwirtschaft und pumpt es in den Finanzkreislauf. Dort entstehen dann schöne Blasen (die die Angewohnheit haben irgendwann platzen), man könnte drüber lachen, wenn es nicht so ernst wäre…

      • thewisemansfear - 26. Februar 2015

        Urgs, wo war nochmal die edit-Funktion… Könnte jemand das html-tag bitte schließen? :)

  • Holly01 - 26. Februar 2015

    Hallo christoph,

    ich Danke Ihnen für diesen threat und den Kommentatoren danke ich für die Beiträge.
    Das ist für mich eine sehr wichtige Grundlage, um einige Dinge einzusortieren und zu verstehen.
    Wirklich gut und verständlich.

    lg Holly

    • Christoph - 27. Februar 2015

      :-)

  • Thoha - 26. Februar 2015

    Hallo Rainer,

    mit Deiner Idee eines “Existenzmaximums” jenseits sozialistischer oder kommunistischer Vorstellungen stehst Du nicht alleine da – thewisemansfears Gedanken gehen ja teilweise auch schon in diese Richtung (“Die einen schwelgen im monetären Überfluss und geben nicht genug aus, die anderen sind auf dem Abstellgleis, da ihnen das Spielgeld fehlt…”).

    Eine ausdrückliche Begrenzung Gewinn bringender Vermögen natürlicher Personen fordert der Karlsruher Rechtsanwalt Dr. Harald Wozniewski z.B. seit 1999 auf seiner Website http://www.meudalismus.dr-wo.de/ , um das Ziel einer gleichmäßigeren Verteilung von Kaufkraft zu erreichen. Dort hat er in vielen anregenden Kommentaren und akribisch zusammengestellten Charts die Wiederkehr eines modernen Feudalismus thematisiert. Dabei wird z.B. auch die von thewisemansfear in diesem Thread leider mit pauschaler Geringschätzung (da nicht voll erfassbare) bedachte Größe der Geldumlaufgeschwindigkeit von Wozniewski herangezogen (also nur die der durch die Bundesbank erfassten Geldmenge M1), um auch an Zahlenbeispielen aufzuzeigen, wie eine einseitige Vermögenskonzentration die Konjunktur letztlich abwürgt: http://www.meudalismus.dr-wo.de/html/konjunktur.htm (kleine pers. Anm. zu Herrn Wozniewski am Rande: Ob er sich damit einen Gefallen tut, seine Thesen letztlich auch gegenüber einem ökonomischen Fachpublikum unter dem Spitznamen “Dr. Wo” und mit dem Begriff “Meudalismus” zu verbreiten, daran habe ich gewisse Zweifel. Das stellt die Richtigkeit seines Ansatzes aber nicht in Frage. Um die Gesellschaft voran zu bringen, bedarf es ja nonkonformistischer „Sonderlinge“, die sollen sich ja auch durchaus in Foren wie diesem hier tummeln ;-) ).

    Genannt werden könnte auch der Sachbuchautor Gero Jenner. Hier sein Text „Gold, Gift und Scheingewinner“ aus dem Jahr 2011, der daneben auch ökologisch motiviert ist: http://www.gerojenner.com/portal/gerojenner.com/Plapperhaelse.html

    Dass das wahre Ausmass der Vermögensschere allein in unserem Land leider auch Steffen nicht statistisch wiedergeben könnte, zeigt ein Zitat aus einem kürzlich veröffentlichten Online-Artikel der Süddeutschen Zeitung:  “Die Superreichen in Deutschland verfügen über viel mehr Geld als bisher angenommen. Wegen statistischer Ungenauigkeiten wird das Vermögen der Multimillionäre und Milliardäre gar nicht oder kaum erfasst, zeigt eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), die der SZ vorliegt. Die Forscher haben diese Ungenauigkeit mit einer neuen Methode verringert. Die Folge: Sie schätzen, dass das Gesamtvermögen der Deutschen bis zu 9,3 Billionen Euro beträgt; das sind drei Billionen Euro mehr, als bei der letzten amtlichen Erhebung im Jahr 2012 ermittelt.“ ( http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/statistik-ueber-vermoegen-sehr-viel-reicher-als-gedacht-1.2345008 , hier das Dokument vom DIW: http://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.496886.de/15-7-3.pdf )
     
    3 Billionen (!) Euro Differenz durch “statistische Ungenauigkeit” – die Realität scheint im 21. Jahrhundert beim Dauerumgang mit monetären Megazahlen immer surrealer zu werden.

    Angesichts dieses bedeutenden Problems erscheint die detailverliebte Fachsimpelei über die “Grauzone” der Giralgeldschöpfung oder die Zinsdebatte in diesem Thread eher als kleinkarierter Streit um des Kaisers Bart. Wer den Schlüssel zur Lösung der Finanzkrise in einer eindeutigen und korrekten Auslegung der Buchhaltungsregeln für die Geschäftsbanken sucht, braucht eigentlich nur dieser Argumentationslinie zu folgen:  http://www.iicpa.com/articles/Open%20letter%20accounting%20perversion.pdf ( deutsche Übersetzung: http://static1.squarespace.com/static/513a1e6be4b01b4441c7cdc0/t/51e66a01e4b04c7d0f341edd/1374054913549/Uebersetzung+offener+Brief+Schemmann+FASB+IASB+17.7.2013.pdf ).
     
    Wer darüber hinaus an konstruktiven Auseinandersetzungen interessiert ist, findet sie am besten nicht nur hier im Internet, sondern „draussen“ in der direkten Konfrontation mit denjenigen einflussreichen Vertretern des politischen Establishments, die ihr Verantwortungsgefühl noch nicht vollends verloren haben. Davon gibt es ja durchaus noch ein paar. Den übrigen kann man auf diese Weise zumindest zeigen, dass ihre Entscheidungen nicht von allen widerstandslos hingenommen werden.

    Das größte Problem unseres Wirtschaftssystems wird man nicht monetaristisch, sondern nur fiskalpolitisch lösen können. Ein ermutigender und von einem breiteren gesellschaftlichen Bündnis getragener Ansatz hierzu war im letzten Jahr die Initiative http://umfairteilen.de/ . Ich hoffe, es finden sich auch in diesem Forum Menschen, die durch aktive Teilnahme dazu beitragen werden, dass es in diesem Jahr zu einer stärkeren Wiederauflage kommt.

    Viele Grüße
    Thomas

    • Holly01 - 27. Februar 2015

      Hallo Thorha,
      der Staat Deutschland erfaßt seit den frühen siebziger Jahren keine großen Einkommen mehr.
      Unser Staat will nicht wissen, bzw. unser Staat will das niemand weiss, wei reich die Reichen wirklich sind.
      Wir wissen von jedem H4 Bezieher wieviele Schlüpfer und Socken er hat, aber wir können nicht einmal die Größenordnung definieren, ob die Reichen 1% über 50% oder 70% oder 95% des Vermögens verfügen.
      Die Politik tut auch nach wie vor Alles damit sich daran nichts ändert.

    • Christoph - 28. Februar 2015

      @ Thoha
      Hallo Thomas, mit der von ihnen empfohlenen PDF als Argumentationslinie habe ich vier massive Probleme (uneingeschränkt sollte das keinesfalls empfohlen werden):
      ” … die im Wege der doppelten Buchhaltung in einem Vorgang entstehen, den die MFIs als „Kreditgewährung“ bezeichnen (der aber tatsächlich ein „Nichts“ ist): Sie tragen den Kredit als Forderung ein und die Sichteinlage als Verbindlichkeit.”
      Das ist nur die halbe Wahrheit (damit hätte der Artikel eigentlich aufräumen wollen, hat es aber zugegeben nicht geschafft).
      “Die sogenannten „Kreditforderungen“, aus denen die sogenannten „Sichteinlagen“ entstehen,
      - sind keine Vermögenswerte im Sinne von ökonomischen Ressourcen … ”
      Kreditforderungen werden in jedweder Bilanz als Vermögensposition (nicht nur in der Bankbilanz) gebucht.
      “Wenn ein Saldo verbleibt, muss dieser Saldo in gesetzlichem Zahlungsmittel, also Zentralbankgeld, ausgeglichen werden. Andere Länder haben andere Mechanismen, aber alle diese Mechanismen basieren darauf, dass Zahlungen in Rechnungseinheiten verrechnet werden, die selbst keine gesetzlichen Zahlungsmittel sind – Abfluss verrechnet mit Zufluss.”
      Hier widerspricht sich der Autor selbst.
      “Zur Sicherung von Sichteinlagen bräuchte es aber sofort liquide Vermögenswerte auf der Aktivseite der Bilanz.”
      Das ist zwar grundsätzlich richtig – allerdings erkennt hier der Autor die Refinanzierungsfähigkeit von bestimmten Wertpapieren (wie Staatsanleihen = Kreditforderungen – Thema bei http://www.querschuesse.de/zu-quantitative-easing-teil-1/) nicht.
      Bitte nicht als kleinkariert zu verstehen. Gruß Christoph

      • Thoha - 28. Februar 2015

        Hallo Christoph,

        okay. Versuchen Sie aber mal, mit einer Staatsanleihe ein Brötchen zu kaufen, mit Liquidität in Geldform ist das gegenüber dem Bäcker unkomplizierter ;-)

        Die “Refinanzierungsfähigkeit” von Kreditforderungen war ja gerade die wackelige Karte, die das gesamte Kartenhaus bei der Lehmann-Pleite zum Einsturz gebracht hat.

        Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich finde es durchaus anerkennenswert, dass Sie sich hier die Mühe machen, Detailfragen zum Finanzsystem für alle anderen nach zu recherchieren. Die Suche nach einer korrekten Darstellung ist ja auch nicht kleinkariert. Aber vielleicht könnten intelligente und emsige Menschen wie Sie ihre kostbare Energie in diesen wichtigen Zeiten an anderer Stelle noch sinnvoller Einsetzen. Das ist halt mein regelmässiges Mantra in diesem und anderen Foren (nach dem Prinzip actio = reactio).

        Viele Grüsse
        Thomas

        • Thoha - 28. Februar 2015

          LehmaN mit einem “n” natürlich :-)

  • Holly01 - 27. Februar 2015

    Das ist von Hr. Pispers mehr “Anal // yse” als man in 5 Jahren in allen MM zusammen bekommen kann.

    https://www.youtube.com/watch?v=mts_l1sY8Yk

  • Holly01 - 1. März 2015

    Hallo,
    Ich habe eine Frage. Wie werden Zinsen zu Geld?
    Ich kenne Geldschoepfung ich kenne Notenbankgeld ich kenne Mindestreserve und Mindestenzins, was ich nicht kenne ist der Vorgang, bei dem eine Bank den erzielten Zins in Geld umwandelt.
    Wie wandelt eine Bank die zB 100% Zinsgewinn einer Hypothek in Bu.desbankgeld um, wenn die Sicherheit doch für die Hypothek als solches verwendet wird?
    Noch spannender ist woher die Sicherheiten für Zinseszinsen kommen.

  • Christoph - 1. März 2015

    Hallo Holly, der Kursgewinn einer einen Hypothekenkredit besichernden Hypothek kann (sofern nach Neubewertungsmodell IAS 16.31 vorgegangen wird) in der Bilanz des Kreditnehmers eine “verbesserte” Eigenkapitalquote bringen, nicht in der Bilanz der Bank – dort stehen allein die Kreditforderungen als Vermögensposition (noch befindet sich die Hypothek ja im Besitz des Kreditnehmers).
    Wenn die Bank meint, dass aufgrund z. B. einer Kursabwertung der Hypothek jene Besicherung nicht ausreicht (“Wesentliche Verschlechterung der Vermögensverhältnisse”), kann sie weitere Sicherheiten nachverlangen und wenn diese nicht geliefert werden, den Kredit fällig stellen (insbesondere im angloamerikanischen Recht gibt es erweiterte “Default-Events”).
    Hinsichtlich Tilgung Kredit und Zinseszinsen muss der Wert der Hypothek entsprechend über der Kreditsumme liegen. Sie spielen vermutlich auf etwas anderes an – wenn das “Wirtschaftswachstum” oberhalb des Zinsniveaus liegt, geht es sich aus. Gruß Christoph

    • Holly01 - 1. März 2015

      Hallo Christoph,
      ich habe viel simpler gedacht.
      Ich glaube zu wissen, daß die Summe immer Null ist.
      Ich glaube zu wissen, daß Kredite Giralgeld erzeugen, daß durch die Tilgung wieder verschwindet.
      Ich glaube zu wissen, daß Zentralbankgeld gegen Sicherheiten ausgegeben wird.

      Eine Hypothek mit Nominal 100% wird ausgezahlt und getilgt.
      Nach meinem “Wissen” ist das Giralgeld nun “weg”.
      Die Hypothe hinterläßt aber 100% bis 200% des Nominalwertes an Zinsen.
      Diese Zinsen sollen em Geldumlauf entnommen sein. Es ist also,
      - Giralgeld
      - Schuldgeld
      - Nominalvermögen

      Aber es ist nicht tilgbar. Es gibt keine systemische Möglichkeit zur Tilgung.
      Es ist auch nicht mit Sicherheiten hinterlegt. Die Sicherheit war für die Hypothe und wurde nach der Tilgung an den Hypothekennehmer zurück gegeben.
      Es ist auch kein gesetzliches Zahlungsmittel, denn es ist ja Giralgeld und wurde diesem entnommen.

      Aber es ist voll übertragbar in Zentralbankgeld.

      Mir ging es um den inhaltlichen Beweis, daß Zinsen nie und von niemandem gtilgt werden können.
      Das typische Merkmal eines Ponzisystems ….

  • Holly01 - 1. März 2015

    Ich finde es inhaltlich unerträglich über einso zentrales Thema wie Geld so viel vermuten zu müssen.
    Es ist ein absolutes gesellschaftliches nogo, wenn so viele Leute Jahre investieren müssen, um ein Basiswissen zu erarbeiten, daß dann auch noch so lückenhaft ist.
    Was wir hier machen müßte Lehrinhalt der Grundschule sein.
    Das was wir hier mühsam darzustellen versuchen, müßte einen Oberstufenschüler zum Lachen bringen, weil der das alles — weiss — und noch mehr.
    Wir haben einen vollkommen falschen Bildungsaufbau in der Sache.

  • Christoph - 1. März 2015

    Hallo Holly, Zinsen können bei gesamtwirtschaftlicher Betrachtung immer getilgt werden – denn jede Zinsaufwendung ist auch eine Zinseinnahme (die eben nicht vernichtet wird) und wird diese an die Realwirtschaft zurück ausgegeben, kann der der nächste Schuldner Zinsen tilgen. Dass Zinsen letztlich nicht getilgt werden können (Ponzi-System, an das ich nicht glaube), ist die Theorie von Hörmann, Pregetter u. A. und folgt der irreführenden Insel-Metapher (wo alle gleichzeitig[!] tilgen sollen). Wenn man dieser Theorie verfällt und glaubt, dass ein “Schuldgeldsystem” ohnehin zum Scheitern verurteilt sei, verkennen wir die eigentliche Problematik und das ist die Verlagerung zu einer “finanzwirtschaftlichen Spielanordnung” (wo viel mehr als Zinseinnahmen/-Ausgaben dem realwirtschaftlichen Wirtschaftskreislauf entzogen werden – dann fehlt nicht nur “der Zins” und Golddeckung hilft da auch nicht) und genau dieses Verkennen ist den Finanzeliten aber nur recht (und Theorien auch von Leuten wie Weik und Friedrich werden forciert). Und freilich, wir haben einen vollkommen falschen Bildungsaufbau, nicht nur in dieser Sache. Es ist auch keine Besserung in Sicht, im Gegenteil – Pisa wird übrigens von der OECD veranstaltet. Gruß Christoph

  • Rainer_D - 1. März 2015

    Ich kann der Antwort von Christoph beipflichten, wer für sich selber das “Geldsystem” und ein “Ponzisystem” definiert, dem wird auffallen, dass beide Systeme zwar Parallelen haben aber in der Anlage und in der Absicht der Akteure komplett unterschiedlich sind.

    Unser Geldsystem ist ein Spiralen-System, denn es wäre nur dann ein Tilgungs-System, wenn A, welcher sich für ein Produkt/DL bei B, C, und D verschuldet, dieses Produkt/DL ohne Zins und ohne Gewinn an dieselben B, C und D verkaufen könnte und somit seine Schuld vis-a-vi B, C und D mittels L e i s t u n g tilgen könnte. In der Praxis findet ein Verkauf mit Gewinn (inkl. Zins) an E statt und mit dem Geldeingang von E wird entweder (i) die Vorfinanzierung getilgt und/oder (ii) der Geldausgang an B, C und D erfolgen, ABER, jetzt wo quasi die eigene Leistung in „Geld“ versilbert und die Vorfinanzierung damit getilgt werden konnte, hört das wirtschaften nicht auf, es beginnt ein neuer Ablaufzyklus mit Vorverschuldung.

    Ein anderer Vorgang findet statt, wenn zB die Apple Aktien heute mit USD 60 Mia. bewertet werden und in einem Jahr mit USD 100 Mia. Der “Wert” des Wertpapieres wird zwar in einer Summe der Gebietswährung ausgedrückt, was aber nicht heisst dass die “Differenz” von USD 40 Mia im “Geldsystem” schon geschöpft worden ist, noch geschöpft werden wird. Wer aber aufgrund der Hinterlage von Apple Aktien einen Kredit aufgenommen hat, wird bei einem Fallen des Aktienkurses das erleben wie es Christoph oben beschreibt, was heisst, entweder Nachdeckung bringen oder Liquidation der Position mit allen Konsequenzen tragen.

    Das geschöpfte „NotenbankGeld“ ist eine anonymisierte Geld-Summen-SCHULD aus inländischen LEISTUNGS-Kontrakten von Staaten und Privaten (und/oder ausländischen Devisen) in teilbarer, transferierbarer Form für den Besitzer, gedeckt durch die Eigenmittel der Notenbank, der Geschäftsbank und des nachfragenden Schuldners!

    Es bestehen Unterschiede zwischen Notenbank”geld”, Geschäftsbanken”geld”(buchungen) und Privatschuldverhältnissen ausgedrückt in “Geldsummen” sowie unrealisierten Marktpreisen ausgedrückt in “Geldsummen” u n d das könnte in einer Gausystem für den Einzelnen entscheidend sein. Aber ich meine inhaltlich, in der Essenz, ist das Geldsystem mit seinem Zweck und seinen Limiten hier aufgezeigt worden.

  • Holly01 - 1. März 2015

    Hallo Christoph und Rainer_D,
    ich bin mir nicht sicher die komplexe Struktur des Geldsystem zu begreifen. Ich unterstelle dem Gros der Ökonomen auch keine Böswilligkeit. Für mich ist ein Banker auch nicht automatisch ein Krimineller.
    Ich habe weiter oben Christoph für den Beitrag gedankt und den Kommentatoren für ihre Beiträge.
    Das war kein Flax, ich habe das ernst gemeint, denn der “erhellende Moment” war für mich, wie bestimmte Themen und Inhalte (Fragen) überhaupt nicht statt finden.

    Auch Ihre Antworten hier zum Ponzisystem kann ich nur mit einem Kopfschütteln lesen und antworten “kann sein, es sieht aber nicht danach aus”.
    Tatsachen sind die Verdrängung der Giralgelder die zur Verfügung stehen durch den Zins. Die Anreicherung ist ein Fakt und die Tatsache der Unmöglichkeit zur Tilgung ebenso.

    Die Ableitung das in der Folge der Verdrängung weite Bevölkerungsteile verarmen und am wirtschaftlichen Zugewinn systematisch nicht mehr beteiligt werden liegt mehr als nahe.
    Die 80-20 Gesellschaft mit allen menschenverachtenden Begleitumständen ist eine gerade zwangsläufige Folge.

    UNd noch etwas am Rande, wenn Ihre Theorie auch nur annähernd stimmen würde, dann würde der Zins eine Umlaufgeschwindigkeit zwangsweise einstellen.
    3% Zinsen wären eben 33 Durchläufe pro ein Zeitintervall und 2% wäre genau 50 Durchläufe. Das ist aber nicht das Fall und das läßt sich mit dem kleinen ein mal eins belegen.

    Egal wie Sie es sehen oder wenden, die Ökonomen haben eine Pflicht diese Inhalte gesellschaftlich aufzubereiten und die Probleme zu lösen …. oder sich als inkompetent zu outen und den Job aufzugeben.
    Dann müssen das eben Soziologen an den gesellschaftlichen Bedürfnisen entlang angeben und ohne Ökonomen (ja ich weiss auch das Ökonomie zur Sozialwissenschaft zählt, aber im Volksmund sind Soziologen nun einmal Sozialpädagogen u.ä. da gelten Ökonomen seltsamer Weise als Naturwissenschaftler, aber da würden Ökonomen nach 2 tagen rausfliegen).
    lg Holly

  • Christoph - 1. März 2015

    Hallo Holly, Rainer, du und ich sind doch auf der selben Seite. Bitte lies dir doch mal in Ruhe das durch http://www.petersdurchblick.com/2012/03/der-zins-fehlt-nicht.html – vielleicht klärt sich das eine oder andere daraus bereits. Noch schönen Sonntag, danke dir und herzliche Grüße Christoph

    • Holly01 - 1. März 2015

      Entschuldigen Sie, wenn es gelegentlich so wirkt, als wenn ich jemanden oder direkt Sie persönlich angehen wollte, das ist nicht der Fall.
      Für mich geht es immer erst um Inhalte und Themen. Zumeist versuche ich nicht einmal jemanden zu überzeugen, denn davon halte ich wirklich wenig.
      Mir geht es um mein eigenes Verständniss und ich versuche andere dazu anzuregen, selbst zu überlegen und sich zu äussern.
      Kommunikation und inhaltliche Auseinandersetzung finde ich sehr wichtig.

      • Christoph - 1. März 2015

        Habe ich auch nicht so aufgefasst – ist mir klar, dass sie da für sie wichtigen Fragen nachgehen. Liebe Grüße Christoph

        • Holly01 - 1. März 2015

          Ich weiss nicht, wie ich das anders ausdrücken soll, aber nach meinem Eindruck hat die Finanzelite geputscht und das wird zu einer massiven Gegenbewegung führen.
          Das Zeitfenster in dem man die Probleme noch rational lösen könnte schliesst sich.
          Wenn erst einmal Anarchie, Chaos und staatliche Willkür zur vollen Anwendung gekommen sind, kann man nichts mehr steuern, dann toben sich die entfesselten Kräfte aus.
          Die wollen ihren Krieg und den werden die herbeiführen. Egal was irgendjemand von uns tut oder läßt.
          Die Fragen bewegen sich nicht um viel weniger, als darum wie wir oder ob wir noch einmal einen Zustand der Selbstbestimmung für uns persönlich oder für unser Land erreichen können ohne vor dem absoluten materiellen Nichts zu stehen.
          Es wäre schon gut, wenn es eine sichbare intellektuelle Gegenbewegung zu den MM und den korrupten Eliten gäbe.
          Denn wenn es das nicht gibt, dann kommt jemand der sich dadurch auszeichnet der frechste, gemeinste und brutaste zu sein und der dabei alles unterwegs verspricht um an die Macht zu kommen.
          Damit haben wir bereits Erfahrungen. Dem Kapital wird das nur Recht sein, besser geht es nicht. Die kehren so oder so nachher die Scherben auf und sammeln den Besitz ein, bevor die ihr System neu starten.

  • Bubblegum - 1. März 2015

    @Christoph

    “Wenn die Bank meint, dass aufgrund z. B. einer Kursabwertung der Hypothek jene Besicherung nicht ausreicht (“Wesentliche Verschlechterung der Vermögensverhältnisse”), kann sie weitere Sicherheiten nachverlangen und wenn diese nicht geliefert werden, den Kredit fällig stellen (insbesondere im angloamerikanischen Recht gibt es erweiterte “Default-Events”).”

    Mit dieser Aussage bin ich nicht einverstanden. In Deutschland haben Grundpfandrechte keinen Kurs, weil sie gar nicht handelbar sind, außer der Grundschuldner stimmt dem ausdrücklich zu. Außer man packt sie in ein Päckchen Kreditverbriefungen, Stichworte ABS bzw. CDO. Versieht man diese mit einem Rating, dann erst sind sie indirekt andelbar!

    Sie meinen, dass die hinter einem Grundpfandrecht steckenden Sicherheiten einen zu bzw. Abschlag erfahren können. Und das ist der wahre Grund, warum den Leuten Deflation immer als Teufelszeug verkauft wird. Die Banken mit ihren zig Billionen Hypothekenforderungen mußten entsprechende Anpassungen in ihren Bilanzen vornehmen, ohne den genauen Verkehrswert einer Immobilie aber ermitteln zu können. Deswegen ja auch die Beleihungswerte einer Immobilie zwischen 50% und max. 80% (früher, in den sog. guten alten Zeiten). Heute teilweise zwischen 100% und 120%, weil die Immobilienkredite in Europa zu den profitabelsten und sichersten gehören.
    Müßten im Falle einer Deflation die Grundschuldner Sicherheiten nachschiessen, müßten ca. 99% von ihnen sofort Insolvenz anmelden und die KI und sonstigen Kapitalsammelstellen mit in den Abgrund reißen. Ein Gleichgewicht des finanziellen Schreckens hat sich somit eingestellt. Wobei die Kapitalsammelstellen insgesamt in einer vielschlechteren Position sind, denn:
    a) nur 8-10% ihrer Ausleihungen sind eigenkapitalbasiert. (EK und EK-nahe Mittel)
    b) die Kundeneinlagen gewinnen in einer Deflation an Kaufkraft wert, was die Gefahr eines Bankenruns drastisch erhöht.

    • Christoph - 2. März 2015

      Ob handelbar oder nicht, ist eigentlich gar nicht Thema. Gruß Christoph

  • Bubblegum - 1. März 2015

    Nachtrag:
    Sorry Christoph und die anderen Mitleser,
    hat den Beitrag versehentlich schon auf die Reise geschickt bevor ich die Fehler entfernt und mich bedankt hatte.
    Viele Grüße Bubblegum

  • Bubblegum - 2. März 2015

    “Ob handelbar oder nicht, ist eigentlich gar nicht Thema. Gruß Christoph”

    Hier nochmals eine Frage:

    Die Saldenmechanik basiert auf der Erfassung von Zahlungsströmen. In dem Augenblick wo Tauschgeschäfte ohne die Auslösung von Zahlungsströmen stattfinden (Stichwort SWAP, Akkreditive) stößt sie an ihre Grenzen. Oder sehe ich etwas falsch?
    Viele Grüße und vielen Dank
    Bubblegum

    • Holly01 - 2. März 2015

      Hallo Bubblegum,
      nach Definition kann nichts verloren gehen. Das wandert nur von einer Position auf eine Andere. Ausgewiesen werden dann nur die Zahlungsströme.
      In der Realität tendiere ich zu dem, was ich hinter Ihrer Frage durchschimmern sehe. Ich denke das ist alles nur Teil der Verschleierung.
      Das System besteht aus Ausblendungen, also Verweigerung von Inhalten und deren Betrachtung gemischt mit dem Willen eine Fassade aufzubauen, die ein Bild bietet, das gewünscht ist.
      Die Fassade wird wortreich gepflegt und mit Fachausdrücken und komplizierter Formulierung bewehrt. Die Fassadenbauer setzen auf den Unterschied zwischen Umgangssprache und Fachsprache (der Unterschied kann erheblich sein) und kokettieren mit Schulen, Meinungen und Positionen die sich einerseits diametral widerspreden, aber andererseits auch jede Kritik abprallen lassen.
      So stehen Sie immer vor einem Gebilde, welches unangreifbar erscheint und in wirklichkeit nur einem Heissluftgebläse entspricht, wenig Inhalt, viel Lärm und nur heisse Luft.

    • Christoph - 2. März 2015

      Ich wage es nicht ihre Frage zu beantworten, weil das Gesamtwerk größer ist als ich zu erfassen vermag. Gruß Christoph

      • Holly01 - 2. März 2015

        Ich weiss ihr Mühe wirklich zu schätzen und lese Ihre Beiträge mit Interesse.
        Meine kritik geht eher an die jenigen, die sich in “Schulen” aufteilt haben, jedwede Frage oder Kritik einer “Schule” zuordnen und dann ein Kreuzfeuer starten.
        Die Anhänger” der Schule tönen der Frage habe die Thematik nicht durchdrungen und verstanden.
        Die “Kritker” der Schule benutzen ihre Textbausteine in variabler Form und arbeiten mit Masse statt Klasse.
        Und zusammen beruht alles auf ein paar Figuren die eine Scheinwelt aufgebaut haben, die sich in semantischen Widersprüchen abspielt und gut finanziert ist.
        Alles ein Machwerk der Unangreifbarkeit.

        • Christoph - 2. März 2015

          Sorry, meine Antwort war auf Bubblegums Frage bezogen. Damit gewisse Paradoxien “der Schulen” auf einen Blick erkennbar werden, bastele ich ja auch hin und wieder triviale Schaubilder – wie beispielsweise das erste und letzte innerhalb des Artikels :-) Gruß Christoph
          P.S. Haben sie das mit 3 % und 33 x schon für sich klären können?

          • Holly01 - 2. März 2015

            Das mit den 3% und den 33 Durchläufen gehört in den Bereich, wo ich akzeptieren muss, das es für Quereinsteiger ohne fundierte Ausbildung und Tätigkeit in dem Bereich Türen gibt die sich mangels tatsächlicher Erfahrungen nicht oder nur schwer öffnen.
            Für mich verliert sich das in Beurteilungen, also “kann sein, aber weiss ich am Ende nicht wirklich”.
            Inhaltlich stosse ich mit “meiner” Logik an Grenzen bzw. habe dann iregndwann auch Verständnissprobleme weil mein Fundament dann dünn wird.
            Aber danke für den link.

            • Christoph - 2. März 2015

              Gerne. Vielleicht noch ein Hinweis – sie gehen (gingen) davon aus, dass die Zinsen dem Geldumlauf entnommen sind (“Diese Zinsen sollen dem Geldumlauf entnommen sein …”). Verfolgen sie nun doch den Weg der “Zinsen” einfach weiter – wohin gehen diese weiter?
              Gruß Christoph

    • Rainer_D - 2. März 2015

      @Bubblegum

      “Die Saldenmechanik basiert auf der Erfassung von Zahlungsströmen ….”.

      Beispiel Akkreditive: Es finden auch unter Akkreditiven Zahlungsströme statt. Das Ausstellen eines Akkreditives begründet für die ausstellende Bank eine “Eventualverpflichtung” welche ausserhalb der Bankbilanz (Aktiven und Passiven) im Anhang als “Eventualverpflichtungen” erscheinen. Der Importeuer, welche die ausstellende Bank beauftragt für seine Rechnung ein Akkreditiv zu Gunsten seines Lieferanten zu erstellen, muss in diesem Zeitpunkt über die entsprechende “Deckung” in Form von “Depositen”, “Garantien/Bürgschaften”, “Pfandsicherheiten” oder gegügend “Eigenkapitalausweis aus seiner Geschäftsbilanz” verfügen.

      Das Akkreditiv ist eine zwei Phaseninstrument. Die erste Phase ist eine Sicherstellung (wenn du lieferst, versprechen wir zu zahlen) und die zweite Phase ist die Zahlungsabwicklung. Im Gegensatz dazu steht eine Bankgarantie, welche in der Regel nur im Negativfall zur Zahlung ausgelöst wird.

      Zum Zeitpunkt wo der Lieferant die Güter gemäss den Akkreditivbestimmungen geliefert hat, reicht er die im Akkreditiv aufgeführten Dokumente zwecks Zahlung ein. (Normalerweise bei der Korrespondenzbank der ausstellenden Bank, er könnte dies aber auch direkt bei der ausstellenden Bank tun). Wenn die Dokumente den Akkreditivbedingungen zu 100% entsprechenden, findet die Zahlung statt. Die ausstellende Bank belastet das Konto des Importeurs und transferiert die entsprechende Geldsumme via das (internationale) Bankenclearingsystem an die Korrespondenzbank zwecks Gutschrift an den Lieferanten.

      Natürlich kann dieser Geschäftsfall in ganz unterschiedlichen Varianten auftreten, a b e r in 99% der Fällen wo ein Akkreditiv ausgestellt worden ist, findet ein Zahlungsfluss statt.

      Es geht “nichts” verloren. Dasselbe gilt bei den SWAP Geschäften. Die “Buchhaltungen” machen es möglich.

  • Holly01 - 2. März 2015

    Und nein, dies bezog sich nicht auf anwesende oder Leser, dei haben sich bereits geöffnet und sind diskussionsbereit.