Zu Quantitative Easing – Teil 1

von am 16. Februar 2015 in Allgemein

von Christoph

Vielleicht hilft Quantitative Easing der Konjunktur, vielleicht nicht, man weiß es nicht genau – so lautet verkürzt die übliche Darstellung in den Mainstreammedien. Jedenfalls soll nach der Lehre des Monetarismus irgendwie mittels „frischen“ Geldes die Konjunktur angeregt, insbesondere den Banken Liquidität ermöglicht werden, um diese zur Ausdehnung ihrer  Kreditvergaben an Private zu motivieren. Manche stellen sogleich die Frage, ob dann dieses „frische Geld“ nicht zu einer Inflation oder gar zu Hyperinflation führen wird. Wenn es in der Realwirtschaft großteils nicht ankommen (können) wird, wohl kaum. Zunächst relevant: Unter welchen Bedingungen kann Quantitative Easing überhaupt konjunkturwirksam werden?

Primär ist zu differenzieren, wem überhaupt das „frische Geld“ (direkt) zufließen soll. Dabei ist die Unterscheidung zwischen Bank und Nichtbank wesentlich. Denn die Liquidität (Saldo) der Banken in ihrer Gesamtheit erhöht sich nur dann, wenn Nichtbanken liquider werden [1] (liquide Nettoposition der Nichtbanken).

Konsolidierte Bankbilanz

Für Banken stellen Staatsanleihen (jedenfalls des eigenen Staates) in ihrem Bestand üblicherweise potenzielles Zentralbankgeld dar, da sie diese Wertpapiere jederzeit bei der Zentralbank gegen Zentralbankgeld (refinanzierungsfähig) „tauschen“ können [2]. Vermögenstechnisch ändert sich bei der jeweiligen Bank nichts – in der jeweiligen Bankbilanz werden bloß Vermögenspositionen getauscht (Aktivatausch): Forderungen an den Staat gegen Forderungen an die Zentralbank. [3]

A1

Die Bank ist auch nicht liquider geworden, da sie potenzielles Zentralbankgeld (für refinanzierungsfähige Wertpapiere) ohnehin als Liquidität (hohen Grades) versteht [4]. Warum sollte sie nun mehr Kredit gewähren? Etwa weil sie ein Risiko losgeworden ist, das sie nun gegen ein anderes tauschen möchte?

Damit eine Bank die Forderungen an den eigenen Staat als Risiko erlebt, das sie loswerden möchte, muss im Vorfeld bereits einiges „schiefgelaufen“ sein. Beispielsweise wenn die Zentralbank gewissen Wirtschaftsakteuren signalisiert, dass sie auf ihrer vermeintlichen Unabhängigkeit beharren wird, insbesondere wenn der Staat bzw. der Staatshaushalt sich nicht brav an Vorgaben (die stellvertretend für den „Kapitalmarkt“ gefordert werden) hält. Klar, dann wollen (auch) die Banken raus aus staatlichen Kreditrisiken.

Allerdings wechseln in so einer Situation die Banken auch nur ungern in private Kreditrisiken, da aus einer Reduktion der staatlichen (Mehr-)Ausgaben die Privaten bereits Einnahmenausfälle verspüren bzw. sie grundsätzlich oder in Folge bei ihren Ausgaben vorsichtiger disponieren, womit sie sich letztlich gegenseitig die Fähigkeit zu Kredittilgungen nehmen – da reduzierte Ausgaben untereinander ja reduzierte Einnahmen bedeuten. Daraus folgt eine Kreditklemme: Banken vergeben keine Kredite an Private, weil andere Private ihre offenen Kredite nicht bedienen (können) und weil die Banken keine weiteren Kredite vergeben, können Altschuldner ihre Kredite noch weniger bedienen [5] – diese Kredite frieren ein [6] bzw. werden von den Banken abgeschrieben – ihr Eigenkapital und damit die Fähigkeit (heute und morgen [7]) zu grundsätzlicher Kreditvergabe sinkt.

A2Schaubild: Richard A. Werner in: The Quantity Theory of Credit and Some of its Applications (PDF; 808 kB), S. 28.

Was aber machen Banken mit zusätzlich eingeräumten Zentralbankgeldern (aus den QE-Programmen), die sie für realwirtschaftliche Kreditvergaben nicht benötigen? Sie vergeben entweder Spekulationskredit (CF) oder nehmen selbst an Spekulationen des Finanzmarktes teil. Manche Kurse steigen, andere sinken wenn verstärkt gegen steigende Kurse spekuliert wird (Leerverkäufe). Jedenfalls steigt die Volatilität der Kurse, was (wie in Teil 4 angedeutet) die realwirtschaftlichen Investitionen der Unternehmen keinesfalls anzuregen vermag.

Dennoch sind Teile des von der EZB Anfang 2015 beschlossenen „QE-Programms“ spät, aber doch, als sinnvoll in Bezug auf die Abfederung realwirtschaftlichen Abschwunges zu erachten (ob es reichen wird, ist freilich eine andere Sache [8]) – mehr dazu demnächst auf Querschuesse in Teil 2.

 

[1] Aus der Kreditmechanik resultiert die Erkenntnis, dass bei Kreditvergabe durch Geschäftsbanken (ebenso im kontinentaleuropäischen Raum) sowohl Kreditforderungen (Aktiva) wie Verbindlichkeiten (Passiva) in der jeweiligen Bankbilanz gleichermaßen gebucht werden. Muss eine Bank den von ihr eingeräumten Verbindlichkeiten (gegenüber dem Kreditnehmer) mittels Anweisung an eine andere Bank (tägliches Clearing) nachkommen, verringert sich ihr Liquiditätssaldo zu Gunsten der „empfangenden“ Bank. In einer konsolidierten Bankbilanz (aller Banken zusammengefasst) sind damit (Kredit-)Forderungen mit Verbindlichkeiten (an Zentralbankgeld) in ihrer Höhe grundsätzlich ident. Ausnahme: Sofern zusätzliches Zentralbankgeld über den Umweg von Nichtbanken in das Bankensystem gelangt, steigt freilich, ohne dass die einzelne Bank den Hintergrund erkennen kann, der Liquiditätssaldo der Banken in ihrer Gesamtheit (ihr Vermögen steigt nicht[!]), womit sie, wenn man so will, (zusätzliche) Kredite von Nichtbanken unaufgefordert erhalten und damit auch vermehrt selbst Kredite vergeben können. Insofern ist eine QE-Analogie zwischen EZB-System und beispielsweise FED-System (US) unzulässig, da das FED-System ja der großen Nichtbank namens Staatshaushalt Zentralbankgeldkredit direkt gewähren kann (Staatsanleiheankauf am Primärmarkt). Siehe auch Hans Gestrich (1936): Neue Kreditpolitik, insbesondere S. 38: „Die Kreditbanken sehen ihre Liquidität erhöht, ohne daß sie ihre Rediskontierungen verstärken mußten. Sie haben auch wieder Kreditorenzufluß, und zwar nicht etwa, daß dem Zufluß bei der einen ein Abfluß bei der anderen entsprechen muß.“

[2] Vgl. Claus Köhler (1970/77): Geldwirtschaft I. Geldversorgung und Kreditpolitik, S. 102: „Die Zentralbank erklärt, welche Aktivposten sie bereit ist, grundsätzlich jederzeit in Zentralbankgeld umzutauschen, sie bestimmt also, was gesamtwirtschaftlich zu den liquiden Mitteln zu rechnen ist und was nicht.“

[3] Alternativ auch: Werden von einer Geschäftsbank gehaltene (refinanzierungsfähige) Wertpapiere gegen Verbindlichkeitenreduktion an die Zentralbank abgegeben, verkürzt sich die Bilanz der Geschäftsbank (Bilanzsumme – Aktiv- wie Passivseite –  wird  verringert – Bilanzverkürzung).

[4] Liquiditätssaldokonzept (1970) nach Claus Köhler – vgl. Rüdiger Pohl (1973): Geldbasis versus Liquiditätssaldo. In: Geldpolitik Kontrovers, S. 94 ff.

[5] Hans Gestrich (1936): Neue Kreditpolitik, S. 37: „Ebensowenig wie sich die einzelnen Kreditbanken bei der Kreditausdehnung bewußt sind, daß sie sich gegenseitig den „Zufluß“ von Kreditoren durch die Kreditausdehnung schaffen, ebensowenig erkennen sie, daß sie durch Krediteinschränkung den „Abfluß“ von Kreditoren verursachen. Von ihrem Standpunkt aus streben sie nur nach höherer Liquidität und passen sich dem „Abfluß der Kreditoren“ durch Krediteinschränkung an.“

[6] Ebenda, S. 36: „Der Prozeß des Krediteinfrierens macht sie [die Kreditinstitute] vorsichtig, sie werden daher auch ihrerseits, soweit wie möglich, Notenbankguthaben ansammeln und schonen, aber, was in der Wirkung dasselbe ist, ihre Verschuldung an die Notenbank möglichst niedrig halten. Es wird daher kein Überschuß am Geldmarkt auftreten […].“

[7] Erhöhte Eigenkapitalanforderungen an die Geschäftsbanken gegenüber privaten Kreditrisiken aus dem Übergang von „Basel II“ zu „Basel III“ und ab 2017 auch gegenüber Staaten, je nach externem Rating[!]. Vgl.BIZ-Quartalsbericht vom Dezember 2013 – Behandlung des Länderrisikos in der Basler Eigenkapitalregelung, Fußnote Nr. 6: „Diese Bestimmung wird von 2017 bis 2020 schrittweise ausser Kraft gesetzt. Die neue, auf der EU-Eigenkapitalrichtlinie IV (Capital Requirements Directive IV, CRD IV) basierende Rahmenregelung tritt im Januar 2014 in Kraft und ersetzt die hier beschriebene Behandlung nach der CRD III. Neu wird die Risikogewichtung von Forderungen an Staaten nach Ablauf der Übergangsphase auf den Beurteilungen von Ratingagenturen basieren.“

[8] Vgl. Alois Oberhauser (1978): „Expansive Geldpolitik ist ohne parallele Finanzpolitik weitgehend zum Scheitern verurteilt.“

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

Print article

12 KommentareKommentieren

  • Basisdemokrat - 16. Februar 2015

    “Ausnahme: Sofern zusätzliches Zentralbankgeld über den Umweg von Nichtbanken in das Bankensystem gelangt,…”

    Wie kommen “Nichtbanken (?)” an Zentralbankgeld?

    Gruß
    BD

    • thewisemansfear - 16. Februar 2015

      Damit sind Bargeld-Abhebungen gemeint von Privatleuten oder Unternehmen – Nicht-Banken eben :)
      Ohne Geschäftsbanken-Guthaben gibt es aber auch kein Bargeld, für Sie oder mich ist das nur ein 1:1 Austausch. So lange die Zentralbank uns kein Geld überweist, haben wir eigentlich keinen Grund, mehr abzuheben geschweige denn auszugeben.

    • Christoph - 17. Februar 2015

      Danke Thewisemansfear, darauf kann ich nun gut aufsetzen und präzisiere noch aus meiner Sicht:
      @Basisdemokrat: Verkaufen sie privat oder als Nichtbank-Unternehmen eine Staatsanleihe indirekt an die Zentralbank, erhalten sie jedenfalls im Gegenzug eine Gutschrift (Forderungen auf Zentralbankgeld) auf ihrem Konto bei dieser Bank. Belassen sie diese Forderungen auf ihrem Konto oder überweisen sie auf mein Konto, ist so oder so zusätzliches “Zentralbankgeld” (Forderungen/Verbindlichkeiten aus Perspektive der Bank) in das Banksystem gelangt (oder eben, falls erlaubt bei Ankauf am Primärmarkt – siehe Fußnote 1, ab “QE-Analogie”. So war das gemeint (zugegeben etwas unscharf formuliert) Gruß Christoph

    • Basisdemokrat - 17. Februar 2015

      Danke!
      Gruß BD

  • Delta120 - 16. Februar 2015

    Die Neoliberale Politik setzt ideologisch rein auf die Privatwirtschaft. Wenn also die Wirtschaft nicht läuft liegt es daran das die Zinsdifferenz zwischen Unternehmens Ertragszinsen und reinen Bankzinsen zu gering ist. Daher müssen die Bankzinsen gesenkt werden unter Beachtung der Inflation.

    Nebeneffekt dieser Ideologie isti, dass praktisch nur die jetzigen großen Geldbesitzer von dem QE durch steigende Kurse profitiert.

    Beim einem Vergleich der wirtschaftlichen Aktivität durch staatliche Investitionen von 1 Billion Euro oder Aufkauf von Staatsanleihen wird man feststellen, dass praktisch kaum Geld in der Realwirtschaft ankommt. Es ist vielmehr der größte Raubzug des Jahrhunderts des oberen 1% Gesellschaft. Man könnte hier auch von einer negativen Vermögenssteuer sprechen :-) .

    • thewisemansfear - 16. Februar 2015

      Der Ökonomen-Mainstream verklärt nach wie vor die Banken zu Intermediären. Die tun so als nähmen die Geld der Sparer entgegen und verleihen das dann an Kreditsuchende weiter… Dazu gehören auch vermeintlich progressive Leute wie ein Nobelpreisträger Krugman.

      Was dabei heraus kommt, wird zu Recht als “Micky-Maus Modelle” bezeichnet. So stark abstrahiert, dass es auf die Realität nur in speziellen Situationen anwendbar ist. Aber man glaubt und predigt fest weiter die Allgemeingültigkeit…

      Naja, früher oder später werden alle von der Realität eingeholt. Wer sagt auch, dass das Brechen mit alten Weltbildern ein Spaziergang wäre? :)

  • Bubblegum - 16. Februar 2015

    @Christoph

    vielen herzlichen Dank für Ihre Ausführungen. Wie man anhand Ihrer Zitierliste feststellt, ist das QE eigentlich ein Denken, das irgendwo im geldtheoretischen Gedankengut der 70ger Jahre hängen geblieben ist. Schon damals aber sind wichtige Aspekte außer acht gelassen worden. Bartergeschäfte, Schudscheindarlehen aus dem Nichtbankensektor, Derivate und, und, und…
    Für die Chicago-Boys um Friedman passten solche Phänomene nicht in ihr Modellbild und so wurden sie einfach weggelassen. Nach der Entwicklung von ABS, CDOs, CDS, Währungsswaps, und anderen SWAP – Varianten muss die Frage erlaubt sein, ob die Instrumente von Notenbanken wie sie in den 70gern mit den Studenten gepaukt wurden, wie MR-Politik, Lombard und Diskontsätze und ihre Entwicklung nicht völlig stumpf sind und einzig und allein die Offenmarktpoltik eine gewisse Wirkung auf die Realwirtschaft hat. Damit stellt sich die grundsätzliche Frage nach der Existenzberechtigung von Zentralbanken. Zumal auch ihre Funktion als Geldschöpfer durch das Aufkommen von Bitcoin und anderem virtuellen EDV-Geld angegriffen wird. Dann aber ist auch die Saldenmechanik an ihr Erkenntnisende gelangt, weil die Datenbasis nicht mehr stimmt, die Grenzen zwischen Banken und Nichtbankensystem verwischen.
    Nochmals Danke und viele Grüße
    Bubblegum

    • thewisemansfear - 16. Februar 2015

      QE dient v.a. dazu, die Asset-Preise hoch zu halten. Entweder weil es um hinterlegte Sicherheiten zur Kreditvergabe geht oder um Assets in der Bankenbilanz. Wenn man plötzlich feststellte, dass man in der Vergangenheit etwas zu hoch bewertet hat und eine Korrektur fällig ist, geht das direkt zu Lasten des (kaum vorhandenen!) Eigenkapitals. Die Banken haben aus meiner Sicht ein vitales Interesse daran, die Assetpreise hoch zu halten.

      Ohne Zentralbanken ist das Bankensystem in der jetzigen Form undenkbar. Die GBn vertrauen sich kein Stück weit über den Weg, ohne eine übergeordnete Instanz zerfiele alles in Kleinstaaterei. Im Gegenteil, es fehlt dem heutigen System an einer Bank der Zentralbanken mit unabhängigem Saldenausgleichsstandard über das nur diese verfügt. Momentan hängt alles am Dollar und damit hat ein Land ungleich mehr Macht über den Rest der Welt…

      Saldenmechanik ist und bleibt allgemeingültig. Klar wird es mit dem Einbeziehen von Werden und Vergehen des Geldes komplexer, aber das schmälert nicht die Aussagekraft. Ungleichgewichte suchen stetig nach einem Ausgleich, um so größer diese werden, desto größer wird das dadurch aufgebaute “Spannungsfeld”. Nur irgendwann ist das Ende der Fahnenstange erreicht, dann knallt es. Ein Blitz bei einem Gewitter ist auch nur seh- und hörbarer Potentialausgleich.

  • Christoph - 17. Februar 2015

    @Bubblegum: Was sie mir da immer einreden wollen ;-). Ab ca. 1975 wandelte sich die Haltung des deutschen Sachverständigenrats, womit fast synchron auch viele längst bekannte und weiterhin maßgebliche Konzepte aus sowohl den von maßgeblichen Stellen beachteten Gutachten, aus den Analysen der deutschen Bundesbank sowie aus den (Lehr-)Büchern verschwanden. Gruß Christoph

  • Rolmag - 17. Februar 2015

    Fazit: durch QE wird die Bereitschaft mit dem Geld zu zocken, also Risikogeschäfte zu tätigen, also noch angefacht anstatt eingedämmt.

    Wenn man dabei in einer der sog. systemrelevanten Banken sitzt kann man nicht verlieren, wenn man beim Zocken gewinnt, wird man stinkreich, wenn man verliert, dann zahlt der Steuerzahler, dann werden die Spekulanten nicht ganz so reich.

    Von so einem Casino kann der Plebs auf der Straße, der das alles ungefragt zu finanzieren hat leider nur träumen.

    Bei dem Gedanken, dass wir jetzt die ganzen Währungstricksereien ertragen müssen, die man zu DM-Zeiten nur aus Südeuropa oder Lateinamerika kannte macht mich wütend und fassungslos zugleich. Wie konnten diese Verbrecher und Landesverräter uns das nur antun? Und ich weiß jetzt auch, warum in der DDR “Spekulant” ein übles Schimpfwort war. Hätte aber schon liebend gern darauf verzichtet, es so direkt zu erfahren.

  • Christoph - 17. Februar 2015

    @Rolmag: Sorry.
    Für mich fast brisanter sind Fußnote 7 (2017!) und eben die Vorgaukelung genereller Erhöhung der (konsolidierten) Bankenliquidität bei Ankauf Staatsanleihe von Bank. Jene Offenmarktoperationen sind grundsätzlich sinnvoll, um den Zins auf jene Staatsanleihen zu senken (bei bereits Niedrigzinsen wie heute?) bzw. niedrig zu halten – das ist immerhin etwas. Die Gruppe der Banken (insbesondere in Überschussländern), die über ständig zufließende Überschussreserven (aus der Kreditschöpfung anderer Institute – wichtige Zusatzinfo für Bubblegum!) verfügen, können diese ohnehin zu Spekulationen “nutzen” (kostet aber weit mehr Eigenkapitalhöhe). Zugutehalten muss man Draghi (good cop?), dass seine PR-Maßnahmen jedenfalls gegenüber dem Publikum beschwichtigend wirken und beispielsweise seine OMT-Strategie (ab Juli 2012) keinen Cent “gekostet” hat. Ich gehe auch diesmal davon aus, dass weit weniger in Anspruch genommen wird (von den Banken). Die für mich wichtigere Hauptaussage des Artikels basiert auf dem Liquiditätssaldokonzept von Claus Köhler – http://de.wikipedia.org/wiki/Claus_K%C3%B6hler – einer der letzten noch lebenden aufrichtigen “Alten” und großer Liquiditätstheoretiker (spätestens seit Geldwirtschaft, Band 1 – “must read”).
    Alles Gute, liebe Grüße! Christoph

  • Detlef Heinrichs - 18. Februar 2015

    Seit Anfang 2009 hat QE eine erneute Krise verhindert.

    Und wer auf Aktien statt aufs Sparbuch gesetzt hat, hat gut verdient.