489,2 Mrd. Euro für Europas Banken – die Industriepolitik der EZB

von am 21. Dezember 2011 in Allgemein

Konzertierte Notenbankenaktion am 15. September, weil Europas Banken die Dollars knapp wurden (1) – konzertierte Notenbankenaktion am 30. November, zwecks Überwindung der Dollarknappheit europäischer Banken (2) – 489,2 Mrd. Euro EZB-3-Jahres-Tender zum Zinssatz von einem Prozent für drei Jahre für europäischen Banken am 21. Dezember, weil Europas Banken im ersten Quartal 2012 insgesamt 220 Mrd. Euro an den Kapitalmärkten neu aufnehmen müssen, die sie dort aber wegen des Vertrauensverlustes schwerlich bekommen werden (3).

Dies ist ein in Kurzform erzähltes Märchen, es heißt: „Liquidität hilft über Vertrauensverlust im Bankensektor hinweg – denn die Zeit heilt alle Wunden“.

Die Europäische Zentralbank (EZB) unternahm alle diese Schritte, weil die Banken sich untereinander nicht mehr vertrauen bzw. kein Geld mehr leihen. Mit dem 3-Jahres-Tender will sie den Banken zudem auch Planungssicherheit geben sowie einer Kreditklemme, die eine neue Wirtschaftskrise auslösen könnte, vorbeugen. Es wird geschätzt, dass sich die Liquiditätshilfen der EZB für Europas Banken mittlerweile auf insgesamt 750 Mrd. Euro belaufen. (4)

Seit der Lehman-Pleite wird über die Gefahr geredet, die von Großbanken für ganze Volkswirtschaften ausgeht – weil deren Bilanzsumme an das Bruttoinlandsprodukt einiger Industriestaaten heranreicht oder es nicht selten sogar übersteigt. Daran und an dem mangelhaften Risikobewusstsein der Banker hat sich nicht nur nichts geändert. Die Risiken sind – ebenso wie einige Großbanken durch Übernahmen – noch größer geworden. Darauf hat der Internationale Währungsfonds schon im März 2011 hingewiesen (5) sowie etwa auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) (6) – und seitdem hat sich die Lage erheblich verschärft. Die EZB selbst konstatiert jetzt, die Risiken für die Finanzstabilität der Euro-Zone hätten in der zweiten Hälfte von 2011 beträchtlich zugenommen und eine systemische Dimension angenommen so wie zuletzt nach der Lehman-Pleite. (7) Gleichzeitig sind die Aussichten für die globale Wirtschaftsentwicklung laut IWF düster und dessen Direktorin Christine Lagarde rief angesichts dessen sowie protektionistischer und isolationistischer Tendenzen zur weltweiten Zusammenarbeit auf, um eine Depression wie in der ersten Weltwirtschaftskrise in den 30er Jahren zu verhindern. (8) Frau Lagarde hätte den Vergleich mit der ersten Weltwirtschaftskrise gut um mindestens eine weitere Parallele, die wie damals massiv krisenverschärfend wirkt, ergänzen können: die in einer Reihe von Staaten verfolgte Austeritätspolitik.

Das ist – auf eine kurze Formel gebracht und wenn man so will – die Bilanz der weltweiten Krisenmaßnahmen seit der Lehman-Pleite im September 2008. Bedenkt man zudem, dass gerade die Notenbanker darauf bedacht waren, die Fehler ihrer Vorgänger in den 30er Jahren nicht zu wiederholen und deswegen auf eine ultra-lockere Geldpolitik setzten, so stellt sich die Frage, was damit wirklich erreicht wurde und zu welchem Preis.

Die EZB rettet in einer Art Dauereinsatz Europas Großbanken. Betrachtet man die Wirksamkeit ihrer seit Oktober 2008 ergriffenen Maßnahmen, so ist die Halbwertszeit der damit erreichten „Systemstabilität“ als ausgesprochen gering einzustufen – sofern bisher überhaupt zutreffend von „Systemstabilität“ gesprochen werden konnte. Pointiert ausgedrückt kann man deswegen fragen, ob das, was die EZB macht, nicht letztlich schlicht als Industrie- bzw. Erhaltungspolitik zu bezeichnen ist. Denn unter dem Strich werden Europas Großbanken am Leben erhalten – so könnte man es zumindest auch sehen. Und die Liquidität fließt sowieso nicht in die Wirtschaft – wo sollte die es angesichts von verbreiteter Nachfrageschwäche und rezessiver Tendenzen investieren -, sondern bleibt im Bankensystem zwecks Löschung der Brände, die schief laufende Wetten und andere waghalsige Geschäfte verursachen.

Diese Sichtweise ist erschreckend, jedoch nicht völlig verkehrt. Die kurzen Abstände zwischen den massiven Interventionen der EZB sind ein starker Hinweise darauf, dass nur an den Symptomen kuriert wird und die Instabilität der Finanzmärkte systemische Ursachen hat – an die sich aber niemand heranwagt. Freilich muss man dann konsequenterweise auch fragen, inwieweit die EZB überhaupt zuständig ist.

So oder so, die Bereitschaft, das Finanzmarktsystem zu verändern oder, was eher angemessen wäre, gravierend umzubauen, ist am Ende des dritten Jahres nach der Lehman-Pleite nicht vorhanden. 29 Großbanken für systemrelevant für den globalen Finanzmarkt zu erklären, wie es vor ein paar Wochen geschehen ist, macht bei systembedingter Instabilität jedenfalls wenig Sinn und ist schlimmstenfalls nur eine Bestandsgarantie. Zudem liegen mittlerweile auch neuere Erkenntnisse über die Vernetzung des Finanzsektors vor, die auf eine wesentlich höhere Zahl systemrelevanter Finanzmarktakteure schließen lassen – die meisten davon mit Sitz in den USA. (9) Das Problem „Too big to fail“ wird mit besonderen Anforderungen an systemrelevante Banken ebenso wenig wie mit fortlaufenden Liquiditätsspritzen gelöst. Natürlich ist es wichtig, den Derivatehandel stärker zu regulieren und mithin einzuschränken. Andererseits gehen die Risiken primär von den wenigen großen Akteuren aus, die den weltweiten Derivatemarkt größtenteils unter sich aufteilen. So vereinen beispielsweise in den USA lediglich fünf Großbanken 95 Prozent (237 Billionen US-Dollar) des gesamten, von US-Banken betriebenen Derivatehandels auf sich. (10)

Eine wesentliche Voraussetzung für Finanzmarktstabilität liegt in der signifikanten Reduktion jener Gefahren, die von sehr großen, systemrelevanten Banken ausgehen. Letztlich wird das nur zu erreichen sein, indem sie ihre Systemrelevanz verlieren, sprich kleiner werden.

Zweifellos müssten die Notenbanken einen Systemumbau mit Maßnahmen begleiten und unterstützen. Zurzeit fehlt den Notenbankenaktionen jegliche Perspektive. Sie führen nirgendwo hin. Der Weg ist das Ziel.

von Stefan L. Eichner
Kontakt: eichner@web.de

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51 KommentareKommentieren

  • Eurelios - 21. Dezember 2011

    Sehr gut analysiert, denn es ist wie immer in den letzten Jahren man will/darf nicht
    das Geldsystem ändern.

    Der Grund ist ganz einfach, da sonst die ganz Wenigen Geldeliten ihre Macht
    und Einfluss verlieren würden mit der Sie die Politik der Staaten bestimmen.

    So einfach ist das.

    Mir kommt es so vor das durch diese Geldpolitik die Inflation auf ca 6%
    hochgedrückt werden soll in ca 6 is 7 Jahren ist dann die Häfte der Schulden
    weginflationiert. Der dumme ist dann der Mittelstand mit seinen Kleinvermögen auf
    seinem Sparbuch und die zukünftigen Rentner die mit einer Lebenversicherung
    ihren Lebensstandard sichern wollten.

    • Christian Wulff das Mogel-Klammeräffchen - 21. Dezember 2011

      Meiner Meinung nach wird gar nichts weginflationiert.

      Die großen Kostenpositionen sind doch die Pensionen der Beamten und all diese wunderlichen Insitute, die irgendwie irgendwas in der Bevölkerung regulieren sollen. Und gerade diese Kostenpositionen steigen synchron mit der Inflation.

      Eine moderate Inflation ist miener Ansicht nach nur in ausgewogenen Industriestaaten möglich – davon gibt es in Europa doch keine mehr…

      Somit wird zwangsläufig eine putzige Inflation in eine unkontrollierbare Post-Hyper-Inflation münden.

    • Holly01 - 22. Dezember 2011

      Das ist nicht ganz richtig. Es herrscht schliesslich ein Wirtschaftskrieg. Es werden also Schlachten geschlagen und es herrscht die psychologische Kriegsführung in den Medien.
      Die USA kommen (noch) nicht an die in China investierten Gelder heran. China hat kein Interesse daran, die Realwirtschaft zusammenbrechen zu lassen weil hunderte Milliarden Mittel abgerufen werden.
      Zeitgleich haben die USA aber auch 2-3 Billionen Dollar pro Jahr in Kriege, Kriegsgerät und Geheimdienste investiert.
      Die USA sind ziemlich überstreckt mit ihren Mitteln. Der Derivatemarkt kann nicht reguliert werden, weil das die Schleierwand ist, hinter der sich das blanke Elend verbirgt.
      Die USA wollen Europa um ein paar Billionen erleichtern und sind auf einem sehr guten Weg dabei.
      Man darf aber auch die andere Front nicht übersehen. Jeder Staatsschuld steht eine private Forderung gegenüber.
      Das Geld ist ja nicht weg. Die Staatsschulden (und mithin auch die Zinsansprüche) sind ja riesenhafte Privatvermögen.
      Die Deutschen sollen auf etwa 9 Billionen Privatvermögen sitzen und wollen nichts davon verlieren. Wenn man bedent, dass Deutschland seit Ende der 60er Jahre (fast) immer Exportüberschüsse ausgewiesen hat und dieses Geld ja ebenfalls mit der Geldhefe angefüttert wurde, dann müsste der deutsche Kapitalstamm noch viel höher sein.
      Deutschland ist -DER- Halter von Staatsschulden weltweit, denn kein Land hat über einen so langen Zeitraum so konstant Handelsüberschüsse erwirtschaftet.
      Die dritte Front ist ebenfalls interessant. Die Guthaben sind privat und die Schulden sind staatlich. Da kann man nicht einfach gegeneinander aufrechnen.
      Der Arbeiter mit einer Kapitallebensversicherung über 100k€ und einem Bausparvertrag mit 40k€ wäre nicht begeistert, wenn die Politik ihm 25% abzieht, mit der Begründung, wir müssen uns entschulden.
      Die vierte Front ist etwas unübersichtlich, aber trotzsdem massiv. Der öffendliche Dienst mit seinen sehr (im Vergleich zur privatwirtschaftlichen Lohnarbeit) Pensionsansprüchen.
      Der NRW-Landtag sieht akuten Handlungsbedarf, weil die Pensionsansprüche auf 60% absinken -KÖNNTEN-, währendessen werden die Ansprüche der abhängig Beschäftigten auf magere 42% abgesenkt.
      Es ist noch besser. Denn ein Arbeitnehmer im öffendlichen Dienst hat keinen erworbenen Anspruch auf Rente. Die Formel ist eine Multiplikation und am Ende steht der politisch festgelegt “Rentenwert”. Setzt man den auf Null, ist das ganze Ergebniss Null.
      Nur Pensionen sind in ihrer Nennhöhe und Anpassung an den Preisindex klar definiert und damit garantiert.
      Der öffendliche Dienst ist eine nicht zu unterschätzende Front in diesem Wirtschaftskrieg.

      • Holly01 - 22. Dezember 2011

        Es muss im letzten Abschnitt natürlich anders lauten :
        Denn ein Arbeitnehmer im -> nicht <- öffendlichen Dienst hat keinen erworbenen Anspruch auf Rente.
        .
        Also der abhängig Beschäftigte in der freien Wirtschaft (einschliesslich Management, im Bezug auf staatliche Rentenansprüche), ist natürlich gemeint.

      • SLE - 22. Dezember 2011

        Hallo Holly01,

        was man seit ein paar Wochen feststellen muss, ist, dass die gesamte Entwicklung aktuell sehr viel weniger stark von den Wirtschaftsfakten, sondern primär von politischen Faktoren geprägt ist, die ein schwer durchdringliches, ausgesprochenambivalentes Dickicht bilden und deswegen einen weiten Interpretationsspielraum zu lassen. Festtakkern kann man kaum mehr etwas und das sieht man auch an der Vielstimmigkeit der in Presse und Medien veröffentlichten Kommentare und Einschätzungen. Sie könnten folglich mit Ihrer Einschätzung, die plausibel erscheint, richtig liegen.

        Grüße
        SLE

  • Thorsten Eckau - 21. Dezember 2011

    Exzellente Kurzfassung der Situation. Pointiert, passend, richtig.
    Nur was nutzt es? Wir wissen das alles schon zu lange, als das ich noch daran glauben würde, dass sich die Problematik intelligent lösen wird: Es wird irgendwann (und das vermutlich mittlerweile eher früher als später) eine der unzähligen Tretmienen hochgehen, und ein depressiver Kollaps ausgelöst werden, aka Lehman II. Das ist mein Tipp.

  • Thorsten Eckau - 21. Dezember 2011

    Die Bestrebung ist da, keine Frage: 5-8% Inflation wären super für die Prolongierer des Status-Quo, den Systemischen. Aber ich fürchte (s. Post darunter), dass die erwünschte Inflation nicht eintritt, jedenfalls nicht vor einem massiven deflationären Schock.
    Es gibt m. E. 2 wahrscheinliche von den vielen möglichen Szenarien: Entweder, “es funktioniert”, dann greifen die “stabilisierenden” und “inflationierenden” Maßnahmen in ca. 18-24 Monaten und wir haben einen Endpunkt der Entwicklung vor Augen, der aber dann ebenfalls noch einmal soweit in die Zukunft reicht von dort aus.
    Oder – was ich für wahrscheinlicher halte – ob der Unzahl an Tretmienen, die da so im Markt rumliegen, übersieht in naher Zukunft einer eine davon, tritt drauf und wir kriegen einen deftigen Crash. Und wegen der chaotischen Entwicklungen ist dann nicht mehr vorhersehbar, ob danach noch eine Inflation aufkommt oder gleich per Depression der viel genannt “reset” notwendig wird.

  • Gast01 - 21. Dezember 2011

    Hi!
    wie immer top Kommentar – aber ganz ehrlich ich werde langsam aber sicher traurig und müde beim verfolgen der Nachrichten zur Finanzkrise / Schuldenkrise (what ever).
    Es ist aus akademischer Sicht sehr schade und ein Armutszeugnis, dass diese Verwerfungen nicht eine Disziplinen übergreifende Debatte (zB wiwi, philosophie, geschichts wi, volks wi …) hervorgebracht haben.
    Well – how ever – imho der beste Versuch einer Bestandsaufnahme:
    Philip Mirowski: The Seekers, or How Mainstream Economists Have Defended Their Discipline Since 2008 – Part I
    part II
    part III
    (Ich hoffe das Buch wird bald übersetzt – ist anstrengend auf engisch)

  • dicke Bertha - 21. Dezember 2011

    Die deutschen Lohnstückkosten sind im 3. Quartal weiter gesunken.

    Während in Frankreich, Italien, … die Lohnstückkosten gestiegen sind.

    Der Abstand zwischen den Volkswirtschaften in der Währungsunion ist wieder größer geworden.

    Dies wäre ohne kräftige Investionen der deutschen Unternehmen nicht möglich gewesen.

    Und das hat positive Rückwirkungen auf das Beschäftigungsniveau und die für den Konsum verfügbaren Einkommen.

    Aber nicht ausreichend, die Lohnstückkostenschere zu schließen.

    Die Einkommenszuwächse in Deutschland sind dafür einfach zu gering.

    Und damit ist die Banken- und Eurokrise wieder ein Stück unlösbarer geworden.

    • Holly01 - 22. Dezember 2011

      Die Lösung der Probleme liegt nur etwas tiefer in der deutschen Hand. Lohnhöhe, Produktivität und damit Konsumvolumen liegen in Händen der Tarifparteien.
      Damit hat die deutsche Wirtschaft wieder mehr Reaktionavolumen aufgebaut. Man kann es schliesslich nicht als ernstgemeinten Vorwurf begreifen, wenn wir unsere Hausaufgaben machen. Der Schwächste kann nicht das Mass aller Dinge sein.
      In diesem Wirtschaftskrieg zählt die Eurozone auch als Ganzes und da ist jeder Zugewinn einer Einzelnation ein Zugewinn für die Eurozone als Ganzes.
      Die Eurozone muss es einfach schaffen eine ausgeglichene Handelsbilanz mit der Aussenwirtschaft zu erhalten. Das ist das A und O.
      Erst danach kommen die internen Rechnereien. In der Summe zählt nur die Aussenbilanz und da darf kein Geld raus gehen.

  • philipp johannes - 21. Dezember 2011

    um 20.00 h in der tagesschau gehört:

    ende februar gibt es wieder giga viele euros von der ezb für die banken
    auf 3 jahre zu 1 %.

    ob der schäuble da noch mitrechnet was wir alles bluten.
    oder kommt es gar nicht mehr drauf an.

  • Deutscher Michel - 22. Dezember 2011

    Wir sollten uns von den Angelsachsen und ihrer Medienmacht nicht unnötig vorführen lassen.

    Zunächst folgender ftd.de-Auszug
    ——————-
    http://www.ftd.de/politik/konjunktur/:konjunktursorgen-italiens-wirtschaft-schmiert-ab/60145769.html?page=2 21.12.2011, 22:46
    Allein in den vergangenen Tagen schuf die Notenbank neues Geld im Wert von rund 250 Mrd. Euro.

    Bei dem Leihgeschäft am Mittwoch vergab die EZB zwar 489 Mrd. Euro an die Institute, allerdings tauschten dabei einige Banken kürzere Darlehen gegen Drei-Jahres-Kredite. Somit schulden sie der EZB bereits 918 Mrd. Euro. Noch am vergangenen Freitag lag die Summe aller EZB-Geschäfte mit den Banken bei 665 Mrd. Euro.
    ———————–
    Fazit: Die Nettokreditvergabe beträgt ca. 250 Mrd. Euro, also die Hälfte dessen, was man uns plakativ unterjubeln will.

    Wir müssen die Situation in Euroland immer im Vergleich zu anderen, großen Währungsräumen sehen. Der Dollar- und der Brit. Pfund-Raum (und weitere) praktizieren die Schaffung neuen Geldes aus dem Nichts zum Teil schon viel länger.
    Es scheint zur Zeit schick zu sein, fast nur auf Euroland einzudreschen. Die Angelsachsen lachen sich ins Fäustchen, weil wir uns kannibalisieren und so anderen Währungen, die noch viel schlechter als der Euro sind, den Steigbügel halten.

    Zuerst muß der Dollar stürzen, alles andere ist unlogisch. Daß er schon seit 65 Jahren Weltleitwährung ist, hat nichts mit seiner Qualität zu tun, sondern mit der Macht und der Schlauheit der Amerikaner. Wenn wir Europäer helfen, diesen Status quo zu erhalten, spricht das umgekehrt für unsere Dummheit.

    Sapere aude!

  • schnauzevoll - 22. Dezember 2011

    Wir werden, das Weihnachtsgeschäft wird es zeigen, erst einmal eine deflationäre Phase bekommen. Schwache Kaufkraft und gefüllte Läger sind die besten Zutaten dafür. Jetzt von einer Inflation zu sprechen ist falsch. Hyperinflation schon gar nicht, denn dafür fehlt jegliche Voraussetzung. Währungsreform ja, weil der Euro unter Umständen fallen kann. Würde das EZB Geld, wie es klug wäre, direkt von der EZB den Mittelstand fließen, wären das Investitionen in die Realwirtschaft, wo das Geld auch hingehört. Solange keine strengen Regularien auf den Finanzmärkten gelten, solange wird das Geld weiter versickern und wir produzieren eine Rohstoffblase nach der anderen, bis der Systemkollaps unausweichlich ist. Die Argumentation, dass was weiß ich wieviele Generationen durch inflationäre Strukturen verschuldet sind, ist ebenso unrealistisch. Man muss ja nur einmal in die Vergangenheit schauen. Aber ist ja egal. Ich bin kein Ökonom und habe daher von Ökonomie keine Ahnung.

    • Holly01 - 22. Dezember 2011

      Die KfW hat viele Bereiche übernommen. Als Bank des Bundes versorgt sie jederzeit den Mittelstand zu akzeptablen Konditionen.
      Etwas Marktlenkung im Privatsektor und Liquidität für öffendliche Vorhaben kommen auch von dort.

  • dicke Bertha - 22. Dezember 2011

    Seht euch die Bilanz der EZB an.

    http://www.creditwritedowns.com/2011/12/ecb-balance-sheet.html

    Wieviel Zeit wurde verspielt.

    Die Krise ist nur politisch lösbar.

    Seit 2008 hat sich die Lohnstückkostenschere weiter geöffnet.

  • SLGramann - 22. Dezember 2011

    Hallo Herr Eichner, ja das ist Industriepolitik für die Großbanken. Es ist aber auch eine Politik der Strukturerhaltung für die Eurozone.

    Irgendwie müssen die Handelsbilanzungleichgewichte ja zugeschüttet werden. Bis 2008 haben dafür private Kreditgeber gesorgt. Dann gab es eine chaotische Übergangsphase und jetzt etabliert sich ein neuer und möglicherweise auf längere Sicht stabiler Modus: Die Zentralbank finanziert die Ungleichgewichte.

    Wichtig dafür sind drei Dinge:

    1.) Die Geschäftsbanken bekommen unbegrenzten und langfristigen Zugriff auf frisches Zentralbankgeld.

    2.) Die Geschäftsbanken verleihen dieses Geld im notwenigen Umfang an die Regierungen Südeuropas. (Mit dem Rest können sie wo anders Zocker-Späßchen treiben.)

    3.) Die Geschäftsbanken bekommen eine Garantie, dass sie bei einer “Pleite” eines Eurostaates keine Forderungen abschreiben müssen. “Irgendwie” muss dann die EZB diese Verluste vollständig übernehmen.

    Die erste Bedingung ist durch offiziellen Beschluss der EZB erfüllt.
    Für die anderen beiden Bedingungen dürfte es ein entsprechendes Gentlemen’s Agreement geben.

    Ich bin deshalb fest davon überzeugt, dass dieser 3-Jahres-Tender keine einmalige Sache war, sondern bei Bedarf wieder und wieder angewandt werden wird. Und warum dann nicht auch 5 oder 10 Jahre?

    Was mich erstaunt hat, war, wie die gesamte deutsche Presse über die vollkommen nichtssagenden und inhaltsleeren Beschlüsse des letzten EU-Gipfels lange und ebenfalls nichtssagende Artikel verfasst hat, während keiner aufgegriffen hat, dass und wie die akute Krise durch EZB und Geschäftsbanken tatsächlich gelöst worden ist.

    Die entscheidende Frage ist nun aber, welche Konsequenzen dieses neue geldpolitische Paradigma langfristig haben wird!

    (Meine Hoffnung ist jedenfalls, dass die Südländer es nicht damit übertreiben, Zins und Tilgung aus den Steuern ihrer Normalbevölkerung zu bezahlen, sondern letztlich die EZB bezahlen lassen – entweder über immer neue Kredite und/oder Schuldenschnitte, die von der EZB “irgendwie” zu tragen wären. Ein Inflationsregime wäre mir alle mal lieber, als die für die Geldelite inszenierte menschenverachtende Politik Marke Schäuble und Merkel, die die Kosten allein auf die Mittel- und Unterschicht abwälzen will.)

    • SLGramann - 22. Dezember 2011

      Dazu passt noch folgendes aus der FTD:

      Wie stark die Schuldenkrise gerade Italiens Banken getroffen hat, zeigt der Trick, mit dem sie am Geldleihegeschäft der EZB teilgenommen haben: Alle Institute, die sich bei der Notenbank Geld leihen wollen, müssen ein Pfand hinterlegen, oft Wertpapiere wie Staats- oder Bankanleihen. 14 italienische Geldhäuser legten am Dienstag eigene Anleihen im Volumen von fast 40 Mrd. Euro auf – einzig mit dem Zweck, sie als Sicherheit bei der EZB zu hinterlegen. Normalerweise aber akzeptiert die EZB keine unbesicherten Anleihen als Pfand, die vom Kreditnehmer selbst ausgegeben wurden. Die Anleihen wurden deshalb von Rom mit einer staatlichen Bürgschaft versehen.

      Sollte das Beispiel Schule machen, könnten die Euro-Krisenstaaten ihren Banken praktisch Zugang zu unbegrenzten EZB-Krediten verschaffen.

      ———-

      Wenn das mal nicht clever ist!

      🙂

    • SLE - 22. Dezember 2011

      Hallo SLGramann,

      Sie haben Recht, es ist erstaunlich wie wenig Aufmerksamkeit und Diskussionen die EZB-Aktion, die in der Tat sehr bedeutsam ist, bekommen hat.

      Wie ich schon oben im Kommentar zu Holly01 geschrieben habe, ist festzustellen, dass die aktuelle Entwicklung sehr stark von zum Teil schwer identifizierbaren, zum Teil ambivalenten oder gar widersprüchlichen politischen Faktoren getrieben wird.

      Wirtschaftsfakten sind im gleichen Maße ein immer weniger verlässlicher Schlüssel zum Verständnis der Geschehnisse geworden und das ist es wohl, was viele ratlos macht, zumindest aber irritiert. Da passt vieles nicht mehr zusammen. Man sieht es auch, wie gesagt, an der Vielstimmigkeit der in Presse und Medien zitierten Experten.

      Und genau das scheint m. E. auch der Grund dafür zu sein, warum das Echo auf die EZB-Aktion vergleichsweise schwach geblieben ist: Die Aktion erlaubt schlicht unterschiedliche Interpretationen bzw. Erklärungen.

      Nichtsdestotrotz neige ich wie Sie dazu anzunehmen, dass wir noch mehr EZB-Aktionen dieser Art zu sehen bekommen werden. Nach meiner Einschätzung wäre eine Erklärung für den ungewohnt aktiven Part der EZB, dass sich hinter den Kulissen die Fronten verschoben haben, die EZB also in gewissen Grenzen ihre Neutralität gegenüber den Märkten der europäischen Sache (temporär) geopfert hat. Ihre Erklärung ist plausibel und ich stimme mit Ihnen überein, dass die entscheidende Frage ist, welche Konsequenzen der “Paradigmenwechsel” haben wird. Ich könnte mir zumindest vorstellen, dass so eine gewisse Immunisierung gegen Ratingentscheidungen erreicht werden soll. Aber das ist geraten, wie ich gerne zugebe.

      Viele Grüße
      SLE

  • Systemfrager - 22. Dezember 2011

    @SLE

    Frau Lagarde hätte den Vergleich mit der ersten Weltwirtschaftskrise gut um mindestens eine weitere Parallele … ergänzen können.

    Tja, Eigentlich funktioniert die freie (laisez-faire) Wiretschaft immer nach einem gleichen Muster – seit mehr als 2 Jh. Aber man will es nicht gestehen, weil den Nutznießern darum geht, dass sie so funktioniert, wie sie eben funktioniert. Und natürlich es werden “Wissenschafter” gefördert und gefordert, die ganz dumme Theorien über die Marktwirtschaft liefern. Deshalb hat die WiWi in den letzten 2 Jh nur ganz winzige Fortschritte gemacht.

    Aber zu der “Lagarde weitere Parallelle”:
    1: Die letzte konjunkturelle Phase, also der Abschwung (Rezession) wird durch den Nachfragemangel verursacht und die nächste Phase die Depression (Krise) frisst die Nachfrage weiter. Eine Methode diesen Prozess der Marktwirtschaft logisch (analytisch-matheamtisch) streng darlegen und nachzuweisen haben wir, dass ist die Kreislaufmethode: Quesnay, 1758, man musste sie nur mathematisch weiterentwickeln – der Arzt Quesnay war kein Mathematiker. Die technischen Koeffizeinten (20. Jh: Sraffa, Leontief, … ) reichen nicht, man braucht auch distributive Koeffizienten.

    2: Wenn die Nachfrage fällt, verdienen die Unternehmer immer weniger, aber sie müssen ihre Schulden zurück zahlen. Also gerade wenn die Investitionen zurück gehen, braucht die Wirtschaft mehr Geld als sonst. Man spart (Angstsparen) zwar auch mehr, weil aber das Einkommen sinkt, können die Ersparnisse in toto kaum wachsen.

    Zu einer solchen unfreiwilligen Vorratsbildung kommt es dann, wenn eine Konjunktur ihren Höhepunkt überschritten hat, die eigentlichen Investitionen (Ausbau der Produktionsanlagen) zurückgehen und deswegen die Nachfrage sowohl nach Rohstoffen und Halbprodukten wie auch nach Fertigerzeugnissen der Verbrauchsgüterindustrie zurückgeht. Die Lagerinvestition fängt in diesem Falle zunächst den Druck ab, der auf die Verbrauchsgüterherstellung ausgeübt wird, kann aber natürlich nur beschränkte Zeit als Puffer dienen. Je länger sich Fabrikanten und Händler gegen die unvermeidliche Konsequenz, den Absatz zu mehr oder weniger stark gesenkten Preisen, sträuben, um so mehr schwellen die Lagerbestände an und bilden eine Lawinengefahr.

    Es kann nicht der leiseste Zweifel bestehen, dass im letzten Stadium der Hochkonjunktur … unter keinen Umständen Mangel an Sachkapital, d. i. an Waren aller Art, Konsumgütern wie Rohstoffen, Halbprodukten und fertigen Investitionsgütern besteht. … Beim Ausbruch der Krise entsteht paradoxerweise Kreditknappheit, gerade weil weniger investiert wird. Wenn weniger investiert wird, Beschäftigung und Einkommensbildung im Bereich der Kapitalgütererzeugung folglich abnehmen, so geht auch die Nachfrage nach Konsumgütern zurück. Ihr Absatz stockt und lässt nun allerdings von dieser Seite her eine neue Nachfrage nach Kredit entstehen. Man braucht Durchhaltekredite, die von den Banken aber grundsätzlich abgelehnt, regelmäßig sogar mit der Forderung beantwortet werden, die bisherigen Kredite abzudecken. Insgesamt steigt die Kreditnachfrage in diesem Stadium nicht, sondern nimmt sogar ab und ist dabei in charakteristischer Weise verlagert. Es werden weniger Anlagekredite und mehr Betriebskredite verlangt. Dies ist -ein zweites Paradoxon -Grund und zugleich Ausdruck der Illiquidität der Wirtschaft, jener Spannung, welche die Zinssätze so hochschnellen lässt: Die Banken konstatieren diese Spannung und Illiquidität daran, dass die Bewegung auf den Konten der Unternehmungen, denen sie Betriebskredite eingeräumt haben, abnimmt. Die Kredite frieren ein. Die Kunden verlangen mehr Kredit bei geringerem Umsatz auf dem Konto. Der Umschlagskoeffizient ist für die Banken das deutlichste und wichtigste Liquiditätskriterium, auf das sie höchst sensibel reagieren.


    saldenmechanik >>>

    3: Ja, Frau Lagarde, in der Tat eine “weitere Parallelle”. Paralelle? Eigentlich nicht. Es gehört dem “Wesen” der freien Marktwirtschaft so und nie anders zu funktionieren.

    Und nun, die kreislauftheoretische – die einzige aus einem logischen Guss – Erklärung dieses Prozesses:

    4. Phase des ökonomischen Zyklus: Der Abschwung (Rezession)
    Der obere Wendepunkt des ökonomischen Zyklus und der Absturz in die Tiefe
    weiter >>>

    • Systemfrager - 22. Dezember 2011

      Weiß ich nicht, warum Linkt nicht funktioniert, aber die Saldemechanik-Zitat hier
      http://arno.daastol.com/books/Lautenbach%20%281952%29%20Zins%20Kredit%20und%20Produktion.pdf

    • SLGramann - 22. Dezember 2011

      Systemfrager, Ihre deflationäre Spirale können Sie recht einfach durchbrechen, wenn Sie “nu” unbegrenzt neues Geld zur Verfügung stellen und bereit sind, letztlich jede Kreditforderung – so faul sie auch sei – zum Nominalwert gegen Geld aufzukaufen.

      Sicher, auch hier gibts keinen “free Lunch”… Irgendwann muss jemand zahlen, aber eben anders und andere, als beim deflationären Kollaps.

      • Systemfrager - 22. Dezember 2011

        Ja, das ist durchaus möglich …
        und irgendwann muss dann die Inflation kommen!
        🙁
        Nur für eine Lösung halte ich es nicht (bis da dürften wir uns einig sein – nehme ich an)

        • Appaloosa - 22. Dezember 2011

          @Systemfrager:
          “und irgendwann muss dann die Inflation kommen!”

          Ich habe nicht sehr viel Ahnung von VWL aber:
          Bist du dir da ganz sicher? Was ist wenn die Banken das viele Geld behalten und die EZB es wieder einsammelt?
          In die Wirtschaft würde ich als Bank das Geld wenn überhaupt nur Tröpfchenweise geben und meine Gewinne über das Zocken und nicht über den Kredit verdienen.
          Ergo ist die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes viel zu gering für eine Inflation.

          • Systemfrager - 22. Dezember 2011

            @ Appaloosa
            >>> Was ist wenn … die EZB das Geld wieder einsammelt?

            Alles ist möglich. Aber warum sollten sie nicht weiter alles falsch machen?
            Du sagst, du hättest nicht viel Ahnung von VWL, die habe aber noch weniger Ahnung davon, wie die Wirtschaft funktioniert. Ich versuche zu raten, was die machen werden.

            Die werden in der Panik othodox keynesianisch reagieren. Was anderes kennen sie in ihren “Theorien” nicht. Die Nachfrage nach Konsumgütern stimulieren!!!! Das wird aber Strohfeuer sein, danach muss Inflation kommen.

      • Musenrössle - 22. Dezember 2011

        Am besten die Bundesbank druckt morgen, sagen wir eine Million Euro für jeden Deutschen, wenn schon, denn schon ;-).

        Mit dem Geld gehen wir dann shoppen und kaufen all das zurück, was sie im süden Europas auf faulen Kredit – also faktisch ohne zu zahlen – in den letzten Jahren von uns geschenkt bekommen haben. 😉

        Danach ist der Euro wegen der so verursachten Inflation nix mehr Wert, die Vermögen und Schulden aber auch nicht und wir können den Euro endlich unbetrauert beerdigen und zu unseren eigenen Währungen zurückkehren.

        Das Geld ist letztlich so oder so weg. Auf dem Wege hätten wir das Elend wenigstens schnell hinter uns und hätten hinterher dafür die Sachwerte wieder, die wir in jahrzehntelanger Arbeit erarbeitet haben.

        Ja, ich weiss, ich weiss, ein völlig unrealistisches Szenario, aber man wird ja noch mal träumen dürfen. 😉

        Leider wird es stattdessen darauf hinaus laufen, das die Vermögen weg sind UND wir ohne jeden realen Gegenwert für die Arbeit von Jahrzehnten dastehen werden.

    • SLE - 22. Dezember 2011

      @ Systemfrager

      Wir wissen allerdings auch – siehe USA -, dass sinkende Einkommen lange Zeit durch eine Ausweitung der Verschuldung der privaten Haushalte kompensiert und so die Nachfrage aufrecht erhalten werden kann. Es ist natürlich richtig, dass die Unternehmen bei rückläufiger Nachfrage weniger verdienen und es dadurch bedingt in Rückbildungsphasen Preisauftriebstendenzen gibt. Andererseits ist es m. E. vor allem auch eine Frage der Anbietermacht, inwieweit Preissteigerungen durchsetzbar sind respektive -senkungen vermieden werden können. Was wir gegenwärtig auf vielen Märkten sehen (z.B. Energie, Öl, Rohstoffe etc.) sind Preissteigerungen. Freilich sind diese zum Teil auf Spekulation zurückzuführen, also kein zuverlässiger Indikator mehr für die reale Nachfrageentwicklung. Was unter dem Strich dabei herauskommt, ist, wie etwa Steve Keen erklärt hat, dass sich Abschwünge nicht langsam abzeichen, sondern unvermittelt und abrupt erfolgen. Quasi über Nacht wird dann überall der Geldhahn zugedreht. Ich würde keine Wette darauf abschließen wollen, ob es dann zu Deflation oder Inflation kommt.

      • Systemfrager - 23. Dezember 2011

        Die Korrelation zwischen der Geldmenge und dem Preisniveau gibt es!
        Sie ist aber nicht so einfach, wie die Angebots-Monetaristen meinen
        merh dazu als damals currency/banking-Diskurs hervorgebracht hat, gibt es nicht
        Nun ist es so, die Notenbank kann immer das Geld zurückpfeifen
        Insoweit loht sich nicht über Defl/Infl zu prophezeihen

        Energie, Öl, Rohstoffe … Natürlich, dass sind Monopole (ok! – Oligopole),
        die ihr Preise beliebig gestalten können, weil auch sie “systemrelevant” sind

  • Christian A.Wittke - 22. Dezember 2011

    (1)
    Die EZB drückt schon mal “return” und stiftet frühzeitig die Liquidität unter dem Hütchen des ersten Quartals, was der Banksters Bilanzen für 2011 rettet und weswegen auch schon jetzt festgelegt wurde, daß Ende Februar das Hütchen des zweiten Quartals befüllt werden wird. So läßt sich mittelfristig planen was kurzfristig fehlt und langfristig egal ist.

    (2)
    Wer auf die Hyper- oder Mega- oder sonst eine In-flatio wartet muss abwarten koennen, bis die De-flatio aus der Bastelstatistik raus ist was dann ganz Flatulatio, Depression eben, sein wird.

    caw

  • TSTM - 22. Dezember 2011

    Eigentlich bin ich stiller Geniesser, aber es muss jetzt mal raus.

    An dieser Stelle möchte ich mal einen kurzen Einblick in das Tal der TSTM (To Small To Matter)-Mittelstandslandschaft geben.

    Aber Achtung: Jeder der dachte, na ja, “da oben” auf dem Berg ist die Luft so dünn, natürlich haben die Verantwortlichen (Gesetzgeber) Sauerstoffmangel im Hirn, dafür können “Die” nichts.

    Falsch. Hier der Beweis:

    Als geschäftsführender Gesellschafter hatte ich die angenehme Aufgabe ein GuW – Darlehen (Gründungs- u. Wachtumsdarlehen) für meine Kapitalgesellschaft auf zu nehmen von der KfW, bzw. IBH (Investitionsbank Hessen), also Steuerzahlermittel. Da gilt insbesondere das Vorsichtigkeitsprinzip, wie es eigentlich auch für jeden Geschäftsführer/Vorstand gilt..

    Hier eine kurze Beschreibung der Vertragsbedingungen und Voraussetzungen die mein Unternehmen erfüllen musste:

    – Tätigkeit in einem Wachstumsmarkt
    – Umsatz- und Gewiinnplan für die nächsten Jahre
    – Pro Summe X die Schaffung eines sozialversicherungspflichtigen (Volltags-) Arbeitsplatzes für mind. ein Jahr
    – 4 BWA`s p.a. vom Wirtschaftsprüfer testiert, ebenso die Bilanz unaufgefordert ein zu reichen über den gesamten Darlehenszeitraum
    – 60% EK Hinterlegung/Sicherheitenstellung der Gesellschafter (wenn man für jeden Euro den man ausgibt mit 0,6 EURO haftet, überlegt man sich jede Investition drei mal)
    -Einverständniserklärung, dass auch die persönlichen Einkommen der GF/Gesellschafter ohne Vorankündigung geprüft werden (man könnte ja die Steuermittel in Boni/Gehaltserhöhungen verwandeln)
    -Verpfichtung sich als geschäftsführer im Darlehenszeitraum nur angemessene Gehälter zu zahlen
    -Einverständniserklärung, dass jederzeit Buch- u. Bilanzprüfungen vorgenommen werden dürfen
    – zuerst die Tilgung der 40%, für die der Steuerzahler haftet, dann erst der Teil für den die Gesellschafter haften
    -Zinsen natürlich oberhalb der Inflationsrate

    Wir stellen also fest:

    Risikominimierung für den Steuerzahler, grösste Haftung für die Eigentümer, in Euro und Jahren gerechnet, der Verwendungszweck in einem Wachstumsmarkt muss erfüllt werden (Jobs, Jobs, Jobs!), man darf mit dem Geld eben nicht machen was einem so in den Sinn kommt (Boni), jeglicher Überprüfung der Gesellschaft wie auch der natürlichen Eigentümerpersonen muss zugestimmt werden, und wer denkt, dies sei theoretisch liegt falsch: Innen-Aussenbuch- und Gesellschaftereinkommensprüfung in den ersten drei Jahren.

    Bei Verstoß gegen den Vertrag: Ausserordentliche Kündigung mit allen Rechtsfolgen.

    Durch die Jobs hat meine Gesellschaft bereits nach 2 Jahren so viel in die Solidargemeinschaftskassen (ESt, KV, Rente, Soli) eingezahlt, dass der Steurzahler die 40% für die er links haftet, rechts wieder eingenommen hat. 1a-Geschäft mit Rating AAAAAA++++++ für den Steuerzahler.

    SO MACHT MAN MIT STEUERZAHLERMITTELN GESCHÄFTE.

    Unfair für den Unternehmer?

    NEIN, VÖLLIG NORMAL. SO IST DAS EBEN.

    “Die” wissen, wie es geht. Realwirtschaftliche Verbesserung, sonst gibt`s keinen Cent.

    Bei den TBTF-Kapitalgesellschaften hingegen ist man (der Steuerzahler) etwas entspannter, zugegeben ein wenig spitzfindig:

    2,7 (?) % Risikogewichtetes EK als Branchenprimus, noch nicht einmal die Gesellschaft haftet, man kündigt an Leute zu entlassen, man Investiert auch mal gerne in “Werte” die dann auch mal toxisch werden können, man tritt mal hochspekulativ als CDS-Versicherer auf, mal auch anders herum, ja und Gehalts- und Bonierhöhungen stehem einem verantwortungsvollen Topmanager selbstverständlich zu, denn ein Verwendungszweck stand auf dem (Blanko-)Scheck nicht drauf.
    Tja, da können auch mal ein paar Kinder weltweit verhungern, der Rohstoff Weizen sowie auch andere Lebensmittelwerte lockt das Geld des Steuerzahlers magisch an, und `ne ordentliche Gewinnmitnahme muss da ja wohl “im Anlegerinteresse” schon mal drin sein. Und aller, aller spätestens hier hört der Spass auf.

    Oder liegt`s doch an der Höhenluft? Wenn ja, bei mir hier unten im Tal ist viel Platz, Bodenkontakt von Zeit zu Zeit ist gar nicht so schlecht, vertraut mir einfach mal.

    In diesem Sinne, frohe Weihnacht ” da oben” und `nen guten freien Fall, äh, ich meine Futsch, äh, nein Rutsch in`s neue Jahr!

    Und lasst euch weiterhin in 2012 von dem bisschen Realität unter euren Schuhsolen nicht verwirren, das sind nur wir Steuerzahler, nicht der Rede Wert!
    Ihr schafft das! Einfach immer weiter so, klappt schon irgendwann, Kopf hoch! Eure Kontonummern haben wir ja, wenn`s wieder eng, meldet euch einfach!

    Grüsse aus dem Tal mir der dicken, aber sauerstoffreichen Luft,

    TSTM

    • SLE - 22. Dezember 2011

      Hallo TSTM,

      vielen Dank für diese Darlegung. Schöner kann man kaum verdeutlichen, dass “die Wirtschaft” als Folge einer entsprechenden Politik heute eine “Zwei-Klassen-Gesellschaft” ist. Wenn in Presse und Medien sowie vor allem auch in der Politik von “der Wirtschaft” die Rede ist, so ist i.d.R. nur die “1. Klasse” derselben gemeint.

      Grüße
      SLE

  • Musenrössle - 22. Dezember 2011

    Und weil’s grad so schön passt:
    http://www.jjahnke.net/rundbr88.html#2567
    Schon 2,6 Billionen Euro, die die EZB inzwischen ‘gedruckt’ hat.

    Und jetzt alle zusammen:
    “Wer soll das bezahlen? Wer hat das bestellt? Wer hat so viel Pinkepinke, wer hat so viel Geld?”

    Na WIR sollen das bezahlen, wer sonst… auch wenn wir das weder bestellt noch das Geld dafür haben… 🙁

  • Duke van Hudde - 22. Dezember 2011

    @Appaloosa

    Die Inflation wie sie die EZB und die Bundesbank herausgeben sind für mich grosser Mist.Es geht überhaupt nicht richtig die Assetpreisblasen ein.Genau die hatten wir aber z.b. im Immobilienmakrt in Spanien oder den USA.Dieses ganze Geld führt natürlich zu einer Blase und das ist quch gewollt auch wenn sie es nicth Blase nennen werden.

    Es soll der Preis für Staatsanleihen mit miesen Ruf und hoher Ausfallwahrscheinlichkeit erhöht werden.Also z.b. eine Anleihe mit einen Nominalwert von 100 und Kurs 80 soll wieder in Richtung 100 gedrückt werden das sinkt halt die Zinslast.Das ändert ja nur über Zweitruneneffekte(Zinsen für neue Anleihen würden dadurch sinken) etwas an der eigentlichen Qualität des Papiers und ist damit halt Inflation.

    Wie weit sowas dann in die wirkliche wirtschaft reingetragen wird ist unklar.Die EZB hofft natürlich kaum und ich denke da laufen auch Deals ab das man das Geld nur bekommt wenn man Staatsanleihen kauft aber selbst dann steht sich jeder Geldbestizer der kein solchen Müll hat schlechter da.Genau das sind halt auch die die dafür am Ende bezahlen müssen.

    Das das ganze eine riesige Subvention für die Banken ist kommt noch dazu.Für 1 % für 3 Jahre leihen und dann für 5-6 % verleihen ist ein lustiges Geschäft.Als Sichehreit gibt man dann noch die von dne Geld gekauftne Staatsanleihen aus. Ein Risiko ist nicht gegeben da wenn es schief geht ist man ja System relevant oder es bricht eh alles zusammen dann ist es auch egal.

    Wenn ich 10 Mio hätte würde ich auf jeden Fall eine Bank gründen ,da gibt es ein fettes Geschäft zu machen.

    • Thorsten Eckau - 22. Dezember 2011

      Ich kann mich irren, aber als ich mich mal peripher dafür interessiert habe, war es meiner Meinung nach sogar relativ einfach eine Bank zu gründen: Vollbanker mit einschlägiger Ausbildung, 250.000 EUR und viel formaler Aufwand, aber das reichte meiner Meinung nach. In der Tat kommt mir als Unternehmer häufiger mal der Gedanke hoch, man sollte sich schlicht seine eigene Bank gründen. Aber ich fürchte, die Zugänge zu solchen Programmen wie diesem aktuellen hier, unterliegen wiederum Beschränkungen, die eine solche kleine (Privat-)Bank dann nicht erfüllt.
      Wäre in der Tat mal interessant zu wissen, falls hier einer davon Ahnung hat: Mich würde es interessieren, ganz real!

    • SLE - 22. Dezember 2011

      … muss dann aber schon eine Großbank sein 😉

      Gruß
      SLE

  • Thorsten Eckau - 22. Dezember 2011

    OT:
    Und noch eine Frage hätte ich in die Runde: Wagt sich einer eine Prognose abzugeben, welche (Groß-)Bank(en) als nächstes “dran” sein könnten? Oder auch im Gegenteil, wagt einer die Prognose dass es zu keinem Lehman II kommen wird, weil die EZB es komplett unter Kontrolle hat, einen weiteren Kollaps zu verhindern (der nach EZB-Stabi-Report in den letzten Wochen ja massiv wahrscheinlicher geworden sein soll)?
    Mich würden die Gedanken dazu mal interessieren, nicht weil ich glaube dass hier jemand magische Fähigkeiten hat, sondern einfach weil dies pragmatische und wichtige Gedanken sind, die ich für mich alleine einfach nicht abzuschätzen in der Lage bin. Ich habe eine Meinung, die ich aber nicht fundieren kann, die kommt mehr aus dem Bauch und ist daher keine besonders gute Grundlage für Entscheidungen…

    • SLE - 22. Dezember 2011

      Hallo Thorsten Eckkau,

      Hellseher bin ich natürlich nicht, aber um zu einer Einschätzung zu gelangen, würde ich die ETH-Studie von Vitali/Glattfelder/battiston von Sept. 2011 empfehlen (hier der Link: http://arxiv.org/PS_cache/arxiv/pdf/1107/1107.5728v2.pdf).

      In dieser Studie wurde ddas Beteiligungsgeflecht der transnationalen Konzerne (weltweit 46.000) untersucht und festgestellt, dass es ein großes Netzwerk mit einem sehr einflussreichen (gemessen an den Kontrollmöglichkeiten über andere Gesellschaften) Kern von Firmen gibt. Der Clou: In diesem Kern befinden sich vornehmlich Finanzkonzerne. Die 50 einflussreichsten – bzw. letztlich besonders systemrelevanten – Konzerne sind in der Studie hinten namentlich aufgeführt. Fast die Hälfte dieser 50 Konzerne sitzt inden USA (bzw. saß – denn die Daten stammen aus dem Jahr 2007 und Lehman, Bear Stearns und Merril Lynch gibt es ja nicht mehr).

      Zusätzlich würde ich mir einen Überblick darüber verschaffen, wer die großen Spieler am Derivatemarkt sind – meines Wissens wird der von kaum mehr als 20 Instituten beherrscht. Die fünf größten US-Spieler, die 95 Prozent des von US-Banken betriebenen Derivatehandles auf sich vereinen, sind: JP Morgan Chase, Citibank, Bank of America, Goldman Sachs und Morgan Stanley. Ein genauso großer Spieler ist – wie Steffen hier neulich anhand der Analyse des Geschäftsberichts dargelegt hat – die Deutsche Bank.

      Und last but not least könnte auch ein Blick auf die Entwicklung der Risikoprämien für Banken nicht schaden.

      Das wäre das, was mir zum Thema spontan einfällt.

      Grüße
      SLE

  • Michael - 22. Dezember 2011

    Weginflationiert ist unter der Rahmenbedingung sinkende Medianeinkommen totaler Quatsch. Fakt ist, dass die Spareinlagen (sogar in Deutschland) seit Monaten sinken.
    http://www.bundesbank.de/statistik/statistik_zeitreihen.php?lang=de&open=&func=row&tr=OU0197
    Allen Verkündungen der Bankenverbände zum Trotz liegen die Spareinlagen der Nichtbanken auf dem Niveau von 1999. Bei “Inflation” i.e.S. sollten sie angeschwollen sein, da aber die Preise stiegen, Einkommen und Spareinlagen nicht, handelt es sich um Kaufkraftverlust des Geldes gleich Einkommensdeflation.

    Logischerweise bedeutet kein Trennbankensystem, dass man wohl alles, was nicht an den “Finanzmärkten” riskiert werden soll, wohl im heimischen Tresor vor der Polit-Zentral-Banker-Gaunertruppe sicherstellen muss. Die Banken kriegen “Kredit” zu 1% Verzinsung. Für die “kaufen” sie nach Umwälzung ihrer eigenen “Anleihen” Staatspapiere zu meinetwegen 4%. Macht 300 Mrd. Euro mal 3% Gewinn mal 3 Jahre, ein Geldgeschenk von 27 Mrd. Euro auf Kosten der betroffenen Steuerzahler. Gleich Einkommensdeflation um 27 Mrd. Euro, bei Zinsdifferenz von 3%, in den nächsten 3 Jahren in der Eurozone. “Gehebelt”, “risikoscheu”, wie Bankiers nun mal sind, könnte es auch bis zum Zehnfachen anschwellen. Die Steuerzahler sollen bankrotte Banken “rekapitalisieren”. Womit sich der Kreis geschlossen hätte. Den müssen sie in 3 Jahren vielleicht zurückzahlen, vielleicht umwälzen.

    Bedeutet einfach, das Elend, welches wir Jahren ertragen, geht so weiter. Keine Besserung in Sicht. Warten wir in schauriger Erwartung ab, wie lange es noch dauert, bis die (“Sozialismus für Bankiers-“) Brut gelyncht wird.

    • Catweazle - 22. Dezember 2011

      Lynchen wird die wohl keiner, dazu ist die Bevölkerung schlicht zu doof. Außerdem haben Banksters vorgesorgt und dürfen dank EU-Verfassung auch ganz schnell die Armee samt Todesstrafe gegen den Mob einsetzen.
      Ich bin aber selber mal gespannt wie oft das System den Roll-Over der vielen Milliarden(oder demnächts auch Billionen) mitmacht. Bei jeder Runde werden der Realwirtschaft ja gut 2-3% der Gesamtsumme entzogen, denn es wird ja letztendlich über die Steuern finanziert. Das es derzeit nicht knirscht liegt eindeutig daran, das die Menschen derzeit noch nicht angemessen gemolken werden. Es sind defacto viel mehr Einnahmen der Staaten nötig um das große Rad am Laufen zu halten. Das Rad wird ja praktisch mit jeder Umdrehung größer und somit auch die Reibungsverluste die als Dividenden/Boni/Gehälter bei den Bankstern und den Eigentümern der Banken landen. Nur mit dem “Drucken” von Geld kommen wir jedenfalls garantiert nicht weiter. Wenn nämlich genug Geld da ist und die Renditen der Staatsanleihen wieder im Keller sind, suchen sich die “Märkte” Anlagen mit höheren Renditen. Das können z.B. Rohstoffe, Aktien oder auch Lebensmittel sein. Bei letzterem schaufeln sich die Zocker aber dann ihr eigenes Grab, denn nichts mobilisiert die Menschen wohl mehr als der Hunger.

  • Lesefuchs - 22. Dezember 2011

    Ich bin Laie, kein Ökonom. Aber ich vestehe nicht warum etliche Leute von Inflation faseln. Wie heißt es bei Wikipedia:
    …pro Gütereinheit existieren nun mehr Geldeinheiten. Als Folge muss für die Güter nun mehr Geld gezahlt werden, das heißt sie werden teurer. Daher versteht man unter Inflation allgemein auch eine Geldentwertung…..
    Wenn es einen allgemeinen wirtschaftlichen Abschwung gibt und Arbeitslosigkeit, Leiharbeit, ein Euro Jobs und und und boomen, wo soll das Geld herkommen welches die Inflation erzeugt? Das Geld wird ins Casino gespült und landet nicht bei denen, die es ausgeben würden. Die Bürger verdienen immer weniger und müssen immer mehr für die Lebenshaltung aufbringen (Strom, Wasser, Gas….). Da bleibt immer weniger für die “Wohlstandsausgaben”. Warum sollten die, die uns gerade kaputt machen, eine Geldentwertung wollen? Ich glaube an keine normale Lösung mehr. JEDER hat seinen Preis und es ist zu viel Geld für den Kauf der Politik im Umlauf. Es kann jetzt nur noch eine gewaltsame Lösung geben, die nicht kontrollierbar ist. Wenn die Masse nichts mehr zu verlieren hat, war es das….

  • Kartoffel - 22. Dezember 2011

    @TSTM
    was schlägst du dich mit solchem Scheiß herum? Diese “Bedingungen” verstehe ich sehr gut. Macht das Sinn? Du wirst doch nur vom Staat verarscht und die vielen kleinen Schmarotzer lachen über dich. Wirf die Schmarotzer raus, ähhh ich meinte befreie sie von deiner ganz Phösen kapitalistischen Ausbeuterei und LERNE CHINESISCH!
    Ja das ist richtig schwer, aber dann lachst du!
    Ich sage zu solchen Bedingungen voller Parasiten, “TING BU DONG”, wörtlich “Verstehe ich nicht”, in so einem Fall meint der Chinese aber “Interessiert mich nicht”
    Ich verspreche dir, in China wirst du was ganz, aber ganz anderes erleben…. den Wechsel von kommunistischer Kapitalistenausbeutung zu einem Land in dem Kapitalisten ausdrücklich erwünscht sind.
    Nur du mußt unbedingt Mandarin können und die dortigen “Spielregeln” versthen, sonst bleib besser daa wo du bist, bei den losern.
    Also ab zum Flughafen.
    SHU (Kartoffel auf Taiwanesisch)

  • hunsrückbauer - 22. Dezember 2011

    wir blogger ergehen uns in analysen, thesen, antithesen, synthesen und bewirken NICHTS ausßer uns besser oder schelchter zu fühlen. Der Klassenkampf mit hilfe der Politik, Kapital gegen Proletariat, wird nicht in Blogs entschieden, auch nicht mit Wahlen, er wird auf der Strasse entschieden. Nun werden einige einwenden, und was ist mit GR, SP, P, I, da ist er schon auf der Strasse und nichts ändert sich! Stimmt!
    Nur wartet mal ab, wenn 300 Mio Amis mit 500 Mio Waffen den Kampf auf die Strasse verlegen, was dann abgeht. The american dream is over, das hat inzwischen der letzte Ami kappiert, wo hingegen der teutsche Michel immer noch seinem DsdS frönt.

  • Patrick - 22. Dezember 2011

    Es ist einfach eine Sauerei … Mal abgesehen von den makroökonomischen Folgen ist es einfach nur lachhaft, dass die EZB den Banken das Geld quasi schenkt, aber der Privatmann einen hohen Zins an die Bank zahlen muss ….

  • TSTM - 23. Dezember 2011

    @ SLE

    Danke für die Blumen! Die Summe der TSTM`s ist dann aber doch eine massive, große Basis. Leider flüstern wir mit ca. 250.000 sehr leisen Stimmchen verschiedene Texte an verschiedene Adressaten. Ein Chor wäre langsam mal angesagt…… . Aber es hat ja keiner Zeit.

    Übrigens, frohe Weihnachten und einen guten Start in`s Neue an alle hier. Man liest sich dann nächstes Jahr wieder.

    @ Kartoffel
    So unglaublich das klingen mag, aber das GuW war eine Initialzündung für mein Unternehmen, annähernde Verdopplung der Umsatzerlöse, Erträge und Mitarbeiter p.a. , jetzt stabile Lage. Anstrengend, klar. Aber ok. Wenn`s mir zuviel wird, kehre ich eben die Gasse und mach Platz für einen Besseren. Oder lerne Chinesisch….:

  • aquadraht - 24. Dezember 2011

    Erst mal dank an SLE für den Artikel, sehr interessant und gern gelesen. Und frohe Weihnachten.

    Ist aber nicht der eigentliche Grund, warum ich meinen Senf dazugebe. WB auch an Steffen, dessen beide Artikel ich erfreut zur Kenntnis genommen habe, auch wenn der Inhalt nicht unbedingt euphorisch stimmt. Schön, dass Steffen wieder da ist und seine Analysen beisteuert.

    Nur: Die Kommentarfunktion tut nicht. Oder ist das nur bei mir so?

    a^2

  • Eurelios - 25. Dezember 2011

    @aquadraht

    Nur: Die Kommentarfunktion tut nicht. Oder ist das nur bei mir so?

    Nein bei mir ist es genau so. Leider. :-((

  • mutzel6 - 25. Dezember 2011

    die Kommentarfunktion wurde offenbar deaktiviert. Vielleicht gab es Probleme? Vielleicht kann Steffen uns einen Hinweis zum Problem geben?

  • Lothar - 26. Dezember 2011

    Das deaktivieren der Kommentarfunktion kennt eigentlich jeder schon der hier laenger mitliest und die Kommentarkriege von Rolf und dem Touristen miterleben durfe. Denke Steffen will einfach ueber die Feiertage/Urlaub Ruhe haben und hat’s deshalb ausgeschaltet

  • Thorsten Eckau - 27. Dezember 2011

    OT:
    http://www.wiwo.de/unternehmen/banken/ezb-vorsichtskasse-bankeinlagen-steigen-auf-neuen-rekordwert/5996910.html

    Massiver Anstieg des Misstrauens. Gigantisch, dieser Zuwachs. Ob wir in den kommenden Tagen einen Knall hören werden? Keine Chinaböller meine ich…

  • Systemfrager - 27. Dezember 2011

    @ SLE und alle
    Zu meinem Kommentar: den 22. Dezember 2011

    zu meinem Zitat dort, gekürzt:
    “Beim Ausbruch der Krise entsteht paradoxerweise Kreditknappheit, gerade weil weniger investiert wird. Wenn weniger investiert wird, Beschäftigung und Einkommensbildung im Bereich der Kapitalgütererzeugung folglich abnehmen, so geht auch die Nachfrage nach Konsumgütern zurück. Ihr Absatz stockt und lässt nun allerdings von dieser Seite her eine neue Nachfrage nach Kredit entstehen. Man braucht Durchhaltekredite, die von den Banken aber grundsätzlich abgelehnt, … werden, die bisherigen Kredite abzudecken. Es werden weniger Anlagekredite und mehr Betriebskredite verlangt.

    Und gerade lesen wir:
    Banken bunkern Hunderte Milliarden Euro bei der EZB

    Kurz vor Weihnachten hatte die EZB den Geldmarkt mit 500 Milliarden Euro regelrecht geflutet – genützt hat es nichts. Statt das Geld an Unternehmen weiterzugeben, legen die Banken es lieber für niedrige Zinsen bei der EZB an – die “Vorsichtskasse” schwillt auf einen Rekordwert an.

    SPON >>>

    Tja. Wie war das noch einmal?
    Wir können das Pferd zur Tränke bringen, zum Saufen können wir es aber nicht zwingen.

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