Zypern-Rettung: Der Lehman-Moment der Euro-Retter

von am 19. März 2013 in Allgemein

Als der US-Finanzminister Henry Paulson im September 2008 den Daumen über die drittgrößte Investmentbank Lehman Brothers senkte und in die Pleite schickte, anstatt sie mit Staatshilfen zu retten, hatte dies fatale Konsequenzen: einen Beinahe-Kollaps der globalen Finanzmärkte, die zweite große Weltwirtschaftskrise und die teuerste weltweite Rettungs- und Stabilisierungsaktion in der Geschichte, die die Staatsfinanzen vieler Industriestaaten ruinierte und sie in eine Schuldenkrise stürzte.

Warum hatte Henry Paulson die weltweite Nummer 4 der Investmentbanken, Bear Stearns, im Frühjahr 2008 durch die mit JP Morgan Chase eingefädelte Übernahme vor der Pleite bewahrt, aber die weltweite Nummer 3 der Investmentbanken, Lehman Brothers, wenige Monate später unkontrolliert untergehen lassen? Hatte er die Risiken schlicht unterschätzt?

Das ist nach wie vor schwer zu glauben. Denn von den vier großen US-Investmentbanken überlebten die US-Subprimekrise, die sich erst auf den gesamten Hypothekenbereich ausdehnte und sich dann zu einer internationalen Finanzmarktkrise auswuchs, nur die Nummer 2, Morgan Stanley und die Nummer 1, Goldman Sachs, deren Chef Henry Paulson von 1999 bis 2006 gewesen war, bevor ihn George W. Bush 2006 zum US-Finanzminister ernannte. Wer hätte im Sommer 2008 besser als der langjährige Chef der weltgrößten Investmentbank Goldman Sachs einschätzen können, mit welchen Risiken die unkontrollierte Pleite der drittgrößten Investmentbank für den gesamten Finanzsektor verbunden war?

Es ist müßig über die Frage zu diskutieren, ob Henry Paulson nicht einfach die einmalige Gelegenheit nutzte, um Goldman Sachs einen lästigen Konkurrenten vom Hals zu schaffen. Denn dies wird sich niemals klären lassen.

Genauso wenig aussichtsreich erscheint es, klären zu wollen, wer dafür verantwortlich ist, dass die Vereinbarung zwischen Euro-Gruppe, EZB, Europäischer Kommission und Internationalem Währungsfonds (IWF) mit der Regierung Zyperns von Freitagabend (15.03.) eine Zwangsabgabe für ausnahmslos alle Kunden von Zyperns Banken vorsah, obwohl – in Reaktion auf die Finanzkrise von 2008, zum Zwecke der Finanzmarktstabilisierung – europaweit geregelt ist, dass Guthaben bis zu 100.000 Euro durch die Einlagensicherung vor Verlust geschützt sein sollen.

Am Samstag (16.03.), also bevor sich klar abzuzeichnen begann, dass die Entscheidung ein gravierender Fehler war, hatte die Bundeskanzlerin die am Vorabend getroffene Zypern-Vereinbarung als gut und richtig gelobt. Als Spitzenkandidatin bei der Aufstellung der CDU-Landesliste Mecklenburg-Vorpommerns für die Bundestagswahl sagte Angela Merkel auf der Landesvertreterversammlung in Grimmen zum vereinbarten Rettungspaket für Zypern:

Damit werden aber die Verantwortlichen zum Teil mit einbezogen und nicht nur die Steuerzahler anderer Länder und ich finde, das ist richtig, dass man diesen Schritt gegangen ist und ich finde, es ist ein guter Schritt, der uns eine Zustimmung zu einer Hilfe für Zypern sicherlich leichter macht.“ (1)

Ihre Parteifreunde applaudierten ihr.

Zweifellos tragen jedoch nicht alle Kunden von Zyperns Banken eine Verantwortung für deren Misere und für die dadurch bedingte Schuldenkrise des Inselstaates. Angestellte, Rentner, Studenten, Kleinunternehmer und Sportvereine, die sich irgendwann einmal entschieden haben, ihr Geld dort zu deponieren, haben damit keine Investitionsentscheidung im eigentlichen Sinne des Wortes getroffen und sie sind auch keine Aktionäre der jeweiligen Bank. Auch ist es fraglich, ob sie von jenen Geschäften profitiert haben, mit denen die Banken in Schwierigkeiten geraten sind.

Einen Tag später, am Sonntag (17.03.), war bereits klar, dass die Vereinbarung keine gute Vereinbarung war, sondern einen Bank Run auf Zypern auszulösen drohte, sobald die Banken nach dem verlängerten Wochenende wieder öffneten. Mehr noch war inzwischen die Gefahr erkannt worden, dass sie sich als veritable Belastungsprobe für die Finanzmarktstabilität entpuppen könnte.

Seitdem schieben sich die an der Entscheidung beteiligten Parteien einerseits gegenseitig die Verantwortung für die nunmehr unhaltbar gewordene Regelung für die Zwangsabgabe zu. (2) (3) Andererseits hat das Ringen um eine schadensbegrenzende Lösung begonnen.

Am Sonntagabend hatte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble im deutschen Fernsehen auf die Frage, ob es seine Idee gewesen sei, an die Sparkonten der Zyprioten ranzugehen, gesagt:

Nein. Das war die Position der Bundesregierung und des IWF, dass wir den wesentlichen Teil der Mittel, die für die Sanierung der Banken notwendig sind, von den Gläubigern und Eigentümern der Banken – das sind die Anleger – bekommen müssen. Aber natürlich hätten wir die Einlagensicherung respektiert, die die Konten bis 100.000 sichert. Aber diejenigen, die keinen Bail-in wollten – das war die zyprische Regierung, auch die Europäische Kommission und die EZB –, die haben sich für diese Lösung entschieden und das müssen sie nun auch dem zyprischen Volk erklären.(4)

Europäische Kommission und EZB haben das zurückgewiesen. Der deutsche EZB-Direktor Jörg Asmussen wurde dazu am Montag (18.03.) wie folgt zitiert:

Ich möchte betonen, dass es in den letzten Tagen nicht die EZB war, die darauf gedrungen hat, auf diese spezielle Struktur der Abgabe, die jetzt gewählt wurde. Sondern es war Ergebnis der Verhandlungen in Brüssel.(5)

Zudem soll Asmussen dazu geraten haben, Konten mit weniger als 100.000 Euro gar nicht anzutasten. (6)

Die Euro-Gruppe hat sich dann noch Montagnacht nach einer Telefonkonferenz bereiterklärt, Zypern Spielraum bei der Zwangsabgabe zu geben. Sie besteht allerdings weiterhin darauf, dass dadurch ein Gesamtbetrag von 5,8 Milliarden Euro zusammenkommen muss. In der offiziellen Erklärung des Euro-Gruppenchefs Jeroen Dijsselbloem betont dieser:

The Eurogroup continues to be of the view that small depositors should be treated differently from large depositors and reaffirms the importance of fully guaranteeing deposits below EUR 100.000.(7)

Die Euro-Gruppe hat demnach also bezüglich der Zwangsabgabe von Beginn an die Auffassung vertreten, dass Kleinanleger anders als Großanleger behandelt werden sollten und ebenso von Beginn an die Wichtigkeit der vollumfänglichen Garantie der Einlagen unter 100.000 Euro hervorgehoben.

Keiner will es also gewesen sein, denn es versteht sich von selbst, dass auch Zyperns Regierung jede Verantwortung von sich weist.

Tatsache ist aber: Alle haben dem Paket zugestimmt, denn sonst hätte es dieses Verhandlungsergebnis nicht gegeben.

Zypern war aber ebenso wie beispielsweise zuvor immer wieder auch Griechenland von vornherein nicht in einer starken Verhandlungsposition und hat sich, sofern eine Wahl bestand, für das aus Regierungssicht scheinbar geringere Übel entschieden. Es fragt sich insofern, warum Europäische Kommission, EZB und Euro-Gruppenchef jetzt Geschlossenheit demonstrieren, während Wolfgang Schäuble als Euro-Gruppenmitglied für die Bundesregierung mit dem Finger auf Zypern, die Europäische Kommission und die EZB zeigt.

Die einzig sinnvolle Erklärung dafür ist, dass die Uneinigkeit bezüglich der erforderlichen Bedingungen und der zu übernehmenden finanziellen Lasten für die Rettung von Banken und Schuldenstaaten innerhalb der Euro-Gruppe sowie zwischen Euro-Gruppe, Europäischer Kommission, EZB und IWF mittlerweile so groß geworden ist, dass der kleinste gemeinsame Nenner bei entsprechenden Verhandlungen weit unterhalb jeder vernünftigen Lösung liegt.

Zur Erinnerung: Auch im Falle des maroden Bankensektors in Spanien gab es bereits erhebliche Differenzen, die mit Ach und Krach überwunden werden konnten, wobei die letztlich vereinbarte Lösung alles andere als der große Wurf war. Spanien und Spaniens Bankensektor kriseln weiter und zwar mit eindeutig nicht nach oben gerichteter Tendenz.

Ob Irland, Griechenland, Spanien, Italien oder Zypern – natürlich ist jeder Fall anders gelagert. Gleichwohl ähnelten sich die Bedingungen für Hilfen, die Krisenkonzepte und auch deren bisher enttäuschende Bilanz sehr.

Doch jetzt, da die Euro-Zone insgesamt wieder stärker in Richtung einer Vertiefung der Krise rutscht, ist bei den einen die Bereitschaft, den bisherigen Krisenkurs weiter mitzutragen, geschwunden, während bei den anderen keine Bereitschaft mehr existiert, für Abweichungen davon noch weitergehende, zusätzliche finanzielle Belastungen auf sich zu nehmen.

Vor allem für Deutschland ist das ein Problem, weil es einen großen Teil der finanziellen Lasten und Risiken der Euro-Rettung tragen muss. Das ist in der deutschen Bevölkerung nicht populär und es existiert verbreitet die Sorge, dass sie weiter steigen, weil und solange die Bilanz der Euro-Retter alles andere als eine Erfolgsstory ist.

Daran lässt sich kurzfristig nichts ändern. Der einzige Erfolg, den die Bundeskanzlerin deswegen den Wählern vor der Wahl im Herbst an dieser Front zu präsentieren in der Lage wäre, ist eine stärkere Abwälzung der finanziellen Lasten der Euro-Krise.

Die Frage, ob die Risiken der Entscheidung für die Zwangsabgabe für alle Bankkunden unterschätzt wurden oder ob und wenn ja, welche anderen Gründe ausschlaggebend waren, wird sehr wahrscheinlich unbeantwortet bleiben.

Die Geschichte ist jedoch noch nicht ausgestanden, die Kuh ist noch nicht vom Eis. Einmal ist die Zypern-Rettung noch keineswegs sicher. Zweitens ist der Vertrauensschaden bereits eingetreten. Daran lässt sich nichts mehr ändern, es kann nur noch um Schadensbegrenzung gehen. Wie groß der Vertrauensschaden ist und wie gravierend seine Konsequenzen für den europäischen Bankensektor sein werden, wird von der Entscheidung des Parlaments Zyperns abhängen, sich aber erst in den nächsten Wochen zeigen – es sei denn, die Zypern-Rettung geht schief. Andere Ereignisse – man denke nur an die Verflechtungen zwischen Zypern und Griechenland, an die unklare Regierungsbildung und –politik in Italien oder an die Krise in Spanien – können durchaus noch verstärkend hinzukommen.

Die Euro-Retter hatten letzten Freitag, als sie das Rettungspaket für Zypern beschlossen, möglicherweise ihren Lehman-Moment, sofern man darunter eine riskante Entscheidung verstehen will, die eine schwer kontrollierbare Eigendynamik auf den Finanzmärkten und in einem großen Wirtschaftsraum auslösen kann.

Henry Paulson brauchte auf den Effekt seiner Entscheidung nicht lange zu warten.

von Stefan L. Eichner
Kontakt: eichner@web.de

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82 KommentareKommentieren

  • Martin - 19. März 2013

    Prof. Dr. Wolfgang Gerke: “Es brennt schon die ganze Zeit in der Bude”

    http://goo.gl/r6U4m

  • micdinger - 19. März 2013

    Ist jetzt dumm gelaufen. Die Zwangsabgabe wurde vom Parlament abgelehnt. Damit müssten die bereits gesperrten Beträge auf den Konten eigentlich wieder freigegeben werden. Die Banken können aber nicht öffnen, der einsetzende Bankrun könnte zu einer Pleite noch vor Mai führen. Das Bargeld ließe sich ja noch per ELA generieren, ob die Banken aber die Auslandsüberweisungen überstehen, das ist wohl zweifelhaft.

    Na ja, die Exportwirtschaft wird durch einen fallender Euro jedenfalls stabilisiert, ebenfalls die Konzerngewinne. Aktien, Gold und Immobilien werden ihren Preis halten bzw.. steigern.

  • Ert - 19. März 2013

    Und es wird immer bunter: Die Insider plünderten 4,5 Milliarden vor dem Samstag!

    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/03/19/in-letzter-minute-zypern-politiker-pluenderten-ihre-bank-konten/

  • Lottchen - 19. März 2013

    Zur Frage, wie die Verhandlungen über die Bankkundenabgabe abgelaufen sind, sei noch empfohlen (vielleicht wurde einer der beiden Artikel schonmal verlinkt):

    http://www.reuters.com/article/2013/03/18/us-eurozone-cyprus-stumbled-insight-idUSBRE92H0RH20130318

    http://online.wsj.com/article/SB10001424127887323639604578366700444429538.html

    Tja, was nun, Frau Merkel? “Nur ein kleines gallisches Dorf… ”

    Könnte gut sein, dass nun Putin den Retter spielt. Was wäre das für eine Pleite für unsere Euro-Retter.

  • Ert - 19. März 2013

    Und ganz wichtig:

    Was passiert den überhaupt wenn die “Banken” nicht gerettet werden? Dann verlieren reiche Russen und Griechen ggf. 60-70% ihrer Einlagen – wenn überhaupt, weil es gibt ja nicht mal einen Pieps an Daten – wer, was und wie viel überhaupt wo betroffen ist.

    Und das ist doch die Verarsche – was da gerettet werden soll sind doch die großen Vermögen. Die kleinen Vermögen bis z.B. 5 oder 10TSD € kann man leicht garantieren. Und das sind sicher 90% der Bankkunden – wenn die kleinen Banken überhaupt betroffen sind.

    Was hat der Staat damit zu tun? Nichts – Genau wie in Island!

    Wenn eine Bank pleite geht und Kunden Geld verlieren ist das ein Luxusproblem. Die Mehrheit der Leute die nichts hat verliert nichts. Und den Zahlungsverkehr und ein Grundguthaben kann man über Verstaatlichung sicherstellen – ganz, ganz billig.

  • Roland - 19. März 2013

    Macht mal keine Lehmann-Panik.

    Die Sache geht gut aus – und auf die ganz Einfache:

    Gazprom bekommt eine Lizenz und Putin schiebt einen Kredit rüber.
    Schäuble kuckt dann belämmert.

    • peterb - 19. März 2013

      Womit dann bewiesen wäre, dass Putin das winzig kleine Zypern retten könnte – die ganze große EU aber nicht. Na, wenn das man kein Desaster wäre.

      • Roland - 19. März 2013

        Der zypriotische Ministerpräsident hatte angeblich der EU einen Deal -Gaslizenzen gegen Kredite- angeboten. Dem Hörensagen nach wollte Frankreich darauf eingehen, Deutschland aber nicht.

        Wenn es so gewesen wäre, ist Russland ein entscheidender Sieg in den Schoß gefallen.

        • Andres Müller - 19. März 2013

          Die russische Gazprom, wo der Herr Schröder im Hintergrund mit werkelt, bietet den Zyprioten seit Gestern den Deal an, Bankenrettung gegen Abbau der Gasvorkommen. Aus meiner Sicht waren die Russen bereits vorher informiert wie das Abkommen (vorderhand) enden wird. Jedenfalls hat zwar Putin etwas populistischen Lärm für seine Schäfchen von sich gegeben, aber die offizielle Stellungnahme der Russen ist äusserst zurückhaltend -man wolle erst abwarten. Hier läuft ein ganz krummes Spiel ab, durchaus möglich das alles auf eine schnelle Erschliessung der Erdgasvorkommen hinaus läuft, und Russland wäre der Ideale Part dazu -um Europäische Vorschriften zu übergehen, was Umweltschutz und Methoden des Abbau anbetrifft.

  • Andres Müller - 19. März 2013

    Herr Eicher, dass sehe ich etwas anders. Mir ist aufgefallen dass verschiedene Blätter kurz nach dem Entscheid bereits ausgearbeitet erscheinende Stellungnahmen von Ökonomen präsentierten die sich erstaunlich ähnlich waren. Ich verweise auf Artikel in SPON, dem Schweizer Tagesanzeiger und Andere, mit teilweise deckungsgleichen Aussagen.

    Es ist da von einer gerechten “Steuer” die Rede obwohl Ökonomen wissen sollten dass Einlagen NIEMALS mit einer unangemeldeten Steuer belegt werden dürfen, da ansonsten ein Bankenrun droht. Interessant ist das Beziehungsnetz dass die Chefetage dieser gewichtigen Blätter miteinander verbindet -Bruegel, transatlantische Denkfabriken.

    Hier stelle ich mir vor ist ein genauso ein orchestriertes Experiment von Stapel gelaufen um die Reaktionen der Märkte und der Betroffenen auszuloten, wie damals die CIA -Geheimgefängnisse im geheimen vorbereitet wurden. Auch hier will es niemand gewesen sein. Die Verantwortlichen sind allerdings durch Studien der Durchführung durchaus zurückzuverfolgen. So zum Beispiel habe es mehrere Tage Vorbereitung benötigt um die Bankomaten alle gleichzeitig sperren zu können. Die Auftraggeber sind jene welche nach dieser Enteignung nicht nur gedrängt haben, es war eiskalt vorbereitet bereits klar bevor die Zyprioten nach Brüssel gereist waren.

  • Delta120 - 19. März 2013

    Der technisch interessantere Ansatz der Rettungsbemühungen liegt in dem Versuch die Kosten über das vorhandene Volksvermögen zu bezahlen und nicht aus den laufenen Einnahmen des Staates. Man hat vermutlich an den Beispielen Griechenland, Spanien u.s.w. verstanden, dass man die Steuer und Abgabenbelastung nicht weiter steigern kann ohne dass die Volkswirtschaft zusammenbricht.

    So gesehen haben die Euroretter schon verstanden, dass ein Kurswechsel in Ihren Rettungsbemühungen von nöten ist. Nur liegt hier das Gleiche Problem wie in Island für Euroretter vor. Die Bevölkerung und der einfache Abgeortnete kann noch mit diesen Zahlengrößen rechnen und sich vorstellen, was dies für den Staat und den einzelnen bedeutet und da springt der Frosch gerade aus dem Topf.

  • Uwe - 19. März 2013

    Paulson sagte seinerzeit, es sei ihm nie in den Sinn gekommen Lehman zu retten. Hintergrund ist, dass Lehman´s Boss mit Agressivität und Arroganz seine Konkurrenz angegriffen hatte, die sämtlich Wurzeln bei Rothschild haben. Bei Schäuble fiel mir auf, dass er auf die Frage eines Journalisten, warum denn auch Guthaben unter der €100.000,- herangezogen werden müssten, antwortete, dass man es dann nicht als Steuer bezeichnen dürfte. Allerdings machte er dabei sein verlegen, verschmitztes Grinsegesicht. Schäuble macht jetzt also den Paulson. Was ist der Unterschied? Genau: Er hat die Rechnung ohne den Wirt, Rothschild gemacht. Klar wird mit jetzt:
    Die Deutschen haben´s voll verkackt. Sie sind einem Allmachtsgläubigen gefolgt, der genauso auf die Nase fallen wird wie der Boss von Lehman. Denn: seinerzeit hat die Fed schuldbewusst die Wogen geglättet und weltweit ihre Liquidität verspritzt. Jetzt tut sie es nur noch für die ihren.

    • Uwe - 19. März 2013

      Einen dringenden Rat habe ich noch: Wer kein Edelmetall horten mag, kann sich auch Amex-Reiseschecks in attraktiven Währungen besorgen. Die haben sogar einen Diebstahlschutz.
      Meine Frau, die gutgläubige springt jetzt endlich auch darauf an. Um das Timing zu beschreiben:
      Als Telekomaktionärin, die beim IPO ihres Arbeitgebers reichlich eingestiegen war, konnte sie sich auch im Hype nicht trennen. In den 90zigern habe ich sie auf die Fehlbewertung aufmerksam gemacht. Das war ca. 3 bis 4 Wochen vor dem Top. Als dann die von Lehman(!) prognostizierten 104 zweimal angetestet worden waren, und die Aktie schwächelte, hat sie bei 99,74 verkauft.

      Nicht denken, handeln!

  • peterb - 19. März 2013

    Laut Reuters / NTV hat der zypriotische Finanzminister bestritten, zurückgetreten zu sein.

  • Navigator.C - 19. März 2013

    Ihr Artikel sind eigendlich immer eine Bereicherung, aber hier muss es dazu Kritik geben.

    “Zweifellos tragen jedoch nicht alle Kunden von Zyperns Banken eine Verantwortung für deren Misere”

    Seit wann tragen die Kunden eine Firma überhaupt Verantwortung für eine Firma ?
    VW hat 117 Mrd. Schulen angehäuft. Wer hat Lust seinen VW noch mal zu Bezahlen, weil ein Politheini meint
    VW hätte zu viel Schulden und ihr hättet ja die Verantwortung dafür. Bisher war das immer das Management und die Eigentümer.
    Aber sicher nicht die Kunden.

    Berauscht von der Aussicht auf Erbeutung der sagenhaften russischen Schwarzgeldkonten
    sind bei der deutschen Öffentlichkeit anscheinend alle Sicherungen durchgebrannt.

    Tja und dann ist auch noch die Schatzkiste leer, weil alle vorher schon bescheid wussten:-)

    Das wird für die EU und die deutsche Politik noch ein völliges Desaster.

    Navigator.C

  • Euro? Nein danke! - Aufkleber - 19. März 2013

    Hahaha! Weltklasse die halbe Insel wird aus dem Euro ausscheiden und der Mond wird nicht, wie den Eurokraten an die Wand gemalt, vom Himmel fallen!

    • Merhaba - 20. März 2013

      Und schon gar nicht der Halbmond über der nördlichen Inselhälfte, wo mit türkischen Lira bezahlt wird… ;-)

  • Paernu - 19. März 2013

    Der kriegsentscheidende Akteur hat sich bisher nicht geäussert. Die EZB (Draghi) absolute Funkstille bisher. Ich habe bisher nichts von denen gesehen/gehört, die sind bisher untergetaucht, im Gegesatz zu Rehn, Schäuble und Konsoerten.

    An diesem Punkt entscheidet sich, ob wir uns im Endspiel befinden. Sicher ist, das ab einem gewissen Unruheniveau die EZB sich äussern musss und wird.

    Beruhigt das die Maärkte geht es noch mal eine Weile weiter. Bricht allerdings nach einem Statement dann erst richtig die Panik aus, weil keiner mehr der EZB/Draghi an den Maerkten traut, dann wars das, dann ist das Spiel aus.

    Steffen, was machst Du eigentlich wenn die Krise vorbei waere? Währungsreform, Naturalwirtschaft etc.??? Neuer Blogg zu anderem Thema: Sport, Gartenbau, Frauen ???? :)))))

    … was waere das leben langweilig ohne diese krise

  • Micha - 19. März 2013

    Unser Geld und Geldsystem hängt doch wohl vor allem von einem ab: Vertrauen. Vertrauen, dass die Leute ihre Schulden zurückzahlen – und vor allem die Banken. Wenn den Banken nicht mehr zugetraut wird, dass sie die Guthaben noch auszahlen können, ist die Kacke echt am dampfen (Bank Run, deflationäre Spirale). Mr. Draghi hat es letztes Jahr gerade noch geschafft, dieses bröckelnde Vertrauen zusammen zu flicken. Jetzt ist dieses mühsam zusammengeflickte Häuflein Vertrauen in die Banken mit einer dicken Bazooka wieder in 1000 Teile gesprengt worden – Nicht sehr wahrscheinlich, dass die EZB das unterstützt hat (so wie Herr Schäuble uns das weismachen will).
    Ja: Gläubiger-Beteiligung gehört dazu, was soll sonst ein Schuldenschnitt sein?! Aber die Kleinsparer um die Einlagensicherung zu betrügen, und andererseits die Schwarzgeld-Oligarchen-Milliarden nur mit 10% zu belasten, ist wieder mal krass dreist (typische “alternativlose Rettungsmaßnahme” halt…).

    “Die Bankeinlagen sind sicher” sacht die muddi – na klar und morgen kommt der Weihnachtsmann durch den Kamin. Heute sind es die Bankkonten – morgen die Wertpapier-Depots, Lebensversicherungen und Immobilien? Der Gedanke drängt sich doch irgendwie auf.

  • JL - 19. März 2013

    Ja, Paulson hatte es noch richtig gut.

    Einst hatte man noch die Qual der Wahl. Heute hat man nur noch die Wahl der Qual.

    Überschuldet man sich– ist man pleite,
    Spart man nach Überschuldung- bleibt man pleite,
    Ist man noch nicht ganz Pleite und „hilft“ anderen Staaten- geht man mit Sicherheit auch Pleite.
    Versucht man die eigene Bevölkerung zu „erleichtern“ weil man pleite ist- bleibt man vorübergehend nur etwas pleite.

    Macht aber nichts, der letzte Friedensnobelpreis war wohl auch eine Pleite.

    Mit freundlichen Grüßen
    JL

  • Georg Trappe - 20. März 2013

    Ist eben ein riesen Dilemma. Wenn man die Ausweitung der Geldmenge = der Schulden = der Geldvermoegen = Bankbilansummen stoppt, geraet die Realwirtschaft in eine deflationaere Abwaertsspirale. Wenn man die Ausweitung der Geldmenge weiter auf dem bisherigen exponentiellen Wachstumspfad haelt, brechen irgendwann die Schuldner unter den Zinslasten zusammen und entwerten so das Geld schlagartig. Und obwohl sich diese Entwicklung seit Jahrzehnten abzeichnet, weiss keiner woran es liegt. Sogenannte Wirtschaftswissenschaftler ignorieren die Faehigkeit der Banken Geld zu schoepfen und die daraus entstehenden Konsequenzen in ihren Theorien ganz einfach und Politiker lassen sich von diesen “Weisen” beraten. Wenn man weiss, wie der Chefoekonom des Finanzministeriums, Ludger Schuknecht, geistig so unterwegs ist, dann wundert es einen nicht, was der Finanzminister da ins Mikrophon stottert. Die Zeit, in der Gesundbetungen einer in seinen Grundlagen nicht verstandenen Systematik durch machtoportune Scharlatane noch weiter helfen koennte, endet aber ganz offensichtlich. Seit fuenf Jahren wird nur Zeit gekauft, damit sich die groessten Aer… in Sicherheit bringen koennen. Wer die Geschichte von Rettung immer noch glaubt, hat nicht verstanden wie realitaetsfern das gesamte Theoriegebaeude der die Retter beratenden Zunft ist. Angesichts dieser Zypern Geschichte draengt sich mir der Eindruck auf, dass ob dieser Ratlosigkeit im wahrsten Sinne des Wortes “unvorhersehbare” Entwicklungen regelrecht provoziert werden, um so aus der Verantwortung heraus zu kommen.
    Das erinnert doch alles sehr an das Spiel “Schwarzer Peter”. Denn da, wo es keine Loesungen mehr gibt, weil man mit seinem Latein am Ende ist, geht es im wesentlichen wohl nur darum Schuldige zu definieren. PIGS, russische Oligarchen, Club Med Laender, Faulpelze, dekadente Hartz IVler, usw. usf.

    • micdinger - 20. März 2013

      Könnten nochmal weitere fünf Jahre werden, da geht noch was. Aus dem Interview “Blogger im Gespräch mit Peer Steinbrück” der Punkt – der Schutz der Bankguthaben:

      “Steinbrück:
      Nun, wir hatten die Befürchtung, dass es, wenn wir die Garantie nicht geben würden, vor den Filialen deutscher Banken Schlangen geben würde. Wir hätten im Eintrittsfall von einem Notstand der öffentlichen Finanzen gesprochen, und zwar knackig, wenn Sie sich angucken, über welches Volumen an Spareinlagen wir dabei geredet haben. Wir haben uns allerdings lange mit der Frage beschäftigt, ob wir mit einem solchen spektakulären Auftritt nicht möglicherweise das Gegenteil bewirken, nämlich eine Dramatik in die Situation hinein bringen, die die Bürger erst reagieren lässt: Wenn die Kanzlerin und der Steinbrück am Sonntag nach dem Braten, aber vor dem Spielfilm mit Heinz Rühmann auftreten, dann muss die Situation ja übel sein.

      Schirrmacher: Aber haben Sie sich auch überlegt, wenn es eintritt, wie Sie es dann gemacht hätten?

      Ja, ja. Wir hätten die Zusage zwingend erfüllen müssen, sonst wären die politischen Institutionen in Deutschland bis zur nächsten Eiszeit in Verruf geraten.

      Schirrmacher: Mit welchem institutionellen Korsett hätten Sie auf diese Situation reagiert?

      Mit einer Staatsverschuldung.”

      http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=279897

      • Georg Trappe - 21. März 2013

        Natuerlich geht da immer noch was. Ist ja auch nur ein Buchungsvorgang. Aber keiner weiss, wann die Sicherungen fliegen. Wenn ich mir vorstelle wie der Draghi in dieser Runde gesessen hat, der ja nun mit seiner Dicken Berta, fuer die er ja seinen Kopf hingehalten hat, wenn es soetwas ueberhaupt in der Liga noch gibt, nicht ganz erfolglos war, und anscheinend zusehen musste, wie aus diesen Peanuts von diesen Stuempern ein Ding gezimmert wurde, was das Potential hat die muehsamen und teuer erkauften “Fortschritte” der letzten Monate in Bezug auf Vertrauen ruck zuck den Bach runter gehen zu lassen, dann denke ich an ein grosses Beissholz.
        Wenn ich diesen Aufsatz, von diesem Schuknecht lese, wo der mal kurz Banken Bail Out , Soziale Sicherungssyteme und staatliche Konjunktur Programme in einen Topf ruehrt, um dann von “Moral Hazard” und “Majority exploits minority” zu faseln, dann wird mir klar mit welcher Art von Kompetenz sich unser Finanzminister umgeben hat. Da zieht es einem glatt die Socken aus. https://dl.dropbox.com/s/28f7goc9js56lo8/SchuknechtInsurance.pdf
        -
        Vielen Dank fuer den Hinweis auf das Steinbrueck Interview. Ach das belegt sehr schoen, wie das Ende der Fahnenstange in diesen Koepfen aussieht.
        Viele Gruesse
        GT

    • Huthmann - 20. März 2013

      Deswegen halte ich den Weg, Schritt für Schritt die Gläubiger der Banken an der Bankenrettung bzw. -abwicklung zu beteiligen für richtig. Natürlich wird das einen Sturm auslösen. Aber es ist der ernsthaftere Weg. So weiter machen und die Geldmenge immer weiter erhöhen, ist der falsche Weg. Übrigens gehen die Leute diesen Weg auch nicht mehr mit, da die Umlaufgeschwindigkeit zumindestens für den Geld- und Kapitalmarkt ja weiter sinkt (die Umlaufgeschwindigkeit in der Realwirtschaft mag konstant sein).

      Das bedeutet aber Rezession über einen längeren Zeitraum zunehmend global. Das müssen wir aushalten bis entweder eine neue technologische Entwicklung wieder Optimismus bringt und/oder die Gläubiger bereit sind einem höheren Schuldenschnitt zuzustimmen. Aber das braucht Zeit, weil die “weichgekocht” werden müssen.

      Deswegen läuft das so wie bei Rogofff beschrieben: längere Rezession nach einer Finanzkrise. Die Alternative ist weiter Geld drucken. Aber hier glaube ich nicht, daß man den Leuten noch erklären kann, das es werthaltig ist. Insofern werden irgendwann einfach keine Assets mehr verkauft.

      MfG

      • Georg Trappe - 21. März 2013

        Wie kann das der richtige Weg sein, wenn die alles entscheidenden Fragen unbeantwortet bleiben?
        1.) Warum schmiert die Realwirtschaft ab, wenn das Geldmengenwachstum stoppt?
        2.) Wie kann man Geldwertstabilitaet erreichen ohne das die Realwirtschaft abschmiert und die Weltwirtschaft in eine gigantische deflationaere Krise geraet?

        Es muss doch moeglich sein eine Ursachenanalyse hin zu kriegen. Wenn man das, worauf ich immer hinweise, nicht als moegliches Ursachenbuendel akzeptieren/verstehen will oder kann, dann kann man doch nicht einfach Kraft souveraener Willkuer hingehen und sagen, nein das ist es nicht aber wir wissen auch nicht was es ist und deswegen schlagen wir einen Weg ein, der die halbe Welt ins Elend stuerzt. Das ist doch kein Vorgehen das den Anspruechen, die man an moderne, aufgeklaerte Menschen stellen muss, gerecht wird. Schon garnicht wenn diese in hoechsten Fuehrungspositionen mit Verantwortung fuer zig Millionen von Mitmenschen taetig sind.

        MfG

        • Huthmann - 21. März 2013

          Sehr geehrter Herr Trappe,

          wir wissen doch eigentlich, was die Ursachen der Krise sind und unterscheiden uns ggf. noch in Details:

          Ursachen sind:

          - über sehr langen Zeitraum mehr oder weniger kontinuierliche Geldschöpfung durch das Bankensystem samt Zentralbankensystem. Nettokreditwachstum hat Wirtschaftswachstum künstlich hochgezogen und in viel größerem Ausmaße noch Asset-Preise in die Höhe getrieben
          - spätestens nach dem Wechsel share-holder-value samt Globalisierung samt Ende Kommunismus ist die globale Entwicklung der Löhne und Gehälter ins Stocken geraten (im Vergleich zu den Gewinnen der Unternehmen insbesondere aber der Finanzmärkte)
          - wir befinden uns auf vielen Märkten in Oligopolen. Da herrscht nicht genügend Konkurrenz

          Dies führte dazu, daß die Vermögensverteilung aus dem Ruder gelaufen ist. Unterscheiden tun wir uns noch ggf. dahingehend, daß ich behaupte, daß ein wesentlicher Grund für die durchschnittlich positive Renditen über Jahrzehnte darin liegt, daß Investitionen zunehmend risikolos geworden sind durch Eingriffe des Staates über Konjunkturprogramme, durch Eingriffe der Zentralbank zur Rettung von Finanzmärkten, Banken, etc. und durch zuwenig Wettbewerb auf vielen Märkten (Ordnungsstruktur).

          Die Frage ist nun, wer nimmt Geld von wem in die Hand, um Banken zu unterstützen oder abzuwickeln. Wer macht das und wie macht er das, ohne daß alles zusammenbricht. Und da sehe ich nur – mangels weltweiter Koordinierungsfähigkeit – ein Vorgehen in kleinen Schritten.

          Auch höhere Löhne und Gehälter lassen sich nicht von einem Tag zum anderen weltweit durchsetzen. Auch hier muß man Schritt für Schritt vorgehen.

          MfG

          • Georg Trappe - 22. März 2013

            Sehr geehrter Herr Huthmann,

            Sie sind der Erste, der in unmissverstaendlichen Worten die Essenz dessen, was ich versuche rueber zu bringen, quittiert. Vielen Dank! Und dazu, wo wir evtl. noch auseinander liegen, moechte ich noch folgendes zu bedenken geben. Staatliche Eingriffe sind nicht per Definition schlecht. Ein Konjunktur Programm kann durchaus angebracht sein. Aber wenn man begriffen hat in welchem Stadium der wirtschaftlichen Entwicklung man steht, dann muss man auch die Ansatzpunkte entsprechend waehlen. Es ist im Stadium der Ausreifung ein Irrsinn z.B. die Halbleitersparte einer Firma Siemens zu subventionieren. Es waere in den 80ern viel sinnvoller gewesen Gruendungen im Bereich Chip Design zu foerdern. Eine Opelrettung und Abwrackpraemien anstatt Foerderung von Gruendungen im Bereich von Elektromobilitaet sind ebenfalls Irrsinn. Die systematische Bekaempfung dezentraler Energieversorgung bzw. die Ruecknahme von Forderungsansaetzen in diesem Bereich ist dann ebenfalls als falsch einzustufen. Und so koennte man wohl jeden Bereich Zug um Zug angehen und nach Moeglichkeiten durchsuchen, die Wettbewerb dahin tragen, wo er hin gehoert, mit dem Ziel das Spielfeld, wenn man es schon nicht eben halten kann/will, auf einem Neigungswinkel kleiner 45 Grad zu halten. Die aktuelle Wirtschaftspolitik tut aber tatsaechlich an vielen Stellen Dinge, die das Spielfeld nahezu senkrecht stellen. Ich denke, wenn die Einsicht, dass das Spielfeld dazu tendiert sich von selber in Richtung Senkrechte zu bewegen, Fuss fassen wuerde und so die wirtschaftspolitischen Anstrengungen mehr dahin gehen wuerden dies zu daempfen anstatt zu foerdern, waere schon viel gewonnen.

            Viele Gruesse

  • Frankenfurter - 20. März 2013

    Nicht vergessen, mindestens seit 9 Monaten operieren Zyperns Banken im Krisenmodus und Bargeld, das die EZB zur Notversorgung bereit stellte. Die Hängepartie ist wohl hauptsächlich deswegen entstanden, weil Zypern sich bis heute weigert seinen “paradisischen” Steuer- und Bankenstandort ala Panama oder Cayman aufzugeben. Zyperns ungehobener Gasschatz im Wert von angeblich 600 Mrd. Euro stärken den Insulanern den Rücken.
    Meine Meinung: let them go!

  • Roland - 20. März 2013

    An alle Paniker: Wo bleibt der BUMM ?
    Hätte nicht Lehmann-mäßig heute Nacht das Weltfinanz-System zusammenbrechen müssen ?
    Man reibt sich die Augen – und die Welt existiert noch.

    Die EU hat einen Riesen-Fehler gemacht, Putin anzupinkeln mit dem Versuch, russische Gelder zu konfiszieren. Russland wird zurückschlagen und sich jetzt endgültig im östlichen Mittelmeer festsetzen. Nicht nur, dass Gazprom jetzt einen Zugriff auf zypriotisches Erdgas bekommt. Fünf russische Kriegsschiffe sollen in Zukunft permanent im Mittelmeer kreuzen.

    Kann die europäische Chaostruppe noch zurückrudern – und wie ?

    • Frankenfurter - 20. März 2013

      Außerdem ist noch lange nicht klar, dass es die EU war, die Guthaben unter 100 k am Bail-in beteiligen wollte. Vieles spricht dafür, dass es der zypriotische Präsident selbst war, der die Kleinsparer am Bankencrash beteiligen wollte. Mit dem Ziel, die Ablehnung des Bail-in im Parlament sicher zu stellen. .

      • Lottchen - 20. März 2013

        Ja. Die EU und der IWF hätten dem nachdrücklich widersprechen müssen. Wenn der Oberbürgermeister einer Insel mit 900.000 Einwohnern die Konsequenzen seines Handelns nicht ganz überschaut, ist das das eine. Aber der Finanzminister der größten Volkswirtschaft der Eurozone und die IWF-Chefin müssen so etwas sehen.

    • Eisfee - 20. März 2013

      Das ganze wird nur herausgezögert. Schäuble hat gestern Im Interview zu Protokoll gegeben, dass er zweifele, ob man die Banken in Zypern überhaupt wieder aufmachen könne und genau hier liegt der Knackpunt. Wenn sie die Filialen aufmachen, die Automaten wieder maximalbeträge über 50€ ausspucken und das Onlinebanking nicht mehr eingefroren ist, wird unmittelbar ein Bankrun einsetzen von Seiten der Inländer und eine massive Kapitalflucht ins Ausland von Seiten “russischer Oligarchen” und sonstiger Anleger stattfinden. Das können deren Banken unmöglich stemmen, zumal sie durch den Abzug von 4,5 Milliarden innerhalb der letzten Wochen durch Politiker und deren Seilschaften eh schon kurz vom Exitus stehen.

      Das die Banken nun aber noch den Handel mit Bargeld, bzw, Kontoaktivitäten eingefroren haben und dies scheinbar nicht ändern werden, bis die Lage entschärft ist, wirft allerdings zu Recht die Frage auf, WOFÜR wir als Gesellschaft diese Bankinstitute dann eigentlich noch brauchen:

      - Seit Anfang der Systemkrise wird kontinuierlich die Kreditvergabe reduziert und im Zuge von Basel III fast gänzlich eingestellt, weil man noch 3-4 Billionen für die nötigen Eigenkapitalreserven zusammensparen muss -> Kreditgeschäft im Euroraum faktisch abgestellt

      - Banken sind zu, Automaten sind zu, Onlinebanking zu -> Effektive Vermögensverwaltung + Zahlungsverkehr (in Zypern und in Zukunft überall wo Bankruns erwartet werden) ebenfalls faktisch abgestellt

      Wenn die Banken keine der ihnen zugedachten Aufgaben mehr erfüllen und nur noch “gerettet” werden müssen, sind sie schlichtweg redundant!

      • Roland - 20. März 2013

        Spätestens Morgen früh wird sich Ihre Horror-Vision in Wohlgefallen auflösen.

        • Bankfurt - 20. März 2013

          Da wäre ich mir mal nicht ganz so sicher – es sei denn, Zar Wladimir ließe den Rubel rollen, gegen Gasförderrechte als Pfand, versteht sich…

          http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/03/19/zypern-banken-sollen-bis-26-maerz-geschlossen-bleiben

          • SLE - 20. März 2013

            Ergänzend möchte ich darauf hinweisen, dass Frank-Walter Steinmeier heute Morgen im TV-Interview darauf hingewisen hat, dass Zypern der Regierung in Moskau eher ein Dorn im Auge ist und Moskau nicht daran interessiert sein wird, sich der Probleme Zyperns anzunehmen. Zypern werde ein Problem Europas bleiben. Hier der Link:

            http://www.tagesschau.de/wirtschaft/zypern-hilfspaket124.html

            Grüße
            SLE

          • Lothar - 20. März 2013

            Ernsthaft mir erschliesst sich der Sinn fuer Russland nicht. Die haben genug Gas was viel viel einfacher zu foerdern ist. Es ist fraglich ob das mit dem Zyprischen ueberhaupt irgendwann moeglich ist.

            Nur um den Westen zu aergern? Nein, da haette er schon in Syrian eingreifen koennen.

            Und als reale Investition, hallo wer ist so bloede und denkt das das sicher ist. In Griechenland ist jeder der es versucht hatte baden gegangen.

            Ne, ich wette einen Kasten Bier das Russland da nicht hilft.

          • Marktradikaler - 20. März 2013

            @ Lothar

            Ich persönlich vermute, dass Russland zwar an den Gasvorkommen interessiert ist, um seine Vormachtstellung zu halten (bzw. die überteuerten Preise und die politische Einflussnahme), aber der eigentliche Zweck einer solchen Annäherung an Zypern dürfte ein potentieller Zugang zum Mittelmeer für deren Flotten sein. Wenn ich mich recht erinnere, hat man 2010 den Griechen ebenfalls angeboten, deren Schulden zu übernehmen und dafür grünes Licht für einen Flottenstützpunkt zu bekommen, was damals aber im Sand verlaufen ist.

            lg

  • Frankenfurter - 20. März 2013

    Zurückrudern kommt nicht in Tüte!

  • Moep - 20. März 2013

    Herr Schäuble hat meiner Meinung nach die Schuldfrage gestern morgen im Deutschlandfunk eindeutig beantwortet. Das Interview findet ihr hier, auch wenn in der Textform nicht dokumentiert ist, dass Herr Dr. Schäuble dem Moderator ständig ins Wort fällt:

    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/2045828/

    Ich darf zitieren:

    “Meurer: Okay. Nur gerade, weil viele andere und ich nicht dabei waren, Herr Schäuble, haben Sie darauf gedrängt, dass Bankguthaben mit einer Abgabe belastet werden sollen?

    Schäuble: Ja, natürlich! Das sind die Einlagen. Wissen Sie, die Einlagen der Investoren sind Guthaben bei Banken. Und wenn diese sieben Milliarden nicht von den Anlegern gebracht worden wären, dann würden die europäischen Steuerzahler die Milliardeninvestitionen von ausländischen Investoren in Zypern zu finanzieren haben. … ”

    Er sagt eindeutig ja, und heuchelt was von europäischem Steuerzahler.
    Ich frage mich allen ernstes: Seit aller aller spätestens 2008 dürfte das Problem auch dem letzten Politiker bekannt gewesen sein. Und was sie seitdem gemacht haben ist nichts weiter, als über EFSF und ESM den europäischen Steuerzahler den toten Banken den Arsch aufzublasen!
    Und jetzt kommt ein Herr Schäuble und sagt, diese zusätzlichen 7Mrd Euro hätte man dem europäischen Steuerzahler nicht zumuten können, deshalb müssen wir darauf drängen, dass die Zyprische Regierung ihre Bevölkerung zwangsenteignet?

    Und das ganze wird dann auch noch als “Rettungspaket für Zypern” bezeichnet. Einen größeren Zynismus kann man sich kaum vorstellen…

  • Rolmag - 20. März 2013

    “aber die weltweite Nummer 3 der Investmentbanken, Lehman Brothers…”

    Die weltweite Nummer Drei, das hat mit Zypern rein gar nichts zu tun!
    Wenn die Pleite des klitzekleinen Zyperns eine derartig Wirkung auf die gesamte Zonen- oder gar Weltwirtschaft hätte, dann ist das ein schlagender Beweis, dass die ganze Eurokonstruktion der größte Pfusch überhaupt ist. Denn das wäre so, als ob mir im Badezimmer die Strippe von der Klospülung abreißt und das ganze Haus daraufhin auf Dauer unbewohnbar ist.

  • Roland - 20. März 2013

    Der zypriotische Finanzminister erwartet noch heute eine Einigung mit Russland über die Lösung der Bankenkrise.
    Schaun mer mal.
    Wenn es klappt, sind die EU-Deppen nur noch begossene Pudel.

  • Wulff - 20. März 2013

    Vielleicht sollte der Autor einen kleinen Punkt korrigieren:
    Die Leute der EU wollten die Sparer mit weniger als 100k Euro schonen, wurden dann von den Zyprioten jedoch ausgebremst, da diese Angst hatten, ihre vermögenden Kunden zu verprellen. aus dem Grund wurde dann der verminderte Steuersatz auch bei kleineren Kunden in die Liste aufgenommen, was dann zum Sturm auf der Strasse führte.

    Die Zyprioten sind also längst nicht so unschuldig an dem, was sich da so gerade auf der Strasse an Wut entlädt.

    • Lottchen - 20. März 2013

      Das ist der deutsche Spin. Die Berichterstattung in der internationalen Presse sieht etwas anders aus.

      • SLE - 20. März 2013

        Hier ein schönes Beispiel, auf das ich aufmerksam gemacht wurde:

        http://www.bloomberg.com/news/2013-03-19/in-cyprus-europe-sets-a-new-standard-for-stupidity.html

        Kurzum: Da steht so ziemlich dasselbe drin, was auch ich oben geschrieben habe.

        Grüße
        SLE

        • Lottchen - 20. März 2013

          Mit dem “deutschen Spin” meinte ich die Aussage, dass die EU-Leute (und speziell Schäuble) versucht hätten, die Beteiligung der unter 100.000 Euro-Konten zu verhindern. Jedenfalls für Berlin trifft das nicht zu. Die FT: “Berlin was AGNOSTIC”. Es kann mir auch niemand erzählen, dass man das nicht hätte verhindern können, wenn man es tatsächlich gewollt hätte.

      • Frankenfurter - 20. März 2013

        auch der Spin von der FT international?

        Bei all dem Bail-in-Gerede allerorten wird übersehen, dass Shareholder und Halter von zypriotischen Bankanleihen – Steffen beziffert deren Anteil mit 29 Mrd.€ – niemals in Haftung genommen werden sollten Und auch nicht in Haftung werden, wenn es nach dem Willen der EU-Bosse ginge.

        • Lottchen - 20. März 2013

          Siehe meinen obigen Kommentar.

    • SLE - 20. März 2013

      Hallo Wulff,

      wenn Sie aufmerksam gelesen hätten, wär Ihnen aufgefallen, dass ich die Regierung Zypern gar nicht als unschuldig dargestellt, sondern im Gegenteil darauf hingewiesen habe, dass sie sich – sofern sie eine Wahl hatten – wohl nur für das aus ihrer Sicht geringere Übel entschieden hat. Implizit heißt das nichts anderes, als dass sie die reiche Bankklientel und vor allem das Geschäftsmodell von Zyperns Banken für schützenswürdiger hielten als die Guthaben der breiten Masse der Bürger.

      Lesen Sie bitte richtig.

      Grüße
      SLE

  • Zypernwatch - 20. März 2013

    Der Deal mit Russland steht!!

    Die Russen kaufen eine der größten Banken Zyperns für 6 Mrd. und erhalten die Lizenzen über das Schürfrecht für das Gas. Da Zypern das Gas nicht selbst aufbereiten kann mangels Infrastruktur werden die Lizenzen verkauft (40% Zypern und 60% der Multi).

    • Frankenfurter - 20. März 2013

      Bedeutet: Zypern bleibt die Cayman.Island Europas? Ich kann’s nicht glauben.

    • Sebschu - 20. März 2013

      Hallo Zypernwatch,

      meine Quellen sagen, dass der Deal nicht zustande gekommen ist.

      http://www.reuters.com/article/2013/03/20/eurozone-cyprus-popularbank-idUSL6N0CCBO220130320

      Ich glaub auch nicht, das Russland oder Putin ein so großes Interesse an einer Rettung von Zypern hat. Eine Rettung von Reichen Russen, die Zypern zur Steuerhinterziehung / Geldwäsche nutzen, ist auch in Russland nicht sonderliche Populär.

      Gruß Sebastian

      • Roland - 20. März 2013

        Es scheint bei den Gesprächen in Moskau sowohl “gekracht” zu haben,
        (offensichtlich haben die Russen dem zypriotischen Finanzminister erstmal ihre Meinung zur jüngst beabsichtigten Konfiszierung russischer Gelder “gegeigt”) -
        andererseits spricht man von deutlichen Fortschritten.
        Der zypriotische Finanzminister will solange in Moskau bleiben, bis ein unterschriftsreifer Vertrag vorliegt. Die entscheidenen Gespräche sind für Morgen, Donnerstag, angesetzt.

        In der Haltung Rußlands könnte sich Steinmeier gehörig verschätzt haben.

  • Vandermonde - 20. März 2013

    Interessant dazu – Interview mit Schäuble

    “Meurer: Strittig ist aber die Frage, wer ist denn auf die Idee mit den Kleinsparern gekommen. Die Zyprioten zeigen auf Sie, das Handelsblatt sagt heute Morgen, EU-Diplomaten sagen, Wolfgang Schäuble hat den zyprischen Präsidenten unglaublich unter Druck gesetzt.

    Schäuble: Ja, weil ich gesagt habe, ohne einen Beitrag – das ist ja völlig unstrittig inzwischen – ohne dass die Finanzierungssumme für Zypern auf höchstens zehn Milliarden begrenzt wird, ist ein Programm überhaupt nicht vorstellbar.[...]”

    “Meuer: Okay. Nur gerade, weil viele andere und ich nicht dabei waren, Herr Schäuble, haben Sie darauf gedrängt, dass Bankguthaben mit einer Abgabe belastet werden sollen?

    Schäuble: Ja natürlich! Das sind die Einlagen. Wissen Sie, die Einlagen der Investoren sind Guthaben bei Banken. [...]”

    Quelle: http://europa.deutschlandfunk.de/2013/03/19/die-verteilung-ist-eine-sache-zyperns/

    • Frankenfurter - 20. März 2013

      Entweder Schäuble ist verwirrt oder er wirft Nebelkerzen in diesem Interview. tss

  • peterb - 20. März 2013

    Zwangsabgabe für Spanien im Gespräch

    http://uhupardo.wordpress.com/2013/03/20/zwangsabgabe-fur-spanien-im-gesprach/

    Hat jemand nähere Informationen?

  • Skandinavienfan - 20. März 2013

    Da sieh mal einer an: selbst Euroverfechter Wolfgang Münchau favorisiert nun eine Staatspleite Zyperns und benennt hinsichtlich der euroländischen Verhandlungsstümperei ganz klar Ross und Reiter…

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/s-p-o-n-die-spur-des-geldes-hilfe-durch-staatsbankrott-a-889990.html

    • Roland - 20. März 2013

      W. Münchau ist der beste Kontraindikator überhaupt.
      Es trifft jeweils zu 100% das Gegenteil dessen ein, was jener von sich gibt.

  • Lothar - 20. März 2013

    Jubel Zypern gerettet, weitere 6 Tage Bank Holiday in Zypern.

    Am besten gar nicht mehr aufmachen, dann geht auch niemand pleite und alle koennen sterben mit dem guten Gefuehl viel Geld auf der Bank zu haben.

  • klaus - 20. März 2013

    Alles zu spät.

    Hier hat Merkel für die E U R O B O M B S unterschrieben.

    http://www.telegraph.co.uk/finance/financialcrisis/8658331/Angela-Merkel-faces-revolt-in-Germany-over-rescue-deal.html

    Und sonst gar nix.
    Keiner weiss genaues, was hier abgelaufen ist.
    Nur in den Kommentaren zu den Artikeln kann man lesen das
    die Deutschen gef* werden.

    http://www.telegraph.co.uk/finance/financialcrisis/8658331/Angela-Merkel-faces-revolt-in-Germany-over-rescue-deal.html

    Tippt doch mal bei Google ( andere Suchmaschine ) ein:

    Merkel faces revolt over rescue deal

    Dann kommt seitenweise, was wir die letzte Woche gesehen haben.
    Und auch Pimco besteht auf die Einheit des Euroraumes mit der
    Verlässlichkeit auf Bankkonto zur Investition.
    http://www.handelsblatt.com/finanzen/rohstoffe-devisen/devisen/pimco-anlagestratege-europa-muss-haften-sonst-zerbricht-der-euro/7958544.html

    Es gibt da keinen Rückzieher mehr.
    Da hilft auch kein Test wie in Zypern mehr.
    http://www.handelsblatt.com/politik/international/die-vier-fehler-im-fall-zypern-versuchskaninchen-der-euro-retter/7957054.html

    Gar nix.

    Merkel ist schuld an diesem Dilemma.
    Sie hat damals mit Acki den Bonds-Exchange unterschrieben.
    Tja, wenn man kein Englisch kann, bleibt man besser zu Hause
    und baut Kartoffeln an.

    Heute abend heißt es dazu Prof. Lucke gegen Anne Will und
    die Euro-Retter.

    Ich fast scherzhaft gegen die rote Zora und ihre Bande geschrieben,
    aber irgendwie ist die Verharmlosung durch Fernsehen doch
    etwas ärgerlich.

    Fakt ist, die Oma, die in Zypern für die Zähne gespart hat,
    bekommt mal schnell noch fast 7 pc konfisziert und darf
    dann wohl stricken/sparen bis über den Tod.
    Und anscheinend hat Schäuble dazu noch eingewilligt. Toll.
    Dann wird auch eingewilligt, wenn es an unsere Krankenkasse geht. Wetten?

    Mal sehen, wer bei Anne Will, den dummen Schuljungen spielt und einem
    rennommierten Prof seine Bildung vorwirft.

    Schade, das nachweisbare Bildung ( kein gekaufter DR )
    nicht zwingend für Abgeordnete vorgeschrieben wird.
    Wie lange wollen wir uns eigentlich noch von bildungstechnischen
    Kreisklasse im Bundestag vertreten lassen?

    Es kann doch nicht sein, das FJS recht behält und
    wir an unserem Kanerler(in) sehen, das wir selbst
    Kanzler spielen könnten.
    Warum sollte der Kanzler und auch die Minister nicht zwingend VWL und Englisch
    studiert haben?

    Die verfügen über soviel Geld, das man rechnen muß.
    Was soll da ein Lehrling ?

    Und mit solchen Leuten sollen wir in Europa zusammenrücken
    und uns ins Ungewisse der lobbyistisch unterwanderten , neoliberalen Märkte stürzen?

    *kopfschüttel*

    P.S. Nicht nur ich bin ärgerlich über die Kleinkontenpfändung sondern
    auch Pimco, siehe obiger Link.

    • Voltaire - 21. März 2013

      @ Klaus

      Jonathan Swift, Gullivers Reisen

      Drittes Kapitel

      „Am meisten Spaß machten mir die Seiltänzer, die ihre Kunst auf einem dünnen weißen, etwa zwei Fuß langen und zwölf Zoll über dem Boden gespannten Faden vorführen. Ich bitte den Leser um Geduld, wenn ich mir die Freiheit nehme, hierüber etwas ausführlicher zu berichten.

      Diese Kunst wird nur von solchen Leuten ausgeführt, die als Kandidaten für eins der hohen Hofämter in Frage kommen. Sie werden darin schon von Kind an trainiert, und es sind keineswegs immer sehr vornehme oder feingebildete Leute. Wird eines der Hofämter frei – entweder dadurch, daß der Betreffende stirbt oder (was oft genug vorkommt) in Ungnade fällt -, dann flehen fünf oder sechs dieser Kandidaten den Kaiser an, sich vor Seiner Majestät und dem Hof als Seiltänzer produzieren zu dürfen. Wer, ohne herunterzufallen, am höchsten springt, erhält das Amt. Sehr oft wird selbst den höchsten Ministern befohlen, ihre Geschicklichkeit zu zeigen und dem Kaiser zu beweisen, daß sie ihre Sprungfähigkeit nicht verloren haben. Flimnap, der Finanzminister, gilt allgemein als der beste Springer, weil er auf dem straff gespannten Seil mindestens einen Zoll höher springt als alle anderen Herren des Reiches.“

      Wäre an dieser Stelle interessant zu erfahren, was Dr. W. Schäuble für das Amt des Bundesfinanzministers qualifiziert!?

    • Voltaire - 21. März 2013

      @ Klaus

      “Die verfügen über soviel Geld, das man rechnen muß. Was soll da ein Lehrling ?”

      Mein Nachtrag hierzu: Politik und (Finanz)Mathematik sind disjunkt.

  • micdinger - 20. März 2013

    Ich liebe sie ja, die trockenen Kommentare im blogblick.com von Lisa Feld. Dort auch der Hinweis auf einen Kommentar zu Zypern von Sahra Wagenknecht.

    http://www.jungewelt.de/2013/03-20/026.php

  • Navigator.C - 20. März 2013

    Das kann Pimco doch abhaken. Wer weis was, die EU und Deutschland außer
    dem Abcash Feature und der Automatenabschaltung noch in die Bankensoftware der EU Banken haben implemntieren lassen.
    Die könnten ja sogar in den USA “Finanz Solidaritätsbeiträge” von Pimco Konten abbuchen. Wir Buchen Sie Fluchen.:-)
    In Zypern ist momentan gar nicht zu sehen wie das da weitergehen soll.
    Die EU hat doch außer maipulierter Bankensoftware, ein paar Überbrückungkrediten, korrupten Bürokraten und Wirtschaftschaos nichts zu bieten. Als Finanzplatz ist Zypern doch erledigt.
    Wie das weiter ginge ist doch absehbar.
    Noch schlimmere Zustände als in GR oder S. und Abstieg auf 3. Welt Niveau.
    Aber ich bin sicher Hr. Putin wird schon noch was einfallen :-) Quasi.
    Navigator.C

  • Andres Müller - 21. März 2013

    Zypern soll der Eurasischen Wirtschaftsgemeinschaft (EAWG) beitreten, in welchem sich auch Kirgisistan, Tadschikistan und Weissrussland befindet, zumindest wenn es nach dem Willen des Beraters Putins, Sergej Glasjew geht. Es wird immer grotesker..

    • Roland - 21. März 2013

      Diese Lösung wäre auch für Griechenland die Rettung.
      In der EU verbleibend, werden die Volkswirtschaften Zyperns und Griechenlands nur unter Wasser gedrückt.

      Heute wird´s spannend.

      • Andres Müller - 21. März 2013

        Heute ist es genauso spannend wie es Morgen oder Übermorgen spannend bleibt, da Bemühungen um eine realwirtschaftliche Lösung für Zypern nicht mal angerissen werden (mit Ausnahme von Vorschlägen um Gaslizenzen mit Russland).

        Immer geht es nur um Banken. Auch sämtliche zusätzlichen Forderungen aus Deutschland sind nichts als Auflagen im Umgang mit Banken. Habe ich irgendwo irgendwas über Wirtschaftshilfen gehört, Tourismus. Landwirtschaft, Gewerbe? Nein -es geht nur um den Futtertrog der Banken.

    • Roland - 21. März 2013

      Was die deutschen Fallschirmjäger über Kreta verbrachen, versucht nun Asmusen mit Zypern.

      Na ja, die Geschichte das erste Mal als Tragödie, in ihrer Wiederholung nun als Farce. (frei nach Karl Marx)

    • SLE - 21. März 2013

      Das ist allerdings schon eine ziemlich reißerische und auch unsachliche Darstellung des Spiegel. Die EZB darf die “Emergency Liqidity Assitance” (ELA) ja nur an solvente Banken vergeben und das trifft auf Zyperns Banken nicht zu. Diese im Januar für Zypern – wegen der laufenden Verhandlungen über das Rettungspaket – um zwei Monate verlängerte Unterstützung läuft nun aus. Wenn es bis dahin keine Lösung gibt, die die Solvenz der Banken sicherstellt, dann steht ihnen die Pleite bevor. Wenn die EZB nun auf den Termin hinweist, an dem die Regelung ausläuft, dann übt sie keinen Druck aus, sondern nimmt zunächst einmal lediglich ihre Aufgabe wahr.

      Grüße
      SLE

      • Roland - 21. März 2013

        Selbstverständlich greift die EZB mit dieser gerade heute völlig überflüssigen Meldung offen in den Poker um Zypern ein und giesst Öl ins Feuer.
        Das ist es, wie Medwedew meinte: Die Troika verhält sich wie der Elephant im Porzellan-Laden.

        Erste Reaktionen aus Zypern auf die EZB: Angst und Trotz.

    • Daniel2012 - 21. März 2013

      in dem artikel faellt nicht einmal der name asmussen. was soll sowas?

      waere mir auch neu, das der dort alleingaenge machen darf oder wozu gibt es einen ezb-rat?

      allerdings versuche ich mich auch mal in spekulation:

      “Die Lage nach dem ersten Scheitern des Rettungspakets bewertete Dijsselbloem (Eurogruppenchef) als brenzlig für die gesamte Euro-Zone. “In der jetzigen Situation ist es definitiv ein Systemrisiko, die Unruhe der vergangenen Tage hat das bewiesen.”

      vielleicht hat man sich vorsaetzlich dumm angestellt um so viel wirbel zu erzeugen,
      das man jetzt den abgeordneten zypern als systemrelevant im sinne des esm unterjubeln kann.
      diese debatte wurde noch nicht grossartig gefuehrt.

      • SLE - 21. März 2013

        Das sind Spekulationen, die keine Substanz haben und zu nichts führen. Bleiben Sie mal auf dem Teppich.

        Grüße
        SLE

        • Daniel2012 - 21. März 2013

          logischerweise hat das keine substanz allerdings soll in der politik angeblich nichts zufaellig geschehen.

          mein antwort sollte auch keinen grossen gehalt haben, es war eine antwort auf ASSmussen…
          der heist weder so, noch steht irgendwas in dem artikel ueber ihn und die naechste antwort macht bildersprache mit fallschirmjaegern aus dem 2. wk.

          ich denke, das man sich so etwas erst recht sparen kann.

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