(Ab-)Wahlsonntag in Frankreich und Griechenland: Sarkozys Felle schwimmen – Europas Krisenkurs schwimmt mit

von am 4. Mai 2012 in Allgemein

François Bayrou, der als Spitzenkandidat seiner Zentrumspartei (MoDem) in der ersten Wahlrunde 9,1 Prozent der Wählerstimmen bekam, hat jetzt angekündigt, bei der Stichwahl am 6. Mai für den Sozialisten François Hollande (PS) zu stimmen. Zwar hat er seinen Anhängern keine direkte Wahlempfehlung gegeben. Ein klares Zeichen hat er ihnen damit dennoch gesetzt. (1)

Nachdem Nicolas Sarkozy (UMP) im gestrigen TV-Duell keinen Boden gegen seinen Herausforderer Hollande gutmachen konnte (2), haben sich die Chancen für den amtierenden Präsidenten für die Wahlrunde am kommenden Sonntag somit weiter verschlechtert.

Bereits am 1. Mai hatte die rechtsextreme Marine Le Pen (FN) ihren Anhängern gesagt, sie werde weder Sarkozy noch Hollande unterstützen, sondern am Sonntag einen leeren und damit ungültigen Stimmzettel abgeben. (3) In der ersten Wahlrunde hatte sie 17,9 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinen können und Nicolas Sarkozy hatte gehofft, einen erklecklichen Teil ihrer Wähler für sich gewinnen zu können. Diese Hoffnung wird sich voraussichtlich nicht erfüllen.

Der linksextreme Jean-Luc Mélenchon, der in der ersten Runde auf 11,1 Prozent der Stimmen kam, hatte seinen Wählern schon frühzeitig eine Empfehlung für Hollande gegeben.

Entschieden ist noch nichts, aber es sieht nun sehr danach aus, als würden die Franzosen den Sonntag weniger zu einem Tag der Wahl, sondern mehrheitlich zu einem der Abwahl machen. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass dies – sollte es so kommen – das auslösende Ereignis für eine Neuorientierung des europäischen Krisenkurses sein.

Das gilt umso mehr, als am 6. Mai auch in Griechenland ein neues Parlament gewählt wird – allerdings in einer beunruhigend aufgeheizten, radikalisierten Stimmung und mit der beinahe sicheren Aussicht auf eine überaus schwierige Regierungsbildung. Im Gegensatz zu Frankreich ist dort unklar, welche Ergebnisse die Wahl erbringen – bis zu zehn Parteien könnten ins Parlament einziehen – und vor allem welche Folgen sie haben wird. Es ist nicht mehr sicher, ob das von der Übergangsregierung mit der EU, der EZB und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) ausgehandelte Sparkonzept fortgesetzt werden wird. Denn die Griechen lehnen laut Umfragen den drastischen Sparkurs aufgrund der katastrophalen Folgen mehrheitlich vehement ab. Es auch nicht absehbar, was die Wahl für den sozialen Frieden im Land bedeutet. Wie wird das Wahlergebnis aufgenommen werden?

Vor allem mit Blick auf die Situation in Griechenland könnte sich der kommende Sonntag im Rückblick für Europa als jener Tag erweisen, der das Fass für die steigende Zahl der Gegner – insbesondere auch unter den europäischen Regierungschefs – eines einseitigen austeritätspolitischen Kurses zwecks Sanierung der Staatsfinanzen hoch verschuldeter Mitgliedstaaten zum Überlaufen brachte. Die Fakten sprechen ohnehin eine deutliche Sprache: der Kurs führt die Schuldenstaaten in eine wirtschaftliche Abwärtsspirale – mit erschütternden Folgen.

Für Bundeskanzlerin Angela Merkel, die ohnehin wie niemand sonst in Europa mit diesem Krisenkurs identifiziert wird, könnten deswegen schwere Zeiten anbrechen.

Deutschland war bereit, für seine Führungsrolle im europäischen Krisenmanagement sehr hohe finanzielle Risiken auf sich zu nehmen. Das muss man nicht so interpretieren. Aber man kann es. Wenn sich jetzt in Europa jedoch die Auffassung Bahn brechen sollte, dass der austeritätspolitische Krisenkurs mehr Schaden angerichtet als geholfen hat, dann könnte dies am Ende möglicherweise – ähnlich wie einst Heinrich Brüning in der Weimarer Republik – primär der Bundeskanzlerin angelastet werden.

Das wäre nicht (ganz) korrekt. Natürlich nicht. Beispielsweise haben insbesondere auch die (unabhängige) EZB, die (supranationale) Europäische Kommission und der IWF (die sog. Troika eben) auf diesen Kurs gedrungen. Auch der Euro-Gruppenchef Jean-Claude Juncker hat das getan. Der konservative britische Premier David Cameron ist ebenfalls von diesem Kurs überzeugt, auch wenn er mit den Euro-Problemen nichts zu tun hat.

Doch werden sich alle in Europa und insbesondere auch Presse und Medien daran erinnern, wenn „das Kind“ in der Euro-Zone erst in den Brunnen gefallen ist? Sie werden sich daran erinnern, über wen im Zusammenhang mit den Sparkurs-Forderungen in den zurückliegenden beiden Jahren vornehmlich berichtet wurde.

von Stefan L. Eichner
Kontakt: eichner@web.de

Print article

58 KommentareKommentieren

  • klaus - 4. Mai 2012

    Osborne ist gegen Basel 3 Regeln.

    http://www.telegraph.co.uk/finance/newsbysector/banksandfinance/9243959/Chancellor-George-Osborne-blocks-EUs-Basel-III-rules.html

    Man könnte sonst was merken, was mit dem Kernkapital ist, falls was da war.

    http://www.telegraph.co.uk/finance/newsbysector/banksandfinance/9244389/RBS-set-to-pay-back-last-of-163bn-loan-from-taxpayer.html

    Aber von wem sind die 163 Mrd Pfund so schnell?

    Egal.
    Einfach Basel 3 weglassen und es geht uns allen gut.
    Dann wird selbst Frankreich kein Downgrade drohen.
    Dann hätte Sarkozy noch ne Chance bei der Wahl. Osborne/Cameron versuchen es jedenfalls.
    Vielleicht TINA auch?
    😉

  • willi - 4. Mai 2012

    Ich wäre da gar nicht so sicher, dass Merkel da viel zu leiden hätte. Sie könnte stattdessen zügig die Seiten wechseln und ihr Geschwätz von gestern eben dieses sein lassen.
    Du hast natürlich Recht, dass Merkel wie kaum jemand anderes für den Austeritätskurs in Europa steht, aber da der, wie sich immer schwerer leugnen lässt, geradewegs gegen die Wand führt, könnte sie sich mit ein paar Krokodilstränen auch schnell davon verabschieden. Mit Bedauern würde sie dann eben zur Kenntnis nehmen, das der Kurs sich wegen der Mehrheitsverhältnisse in Europa geändert habe und gut ist. Sie hätte dann immerhin allen Anlegern das richtige Signal gegeben, nämlich das Deutschland und die deutsche Regierung keinerlei Skrupel hat, die Interessen der Anleger unbedingt zu wahren, selbst wenn der Preis dafür für die massenhafte Verarmung der Bevölkerung ist. Wenn es dann den Euro am Ende doch zerlegt, weiß dann wenigstens jeder, wohin er sein Kapital am besten schickt.

    • SLE - 4. Mai 2012

      Hallo Willi,

      ja, das stimmt ganz sicher. Angela Merkel hat immer wieder unter Beweis gestellt, dass sie solche Richtungswechsel ohne Wimpernzucken und Schaden für sich hinbekommt (u.a. Energiewende nach Fukushima, Wende in der Wulff-Nachfolgerdebatte).

      Es dürfte aber als sicher gelten, dass Griechenland so oder so eine schwierige Regierungsbildung bevorsteht und anschließend eine sehr schwache Regierung haben wird. Damit ist – egal ob Griechenland den Sparkurs vorerst beibehält oder nicht – der Boden für die nächste Eskalationsstufe bereitet und ich will ehrlich sein, das finde ich sehr beunruhigend. Wenn das so weiter geht in Griechenland (und demnächst in Portugal und Spanien), was soll dabei herauskommen? Bürgerkriegsähnliche Verhältnisse?

      Ich frage mich, ob die Euro-Retter Folgendes auf ihrem Radar haben: Wenn es in Griechenland (nach der Wahl) zu einer plötzlichen Eskalation kommen sollte, was sich niemand wünscht, was jedoch bei der aufgeheizten, wuterfüllten Stimmung niemand mehr gänzlich ausschließen kann, dann wird auch kein Politiker mehr die Gelegenheit haben, zu sagen: Na, gut, Schwamm drüber. Dann machen wir jetzt eben eine 180-Grad-Wende und eine völlig andere Politik.

      Und selbst wenn ein Politiker das sagte, was will er denn machen, um sowohl den Volkszorn zu besänftigen als auch Griechenland zu retten? Der TINA-Kurs ist Beleg dafür, dass es kein anderes Konzept gibt. Wie es anders und vor allem besser gemacht werden könnte, insbesondere mit Blick auf die desaströse wirtschaftliche Entwicklung, das scheint ein Frage zu sein, mit der sich bisher kein Euro-Retter ernsthaft beschäftigt hat.

      Auf Hollande würde ich auch nicht setzen. Wenn jetzt in Europa wieder auf Keynes gemacht wird und groß angelegte Konjunkturporgramme (Infrastrukturförderung etc.) aufgelegt werden, dann hilft das m.E. Null und Nichts. Denn das hat die EU im Rahmen der Strukturfonds und des eigens für diesen Zweck aufgelegten Kohäsionsfonds schon in den letzten ca. 20 Jahren in den europäischen Mitgliedstaaten der Peripherie gemacht (Irland, Griechenland, Portugal und Spanien haben dafür beträchtliche Fördermittel und auch EIB-Kredite erhalten). Nachhaltig war das nicht, wie man jetzt nur zu deutlich sieht.

      Grüße
      SLE

      • willi - 4. Mai 2012

        Wenn es überhaupt ein Konzept gibt, dann höchstens eines, dass nur eine Prämissen hat: Den Standort EU für die Anleger attraktiv zu halten -koste es was es wolle. Merkel hat ja schon mal verlauten lassen, dass dafür ggf. die Demokratie “marktkonform” angepasst werden muss und wenn ich mir anschaue, wie die gewählten klassische Politiker durch Technokraten aus der Finanzindustrie ersetzt werden (Griechenland, Italien) hat man bereits damit angefangen.

        Mit der Einrichtung des ESM geht man dann einen Schritt weiter und nimmt den Ländern, die zur Zeit noch von der Troika drangsaliert werden, die Hoheit über den Haushalt und degradiert sie zu Befehlsempfängern einer unantastbaren “Wirtschaftsregierung”, die die Interessen des Kapitals exekutiert.

        Das eine Rückbesinnung auf eine keynsianische Wirtschaftspolitik keine Lösung wäre, sehe ich auch so und würde mich da den Ausführung von Georg weiter unten anschließen.

        Was bleibt sind Phantastilliarden an Guthaben, mit denen man aber gerne weiter jonglieren möchte, damit der Kettenbrief nicht abreißt. Was man dafür alles zu opfern bereit sein wird, weiß niemand. Ich fürchte nur, es wird sehr viel sein.

  • Andres Müller - 4. Mai 2012

    Die Wahlen in Griechenland machen mit dem Euro keinen Sinn, respektive hätten die Wahlen wohl kaum Auswirkungen auf das Land -zu übermächtig reguliert die EU das Schicksal der Hellenen.

    Anders sieht es Frankreich aus, der Ausgang der Wahlen dort könnte Auswirkungen auf den Kurs der Gesamt -EU haben. Mir erscheint Hollande aber kaum in der Lage gegen die Physikerin Merkel anzutreten, die dürfte sich enger an den Italiener Monti anschmiegen. Ich befürchte das historisch klassische Europa-Schicksal herankommen- Deutschland-Italien-Österreich gegen Frankreich dem vermutlich England widerwillig aber zur Seite wachsen wird.

    • SLE - 4. Mai 2012

      Hallo Andres Müller,

      Monti und auch die spanische Regierung haben aber schon vor der ersten Wahlrunde deutlich gemacht, dass sie eine Abkehr vom einseitigen Sparkurs und wieder verstärkt auf Wachstum setzen wollen. Ich schätze, Frau Merkel wird – wenn Hollande gewinnt – isoliert sein und einlenken müssen.

      Gruß
      SLE

      • Andres Müller - 4. Mai 2012

        @SLE Monti versteht unter Wachstum wohl nicht das gleiche wie Hollande. Bereits als Monti die Regierungsgeschäfte in Italien übernommen hatte bezeichnete er sein Vorhaben als “Wachstumspaket”.

        Hier in Kürze woraus dieses besteht:

        “Das Gesetzespaket enthält unter anderem Steuererleichterungen zur Förderung des Wachstums und den Verkauf von Staatseigentum zum Abbau des Schuldenberges. Die Maßnahmen sollen aber auch für größere Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt sorgen. Zudem ist eine Anhebung des Rentenalters auf 67 bis 2026 vorgesehen.”

        Ich gebe zu bedenken dass kein Politiker auf Nachfrage angeben würde, dass er gegen Wachstum wäre. Mario Monti ist rhetorisch sehr versiert und findet deshalb in allen Lagern Verbündete. Ich warne davor Monti falsch einzuschätzen, er ist ein Italienischer “Graf Lambsdorf” und Vorsitzender oder leitendes Mitglied der Denkschmiede The Trilateral Comission und Bruegel (wo nun der Ex Notenbanker Trichet die Führung übernommen hat.) Monti interessiert sich schon für Wachstum, nämlich dem üblichen neoliberalen Wachstum von Vermögen (der Eliten) durch sozialdarwinistische Massnahmen.

        • SLE - 4. Mai 2012

          @ Andres Müller

          Danke für die Einschätzung. Ich denke, in Europa gibt es auf Regierungsebene im Grunde so etwas wie eine allgemein akzeptierte Auffassung zum Thema Wachstumsförderung sowieso nicht. Das wird sich so schnell auch nicht ändern, zumal ehemdem erfolgreiche Konzepte heute nicht mehr funktionieren. Mein Vermutung ist, dass sie nicht wirklich wissen, warum nicht.

          “Wachstum” ist ja ohnedies ein Begriff aus der neoklassischen Theorie und insofern ist klar, dass Ansätze für Wachstumsförderung darauf aufbauen, das heißt wirtschaftsliberal sind. Vor den 1950er Jahren hat auch nie irgendjemand in den Wirtschaftswissenschaften oder in der Politik von Wachstum gesprochen. Von “Entwicklung” allerdings schon.

          Die Finanzmarktkrise hat die Neoklassik und die klassische liberale Theorie (Selbstregulierung der Märkte) in die Krise gestürzt. Die ist aber noch nicht überwunden. Ratlosigkeit , Vielstimmigkeit oder eben wahlweise auch das Klammern an alte Lehrsätze sind alles beobachtbare und logische Folgen und leider alle wenig hilfreich.

          Viele Grüße
          SLE

      • SLE - 4. Mai 2012

        Interessant. Aber am Ende bleibt es dann leider auch dort bei TINA. Danke für den Link.

        Grüße
        SLE

  • Ralf - 4. Mai 2012

    Merkel könnte zur Not noch immer die FDP in die Wüste schicken (falls die es nicht selbst tut) und die SPD in die Regierung holen. Dann verhandelt halt der SPD-Außenminister mit den Franzosen – es gibt dann ein paar Schönheitskorrekturen, aber der Kurs bleibt. Die übergroße Koalition von CDU/CSU, FDP, SPD und Grüne hat doch bisher auch alles abgenickt. Einzig Die Linke hat dagegen gestimmt (naja fast immer – die Hypo Real Estate wollten die auch retten).

    Mann (!) sollte Merkel nicht unterschätzen. In der Atomplitik hat sie bewiesen, dass sie selbst scheinbare Drehungen um 180 Grad beherscht,

    • TrooperCooper - 4. Mai 2012

      Jup, Merkels Opportunismus wäre evtl. ein Grund zu hoffen. Aber man sollte sich erinnern gegenüber wem oder was Merkel im Regelfall opportun agiert: der deutschen (Medien-)Öffentlichkeit und der damit maßgeblich geprägten Wählerschaft in Deutschland.

      Angesichts des dominanten Meinungsmainstreams in den Wirtschaftswissenschaften, den Medien und (in vereinfachter aber teilweise radikalisierter Form) an den Stammtischen wird die über kurz oder lang nicht mehr zu leugnenden Symptome des Scheiterns der bisherigen Strategie kaum zu einem Überdenken des Austeritätskurses führen. Stattdessen wird man wahrscheinlich auf ausgetrampelten Argumentationspfaden weiter marschieren (z.B. “der Sozialist Hollande mit seinem Schuldenmachen ist schuld” / “die Griechen sind eh nicht reformfähig” etc.) bis man endgültig mit dem Kopf an die Wand schlägt.

      Die einzige m.M. nach berechtigte Hoffnung besteht darin, dass Merkel und mit ihr alle anderen Sparstrümpfe (öffentlich oder hinter verschlossenen Türen) so einen Schuss vor den Bug bekommt, dass sie richtig Schiss bekommt. Sprich: man müsste das Aufkündigen der Währungsunion androhen. Verbunden mit der Aussicht, dass die deutsche Währung (ob D-Mark oder Nord-Euro) dann massiv aufgewertet würde – plus einer Entwertung der Gläubigerposition Deutschlands.

      Dieses potentzielle Horroszenario (Verlust der Wettbewerbsfähigkeit über Nacht >>> Wegbrechen des Exports >>> entsprechende Wirkung auf Arbeitslosigkeit, plus Bankencrash) würde hoffentlich ausreichen um Angie & Co. aufs richtige Gleis zu setzen.

  • Novosibirsk - 4. Mai 2012

    Ich kenne nur einen Le Pen-Wähler, der Sarkozy wählen will. Und der meinte dies auch vor Le Pen’s Empfehlung. Wie er jetzt darüber denkt weiss ich nicht. Die meisten Le Pen Wähler wollen Sarkozy zerstören und seine Partei nach unten drücken, um die Front National bei den nächsten Wahlen in 5 Jahren als einzige ‘Rechte’ Partei zu etablieren. Einige wollen deswegen sogar Hollande wählen. Die meisten gehen wohl aber nicht zur Wahl.

    Freue mich jedenfalls auf die anstehenden Wahlen. Dann gibts endlich wieder interessante Dinge zu bequatschen. Ich rechne auch damit das in 5 Jahren Le Pen in die Stichwahl gehn wird.

  • Roland - 4. Mai 2012

    @ Stefan

    Wer Mélonchon als “linksradikal” bezeichnet, geht der Wortwahl der mainstream-Medien auf den Leim.
    Mélonchon ist Sozialist.

    • SLE - 4. Mai 2012

      Ja, danke für den Hinweis. Diese Wortwahl war unglücklich und falsch. Denn es ist ja bekannt, dass Mélenchon seine Partei nach dem Vorbild der deutschen Linkspartei aufgebaut hat.

      Richtig ist, dass er weiter links steht als Hollandes PS. Das ist es, was ich zum Ausdruck bringen wollte.

      Viele Grüße
      SLE

  • Hansi - 4. Mai 2012

    Ach kommt Leute, Merkel ist doch schon längst umgefallen.
    http://www.stern.de/news2/aktuell/merkel-kuendigt-fuer-juni-wachstums-initiative-fuer-eu-an-1819830.html

    “Für den Juni-Rat bereiten wir eine (EU)-Wachstums-Agenda vor”, sagte Merkel der “Leipziger Volkszeitung”.

    • HaPennyBacon - 4. Mai 2012

      Na wie diese Wachstumsinitiative aussehen wird können wir hier schon Steffens Blog die letzten Tage nachlesen. Der Verkauf von Neuwagen geht massiv zurück, das ergibt vermutlich eine europaweite Abwrackpräme. Freuen sich die Deutschen Autohersteller, die Banken und die Versicherungen. Nimmt man mal den Spruch eines weisen Mannes: Nun liebe Leute gebt fein Acht, ihr werdet um euer Geld gebracht.

    • SLE - 4. Mai 2012

      Ja, das ist richtig. Aber schon jetzt ist deutlich geworden, dass Merkel ebenso wie Draghi mit “Wachstumsinitiative” “Strukturreformen” meint und damit im Wesentlichen nichts anderes als das, was auch bisher schon im Rahmen der Sparkonzepte in den Schuldenstaaten gemacht wurde: Arbeitsmarktreformen, Rentenreformen, Verschlankung des Staates.

      “Wachstumsinitiative” ist also nur ein Etikett, hinter dem sich unverändert eine wirtschaftsliberale Linie verbergen dürfte. Was uns bevorsteht, falls Holland gewinnt, ist eine neuerliche Runde im unendlichen Duell Liberalismus vs. Keynesianismus, egal wie oft und von wie vielen darauf hingewiesen und verdeutlicht wurde, dass beide Konzepte in der gegenwärtigen ituation keine Lösung darstellen.

      Grüße
      SLE

      • Andres Müller - 4. Mai 2012

        “Aber schon jetzt ist deutlich geworden, dass Merkel ebenso wie Draghi mit “Wachstumsinitiative” “Strukturreformen” meint und damit im Wesentlichen nichts anderes als das, was auch bisher schon im Rahmen der Sparkonzepte in den Schuldenstaaten gemacht wurde: Arbeitsmarktreformen, Rentenreformen, Verschlankung des Staates.”

        Eben eben, exakt das was auch Monti unter Wachstum versteht.

        • SLE - 4. Mai 2012

          Ich würde gerne mal mit Monti reden, um das genau einschätzen zu können. Denn ich kann es nicht. Was man liest und über Presse und Medien erfährt, passt nicht alles in dieses Bild vom neoklassisch/liberalen Weg zu Wachstum ….

          Grüße
          SLE

  • Systemfrager - 4. Mai 2012

    Ja ja Jean-Claude Juncker
    der grööööööööößte europäische Demokrat

    “Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, ob was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.”

    Der SPIEGEL 52/1999, S. 136

    PS
    zumindest ist er ehrlich

    • Thorsten Eckau - 4. Mai 2012

      Der Blog hier ist zu hochwertig, um derart ungefilterten Propagandastuss abzusondern, den man einfach bei WO oder BILD im Forum gefunden hat. Lesen macht schlau:

      http://nachgeschaut.wordpress.com/2009/09/07/der-antidemokrat-jean-claude-juncker/

      P.S.: Damit das glasklar ist, meine Meinung zu unserem politischen System, seiner Vertreter und der antidemokratischen EU-Struktur, dürften Deinen eher ähnlich als unterschiedlich sein. Aber bitte immer mit richtigen Argumenten oder Zitaten arbeiten, sonst erweist man sich und der Meinung schnell einen Bärendienst.

      • Alsterpirat - 4. Mai 2012

        Die Ergebnisse und Auswirkungen des kommenden Wahlsonntags könnten sich für “die Märkte” im weiteren Verlauf durchaus als “Schwarzer Schwan” erweisen, auch wenn längst anderes dunkles Gefieder mit ähnlicher marktirritierender Sprengkraft bereits seine Bahnen auf dem (globalen) Spekulantenteich zieht, z.B.

        – komplett schief liegende und nach EZB-Stoff süchtige (spanische) Großbanken,
        – weitere “junkerkel”-unfreundliche Abstimmungen, z.B. in Irland, Italien oder den Niederlanden,
        – weitere massive downgrades durch unsere verlässlichen Querulanten-Freunde bei den Rate-Agenturen, insbesondere für Schlüsselstaaten der Eurozone,
        – zuvorderst aber: eine eindeutige Positionierung v.a. der Karlsruher Richter gegen den „Europäischen Stabilitätsmechanismus“ (ESM), die für Juni/Juli zu erwarten ist (so nicht bereits unsere Parlamentarier das unsägliche Ermächtigungsgesetz hierzu Ende Mai stoppen werden).

        Apropos ESM: hier sind noch einmal ein paar sehr pikante und weitreichende Einzelheiten zum ESM sehr schön und kompakt aufbereitet – und leider mal wieder zu selten in der breiten Öffentlichkeit thematisiert worden (gesehen auf http://www.cashkurs.com) – bitte sehr gerne weiterverbreiten und entsprechend handeln !

        http://www.stop-esm.org/youtube

        Nicht nur Politik- und Staatsrechtsspezialisten dürfte sich bei diesem Konstrukt der Magen umdrehen…- sollte DAS Realität werden, ist das Ende der “europäischen Idee” besiegelt !!

    • Alsterpirat - 4. Mai 2012

      Die Ergebnisse und Auswirkungen des kommenden Wahlsonntags könnten sich für “die Märkte” im weiteren Verlauf durchaus als “Schwarzer Schwan” erweisen, auch wenn längst anderes dunkles Gefieder bereits seine Bahnen auf dem (globalen) Spekulantenteich zieht, z.B.

      – komplett schief liegende und nach EZB-Stoff süchtige (spanische) Großbanken,
      – weitere “junkerkel”-unfreundliche Abstimmungen, z.B. in Irland, Italien, Niederlande…
      – weitere massive downgrades durch unsere lieben Freunde von den Rateagenturen, insbesondere für Schlüsselstaaten der Eurozone,
      – zuvorderst aber: eine eindeutige Positionierung u.a. der Karlsruher Richter gegen den ESM, die für Juni/Juli zu erwarten ist (so nicht bereits unsere Parlamenarier dieses unsägliche Ermächtigungsgesetz Ende Mai stoppen werden).

      Apropos ESM: hier sind noch einmal ein paar sehr pikante und weitreichende Einzelheiten zum ESM sehr schön und kompakt aufbereitet – und leider mal wieder zu selten in der breiten Öffentlichkeit thematisiert worden (gesehen auf http://www.cashkurs.com) – bitte gerne weiterverbreiten und entsprechend handeln !

      http://www.stop-esm.org/youtube

      Nicht nur Politik- und Staatsrechtsspezialisten dürfte sich bei diesem Konstrukt der Magen umdrehen…- sollte DAS Realität werden, ist das Ende der “europäischen Idee” besiegelt !!

  • Grundlos - 4. Mai 2012

    @Ralf

    Das Szenario kann auch eintreten, wenn man sich in NRW die neue Landesregierung anschaut,
    was dann in die Richtung läuft Hauptsache politische Macht behalten,beim Herrn Gauck ist sie selbst auch schon umgefallen,den Herrn Gauck wollte sie bis zum Schluss auch nicht akzeptieren….,die 180 Drehung hat Sie auch im beim Herrn Gauck eindrucksvoll bewiesen.

    • Grundlos - 4. Mai 2012

      ups,da war wohl falsch geschrieben und interpretiert,in NRW wird zurzeit eine Rot-Grün Regierung bevorzugt,da muss ich mich berichtigen.

  • Systemfrager - 4. Mai 2012

    Aber natürlich
    “missverstanden” …
    “aus dem Kontext gerissen” …
    die armen, immer wieder falsch verstandenen Politiker

  • Duke van Hudde - 4. Mai 2012

    Spannend finde ich vor allen die Griechneland Wahl.Ich vemrute niemand traut sich zu sagen wie das ausgeht ich auf keinen Fall.Dann wird auch noch sher interessant was wir dort für eine Regirung bekommen.

    Auch wenn das Volk zur Zeit angeblich den Euroaustritt nicht will(bleibt mir unklar warum)könnte die nächste Regirung damti drohen und dann dreht der Wind gewalltig.Die können die EZB und auch Deutschland anden Rand des Ruins treiben und diese Macht ist sehr viel Wert in diesen Spiel.Alleine die Target 2 Beträge die dann total verloren sind eine super Karte.

    Für mich war es shcon immer so das sich die Machtverhältnisse ab einen Punkt umdrehen zwischen Schuldner und Gläubiger und der kann in Griechenland schon überschritten sein.

    • SLE - 4. Mai 2012

      Hallo Duke van Hudde,

      stimmt genau. Wie die Wahl in Griechenland ausgeht, ist von gößter Bedeutung. Ich habe mich auch nicht getraut, dazu eine klare Prognose abzugeben – jedenfalls nicht im Aufsatz, in einem kommentar weiter oben habe ich zumindest das entsprechende Szenario verdeutlicht.

      Dass Machtverhältnisse ab einem bestimmten Punkt zu kippen beginnen, das ist es, was ich im Aufsatz ausdrücken wollte. Griechenland hat möglicherweise mehr Sprengkraft als es gegenwärtig scheint.

      Viele Grüße
      SLE

    • Frank - 4. Mai 2012

      Hallo Duke,

      ob es so schlau von Griechenland wäre, mit einem Euro-Austritt zu drohen, wage ich zu bezweifeln. Es stimmt zwar, dass dann ggf. sowohl die Mittel aus den Rettungsschirmen als auch die Target 2 – Beiträge für die Eurozone verloren wären. Allerdings gäbe es dann auch niemanden mehr, der das – nach wie vor vorhandene – Zwillingsdefizit von Griechenland zu finanzieren bereit wäre. Die Eurozone riskiert also den Verlust von vielleicht 200 oder 300 Mrd. Euro (deutlich weniger als 5% des jährlichen BIP), Griechenland einen vollständigen Zusammenbruch seiner Wirtschaft.

      Bei Spanien und Italien sieht die Rechnung natürlich anders aus.

      Viele Grüße

      Frank

      • Thorsten Eckau - 4. Mai 2012

        “Griechenland einen vollständigen Zusammenbruch seiner Wirtschaft.”

        Da frage ich mich unwillkürlich, wie viel von der den überhaupt noch vorhanden ist. Wie viel schlimmer kann es für Griechenland wohl noch kommen (außer natürlich Bürgerkriegsszenarien)? Mittlerweile ist der Punkt m. E. schon erreicht, an dem enorm viele Menschen schon nicht mehr zu verlieren haben bei einem Austritt und einem Kollaps, als wenn das so weiter geht… Und selbst wenn es total falsch ist was ich meine: Wenn die Griechen selbst es in einer Menge so sehen die groß genug ist, wäre das schon fatal…

  • Georg Trappe: - 4. Mai 2012

    Das grosse Problem ist, dass weder der Sparkurs noch die Rettung durch noch mehr Schulden eine Loesung der ursaechlichen Probleme darstellt. Der Sparkurs faehrt die Sache schnellst moeglich gegen die Wand. Die Rettung durch mehr Schulden machen, kauft nur Zeit.
    Wenn man diese weiter verstreichen laesst und die ursaechlichen Probleme nicht behebt, dann wird das Ganze zu einem schwarze Peterspiel der allerschlimmsten Sorte an dessen Ende der grosse Knall steht.

    Die tiefer gehende Analyse fehlt oder wird nicht richtig betrieben bzw. wahrgenommen. Wuerde sie betrieben oder wahrgenommen, dann wuerde das eine sachliche Auseinandersetzung ueber Loesungen ermoeglichen. So aber bleibt die Debatte und die politische Auseinandersetzung an einer Stelle stecken, die das sachlich ursaechliche Problem nicht wahrnimmt und somit unloesbar werden laesst.

    Bei einer korrekten Analyse wuerde man feststellen, das stetig wachsende Ungleichheit, die Quelle von Instabilitaeten ist. Dies trifft sowohl auf die Realwirtschaft zu, wie auch und ganz besonders auf die Finanzwirtschaft, bestehend aus dem Geld- und Bankensystem.
    Ich habe nochmals versucht dies zu illustrieren in der Hoffnung, das es dann verstaendlicher wird. Wer moechte kann es sich hier ansehen:
    http://georgtsapereaude.blogspot.com/2012/05/das-fettaugensyndrom-aus-der-sicht-der.html
    Es gibt also zwei Effekte, die sich destabilisierend bemerkbar machen. Das eine ist die dynamische Instabilitaet, wie Steve Keen sie beschreibt, und die die Entstehung von Blasen erklaert. Dahinter steckt aber ein noch viel maechtiger wirkender Mechanismus, der die Banken geradezu in diesen Blasenmechanismus zwingt. Und das ist das, was ich Fettaugensyndrom genannt habe, und ganz zwangslaeufig aus der staendig wiederholten Anwendung der “Erfolgsformel” Reinvestition von Ersparnissen und Gewinnen zur Produktivitaetssteigerung entsteht.
    Keiner will oder kann einsehen, dass die Erfolgsformel nur in einer fruehen Phase der wirtschaftlichen Entwicklung Erfolge einfaehrt, die diesen Namen auch verdienen. In einer spaeteren Phase, die man auch Reifephase nennen koennte wirkt sie kontraproduktiv bis zerstoererisch. Sie treibt Ungleichheit an, die dann so gross wird, dass Banken daran zerbrechen, weil sie keine Ausgleichsmoeglichkeit haben.
    Man muss runter vom Gas und die Fortschritte in die dringend notwendigen qualitativen veraenderungen lenken und gleichzeitig die Ungleichheit zurueck fuehren und nach Wegen such, wie man sie auf einem Niveau haelt, das auf der einen Seite die Motivation nicht untergraebt und auf der anderen Seite nicht zu dieser Instabilitaet fuehrt.

  • Tweel - 4. Mai 2012

    Hallo,
    mal ganz generell. Ich setze wirklich auf Hollande. Ich denke auch, dass eine wie auch immer geartete Wachstumsförderung nicht ohne nachhaltiges Sparen auskommt. Von allergrößter Wichtigkeit ist es genau zu definiern wo gespart und wo investiert wird. Das war in der Vergangenheit wirklich nicht so.

    In Frankreich wird Sarko als Pudel der US Interessen wahrgenommem. Hollande steht für ein France, das wieder Europa mitgestalten und unabhängiger machen will. Ich persönlich denke, dass uns allen etwas mehr Demokratie und Sozialismus nicht Schaden sollte. Ganz im Gegenteil. Eine 300 Mio. Bürger – Wirtschafts-, Konsum- und Verwaltungszone funktioniert nicht mit verarmten Bürgern ohne Arbeit.

    Und eines auch noch. Der Euro wird nicht untergehen. Und wenn doch, wird er sofort wieder eingeführt werden.

    Danke SLE für diesen Blog.

  • Frank - 4. Mai 2012

    Hallo Stefan,

    Du schreibst ja oben, dass

    “der TINA-Kurs Beleg dafür [ist], dass es kein anderes Konzept gibt. Wie es anders und vor allem besser gemacht werden könnte, insbesondere mit Blick auf die desaströse wirtschaftliche Entwicklung, das scheint ein Frage zu sein, mit der sich bisher kein Euro-Retter ernsthaft beschäftigt hat.”

    Hast Du Dich denn mit der Frage beschäftigt? Wenn ja, was sollte Deiner Ansicht nach konkret gemacht werden? (Von Hollandes Keynesianismus scheinst du ja auch nichts zu halten.) Sollte der Euro (wie von vielen hier im Forum gefordert) abgeschafft werden? Oder gibt es innerhalb des kapitalitischen Systems überhaupt keinen Weg aus der Krise?

    Vielen Dank für Deine Antwort und viele Grüße

    Frank

    • SLE - 4. Mai 2012

      Hallo Frank,

      ich habe – bitte mal oben in der Rubrik “SLE” nachschauen – vor kurzem einen dreiteiligen Aufsatz dazu geschrieben (“In der Wachstumsfalle – Griechenland & Co.).

      Ein Thema, das viel diskutiert wird, ist die Frage “Euro-Austritt – ja oder nein?”, wobei die Rückkehr zur Drachme als Alternative zur angewendeten Austeritätspolitik anzusehen ist.

      Ich denke aber, dass es einen Euro-Austritt aus politischen Gründen nicht geben wird und habe deswegen immer schon auch Schutzzölle (zurückgehend auf Friedrich List (1841)/Deutsche Zollunion) als möglichen dritten Weg angesehen. Klaus Kastner war mir zuvor gekommen und hatte diese Idee für die Entwicklung der griechischen Wirtschaft in eiem sehr gut verständlichen Aufsatz dargelegt. Deswegen haben ich dessen Aufsatz “Endspiel um Griechenland” als Gastbeitrag in meinem eigenen Blog gepostet.

      Hier der Link: http://stefanleichnersblog.blogspot.de/2012/04/endspiel-um-griechenland.html

      Aber auch das allein wird nicht ausreichen. Selbstverständlich ist alles eine Frage davon, worin man das wirklich grundlegende, zentrale Problem der Krise sieht. Ich bin sicher, dass alle wirtschaftlich schwach aufgestellten Schuldenstaaten keine Chance haben, international wettbewerbsfähig zu werden, so lange die globalen Märkte überwiegend von wenigen, sehr großen Konzernen, Banken und Dienstleistern dominiert werden. Und ich bin zweitens der (begründeten) Auffassung, dass die persistierende, latente Instabilität der globalen Märkte (auch der Finanzmärkte) im Kern genau daher rührt. Das Problem betrifft also nicht nur die Schuldenstaaten, sondern auch die führenden Industrienationen.

      Viele Grüße
      SLE

  • Freiberufler - 4. Mai 2012

    Der Euro ist Planwirtschaft. Planwirtschaft will marktwidrige Ergebnisse herbei führen, indem sie die Märkte zu unvernünftigem Verhalten zwingen will. Der Homo oeconomicus lässt sich aber nun einmal nicht für dumm verkaufen. Das Scheitern ist im System angelegt.

    Die Erfahrung lehrt, dass Zentralplaner nicht aufhören. Wenn die alten nicht funktionieren (und das tun sie nie), denken sie sich neue Pläne, neue Regeln und neue Preise aus. Sie schieben die Schuld auf Spekulanten und vaterlandslose Gesellen. Sie drohen Strafen an. TINA, TINA, TINA.

    • Systemfrager - 4. Mai 2012

      Planwirtschaft – so ein Unsinn!
      EU mit ihrem Euro ist das GRÖ?TE neoliberale Projekt der ganzen Geschichte, ein Versuch, die freie Marktwirtschaft aus dem neoliberalen Lehrbuch zu realisieren. Und das Ergebnis ist genau das, was sich die rrr-Eliten erhofften:
      FREIHEIT IST SKLAVEREI

  • Harald E - 4. Mai 2012

    Provokant gefragt:

    Ist es nicht egal, wer Wahlen gewinnt ?

    Sind es doch “die Märkte”, die über Wohl und Wehe ganzer Volkswirtschaften richten und die Handlungsspielräume jedweder Regierung definieren.
    Merkel salbadert ja auch nur von einer “marktkonformen Demokratie” die alternativlos anzustreben ist.

    Bloß nicht die Märkte verunsichern.

    Wer -ohne Murren- mitzieht, wird multimedial gepampert und mit Spendengeldern überhäuft.
    Wer murrt und dagegen aufbegehrt, dem werden “die Märkte” schon zeigen, wo Barthel den Most holt.

    Dazu…
    ****
    …die Staaten sind nur noch Inkassoagenturen schwerreicher Investoren:
    ****

    Quelle:
    http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/soziologe-wolfgang-streeck-ueber-goldman-sachs-die-goldmaenner-sind-ueberall-1.1335228

    Das -noch benötigte- arbeitende Humankapital wird via Verdummungs-TV, Bedarfspropaganda und Existenzängsten gefügig gemacht.

    Und ich schätze, dass man schon fieberhaft an einer Strategie gegen allzu lautstarke Linke/Piraten und/oder Blogger arbeitet.
    Spätestens wenn die Querschüssler hier Jubelarien auf hohe Target2-Salden singen, wissen wir’s ;-D

    • willi - 4. Mai 2012

      Etwas zu spät 😉 -sonst hätte ich einfach auf deine Antwort verweisen können…

    • SLE - 4. Mai 2012

      Sehr schöne Zuspitzung und wie immer liegt darin trotz aller Übertreibung auch ein Stück tiefere Wahrheit. Geniessen wir also die Zeit, die uns noch bleibt, Target2-Salden nicht bejubeln zu müssen … 😉

      Grüße
      SLE

    • Georg Trappe: - 4. Mai 2012

      Vielen Dank fuer den Hinweis auf den Artikel in der Sueddeutschen. Dafuer revanchiere ich mich mit einem Artikel von einem Paul Treanor aus 1998!!!
      http://www.heise.de/tp/artikel/2/2323/1.html

      • Harald E - 4. Mai 2012

        Ziemlich heftig, Georg.

        Ich glaube jedoch nicht, dass Pol Pot Szenarien eine Option für künftige Wege der Gesellschaftsentwicklung sein werden.

        Dazu ist die zivilisatorischen Entwicklung des Menschen zu weit fortgeschritten.

        Was da auf uns zukommt ? Keine Ahnung.

        Es hat einfach zuviele unterschiedliche Rahmenbedingungen und Variablen.
        “Die Märkte” werden noch ziemliche Überraschungen erleben. Das -in die Opferrolle gedrängte- Humankapital wird ein unberechenbarer Faktor, wenn Perspektivlosigkeit, Demotivation, BurnOut, etc. sich geradewegs zur Insubordination auswachsen.

        Das beunruhigt die Märkte. Huuaaarghhh…..datt könnense ja gaaarnich ab.

        Und daher……was auch immer uns die Märkte präsentieren.
        Wenn sie nicht selbst Opfer ihrer Strategie werden wollen, müssen sie die Menschen -alle Menschen- zu menschenwürdigen Bedingungen mitnehmen.

        -> All zu duster seh ich die Zukunft nicht.

        • Georg Trappe: - 5. Mai 2012

          Harald, das ist nicht nur ziemlich heftig sondern sehr heftig. Ihren Optimismus kann ich leider nicht teilen. Soweit ich es sehen kann ist die Zuendschnur inzwischen sehr kurz geworden, gemessen am Problem was zu loesen ist. Ich lebe in einem Land, das durch die extreme Ungleichheit instabil ist. Es ist gekennzeichnet dadurch das die Landwirtschaft nur noch 9% zum BIP beitraegt aber 50% der Menschen hier von der Landwirtschaft leben. 2001 wurde in demokratischen Wahlen ein Ministerpraesident gewaehlt, der sich dieser tatsache bewusst war und versprochen hatte Aenderungen auf den Weg zu bringen. Der Mann behielt sein Wort und wurde 2005 mit einer grossen Mehrheit wiedergewaehlt. Aufgrund dieses Erfolges beschleunigte er seine Reformen, die gegen den druck der Weltbank stark nationalistisch gepraegt sind. So gibt es Schutzzoelle fuer die ansaessige Automobilindustrie und Auslaender koennen kein Eigentum an Grundstuecken erwerben. Auch koennen Auslaeander sich nicht mehrheitlich an Firmen beteiligen. Das hat ihn bei den Wohlhabenden sehr unbeliebt gemacht, obwohl er gemessen an der Wirtschaftskraft des Landes nahezu unglaubliches erreicht hatte. Die Schuldenlast aus der Asienkriese 1997 wurde abgebaut und sogar eine erhebliche Waehrungsreserve aufgebaut, um die stark exportorientierte Wirtschaft vor Waehrungskursschwankungen schuetzen zu koennen. Im September 2006 wurde dieser Mann aus dem Amt geputscht, ins Exil gezwungen und eine Uebergangsregierung durch das Militaer eingesetzt. Ende 2007 wurden wieder freie Wahlen angesetzt, die von der Nachfolgepartei der per Putsch gestuerzten und von der Uebergangsregierung aufgeloesten Partei Thaksins wieder mit deutlicher Mehrheit gewonnen wurde. Im weiteren Verlauf und nach allen moeglichen Schwierigkeiten die der daraus gebildeten Regierung gemacht wurden kam es zu einem “merkwuerdigen” Deal, der die zweitstaerste, den 1% nahestehende Partei an die Macht brachte. Im Mai 2010 kam es zu Protesten in deren Folge auf Hochhaeusern platzierte Scharfschuetzen gezielt Demonstranten erschossen hat. Unter der demoralisierenden Wirkung dieser gewalt wurden die proteste beendet. 2011 standen wieder wahlen. Und auch diese wurden von der Nachfolgepartei Thaksins gewonnen. Seine Schwester ist seitdem Regierungschefin und versucht das Unmoegliche. Ich wohne in einer region, die als das Armenhaus Thailands gilt. Ich habe jeden Tag vor Augen wie ein Schritt vorwaerts von zwei Schritten zurueck gefolgt wird. Die macht mit er das Fettaugensyndrom wirkt ist ueberwaeltigend und wenn seine Ursachen nicht behoben werden kommt es unweigerlich zum grossen Knall.

          • Harald E - 5. Mai 2012

            Hallo Georg,

            ich setze meine Hoffnung auf die überwältigende Mehrheit der Menschen, die einfach nur ihre Ruhe haben wollen.
            Die mit innerer Ruhe und viel Kreativität auch mit wenigen monetären MItteln ihre Existenz ausgestalten und Spaß am Leben haben.
            Intuitiv werden solche Menschen ihr Umfeld nachhaltig positiv gestalten.

            Natürlich sehe ich auch die Menschen, die dem entgegenwirken, aber die werden’s auf Dauer nicht reissen.
            2 Beispiele, die kürzlich durch die Medien gingen:
            Typ A: Soldat uriniert auf von ihm getötete andere Menschen
            Typ B: Lybischer Bauer fernab einer Metropole, dem Gaddafi völlig egal war. Will in Ruhe sein Feld bestellen und seine Kundschaft mit guter Ware bedienen.

            Nur einer von Beiden wird am Ende des Tages MItglied einer lebenswerten Gesellschaft sein.

            Einfache Kausalkette: Typ A, mental völlig überfordert, verunmenschlicht, wird sich spätestens bis nachmittag selbst eliminiert haben und somit am Ende des Tages nicht mehr im Weg sein.

            Typ B wird abends die Füße hochlegen in der entspannenden Gewissheit, das Richtige getan zu haben.

            Anders wird es imho nicht laufen können.Die Sanftmütigen werden die Welt erben. 😉
            Hab Vertrauen, Georg.

  • Eric B. - 4. Mai 2012

    Merkel ahnt schon, dass ihr Buddy Sarko verlieren wird. Aber sie setzt auf die Märkte, damit sie den wahrscheinlichen Wahlsieger Hollande abstrafen. so wird die französische Demokratie ausgehebelt, noch bevor die Wähler entscheiden haben… Es ist ein Spiel mit der Angst – und mit dem Feuer! http://lostineurope.posterous.com/spiel-mit-der-angst

    • Frank - 4. Mai 2012

      Hallo Eric,

      wir sollten die Sache etwas nüchterner betrachten. Hollande möchte viel Geld ausgeben – Geld, das er nicht hat. Also braucht er Leute, die ihm das Geld leihen – Franzosen oder Ausländer, Fonds oder Privatleute. Fraglich ist, ob er (zu den bisherigen Konditionen) ausreichend Geldgeber findet. Wenn die Antwort auf diese Frage “nein” lautet, ist das keine “Strafaktion” der “Märkte”, sondern die Summe vieler individueller Entscheidungen. Auch ich nehme mir übrigens das Recht heraus, Herrn Hollande KEIN Geld anzuvertrauen, denn ich besitze keine französischen Staatsanleihen und werde in näherer Zukunft auch keine kaufen. Bin ich deshalb undemokratisch?

      Viele Grüße

      Frank

      • Harald E - 4. Mai 2012

        Hallo Frank,

        nein, nicht undemokratisch.
        Unredlich 🙂

        Setze vorraus, sind sind normaler deutscher Bundesbürger.
        Dann sind sie (nach offizieller Pro-Kopfverschuldung) mit gut 30.000€ verschuldet.

        Um französische Staatsanleihen zu kaufen, müßten sie tun, was Hollande und alle anderen auch tun.

        Geld ausgeben, das sie nicht haben.

        • Frank - 4. Mai 2012

          Hallo Harald,

          die deutschen Privathaushalte haben ein Brutto-Vermögen von mehr als 10 Billionen Euro, selbst nach Abzug der Schulden verbleiben noch mehr als 8 Billionen Euro.

          Hiervon entfallen 4,6 Bio. EUR auf Geldvermögen, was problemlos in französischen Staatsanleihen angelegt werden könnte.

          Deine Behauptung, der deutsche Durchschnittsbürger sei mit 30.000 EUR verschuldet, ist Unsinn. Deine Angaben bezieht sich offenbar auf die Staatsschulden Deutschlands pro Kopf. Diese sind zwar hoch, jedoch weit geringer als die privaten Vermögen.

          Viele Grüße

          Frank

          • Harald E - 4. Mai 2012

            Jaha, Frank.
            Die Zahlen sind bekannt und meine -zugegeben- etwas löchrige Logik lassen wir somit beiseite.
            Ich dachte ich käme damit durch.
            Immerhin scheinen sie zu glauben, dass Sarkozy ihnen weniger tief in die Taschen greifen wird als Hollande.

            Also:
            Euro=Fehlkonstruktion
            Finanzmärkte=cowboyverseuchte FreeFire-Zone

            Die Fuhre fährt an die Wand mit und ohne Sarkozy oder Hollande.
            Und ob der Sarkozy der rechte HInterreifen oder bei Hollande der linke HInterreifen ganz bleibt, ist eigentlich schnuppe. 😉

            Gruß
            Harald

          • Georg Trappe: - 5. Mai 2012

            Es hilft nicht mit Durchschnittswerten zu operieren. Das verstellt den Blick auf das Problem.
            Man muss sich die Verteilung der Vermoegen und die Aenderung/Zuspitzung der Verteilung ueber Zeit anschauen, um das Problem und die daraus zwangslaeufig resultierende Instabilitaet zu erkennen. Es betrifft das Bankensystem und die Realwirtschaft.
            Fuer das Bankensystem habe ich es versucht hier zu illustrieren:
            http://georgtsapereaude.blogspot.com/2012/05/das-fettaugensyndrom-aus-der-sicht-der.html
            SLE ist der Experte fuer die realwirtschaftlichen Auswirkungen des Fettaugensyndroms. Der kann Ihnen eine ganze Liste negativer Folgen aus dem Stand liefern.
            Wenn man aber das Geld- und Bankensystem als zentrales Nervensystem begreift, was die Kommunikation und das Kommunikationsmedium fuer nahezu alle realwirtschaftlichen Transaktionen darstellt, dann ist hoffentlich klar, dass das auch alleine massive destruktive Auswirkungen auf die Realwirtschaft hat. Auch dann wenn die Neoklassik nicht sehen will oder kann.

      • Lothar - 5. Mai 2012

        Nein, er muss es sich nicht leihen, er kann es auch einfach als Steuer bei den 1% eintreiben.

  • berger - 4. Mai 2012

    Was spekuliert ihr alles,wir sind doch nur befehlsempfänger der USA, was glaubt ihr denn,wer
    was zu sagen hat,getreu nach dem Motto: wer gewählt wurde hat nichts zu sagen.
    Seht es bei Frau Merkel, Roth und andere Genossen.

  • Kalle - 4. Mai 2012

    Hört auf, ins politische abzudriften und bleibt bei euren Charts.
    Von Politik habt ihr keine Ahnung, schon gar nicht davon, wie die historischen Zusammenhänge aussehen.
    Mehr als linken Mainstream erwarte ich nicht von euch.

    • Querschuss - 4. Mai 2012

      Hallo Kalle,
      Wow, jetzt hast du uns es aber gegeben, bin schwer beeindruckt.

      Schönes Wochenende und Danke für die Blumen, bist ein echter Motivator!

      Gruß Steffen

    • Heiner - 4. Mai 2012

      Danke, der erste vernünftige Kommentar.

    • SLE - 4. Mai 2012

      Hallo Kalle,

      von Politik haben wir keine Ahnung? Na ja, ich gebe gerne zu, dass ich wirklich nur ein paar Jahre Wirtschafts- und Industriepolitik gelehrt und auch nur ein paar Diplomprüfungen abgenommen habe (es waren auch ein paar Studierende aus Frankreich, Italien und Osteuropa dabei).

      Das ist zu wenig. Sehe ich ein. Danke für den Hinweis. 😉

      Grüße
      SLE

  • Lesefuchs - 4. Mai 2012

    >>>Auf Hollande würde ich auch nicht setzen. Wenn jetzt in Europa wieder auf Keynes gemacht wird und groß angelegte Konjunkturporgramme (Infrastrukturförderung etc.) aufgelegt werden, dann hilft das m.E. Null und Nichts. Denn das hat die EU im Rahmen der Strukturfonds und des eigens für diesen Zweck aufgelegten Kohäsionsfonds schon in den letzten ca. 20 Jahren in den europäischen Mitgliedstaaten der Peripherie gemacht (Irland, Griechenland, Portugal und Spanien haben dafür beträchtliche Fördermittel und auch EIB-Kredite erhalten). Nachhaltig war das nicht, wie man jetzt nur zu deutlich sieht.<<<
    Doch das würde schon helfen. Man muss sich das Geld nur dort holen wo es keine Zinsen kostet – Siehe New Deal USA 30iger Jahre!!!
    Aber den Mut hat keiner unserer Polithandpuppen !!!

  • lottchen - 5. Mai 2012

    Dass Merkel vornehmlich damit identifiziert wird, liegt daran, dass sie lauter als jeder andere die Propaganda-Trommel für die “schwäbische Hausfrau” gerührt hat . Sie ist damit in Deutschland gut angekommen und kommt immer noch an – siehe Deutschlandtrend vom Donnerstag; eine Mehrheit ist immer noch davon überzeugt, dass der Sparkurs richtig ist.

    Ganz verstehen tue ich Merkels Denkweise nicht, schließlich hat sie auch 2008/9 die Konjunkturpakete aufgelegt, was nicht recht zur “schwäbischen Hausfrau” passen will. Also sollte man meinen, dass sie die grundsätzlichen Zusammenhänge begriffen hat und eigentlich wissen müsste, wohin ihr Spardiktat führt.

    Zur Situation in Griechenland noch eine Information, die hier noch nicht erschienen ist:
    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2012/05/03/griechenland-haushalt-trotz-schuldenschnitt-ausser-kontrolle/

    Defizit in Q1/2012 auf 4,7 Prozent – im Vergleich zu 2,8 Prozent in Q1/2012. Die Sparziele sind bereits jetzt völlig außer Reichweiter.