Zu Tode gerettet: Zypern bekommt das volle Troika-Paket

von am 25. März 2013 in Allgemein

Nun steht es also, das abgewandelte “Rettungspaket” für Zypern. Die zentralen Punkte: (1) (2)

  • Zypern erhält Hilfskredite von bis zu 10 Milliarden Euro – größtenteils aus dem Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM). Der Anteil des Internationalen Währungsfonds (IWF) steht ebenso wie der für die Hilfskredite geforderte Zinssatz noch nicht fest. Die Hilfen dürfen nicht zur Stützung der angeschlagenen zyprischen Großbanken verwendet werden.
  • Beim Eigenanteil in Höhe von 5,8 Milliarden Euro zur Rettung des Inselstaates, der bei den Anlegern der zyprischen Banken abgeschöpft werden soll, ist es geblieben.
  • Einlagen unter 100.000 Euro werden nicht angetastet – die jetzt angeblich sowieso nie jemand wollte –, sondern nur noch die darüber. Wie sehr, das steht noch nicht genau fest. Klar ist indes, dass die Abgabe bei den beiden Problembanken Laiki Bank und Bank of Cyprus noch deutlich höher sein wird als bei allen anderen Banken.
  • Zyperns Bankensektor soll bis 2018 auf ein – gemessen am EU-Durchschnitt – in Relation zur Wirtschaftsleistung des Inselstaates normales Maß schrumpfen.
  • Die Laiki Bank wird aufgespalten und abgewickelt, der überlebensfähige Teil an die Bank of Cyprus übertragen. Letztere muss jedoch massiv schrumpfen und zwar auf eine Größe, bei der eine Eigenkapitalquote von 9 Prozent erreicht wird. Das soll zu Lasten ihrer Aktionäre, Gläubiger und Kunden mit Einlagen über 100.000 Euro geschehen. Alle Einlagen über 100.000 Euro werden zu diesem Zweck in Aktien der Bank umgewandelt. Mit der Zwangsabgabe sollen so insgesamt 4,2 Milliarden zusammenkommen.
  • Die restlichen Eigenmittel und die Mittel für den Schuldendienst soll Zypern über Steuererhöhungen, Ausgabensenkungen und die Privatisierung von staatlichen Unternehmen aufbringen. Mit anderen Worten bekommt jetzt auch Zypern das volle Troika-Paket.

Zypern konnte sich demnach offensichtlich nicht mit seinem Plan durchsetzen, die geforderten 5,8 Milliarden über einen sogenannten Solidaritätsfonds aufzubringen, wobei Goldreserven der Notenbank sowie Mittel der Orthodoxen Kirche und aus der Rentenkasse als Sicherheiten für auszugebende Notanleihen zur Finanzierung der Restrukturierung der Problembanken hätten dienen sollen.

Durch das Rettungspaket wird Zyperns Staatsverschuldung deutlich steigen, auf etwa 150 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Sie soll aber durch die vereinbarten Maßnahmen bis Ende 2020 auf 100 Prozent sinken. (3)

Zur Orientierung: Laut IWF lag die Staatsschuldenquote Zyperns in den Jahren 2007 bis 2009 unter 60 Prozent, stieg in 2010 zunächst auf 61,5 Prozent, in 2011 auf 71,6 Prozent und lag 2012 bei geschätzten 87,3 Prozent. (4) Die Staatsschuldenquote Zyperns lag damit in den Jahren 2007 bis einschließlich 2011 noch unter der von Frankreich und von Deutschland. (5) In Griechenland war sie indes im gleichen Zeitraum von 107,5 Prozent kontinuierlich bis auf über 170 Prozent (2012) gestiegen. (6)

Zyperns Probleme rühren nicht von unsolider Haushaltsführung. Es sind die beiden hoch verschuldeten zyprischen Großbanken, die Zyperns Finanzprobleme verursachten. Die Schieflage der Banken ist wiederum im Kern auf hohe Abschreibungen auf Forderungen gegenüber dem griechischen Staat zurückzuführen, die bedingt durch den im März 2012 von der Troika im Zusammenhang mit dem zweiten Rettungspaket für Griechenland durchgesetzten Schuldenschnitt angefallen waren. Insgesamt mussten die privaten Gläubiger Griechenlands 107 Milliarden Euro abschreiben. (7) Die Bank of Cyprus und noch mehr die Laiki Bank waren im Unterschied zu allen anderen Banken in Zypern in Bezug auf Griechenland stark exponiert und wurden infolgedessen vom Schuldenschnitt schwer getroffen. (8)

Irland und Portugal hatten ebenfalls Probleme mit ihren Banken, die massiv auf die Staatsfinanzen durchschlugen und beide haben sich – so wie jetzt Zypern – unter das Diktat der Troika begeben müssen, um Hilfen von der Euro-Gruppe und dem IWF zu erhalten. Die Daten des IWF zeigen jedoch, dass in beiden Ländern die Staatsschuldenquote trotzdem von Jahr zu Jahr weiter angestiegen ist. In Irland von 25 Prozent (2007) auf 117 Prozent (2012) und in Portugal von 68 Prozent auf 119 Prozent. (9)

Allein das lässt vom nun für Zypern beschlossenen Rettungspaket nichts Gutes für Zypern erwarten. Anders als Irland und Portugal ist Zyperns Volkswirtschaft jedoch nahezu vollkommen von seinem Finanzsektor abhängig. „Rettungspaket“ ist insofern die völlig falsche Bezeichnung für das, was jetzt in Brüssel für Zypern vereinbart worden ist.

Der Fall Zypern zeigt, dass letztlich immer ein Grund gefunden wird, um das austeritätspolitische Konzept der Troika durchzusetzen, sobald Finanzhilfen des ESM und des IWF notwendig werden. Zypern konnte eindeutig nicht, wie zuvor den anderen europäischen Schuldenstaaten, vorgeworfen werden, es habe „über seine Verhältnisse gelebt“. Stattdessen wurde Zyperns „Geschäftsmodell“ (10) für gescheitert erklärt – wohlgemerkt, weil lediglich zwei – allerdings große – Banken in die Pleite geschlittert sind (11) und zwar in erster Linie wegen des von den Euro-Rettern im vergangenen Jahr durchgesetzten Schuldenschnitts für Griechenland. Dieses Geschäftsmodell wird allerdings innerhalb der Euro-Zone beispielsweise auch von Luxemburg verfolgt.

Mit andere Worten: Es sind beides Pauschalurteile, die einer differenzierten Problemanalyse ebenso wenig standhalten können, wie das Standardprogramm der Troika einer differenzierten Erfolgsanalyse.

Kurzum: Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg.

So sieht denn auch Europas Zukunft aus. Es erinnert an die Ärzte im alten Rom ( … man muss den Patienten schröpfen, die Adern brauchen Luft!). Man mag gar nicht mehr hinsehen.

von Stefan L. Eichner
Kontakt: eichner@web.de

Print article

143 KommentareKommentieren

  • Dietmar - 25. März 2013

    Jedem (und sicher jedem der das Land schon einmal besucht hat) ist klar dass die 10 MRD (und mehr) weg sind. Eigentlich wird mit Zypern der Rettungsfarce auch für Tante Emma so richtig offensichtlich.Die Maske ist runter. Die Glocken haben für den Euro letzte Woche geläutet, jetzt beginnt die Kapitalflucht, die selbst die EZB nicht aufhalten können wird.

    • Uwe - 25. März 2013

      Kapitalflucht aus den Euro, wohlgemerkt. Die Russen haben da die Unterstützung von ganz oben.
      Medwedjew ist schon lange Goldbug. Putin wird ihn jetzt so richtig dabei unterstützen, Gold gegen Euro zu tauschen. Bald werden die beiden dann auch festgestellt haben, dass “die Märkte” für zweierlei gesorgt haben: Der Euro u n d der Dollar sind diskreditiert. Und sie sind mit ihren Goldkäufen fein raus. Nebenbei haben sie den “befreundeten” Chinesen auch noch auf dem Weg zu einer neuen Weltwährungsordnung etwas weiter geholfen. Und wer hat das Alles ausgelöst?
      Ein behinderter, deutscher Finanzminister. Gegen Rollstuhlfahrer richtet sich das nicht. Die Probleme liegen viel tiefer.

      • Russe - 26. März 2013

        >> Die Russen haben da die Unterstützung von ganz oben.

        Kann keinen einzigen Russen unter den Anlegern finden.

  • Huthmann - 25. März 2013

    Ich halte es für die richtige Lösung, daß die Gläubiger oberhalb den 100 TEuro an den Abschreibungen auf die Aktiva der Banken beteiligt werden.

    Endlich einmal eine ehrliche Lösung, bei der die Investoren für die eingegangenen Risiken auch haften. Ein großer Fortschritt. Allerdings hat es bei dem kleinen Zypern nicht soviel Mut gebraucht….

    Zypern wird es sicher sehr schwer haben, in den nächsten Jahren/eher Jahrzehnten sein Geschäftsmodell anzupassen. Zudem ja ein großer Anteil Staatsdiener zu versorgen ist. Falls absehbar ist, daß es im Euro zu schwierig wird, müßten sie die Euro-Zone halt verlassen.

    Ich verstehe so und so nicht, warum die Südländer in der Euro-Zone bleiben wollen. Ein interne Abwertung, d.h. ein Auflösen und Neuverhandeln von zig-tausenden Verträgen, ist doch viel schwerer zu realisieren als eine Abwertung mit einem Schlag.

    Frau Prof. Gesine Schwan hält allerdings von ständigen Abwertungen laut letzer Talkshow bei Anne Will nicht so viel. Sie meint, daß die Zyprioten ihre Strukturprobleme angehen sollten und ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessern müßten.

    Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob sie sich darüber im Klaren ist, was das bedeutet. So einfach geht das nämlich nicht, eine international wettbewerbsfähige Wirtschaft aufzubauen bei der das Wachstum nicht auf Geldschöpfungsbeschleunigung sondern nachhaltigen unternehmerischen Investitionen aufbaut und Exporte dazu dienen die Importe zu bezahlen.

    MfG

    • Thomas Gern - 27. März 2013

      “So einfach geht das nämlich nicht, eine international wettbewerbsfähige Wirtschaft aufzubauen bei der das Wachstum nicht auf Geldschöpfungsbeschleunigung sondern nachhaltigen unternehmerischen Investitionen aufbaut und Exporte dazu dienen die Importe zu bezahlen.”

      So gigantisch groß, wie immer getan wird, war der Bankensektor in Zypern gar nicht. Gerade mal doppelt so groß wie in Deutschland.
      http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/malta-und-luxemburg-bangen-um-die-letzten-bankenparadiese-a-891297.html

      Zum Artikel:
      Die Arbeit der Troika finde ich auch nicht besonders toll. Der Artikel schießt aber deutlich über das Ziel hinaus, wenn er der Troika indirekt die Schuld am Scheitern der zyprischen Banken gibt, weil ja der Schuldenschnitt in Griechenland von der Troika veranlasst war.

      Wo würden denn die griechischen Staatsanleihen notieren, wenn die Troika nicht seit Jahren für die griechischen Verbindlichkeiten bürgen würde?

      Die bittere Kritik an der Troika lautet: Ja sie rettet bisher das Geld der Banken, aber sie ruiniert dabei die Wirtschaft der geretteten Länder mit der Sparpolitik einer schwäbischen Hausfrau, und es ist mehr als fraglich, ob mit dieser Ausrichtung am Ende nicht doch noch alles zum Teufel geht.

      • Querschuss - 27. März 2013

        Hallo Thomas Gern,
        “Die bittere Kritik an der Troika lautet: Ja sie rettet bisher das Geld der Banken, aber sie ruiniert dabei die Wirtschaft der geretteten Länder mit der Sparpolitik einer schwäbischen Hausfrau, und es ist mehr als fraglich, ob mit dieser Ausrichtung am Ende nicht doch noch alles zum Teufel geht.” ……..Ich würde behaupten, diese Frage ist schon beantwortet, es wird alles zum Teufel gehen, es ist nur noch eine Frage des Zeitpunktes?

        Gruß Steffen

  • Traumschau - 25. März 2013

    Jau! Es ist immer die gleiche Leier … Schon komisch die Kritik am “Geschäftsmodell”, zumal ja Zypern auch MIT diesem in die Währungszone aufgenommen wurde und sich dieses in vielen Ländern der Eurozone großer Beliebtheit erfreut (Kanalinseln, Malta, Luxemburg, Gibraltar, etc.). Das war allen seit langem bekannt. So werden jetzt durch diese “Maßnahmen” alle Euroländer peu a peu in die Schuldabhängigkeit getrieben und die Demokratie wird nur noch zu einer Fassade, weil zudem m.E. ganz andere – hinter den Kulissen – entscheiden. Wenn aber Frankreich eines nicht allzu fernen Tages unter den Schirm muss, gibt es aber richtig Zoff – mit dem französischem Volk. Die würden sich das schlicht und ergreifend verbeten und die Troika zum Teufel jagen: “Geld könnt ihr gerne geben, aber dann verp…. euch …”
    Vielleicht ist es aber auch das erklärte Ziel, die Eurozone zu sprengen? Jedenfalls tut man so ziemlich alles dafür …
    LG Traumschau

  • HaPennyBacon - 25. März 2013

    Ohne die Monopoly-Banken hat Zypern aber kaum Einnahmemöglichkeiten. Sollte also spätestens nächstes Jahr die selbe Zeit die nächste “Rettung” anstehen oder vermisse ich da irgend etwas?

  • Lottchen - 25. März 2013

    Der Plan ist mE in jedem Fall besser als das, was man vor einer Woche vorhatte. Es trifft zumindest nicht Depositen unter 100.000 Euro, es trifft nicht die Depositen von Banken, die gar nicht von der Insolvenz betroffen sind, und es trifft auch Aktionäre und Gläubiger mit anderen Anlagen als Depositen.

    Die wesentlichen Pferdefüße aus meiner Sicht sind:
    - die Austeritätsauflagen
    - die Gewährung der Hilfen über den Umweg zypriotischer Staatshaushalt (reine Spiegelfechterei, um den Anschein aufrechtzuerhalten, dass die Banken keine Hilfe aus Steuergeldern bekommen (s.u.), und insofern kontraproduktiv, als die Banken die Steuergelder natürlich auf Umwegen bekommen und das ganze Prozedere nur dazu führt, die Schuldenstandsquote Zyperns zu erhöhen.
    - 84 Prozent der Anlagen der zu zerschlagenden Laiki-Bank gehören ohnehin dem Staat, soviel zu den “Investoren, die endlich mal zur Haftung herangezogen werden”.

  • Susan - 25. März 2013

    @hutmann. Würden Sie es auch für richtig finden, wenn Sie ein kleines Unternehmen hätten und gerade investierten wollten? Ein kleines Hotel hätten? Irgendeinen Familienbetrieb? Wenn sie in Ihren Einlagen als mittelständischer Betrieb gerade die Löhne bereitgestellt hätten? Haben Sie sich schon einmal überlegt, was man für 100 TEUR kaufen kann? Dafür gibt es heutzutage kaum noch ein Haus zu kaufen. Mit 100.000 ist man nur Mittelstand, nicht arm, nicht reich. Man muss immer noch arbeiten gehen, MUSS, nicht kann, wenn man Lust hat. Also wird vor allem der Mittelstand geschröpft. Die Großen, die haben ihr Geld meist anders angelegt, die werden nicht zur Kasse gebeten, an denen geht der Kelch vorüber. Die meisten Einlagen haben die Zyprioten selbst. Wie soll ein Hotelbesitzer jetzt in die neue Urlaubssaison gehen? Es gibt dort nicht nur Hotelketten. Und wenn sie zufälligerweise gerade in der Bank angelegt haben, die als Bad-Bank umfunktioniert wird? So als Mittelständler? Als Mittelschichtler? Man kann vorher nicht wissen, welche Bank es treffen wird. Überlegen Sie sich das mal in aller Ruhe. In Zypern ist der Damm gebrochen worden. Wer sagt Ihnen, dass nicht morgen oder übermorgen ihrer Bank das gleiche passiert? Falls sie arm sind, kann ihnen das egal sein, wenn sie Mittelschicht sind, ihr Leben lang gearbeitet, oft weit über die erforderlichen Stundenzahlen hinaus und dabei gut verdient haben und sparsam waren, sieht das schon ganz anders aus. Ich habe viele solcher Kollegen gekannt. Schon jetzt zahlt die Mittelschicht die meisten Steuern und das sind nicht irgendwelche Eigener, sondern Facharbeiter, Ingenieure oder Beamte, also es könnten vielleicht Ihre Nachbarn sein. Nur weil wir hier in Deutschland sitzen, darf man nicht meinen, dass das uns nichts angeht. Es könnte zu uns überschwappen. Es ist so angelegt worden.

    • Roland - 25. März 2013

      Ihr Kommentar ist sehr richtig und hebt sich wohltuend von “Flachpfeifen-posts” ab. Furchtbar, was man selbst hier sonst zu lesen bekommt.

      Schon Prof. Flasbeck hat darauf hingewiesen, dass es bei den Leuten, die jetzt rasiert werden, weniger um die sog. “Anleger” geht, sondern vor allem auch um mittelständische Unternehmen, deren Liquidität und “working capital” enteignet wird. Das wird unmittelbare Auswirkungen auf viele Beschäftigte haben, deren Löhne und Gehälter nicht bezahlt werden können.

    • Huthmann - 25. März 2013

      Die Einlagen wurden anscheinend gut verzinst in den letzten Jahren. Deutlich über dem, was der deutsche Michel für seine Einlagen in Deutschland bei der Sparkasse/Volksbank erhielt. Und woher kamen diese höheren Zinsen? Von unter anderem risikoreichen Investments in griechische Staatsanleihen durch diese Banken.

      Oder sollte der deutsche Einfaltspinsel dafür gerade stehen mit seinen Steuergeldern, nachdem er im Gegensatz zu den Südländern seine Steuern bezahlt und vermögensmäßig unter anderem deswegen deutlich schlechter gestellt ist als seine Miteuropäer im Süden (siehe Vermögensverteilung in Europa Bundesbank neulich).

      Mfg

      • Roland - 25. März 2013

        Sie kapieren ja gar nichts:
        Ein mittelgroßes Hotel mit z.B. 100 Angestellten braucht eine Liquidität von mindestens 300.000 EURO, um Gehälter, Material und Reparaturen eines Monates bezahlen zu können. Davon sind jetzt Zweidrittel weg.
        Bei produzierenden Unternehmen ist der Griff in die Kasse häufig sogar noch brutaler.
        Und was ist mit den Privatpersonen, die sich einen Kredit geholt haben, der gerade gutgeschrieben wurde ? Die Schulden bleiben, die Gutschrift ist zum Teil weg.

        Schäuble und Merkel sind völlig zurecht in Südeuropa bald so verhasst wie früher die Kolonialherren.

        • Huthmann - 25. März 2013

          Wer hätte Ihrer Meinung nach die Verluste der Banken aus ihren Fehlinvestments tragen sollen? Einfache Frage.

          MfG

          • Roland - 25. März 2013

            Die Fehlinvestments der beiden angeschossenene Zypriotischen Banken waren ja die Investitionen in griechische Staatsanleihen. Die Schnitt dieser Anleihen wurde von Schäuble durchgesetzt. Betroffene Griechische Banken wurden anschließen rekapitalisiert, die zypriotischen hingegen trifft der Hammer.
            Wer soll bluten: Die Aktionäre und Anleihegläubiger der Banken – aber doch nicht die Mittelständler, denen ihr Betriebskapital jetzt unterm Hintern weggezogen wird. Das gibt Konkurse und Massenarbeitslosigkeit.
            Jetzt endlich verstanden ?

          • Holly01 - 25. März 2013

            Es ist ja ein offenes Geheimniss wer immer und immer wieder ausgenommen wird.
            Das Geld muss da geholt werden wo es ist, also dort wo es gehortet wird.
            Die reale Wirtschaft zu zerstören ist absoluter Quatsch.
            Die Lösung bräuchte also einen gravierenden Teil II.
            Die Abschreibung erhöhen und dann steuerwirksam für Unternehmen rückerstatten.
            Geld aus Geld muss enteigent werden, nicht Geld aus Arbeit.

          • Lottchen - 25. März 2013

            Dummerweise ist LAIKI zu 84 Prozent verstaatlicht. Also “die Aktionäre und Anteilseigner” = der Steuerzahler.
            Es ist doch immer wieder dasselbe. Solange es darum geht, “Liberalisierungen” auf dem Arbeitsmarkt und “Strukturreformen” einzufordern, singt man das Loblied auf das risikobereite Unternehmertum. Aber wenn es dann darum geht, dass der Mittelstand die Konsequenzen seiner eigenen Dummheit (Einlagen > 100K auf einer bekannten Pleitebank) tragen soll, schreit man nach dem Sozialismus in Reinkultur.

          • SLE - 25. März 2013

            Hallo Herr Huthmann,

            die Antwort auf Ihre Frage ist: Vielleicht die, denen schon ermöglicht wurde, ihr Vermögen in Sicherheit gebracht wurde:

            http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/europas-schuldenkrise/zypern/entscheidung-in-nikosia-auffaellig-hohe-geldabfluesse-aus-zypern-12126658.html

            Die ganze Zeitschinderei bei der Verhandlung um das Rettungspaket könnte ja gerade auch dazu gedient haben. Und, wenn ich den FAZ-Artikel, den hier gestern ein Kommentator empfohlen hatte, richtig verstehe, dann hat die zyprische Notenbank einen ziemlich großen Ermessensspielraum, was sie an Überweisungen ins Ausland zulässt.

            Im Übrigen kann ich dem, was Susan oben geschrieben hat, nur zustimmen.

            Viele Grüße
            SLE

          • Skyjumper - 26. März 2013

            @ Huthmann

            Zunächst einmal: Welche Banken sind wirklich pleite? Nur um die kann und dürfte es gehen.

            Zum zweiten: Diese Banken (und nur diese) sind durch ein ganz normales Insolvenzverfahren abzuwickeln. Die ersten Verlustträger wären in dem Fall die Gläubiger 1. Ranges, die Aktionäre. Die nächsten Verlustträger wären die Gläubiger 2. Ranges, die Halter der Bankanleihen. Und erst dann kommen für immer noch nicht ausgeglichene Verbindlichkeiten die Gläubiger 3. Ranges in Frage, die Kontoinhaber.

            Und genau da liegt der Kern der ungesetzlichen Handlung die auch in Zypern wieder vorgenommen wurde. Der größte (indirekte) Halter der Bankanleihen ist nämlich? Trara, bei der EZB dürften sich sehr sehr viele, eventuell sogar die meisten Bankanleihen der Laiki-Bank und der Bank of Cyprus angesammelt haben.

            Es ging in Zypern also zunächst einmal darum die EZB vor Verlusten zu schützen, und dafür hat man die gesetzliche Haftungsreihenfolge mal eben umgedreht. Ich habe auf meinen Geschäftskonten ständig zwischen 0 € und etwa 500 T€. Nicht als Anlage, nicht auf dem Sparkonto. Nein, auf dem Geschäftsgirokonto mit Nullverzinsung. Einfach weil ich einen entsprechenden Geldfluss habe bzw. sicherstellen muss. Das ist vielleicht nicht die Mehrheit der Konten, hätte aber berücksichtigt werden müssen.

            Und im übrigen hätte man auf Zypern genauso gut auch eine Atombombe werfen können statt ihnen das Geschäftsmodell zu zerschlagen. Der Effekt wäre der gleiche. 45 % des BIP werden durch den Finanzsektor beigesteuert. Wenn dieser jetzt um die Hälfte reduziert wird, bedeutet das nichts anderes als dass das BIP von Zypern um wenigstens 22,5 % sinken wird. Folgeauswirkungen noch gar nicht berücksichtigt. Am Ende könnten es gut 30 % Rückgang werden. Die Arbeitslosenquote wird dann zwischen 25 und 30 % betragen, der Staatsschuldenquote wird über 200 % liegen und alle dürfen sich über eine Agrargesellschaft aus Bauern und Wanderarbeitern freuen.

      • Susan - 26. März 2013

        @Huthmann, woher wollen Sie genau wissen, wie ein normales Sparkonto in Zypern verzinst wurde. Sie hatten sicherlich – das sag ich jetzt einfach mal so – kein Konto dort. Unterstellungen bringen uns nicht weiter. Und wenn jemand in Deutschland sein Konto auf z.B. die ING Diba gelegt hat, bekäme er auch etwas mehr als bei der Sparkasse. Nur, darum geht es überhaupt nicht. Dieser Fraßneid ist unerträglich. Ich bekomme kleine Zinsen, also muss jeder andere auch kleine Zinsen bekommen. Und Zypern konnte Zinsen, wieviel auch immer, weiß nicht, tragen und ist erst durch Griechenland in die immense Schieflage geraten. Es geht um Verlässlichkeit. Welcher Investor ist nun in Europa noch sicher? Dabei denke ich nicht an Heuschrecken, sondern an ernsthafte Investoren, die z.B. – bietet sich in Zypern an – ein Hotel kaufen wollen oder ein mittelständisches Unternehmen gründen wollten. Wenn ich soviel Geld hätte, würde ich es ganz schnell aus Europa herausbringen. Ich würde es auch nicht in Deutschland anlegen, wie es so viele machen. Und: Hier habe Sie auch Ihren Grund für die niedrigen Zinsen hier im Lande. Es gibt in Deutschland genügend Geld! Alle Welt meint, hier in Deutschland wäre ihre Geld sicher und nehmen auch Null Zinsen, sogar negative in Kauf. Niemand weiß, was er mit den Geldmengen anfangen soll. Investitionen lohnen nicht, da Kaufkraft hier so dürftig ist. Irgendwann platzt auch das schiefe “Geschäftsmodell” Deutschlands. Wenn der Blick nicht durch Neid verstellt wäre, könnten viele Menschen die haarsträubende Merkel-Politik erkennen. Sie macht nicht vor uns halt. Das verspreche ich Ihnen.

      • Querschuss - 26. März 2013

        Hallo Huthmann,
        am Ende der Agenda, die mit all ihren bisherigen Maßnahmen, Rezession, Massenarbeitslosigkeit, Kreditausfälle und nun den Vertrauensverlust befeuert wird auch der “deutsche Einfaltspinsel” verlieren, was denn sonst, jeder der hier mitliest und anderes annimmt, ist trotz seit 3 Jahren im Blog dokumentierten Niedergangs der Eurozone, insbesondere der Südperipherie ein Stück einfältig. Der Zusammenbruch der Eurozone ist nur eine Frage der Zeit und jeder, auch der deutsche Michel wird dabei verlieren. Je mehr die wirtschaftliche Aktivität abgewürgt wird, je mehr Vertrauen verloren geht und je mehr Rechtsbruch begangen wird und damit Rechtssicherheit, Geschäfts- und Investitionssicherheit zerstört wird, umso eher wird dieses Versagerkonstrukt Euroraum kollabieren bzw. früher oder später, ob von Italienern, Spaniern oder anderen demokratisch entledigt und bei dem Frust und Haß der sich bis dahin aufgebaut hat, werden die betroffenen Völker einen Scheiß tun, als deutsche Forderungen zu bedienen.

        Gruß Steffen

        • Huthmann - 26. März 2013

          Sehr geehrte Querschüsse,

          wenn wir Schuldenschnitte machen, dann muß auch jemand den Forderungsverzicht abdecken. Sonst funktioniert das nicht. Nur will das niemand. Das ist das Problem. Das eine ohne das andere funktioniert aber nicht.

          Es wurde doch immer soviel davon gesprochen, daß Banken auch “pleite” gehen können müssen. Nur, wenn es dann einmal passiert, dann sind davon Gläubiger betroffen und das empfinden viele als nicht gerecht. Dabei passiert das jeden Tag hunderte, tausende Male auch in Deutschland. Nur spricht davon niemand. Das handelt dann z.B. ein Insolvenzverwalter relativ geräuschlos ab. Von den vielen mittelständischen Betrieben, die hier auf einen sehr oft großen Teil Ihrer Forderungen verzichten müssen, spricht hier niemand. Das passiert aber jeden Tag überall auch bei uns um die Ecke. Dies bitte nicht vergessen.

          MfG

          • SLE - 26. März 2013

            Hallo Herr Huthmann,

            ich will mich nicht einmischen, möchte aber hervorheben, dass ich im Aufsatz das austeritätspolitische Paket der Troika kritisiert habe, weil das nach allen bisherigen Erfahrungen Zypern nicht in die Lage versetzen wird, seine Kredite zurückzuzahlen. Natürlich ist es richtig, die Eigentümer der Banken für deren riskante Geschäfte haften zu lassen. Dafür trete ich selbst auch immer ein. Allerdings gibt es nicht wenige Hinweise darauf, dass – so wie es gelaufen ist und sehr vorsichtig ausgedrückt – nicht im Wesentlichen die Richtigen getroffen werden (und die “dicken Fische” längst davon gekommen sind). Zur Erinnerung: In Island haben sich die Bürger geweigert, für die Schulden ihrer Banken gerade zu stehen und vor dem EuGH Recht bekommen.

            Grüße
            SLE

          • Querschuss - 26. März 2013

            Hallo Huthmann,
            soweit waren wie doch schon, zuerst sollten die Eigner haften, im Falle der zyprischen Banken mit immerhin vorhandenen 15,1 Mrd. Euro Eigenkapital, dann die Bankanleihenhalter mit 1,7 Mrd. Euro, dann die Gläubiger (MFIs) welche zyprischen Banken Interbankenkredite gewährt haben, immerhin 24,6 Mrd. Euro, dann gäbe es noch die EZB und dann die Möglichkeit der Teil- bzw. Komplettverstaatlichung der Banken mit der mittel- bis langfristigen Verwertung der Assets und erst dann kann man die Spar- und Girokonten heranziehen, was aber wohl nach der beschriebenen Reihenfolge gar nicht nötig wäre, zumal Zypern ein sehr gutes Loan to Deposit Ratio (LTD) vorweist.

            Übrigens ist es sehr fragwürdig Spar- und Girokonten zur “Rettung” heranziehen, Aktienvermögen, Immobilien, Unternehmensbeteiligungen, Anleihendepots u.a. Sachwerte völlig unberücksichtigt zulassen, der Staat hätte eine besondere Fürsorgepflicht gerade für Giro- und auch Geschäftskonten, da in der heutigen Wirtschaft dieser Zahlungsverkehr Grundlage des Wirtschaftens ist.

            Daten zu den Verbindlichkeiten der zyprischen Banken:
            http://www.ecb.eu/stats/money/aggregates/bsheets/html/outstanding_amounts_CY_2013.en.html

            Gruß Steffen

  • M.C. - 25. März 2013

    Wenn die Austerität weiter um sich greift, hält das Öl (für die Kernländer und die USA) ein paar Jahre länger.

    Das ist das ganze Geheimnis dieser angeblich so unsinnigen und unverständlichen Politik.

  • Moritz - 25. März 2013

    Mit Gold wäre das jedenfalls nicht passiert.
    Meine paar Euros hab ich eh schon vor einem Jahr zu einer deutschen too big to fail-Filialbank gebracht – viel weniger Zinsen als bei den Schotten, die viel Werbung machen, aber ich kann beruhigt schlafen.
    Mit den Leuten auf Zypern habe ich nicht allzuviel Mitleid – wer mit Teufel isst, muss einen langen Löffel haben.
    Und, dass diese Zwergenstaaten mit den riesigen Bankbilanzen ein Problem kriegen werden, stand schon seit Jahren im Internet. Wer zu faul ist, sich selber zu informieren, der hat eben Pech gehabt.

    Ich persönlich hätte bis auf die 100.000er überhaupt niemand gerettet, keinen müden Cent hätten die Zyprer von mir bekommen. Ich hätte die aus dem EUR rausgeworfen und “let the chips fall where they may”.

    Im Rahmen ihrer Möglichkeiten, und nach der großen Dummheit mit der Abgabe für alle, hat Merkel es noch einigermaßen hinbekommen.
    Was die Schuldentragfähigkeit angeht, ist mir die auch egal, wer sich als Steueroase verkauft, muss halt mit den Konsequenzen leben.

    • Holly01 - 25. März 2013

      Ihr Mangel an Egoismus macht mich besorgt.

    • Markt - 26. März 2013

      “zu einer deutschen too big to fail-Filialbank gebracht – viel weniger Zinsen als bei den Schotten, die viel Werbung machen, aber ich kann beruhigt schlafen.”

      “Die Schotten” sind Teil der Lloyds Banking Group. Diese dürfte um einiges bigger too fail sein, als alles was es in Deutschland noch so gibt. Aufpassen sollten man allerdings bei unseren niederländischen Nachbarn.

      “wer sich als Steueroase verkauft, muss halt mit den Konsequenzen leben.”
      Hoffentlich hören das wir Deutschen nicht irgendwann in Bezug auf unser Wirtschaftsmodell, insbesondere in Bezug auf unsere ach so tolle Automilindustrie.

  • Milo Minderbinder - 25. März 2013

    Es geht nicht nur um einen vollkommen Sinn- und Verstand losen “Rettungsplan”, sondern auch W I E er Zypern aufoktroyiert wurde -hier z. B. mehr:
    http://www.heise.de/tp/artikel/38/38819/1.html oder, von Stefan schon in einem anderen Artikel angegeben:
    http://www.cyprus.com/cyprus-bailout-stupidity-short-sightedness-something-else-.html

    So verachtungsvoll gehen imperiale Großmächte mit Kleinstaaten um, mit dem Umgang demokratischer Staaten hat das nichts mehr zu tun. Schuschnigg läßt grüßen.

    Real bedeutet es das Ende der europäischen Idee – der Rest Europas wird Deutschland wieder fürchten lernen.
    Das mag hier an den Stammtischen gut ankommen, aber die mittel-bis langfristigen Folgen werden gravierend sein – auch Wirtschaftlich.
    Willkommen in einer neuen Epoche

    stp

  • Susan - 25. März 2013

    @Moritz: Schlafen Sie bitte gut. Die größte zyprische Bank wird geschrottet. Wieso unterstellen Sie dem Ingenieur, dem Beamten, den Handwerker, den Ladenbesitzer dass er mit dem Teufel isst? Er legt das Geld, was er erarbeitet hat, genauso an wie Sie. Er legt es in seinem eignem Land auf ein Bankkonto, genau wie Sie. Er vertraut darauf, wie Sie, dass er sich darauf verlassen kann, dass sein versteuertes Geld, was er spart, sicher ist. Er ist nicht anders als Sie. Er ist nicht der Feind. Sie sitzen auf dem hohen Ross. Nur, Hochmut kommt vor dem Fall. Wer sagt Ihnen, dass man es nicht auch auf Ihre Ersparnisse abgesehen hat? Wenn der Süden abgegrast ist, kommt der Norden dran. Schlafen Sie ruhig weiter.

    • Lottchen - 25. März 2013

      Die Einlagensicherung greift bis 100.000 Euro pro Depositenkonto. Warum lässt jemand aus der von Ihnen genannten Personengruppe über 100.000 Euro auf einer einzigen Bank liegen, von der seit einem Jahr bekannt ist, dass sie von der Pleite bedroht ist? Man kann sein Geld auch im Unverstand aufs Spiel setzen. In diesem Fall hält sich mein Mitleid auch in Grenzen.

      • Roland - 25. März 2013

        Gerade die Mittelständischen Unternehmen konnten sich nicht vorstellen, derart ausgenommen zu werden, und hatten den Versicherungen der Regierung geglaubt.

        Jetzt ist übrigens auch klar, warum Russland mitgespielt hat.
        Der überwiegende Teil der russischen Einlagen ist nämlich gar nicht betroffen. Nur wenige Russen hatten ihr Geld auf der Cyprus Bank.
        Die allermeisten hatten und haben ihr Geld auf der aka Commercial Bank.
        Und diese ist nicht betroffen !

        Bravo – die Kleinen sind mal wieder die Dummen.

        • Lottchen - 25. März 2013

          Sorry, aber ein Stück weit muss man als Unternehmer auch ein Risikobewusstsein haben. Sie reden ja hier nicht von Omma Kawupke, die man um ihre 50.000 Euro Ersparnisse bringt. Da könnte ich das verstehen. Hier reden wir von unversicherten Einlagen auf einer Bank, deren prekäre Situation seit einem Jahr bekannt war. Spätestens als die zyprische Regierungsdelegation die Verhandlungen mit Brüssel vorbereitete, hätte man sich überlegen müssen, wo man wieviel Geld liegen hat und was man damit tut. Wenn man sich sehenden Auges ins Risiko begibt, dann muss man damit rechnen, dass man Verluste erleidet. Auch und grade das gehört zum Unternehmertum.

          • Frankenfurter - 25. März 2013

            Da sind doch längst keine größern Guthabenkonten mehr. Wer behauptet denn sowas? Übrigens, dass die Laiki-Bank pleite ist, war schon aus dem Geschäftsbericht von 2011 ersichtlich. .

          • Georg Trappe - 26. März 2013

            Da ist was dran. Ein “gutes” Beispiel fuer die Risikovorsorge lieferte vor wenigen Monaten Simon Henry, CFO Shell.
            http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/shell-zieht-wegen-euro-krise-geld-aus-europa-ab-a-848422.html
            Diesem “gutem” Beispiel werden nun wohl auch Omma Kawupke etc. unter taetiger Mithilfe ihrer Bankberater folgen. Und was davon meiner meinung nach zu halten ist, koennen Sie hier nachlesen:
            http://georgtsapereaude.blogspot.com/2013/03/der-zentrale-fehler-des-euros.html

          • Susan - 26. März 2013

            Es geht nicht um die Zahl der Bankkonten. Es wird nach Personenzahl (!) abgerechnet. 1 Person gleich einmal 100.000 EUR. Jeder ehemalige DDR-Bürger kennt das schon. So schlau sind die Diebsgesichter in der EU schon, dass sie nicht gestatten, dass jemand seine Ersparnisse auf zig Konten splittet und deshalb nicht enteignet werden könnte. Diejenigen, die ihr Geld nicht ins Ausland transferieren wollen/können, es im Land behalten haben, haben das Nachsehen. Man spricht immer von den Wohlhabenden. Die, die nicht nur Scheinwohlhabend sind sondern wirklich wohlhabenden, werden ihr Geld schon längst in Sicherheit gebracht haben.

          • Roland - 25. März 2013

            Das sind Krokodilstränen.
            Der ahnungslose Spiegel weiss nicht, wo die allermeisten russischen Gelder lagerten und lagern, nämlich auf der aka Commercial Bank, die nicht betroffen ist.
            Quelle: http://www.cyprus.com

          • Frankenfurter - 25. März 2013

            Welche Rolle wird hier ständig den russischen Kapitalanlegern zugedacht? Erinnert fatal an Zeiten, als Menschen gezwungen wurden einen Stern zu tragen, um sie für jedermann als Staatsfeinde kenntlich zu machen.

      • Frankenfurter - 25. März 2013

        Man muss den Patienten schröpfen, die Adern brauchen Luft!
        Himmel, wer sagt endlich unseren geistigen Tieffliegern in Brüssel, dass wir nicht mehr im alten Rom leben.!

  • frank_meck - 25. März 2013

    Was immer unterschlagen wird, dass wohl auch alle Kunden unter 100000 EUR betroffen sind, da die Kapitalverkehrskontrollen doch erhalten bleiben ? Wenn man 30000 EUR in Zypern hat, dann kann man die doch nicht abheben ?

    • Frankenfurter - 25. März 2013

      Kapitalverkehrskontrollen. Auch wenn zunächst nur Zypern davon betroffen ist. Überlegen Sie einmal, was diese Maßnahme für das Image der EU und für die EURO-Währung bedeutet. :

      • DAnconia - 25. März 2013

        Das ist doch wie immer “alternativlos”…

  • Ichbins - 25. März 2013

    Hat irgendjemand, der die Pläne so kritisiert, einen Vorschlag, wo die “Rettungs”-Gelder sonst herkommen sollen?
    Das große Problem ist doch, das niemand eine Alternative hat, die größere Akzeptanz bei allen Beteiligten finden wird. Ich persönlich bin weder bereit, als Steuerzahler noch als Teil der deutschen Volkswirtschaft (über die Einlagensicheurng der Banken) mehr für die Chaos-Staaten zu leisten. Kreditwürdig sind diese eigendlich auch nicht.

    Das Dilemma ist, dass es keine Zukunft mit dem Euro geben wird und die Zukunft ohne Euro chaotisch und einschneidend sein wird, selbst wenn versucht würde, ein Ende des Euro geordnet herbeizuführen.

    • Roland - 25. März 2013

      Die Banken hätten, nachdem Aktionäre und Anleihegläubiger rasiert worden wären, verstaatlicht und dann über die EZB resp. zypriotische Notenbank rekapitalisiert werden können, damit die Mittelständler weiter machen können.
      Jetzt bekommt Zypern von Schäuble die Depression verordnet.

      Was passiert als nächstes mit Slowenien und Lettland ? Hat Schäuble seinen Blutdurst schon gestillt ?

      • Lottchen - 25. März 2013

        Wenn Sie mir jetzt noch erklären, wie man eine Bank verstaatlicht, die bereits zu 84 Prozent verstaatlicht ist.

        • Frankenfurter - 25. März 2013

          Psst, großes Geheimnis: die Eurobanken sind in den letzten 4 Jahren de facto von der Gesellschaft [frei]gekauft worden. Und die deutschen Banken waren. inclusive DB, die Ersten.

        • Roland - 25. März 2013

          Die Frage war ja sicher nicht ganz erst gemeint.
          Die Isländische Lösung war die 100% – Verstaatlichung.

    • SLE - 25. März 2013

      Es geht ja nicht so sher um die Frage, woher das Geld kommt, sondern ob es efektiv eingesetzt werden kann oder schlicht immer wieder verbrannt wird – in Griechenland, Portugal, Spanien und jetzt in Zypern.

      Hier werden für Zypern ein paar Szenarien durchgespielt:

      http://www.cyprus.com/cyprus-bailout—what-to-do-now.html

      Der Hinweis zu dem Artikel kam übrigens von Kommentator Teletappy.

      Grüße
      SLE

    • Frankenfurter - 25. März 2013

      Die nötigen Risikopuffer sind längst vorhanden und beliebig erweiterbar via EZB. Dass es keine Zukunft mit dem Euro geben wird, glaube ich mittlerweile auch langsam, siehe die Überschrift des Artikels.

  • willi - 25. März 2013

    Danke für den fundierten Artikel mit all den Detais der “Rettungsaktion”.
    Es wird immer deutlicher, welchen Charakter die EU hat: Da schlossen sich Staaten zusammen, die darauf spekuliert haben, dass sich das Projekt Euro für sie auszahlt und jeder der Staaten, die ja trotz Zusammenschluss weiterhin um die selben Märkte konkurrieren, versucht für sich das beste daraus zu machen. Nach Finanzkrise und verordneter Bankenrettung durch die Steuerzahler werden die mittlerweile stark verschuldeten, schwachen Länder von den stärkeren -allen voran Deutschland- böse ausgekonntert.
    Der Ablauf Kredite-Schuldenfalle- IWF/Weltbank-Strukturprogramme als Bedingung für das Gewähren von neuen Krediten, um den endgültigen Bankrott abzuwenden, erinnert irgendwie an die Rekolonialisierung von Dritte-Welt-Ländern, wie man sie vor einigen Jahrzehnten regelmäßig beobachten konnte.
    Zumindest fällt es mir schwer zu glauben, dass da irgendwer ernsthaft annimmt, dass die verordneten Austeritätsprogramme den Staaten beim Schuldenabbau helfen oder zu Wachstum und Wohlstand führen könnten.
    Sind die einfach nur verrückt oder steckt da eine Absicht dahinter?

    Ich kann ja noch irgendwie nachvollziehen, wenn gesagt wird, Europa müsse als Block zu den Big Playern aufsteigen, um in der Weltkonkurrenz um Märkte und Rohstoffe bessere Chancen zu haben (klingt zwar für mich, als bereite man sich auf einen Weltkrieg vor -aber egal). Nur welchen Sinn soll es dann haben, wenn die Hälfte der Länder, die zum Big Player EU gehören, vor dem Ruin stehen?
    Gibt’s da irgendeine halbwegs plausible Erklärung, die nicht wie eine finstere Verschwörungstheorie daherkommt?

    • SLE - 25. März 2013

      Hallo willi,

      es gibt wohl einige, die sich das fragen. Ein spanischer Professor hat seine Sicht der Dinge in einer spanischen Regionalzeitung dargelegt, aber der Artikel wurde später wieder zurückgezogen. Hier wird darauf eingegangen (incl. spanischer Originaltext):

      http://alles-schallundrauch.blogspot.de/2013/03/berechtigte-kritik-merkel-ist-verboten.html

      Das stimmt schon sehr nachdenklich.

      Grüße
      SLE

      • willi - 25. März 2013

        Halo Stefan,

        Danke für den Hinweis. Sieht tatsächlich fast wie Krieg aus. Spinnen wir mal ein bisschen rum: Deutschland erobert die europäischen Märkte und zwingt die unterlegenen Staaten unter Mithilfe der brav den Willen der “Märkte” exekutierenden Troika schließlich zur Kapitulation. Die nationalen Regierungen bekommen danach regelmäßig Besuch von den Schlägern des Triumvirats , die die Einhaltung der Austeritätsmaßnahmen kontrollieren, auf dessen Durchführung man sich bei Androhung des sofortigen Untergangs (Bankrotts) hatte verpflichten müssen. Das Feld der Konkurrenten lichtet sich nach und nach und am Ende heißt es: The winner takes ist all. “In der EU wird deutsch gesprochen” (Kauder). Deutschland umgeben von einem Rudel Transferempfänger, die zu keiner ernsthaften Konkurrenz mehr fähig sind und immer aufpassen müssen, nicht in Ungnade zu fallen. Damit wäre dann die finstere Verschwörungsthorie ;-) komplett.
        Gruselig. –Ende Rumspinnerei.

        • Susan - 26. März 2013

          Aber sehr realistisch.

  • Moritz - 25. März 2013

    Reggie Middleton hat es am Besten in Worte gefasst – es ist natürlich eine Art Mord an den klein- und mittelständischen Unternehmen, wenn diesen bis zu 40% ihrer liquiden Mittel abgenommen werden – aber trotzdem, die einsamen Rufer und Mahner in der Wüste waren da.

    “I will also like to add that the 100k euro limit will likely hit the small businesses and middle class ex-pat community considerably harder than it hits the Russian oligarchs 0who are wealthy enough to have some geographic diversification. The small businesses are the ones who employ the vast amount of the population (them, and the now extra broke government, that is). Wiping out 40% of a small to medium business’s liquid assets over 100k is tantamount to corporate genocide. Add to that the extreme taxation to come from attempting to pay back the Troika and the guaranteed spike in unemployment stemming from all of those broken companies, the breakdown economic activity from those missing businesses and the near guaranteed counterparty run whenever those banks open up again (if ever), and you have a austerity-imposed depression on your hands.”

    • Lothar - 25. März 2013

      @Moriitz: Firmenkonten sind ausgenommen soweit ich das mitbekommen habe. Hat sich in den letzten Verhandlungsrunden da wirlich was geaendert.

      • Roland - 25. März 2013

        Wie soll das denn auseinander-klamüsert werden ? Gerade in den Südländern ?

  • A. Girafales - 25. März 2013

    Zyperns Finanzsektor war zu gross und muss nun auf ein normales Mass geschrumpft werden.
    Nächstens wird dann die EU feststellen, dass Deutschland Industriesektor im Vergleich zu andern Ländern ebenfalls zu gross ist und auf ein normales Mass geschrumpft werden muss!

  • Frankenfurter - 25. März 2013

    Mo. 25.03./ 18:08 / Euro fällt gegenüber USD wie ein Stein.

    • Uwe - 25. März 2013

      Dann fällt auch bald der Groschen: Im Zusammenhang mit meiner Bemerkung weiter oben.
      Da hat Schäuble ein Fass aufgemacht, dass er nicht mehr schließen kann.

    • Traumschau - 25. März 2013

      Was ist denn da los?

      • Uwe - 25. März 2013

        Merkel hat lauf Medwedjew bei ihrer Geheimniskrämerei übersehen, dass auch russische Staatsunternehmen betroffen seien. Er fühlt sich dadurch brüskiert, mithin künftig auch nicht mehr aufgefordert, diplomatisch vorzufühlen. Los ist da: Vertrauensbruch seitens Deutschland, der die Koordinierung gemeinsamer Wirtschaftsinteressen auf eine weniger vertrauensvolle Basis stellt.
        Oder auch: Ihr habt währungspolitisch die Gangart verschärft. Wir folgen. Was bedeutet, dass wir unsere €-Währungsreserven reduzieren indem wir, bisher gutmeinend erworbene €-Staats-ESF/ESM etc. Bonds verkaufen. Wenn wir Russen nicht vorab informiert werden, vertrauen wir auch nicht mehr in das ganze Konstrukt Euro. Wenn ich mich richtig erinnere, hat er dem Euro seine Zukunft abgesprochen. Die Diversifizierung der russ. Währungsreserven weg vom Euro hat er angekündigt. Das einzig gute, das Schäuble daraus zur Bundestagswahl mitnehmen kann ist:
        Deutschland hat schon wieder verdammt viel exportiert. Nach der Wahl, ist dann die EZB an der statistisch nicht mehr fälschbaren Inflation schuld.

      • Uwe - 25. März 2013

        Sorry, “das System” hat meine ausführliche Antwort wohl verschluckt…. ?

        • Uwe - 25. März 2013

          Also, noch mal in Kürze: Die russ. Regierung hatte erwartet, gem. bisheriger Gepflogenheiten, von Merkel einen Hinweis zu erhalten. Nachdem dieser nicht erfolgt war, beschied man, künftig kein Vertrauen mehr in Euro-Politik zu haben. Angekündigte Konsequenz: Reduzierung der Eurobestände in allen Bonds. Wie man sieht, handeln das die Märkte gerade.

          • Traumschau - 26. März 2013

            Hallo UWE,
            Danke für die Rückmeldung!!
            LG Traumschau

        • SLE - 25. März 2013

          Kann schon mal passieren, dass Kommentare vom System einfach aussortiert werden. Wir aktivieren die dann aber von Hand. Das geht natürlich nicht so prompt, aber jetzt ist der Kommentar – siehe oben – da.

          Grüße
          SLE

          • Uwe - 25. März 2013

            Liebe Grüße zurück. Meine Paranoia, die immer gut auf mich aufpasst, sagte mir, dass das jetzt der Zweite war. Sie möchte wissen, ob man sowas vermeiden kann.

          • SLE - 25. März 2013

            Hallo Uwe,

            haben wir leider keinerlei Einfluss drauf. Manchmal hängt es mit der Länge der Zeit zusammen, die man für die Erstellung eines Kommentars benötigt, bevor man auf “absenden” klickt. Wenn man weiß, dass man etwas länger braucht, kann man z.B. erst in Word schreiben und dann ins Kommentarfeld kopieren. Das hat den Vorteil, dass man den Kommentartext auch dann noch hat, wenn er hier verloren gegangen ist, was auch schon mal vorkommt.

            Grüße
            SLE

    • Roland - 25. März 2013

      Zu Ihrem gewagten Vergleich: Reiche Russen mit dem gelbem Stern. Es ist sicher ein Körnchen Wahrheit. Warum:

      Mit dem dem Argument, man müsse dem russischen Schwarzgeld an den Kragen gehen, wurde doch Stimmung gemacht von unserer Regierung und Volkes Zustimmung zum beinharten Kurs Schäubles eingeholt.
      Und jetzt zeigt sich: Es war alles gelogen, russisches Geld ist praktisch nicht betroffen.

  • DAnconia - 25. März 2013

    Irgendwo habe ich gelesen, es sei ja nur “eine Steuer”. Ah stimmt jetzt erinnere ich mich es hieß sogar Strafsteuer, nicht Enteignung. Das sollte man in’s Lexikon des PC spreche aufnehmen.

    Definition.
    Strafsteuer: Enteigne Sparer über 100 000 €.

    • Uwe - 25. März 2013

      Der erste Vorschlag war eine Steuer. Der aktuelle ist eine Bankenrestrukturierung in der Verantwortung der Notenbank. Das Gesetz dazu wurde allerdings auch kurzfristig durchgewunken.

  • Holgi - 25. März 2013

    “Das Dekret in Spanien sieht vor, dass rund 200000 Anleger zwischen 38 und 61 Prozent ihres in Preferentes investierten Geldes verlieren. Die Gesamtsumme beläuft sich auf mehr als sechs Milliarden Euro. Alleine bei der hauptstädtischen Pleitebank Bankia verlieren 100 000 Kunden 38 Prozent. Der Restbetrag wird in Aktien der Banken umgewandelt, deren Kurs aber am Boden liegt.”

    http://www.badische-zeitung.de/spanien-bittet-kleinanleger-zur-kasse

    • Roland - 25. März 2013

      Das sind leider keine Sparguthaben, sondern haftende Bankanleihen.
      Auch wenn sich Kleinsparer den Mist haben aufschwatzen lassen – das ist halt Lehmann-Zertifikat 2.

  • Eurelios - 25. März 2013

    Liebe Mitposter,

    wenn ich die Postings lese bin ich mir sicher das keiner von Euch Millionär oder gar Milladär ist.

    Der eine meint das ist gerecht oder richtig der andere meint dies sei gerecht oder richtig.

    Wir können uns unendlich austauschen es führt zu garnix.

    Es muss erst die Erkenntniss bei jedem einsetzten daß das ganze Dilemma an unserem
    derzeitigem Geldsystem seine Ursache hat.

    Im Grunde ist es doch so. Geld hat ja gar keinen Wert es wurde nur erfunden um die
    handwerkliche Arbeit des einzelen Menschen der ein Produkt mit seinen Händen schafft
    besser zu händeln bzw gegeneinander auszutauschen.

    Das war die Ursprungsidee. Ich meine diese war sogar genial.

    Nach einiger Zeit kamen ganz wenige Egoisten auf die Idee man könnte ja aus dem
    genialem Umtauschmittel Geld ohne Arbeit für sich selber Geld erhalten.

    Der Zins wurde geboren und mit ihm der absolute Belzebube der Zinseszins.

    Genau dieses zinsbasierte Geldsystem muß überdacht bzw geändert werden.

    Wenn dies nicht passiert können wir weiterposten so lange wir wollen und es passiert
    nichts bzw eine Besserung für die Masse der Menschen wird nicht kommen. Im Gegenteil
    ich habe das Gefühl das es dann zum globalem Kolaps kommt mit negativen Folgen die wir uns gar nicht vorstellen können.

    • Traumschau - 25. März 2013

      Ja, auch – aber es ist derzeit eigentlich noch mehr die Geldschöpfung der Geschäftsbanken, d.h. die Frage wofür Kredite vergeben werden. Leider hat die Kreditvergabe hauptsächlich für den unproduktiven Finanzmarkt stattgefunden. Das führt zu Blasen, zumal dann, wenn diese Geldschöpfung über die tatsächliche Wirtschaftsleistung hinaus geht. Dazu einige sehr interessante Beiträge von Richard Werner:
      http://www.youtube.com/results?search_query=richard+werner&oq=richard+werner&gs_l=youtube.12..0.1230.4200.0.5747.14.9.0.5.5.0.154.882.6j3.9.0…0.0…1ac.1.hfno6_02bqA

      LG Traumschau

    • Uwe - 25. März 2013

      Lieber AfD`ler: Ich kann Ihnen nur zustimmen. Die Brüche, die vermehrt im Geldsystem auftreten, bereiten sein Ende. Es ist Kennzeichen jedes Zyklus, dass er sich dann erschöpft, wenn das Feuer, das ihn antreibt, keine höhere Flamme mehr erzeugt. Die Zugabe von Brennstoff wird irgendwann, nachdem das Aufflackern immer geringer wird, das Feuer erlöschen.
      Man hat Feuer mit Benzin gelöscht. Ist der jetzt durchgebrannt, fragen Sie? Nein, es fehlte nur der Sauerstoff. Der Sauerstoff unseres Zyklus ist schlicht und einfach die Nachfrage nach Konsumgütern. Die angebotenen Güter lösen immer weniger Nachfrage aus. Die marktwirtschaftlich noch nicht existenten oder auch z u r ü c k gehaltenen Güter, werden noch nicht nachfragewirksam. Letzteres beobachte in der Pharmaindustrie. Ein Beispiel dazu finden Sie auf: strophantus.de . Wie gesagt, nur Eines. Aber, Zyklus bedeutet: Es geht solange weiter, bis uns die Sonne verbrannt hat. Ein bisschen davon wünschte ich mir: jetzt!

      • Traumschau - 25. März 2013

        Hallo,
        Danke für die Rückmeldung, aber … ich bin kein AFD´ler :-)
        Ich halte nicht sehr viel von dieser Partei, sorry!
        LG Traumschau

      • Traumschau - 25. März 2013

        Oh, sorry,
        ich war ja gar nicht gemeint … habe mich verguckt, sorry!
        LG Traumschau

  • A.Girafales - 25. März 2013

    Üblicherweise halten Lebensversicherungen grössere Einlagen bei den Banken. Würde mich deshalb nicht erstaunen, wenn Versicherungen in Zypern nun auch insolvent werden!
    Ich denke, wer eine Lebensversicherung bei einer zypriotischen Versicherung hat, muss allenfalls auch mit Verlusten rechnen.
    http://www.cyprusinsurance.com

  • A. Girafales - 25. März 2013

    Was würdet ihr tun, wenn ihr ein Zypriote wäret?
    Als Unternehmer: Auslandseinnahmen (z.B. aus Begleichung von Rechnungen ausländischer Touristen) -> nur soviel repatriieren, wie für die Cash-Begleichung von Rechnungen im Inland absolut nötig ist (wobei inländische Geschäftspartner wahrscheinlich ein Auslandskonto zur Begleichung angeben werden)

    Als Arbeitnehmer -> Lohnzahlungen in Form von Cash verlangen (so dass mit der Bezugslimite von 100 Euro pro Tag das eigene Bankkonto über die Zeit geräumt werden kann).

    Nur ein Trottel wird freiwillig in der nächsten Zeit Geld auf sein Konto bei einer zypriotischen Bank einzahlen (um es nachher nicht mehr beziehen zu können).

  • paernu - 25. März 2013

    Liebe Leute
    Ich bin nun wirkilich kein Fan unserer Kanzlerin und vom Schäuble, aber die These denen alles in die Schuhe zu schieben bzw die hätten gemeinsam einen Plan ausgeheckt wie Europa unter die deutsche Knute gepackt ist wirklich dünn. Es kommt der Komplexität der Krise auch nicht nahe. Selbst in Diktaturen entscheiden Gruppen und nicht nur einer alleine.

    Europa in der Form wollten doch die anderen Länder auch. Alle wollten sie an die Subventionstöpfe und die politische Nomenklatura an die lukrativen Mandate in Brüssel. Das gilt für alle Nationen. Das Nationen anderen Nationen ihren Willen aufzwingen ist auch nicht neu. Mal ganz ehrlich wenn Frankreich in der Rolle von Deutschland wäre möchte ich nicht wissen wie die ihre Macht ausspielen würden. Von England ganz zu schweigen. Wer etwas anderes glaubt, der glaubt wahrscheinlich auch das Churchill ein Friedensengel war.

    Meiner Meinung gibt es keinen Mastereroberungsplan, die haben den Geist gerufen und werden dem nicht her. Die sind verbohrt in ihre Idee Europa und partizipieren viel zu sehr von diesem Europa. Wer würde einem Juncker in der Welt zuhören? Selbst einem Schäuble nur selten! Die geilt die Macht auf und nicht irgendeien Nationalismus.

    • Markt - 26. März 2013

      “Meiner Meinung gibt es keinen Mastereroberungsplan”.
      Da bin ich nicht Ihrer Meinung.
      Der Masterplan geht allerdings sicherlich nicht von der Politik aus. Politiker sind die, für die Umsetzung geeigneten Marionetten.
      Wer hat den Zypern in die Knie gezwungen? Doch nicht Schäuble oder Merkel. Wer setzte den das Ultimatum für Zypern?
      Die EZB hält inzwischen alle Zügel in der Hand. Zusammen mit dem IWF werden alle Staaten und ein großer Teil der produzierenden Industrie in die Pleite gezwungen. Nur dass ist Sinn und Zweck der derzeitigen Politik. Bis auf wenige Ausnahmen dürften auch Politiker nicht eingeweiht sein. Die sind nur bestrebt den eigenen Status Quo zu sichern. Wer setzt und setzte Technokratenregierungen ein, und bestimmte aus welchen Reihen diese kamen.

  • A. Girafales - 25. März 2013

    Wurde mir von einem deutschen Kollegen (Rentner) in Zypern zugespielt:
    “Engländer und Russen waren durch ihre ­Geschichte immer wieder daran gewöhnt worden, ihre Feldzüge mit Niederlagen zu beginnen, die ihnen dann allerdings erlaubt hatten, Zeitgewinne zu machen, dank denen sie sich dann endlich so rüsten konnten, dass sie zuletzt stark genug wurden, um doch noch die legendäre «letzte Schlac)ht» zu gewinnen. Ganz anders bei Deutschland: Das Deutschland Bismarcks wie dasjenige Wilhelm II. und dann auch wieder Adolf Hitlers war gewohnt, alle seine Kriege mit Blitzsiegen zu beginnen und wenn möglich zu gewinnen. [. . .]
    Trotzdem wäre es allerdings falsch, zu glauben, dass die Deutschen heute schon den Mut verloren haben und bereit sind, sich mit dem Gedanken einer Kapitulation abzufinden. Im Gegenteil, der Kampfwille ist, wie uns gerade jetzt wieder von Gewährsleuten aus dem Dritten Reich bestätigt wird, auch heute noch sehr stark. Nur ist er ganz anderer Art als der Kampfwille, wie man ihn noch vor wenigen Wochen gekannt hat. Es ist nicht mehr der Kampfwille derjenigen, die auf einen raschen Sieg zählen, sondern vielmehr jener Kampfwille der Verzweiflung, der bereit ist, bis zum Ende durchzuhalten, weil er weiss, dass auch in scheinbar verzweifelter Lage der Kampfgott oft jenem zu helfen bereit ist, der entschlossen ist, sich selber zu helfen. [. . .]”
    http://www.weltwoche.ch/index.php?id=547400 (aus der Weltwoche, 19.02.1943)

    • Russe - 26. März 2013

      Was sind das denn für faule Ausreden?

  • JL - 25. März 2013

    Die Banken haben da wohl ein „kleines“ Problem.

    Deren Geschäftsmodell funktioniert nicht mehr.

    Wen kann man den noch Kredite oder Anleihen ausreichen, also mit wem kann man denn noch Geschäfte machen- aus Sicht der Banken?

    Mit überschuldeten Häuslebauern? Mit mittelständigen Firmen vor dem Hintergrund einer sich abschwächenden europäischen Wirtschaftskraft- wohl wissend das diese Mittelschicht besonders zur Banken- Rekapitalisierung heran gezogen wird? Sind Staatsanleihen sicher, oder müßte man doch endlich Rückstellungen aus Sicht der Banken bilden? Können Banken überhaupt noch im wesentlichen Umfang Kredite ausreichen vor dem Hintergrund von Basel III und faulen Krediten? Und was braucht eigentlich die europäische Wirtschaft in deren gegenwärtigen Zustand, mehr Kredite oder mehr Rendite?

    Der Bankensektor wird wohl- wie die Automobilbranche auch- zukünftig einen Schrumpfungsprozeß durchleben dürfen. Dabei werden wohl nur die großen „Player“- wie auch immer- überleben.

    Mit freundlichen Grüßen

    JL

    • Uwe - 25. März 2013

      Nicht ganz. Denn da gibt es abseits der Global Player, eine kleine in sich verschworene Gemeinschaft. Sie verfügt über einen Zaubertank, der ihnen Bescheidenheit verordnet.
      Die V&R Banken. Sparkassen will ich nicht schelten. Ihre Spitzeninstitute haben sich aber wiederholt verzocken dürfen. Die DG-Bank ist auch krank, kann aber noch verträglich abgewickelt werden. Sollte die Vorlage zur Bankenunion, die Altrisiken ausklammert, durchgehen, dürfen die Hinterwäldler mit Recht sagen: Die spinnen, die Römer!
      Bricht das System, hilft nur noch Gold und Silber.

  • Traumschau - 26. März 2013

    So sieht ein spanischer Ökonom die Rolle der deutschen Banken und der Regierung in der Eurokrise – äußerst kritisch:
    http://uhupardo.wordpress.com/2013/03/24/deutschland-gegen-europa/

    Ich kann mich – bis auf den “Hitler-Vergleich” – dem nur anschliessen!
    LG Traumschau

    • Georg Trappe - 26. März 2013

      Diese Analyse deckt sich sehr weitgehend mit meiner “mechanistischen” Interpretation der Target2 Zeitreihen.
      http://georgtsapereaude.blogspot.com/2012/04/was-die-entwicklung-der-target2-salden.html
      Ein interessantes Bild liefern auch die Zeitreihen der Bundesbank zur Entwicklung des ausstehenden Kreditvolumens deutscher Banken.
      http://georgtsapereaude.blogspot.com/2012/09/ein-interessantes-bild.html
      Die kuerzlich von der BUBA veroeffentlichten Daten zur Vermoegensverteilung in Deutschland mit einem herausragenden Verhaeltnis von 3,8 beim Quotienten Durchschnitt zu Median (195200/51400 Euro) im Vergleich zu 2,0 in Frankreich und 1,6 in Spanien sprechen auch eine ganz klare Sprache und bestaetigen die Aussagen des spanischen Oekonomen. Denn waeren die Vermoegen in Deutschland gleich verteilt, dann haette jeder Haushalt (2,02 Personen pro Haushalt) 195200 Euro Vermoegen. Tatsaechlich haben aber 50% der Haushalte weniger als 51400 Euro Vermoegen und die anderen 50% mehr (das ist die Aussage des Median). Siehe auch Steffens Artikel: “Deutschland: Vermögen – für viele unerreichbar!” Die Euroeinfuehrung und die Umsetzung der Agenda 2010 wurden von deutschen Konzernen in Kooperation mit deutschen Banken sehr gewinnbringend genutzt (s.o.). 2007 mussten die gleichen Banken feststellen, dass sie in ihrem Groessenwahn von ihren amerikanischen Kollegen zu Muppets gemacht worden waren, indem sie sich Unmengen von triple A rated Hypothekenschrott hatten andrehen lassen. Die daraus entstandenen Schaeden werden seit 5 Jahren dadurch maximiert, indem man sie mehr oder weniger unverhohlen der Gemeinschaft aufbuerdet. Wer sonst sollte sie auch tragen? Etwa die Banken, die 25% Rendite aufs Eigenkapital anstrebten und dabei selbiges zigfach hebelten?

  • Marcito - 26. März 2013

    Absolut pointierter und guter Artikel in der FAZ:

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/zyperns-krise-rettungs-chaostage-12127790.html

    Anscheined wird hier nun auch die Realität erkannt.

    • Roland - 26. März 2013

      Dieser Artikel ist die übliche Gemeinheit der FAZ. Niederstes Niveau.
      Der ganze Ton ist doch wie üblich: Wir, die nordeuropäischen Steuerzahler haften nicht mehr für die miserabel wirtschaftenden Südländer – die auch noch reicher sind als wir.

      Der übliche Nationalismus also, der verdeckt, um was es in Zypern ging.
      Die Deutsche Bank ist da schon ehrlicher. Sie freut sich heute öffentlich, dass zwei zypriotische Konkurrenten weggeblasen wurden.
      Sektfrühstück bei der Deutschen Bank.

  • Dierk - 26. März 2013

    Wer jetzt in Zypern Geld verloren hat, ist zum grossen Teil selber Schuld.
    Seit mindestens 9 Monaten ist durch Hilfsantrag in der Öffentlichkeit bekannt, dass die Banken pleite sind.
    Auf so einer Bank hat man kein Geld mehr, einfach aus Risikoabwägung.
    Das war selbst in Island so, dort sind auch Einleger rasiert worden.
    In Zypern sind deswegen natürlich die durchblickenden Einleger schon lange weg gewesen.

    Ich habe hier in Griechenland schon seit “Ausbruch” der hiesigen Krise kein Geld mehr auf der gr. Bank.
    Überweisung von D nach GR so, dass das Geld am Wochentag hier ankommt, und dann wird es abgehoben.
    Ist doch klar, dass Schweinereien am Wochenende passieren. Man hat ja nicht nur das Risiko der
    Bankenpleite, sondern auch des Euro-Austritts. Was wäre denn passiert, wenn Zypern ausgetreten wäre?
    Dann wäre sämtliche Kohle entsprechend der Abwertung der neuen Währung futsch gewesen, auch Einlagen unter 100.000.
    In Island gab es eine Abwertung von 80%.
    Auch in GR wurde mit bis zu 6% Zinsen auf Einlagen gelockt, ich habe die Tante bei der Bank ausgelacht,
    Gier frisst nämlich nicht immer Hirn.
    Mittlerweile handhaben das hier auf Naxos eine ganze Reiche von Leuten so. Die Masse nicht.
    Nach Dijsselbloem Einlassungen müsste eigendlich jeder halbwegs intelligente Einleger sein Geld
    in Sicherheit bringen,
    wird die Masse aber wieder nicht machen.
    Und noch mal zu Zypern. Wer sich aus patiotischen? Gründen mit gr. Staatsanleihen vollsaugt,
    muss auch mit den Konsequenzen leben.
    Dass GR nicht ohne Schuldenschnitt auf die Beine kommt, sollte gerade in diesen Kreisen bekannt sein. Gier frisst Hirn?
    Der nächste Schnitt steht schon vor der Tür. Gibt auch in D eine Bank, die es dann wieder treffen wird.
    Kursverfall von 45€ auf z.Zt. 1,20€, habe ich auf so einer Bank Einlagen?
    “Der Euro ist umumkehrbar”. Das sagt eigendlich alles. Das kann nur durch Austritt einzelner Länder geändert werden.
    Und dann haben alle Sparer oben beschriebenes Problem: Abwertung, Bankenpleite.

    • paernu - 26. März 2013

      @Dierk
      Sehr schöner Kommentar. Bringt es auf den Punkt. Bei aller Kritik, die man am herrschenden Geldsystem und Politiksystem hat, gilt jedoch eines. JEDER ist für seine Handlungen SELBST verantwortlich. Das gilt für Einzelpersonen, Staaten und auch Unternehmen.

      Wer auf Zypern noch Geld hatte ist selber schuld, wer Politikern (auch hier in Deutschland) etwas glaubt, ebenfalls. Das heisst nicht, daß alles gelogen ist, aber im Zweifelsfall kann alles revidiert werden.

      Die Masse der Menschen ist doch in allen Ländern eher einfach gestrickt und interessiert sich nur für “RTL” und ähnliches. Wenn dann etwas passiert, sind erstmal immer die anderen schuld. Das Leben besteht nicht nur aus Entspannung und Sicherheit, sondern aus harter Arbeit, ständigem Lernen und sich Engagieren.

      Sicherlich haben die Zyprioten den wesentlichen Schaden dadurch erlitten, dass die griechischen Anleihen abgewertet wurden. Aber wer als zyprischer Banker in so etwas investiert hat, hat seinen Job nicht verstanden. Wer als Politiker solche Banken gewähren lässt, ebenfalls nicht. Und wer als Wähler so etwas mitträgt, ebenfalls.

      Der Kern ist die Dummheit der Menschen und das mangelnde Interesse sich weiterzubilden. Ist ja kein Problem, wenn man das nicht will, dann darf man sich aber auch nicht beschweren, wenn es einen dann mal trifft.

      Das ist wie früher in der Schule, nicht gelernt haben und sich dann beschweren, dass der Lehrer die Arbeit so schwer gemacht hat.

    • Querschuss - 26. März 2013

      Hallo Dierk,
      “Wer jetzt in Zypern Geld verloren hat, ist zum grossen Teil selber Schuld.” ….klingt auf dem ersten Blick nachvollziehbar, hatte ich in meinem Artikel ja ebenso fragend dargestellt, warum die Einlagen selbst bis Ende Januar nicht abschmolzen, trotz absehbarem Desaster?
      http://www.querschuesse.de/zypern-zum-aderlass-mit-dem-sparer/

      Allerdings, Banken welche die Realwirtschaft nicht mit Krediten versorgen und Banken wo weder Einlagen noch Girokonten (zur Abwicklung jeglichen Zahlungs und -Geschäftsverkehrs) sicher sind, haben welche Existenzberechtigung oder überhaupt eine? Welchen Nutzen zieht die Gesellschaft aus diesem Bankensystem, …keinen, die Gesellschaft zieht aus diesem Zombiesystem primär Schaden, leider immer mehr irreparablen.

      Ein zyprischer Hotelier, Gastonom oder sonstiger Mittelständler sollte die Gewißheit haben, wenn er auf den beiden größten Banken des Landes seinen Zahlungsverkehr abwickelt, dass das Geschäftskonto (Giro) vor dem Zugriff der Eurokraten, Banker u.a. sicher ist. Ansonsten fehlt jeder Volkswirtschaft die Ordnung, heißt Geschäftsgrundlage.

      Zypern dokumentiert financial fascism in Reinkultur und der Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem redet dem ganz offen das Wort, indem er das Modell Zypern als Konzept für den Euroraum sieht.

      Gruß Steffen

  • Frankenfurter - 26. März 2013

    Das Wort zum Dienstag :-)

    Schon bei der “Strompreisdebatte” war zu beobachten, dass die Auseinandersetzung über übergeordnete Ziele, wie die das fossile Zeitalter zu beenden, zu einer Diskussion verkommt, die von Buchhaltern dominiert wird, die uns mit dem spitzen Bleistift die Kosten der Energiewende vorrechnen. Das diese Leute dabei permanent Kostenfaktoren ignorieren, von denen man gar nicht weiß, welche Dimensionen sie haben – etwa gesundheitliche oder klimatische Schäden durch fossile Verbrennung – scheint hierzulande niemand zu stören.

    Die Kreditkrise, die weltweilt mit dem Fall der Lehman-Bank 2008 eingeläutet wurde, dient denselben Buchhaltern als willkomener Anlass das europäische Projekt der Konvergenz und Freizügigkeit zu attakieren. Nur das diesmal die kleingeistigen Buchhalter und Ignoranten an der politischen Spitze der Europäischen Union stehen. Mit Deutschland als Primus inter Pares.

    Und diese Leute bringen es fertig, beispielsweise eine jahrelang schwelende Bankenkrise in Zypern als wohl vorbereitetes „High Noon“ Ereignis zu inzenieren und ein weiteres Mal nicht nur die Ressentiments zwischen den Völkern auf die Spitze zu treiben, sondern darüber hinaus das Vertrauen in die gemeinsame Währung und Rechtstaatlichkeit zu untergraben.

    Unter kompakten Medieneinsatz wird der deutsche Steuerzahler vereinnahmt, um gegen mafiöse Zyprer und ihren russischen Kompagnons vorzugehen, die “uns” unseren Wohlstand rauben wollen, weil sie nur kosten, kosten und nochmals Kosten verursachen, die am Ende der deutsche Michl übernehmen soll.

    Nein, so geht das nicht. Die Südachse soll endlich auch sparen, sparen. Warum soll es denen besser gehen, als dem deutschen Michl, der mehrheitlich von diesem Euro auch nicht profitieren konnte. Ein Blick in seine Brieftasche und auf sein Erspartes sagt es ihm jeden Tag.

    • Roland - 26. März 2013

      Ihre drei letzten Absätze sind sehr richtig und sollen hier auch mal gelobt werden.

      • Frankenfurter - 26. März 2013

        Recht herzlichen Dank für das falsche Lob.

        • Roland - 26. März 2013

          Das war schon ernst gemeint.

  • paernu - 26. März 2013

    http://www.mmnews.de/index.php/wirtschaft/12507-zypern-russen-machen-konten-leer

    Habe von einem russischem Geschäftsmann genau das obige, letzte Woche gehört.

    Wenn man jetzt noch Verschwörungstheoretiker ist, könnte man denken die zypriotischen Poliitker haben eine Woche auf Zeit gespielt, um diese Transfers möglich zu machen.

    • Roland - 26. März 2013

      Die reichen Russen waren nie bedroht.
      Die Allermeisten hatten und haben ihre Konten nämlich bei der aka Commercial Bank auf Zypern.
      Und die ist überhaupt nicht betroffen.

  • Suzann - 26. März 2013

    Sehr hörenswert:

    http://www.youtube.com/watch?v=Nvr0PMBDekk&feature=player_embedded

  • system2110 - 26. März 2013

    Mir ist immer noch nicht ganz klar, wieso die Banken Probleme bekommen haben. Ich höre immer nur, das zypriotische Geschäftsmodell und dass die zuviel Zinsen bezahlt haben. Weiß jemand genaues, wieviel Zinsen haben die denn bezahlt, auf Festgelder 7% oder 8% oder was? Oder was haben die da denn gemacht, dass die daran Pleite gegangen sind?

  • paernu - 26. März 2013

    @All
    Uns alle hier eint ja hier ein gewisses Unbehagen bzw. Ablehnung des herrschenden Systems.

    Wenn es über das Internet möglich ist Massenversammlungen oder Aktionen wie gemeinsam das Licht abzuschalten möglich ist. Warum gehen wir “Bürger” nicht alle an einem Stichtag zu unserer Bank und heben 1000 Euro ab, um sie am nächsten Tag wieder einzuzahlen.

    Ich denke eine solche Aktion würde denen da oben mal zeigen, welche Macht wir unten haben. Allein die Ankündigung würde die zittern lassen. Die Bargeldmenge ist in Europa ca 900 Mrd., dass sind pro Bürger ca 2000 Euro.

    Wählen nützt ja nicht viel.

    • Traumschau - 26. März 2013

      Hallo, das geht bei mir leider nicht :-)
      Ich sehe seit zwei Jahren zu, dass mein Kontostand um Null pendelt. Ich gebe alles für meine Hobbys aus – das macht mir mehr Spaß als darüber nachzugrübeln, wie ich meine Kohle in Sicherheit bringe. Es gibt sowieso kein Entrinnen. Und jeder der glaubt, dass ihm Gold und Silber Sicherheit bietet, sollte es tunlichst vermeiden, eine gut gefüllte Einkaufstasche durch eine Strasse mit hungernden Menschen zu tragen. Letztlich gibt es nur eine Möglichkeit: TEILEN!
      Ob wir das jetzt tun oder nach dem totalen Zusammenbruch …. vollkommen wurscht!
      Das ist unvermeidlich.
      LG Traumschau

      • paernu - 26. März 2013

        :) Dann bist Du ja ein richtig sachwerteorientierter Anleger.
        Du sollst ja auch nicht Dein nicht vorhandenes Vemögen abziehen, sondern dem System das Bargeld wegnehmen.

        Aber natürlich hast Du Recht, wahre Werte gibt es nicht in Geld.

  • Russe - 26. März 2013

    Bald “siegt” der Kommunismus in der EU, habt ihr schon alle “Manifest der kommunistischen Partei” auswendig gelernt? Der Kreis schließt sich.

  • Thomas - 26. März 2013

    Und die Eigentümer von Immobilien (wahrscheinlich auch noch mit Kredit von den beiden Pleite-Banken finanziert) und sonstigen Vermögenswerte werden nicht angetastet…. ?

    • Frankenfurter - 26. März 2013

      Und die Möglichkeiten, die große Unternehmen und Vermögen in Europa haben, Steuern zu minimieren bzw. ganz zu vermeiden, sollen nach Zypern weiter bestehen können?

      • MartinR - 26. März 2013

        Keine Sorge, die EU wird jetzt neue Arbeitsgruppen und Ausschüsse bilden, Sachverständige damit beauftragen, neue Studien zu erstellen etc. Dann werden neue Richtlinien zur Förderung von mehr Wettbewerbsfähigkeit für Unternehmen in steuerlich benachteiligten EU-Ländern erlassen und alles wird gut….;-).

        Im Ernst, diese Inkonsistenz ist wohl ein weiterer Beleg für das Scheitern der Eurowahnsinnigen.

  • Dierk - 26. März 2013

    Hallo Steffen,

    ich stimme mit dir ja überein, aber das Eine hat mit dem Anderen nichts zu tun, aus meiner Sicht.
    Ich bin Eurogegner, gegen Austeritätswahn und Steuerzahlerabzocke, keine Frage.
    Aber ich bin und muss auch in erster Linie Praktiker sein, weil ich in diesem Eurosystem auf absehbare Zeit leben muss.
    Das gilt für die ganzen Kriselstaaten und deren Bevölkerung ebenso. Da helfen keine Schuldzuweisungen und
    Gejammer nachdem das Kind in den Brunnen gefallen ist. Da muss man vorher denken.
    Nichts anderes habe ich gemacht. Wenn andere meinen es nicht machen zu müssen, eigenes Risiko.

  • Dierk - 26. März 2013

    @Thomas

    Immobilieneigentümer haben damit erst mal nichts zu tun. Die werden zur Kasse gebeten über den Wertverfall
    ihrer Immobilie nach dem aus für Zypern, Ausländer werden dort ihre Hütten jetzt verkaufen, das dürfte auf die Preise drücken.
    War hier in GR auch so. Danach denke ich gleicher Weg wie in GR, Steuern auf Imobilien, oder sofern schon vorhanden, Erhöhungen.

    • Thomas - 26. März 2013

      Ja, das klingt plausibel Dierk.

      Eine Besteuerung für diese Vermögenswerte sollte kommen. War ja bei uns nach den beiden Währungsreformen genauso. 1925 und 1950 wurden dann mit einiger Verzögerung auch die Immobilienvermögen mit einer Abgabe herangezogen und das nicht zu knapp. Ist ja auch nur gerecht.

      • Holly01 - 26. März 2013

        Was soll denn an Zwangsabgaben gerecht sein?
        Das sind immer willkürliche Entscheidungen der Politik.
        Die meisten Hausbesitzer haben noch ihre Finanzierung am Hacken.
        Die Häuser die bezahlt sind, haben einen Sinn als Altersvorsorge.
        Die Mietskasernen sind bei Zwangsanleihen reine Durchreichen, das geht auf die Miete.
        Die Politik arbeitet nicht und sät nicht. Aber ernten will die immer und überall.
        Egal wer etwas macht, exponentiell steigen immer die Kapitaldienste und die Zwergnasen, die an der Scheibe hängen und das Geld verteilen wollen das andere verdienen.
        Gleichzeitig versprechen die Damen und Herren neuen Segen vor und nach der Wahl.
        Geld reinholen ist denen fremd, aber ausgeben, das funktioniert beidhändig.

        • Thomas - 26. März 2013

          In USA und Spanien haben all diejenigen die auf die Gesellschaft gehört haben und für das Alter eine kreditfinanzierte Immobilie zur Altersvorsorge gekauft haben, haben mitgeholfen, einen riesigen Schuldenberg bei den Banken aufzutürmen, der letztendlich in von Tag zu Tag immber größereen Teilen beim Staat und damit beim Steuerzahler gelandet ist. Der Steuerzahler, der flüssiges Geld auf dem Konto hat und sich keine Immobilie geleistet hat oder leisten konnte muss jetzt für die Träume der Altervosrogefeitschisten seinen Kopf hinhalten.

          Die Einlagen, die die Bürger bei den Banken haben und die sich keine Immobilie leisten konnten ist keine Altservorsorge ?

          • Holly01 - 27. März 2013

            Entschuldigung, aber das ist überhauptnicht richtig.
            In Spanien und in den USA haben die Notenbanken den Rahmen für die Kreditvergabe ausgedeht.
            Es war also gewollt ein Volumen zu erreichen.
            Die Kreditnehmer wurden nicht nur nicht geprüft, sie wurden bedrängt Geld zu nehmen.
            Man hat es den Kunden schön gerechnet und alle Risiken ausgeblendet.
            Das ist auch alles kein Problem, zumindest so lange nicht, wie man die Geldpolitik so läßt.
            Das hat man aber nicht.
            Die Notenbank hat den Rahmen gekürzt. Die Kredite wurden weder verlängert noch neue ausgegeben.
            Laufende Vorhaben wurden storniert, das Geld war teilangelegt und damit verloren.
            Lesen Sie “Princess of the yen” und sie können den Vorgang übertragen.
            Die Notenbanken bilden die Wünsche Ihrer Besitzer (die Banken) ab.
            Wenn die Banken genug Sicherheiten von den Kunden in den Büchern haben, wird die Strategie gekippt, die Banken machen Kasse, indem die Sicherheiten fällig gestellt werden und aus ehemaligen Kunden werden Kredit- und Zinssklaven.
            Das hat nichts (garnichts) mit Wertebildung für das Alter zu tun.
            Das ist ein erbärmliches Geschäftsmodell der Banken. Eines von vielen.
            Die Sozialisierung erfolgt nur, weil die Staaten von Politikern geführt werden, die nur zu gerne in die Bresche springen und sich darum reissen die Finanzen der Länder zu zerrütten.

  • Freiberufler - 26. März 2013

    @ Dierk
    Häuser verkaufen? Da gibt’s zwei Probleme:
    1. Wie finde ich einen Käufer?
    2. Wie bekomme ich das Geld aus dem Land?

    Schlimmstenfalls wird der Kaufpreis auf einem Bankkonto eingefroren, freitags kommt das Rettungspaket II und am Montag ist das Geld weg.

    Devisenbewirtschaftung in der Eurozone.

    • Dierk - 26. März 2013

      Passiert ja nicht alles morgen, das geht schon.
      Eben weil es weniger Kaufwillige geben wird werden die Preise fallen.

  • Rolmag - 26. März 2013

    Unsolide Haushaltsführung hin oder her, Zypern braucht mindestens 10 Milliarden Euro von der EU.
    Dass dafür der griechische Schuldenschnitt ursächlich ist, fällt unter Pech, ohne den Schnitt wären die Griechen im Eimer. Jetzt kann man die Staaten und Interessen gegeneinander abwägen, Griechenland ist zehnmal so groß wie Zypern.
    Wäre die Haushaltsführung solide gewesen, dann bräuchte Zypern kein Geld von der EU und schon gar nicht mehr als dreimal so viel wie sie durch den Schnitt verloren haben. Imho haben die schon über ihre Verhältnisse gelebt, wenn sie keinerlei Rücklagen besitzen, um so einen Verlust abzufedern!

    Die Logik der EU dürfte lauten, dass wenn man Zypern das Geld für laue Bedingungen gegeben hätte, dann möglicherweise diese Maßnahme das Fass bei den Spendern zum Überlaufen gebracht hätte. Niemand kann derzeit exakt sagen, wie weit Deutschland noch von größeren Antieurodemos entfernt ist. Und nicht nur Deutschland ist wegen der ständigen Hilfspakete ein wenig gereizt, auch die Niederländer, Nordstaaten und Franzosen kochen und zwar teils noch viel mehr als wir. Ich sah zwei holländische Hafenarbeiter bei der etwas frech gestellten Frage eines Reporters (Arte) nach mehr Geld für Griechenland komplett und für längere Zeit ausrasten!

    Nachvollziehbar und sinnvoll, dass die Politiker keine solchen Proteste hervorrufen wollen, indem sie einen Zwergstaat retten, der sich aus ganz eigener Kraft und Gier in den Morast manövriert hat.

  • Rolmag - 26. März 2013

    “Letztlich gibt es nur eine Möglichkeit: TEILEN!
    Ob wir das jetzt tun oder nach dem totalen Zusammenbruch …. vollkommen wurscht!”

    Traurig, dass das den Reichen früherer Tage stärker bewusst war und diese ihr Geld deswegen fleißig ausgegeben haben, denn sonst verliert es an Wert.

    Heute dagegen versuchen die allermeisten Reichen aus ihrem Geld noch mehr Geld durch Geldgeschäfte zu machen um am Ende gar nichts mehr zu besitzen. Denn sie wissen und verstehen nicht, was sie mit ihrer dummen Gier anrichten. Wenn deren Reichtum nicht im Volk arbeiten darf (Produkte oder Dienstleistungen aber keine Kunstprodukte wie der spanische Häusleboom oder Staatsanleihen), dann verschwindet er von ganz allein, das verstehen die leider nicht, dabei fällt es schon längst auf, auch in .de.

  • paernu - 26. März 2013

    http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.zypern-loesung-auch-berlin-koennte-banken-kurzfristig-schliessen.072bd4ae-5358-445f-9dd5-6606bab69fdc.html

    Noch ein Interview mit Hr. Gauweiler, ob so etwas in Deutschland auch möglich ist.

    • klaus - 26. März 2013

      Du darfst ruhig Dr. Peter Gauweiler sagen.
      Er ist einer der wenigen Politiker, die ihren Doktortitel
      verdient haben.
      Und ein Freund des Grundgesetzes.

      Und auch seine anderen Mitstreiter gegen den
      Euro sind ehrliche Knochen im Sinne des Grundgesetzes.

      Leider will jeder, der dem Anderen nix gönnt ( ein Neider also )
      das Grundgesetz ändern und für seine Dinge umfunktionieren.
      Und sei es nur Hartz4, um eine komplette Vermögensumverteilung
      durchzuführen, die jetzt bereits am Mittelstand knabbert.

      Bankenschliessung kann so schnell legitim sein, wie
      bei Hartz4 die Härten.
      Da hat die SPD im Nachhinein mitgemacht und Jahre später
      mitgemacht und die Falschbehandlung einfach legitimiert ( 66 pc ).
      So schnell ist das Grundgesetzmäßig.

      Es fällt schwer in existenzgefährdenden Situationen einem
      Umfaller nochmal zu trauen.

      Auch die BankenUnion wird ein ähnliches Umfallen möglich
      machen.
      Spätestens danach ist die Tür zum Konto offen.

      Oder sehe ich irgendwas zu schwarz?

      Ein ganz berühmter Schwarzseher würde einfach sagen:

      [ Cyprus ] is just another kickin’ the can down the road.

      In die Klammer passen auch evtl. Malta, LU,…

      Grüße klaus

  • Navigator.C - 26. März 2013

    Die zehn Milliarden Euro ( oder wieviel auch immer), die als Kredit gegeben werden, werden die Zyprioten nie zurückzahlen können. Das hat zur Folge, dass Zypern in fünf Jahren deutlich ärmer sein wird. Der Finanzplatz fällt zusammen, die Schulden werden noch grösser und nun wird eine Rezession kommen, die sehr tief sein wird, weil Zypern keine Möglichkeit zur Währungsabwertung hat.
    Die Entwicklungsländer Union hat einen weiteren Staat erfolgreich konvertiert.
    Weitere werden folgen.

    Navigator.C

  • Holly01 - 26. März 2013

    Ein Aspekt, der neben der Agonie des Finanzsystems nicht übersehen werden sollte.
    Vorkommen von Energieträgern führen schon heute zu völlig irrationalen Reaktionen :
    http://www.heise.de/tp/artikel/38/38832/1.html#38832_4

  • klaus - 26. März 2013

    Hier ganz kurz ein kleiner Artikel, wie der Zyperndeal ablief.

    Wolf Richter
    http://www.zerohedge.com/contributed/2013-03-26/cyprus-and-eurozone-bank-bailout-hypocrisy

    Zu Brüderles PunktX hat der Steuerzahler den Mist übernommen ( Bad Bank ).

    Es war die ganze Zeit so schön ruhig um die FDP.

  • Andres Müller - 27. März 2013

    das Ende rückt näher, Draghi spricht von Crash up boom an den Börsen -und was tun die Investoren? Sie jubeln und lassen weiter steigen. Das zypriotische “Geschäftmodell” wurde ruiniert , die bösen Russen haben angeblich zu viel Geld nach Europa gebracht, das gehört bestraft, schliesslich ist in Europa Austern sparen angesagt – und Wettbewerb. Aber mit wem? Etwa mit den Chinesen -na dann müssen wir doch noch etwas mehr auf die Bremsen treten mit den Lohnstückkosten -denn- bis wir mit Foxconn mithalten können müssen wir schon noch etwas mehr Menschen in den Selbstmord treiben. Da machen es uns die Amis doch vor, dort haben die untersten 80% seit 1972 keinen realen Zustupf mehr erhalten, trotz dutzendfacher Effizienzsteigerung, Computer und Rationalisierung. die US -Oligarchenklasse jubelt hingegen mit über 300% mehr an Lohn und Vermögen. Die Zyprioten wurden reingelegt, die sind auf unsere Propagandasendungen reingefallen und haben dann etwas zuviel Nescafe und belegte Brötchen für die Touristen bestellt, nicht bemerkt dass sie eben etwas mehr fürs baden im Meer hätten verlangen sollen. Thja, das Geschäftsmodell ist nun Essig. Natürlich wollte es man mit Putin nicht ganz verscherzen, mit etwas Russisch am Telefon konnte man via London doch noch einige Milliarden wegschaffen. Eben nochmals Pech gehabt in Zypern. Schäuble spricht schon indirekt von Einlageabbuchungen auch für Deutsche -falls da ein Staat doch noch aus dem Euro treten muss, unwahrscheinlich sei das sagt er heute -aber Morgen?

  • paernu - 27. März 2013

    http://www.testosteronepit.com/home/2013/3/24/cyprus-crisis-a-triumph-for-russian-isolationists.html

    unter dem Gesichtspunkt macht das Verhalten von Putin Sinn.

    • Russe - 27. März 2013

      One such group believes that Russia can become integrated in the Western world and can be someday accepted by West as an equal partner.
      ___

      Wenn man über die Ursprünge der Westlichen Zivilisation nachdenkt über das Fundament, wird man schnell verstehen, dass Russland niemals in den Westen integriert werden kann. Auch dann nicht, wenn dort die westlichen Ideologien ob Sozi- Kommu- oder Kapitalismus “herrschen”. Ansonsten können nur die “Eliten” darüber träumen, who cares?

  • Klaus Bachmann - 27. März 2013

    Man kann die Problematik der gegenwärtigen Eurokrise doch auch einmal anders betrachten. Anstatt ständig darüber zu diskutieren, ob Zwangsabgaben, Verstaatlichung von Banken, wer zahlt was, ist das ungerecht oder nicht etc. pp. , mal die Frage stellen, wie unser Europa heute wohl aussehen würde, hätte es den Euro nicht gegeben.
    Wäre Zypern zu einem Banken- und Steuerparadies geworden?

    Man kann sich ja vergleichbare Länder oder Inseln irgendwo auf der Welt heraussuchen, die nicht zu irgend einem Staatenverbund gehören (EU, USA etc.) und mal bei Wikipedia nachschauen, wie es denn dort um das Bruttoinlandsprodukt, den Lebensstandard der Bevölkerung und den allgemeinen Wohlstand bestellt ist und wie dort Geld erwirtschaftet wird.
    Dann kann man vielleicht auf die Idee kommen, dass jetzt über Wohlstand gejammert wird, der unter anderen Umständen nie in diesem Umfang entstanden wäre.
    Und ich denke, hier liegt auch der Hund begraben. Eine Währungsunion bei gleichzeitiger Beibehaltung nationaler Parlamente wird zwangsweise zu einem Ungleichgewicht führen. Meiner Meinung nach führen nur zwei Wege aus diesem Dilemma. Entweder die Mitglieder der EU geben ihre Souveränität auf oder die EU zerbricht.
    Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass das erstere eintreffen wird.
    Selbst wenn, würden wir – vorausgesetzt es würde dabei bleiben über all in der EU gleiche Lebensumstände herbeiführen zu wollen – am Ende dazu führen dass Deutschland sich in der selben Lage wiederfinden würde wie heute Bayern und substantielle Transferzahlungen an die ärmeren Provinzen zu transferieren.
    Das selbst in den Nationen diese Idee auf wenig Gegenliebe stößt, können wir ja an uns selber beobachten (Klage der Geberländer beim Bundesverfassungsgericht), Italien mit ihrem reichen Norden und armen Süden.

    Und selbst wenn die EU die Vorteile der USA hätte: einen Sprachraum: Selbst dann würde es immer wirtschaftliche Ungleichgewichte geben, die gibt es auch in den USA und in anderen großen Nationen. In der EU mit zig unterschiedlichen Sprachen und Mentalitäten sehe ich hier nicht, dass da etwas zusammenwachen könnte. Die Währungsunion hätte entweder einhergehen müssen mit einer politischen Union oder 100 Jahre aufgeschoben werden müssen. Einen Masterplan kann ich jedenfalls nicht erkennen, eher den hilflosen Versuch mit immer den gleichen untauglichen Mitteln den Flächenbrand zu löschen.

  • Huthmann - 27. März 2013

    Hallo SLE und Querschüsse,

    gemäß Ihren Einlassungen hätte man den sogenannten Eigenbeitrag ohne eine Tangierung der Spar- und Girokonten über 100 T Euro ereichen können.

    Kann man das noch einmal erläutern? Das wäre interessant zu wissen.

    Vielen Dank.

    MFg

    • Querschuss - 27. März 2013

      Hallo Huthmann,
      stand doch de facto bereits in meinem Kommentar.

      Gruß Steffen

      • Huthmann - 28. März 2013

        Sehr geehrte Querschüsse,

        den Kommentar habe ich sehr wohl gelesen. Allerdings weiß ich nicht, wer die Aktionäre der Banken sind. Wenn es weitgehend der Staat ist, dann hilft das hinsichtlich Eigenbeitrag nicht viel weiter. Desweiteren weiß ich nicht, wer die Interbankenkredite gegeben hat und mit welchen Sicherheiten.

        Da bin ich leider nicht so drin in den Statistiken.

        MfG

        • Querschuss - 28. März 2013

          Hallo Huthmann,
          jedes Unternehmen, auch eine Bank sollte zunächst mal dem vorhandenen Eigenkapital haften, was denn sonst und laut den letzten Daten der EZB hatte das zyprische Bankensystem 15,2 Mrd. Euro an Eigenkapital und Rücklagen im Februar 2013:

          http://sdw.ecb.europa.eu/reports.do?node=1000003193

          Genauso gibt es keinen Grund Interbankenkreditgeber (Gläubiger) 25,5 Mrd. Euro unbelastet zulassen, währenddessen man Spar- und Girokonten haften lässt, ebenso sind die Bankanleihenhalter in Höhe von 1,7 Mrd. Euro in Haftung zunehmen, aber ich wiederhole mich. Wer die Interbankenkreditgeber sind, wer die Bankanleihenhalter sind, auch wer die Eigner der Banken sind spielt keine Rolle, in einer Marktwirtschaft haben die zu haften, Punkt.

          Deshalb kann ich ihre Nachfragen und Intentionen nicht nachvollziehen, da sie immer am Wesentlichen vorbeiführen.

          Die Bank of Cyprus ist nur zu 11,4% im Staatsbesitz, größter Eigner mit knapp 10% ist der russische Oligarch Dmitri Rybolowlew, der Rest ist in Streubesitz.

          Die Laiki Bank ist seit dem 30. Juni 2012 zu 84 % in Staatshand, dies war nach dem Schuldenschnitt der Staatsanleihen in Griechenland nötig, da der Laiki Bank enorme Verluste daraus entstanden waren und die Übernahme von 84% der Laiki-Aktien inkl. Kapitalspritzen durch den Staat nötig waren, um die Vorgaben der EU in Hinblick auf die Eigenkapitalquote zu erfüllen. Dies war vergebene Mühe nun wird die Bank abgewickelt, allerdings nur unter der Haftung der Spar- und Girokonteninhaber ab 100000 Euro. Noch 2011 war die Laiki Bank zu 53% in der Hand institutioneller Anleger, zu 37% in privatem Streubesitz.

          • Huthmann - 28. März 2013

            Vielen Dank für die detaillierte Auskunft!

            MfG

    • klaus - 27. März 2013

      Hallo Herr Huthmann,

      erst mal Steffens Kommentar zur Haftung und
      den Rest dürfen Sie ebenso gerne lesen,
      wenn er Sie nicht allzu sehr ärgert.

      ———–Hallo Huthmann,
      soweit waren wie doch schon, zuerst sollten die Eigner haften, im Falle der zyprischen Banken mit immerhin vorhandenen 15,1 Mrd. Euro Eigenkapital, dann die Bankanleihenhalter mit 1,7 Mrd. Euro, dann die Gläubiger (MFIs) welche zyprischen Banken Interbankenkredite gewährt haben, immerhin 24,6 Mrd. Euro, dann gäbe es noch die EZB und dann die Möglichkeit der Teil- bzw. Komplettverstaatlichung der Banken mit der mittel- bis langfristigen Verwertung der Assets und erst dann kann man die Spar- und Girokonten heranziehen, was aber wohl nach der beschriebenen Reihenfolge gar nicht nötig wäre, zumal Zypern ein sehr gutes Loan to Deposit Ratio (LTD) vorweist. —-Bis hierhin Hier Steffens Kommentar.

      Und falls die EZB haften muß, sollte auch der Sitz von Sinister Draghi
      zu Disposition gestellt werden, da er ausserhalb seines Mandats
      gefuhrwerkt hat, natürlich nur, wenn man ihm entsprechendes anlasten kann.
      Der gute Draghi lässt sich sowieso sehr ungern von Weidmann erklären,
      grundsätzlich mal die Finger von anderer Leute Geld zu lassen.
      Und auch die OMT’s sind noch nicht vorm BT/BR gewesen.

      Und hier die Loan / Deposit Ratio

      http://www.zerohedge.com/news/2013-03-25/complete-and-very-disturbing-european-bank-loan-deposit-ratios-redux

      Und wenn man das nimmt und weiß, wer von der FED über wieviel Mrd U$
      Kredit hat, kann man sich vorstellen, wer herabgestuft wird und
      vor dem Downgrade steht.

      Und dann weiß man auch wer betrügt.
      Es hat schließlich keiner mehr die Absicht Öttingers Energie/Umweltträume
      mit mehreren Mrd in dieser Situation zu erfüllen.

      Nach Hartz4 jetzt auch noch Großprojekte durchknüppeln und
      mit einem Griff in Spar/Girokontor zu finanzieren sollte hoffentlich
      diesmal mit einer Revolte enden.

      Europa retten ist das Problem nicht, aber wie wird man danach gewählt?
      So ähnlich hat sich Juncker zum Problem geäußert.

      Nein, es hat keiner mehr Lust, Leute zu wählen, die sich des
      Nachts für einen Catch22 im Bankkontor im Luxemburger Wald rumtreiben.

      Und nein, die Grafik und die Fed-Kredite sagen, wer das Geld
      sinnlos verprasst hat und nicht zu seinem Unternehmerrisiko steht.

      Wen interessiert es, ob ein Mrd-Unternehmen in der Baubranche abgewickelt
      wird?
      Private wickelt man auch ab.
      Und Jobverantwortung hat auch der Private, sonst zieht das Arbeitsamt
      3 Monate ab.

      Schon allein die neuen Insolvenzregeln mit 3 Monate Gläubigerschutz
      für große Unternehmen oder besser ( für ihre 1000 GmbH’s),
      die evtl. nur für Zwecke der Insolvenz gegründet wurden, um den
      finanziellen Regressansprüchen zu entgehen, sagen alles zum
      Verhalten großer Unternehmen.
      Natürlich nicht bei allen!
      Aber es werden immer mehr.
      Ein absichtliches Gesetz um Management-Verbrecher zu schützen?
      Die dann selbst evtl. das Gesetz zu brechen. Nach der Insolvenz kann
      man ja den Anderen Recht geben.
      So könnte es auch beim Fracking ablaufen.Als letzter dürfen
      die Kommunen dann für die Umweltschäden zahlen, weil
      die GmbH Pleite ist.

      Ist das nicht der momentane Trend der Neoliberalen?

      Gruß klaus

  • klaus - 27. März 2013

    @Huthmann
    Wie man den Griff in Bankkonto bestrafen kann?
    Ganz einfach.
    Da man ja evtl. gar nix mehr hat, muß man
    leider seine Familie im Stich lassen.
    Die Kosten für Altersheim,…. laufen so
    deftig aus dem Ruder, das keiner dann
    mehr die Verantwortung dafür tragen will.

    Zudem tritt man dann aus Verein, Ehrenamt,
    Vdk, Kirche usw. aus und hilft nur noch gegen Cash
    und hält sich einfach bei der Zivilcourage zurück.

    Dann bricht etwas.
    Selbst die Polizei wird dann nicht mehr über
    Arbeit klagen.

    Einem Staat, der einem Alles nimmt, dem hilft man nicht !

    Gruß klaus

  • JL - 27. März 2013

    Sehr geehrter Stefan L. Eichner,

    Die Ereignisse in Zypern sind für sich betrachtet einmalig in der Geschichte der EU. Obwohl es dort „nur“ um die „lächerliche Summe“ von 10 Mrd. Euro ging fuhr man „schwerste Geschütze“ auf. Man drohte mit Abschlägen bei Sparguthaben- und realisiert dies wohl auch. Dies aber steht im krassen Gegensatz zur bisherigen EU- Finanzpolitik. Diese war bisher eigentlich auf „Hilfsgelder“ und „Rettungsschirmen“ ausgerichtet- dabei spielten aber hunderte- und aberhunderte Milliarden Euro keine Rolle. Die Höhe der Kreditsummen seitens der EU war dabei wohl bisher das kleinere Problem- es sollte nur so geräuschlos wie möglich geschehen.

    Und dann dieser „Urknall“ in Zypern mit der absoluten Gewissheit ausschließlicher internationaler Aufmerksamkeit?

    Sollte hier nicht eher von den Zwangseinsparungen in den USA abgelenkt werden um diese aus den Blickfeld finanzmedialer Betrachtungen zu nehmen?
    Gedanklich betrachtet wäre dies die einzig mögliche sachliche Erklärung meinerseits.

    Ergo säßen die „Ärzte Roms“ wohl nicht in Nikosia sondern in Washington mit mobiler Ambulanz in Brüssel.

    Mit freundlichen Grüßen

    JL

    • Georg Trappe - 28. März 2013

      Diese Vermutung ist wahrscheinlich viel naeher an der Wahrheit, als uns allen lieb ist. Wenn man sich nach dem ersten Anlauf der sog. Zypern Rettung noch fragen konnte, war es Absicht oder eine Dummheit, so kann man nach den “Template” Aeusserungen des Eurogruppenchefs Jeroen Dijsselbloem, nur noch konstatieren, soviel Dummheit auf einmal gibt es nicht.
      -
      Das US Geschaeftsmodell ist 2007 aufgeflogen. Es kann seitdem nur noch weiter funktionieren, wenn glaubhaft gemacht werden kann, dass es zum US $ keine Alternative gibt. Der Euro war eine solche Alternative und somit eine grosse Gefahr aus amerikanischer Sicht. Seitdem werden die Schwaechen des Euros schonungslos aufgedeckt. Die erste Lektion war, europaeische Staaten koennen Pleite gehen (Griecchenland), womit Staatsanleihen europaeischer Staaten als sicherer Hafen nicht laenger zur Verfuegung standen. Die zweite Lektion ist, Gelder auf Konten europaeischer Banken sind nicht sicher vor dem Zugriff der Staaten (Zypern).
      All das wirkt in die Richtung, den alten Kreislauf, auf dem das US Geschaeftmodell beruht und ohne den es nicht existieren kann, wieder herzustellen. Dieser fuer die USA so wichtige Kreislauf besteht aus enormen US$ Abfluessen auf der einen Seite, mit denen das Handelsbilanzdefizit (ca. 50 Mrd US$ pro Monat, Tendenz steigend) bezahlt wird, und etwa gleich hohen US$ Zufluessen auf der anderen Seite, die enstanden, wenn die fuer die Waren- und Leistungslieferungen erhaltenen US$ von den Laendern mit Exportueberschuesen in den USA in US Assets, bevorzugt US Staatsanleihen oder “gleichwertige” triple A rated “Wertpapiere” von z.B. halbstaatlichen Hypothekenfinanzierern wie Fanny May oder Freddie Mac
      angelegt wurden. Seitdem hinter der Werthaltigkeit von triple A rated “Wertpapieren” made in USA ein Fragezeichen steht, ist dieser fuer die USA ueberlebenswichtige Kreislauf gestoert. Und zwar weil die Lieferanten der USA fuer ihre US$ Ueberschuesse verstaendlicherweise alternative Anlagen ausserhalb der USA suchen. Im ersten Moment des Schreckens, waren das in Euro nominierte Anlagen. Man sieht das sehr schoen im Kursverlauf EURUSD, der Ende 2007 auf beinahe 1,60 hoch schiesst und auch nach der Lehmannpleite im Herbst 2008 nur eine Richtung kennt. Damit war den USA und dort allen voran der Wall Street klar was zu geschehen hat. Und so wie es aussieht haben das auch die Finanzminister der Euro Staaten inzwischen begriffen. Es geht also moeglicherweise vielmehr um die Wiederherstellung der “Pax Americana” als um die “Rettung” des Euros. Dass das amerikanische Geschaeftsmodell der exzessiven “Finanzdienstleistungen” ( a la Madoff) beguenstigt durch die Euroeinfuehrung inzwischen zahlreiche Nachahmer gefunden hat, z.B. in Zypern aber auch in Luxemburg ist bei seinem ueberagendem “Erfolg” kein Wunder. Man fragt sich ja sowieso schon, warum gebildete Menschen ueberhaupt noch im produzierenden Gewerbe, der Realwirtschaft taetig sind, wenn die Einkommen in der “Finanzindustrie” doch oft um ein vielfaches attraktiver sind.

      Viele Gruesse
      Georg Trappe

      • SLE - 28. März 2013

        Hallo JL und Georg Trappe,

        ganz unabhängig davon, ob es angestrebt wird oder nicht, sind die USA und der Dollar die Profiteure der Entwicklung. Und auch wenn Europa es nicht anstrebt, es schwächt die Basis, auf der der Euro ruht, massiv.

        Das sind die beiden fundamentalen Ergebnisse der Entwicklung der europäischen Schuldenkrise seit Griechenland Ende 2009 in Finanznöte geriet. Damals wurd Griechenland als Einzel- bzw. Sonderfall abgetan, weil es über seine Verhältnisse gelebt und ein massives Korruptionsproblem habe. Damit wurde damals mit dieser Begründung auch von alle Verantwortungsträger als äußerst unwahrscheinlich abtaten, dass sich die europäische Schuldenkrise auf andere Euro-Staaten ausweiten könnte, was dann jedoch geschah – erst auf Portugal, dann auf Spanien und Italien, jetzt auf Zypern. Und auch Zypern wird wieder als Einzel- und Sonderfall abgetan.

        Bei all dem ist unbestreitbar, dass es den Euro-Rettern nin der gesamten Zeit nicht gelungen ist, die Ausweitung und Vertiefung der Krise zu stoppen. Sie haben im Gegenteil relmäßig zu deren Verschärfung mit beigetragen.

        Damit ist das Bild allerdings noch nicht komplett.

        Denn die BRICS-Staaten haben diese Entwicklung bzw. den Umgang mit der Krise sowohl in Europa als auch und ganz besonders in den USA sehr kritisch begleitet und sie sind nicht untätig gewesen.

        Die beiden vielleicht wichtigsten, herausragenden Maßnahmen der BRICS-Staaten sind Handelsabkommen, mit denen der Dollar als Handelswährung ausgeschaltet wird, und der Aufbau des Renminbi zu einer Weltwährung, der rasch vorangetrieben wird. Jetzt, mit dem BRICS-Gipfel in Durban kommt die Gründung einer eigenen Entwicklungsbank als Gegengewicht zur Weltbank und zum IWF hinzu sowie Bestrebungen ein gemeinsam verwaltetes Konto für Währungsreserven einzurichten.

        Diese Maßnahmen der BRICS unterminieren das US-Geschäftsmodell substantiell.

        Insofern gibt es also auch eine Entwicklung, die der Wiederbelebung des US-Geschäftsmodell entgegenwirkt, auch wenn dieses von dem desaströsen europäischen Krisenmanagement profitiert.

        Viele Grüße
        SLE

        • Huthmann - 28. März 2013

          Hallo SLE,

          sehe wie Sie den Euro nicht unbedingt in der Notwendigkeit einen Gegenpol zum US-Dollar zu bilden. Da gibt es andere Player, die schon vor Jahren begonnen haben, hier mehr Verantwortung zu übernehmen (siehe z.B. China) jetzt BRICS-Staaten.

          Was ist übrigens von der These zu halten, daß ein Land mit Weltwährung und den erforderlichen sogenannten tiefen und breiten Finanzmärkten (vgl Eichengreen: das Dollarprivileg Börsenverlag ) nicht unbedingt nur Vorteile von Ihrer Weltwährung hat. Z.B. China legt Exportüberschüsse bisher in z.B. in US-Staatsanleihen an. Damit kann die chinesische Währung unter anderem niedrig gehalten werden und die US-Währung wird hochgehalten, was wieder der Industriebasis in den USA nicht gut tut? Ich glaube Triffin hat daraufhin gewiesen, wenn ich das in der Erinnerung nicht durcheinander bringe.

          MFG

          • SLE - 28. März 2013

            Hallo Herr Huthmann,

            auf dem Devisenmarkt werden schon seit Jahren sehr hohe Summen bewegt. Währungspolitik ist damit erheblich schwieriger und Staaten sind dadurch mithin erheblich anfälliger geworden. Japan ist dafür ein gutes Beispiel und China hat – wenn ich mich jetzt nicht irre – seine Wärhungsreserven auch gerade deswegen massiv ausgebaut, um sich gegen diese Risiken abzusichern.

            Das Exportargument wird ja sehr oft bemüht, um niedrige Leitzinsen und QE zu rechtfertigen und auch – seitens der USA und der EU -, um Druck auf China auszuüben. Mein Eindruck ist jedoch, dass die Effekte dieser lockeren Geldpolitk auf Exporte und Wachstum bisher eher schwach geblieben sind. Etwas anderes würde ich auch nicht erwarten und deswegen halte ich das Argument für vorgeschoben, gemessen an seiner Relevanz jedoch zumindest für überbewertet. Es geht primär um die immense Staatsverschuldung, den Schuldendienst und um die Möglichkeit, Schulden machen zu können.

            Grüße
            SLE

    • Russe - 28. März 2013

      >>Die Ereignisse in Zypern sind für sich betrachtet einmalig in der Geschichte der EU.

      In der einmalig kurzen Geschichte wohlgemerkt, denn Enteignungen im großen Stil laufen regelmäßig ab. Also sind die “Ereignisse” weder was neues noch was einmaliges eher was planmässiges.

  • Argonaut - 28. März 2013

    Artikel vom Februar 2012:

    Corruption in Cyprus at all levels says former minister

    http://www.news.cyprus-property-buyers.com/2012/02/20/corruption-in-cyprus-at-all-levels-says-former-minister/id=0010765

6 Trackbacks